• 5000 Meilen über das Meer
  • 5000 Meilen über das Meer

5000 Meilen über das Meer

Segelreise mit einer Lagoon 500 von Föhr in die Karibik もっと詳しく
  • Knall auf Fall, auf und weg.

    2024年11月16日, スペイン ⋅ ⛅ 22 °C

    Eigentlich wollte ich ja noch ein wenig über Gran Canaria schreiben, was nicht viel geworden wäre, da wir nicht so viel gesehen haben. Jetzt geht es aber verhältnismäßig kurzfristig auf die Atlantiküberquerung. Aus diesem Grunde ist hier erst einmal Sendepause. Wir melden uns, wenn wir wieder Internet empfangen haben. Was bis zu drei Wochen dauern kann. Bleibt gesund und munter. 👋🏻 👋🏻

    Bleibt dran und drückt uns die Daumen, dass der Wind uns schnell und zügig Richtung Martinique bringen wird.. Bis dahin.
    もっと詳しく

  • Nix los auf dem Atlantik? Von wegen…

    2024年11月20日, Nordatlantik ⋅ ☀️ 23 °C

    Huch, doch keine Sendepause? Ist schon wieder etwas schief gelaufen? Nein! Zumindest nichts Grundlegendes. Um uns mit aktuellen Wetterdaten zu versorgen, hat Frank entschieden, dass wir in Abständen etwas Volumen über Starlink buchen. Diese Gelegenheit nutzen wir dann auch dazu, um unsere Reisegeschichte weiter zu erzählen.

    Wie erwähnt, haben wir Gran Canaria nach einem kurzen Aufenthalt verlassen. Viel haben wir von der Insel nicht gesehen. Corinna und ich ein Krankenhaus und Supermärkte. Michelle und Frank kauften derweil in diversen Boot-Shops und einem Baumarkt Equipment für kleinere Reparaturen und Ergänzungen ein. Die Übrige Crew war auch damit Beschäftigt, alle Notwendigkeiten für eine solch lange Überfahrt zu beschaffen.

    Am Abend vorher ankerten wir vor dem Ort San Bartolomé de Tirajana. Das Wetter war ruhig, die See glatt und so gönnten wir uns ein nächtliches Badevergnügen bei einer Wassertemperatur von 22°. Am Morgen stand primär das Tanken des Schiffes auf dem Programm. Spontan wurde dann aber noch eingekauft, weil es sich herausstellte, dass das, was im Boot eingelagert wurde, vermutlich nur knapp für die Überfahrt reichen wird. Gegen frühen Nachmittag des 16. Novembers brachen wir, wie berichtet, dann auf zur Atlantiküberquerung.

    Man könnte vielleicht meinen, dass so eine Überfahrt eventuell von Langeweile geprägt ist. Dem war, zumindest bis jetzt, mitnichten so. Der Tag gestaltet sich entspannt. Das Wetter ist großartig, die Sonne scheint und zu Beginn unserer Reise hatten wir, entgegen der Tradition, tatsächlich richtig guten Wind. Dieser hielt allerdings nur eineinhalb Tage an. Danach war Flaute. Wir gehören offensichtlich zu der sehr kleinen Gruppe von Menschen, die einen Spiegelglatten Atlantik kennen lernen dürfen. Eine solche Wetterlage ist für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich, aber ungewöhnliches sind wir ja gewohnt.

    Die erste Nachtwache auf dieser Überfahrt verlief entspannt. Suse allerdings sichtete unbekannte „Flugobjekte“ und holte Frank während ihrer Wache mit auf die Brücke. Zeugen von extraterrestrischem Leben sind die beiden allerdings nicht geworden. Was genau so extrem hell über dem Wasser leuchtete, hat sich bis heute jedoch nicht geklärt. Sollten es tatsächlich außerirdische gewesen sein, dann wissen wir jetzt, dass sie offensichtlich im gleichen Farbspektrum wie wir sehen können, denn ansonsten würden sie ja keine roten blauen oder grünen Lampen an ihre Raumschiffe montieren.

    Mit Ausnahme des Windes, verlief der Tag des 17. November ähnlich wie der davor. Einige von uns nahmen Sonnenbäder, andere werkelten am Schiff und wieder Andere lasen ein Buch oder vertrieben sich die Zeit anderweitig. Der glatt darliegengende Atlantik, zusammen mit dem Sonnenuntergang, bot uns zum Sunset ein großartiges Panorama. Dann jedoch kam das dicke Ende!

    Wir waren gerade mit dem Essen fertig, die Küche war blitzblank aufgeräumt, da hörten wir gegen 20:15 Uhr einen sonderbares Geräusch am Rumpf des Schiffes. Die Maschinen wurden gestoppt und schnell mussten wir erkennen, dass wir in ein Treibnetz gefahren waren. Ob solche Netze außerhalb der 20 Meilen Zone legal gestellt werden, kann ich nicht genau sagen. Letztlich war es für uns aber auch egal.

    Nun handelt es sich bei solchen Netzen nicht um so kleine Netze, wie wir sie aus der Ostsee kennen, sondern um riesige Netze mit mehreren 100 Metern länge, welche dicht an dicht gestellt sind und zudem knapp unter der Wasseroberfläche schwimmen.

    Wir waren nun mitten in einem solchen gefangen. Diverse Versuche, dass Netz unter dem Rumpf durchzudrücken, scheiterten. Sowohl vom eilig zu Wasser gelassenen Schlauchboot, als auch von Bord aus war nichts zu machen. Zudem lag die Vermutung nahe, dass sich das Netz in den Propellern verfangen hatte. Bei völliger Dunkelheit in den Pech schwarzen Atlantik zu steigen, war zunächst keine Option. Allerdings Zwang uns die Realität dann, genau das zu tun. Ein zweifelhaftes Vergnügen! Immerhin hat unser Boot eine blaue Unterwasserbeleuchtung, welche wir einschalteten. So konnte man zumindest ein wenig sehen. Frank ging als erstes ins Wasser und es bewahrheitete sich, was wir vermutet hatten. In beiden Propellern hatte sich das Fischernetz verheddert.

    Was folgte, waren diverse Tauchgänge, bewaffnet mit Messer, Schnorchel und Tauchbrille. Zunächst von Frank, dann zusätzlich von Suse und Luca, welche sich ebenfalls ans Werk machten, um die Propeller wieder frei zu schneiden. Dieses gelang jedoch erst nach einigen Stunden. Während dessen trieben wir manövrierunfähig im Atlantik Richtung afrikanischer Küste, welche jedoch noch in weiter Ferne lag.

    Zu unserem Glück, wehte der Wind nach wie vor nicht und die Strömung war überschaubar. Mitten während dieser Arbeiten tauchte dann ein Fischerboot aus der Dunkelheit auf, welches sich uns näherte. An Bord waren circa 19 Personen, welche uns dabei beobachten, wie wir die Netze durchtrennten. Zu behaupten, es wäre für uns eine entspannte Situation gewesen, würde nicht ganz der Wahrheit entsprechen.

