• RoKe
  • RoKe

Pridnestrovie - Ein nicht anerkanntes Land

Wieder mal reisen mit meinem Caliugula, einem VW T3 Baujahr 1991. Über Ungarn geht es zuerst nach Rumänien und dann nach Moldawien. Hauptziel liegt aber bei Transnistrien oder Pridnestrovie wie es die Einheimischen nennen. Meer informatie
  • Het begin van de reis
    17 augustus 2026

    Es geht los.

    17 augustus, Hongarije ☀️ 33 °C

    So die letzten Sachen im Caligula verstauen und dann geht es etwas später als geplant, so gegen 08:30, los Richtung Osten. Mensch freu ich mich.

    Erster Stopp ist in Maria Schutz beim Kirchenwirt. Ist schon Routine sich hier einen riesengroßen Krapfen zu gönnen.

    Tagesziel, das ich nicht erreichen werde, Satu Mare ins Navi eingetipselt und dann düse ich los mit einer Mopsgeschwindigkeit von ca. 90 km/h.

    Es ist relativ wenig Verkehr. Nur vor Budapest wird es etwas mühsam. Regen und Baustelle. Hab ich mich jetzt verlesen. 45 km. Kann nicht sein. Nächstes Schild sagt 40 km. Bei 35 km konnte ich dann ein Bild machen. Jetzt bin ich sicher schon mehr als 500.000 km gefahren, aber so eine lange Baustelle hatte ich noch nie.

    Es zieht sich aber ich fahr an unendlich vielen Sonnenblumenfeldern vorbei. Ich bleib dann immer mal wieder stehen, um den Gasfuß etwas zu bewegen. Dann am Abend wird nach 550 km mal getankt. Caligula durfte es auch genossen haben es fahren, brauchte nur 10.65 l/100 km, also fast 1.5 Liter weniger als bei Kurzstrecke.

    Sodala, endlich einen Schlafplatz gefunden. Jetzt darf ich da nur noch hinfahren. Sind ja nur mehr 120 km. Kurz bevor ich nach knapp 700 km Fahrt ankomme wird es finster und ich verfahre mich auch. Toll. Der Schlafplatz ist super und ruhig. Er liegt direkt im Ort und neben einer Kirche.
    Meer informatie

  • Weiter Richtung Osten

    18 augustus, Roemenië ☁️ 16 °C

    Die Nacht war nicht wirklich erholsam. Es hat geregnet und dabei haben die Regentropfen am Dach von Caligula gedrommelt. Und es Regnet auch noch leicht in der Früh. Nicht so ideal beim Zusammenpacken.

    An der Grenze zu Rumänien wird kontrolliert. Der Grenzer sieht sich mal mein Auto an. Als er alle Papiere hat hält er inne für 2 min. Was ist los, komm Junge bewege dich. Dann plötzlich bewegt er sich wieder und wünscht mir eine gute Weiterfahrt.

    Direkt nach der Grenze besorge ich mir dann die Vignette für Rumänien. Das Teil kostet auch schon wieder 9.50 Euronen. Im Vergleich zu Ungarn aber günstig.

    Dann geht es weiter erstmal einkaufen und Frühstücken. Es hat endlich aufgehört zu Regnen.

    Am Weg zum Fröhlichen Friedhof in Săpânţa staut es auch mächtig und es regnet auch immer mal wieder. Ich verliere Zeit! Ich bin hier 2022 bei meiner Rumänienrundreise schon mal gewesen. Kann mich an den Weg aber irgendwie nicht mehr erinnern. An den Fröhlichen Friedhof aber schon. Und an den Honigstand und die Pferdekutschen auch.

    Dann geht es weiter. Eine Kurve nach der anderen wird erledigt. Ich bin ziemlich müde und denke ich bleib in Vişeu de Sus bei Camping Agnes für eine Nacht. Dort gab es 2022 super Essen. Dort angekommen, leider geschlossen. Super. Ok. Hab Hunger und bin müde. Weiter nach Borşa. Sind ja nur 30 min. Denkste. Hochzeitsfahrt. Vollkommen irre. An der Spitze des Konvoi 3 Pferde. Und die Autos dahinter fahren Schlangenlinie.
    Nach 20 min im absoluten Schritttempo schaffe ich es endlich zu überholen.

    In Borşa angekommen gehe ich in ein Lokal und werde auch gleich wieder hinausgeschickt. Der Grund blieb mir schleierhaft.

    Schlussendlich bin ich in Pizzeria ZONA gelanded. Mega super lecker. Und der Preis: 7 €. Nur das bestellen war super lustig. Die Kellnerin spricht kein einziges Wort English. Ich hol den Übersetzer raus. Sie liest oder tut zumindest so. Schaut verdutzt und fragt nur Menü? Ich schmunzle und sag Da, Da, Da was so viel wie Ja bedeutet.

    Dann wurde sie nicht mehr gesehen. Eine andere Kellnerin kommt zu mir. Sie spricht auch English. Ich finde das immer wieder so lustig, daß sich viele Menschen absolut weigern mit Übersetzer zu kommunizieren.

    Jetzt nur noch zum Campingplatz da ich eine Dusche brauche. Der camping - pension Borsa-TOURISM ist klein, hat aber warmes Wasser und ist sauber. Und 10 € die Nacht sind OK. Jaja, so ein Roadtrip ist nicht immer nur angenehm.
    Meer informatie

  • Einen Springbrunnen im Auto hat nicht jeder

    19 augustus, Roemenië ☁️ 19 °C

    Ich hab sehr gut geschlafen. Lag sicher an der Pizza. Jedoch viel zu lange. Danach habe ich noch länger telefoniert und mich dann fertig gemacht. Oh nein, es ist bereits nach 11:00. Egal, hab ja Urlaub. Aber trotzdem sollte ich jetzt Meter gewinnen.

