24.11. Inselhopping per Fahrrad
24. november 2025, Japan ⋅ ☁️ 11 °C
Nach 2,5 Std Zeitaufwand für den langen Nachtrag für gestern, gebe ich mir jetzt 25 min. für heute. Und mit links. Rechts droht eine Sehnenscheidenentzündung vom Tippen. Tut schon jetzt weh. Morgens nach dem ins Zimmer gebrachten Frühstück (Hilfe, mit Würstchen!!!) hab ich den Trolley aufs normale Rad geschnallt. Ging prima, weil ja meine Lebensmittel und Übernachtungssachen noch NICHT drin waren. Schon vor 9.30 Uhr war ich wieder bei KINSO CYCLE und hab das Biobyce gegen ein Ebike getauscht. Das laut ist und schwer und dessen Akku sich besorgniserregend rasch leert. Deshalb bin ich heute oft ganz ohne Unterstützung oder nur unterste Stufe gefahren - auch anstrengend! Mit einem leichteren normalen Fahrrad oder gar einem Crossbyke wäre ich vielleicht besser und vor allem "zünftiger" unterwegs gewesen. EIGENTLICH muss man ja nur dem blauen Strich auf der Straße folgen. Der wurde speziell für diesen Shimamano- Kaido über 70 km hin als Markierung für Dumme angebracht. Aber was soll ich sagen: Wenn eine das Kunststück hinkriegt, sich TROTZDEM zu verfahren, bin ich das... ;-)) Schon kurz nach der ersten Brücke hab ich den blauen Faden verloren. Und war plötzlich ganz allein auf der linken Inselseite mit viel bergauf und bergab die Steilküste entlang unterwegs. Und somit 22 km statt 13 km fast ebene Straße rechts herum um Insel Nummer 2 bis zur nächsten Brücke - schön doof! :-(( ABER: ein kleines Erlebnis für die ewige Erinnerung hatte ich auf DIESEM Abschnitt: Ich bücke mich nach einer halbgrünen Mandarine im Straßengraben und hole sie raus. Taste gerade mit der freien Hand, ob die am vollen Baum am Straßenrand sich reifer anfühlen. Hält ein Polizeiauto neben mir und eine Polizistin steigt aus. Sie guckt empört und sagt was Japanisches. Ich erkläre auf englisch und pantomimisch, dass ich diese Mandarine in meiner Hand aus dem Graben habe. Sie wirkt etwas besänftigt, Ab er nun kommt ihr Kollege dazu mit gezücktem Stift und Schreibblock und baut sich vor mir auf. Er besteht darauf dass ich die Straßengrabenmandarine wieder dorthin zurücklege. Das tu ich demonstrativ, bin aber so sauer, dass ich auf eine komplett verfaulte Frucht am Boden deute und auf englisch frage: "Die ist aber erlaubt, oder?" Ich packe sie in meinen Fahrradkorb und beachte ihn nicht mehr. Nach 3 Metern Fahrt hole ich das verfaulte Ding raus und werfe es mit voller Kraft zwischen die Mandarinenbäume. Am liebsten hätte ich zu ihm gesagt: "Welcome to Japan!" Aber dann hätte er mich vermutlich mitgenommen... Ähnliche stiere Ordnungshüter hab ich bisher nur in der ehemaligen DDR erlebt. Aber dass Japaner bei der minimalsten, auch nur vermuteten eventuellen Regelübertretung jeglicher Art humorbefreit reagieren - das habe ich hier schon öfters feststellen können. Schade eigentlich. Die meisten sind echt super fürsorglich und hilfsbereit. Aber andererseits jederzeit willens und bereit, jemanden zurecht zu weisen, der sich nicht 100prozentig korrekt verhält. Selbst wenn das "ungehörige betragen" gar keinem schadet. Zum Beispiel bei ROT über eine komplett leere Kreuzung zu gehen oder gar RENNEN.: Undenkbar! ALLE stehen wie festgenagelt und warten oft MINUTENLANG vor LEEREN Straßen auf grün. Beim Signalwechsel guckt aber keiner mehr nach Autos. Alle bewegen sich wie aufgezogen nach vorne. (Hier endete mein 25min-Footprint) Deshalb nur noch cursorisch der Nachmittag: nach der zweiten großen Brücke kam ich endlich auf die Insel mit der Stadt SETODA - meinem Tagesziel. Dort besuchte ich das schöne Hirayama Ikuo Museum (Nachname, Vorname) des dort geborenen Künstlers, der als Teenager beim Atombombenabwurf in Hiroshima arbeitete und Strahlenschäden davontrug. Seine Malerei (viele buddhistische Themen, Landschaftsbilder) half ihm, dieses Trauma zu bewältigen. Im Museum konnte ich auch den Ebike-Akku laden und mir im Museumsshop kleine Holzstaffeleien u.a. für meinen Wochenkalender aus dem Miho-Museum daheim kaufen. Bei einer kurzen Fahrt durch die berühnmte Shiomachi-Einkaufsstraße kaufte ich mir auch mein Abendessen eingekauft. Dann eine über 30 km lange Rückfahrt bis zum Lighthouse-Hostel- am Ende wieder fast im Dunkeln. Aber heute erschreckte mich das schon viel weniger.Les mer
25.11. FOUND in Transportation
25. november 2025, Japan ⋅ ☁️ 14 °C
Bin zwar vor Sonnenaufgang - gegen 6.30 Uhr - aufgewacht, sah aber strömenden Regen am Fenster. Laut Vorhersage bis 10 Uhr. Nochmal hingelegt bis 8 Uhr. Dann gaaanz langsam gestartet mit Checken von Handynachrichten (u.a. Bilder und Videos von meiner Enkelin im rosa Tüll-Outfit, einem Geschenk ihrer polnischen Großmutter!) mich mehrmals umgezogen (Regen? Wie kalt? Welche Hose passt besser zur Bluse? denn: die Bluse einmal eingepackt ist dann unbenützbar verkrumpelt), so dass ich erst kurz nach 10 vom Lighthouse-Hostel aufbrach zu meiner Umsteige- Odysee. Denn die heutigen Fahrten toppen alles bisher Dagewesene an Verkehrsmittel- Kombinationen und auch meiner persönlichen Reisezeit INNERHALB Japans. Bei Wartezeiten von jeweils nicht über 10 Minuten bin / war ich heute 6 Stunden lang SO unterwegs:
1. FAHRRADFAHRT zum Fähranleger "meiner" Insel Mukaishima
2. FÄHR- ÜBERFAHRT nach Onomichi- Station.
3. LOKALZUG bis Fukuyama
4. NOZOMI- SHINKANSEN (schnell, sehr voll, offiziell verboten für JR- Pass) bis Shin- Osaka
5. METRO bis Namba (einer der 3 Bahnhöfe Osakas- ein riesiger, SEHR schicker mehrstöckiger Bahnhof)
6. BUMMELZUG A bis Rinkanden-Enkoshi
7. BUMMELZUG B ( nur 2 Stationen) bis Hashimoto
8. BERG- BUMMELZUG ( nochmal 40 min für 11 Stationen) bis Gokurakubashi
9. ZAHNRADBAHN (extrem steil) bis Koyasan Station
10. BUSFAHRT bis zum zentralen Tempelgelände
11. ZU FUSS zum Daien-in Tempel
Noch sitze ich in der Bahn Nr. 8. Ich ging davon aus (laut googlemaps- Auskunft!), dass Nr 6 bis zur Cable- Car- Basisstation Gukurabashi durchfährt. So wars geplant. Aber vermutlich hab ich es mir selbst zuzuschreiben. Ich war immer einfach in den nächsten Zug gestiegen, der auf dem richtigen Gleis abfahrbereit stand. So wie ich es mir hier in Japan angewöhnt hatte. Na: irgendwann vor Sonnenuntergang bin ich dort! Aber es ist gut, dass ich dieses Mammut- Umsteige- Programm noch nicht in meiner ersten Woche hier bewältigen musste... Nun regte ich mich gar nicht mehr auf. Dabei waren heute nur 2 Züge mit JR- Pass "benutzbar " - inklusive des von mir "illegal" gefahrenen Nozomi-Schnellzuges. ALLES andere musste ich bar extra bezahlen oder mit der blauen ICOCA-Karte, die ich erst vorhin in Shin Osaka im 7eleven- Store wieder mit Bargeld aufgeladen hatte. So langsam werde ich hungrig. Wehe, ich komme zu spät zum angeblich sehr früh gereichten vegetarischen Tempelabendessen. Das schließlich zum Halbpensionspaket gehört ;-) Und nirgendwo anders kann man - laut Reiseführer - abends nach 17 Uhr noch irgend etwas Essbares in diesem Ort bekommen. Um 17 Uhr schließt ALLES, weil die Tagesgäste dann weg fahren. Also- um auf Christianes topaktuellen Kommentar von gerade eben einzugehen: HEUTE gucke ich hoffentlich nur noch mein eigenes Zimmer IM Tempel an! ;-) Nix weiteres. /// Genauso kam es: Ankunft erst kurz vor 17 Uhr, dann Einchecken im Daien- Inn-Tempel. Wird von männlichen Mönchen geführt. Ein wunderbares japanisches Zimmer, wo ich erst nach 15 Minuten die erkerartige Fortsetzung mit riesigem Fenster entdeckte. Zuerst waren die Schiebetüren nämlich noch geschlossen. Auch die zusammengefaltete YAKUTA- Robe - samt dickem blauem Mantel dazu- sah ich nicht gleich. Die Zeit von 17 - 21 Uhr verging wie im Flug und auch sehr angenehm: In der ersten halben Stunde richtete ich mich häuslich- siehe Fotos- in meinem Zimmer namens "MOKUREN" ein. Der Name bedeutet wunderbarerweise "zwischen Magnolien" - meinen Lieblingsblüten! Um 17.30 h gab es Abendessen. In einem Extra-Raum (Schiebewände aus Papier!) war nur für mich und zwei weitere allein reisende Frauen aufgetischt. Der Empfangsmönch erklärte jeder von uns extra, in welchen Gefäßen sich Reis, Tee und Sojasauce befinden - der viel kryptischere Rest in all den kleinen Näpfchen musste selbst identifiziert werden. Wir drei - eine Amerikanerin und eine Südinderin aus Chennai (29 Jahre jung), meine Zimmer.Nachbarinnen, unterhielten uns prima. GANZ SICHER zu laut und viel zu lange für japanische und erst recht für mönchische Begriffe. Als immer häufiger ein Mönchs-Kopf in der Schiebetür auftauchte, erhoben wir uns schließlich - so gegen 18.45 Uhr. Es regnete inzwischen wieder . Wobei es auf MEINER Strecke nach dem Morgenregen den ganzen Tag über trocken und oft sogar sonnig gewesen war. Laut Wetterapp 3 Grad draußen. Die Amerikanerin war schon früher zu ihrer über 40 Dollar teuren, abendlichen Friedhofs- Führung aufgebrochen: nass, kalt, finster- ich beneidete sie keine Sekunde, sSondern verbrachte die nächste Stunde im Onsen im Erdgeschoss, den die Amerikanerin empfohlen hatte: ganz herrlich! Zwischen 8 und 9 p.m. versuchte ich alle japanischen Texte hier im Raum mit Google translator zu übersetzen - mehr oder weniger erfolgreich. Wir hatten beim Essen als Willkommensgeschenk alle drei einen ganz platten Holzlöffel bekommen. Darauf der Name des Tempels. Außerdem gibt es hier diverse Flyer und Infoblätter. Abschließend ein Beispiel der etwas kryptischen Übersetzung des Zen(?)- Gedichts in meiner Zimmernische. Lyrik kann der Translator ganz schlecht. Sachtexte gehen oft besser.
Leben in den Stromschnellen
Vögel sitzen auf Bäumen
Es gibt keine Leute
Wohne unten
(Zenzai Doji)Les mer

ReisendeIch glaube nach Punkt 9 hätte ich keine Lust mehr gehabt irgendeinen weiteren Tempel anzusehen! :-)))))

ReisendeJa,Christa, das dachte ich im 1. Moment auch. Aber das hier ist eine andere Kategorie: Schweizer Standseilbahn, restauriert 2019. Sie legt in nur 5 Minuten einen Höhenunterschied von 340m zurück.
27.11. Zum "Kapselhotel" in Osaka
27. november 2025, Japan ⋅ ☀️ 16 °C
Der Vormittag verging mit Frühstücken und Packen bis halb 10, Rückgabe des Audioguides in der Touristeninformation und der Rückfahrt - diesmal ja nur noch bis Osaka. Im Bus zur Zahnradbahn- Station musste ich leider feststellen, dass ich die besagte, vorgestern erst frisch aufgeladene IOCU- Bezahlkarte nicht mehr hatte. Auch das komplette Durchsuchen meines Gepäcks an der Cablecar- Station blieb erfolglos: Mist! Also neue Tickets gekauft und versucht, den Ärger runterzuschlucken. Es geht gar nicht mal um die etwa 20 verlorenen Euro- ich rege mich dabei vor allem über meine mangelnde Achtsamkeit auf. Obwohl ich alles in kleinen Beutelchen an mir festgebunden habe, muss ich eben NACH Gebrauch sämtliche Karten, Geldscheine und Tickets wieder langsam und sorgsam!!! genau DORT wieder verstauen. Was nach raschen Umsteige- und Bezahlaktionen wie dem vorgestrigen Umsteigemarathon leider nicht immer geschieht... Das Fehlen von -egal welchen - "personal belongings" treibt meinen Blutdruck jeweils voll nach oben und meine Laune nach unten. Okay, es sind jetzt nur noch knapp 3 Tage- das sollte ich schaffen!///CUT: Gerade eben habe ich den Vorhang von meiner Kapselkoje zugezogen. Eigentlich recht gemütlich - mit gutem Licht und WLAN, Strom etc.Ich bin halt oben, d.h. muss immer das Leiterle am Bett hochklettern. (Gut, dass ich Yoga- beweglich bin!) Die Maße sind etwa 1,40 m Breite und 2,10 m Länge. Höhe so, dass man gerade aufrecht drin sitzen kann. Der Vorhang ist lichtdicht, rattert aber etwas beim Auf- und Zuziehen. Hoffe, dass ich damit die bis zu 19 anderen Damen hier im Frauenzimmer nachts nicht aufwecke. Sonst kriech ich halt drunter durch... Laut ist nur die eigene Lüftung IN der Kabine. Die kann ich aber selber an- und ausschalten. Bisher höre ich andere noch öfters husten und rumlaufen. Aber es ist ja auch erst 22.40 h. Sonst ist das Kapselprinzip super organisiert. Meinen Trolley hab ich schon heute Mittag vor zwei hier untergestellt.Abends beim Einchecken (geht bis 0 Uhr) bekam ich 2 Schlüssel - einen für die Schuh-Locker am Haupteingang. (Genau wie in anderen Hostels oder im Tempel müssen Outdoor- Schuhe komplett draußen bleiben.) Den 2. Schlüssel für meinen Safe. Für die 25 € bekomme ich außerdem 1 großes und 1 kleines Handtuch, Badematte, Schlappen, 2 Chipkarten fürs 4. Stockwerk (AUFZUG) mit Duschen und Klos. Und für einen Makeup- Raum im 2. Stock. Schlüssel und Chipkarten sind fest miteinander verbunden - für mich ein Segen! Ja, und Frühstück gibt's morgen früh auch im schmalen Eingangsflurflur im EG- das ist inbegriffen. Alles ist picobello sauber und warm. Jetzt bin ich bloß gespannt, wie ich hier drin schlafe... Hab eigentlich noch etwas Hunger, aber da muss ich jetzt durch. Gestern gab's ja mehr als genug.