    Das Angebot der Fischer, in Schlepp genommen zu werden, lehnen wir dankend ab. Es war definitiv nicht unser Ziel, in irgendeinem afrikanischen Küstenhafen zu stranden. Die Situation blieb jedoch friedlich. Die Fischer beobachten weiterhin das freischneiden des Schiffes und begannen damit ihre Netze einzuholen. Gegen 0:15 Uhr war es dann soweit und unser Boot war wieder manövrierfähig. Wir starteten die Maschinen und Namen Fahrt auf. Nach kurzer Zeit erfolgte jedoch ein abruptes Aufstoppen, da das nächste Netz voraus lag. Jenes war dann aber das letzte in dieser Nacht und so konnten wir unsere Fahrt ungehindert fortsetzen.

    Die seltsam hellen, roten und blauen Lichter habe ich während meiner Wache in dieser Nacht nicht gesehen. Allerdings die Grünen. Es ist definitiv ein Objekt, auf welchem ein Laser installiert ist, der sowohl in den Himmel als auch horizontal gelenkt wird und recht stark sein muss. Zu welchem Zweck blieb unbekannt.

    Der 18. November war dann ein ruhiger, sonniger und entspannter Tag. Ab hier werde ich übrigens nur noch etwas über das Wetter schreiben, wenn es nicht warm und sonnig war. Weißt Bescheid…

    Tiersichtungen hatten wir übrigens auch. Einen Wal haben wir (fast) gesehen. Er schwamm in circa 300 Metern Entfernung zum Boot. Leider erblickten wir nur seine Blas-Fontänen und ein Stückchen Flosse. Zwei Wasserschildkröten zeigten sich ebenfalls und eine Zeitlang begleiteten uns knapp 30 Delphine. Auch das Thema „Fischerei“ entwickelt sich. Wir fingen zwei Bonitos. Nein, dass sind nicht die Schoko-Drops aus den Achtzigern, sondern eine Thunfisch-Gattung, welche uns dann auf dem Teller ein schmackhaftes Erlebnis boten.

    Nun geht der 18. November zu Ende und wir hoffen, dass die kommende Nacht keine Überraschungen zu bieten hat…
    もっと詳しく

  • Mindelo - Hier gehen dir Uhren langsamer

    2024年11月22日, カーボベルデ ⋅ 🌬 27 °C

    Der 19. und 20. November verliefen ruhig. Das Bordleben hat sich eingespielt und so verlebt man den Tag entspannt und gelassen. Verlässlich kommen ein bis zwei Mal am Tag Delphine vorbei, fliegende Fische ziehen ihre Kreise und man führt das eine oder andere Gespräch. Der Plan, von Gran Canaria direkt in die Karibik zu segeln, war in zwischen obsolet. Zum einen, weil auf der geplanten Route, mal wieder, kein Wind wehte und zum anderen, weil wir noch etwas Material benötigten. Somit bot es sich an, die Kapverdischen Inseln anzulaufen. Eine kleine Inselgruppe, welche zu Afrika gehört. Die Ankunft war für den 22. November geplant, was dann auch genau so funktioniert hat.

    Gegen mittag liefen wir in den Hafen der Stadt Mindelo ein, einer der etwas größeren Städte dieses Landes. Als erstes stand das Betanken des Schiffes auf dem Programm, da wir auf der Tour von Gran Canaria bis hier her leider einige Stunden Motorfahrt absolvieren mussten, was viel Diesel gekostet hat. Direkt nach dem Anlegen an der Tankstelle kam dann die Nachricht, dass leider nur noch ein Rest Diesel im Tank sei, aber in circa einer halben Stunde ein Tankwagen neuen Treibstoff bringen würde. Das war gegen 14 Uhr. Wirklich tanken konnten wir dann kurz nach 18 Uhr. Die afrikanischen 30 Minuten entsprechen also nicht ganz den europäischen. Gut zu wissen, denn dann kann man ja damit Arbeiten.

    Kurz vor unserer Ankunft brachen übrigens sehr viele Segler der so genannten ARC+ Regatta Richtung Karibik auf, so dass die Marina recht leer war. Der Hafen von Mindelo wird nämlich gerne von Seglern angelaufen, um dort noch einmal Material und Lebensmittel zu kaufen, oder eben jene Ragatta zu starten.

    Die Stadt selbst hat eine ganz eigene Atmosphäre. Hier mischt sich die afrikanische und die europäische Kultur, wobei die afrikanische vorherrschend ist. Zumindest was das Leben auf den Straßen betrifft. Die Menschen sind sehr freundlich und Hilfsbereit und der Tourismus ist noch im Aufbau begriffen. Für Individualtouristen ist dieses kleine Land definitiv ein kleiner Geheimtip. Ich denke, wir werden noch einmal wieder kommen, denn es lohnt sich.

    Die „30 Minuten“ Wartezeit bis zum tanken nutzten wir für den Einkauf von Lebensmitteln und einer ersten Erkundung der Stadt. Jene setzten wir dann am Folgetag fort. Unsere kleine Exkursion war sehr Interessant und Aufschlussreich. Am Nachmittag wanderten wir dann zu einem Strand, welchen wir bei unserer Ankunft vom Boot bereits gesichtet haben. Belohnt wurden wir mit weißem Sand, türkis blauem Wasser und einer Strandbar, in welche wir einkehrten. Leider hatten wir keine Badesachen dabei. Also verbrachten wir einige Zeit mit Vivi und Luca in der Bar und stärkten uns. Später dann kehrten wir zum Boot zurück, um unsere Badesachen zu holen, denn in dieses tolle Wasser muss man rein. Für einen Norddeutschen ist es schon toll einfach so in das Wasser zu steigen, ohne eine Nahtot-Erfahrung machen zu müssen. Aufstehen und rein in das 25 Grad warme Wasser. So lässt es sich aushalten.