Kurz noch, was heute Nachmittag geschah: Zuerst war ich komplett überfordert von den vollen Bahnhöfen mit mehreren Levels. Ich hab irgendwann einfach in einem unterirdischen Shop (das ist wie in einer riesigen Mall hier) gefragt, WIE ich aus der Station RAUS komme- also an die Luft und hoch zur Straße. Ohne mich in den labyrinthartigen unterirdischen Stockwerken zu verfransen! Ein netter Herr hat mich via Aufzug raus begleitet, d.h. ans Tageslicht geführt! Bei der Gepäckabgabe mittags hier im Hostel hab ich den Angestellten direkt nach einem netten Café hier in der Nähe gefragt und bin so im Cafè "Flore Danice" gelandet, das von zwei Damen geführt wird. Die haben mir frische Spaghetti vongole und einen gemixten Fruchtsaft zubereitet. War sehr nett mit langem thekenartigen Tisch und alter Jazzmusik. Bissle wie in Wim Wenders " PERFECT DAYS" in seiner "Sonntagskneipe". Später kam ein älterer, distinguierter Herr im Anzug an einen Tisch. Der hat sich zu seinem Kaffee direkt IM Cafè eine Zigarette angezündet. DAS hab ich ja in Japan bisher noch nirgends erlebt! Jedenfalls fühlte ich mich danach für die nächste Metrofahrt zum UMEDA Sky Building gerüstet. Wo ich vier schöne Programmpunkte innerhalb von 5 vollen Stunden dort hatte:
1.) KUNSTMUSEUM im 27. Stockwerk des Westturmes. Nur über das Werk von Koji Kinutani, eines sehr bekannten zeitgenössischen japanischen Künstlers. KinutanisSeine Werke waren mir meistens etwas zu bunt und sein Stil etwas zu fantasy - comichaft. Das über booking.com zuhause vorgebuchte Ticket fürs Observationsdeck im 40sten und 41.sten Stockwerk des Ostturms schloss auch den Eintritt in dieses Museum ein: MIT 3 D-Filmen und VR- Präsentation des Künstlers selbst. VR-Brillen mag ich ja ganz besonders! Hat aber außer mir keiner genützt, weil man das beim "staff" extra anfordern musste.
2.) Angrenzendes MUSEUMSCAFÉ - mit großartigem Ausblick aus riesigen Fensterfronten über die Stadt bei Sonnenuntergang: Ganz herrlich!
Dort einen kleinen Becher Kürbissuppe und ein kipferlgroßes "Calzone- Hörnchen" bestellt. Beides sehr günstig und lecker, aber halt eher ein Mini- Snack, d.h. nicht wirklich ein Abendessen.
3.) Offizielle AUSSICHTSPLATTFORM oben auf dem Dach des Ostturmes:
Dort erstmal ins 40. Stockwerk gelotst worden - siehe morgiger Eintrag, wo ich das WIE beschreibe- in Viererketten geduldig anstehen vor dem Aufzug. DABEI landete ich neben einem Berliner Ehepaar mit erwachsenem Sohn, die im Aquarium einen großen Kuschel-Walhai gewonnen und den deshalb hier dabei hatten. Die waren -immer zu dritt - drei Wochen NUR in den 3 Städten Tokyo. Kyoto, Osaka. (Hilfe, dachte ich, DAS Programn wäre mir zu anstrengend gewesen!) Vom 40sten Stock im Christmas-Dekowahn (siehe mein Xmas-Selfie) kam ich endlich über eine Treppe auf das nun nächtlich-dunkle Außendeck, wo ich einen 360grad-Blick auf die leuchtende Stadt genoss.
4.) KINO im 2. Stockwerk:
Ich wusste nicht recht, was ich abends hier in Osaka machen sollte, weil ich den Abend ja nicht unbedingt in der engen Kapselkoje verbringen wollte.
Als ich beim Hinweg das "Umeda - Theater" genannte Kino unten im Ostturm entdeckte, erkundigte ich mich dort gleich nach den englischen Filmen. (Schade, der John Lennon-Film läuft erst ab 5.12. ) Aber heute um 18.45 Uhr gab es einen Schwarz-Weiß-Film über einen anderen Musiker: "Chet Baker"- ein Dokumentarfilm von 1988 über und vor allem MIT dem früh gealterten Jazz- Trompeter-und Sänger aus den 50er und 60er Jahren. Der dann schon kurz nach diesem Filmportrait 58jährig an den Folgen seines jahrelangen Drogen- und Alkoholkonsums starb. Ich fand den Film etwas zu langatmig, aber die Musik toll - siehe den Videoausschnitt hier.Les mer
28.11. OSAKA - vielstöckige Konsumtempel
28. november 2025, Japan ⋅ ☁️ 15 °C
Vielleicht nicht direkt VOM, ganz sicher aber MIT dem Knurren meines eigenen Magens bin ich heute aufgewacht. Sehr gut geschlafen -mit Ohrstöpseln, aber nach nochmal 50 Minuten "Ausmüden" (ich mag das Wort!) und Handydaddeln sollte ich JETZT dringend von der Schlaf- in die Duschkabine wechseln... :-) Inzwischen bin ich über den "Powder-Room" (6 Plätze an perfekt ausgestatteten großen Schminktischen mit Gesichtsmilch, Wattestäbchen, Kosmetiktüchlein, Fön...) an die Mini- Frühstückstische gelangt. Auch hier ist alles genau durchorganisiert: Jede hilft sich selbst mit Toastbrot (plus Toaster), Getränken aller Art (+Eiswürfeln, wer möchte), Suppe aus der Tasse (trinken, da kein Löffel). Das Toastbrot bestreicht sich frau mit einem schmalen Holzstäbchen mit Margarine und Erdbeermarmelade. Am Ende wird alles Plastik, Holzstäbchen und Papier entsorgt und frau stellt die Porzellantassen und Holztabletts ab... Wenn Europäer hier was lernen können , vielmehr WOLLTEN, wäre das, den Alltag mit minimalem Aufwand an Zeit, Energie und Zwischenfällen und mit maximaler Zeitersparnis höflich und unfallfrei zu gestalten. Anderes Beispiel: Die riesigen Menschenmengen, die gestern Abend in die beiden einzigen Aufzüge des Umeda Sky Buildings hinein und heraus wollten, wurden von zwei MitarbeiterInnen höflich, aber bestimmt in 4er Reihen aufgestellt. Und dann unter vielen "Bitte" und "Danke" in der passenden Anzahl zu nd so rasch wie möglich in die Aufzugskabinen geleitet. Überall gilt : zuerst ALLE aussteigen lassen vor jedem Einsteigen. Die Ein- und Aus-Pfade sind an Bahnen und Bussen, selbst auf Treppen strikt getrennt. CHAOS, selbst unabsichtliche Rempeleien oder gar laute Dispute finden nicht statt, sind vielmehr verpönt und werden mit aller Kraft verhindert! NEAPEL, Athen, Delhi... - hier UNVORSTELLBAR chaotische Zustände! Schöne neue Welt - willkommen in der Zukunft! Selbst in der Metro sind überall Schilder, die Rennen verbieten. ABER: Osaka gilt als die "hemdsärmeligste" Stadt Japans - mit viel Feiern und Nachtleben und etwas raueren Sitten. Tatsächlich habe ich hier in Osaka erstmals (von Joggern abgesehen!) RARNNENDE Menschen gesehen: einen jungen Mann auf einer Brücke, eine Frau auf den Zug und über 20 Kinder im Park -die allerdings geordnet hintereinander und hinter ihren Lehrern her rannten. HIER überquerte sogar auch mal