    Für den 24. November war dann der Start für die finale Atlantiküberquerung angesetzt. Knapp 2.000 Seemeilen gilt es zu meistern. Dauer: Unbekannt. Wir hoffen erneut auf den richtigen Wind. Dieser ist vermutlich etwas weiter südlich der Kapverden zu finden. Gegen 13 Uhr war es dann soweit und die Maschinen wurden für das Ablegemanöver gestartet. Eine kleine Schrecksekunde gönnte uns das Schiff dann auch gleich, denn bei der Steuerbordmaschine ließ sich der Rückwärtsgang nicht einkoppeln. Etwas gutes Zureden half dann und das Problem war, zumindest für dieses Manöver, erledigt. Allerdings macht das Getriebe schon etwas andere Geräusche als vorher. Mal sehen, was noch kommt. Für die nächsten zwei Wochen brauchen wir ja eh keinen Rückwärtsgang. Kurz nach dem Ablegen dann der nächste „Schreck“. Die Anzeige der Wassertanks waren innerhalb kürzester Zeit von 100% auf knapp 50% gefallen. So viel Duschen kann in dieser Zeit niemand und die Toiletten werden mit Seewasser gespeist. Also suchten wir eine Undichtigkeit, welche jedoch nicht gefunden wurde. Auch blieb die Anzeige konstant. Für’s erste wurde dieses Phänomen unter Böses und ominöses verbucht. Vielleicht findet sich ja noch ein konkreter Grund dafür. Ich persönlich habe, nur in diesem speziellen Fall, nichts gegen den konkreten Wasserverlust, denn jenes wurde mit Hafenwasser aufbereitet, welches mit Sicherheit schon die eine oder andere Blase, Maschine, oder Toilette gesehen hat. Auch wenn das Gerät dem neuesten Stand der Technik entspricht, macht es das nicht besser. Hafenwasser bleibt Hafenwasser. Zudem weiß man ja, dass die meisten Boote ihre Seeventile im Hafen nicht geschlossen haben. So wird dann aus dem Tee mit dem Aroma „Blume von Hawai“ schnell mal „Grumpel aus der Schlei“.

    Nun befinden wir uns auf der finalen Route Richtung Karibik und hoffen, das uns in den kommenden zwei Wochen nur positive Überraschungen erwarten werden. Wir berichten…
    もっと詳しく

  • Die Flaschenpost und der UFO-Angriff

    2024年12月6日, Nordatlantik ⋅ 🌬 27 °C

    Nun sind wir bereits seit 13 Tagen auf See und haben in dieser Zeit über 2.044 Seemeilen zurück gelegt. Von aufregenden Dingen wurden wir, bis auf drei Ausnahmen, bisher verschont. Das Leben an Bord ist eher von „Ruhe“ geprägt. Wobei dieser Begriff relativ ist, denn wirklich ruhig ist es nirgends.

    Eine Atlantiküberquerung kann ich übrigens niemandem empfehlen der ADHS hat, einen ausgeprägten Bewegungsdrang verspürt oder viel Abwechslung braucht. Ebenso ist er ungeeignet für ungeduldige Personen. Allerdings ist es keines Wegs so, dass es keine Bewegung auf einem schwankenden Schiff gibt.

    Das Training fängt bereits am Morgen an. Oder in der Nacht, wenn man Wache hat. Die erste Übung ist die „Hosenübung“. Hier gilt es, sich, noch halb schlaftrunken, so auszubalancieren, dass es einem gelingt, unter 30 Sekunden in das erste Hosenbein zu kommen, ohne sich lang hinzulegen, was in der Kabine zwar recht schwer, aber nicht unmöglich ist. Danach folgt dann Hosenbein Nummer zwei. Inzwischen ist die Hose zwar kurz, einfacher macht es diese Übung allerdings nicht.

    Übung Nummer zwei, mit der Bezeichnung „Hose hoch“, folgt dann als nächstes. Hier gilt es, erneut die Balance zu finden, in die Knie zu gehen und dann, sehr rasch, jene nach oben zu ziehen. Die Geschwindigkeit ist hier für den Erfolg entscheidend, denn wer zu langsam ist, der stolpert entweder aus einem Hosenbein wieder raus, oder verkeilt sich ungünstig in der Kabine. Übung drei nennt sich „Shirting“. Hier besteht die Aufgabe darin, dass T-Shirt mit einem Schwung über den Kopf zu ziehen, ohne zu wanken oder zu kippen. Dazu steht man vorzugsweise etwas breitbeinig. Die Arme dürfen dabei nicht zu hoch kommen, damit der eigene Schwerpunkt nicht zu weit oben liegt. Wer danach noch nicht erledigt ist, der kann die Übung „Schuhe anziehen ohne hinsetzen“ dazu nehmen.

    Nun geht es in den nächsten Trainings-Raum, dem Bad. Hier steht dann das „Pinkeling“ auf dem Programm. Zu erst gilt es, die Toilettenbrille hochklappen, ohne dabei mit dem Kopf gegen die Wand zu kippen. Danach fällt die Hose, was zu den leichteren Übungen gehört. Was jetzt kommt, ist gerade für untrainierte Männer nicht ganz ungefährlich. Mit einer gezielten Kniebeuge und rückwertigem Kippen gilt es, den Allerwertesten gezielt in die Mitt der Brille zu platzieren. Nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam. Hierbei ist peinlichst genau darauf zu achten, dass NICHTS eingeklemmt wird! Sollte dem so sein, ist das Training und der Tag damit bereits beendet. Erschwerend kommt hinzu, dass Schiffstoiletten erheblich kleiner sind als jene, welche in festen Häusern verbaut sind.

    Je nach belieben und Notdurft ist jetzt eine kleine oder Längere Pause gestattet. Dennoch wird hier, ganz neben bei, die Tiefenmuskulatur trainiert. Die Herausforderung besteht darin, aufrecht sitzend, nicht vom Eimer zu kippen. Anschließend folgt erneut die Übung „Hose hoch“, jedoch in einer geänderten Variante. Die Krux ist, dass man nach dem Aufstehen breitbeinig stehen muss, um nicht umzukippen. Hast du schon mal versucht dir breitbeinig eine Hose hoch zu ziehen? Na dann muss ich diese Übung ja nicht im Detail erklären…

    Was folgt, sind dann die motorischen Übungen. Zahnbürste im ausbalancierten Zustand in den Mund führen und versuchen, in den kommenden drei Minuten nicht mit dem Kopf gegen den Spiegelschrank zu schlagen. Vorsicht, hierbei kann die Zahnbrüste leicht verschluckt werden. Beim anschließenden waschen des Gesichts, gilt es vorher sorgfältig den sicheren Stand zu planen, denn ansonsten besteht die Gefahr, mit dem Gesicht auf dem Wasserhahn aufzuschlagen, was einem ebenfalls den Tag versauen kann.

    Wer bis hier fehlerfrei gekommen ist, der ist schon ein gutes Stückchen in den Tag gestartet. Es geht doch nichts über ein wenig Sport am Morgen.

    Was passiert während des restlichen Tages? Man nimmt etwas zu Essen zu sich und schaut auf’s Meer. Danach trinkt man einen Tee oder Kaffe und schaut auf’s Meer. Darauf folgend sucht man sich einen Platz auf dem Schiff und, ja genau, schaut auf’s Meer. So geht es eigentlich den ganzen Tag weiter. Es sei denn, man ist mit dem Kochen dran. Während dieser Phasen liest man ein Buch, unterhält sich, spielt etwas oder Hört Musik/Hörbücher. Wie man mit einem solchen Ablauf auf über 2.000 Schritte am Tag kommen kann, ist mir ein Rätsel, aber meine Uhr muss es ja wissen. Vielleicht kommt es daher, dass Mann und Frau immer wie ein dreijähriger läuft, welcher die Hosen voll hat. Leicht breitbeinig und mit kleinen Schritten. Sieht komisch aus, ist aber notwendig, denn sonst macht es „Rums“. Das Thema hatten wir ja schon.