jemand bei ROT eine autofreie Straße, hihi! ;-) Ich hab es heute sehr genossen, vom Kapselhotel bis zum Kongresshotel zu Fuß zu gehen und den Trolley hinter mir her zu ziehen. Es war sonnig, ich hab Gruppen spielender Kleinkinder im Park beobachtet, interessante moderne Hoch-Bauten fotografiert... und musste vielen Radfahrern ausweichen. ICH sah erstmals gefüllte Müllsäcke auf den sonst sauberen Straßen - vermutlich zur Abholung auf die Straße gestellt. Und ich bin dabei zufällig an gleich zwei von außen sehr modernen Kunstmuseen vorbei gekommen. Beim einen hab ich im angegliederten Designshop drei Sachen gekauft: zwei ganz leichte dänische HAY-Waschbeutel und eine japanisch designte PET- Wasserflasche. Es musste am Ende mindestens 30 Euro kosten, damit ich die Mehrwertsteuer (10 Prozent) als Ausländer schon beim Kauf erstattet bekomme. (TAX REFUND) Dadurch entspann sich ein nettes Gespräch mit den maskierten Verkäuferinnen. Ich fragte sie, warum etwa die Hälfte der Japaner immer Masken tragen. Sie gaben im Grunde zu, selbst keinen triftigen Grund für das Tragen zu haben: Ja, sie wollen Erkältungen vermeiden, aber es ist auch schön warm und man braucht sich nicht so viel zu schminken... ;-) Aber sie nahmen ihre Masken dann spontan von sich aus ab, um mir ihre Gesichter zu zeigen. Als ich vorschlug, sie könnten den Black Friday heute doch ausnahmsweise zum "maskenfreien Tag" machen, fanden sie das lustig. Sie lachten und ließen die Masken auch wirklich weg. (Später auf dem Weg zur Toilette sah ich nämlich eine der beiden OHNE Maske). Danach wechselte ich aber gleich ins "National Museum of Modern Art" nebenan und bin dort auch gut 2 Stunden umsonst (weil über 65 Jahre alt, hihi) drin geblieben. Das war wieder einmal schön und entspannend! Dann weiter zu meinem Seminarhotel, um den Trolley dort zu deponieren. Ich staunte, dass es direkt um die Ecke des Umeda Sky-Buildings war. Weil ich diese Ecke von gestern schon ein bisschen kannte, konnte ich die an der Rezeption erfragten Tipps auch leichter nachvollziehen und umsetzen. Zum Beispiel fand ich problemlos die unterirdische Fressmeile direkt unter dem Weihnachtsmarkt von gestern: ich ging dorthin, wo " Reis mit Gemüse" stand- aß dann aber er doch Tempura mit HÜHNCHEN, weil die Speisekarte offenbar nichts ganz ohne Fleisch enthielt. Es schmeckte aber gut und so hatte ich wieder mal etwas mehr Proteine... Erst auf dem Weg nach oben entdeckte ich durch einen Vorhangspalt gleich nebenan eine Okonomyaki- Herdplatte. Ach ja - wie dumm von mir! DAS wollte ich doch in Osaka unbedingt essen!!! Auch, um einen Vergleich zu haben zu denen in Hiroshima... Ich beschloss abends nochmal her zu kommen, was ich auch tat. Abends "brummte" der kleine Eckladen: viele junge Leute, viele Wartende und eine lustige Stimmung. Diesmal entschied ich mich - weil es auch kein rein vegetarisches Okonomyaki auf der Karte gab für "Seafood" - war lecker!) Aber zuvor kam der gefürchtete Programmpunkt "Shopping"! Denn: Ich WOLLTE heute ja ausnahmsweise mal SHOPPEN gehen - einen Tag vor dem Rückflug. Z.B. zur Klamottenkette "Muji(rushi"), was mir Nami als gute Alternative zu Uniqlo beschrieben hatte. Nach langem Rumfragen fand ich eine kleine Muji- Abteilung in einem der Türme im 8. Stock. Im Internet war diese Filiale -nach ihrem Umzug hierher - von Kunden allerdings schlecht bewertet worden. Ich musste zustimmen: unfreundliche Verkäuferinnen und ganz wenig Auswahl. Nichts für mich dabei. Außerdem machte mich die MÜHSAME, zeitraubende Sucherei in diesem OFFENSIV WEIHNACHTLICH leuchtenden und tönenden Labyrinth echt fertig: Weihnachts- Kaufhausmusik, ein Laden geht nahtlos über in den nächsten... Keine Ahnung, wie ich hier irgendwas Passendes und danach wieder HINAUS finden sollte. Die drei Türme des Bahnhofes Umeda -ganz ähnlich am zweiten hiesigen Riesen- Bahnhof Namba - sind die "Grand Front Osaka". Auf ca 10 Stockwerken (siehe erstes Foto) eine Ladenkette an der anderen - verbunden durch Rolltreppen, Flure, Brücken. EINMAL drinnen, war ich trotz bzw wegen des wild gewordenen Googlemaps- Zeigers (der drehte sich quasi im Kreis) verloren. Wie schon öfters halfen mir wieder Leute, in dem sie mich jeweils ein Stück begleiteten. Am Ende fand ich dann doch ein paar günstige und schöne Sachen für mich und Baby Lumi bei UNIQLO. Und am Schluss noch Matcha- Teepulver etc. in der Feinkostabteilung zum Mitbringen daheim. Abends erholte ich mich im - hier wirklich luxuriösen- "Onsen" in meinem Seminarhotel - MIT normaler 90grad Sauna!Les mer
30.11. Rückflug für 14 Std. 20 Min
30. november 2025, Japan ⋅ ☀️ 9 °C
Es lief bis hierher - noch keine 20 min in der Luft - extrem entspannt. Weckanruf des Hotels um 6 h, Duschen, Sonnengrüße und kleines Frühstück im Hotelzimmer,
7.30 h Shuttlebus vom Hotel zum Terminal 2, 7.40 h dort, ab 8.00 h maschinell Einchecken nach Anweisung: STEP 1 Bordkarte, STEP 2 Face Control, STEP 3 Gepäck aufgeben STEP 4 Sicherheitskontrolle: Körper und Handgepäck Noch mehr als 1 Std Zeit zu STEP 5, dem geplanten Boarding am Gate ab 10.10 h. Es begann dann erst ca 30 min später. Zollfreie Mitbringsel (Kekse, Tee. IQOS- Zigaretten für Babs) eingekauft. Mit dem letzten Bargeld Udon-Ramen (Nudelsuppe) mit Shrimps-Tempura und Ei verzehrt. Da immer noch was übrig war: Kaffee latte und Süßes bei Starbucks. Dann ungewöhnlich lange Warten am Gate fürs Boarding. Bissle Dehnübungen in der Warteschlange gemacht. Und jetzt sitz ich da eingekeilt zwischen zwei Japanern- links ein junger, rechts ein mittelalter. Wir werden ständig gefüttert und gestillt. Verbraucht denn Sitzen in 10 km Höhe mehr Kalorien als am Boden? Schau mr mal...Wir sind JETZT - nach gut 2 Stunden Flugzeit 2000 km geflogen. Zeitmäßig sind wir aber schon 3 Std weiter als beim Abflug. AUẞENTEMPERATUR minus 54 Grad. Noch gut 11,5 Std zu fliegen und noch mehr als 10.500 km. Am Äquator beträgt der Erdumfang ca 40 000 km. Wenn ich jetzt die heutige Flugstrecke (12.500 km) doppelt nehme, wäre ich bei grob 25.000 km für Hin und Rückflug. Aber wir sind ja nicht am Äquator, sondern viel weiter nördlich "oben rum" geflogen. Müsste etwa passen.