    Neben einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken und einem dunkelblauen Ozean mit weißen Schauköpfen, gibt es meistens nicht viel zu sehen. Der Ozean, die unendlichen Weiten…

    Delphine kommen leider keine mehr vorbei. Dafür hin und wieder ein Seevogel, des Öfteren fliegende Fische und ganz selten Pilotwale.

    Am frühen Morgen des 2. Dezember gab es dann leider ein Wetterphänomen, welches sich „Squal“ nennt. Einfach beschrieben, ist es ein großer Schauer mit gleichzeitiger Zunahme des Windes um zwei bis drei Windstärken. Leider erwischte uns ein solcher Squal bei gesetztem Genacker, welches dieses leider nicht überlebt hat. Mit einem lauten Rrrrritsssch riss jenes in zwei Teile und wird somit nicht mehr die karibische Sonne zu Gesicht bekommen. Sehr ärgerlich!

    Eine solche Reise lädt natürlich auch dazu ein, über den Sinn des Lebens nachzudenken, sich zu finden, ausgeglichen zu werden etc. Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Die Antwort auf den Sinn des Lebens lautet wirklich 42*, gefunden habe ich mich schon vor langer Zeit und ausgeglichen bin ich auch 90% der Zeit. Aus diesem Grunde schreibe ich hier jetzt halt lange Texte.

    Der nächste wird dann vermutlich von der Karibik handeln. Aber man weiß ja nie…

    Ein weiteres Ereignis war das „Bergfest“ welches wir am 1. Dezember begingen. Bei Position xxx haben wir die Hälfte der Strecke von den Kapverden in die Karibik zurück gelegt. Eine gute Gelegenheit, die tolle Flaschenpost, welche Angi und Frithjof für uns gebastelt haben, dem Ozean zu übergeben. Gefüllt ist diese mit einem Foto der Crew und einem kleinen Text auf der Rückseite. Vielleicht wird sie ja in ein paar Jahren einmal aufgefischt und wir bekommen dann ein E-Mail des oder der Finder/in.

    Der 5. Dezember bot uns dann gleich zwei Erlebnisse. Als erstes fiel der Generator aus, welcher das Schiff, neben den Solarzellen, mit Strom versorgt, die Akkus lädt und den Meerwasserentsalzer betreibt. So ein Ausfall hat dann zur Folge, dass wir massiv Strom sparen und mit dem Wasser haushalten müssen. Also nicht duschen und keine elektrischen Geräte nutzen. Das schlimmste ist aber, dass wir jetzt von Hand abwaschen müssen. Verdursten oder Stinken, alles halb so wild, aber selbst abwaschen? Geht gar nicht. ;-)

    Gegen 17:30 Uhr kam es dann zu einer Begegnung der besonderen Art. Ein gleißend helles UFO näherte sich von der Backbordseite mit enormer Geschwindigkeit (siehe Video). Dieses unbekannte Flugobjekt war bereits in die Erdatmosphäre eingedrungen und zog einen rauchenden Schweif hinter sich her. Wie hoch es war, lässt sich nicht genau sagen. Es überflog das Boot, beschrieb dann eine abrupte Kurve und stürze dann ab. Dabei verschwand das helle Licht allmählich. Nach einiger Zeit fielen dann Teile des Objektes in Sichtweite ins Meer. Es war nicht direkt in der Nähe des Bootes, aber, gemessen an den uns umgebenden Dimensionen, schon recht nah dran. Da segelst du 4.700 Seemeilen, trotzt allen Gefahren und dann wirst du, fast 300 Seemeilen von deinem Ziel entfernt, beinahe von Teilen eines UFO versenkt. Da denkst du nur „what the Fuck, das gibt es doch gar nicht!

    * Wer damit nichts anfangen kann, der bemüht eine Suchmaschine seines Vertrauens und gibt „Antwort auf das Geheimnis des Universums, des Lebens und des alles“ ein.
    もっと詳しく

  • Geschafft!

    2024年12月8日, マルティニーク ⋅ 🌬 26 °C

    Am 8. Dezember um 6:11 Uhr Ortszeit (11:11 Uhr in Deutschland) fiel nach 14 Tagen der Anker vor Martinique. Der Bericht zur Überfahrt ist der vorherige. Später mehr…

  • Wir lassen es mal ruhig angehen

    2024年12月9日, セントルシア ⋅ ☀️ 28 °C

    Also: An ein nicht schaukelndes Schiff kann man sich erheblich schneller gewöhnen, als an ein schwankendes. So konnten wir es, in jeglicher Hinsicht, nach unserer Überfahrt erst einmal ruhig angehen lassen. Tag eins verbrachten wir zu einem guten Teil an Land. Erste Gehversuche über eine Distanz von über 25 Metern waren recht schnell von Erfolg gekrönt und die Kondition zeigte uns, hier sind bestimmt knapp 500 Meter drin. Bis zur nächsten Strandbar waren es dann aber 700 Meter. Dennoch haben wir es bis dorthin geschafft, um anschließen zügig unseren Flüssigkeitsbedarf wieder zu decken. Das ist auch notwendig, denn es ist schon richtig heiß hier.

    Der Ort selbst hat nicht viel zu bieten. Für Segler ist er aber von Interesse, da man hier einiges an Material bekommt, gut einkaufen kann und es ein großes Ankerfeld gibt. Viel Erlebt haben wir an diesem Tage nicht, aber dass war auch gar nicht so schlimm. Den frühen Abend verbrachten wir dann mit allen zusammen in der Strandbar. Später fuhren wir mit dem Dingi an die Promenade von Saint-Anne, bummelten durch die Straßen und aßen zum Abschluss noch etwas in einem kleinen Restaurant.

    Der zweite Tag war ebenfalls entspannt. Den Vormittag verbrachten wir mit Vivi und Luca, welche das Boot heute verlassen werden. Die beiden haben sich auf Martinique ein Apartment genommen und gehen nun verstärkt auf die Suche nach einem eigenen Boot, denn das war ihr eigentliches Ziel für diese Weltreise. Auf dem europäischen Festland hat es leider nicht geklappt, aber hier, auf Martinique, gibt es eine große Auswahl an gebrauchten booten. Auch für ein knappes Budget. Wir drücken ihnen die Daumen, dass sie schnell fündig werden!

    Nachdem die beiden uns am Nachmittag verlassen haben (schnüff), fuhren wir mit dem Dingi noch einkaufen. Das hier alles auf Segler ausgelegt ist, erkennt man daran, dass der Supermarkt einen eigenen Bootssteg hat. Nach dem anlegen schnappt man sich einen Einkaufswagen, geht in den Supermarkt und verlädt dann später alles schnell und bequem im Schlauchboot. Das ist schon praktisch. In anderen Orten mussten wir entweder mit dem Taxi fahren, schleppen, oder mit den Einkaufswagen vom Supermarkt zum Hafen rumpeln.