Die Fluggeschwindigkeit derzeit über 900 km/ h. Dank Rückenwind, der bisher tatsächlich offenbar mehr Vortrieb bedeutet. Ob bzw wann wohl der bremsende "Jetstream" kommt? Auf meinem Screen steht, dass es in Honululu jetzt 18.30 Uhr ist - wieso steht hier die Zeit für Honululu??? 1 Mahlzeit, 1. Muffin mit Kaffee, mehrere Klogänge mit anschließenden Dehnübungen vor dem Notausgang und 3 Filme später sind es nur noch 3 Stunden 19 min. Juhu, das ist absehbar! Der erste Film war ein japanischer Animè- Zeichentrickfilm: "Suzume". Spannend war er für mich deshalb, weil er im Zeichentrick absolut realistisch das moderne Japan zeigte. Wie in einer Reise- Rückschau merkte ich, wie bekannt mir nun alles war: die Städte (z.B. Osaka, Tokyo), aber auch Landschaften, das moderne japanische Alltagsleben mit den Zügen, dem Autoverkehr, Kneipen, das Innere von Häusern und die Art der Kommunikation... Inhaltlich eher ein abgedrehter Fantasiefilm- etwas flach. Eine Coming of Age-Story über eine 17jährige Waise, die mit wilden, märchenhaften Abenteuern versucht, ihren Prinzen zu retten und dabei ihr Kindheitstrauma aufarbeitet. Vom Thema her erinnerte er mich sehr an den alten, berühmten Ghibli-Animè- Film "Chirihos Reise ins Zauberland". (Den einzigen, den ich mit Tonia und Dario bisher überhaupt gesehen habe... )
Danach fand ich gottlob wenigstens EINEN deutschen Film " zwei zu eins" - produziert von ZDF und ARTE mit Sandra Hüller über die Wende und Währungsreform 1990 in der DDR. Der war wirklich lustig UND inhaltlich gehaltvoll - siehe Foto. Große Empfehlung!!! Als drittes noch einen Hollywood- Streifen "winter, spring, summer or fall", weil mich der Titel an die berühmte Songzeile erinnerte. Er stellte sich aber als absolut verzichtbarer Liebesfilm nach dem Muster von "Harry und Sally" heraus. /// So- und jetzt riecht es schon wieder nach Essen und das Licht geht an. Draußen ist es auch hell - momentane Ortszeit 2:23 h. Seltsam, so die Uhr wieder schrittweise nach hinten zu drehen...///JETZT ist es 19.30 h in Deutschland: Bin vor über 2 Stunden gut gelandet. Und hab im Ankunftsterminal in Frankfurt sogar jemanden gefunden, der mir die beiden SIM- Karten tauscht: der nette junge Mann von der Währungs-Wechselstube... Gerade sitze ich im ICE auf meiner letzten Etappe von Mannheim bis Stuttgart, wo mich Susanne vom Bahnhof abholt.
SO SCHÖN, abgeholt zu werden! 😀 Vor 4 Wochen wurde ich auch per Auto chauffiert zum Stuttgarter Bahnhof: von meiner Nachbarin Sigi - das war ein sehr angenehmer Abschied von daheim!Les mer
30.11. Bin nach Osten heim geflogen!
3. desember 2025, Tyskland ⋅ ⛅ 3 °C
Mein Nachbar Egmont und seine Tochter Tina haben meinen Rückflug per Tracking verfolgt. Die können das...
Während ich erst dadurch erfahren habe, dass wir am Sonntag offenbar nach Osten geflogen sind: also über Kanada, Grönland und an Island vorbei zurück nach Frankfurt.
Somit bin ich auf dieser Reise einmal um die ganze Nordhalbkugel herum geflogen: Wow! Auf dem Hinflug über Russland - also von Frankfurt aus immer östlich. Und auf dem Rückflug weiterhin nach Osten. Hier der Link: https://de.flightaware.com/live/flight/ANA223/h…Les mer

ReisendeWow - was da alles so geht. Das Tracking klingt nach 007😂. 😳 und der Captain hat nicht über die Flugroute informiert 😳?

ReisendeIch erinnere mich nicht - die Ansagen waren natürlich auf englisch und d meistens zur Flugsicherheit - anschnallen, festhalten und nach unten hocken bei Turbulenzen etc. Ich habe versucht, die Route auf dem Screen am Platz zu verfolgen. Aber die Zeitrafferdarstellung zeigte nur sehr grobe gerade Linien von rechts nach links. Weshalb ich von einer Route "links herum", d.h. nach Westen ausging... Zwar flogen mir meist unbekannte Städtenamen unter der Fluglinie in schnellem Tempo nach außen weg, so dass ich nur manchmal von Namen wie " Vancouver" o.ä. irritiert war. Konnte es einfach nicht zuordnen...
29.11. Von Osaka nach Tokyo-Haneda
5. januar, Tyskland ⋅ 🌙 -7 °C
Ich habe erst heute (am 5. Januar 2026 daheim) festgestellt, dass es für den 29.11. noch keinen Eintrag gab. Start im Seminarhotel in OSAKA: Das Frühstück und der Frühstücksraum im Nebengebäude waren trostlos - die 1000 YEN dafür völlig überbezahlt. Schön in diesem Seminarhotel waren vor allem der hauseigene ONSEN und mein komfortables Zimmer.
Ich wurde kurz nach 10 Uhr vom Seminarhotel mit einem Shuttlebus zusammen mit anderen Gästen zum Bahnhof Umeda gebracht und musste nun erstmal zum SHIN OSAKA-Bahnhof - also zu dem einzigen Bahnhof, von dem aus SHINkansen abfahren. Wenn mich nun meine Erinnerung nicht trügt, hatte ich inzwischen alle Hemmungen verloren, was die Beschränkungen des JR Passes anging. Also nahm ich den nächsten Zug nach Tokyo und das war wieder einer der mir nicht erlaubten NOZOMI- Schnellzüge. Seis drum! Hier beobachtete ich erstmals Reisende, die wirklich IM Zug eine BENTO-Box aßen. Mit Stäbchen und Genuß. Ich selbst hatte mir bisher keine dieser international so bekannten "Proviantboxen" gekauft. Das Angebot in den Bentoboxen sind diverse gekochte kalte Speisen - äußerst fleischlastig. Bisher hatte ich noch an keinem Bahnhof direkt auf dem Bahnsteig überhaupt Essbares wahrgenommen - und schon gar nicht in dieser Vielfalt wie hier. <<Apropos Klischee-Nahrungsmittel: Auf dieser Reise habe ich auch nie Sushi zu mir genommen. Die in Deutschland üblichen Sushi-Rollen im Algenmantel hab ich nirgends gesehen. Das heißt nichts, weil ich ja nie gezielt nach Sushi-Restaurants gesucht oder gar eines besucht hatte. Aber gelesen und gehört hatte ich, dass "Sushi" in Japan eigentlich nur bedeutet: spezieller, mit Essig gewürzter Reis mit einer Scheibe rohem Fisch obendrauf. Die bei uns bekannten Sushi-Rollen seien eine amerikanische Erfindung. >> Dieser letzte Tag in Japan war leider - weil ich ihn auch nicht entsprechend vorgeplant hatte - ohne kulturelle Highlights. So ganz ohne persönliche "Challenges" verlief er jedoch nicht...Ich war froh, als ich endlich mit meinem gesamten Gepäck an der "Tokyo Station" gelandet war. Nami hatte erwähnt, dass der "Bahnhof Tokyo" ein besonders schöner alter sei, so dass ich versuchte, ihn von außen zu betrachten. Was ICH sah, war aber nur ein moderner riesiger Komplex ohne jeden Charme. Entweder war ich nicht am richtigen Bahnhof oder auf der falschen Seite. Ich wollte hier nochmal in einen 100 YEN-Laden - dem Pendant zu unseren 1 Euro-Shops. In mehreren Japan-Reisebüchern werden diese Shops als witzige und günstigste Möglichkeit angepriesen, Last-Minute-Souvenirs zu kaufen. Aber ich war mitten im Rush-hour-Gewühl Tokyos und durch Gepäck behindert. Und hatte nur noch gute 2 Stunden Zeit bevor ich in mein Flughafenhotel musste bzw. wollte. Zu wenig Zeit für ein Museum oder ein anderes Ziel, zu dem ich erst einmal hätte hinfahren und es dann noch finden müssen... Also folgte ich zu Fuß googlemaps, das mich in ein ebenso volles mehrstöckiges Einkaufszentrum leitete wie ich es vom gestrigen Shopping in den monströsen Ladentürmen Osakas her kannte. Hilfe! Wieder mal zwei riesige volle Stockwerke UNIQLO, die aber auch nicht mehr Babysachen hatten als in Osaka. Schade! Der 100 YEN-Shop im 8. Obergeschoss machte deutlich mehr Spaß, weil alles hier supergünstig war (100 YEN sind nur etwa 70 Cent) und es gab hier wirklich Sachen, die ich GAR nicht kannte. Es dauerte wieder sehr lange, bis ich einiges mit der Translator-App fotografiert und übersetzt, ausgewählt und schließlich alle 22 Objekte auch bezahlt hatte. Lange Schlangen vor den Selbstbezahl-Kassen. Ich hatte weder etwas gegessen noch getrunken und wollte nur noch ins Hotel.