    Die Zeit zwischen diesen Aktivitäten verbrachten wir, unter anderem, mit Baden. Im Gegensatz zu den Kapverden, hat das Wasser jetzt 29 statt 25 Grad. Man steigt also nicht raus weil einem kalt ist, sondern weil man irgendwann keine Lust mehr hat zu schwimmen. Das ist schon „hot“ nicht „cool“.

    Am 10. Dezember brechen wir nun auf zu unserer kleinen, karibischen Rundtour. Von Martinique geht es nach St. Luca, von dort an St. Vicent vorbei nach Bequia und Mustique. Die maximale Distanz liegt hier bei 60 Seemeilen pro Tag, so dass wir jeden Abend in einer Bucht ankern werden. Vorbei die Zeit, in der man sich zum Teil nur in der stabilen Seitenlage auf der Matratze halten konnte. Es schläft sich schon schöner, wenn das Boot ruhig im Wasser liegt und nichts schlägt und knirscht. Wir sind nun gespannt auf das, was uns erwartet und werden berichten. Bis dahin…
    もっと詳しく

  • Auf zu den Tobago Cays

    2024年12月10日, セントルシア ⋅ ☀️ 28 °C

    Am 10 Dezember machten wir uns auf den Weg Richtung Tobago Cays, einer kleinen Inselgruppe, welche zu den Grenadinen gehört. Dieses Ziel galt es binnen drei Tagen zu erreichen. Die zu segelnde Distanz war allerdings nur ca. 120 Seemeilen lang, so dass wir es richtig ruhig angehen lassen konnten. Das wollten wir jetzt auch, denn wir haben schließlich Urlaub.

    Unser erstes Zwischenziel war die Marigot Bay, eine kleine Bucht auf der Insel St. Lucia, welche recht bekannt ist und bereits Drehort von Hollywood Produktionen wie z. B. Dr. Doolittle war.

    Die Insel selbst ist dicht bewaldet und, wie nahezu alle Inseln, vulkanischen Ursprungs. Bevor wir unseren anvisierten Liegeplatz anliefen, besuchten wir noch die Rodney Bay und die Bucht sowie den Hafen von Castris. Dazwischen ging es immer dicht an der Küste entlang. Der erste Abschnitt verlief erwartungsgemäß ruhig und so konnten wir uns dem sagenhaften Panorama der Insel gebührend widmen.

    Gegen Nachmittag erreichten wir unseren Liegeplatz in der Marigot Bay und beschäftigten uns dort mit Baden und schnorcheln, was zwar recht schön war, jedoch durch das Wasser etwas getrübt wurde, denn nicht überall in der Karibik ist das Wasser klar. Hier war es eben ein wenig Trüb. Dennoch gab es viel zu sehen. Man musste nur ein wenig genauer hinsehen. Morgen geht es dann weiter zu unserem zweiten Zwischenziel, der Insel Bequia.
    もっと詳しく

  • Bequia und die Motordroschkenfahrt

    2024年12月11日〜12日, セントビンセントおよびグレナディーン諸島 ⋅ ☀️ 28 °C

    Wie geplant, lichteten wir am 11. Dezember den Anker und machten uns auf den Weg nach Bequia, eine der kleineren Karibikinseln mit knapp 5.000 Einwohnern. Jene erreichten wir gegen Abend und gingen dort vor Port Elizabeth vor Anker. Unser Weg führte uns noch eine ganze Zeit lang an St. Lucia vorbei. Dabei passierten wir an der Südwestspitze die berühmten und markanten Vulkankerne, welche Pitons genannt werden. Anschließend Namen wir Kurs auf St. Vincent.

    Wie auch St. Lucia, ist St. Vincent eine dicht bewaldete Insel mit tropischem Wald. Auch gibt es hier noch aktive Vulkane. Der letze Ausbruch eines solchen war im Jahre 2021. Vom Boot aus konnte man den Krater und die Laufbahnen der Lava noch recht gut erkennen, denn dort war der Bewuchs eher spärlich. Die Insel ist auch bekannt für ihre Drehorte der „Fluch der Karibik“ Filme. Eine dieser Buchten passierten wir kurz. Dort steht auch der bekannte Felsen aus diesem Film. Vielleicht erkennt der, die, das jenige die entsprechende Stelle in dem Video.

    Zurück zu unserem Tagesziel Bequia: Nach dem Setzen des Ankers begaben wir uns auf einen ersten, kleinen Landgang und suchten uns ein Restaurant, um unser Abendessen einzunehmen. Vorher galt es noch, die Landeswährung, den East Caribbean Dollar, in ausreichender Anzahl aus dem Bankautomaten zu ziehen.

    Am nächsten Morgen (12.12.2024) stand für Corinna und mich eine Inselrundfahrt auf dem Programm. Da wir keine Ahnung hatten wie, wo, wann, suchten wir eine kleine Hütte auf, an der ein handgemaltes Schild mit der Aufschrift „Tourist Office“ aufgehängt war. Wir erfuhren, dass man für eine solche Rundfahrt ein Taxi nehmen soll, welches eine entsprechende Autorisierung besitzt. Zu erkennen ist jenes an einer Plakette, welche an der Windschutzscheibe angebracht ist. Also ging es ab zum Marktplatz, um ein solches Fahrzeug zu suchen. Dort angekommen hatte uns dann auch gleich ein Fahrer am Wickel, der uns in sein, nicht mehr ganz frisches Taxi, einen Minivan, lotsen wollte. Jeder TÜV- oder DEKRA-Prüfer wäre sofort Tod umgefallen. Wie blieben aber auf den Beinen, sind ja schon einiges gewohnt. Da der Fahrer aber keine entsprechende Autorisierung besaß, entschieden wir uns gegen ihn.

    Kurze zeit Später saßen wir auf der Ladefläche eines zertifizierten Fahrzeuges. Hier gab es entsprechende Bänke zum sitzen. Festhalten musste man sich am Gestänge des Daches. Im Gegensatz zu dem Minivan, hatte dieses Fahrzeug keine Anschnallgurte. Dafür aber das entsprechende Zertifikat… Auch hier wäre ein KFZ-Prüfmitarbeiter wohl niemals eingestiegen, aber was soll’s, no Risk no Fun!

    Auf ging es also in unserer luftigen Droschke, um die Insel zu erkunden. Diese Tour war recht aufschlussreich und kurzweilig. Knapp zwei Stunden wurden wir über die Insel gefahren und haben viele Interessant Punkte gesehen. Es ist schon aufschlussreich einmal zu erfahren, wie und wo die Einheimischen so leben.