Auf dem Weg dorthin geschah aber tatsächlich noch etwas, das meinen Blutdruck extrem in die Höhe trieb. Ich wollte in einen der Nahverkehrszüge vom Typ METRO einsteigen, war aber nicht sicher, ob dieser hier zum gesuchten Bahnhof fuhr. Die Türen standen noch offen und ich beugte mich vor und fragte einen Herrn drinnen. Der nickte und winkte mich herein. Also wuchtete ich meinen Trolley hoch, aber nun schlossen sich die Türen und quetschten mich ein! Ich konnte mich irgendwie befreien und sie öffneten sich wieder ein kleines Stück. Weil mich jetzt sogar zwei Herren herein winkten, folgte ich reflexhaft - probierte es also irrwitziger Weise ein zweites Mal! Ich wurde aber wieder und diesmal noch stärker eingequetscht. Nun kam ich nur noch mit größter Mühe zwischen den Türen raus. Ich war schrecklich erschrocken, weil ich deutlich spürte, dass hier Mensch gegen Maschine keine Chance hatte! Ich wartete also zitternd auf die nächste Bahn. Am Ende gab es nur noch einen "Panorama"-Zug bis zum Ziel: der MONORAIL, der auf EINER einzigen Schiene in 20 - 30 m-Höhe über den Straßen und direkt zum Flughafen fährt. Die Sitzbänke in der Mitte der Abteile sind nach außen hin ausgerichtet, so dass man frontal durch die bodentiefen Fenster schauen kann. Es war zunächst sehr voll, weil viele Fahrgäste zu einem Pferderennen fuhren, das bald beginnen sollte. Aber als alle Pferderennen-Fans ausgestiegen waren, konnte ich die letzten Stationen beinahe entspannt absolvieren. ("Genießen" träfe es nicht ganz, denn der Schreck saß mir doch noch in den Knochen.)
Auch das Finden des Flughafenhotels ganz jotwede und im Dunkeln war recht mühsam, da es im Abstand von ca 1 km zwei gleichnamige Flughafen-Hotels gab: Beide hießen KEIKO EX INN. Was für ein Irrsinn! Natürlich war ich zunächst auf der falschen Seite der Station ausgestiegen und trottete nun ziemlich erschöpft mit meinem Gepäck eine befahrene Straße entlang ohne erkennen zu können, wo und wie ich die Gleise dazwischen überqueren sollte. Wie so oft halfen mir zwei jüngere Frauen mit ihrem Handy das Rätsel zu lösen: Mein KEIKO EX INN lag in der so genannten "Innovation City" auf der gegenüberliegenden Seite des riesigen Geländes. Also zurück auf LOS: den ganzen Weg retour zur Station, unten durch und dann zu Fuß in die Gegenrichtung... Das Hotel war gespenstisch, weil geschlossene Türen. Der ganze Eincheckprozess sollte automatengesteuert ablaufen. Mit Pass einscannen, QR-Code des Buchungsformulars etc., aber daran scheiterte ich in meinem aufgeregten Zustand natürlich. Irgendwie schaffte ich es, dass sich lebendige Menschen meiner annahmen. Mittels Codes und Karten gelangte ich über diverse Gänge und Aufzüge ins richtige Stockwerk und Zimmer. Zum Essen musste ich wieder nach draußen und ein Restaurant finden, das überhaupt geöffnet hatte. Nach einem teuren Fish and Chipsteller mit Salat und Bier ging es mir schon deutlich besser. Und wie so oft war auch in diesem seelenlosen Automaten- Hotel das Beste der Onsen, der sich ein Stockwerk höher befand. Im speziell dafür bereit liegenden grau gewaffelten Hausanzug schwebte ich nur mit meiner Chipkarte und Handtuch ausgerüstet mit dem Lift dorthin. Über einem der drei warmen Becken befand sich ein Betonschacht, durch den der Mond herein leuchtete. Und es pfiff ein kalter Wind... Dann sah ich: Über uns war nur noch der endlose Nachthimmel - ganz ohne Filter, nackt und ECHT! Geht doch.Les mer
Resumee der Reise
25. januar, Tyskland ⋅ ☁️ 1 °C
Wie schon bei meiner letzten großen Reise nach Indien und Nepal versuche ich eine grobe Zusammenfassung: Als ich mich an eine Auflistung meiner Aktivitäten in diesen 25 Tagen und 26 Nächten in Japan machte, fiel mir selbst erst auf, WIE VIEL Verschiedenes ich dort unternommen und angeschaut habe. Von außen betrachtet sieht es vielleicht nach Aktionismus und Stress aus. Es fühlte sich aber meistens gar nicht sooo hektisch an. Als ich kurz vor der Reise Nami meinen Plan mit den 15 verschiedenen Unterkünften in 10 Städten gemailt habe, war ihr Kommentar: "Dein Plan ist gut - du lässt dir überall genügend Zeit". Die Taktung der in Japan lebenden und arbeitenden Menschen scheint mir generell sehr eng zu sein. Vielleicht überträgt sich dieses Tempo ja auf uns Japanreisende?
2 HALBE UND 1 GANZER TAG MIT FREUNDIN /COUSIN
mit Nami: 1 Museum, 1 Meditationsstunde, einige Tempel, Läden und 2 Restaurantbesuche
mit Andreas: 1 Cafe- und 1 Restaurantbesuch
9 VORGEBUCHTE AKTIONEN UND FÜHRUNGEN
3 Stadtführungen (2 in Tokyo, 1 in Kyoto im Gion-Viertel)
1 Stunde "Kochkurs" Okonomyaki
1 Teezeremonie
1 Wassertaxi-Rundfahrt (Tokyo)
1 Kinobesuch (Osaka)
2 x Aussichtsplattformen (Tokyo, Osaka)
10 MUSEUMSBESUCHE / KUNSTORTE
8 Kunstmuseen in Tokyo (3), Nara (2), MIHO (1), Hiroshima (1), Setoda (1) Osaka (2)
1 Enoura-Observatory (Parkgelände mit Kunstwerken, Naturdenkmalen, kleinen Tempeln)
1 Kunstbiennale in Omihachiman (am Biwa-See)
4 SPIRITUELLE EVENTS
1 ZEN-Meditation in Kamakura
1 Yogastunde in Hakone
1 Gebetsritual in Koyasan
1 Homa (Feuerzeremonie) in Koyasan
7 TAGE MIT LEIHFAHRRÄDERN
Hikone (1), Kyoto (2), Hiroshima (1), Miyajima (1), Shimanami Kaido (2)
--> davon 3 längere Insel-Radtouren in der Natur (Miyajima / Inselhopping)
12 x ÖFFENTLICHE SETO-BÄDER UND HAUSEIGENE ONSEN IN RYOKANS UND HOTELS:
abendliche Badbesuche in Tokyo (2), Hakone-Yumoto (2), Hikone-Ryokan (2) H iroshima (3), Koyasan (2), Osaka-Hotel (1)
UNZÄHLIGE TEMPEL UND SCHREINE, 3 FRIEDHÖFE
ÄHNLICHKEITEN zu meiner Indien- und Nepalreise empfand ich
1. besonders bei der großen MENGE VON MENSCHEN IN DEN TOURISTISCHEN HOTSPOTS UND IN STÄDTEN: Allerdings war IN JAPAN der TOURISTENANTEIL VIEL HÖHER! (Ich konnte zwar Chinesen und Koreaner nicht so eindeutig wie Europäer oder Amerikaner als "Touristen" identifizieren, aber insgesamt waren es sehr viele.)
2. Ähnlich wie in Indien und Nepal fühlte ich mich nirgends ganz unbeobachtet. Trotzdem sind die Straßen in Japans Städten im Vergleich zu Indien viel freier - keinerlei Chaos! Vor allem, weil es wenig motorisierte Zweiräder gab.
3. Beide Asien-Reisen waren dominiert von TEMPELN UND SCHREINEN - quasi jeden Tag besichtigte ich mehrere. Wobei ich das Gefühl hatte, dass die RELIGIÖSEN UND SPIRITUELLEN Praktiken / Gebete / Riten in Japan von den meisten Personen wesentlich kürzer und pragmatischer - weniger "innig" und überzeugt - absolviert wurden als in Indien. Andererseits ist in Japan der Shintoismus eng verknüpft mit Naturgottheiten, an die auch die meisten Buddhisten glauben und diese verehren. Es gibt - wiie in Nepal - diese Koexistenz verschiedene Glaubensrichtungen, die sich nicht gegenseitig ausschließen: geheiratet wird christlich (westlich) oder shintoistisch, beerdigt wird buddhistisch. Auch der NON-DUALISMUS schien mir in allen diesen asiatischen Ländern zu herrschen. Nicht "entweder-oder", sondern viel öfter "sowohl - als auch". Es gibt nicht den EINEN richtigen Weg, die EINE zutreffende Antwort...
UNTERSCHIEDE:
1. Der Aspekt GEFÜHRT UNTERWEGS SEIN:
In Indien und Nepal hatte ich in den fast 10 Wochen mindestens in der Hälfte der Tage (eher öfter) irgendeine geführte oder begleitete "Tour", Wanderung, Besichtigung: durch eigene private Führer/innen (Kavita, Dil /Gajanajam, Ellen Dietrich, Rekha, Prasun, Nikhil, Dipa), seltener durch "öffentliche" Führer (Chitwan, Taj Mahal, Neu Delhi). Obwohl mein Aufenthalt in Japan nur ein gutes Drittel der Indien-Nepal-Reisezeit dauerte, musste ich MEHR Besichtigungen etc. SELBER ORGANISIEREN, BUCHEN, SUCHEN. Seltsamerweise hatte ich in den nicht einmal 4 Wochen in Japan eher das Gefühl ALLEINE unterwegs zu sein. Was ich manchmal als anstrengend empfand. In Indien und Nepal war ich jeweils nur einzelne Tage dazwischen mal NICHT geführt oder "begleitet" unterwegs. In Japan nach den 3 Tagen mit Andreas und Nami dagegen fast durchgehend.
2. der EXOTIKFAKTOR war in Indien und Nepal viel größer!
Was auch an dem VIEL größeren Entwicklungs- bzw. Zivilisationsgrad in Japan liegt. Japan ist eine verhältnismäßig kleine Insel (Gesamtfläche ca gleich wie Deutschland) - Indien ist ein riesiger Subkontinent, Nepal ist dominiert vom höchsten Gebirge der Welt. Japan hat ein extrem dichtes Netz von Schienen und Straßen - alles funktioniert dort schnell und meistens reibungslos. Der Grad der Erschließung ist in Japan um ein Vielfaches höher als zum Beispiel in Nepal oder in Rajasthan. Es ist ein hoch zivilisiertes , technisiertes, elektrifiziertes, digitalisiertes Land.
a) In Japan fehlen: GERÜCHE (besonders Körpergeruch wird verabscheut), FARBEN (außer bei den roten Torii, Tempeln und Schreinen sowie bei Kimonos), MUSIK, KLÄNGE UND GESÄNGE (in der Öffentlichkeit), jede Art von ungeregeltem CHAOS. Es gibt außer Vögeln und den Rehen / Hirschen in Nara und Miyajima kaum TIERE. Auch wenig Haustiere (außer kleine verhätschelte Hunde und Katzen - oft in Kinderwägelchen) in den Städten, kein GEHUPE; GESCHREI oder andere spontane Lebensäußerungen. LAUB UND STAUB vor Hauseingängen, auf den Straßen und in den Parks werden ständig gekehrt, gesammelt und entfernt.
b) Ich bin KEINE ZUMUTUNG für meine Umgebung: Das oberste Prinzip scheint zu sein: Nicht auffallen!!! - also bin ich zweckmäßig, ordentlich und sauber gekleidet und bewege mich zügig, aber kontrolliert. RENNEN in der Öffentlichkeit ist ebenso unüblich und verpönt wie ESSEN, TRINKEN, RAUCHEN, SCHREIEN, LACHEN, HEULEN, BERÜHRUNGEN MIT ANDEREN MENSCHEN. Dementsprechend gibt es ÜBERALL Warnhinweise, was man tunlichst unterlassen sollte: nicht drängeln in den Bahnhöfen, im Bus nicht aufstehen während der Fahrt , auf jeder Verpackung gibt es X-Hinweise, was mit diesem Produkt keinesfalls getan werden soll. VORSCHRIFTEN UND REGELN sind nochmal deutlich präsenter als in Deutschland, dem dieser Ruf ja auch vorauseilt. VERKEHRSREGELN werden unhinterfragt befolgt - eine rote Ampel ist GESETZ!!! Die Straßen drum herum können komplett autofrei sein - ALLE Fußgänger und ALLE Fahrzeuge warten geduldig, bis das Licht grün wird. Jede Baustelle wird "bewacht" von mindestens einem Lotsen - meist mehreren, die mit Lichtern und Kellen den Auto- und Fußgängerverkehr darum herum leitet. Ähnlich sieht es an großen Museums- oder Tempeleingängen aus - die Besucherströme werden von Lotsen kanalisiert und genau kontrolliert. Schulklassen unterwegs laufen in ordentlichen Reihen hintereinander und tragen gleichfarbige Mützen oder Kappen - und zwar auch noch ältere Schüler/innen. Natürlich tragen sie außerdem Schuluniformen - genau wie in Indien und Nepal.