    War das ganze denn nun gefährlich? Wie man es nimmt. Da man nicht besonders schnell fährt, man kommt kaum über 50 Km/h, geht es eigentlich. Wenn man sich dann noch mit einem gestreckten Arm am Gitterrahmen festhält, dann schlägt man, bei einer Abrupten Bremsung, nicht gleich mit dem Kopf an den Eisen-Rahmen. Über den Rest denkt man einfach nicht nach und genießt die Landschaft. Genau das haben wir dann auch getan. Da die Inseln zum Commonwealth gehört, herrscht hier übrigens Linksverkehr. Das klappt, zumindest in den Kurven, ganz gut. Ansonsten, so hatten wir das Gefühl, fahren die Menschen hier auch lieber rechts.

    Nach unserer Rundfahrt begaben wir uns dann noch zu Fuß auf einen kurzen Stadtausflug und landeten, letzt endlich, in einer Bar, denn es war einfach zu heiß, um weiter durch die Gegend zu laufen. So ist es eigentlich immer. Mittgas geht nichts mehr. Solch ein Klima ist nix für Norddeutsche. Während wir auf unseren Reisen in Italien, Kroatien oder Griechenland immer Radfahrer getroffen haben, ist uns von dieser Gattung in der Karibik nicht einer untergekommen. Nicht einmal ein Fahrrad haben wir gesehen. Ich kann es verstehen! Den Rest des Tages verbrachten wir dann auf dem Schiff oder im Wasser.

    Ich verzichte hier absichtlich auf eine Detaillierte Beschreibung der Vegetation und der Bebauung dieser Insel. Wer hier genaueres wissen möchte, der schaut einfach mal bei Wikipedia vorbei. Nur so viel: Alle karibischen Inseln sind sehr Bergig und überwiegend bewaldet. Wer sich lange, weiße Sandstrände, gesäumt von Palmen, vorstellt, der liegt völlig falsch. Zwar gibt es diese auch, aber sie stellen eher die Ausnahme dar.

    Morgen geht es dann, wie geplant, zu den Tobago Cays. Diese winzige Inselgruppe ist auch gleichzeitig unser südlichstes Ziel dieser Reise. Am 14.12.2024 sind wir hier mit Romeo verabredet, der uns an einem Strand frische Lobster grillen wird. Dort gibt es dann den weißen Sandstrand, das türkis blaue Wasser und die Palmen. Allerdings nicht mehr so viele, denn der Hurrikan Barrill, welcher hier ende Juni gewütet hat, lies nicht all zu viele davon stehen. Wir sind gespannt auf das, was uns erwartet.
    もっと詳しく

  • Da ist er, der weiße Sand und die Palmen

    2024年12月12日, セントビンセントおよびグレナディーン諸島 ⋅ ☁️ 28 °C

    Am 12. Dezember lichteten wir am Mittag den Anker und nahmen Kurs auf die Tobago Cays. Die zu Segelnde Distanz betrug ca. 25 Seemeilen und war damit überschaubar. Auch die Windverhältnisse waren gut. Beim Auslaufen aus Port Elizabeth fuhren wir an einem Schiff vorbei, welches mir irgendwie bekannt vorkam. Es war die Thor Heyerdahl aus Kiel, die sehr häufig im Eckernförder Hafen liegt. Ein Schiff, welches auch als segelndes Klassenzimmer bekannt ist, denn dort fahren auf Schüler mit, welche ungefähr den gleichen Törn zurücklegen wie wir und dabei unterrichtet werden. So macht Schule vermutlich Spaß.

    Gegen späten Nachmittag erreichten wir dann unser finales, südlichstes Ziel, die Tobago Cays. Bestehend aus vielen kleinen Inseln, welche überwiegend unbewohnt sind. Hier wird dann auch das Bild bedient, welches man von der Karibik im Kopf hat. Kristallklares Wasser, weiße Strände und Palmen. Da es gegen 17:30 Uhr schon dunkel wird, nahmen wir unser Begrüßungsbad dann mit Unterwasserbeleuchtung ein. Man weiß ja nie, was da so im Dunkeln alles an einem rumknabbern will.

    Am nächsten morgen ging es dann nach dem Frühstück mit dem Dingi an das Riff, um zu schnorcheln. Gesehen haben wir viele bunte Fische und ein totes Riff. Jenes war vermutlich schon vor dem Hurricane nicht mehr intakt, aber der Sturm wird ihm den Rest gegeben haben. Später dann schnorchelten wir in der nähe des Bootes an einem kleinen Strand. Hier haben wir dann Rochen und die ersehnten Wasserschildkröten gesehen, auf welche wir uns gefreut haben.

    Wie erwähnt, waren wir dann gegen 17 Uhr mit Romeo zum Dinner verabredet. Wir setzten mit dem Schlauchboot auf die kleine Insel über, welche direkt gegenüber unseres Bootes lag. Dieses Eiland beherbergt unter anderem auch Leguane, welche wir zwar versucht haben zu finden, was uns aber nicht gelungen ist. Dafür haben uns dann auf dieser Suche die Moskitos gefunden. Jene haben wir aber erfolgreich vertrieben, indem wir uns mit einem Chemiefilm überzogen haben. Wirkt, aber riecht und fühlt sich nicht gut an.

    Wenn man frischen Lobster essen möchte, dann ist dieser Strand eine gute Gelegenheit. Die Tiere werden, frisch gefangen, angelandet und dann, unmittelbar vor der Zubereitung zerlegt. Das ist schon recht brutal, aber leiden müssen die Tierchen nicht so sehr. Ein Stich, ein paar Schnitte und Schläge mit dem großen Messer und der Kollege ist in zwei Hälfen geteilt und landet, wenig später, auf dem goßen Grill, welcher bestimmt 10 Meter lang ist. Hier werden unter anderem auch noch die Beilagen und weitere Gerichte zubereitet. Den Grill kann man auch als karibischen Co-Working-Space bezeichnen, denn hier bereitet nicht nur Romeo seine Lobster zu, sondern auch noch weitere Köche. Diese Akquirieren Ihre Kunden den Tag über, in dem sie mit kleinen Booten zu den Touristen fahren und sie versuchen zu überzeugen, dass ein Lobster-Dinner am Strand jetzt mal genau das richtige für sie ist. Romeo brauchte uns dagegen nicht zu Akquirieren, denn Frank kenn ihn schon von früheren Reisen. So landete dann eine riesen Schale Lobster auf unserem Tisch, welche wir genossen. Leider zog gegen Ende ein Schauer auf, so das unsere Tischgesellschaft begann sich einen Unterschlupf bei dem überdachten Grill zu suchen. Corinna und ich dachen uns: Pfff, hier ist alles 28. Die Luft, das Wasser, der Sand, da wird der Regen dann wohl auch 28 Grad haben. Da machen wir also erst mal garnichts, denn wir haben ja Urlaub. Freundlicher Weise kam dann die Frau von Romeo an den Tisch und gab uns einen Regenschirm. Dieser Umstand führte dann dazu, dass wir uns richtig Zeit lassen konnten, den restlichen Lobster zu vertilgen.

    Etwas später gesellte sich eine große Gruppe französischer Segler mit an den Strand und begann, nach dem Genuss des Essens und einer nicht unerheblichen Flüssigkeitszufuhr berauschender Destillate, Party zu machen. Das war für uns amüsant mit anzusehen. Ein Teil der Crew fühlte sich zur Völkerverständigung motiviert und mischte sich unter das tanzende Volk. Jedoch nicht lange, denn die Musikauswahl war, ohne berauschendes jetzt nicht so berauschend.

    Später am Abend ging es dann zurück auf das Boot. Hier erfolgte noch die Übergabe einer Spendenaktion, denn Michelle und Frank hatten auf Föhr Werkzeugspenden eingesammelt, damit jenes für die Reparatur der durch Berrill zerstörten Häuser eingesetzt werden kann. Im Zuge dessen haben wir uns eine ganze Zeit lang mit einem Mitarbeiter von Romeo unterhalten, der uns seine Eindrücke von dem Hurrikane schilderte. Fazit: Wir können froh sein, dass wir bei uns nur zu viel Schmuddelwetter haben. Allein die Erzählungen reichen um zu wissen, dass man so ein Ergebnis niemals erleben möchte!

    Am 14. Dezember verlassen wir dann schon die Cays Richtung Mustique, einer sehr besonderen Insel. Aber vorher galt es erst einmal auszuschlafen.
    もっと詳しく

  • Mustique, denn Sylt ist für arme Leute

    2024年12月14日〜16日, セントビンセントおよびグレナディーン諸島 ⋅ ☀️ 26 °C

    Mustique, denn Sylt ist was für arme Leute

    Nach einem letzen Bad ging es am 14. Dezember Richtung Mustique, einer sehr besonderen Insel, wie wir erfahren sollten. Die Fahrt begann entspannt, was sich dann jedoch schnell änderte. Wir gerieten in ein Regenfeld, welches aus unserem Segelbott ein U-Boot machte. Es regnete so stark, dass es eigentlich keinen Unterschied mehr machte, ob man auf oder unter dem Wasser fährt. Leider hielt dieser Regen, verbunden mit üppigem Seegang, bis zu unserer Ankunft auf Mustique an. Hier fühlte man sich an alte Zeiten erinnert. Nur warm blieb es natürlich.

    Vor Mustique angekommen, wurden wir vom dortigen Hafenmeister begrüßt. Er nannte uns den Preis, welchen wir für die „Ankerboje“ bezahlen sollten. Verdutzte Gesichter machten sich breit. Nein, wir wollen hier nicht länger bleiben, eigentlich nur eine Nacht. Darauf erwiderte der Hafenmeister, dass der Preis für eine Nacht sei, oder für drei. Günstiger würde es nicht werden. So, so…

    Dort, wo man in der Karibik nicht ankern darf, gibt es die sogenannten Mooring-Bojen, an denen das Boot festgemacht werden muss. Diese kosten dann Geld. An einigen Orten kostet allerdings auch das ankern welches. Günstig ist übrigens nichts in der Karibik. Erst recht nicht auf Mustique.

    Mann muss wissen, dass sich Mustique im Privatbesitz befindet. Die Insel wurde 1958 von einem Mitglied der britischen Königsfamilie gekauft. Zu dieser Zeit gab es dort nichts außer Bäume und Strand. Heute gehört die Insel der „Company“ einer GmbH in der jeder Hausbesitzer Gesellschafter ist. Wobei „jeder“ hier nicht wörtlich zu nehmen ist. Ich würde mal behaupten, dass jede/er Eigentümer/in eines Anwesens auf dieser Insel ein Vermögen nicht unter 500 Millionen Euro besitzen dürfte. Das ist allerdings nur eine grobe Schätzung von mir, ohne jegliche Substanz. Auf dieser Insel wird die Privatsphäre, im Gegensatz zu Sylt, sehr groß geschrieben. Hier will man seine Ruhe haben und unter sich bleiben. Es gibt zwar auch ein Hotel, doch hier beginnen die Zimmerpreise bei 700,- US$ pro Nacht. Wer es etwas exklusiver haben möchte, sich jedoch kein Anwesen leisten kann, der mietet eben eines. Für den kleinen Geldbeutel liegt der Preis bei ca. 22.000,- US$ pro Woche, wer ein wenig auf sich hält gibt dann eher 71.000,- US$ pro Woche aus. Alle anderen, welche sich das nicht leisten können,, sind halt arm und haben hier nicht wirklich etwas zu suchen. Es gibt allerdings auch 250 Einheimische, welche hier in kleinen Häusern wohnen dürfen. Vermutlich sind fast alle bei der „Company“ angestellt, um in irgendeiner Weise für die Gesellschafter zu arbeiten. Was natürlich nichts schlechtes ist.

    Auf Mustique gibt es übrigens genau eine Bar. Baisil’s Bar. Hier ist Fotografieren streng verboten, denn dort möchte keiner auf einem Urlaubsschnappschuss landen. Wie übrigens auf der ganzen Insel. Daneben sind noch einige Kaufläden zu finden. Allerdings keine Luxusläden etc. Jene scheint man hier nicht zu brauchen. Baisil hat auch noch einen Weinladen. Wir statteten ihm einen kurzen Besuch ab. Unser Eindruck: Die Menge an Moet und anderen Champagner und exklusiven Weinen lässt vermuten, dass hier ein klassischer Wassermangel herrscht.

    Am 15. Dezember starteten wir dann unseren ersten Landgang. Wobei das Wort „Gang“ nicht zur wörtlich genommen werden darf, denn auf Mustique geht man nicht, man fährt. Überwiegend in Wägelchen, die ähnlich wie Golfkarts aussehen. Da Frank und Michelle zum „Einklarieren“ (Einreiseanmeldung) Richtung Flugplatz mussten, stiegen wir mit in das Taxi. Die Distanz zum Flugplatz betrug nur ca. 1,5 Kilometer. Dort angekommen, bat der Fahrer um einen ersten Abschlag in Höhe von 25 US$! Corinna und ich blieben im Wagen, um zu einem der schönsten Strände der Welt zu fahren, wie es in der Literatur geschrieben steht. Auch wenn die Insel klein ist, ahnten wir, dass wir nach unserer Ankunft vermutlich Insolvenz anmelden müssen.