Der SPONTANEITÄTSFAKTOR geht gegen null. Es gibt wenig bis KEINE ÜBERRASCHUNGEN im Alltag. (Selbst einem Erdbeben gehen viele Warnungen und Anweisungen voraus!)
Eigentlich dürfte es auch kaum Unfälle und Gewalt geben... (Das zu recherchieren wäre interessant!)
b) KÖRPERHYGIENE UND SAUBERKEIT:
Wie bei uns in der Coronazeit trägt auch heute etwa die Hälfte der Bevölkerung in der Öffentlichkeit Mund-Nasen-Masken. Besonders häufig in den öffentlichen Verkehrsmitteln (mindestens 2/3 bis 3/4 der Fahrgäste), aber selbst, wenn Personen alleine unterwegs sind auf Fahrrädern, in Parks und in den Straßen. PANTOFFELN sind das meist getragene Schuhwerk in jeder Art von Gebäude. Oder Socken. SCHUHE UND SCHIRME MÜSSEN DRAUSSEN BLEIBEN: aus Tempeln, Scheinen, Hostels, kleinen Museen, vielen Hotels, Restaurants, aus Privathäusern und Wohnungen sowieso. Überall gibt es SCHIRMSTÄNDER UND SCHUH-SCHLIESSFÄCHER. Socken gehen auch, werden aber nicht so gerne gesehen - nackte Füße gehen nicht. Vor vielen Toiletten stehen zusätzliche Toilettenpantoffeln. Onsen dürfen ohnehin nur komplett nackt betreten werden. (Über den Reinigungswahn dort habe ich ja ausführlich beschrieben.) Lebensmittel sind in den Läden grundsätzlich industriell verpackt - selbst Bananen, Orangen und Äpfel - alles Obst und Gemüse ist in Plastik eingeschweisst. Plastik ist allgegenwärtig. Wird aber nicht auf die Straße geworfen - ebenso wenig wie Papier, Flaschen, Dosen oder Zigarettenkippen.
Es gibt keine öffentlichen Abfallbehälter - jeder nimmt seinen Müll mit nach Hause. Nur direkt in den Supermärkten, vor Imbissen und Kiosken und manchmal in Bahnhöfen gibt es manchmal Mülleimer. Trotzdem - oder deswegen? - sind alle Straßen sauber. Öffentliche Toiletten sind überall zu finden und - genau wie in Neuseeland - picobello. Werden ständig gereinigt. (Siehe Wim Wenders "Perfect days"-Film) Fast alle Toiletten haben eine elektrische Armatur mit unzähligen Funktionen: Bidet vorne oder hinten, Gebläse, Geräuschkulissen, Sitzheizung - nur die einfache Spülfunktion musste ich oft lange suchen. Die meisten Waschbecken haben Seife, warmes Wasser und Trockengebläse - selten Papierhandtücher (potentieller Abfall!!!) Wenn man all DAS als exotisch betrachtet, ist Japan sehr exotisch!
c) KOMMUNIKATION / HÖFLICHKEIT / HILFSBEREITSCHAFT (WEGE ZEIGEN, ERKLÄRUNGEN...)
sind vorbildlich. Man und frau wird nicht angequatscht ohne triftigen Grund (angefasst sowieso nicht!), gegrüßt allenfalls durch Nicken bzw. Verbeugungen (sogar die Rehe in Nara verbeugen sich ;-)) Dagegen wird jede Frage und Bitte um Information ernst genommen und beantwortet. Auch wenn der / die Gefragte keine Ahnung hat, wo der richtige Weg oder wie die Lösung meines Problems ist. Die meisten bemühen sich aber WIRKLICH um eine Hilfe, d.h. geben weitere Hinweise oder begleiten einen ein Stück.
ENGLISCH sprechen oder verstehen nicht alle - ganz anders als in Indien, wo wirklich JEDE/R Englisch spricht - selbst Analphabetinnen wie Dipa aus Varanasi.
Allerdings ist oft nicht klar, ob mein Gegenüber WIRKLICH KEIN Englisch versteht und spricht. Man möchte sich keine Blöße geben, bloß keine Fehler machen. Bevor ich einen Fehler beim Sprechen mache, gebe ich vor, überhaupt kein Englisch zu können...
TRANSPORT UND VERKEHR:
sehr gut, quasi keine Probleme beim Ticketkauf, besonders dank Google Maps!!! auch bei der Orientierung selbst WÄHREND Bus- oder Metrofahrten, Anschlüsse, Pünktlichkeit, Beratung an den Bahnhöfen, Möglichkeit, Fahrräder auszuleihen - alles bestens. ALLES; was PLANBAR ist, ist geregelt: die Laufrichtung bei Treppen, die Aufstellpunkte bei Zügen, Bussen, Trams, das Tempo (NICHT rennen, nicht drängeln, EINZELN hintereinander warten!)
SEHENSWÜRDIGKEITEN: Toll, alles sehr gut aufbereitet in den Ausstellungen und bei den Führungen / Events
EINKAUFEN: 24/7 SHOPS an jeder Ecke, d.h. man kann fast alles dort kaufen: etwas zu essen und zu trinken (ABER kaum Käse, Kräutertee, frisches Obst), die wichtigsten Drogerieartikel, Elektroartikel, Zeitungen, Spielzeug, Regenschirme... Man kann dort auch Geld wechseln, Geld abheben, SIM-Karten oder Geld-karten für Metro und Bus kaufen / aufladen, Fotos ausdrucken, kopieren. Es gibt oft auch heißen Kaffee / Tee und Mikrowellengeräte, um sich etwas warm zu machen.
Sprich:
Der Alltag ist so gut wie möglich durchorganisiert, zeiteffizient und quasi OHNE REIBUNGSVERLUSTE. Das ist für ausländische Reisende einerseits großartig, andererseits aber auch ein bisschen schade, wenn man wie ich, kleine harmlose Abenteuer, Überraschungen und spontane Kontakte zu Einheimischen schätzt. Kurz gesagt: Es war eine schöne, spannende Reise, auf der ich vieles gesehen, genossen und gelernt habe. Worüber ich wenig erzählen kann ist die Natur und die Vielfalt der Landschaften. Es gibt riesige Wälder, tolle Berge, Inseln, Strände, Meer und Seen hier. Die habe ich allesamt kaum erlebt, weil ich meistens in Städten unterwegs war! Aber auch dort ganz wenig Historisches, wirklich Altes, die Städte sind vom Gesamtbild längst nicht so attraktiv wie so viele bei uns in Süd- und Mitteleuropa. Es gab hier einfach zu viele Erdbeben und Brände, so dass kaum alte Gebäude erhalten geblieben sind. Wegen des geringen Anteils an Landwirtschaft gibt es - jedenfalls auf der Hauptinsel - in den Läden nur wenig frisches Obst und Gemüse. "Wochenmärkte" wie bei uns habe ich keine gesehen. Kaum Exotisches, Spontanes, Sinnliches. Aus all diesen Gründen ist Japan nicht mein Sehnsuchtsland. Ich bin aber froh, dass ich einmal hier sein und diese mir eher wesensfremde Welt selbst "sinnlich" erleben konnte!Les mer




































































































































Reisende😂😂😂
Reisendehat was für sich: gibt sicher weniger Tote und Schwerverletzte, wie vor meinem Haus in letzter Zeit 2 mal geschehen.