    Unser Plan war es, dass wir nach unserer Ankunft am besagten Strand, zu Fuß wieder an den Hafen gehen. Die Distanz betrug ja schließlich nur 2,2 Km. Genau das teilten wir dem Fahrer dann auch mit. Seine Augen weiteten sich und er machte uns klar, dass er, wenn er dass tuen würde, seinen Job verlieren könnte. Denn wenn uns die Security aufgreift, während wir auf den Wegen zwischen den Anwesen entlang laufen, oder ein Mitglied der „Company“ fragt, wer uns denn hier wohl zu Fuß laufen läßt, könnte es eng für ihn werden. Damit lies er uns etwas ratlos zurück. Okay, dann steigen wir halt kurz aus, um diesen sagenhaften Strand zu besichtigen. Gesagt getan. Fazit: Wenn das einer der schönsten Strände der Welt sein soll, dann müssen die unbedingt mal mit uns los. Wie kennen viele bessere. Vielleicht lag es auch daran, das der Hurrikane auch hier sein Unwesen getrieben hat. Aber auch vorher war es halt nur ein überbewerteter Strand.

    Zurück im Taxi bestand der Fahrer dann darauf uns den Rest der Insel auch noch zu zeigen. Egal dachten wir, pleite ist pleite. Nun wissen wir jedenfalls, wo Mick Jagger, Bill Gates, Brian Adams, Oprah Winfrey, Justin Bieber, Tommy Hilfiger, Jonny Deppe und all die ganzen anderen so ihr Ferienhaus haben. Wobei die Beschreibung „Ferienhaus“ es nicht so richtig trifft…

    Die Bewohner aller Häuser durfte er uns natürlich nicht nennen, denn das hat die Company verboten. War uns aber irgendwie auch egal.

    Nach dem Ende der Rundtour ging es dann an’s bezahlen und - oh Wunder - es waren nur 65 US$! Unsere abgewendete Insolvenz feierten wir dann in Baisil’s bar. Da waren wir, ganz nach dem Motto der Insel, unter uns, den so viele Menschen sind dort gegen Mittag nicht. Das 0,2 Bierchen und die Cola gab es dort für läppische 16 US$. Aber was soll der Geiz.

    Am Nachmittag ging es dann noch auf Schnorcheltour, was sehr schön war, denn auch hier gab es eine reichhaltige Unterwasserwelt zu bestaunen.

    Morgen, am 16. Dezember, geht es dann zu den Pitons, jenen berühmten Vulkankernen auf St. Lucia, welche wir schon auf der Hinfahrt gesehen haben. Hier werden wir dann übernachten, denn, so heißt es, jeder Segler soll einmal am Fuße der Pitons geschlafen haben. Na dann…
    もっと詳しく

  • St. Lucia - Blumen, Vulkane, Morde

    2024年12月17日〜19日, セントルシア ⋅ ⛅ 29 °C

    Wie angedacht, verbrachten wir die Nacht des 16. und 17. Dezembers am Fuße der Pitons, welche ein beeindruckendes Panorama bieten. Am 17. Dezember fuhren wir dann mit dem Dingi Richtung Insel und machten am Bootssteg des kleinen Städtchens Soufriere fest, nachdem wir uns vorher versichert hatten, dass das auch sicher ist. Denn, obwohl die Menschen, wie sie selbst oft sagen, im Paradies leben, ist die die Kriminalitätsrate nicht so paradiesisch. St. Lucia hat die sechst höchste Mordrate der Welt und Touristen wird empfohlen, auch die kleinsten Distanzen lieber mit dem Taxi zu fahren, so es denn beliebte Tourismusrouten sind. Ermordet wird man zwar nicht gleich, aber gerne mal ausgeraubt. Dingis werden dort eben auch gerne geklaut, aus welchem Grunde wir uns erst informiert haben, ob es es dort einen bewachten Anlegeplatz gibt.

    Diesen Rat haben wir befolgt und uns am Vortag einen Fahrer gebucht, welcher uns dann zu dem botanischen Garten und einem aktiven Vulkan gefahren hat, welchen wir besichtigten. Das hat sehr gut und zuverlässig geklappt. Wer auf St- Lucia mal Taxi fahren muss, einen zuverlässigen und seriösen Fahrer sucht, der augenscheinlich seine Finger in noch so einigen anderen Unternehmungen hat, zumindest kannte er auffällig viele Menschen, der Fragt nach Junior.

    Der Botanische garten war wirklich sehr schön. Wir wurden sogar mit einem ausgiebigen, tropischem Regen empfangen, der die Blätter und Blüten mit einem glänzenden Wasserfilm überzog, so dass die Farben noch intensiver erschienen, sobald die Sonne dann wieder hervorkam. Anschließend fuhren wir dann Richtung Vulkan.

    Okay, es war ein vulkanisch aktiver Ort, welchen wir besuchten. Allerdings stellt man sich landläufig unter einem Vulkan etwas anderes vor. Es rauchte ein wenig aus der Erde und es gab mehrere Löcher, in denen graues Schlammwasser kochte. Dazu roch es nach Schwefeldämpfen, welche bekanntlich sehr viel Ähnlichkeit mit dem Geruch von faulen Eiern haben. Das war es dann aber auch schon. Für die Exkursion wurde uns ein(e) Guide(din) oder Guidine? zugewiesen, welche uns viel wissenswertes über das Vulkangebiet erzählt hat. Unter anderem auch, dass jener alle 250 Jahre ausbrechen würde und er jetzt bereits seit einigen Jahren „überfällig wäre“. Wir sollten uns aber keine Sorgen machen, solange sie da sei, ist alles sicher. Wenn sie jedoch anfangen sollte wegzulaufen, dann mögen wir ihr bitte einfach folgen…

    Auf ein Bad in dem vor Ort befindlichen Schlammbecken haben wir übrigens verzichtet, auch wenn es fast Wunder vollbringen kann/soll. Es macht jünger, man verlängert das Leben, lindert Moskitostiche und vieles mehr. Vor allem sieht man hinterher aber aus wie Sau, da man voller Schlamm ist, welcher sich getrocknet als grauer Film über den Körper legt. Obendrein riecht er, sie, es dann auch noch nach faulen Eiern. Wir packen uns dann lieber im heimischen Wattenmeer in den Schlick. Der macht auch jünger, heilt viele Krankheiten und man riecht anschließend statt nach faulen Eiern nach Wattfurz.

    Nach so viel kulturellem Programm ging es dann anschließend in eine kleine Baar, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken und um etwas Nahrung zu uns zu nehmen. Anschließend folgte ein kleiner Stadtrundgang. Klein ist hier wörtlich zu nehmen, denn das Städtchen war erstens recht klein, zweitens nicht sehr attraktiv und drittens sehr heiß. Letzteres zeichnet natürlich nicht diese Stadt aus, denn schließlich ist es überall heiß. Vor allem zwischen 11 und 15 Uhr.

    Zurück auf dem Boot folgte das obligatorische Bad und anschließend die notwendige Ruhephase. Den Abend verbrachten wir entspannt und ebenfalls an Bord. Am 18. Dezember nehmen wir dann erneut Kurs auf Martinique. An und auf dieser Insel endet dann unsere dreimonatige Reise, denn am 20. Dezember steht unser Rückflug Richtung Heimat an.
    もっと詳しく

    旅行の終了
    2024年12月22日