    Achja, der Titel des Beitrags ist vielleicht noch etwas komisch. Eines vorweg, Caligula mag Rumänien nicht und spielt wie Pumukl eben seinen Meister Streiche. Aber dazu später mehr.

    Tagesziel soll irgendwo bei den UNESCO Moldauklöstern, mit ihren prachtvoll bunt bemahlten Fassaden, liegen. Ob es dazu heute aber kommen wird? Mal sehen.

    Ich bleibe dann kurz beim Prisloppass stehen. Natürlich gibt es hier eine Kirche.

    Dann geht es weiter. Es ist relativ viel Gegend zu sehen. Aber was ist denn das in Ciocăneşti. Das sehe ich mir an. Die Fassaden vieler Häuser sind mit Ornamenten versehen. Schön. Und Ömi und Öpi schuften überall im Dorf. Na dann weiter zum ersten Kloster Namens Moldoviţa.

    Ich schlängle mich gerade so die Serpentinen hoch und plötzlich, was ist das. Scheiße. Es brutzelt voll laut. Mein erster Gedanke, nein die Elektronik. Brennt der Kühlschrank. Nein. Die Batterie, keine Ahnung. Ein Blick auf die Straße und rein in die Parkbucht. Mensch hab ich immer Glück. Schiebetüre auf. Erstmal nix elektrisches defekt. Was dann. Hmm, der Teppich ist nass und dann realisiere ich was Caligula getrieben hat. Du Scherzkeks. Er hat einen Springbrinnen gezaubert aus dem Gebläse. Naja, dann ist es eh nicht so schlimm. Ist ja nur die Kunststoffschraube. Caligula hat 2022 bei meiner Rumänienreise schon Scherze mit mir getrieben. Er hat den Keilriemen in 10.000 Einzelteile zerfetzt und dann bei der Rückreise hat er sein Revier makiert in Form von tropfenden Kühlwasserrohren.

    Ich kontaktiere dann mal die Gelben Engel per App. 15 min später ein Anruf. Sie schicken einen Abschlepper. Nächster Anruf so gegen 15:37. Also in 27 min. Angerufen wurde ich vom rumänischen Pannendienst um 15:30. Abschlepper ist 15 km entfernt. Ok. Dann mal Aussicht genießen und sich ein Leckerlie gönnen. Und um 16:08 war Caligula schon aufgebockt.

    Mensch hatte ich ein komisches Gefühl in der Magengegend als der Pannenfahrer meinte: Hält der Wagen? Ich hoffe doch. So dann stehen wir vorm Bosch Dienst. Heute passiert nix mehr. Morgen wird dann repariert. Und ich gönn mir eine Nacht im Hotel. Zahlt ja der gelbe Engel. Und dem Chef der Bosch Werkstatt gehört auch das Hotel. Dürfte ziemlich viel verdienen dann. Ich bin noch in der Werkstatt und fülle alles aus, klingelt nicht das Telefon. Der ÖAMTC meldet sich und fragt ob alles OK ist. Echt ein super Service.

    Nach einer herrlichen Dusche geht es dann noch kurz in die Stadt und dann zum Abendessen. So geht es mir schon gut.
    Meer informatie

  • Springbrunnen reparieren!

    20 augustus, Roemenië ☀️ 30 °C

    Sodala. Dann schauen wir mal wie lange die Reparatur dauern wird. Ich bin um 08:00 da. Nur stoßen die Mechaniker erstmal mit Rum an. Dann wird mir ein Mann zugeteilt. Wir bohren die Kunststoffschraube mal mit einem Linksausdreher heraus. Dann geht der Freundliche auf die Suche nach einer Schraube. Findet irgendwie nix passendes. Läuft dann voll lange im Kreis und hat dann die Idee die Schraube mit dem passenden Gewinde abzuschneiden, dann in diese Schraube ein Gewinde zu schneiden und dann das Teil auf eine andere Schraube zu drehen. Und das Ganze dann mit Teflonband abzudichten. Wenn er das Teflonband nur finden würde. Ich bin da mal skeptisch. Er lässt sich aber nix sagen. Naja, versteht auch kein English. Als ich die Konstruktion dann gesehen habe nach 30 min sagte ich nur Nein. Das hält nicht. Er war nicht so begeistert und plötzlich stand neben mir ein Mann aus Sri Lanka. Er spricht English und so haben wir die Lösung gleich, da er nicht beratungsresistent ist. Ein Stück Edelstahlrohr und 2 Schlauchschellen. Somit ist der Lüfter abgeklemmt und es funktioniert wieder. Warum nicht gleich so. Dann erstmal runter von der Plattform und Kühlwasserstand kontrollieren. Ok, der Nachfüllbehälter ist ziemlich leer. Aber der Ausgleichsbehälter Randvoll. Ich füll mal knapp 1 Liter Wasser nach und mache eine Probefahrt. Passt alles. Entlüften brauche ich demnach nicht.

    Dann dauert es noch Ewigkeiten für die Rechnung. Die Reparatur hat mich 200 RON, also 38 Euronen, gekostet. Vollkommen ok. Vor allem hatte ich das Vergnügen im Hotel zu nächtigen und kam dadurch in den Genuss 2 mal zu duschen. Herrlich.

    Nun geht es aber weiter zum ersten der beiden bemalten Kloster. Davor mache ich aber einen kurzen Abstecher in ein Eiermuseum. Lucia Condrea hat in 50 Jahren mehr als 30.000 Eier bemalt. Jaja, jeder hat andere Hobbies. Schön anzusehen vor allem da es das einzige Museum dieser Art ist. Eintritt mit 4 Euro ist noch OK. Mich hat dabei die symmetrische Anordnung der Muster sowie das Detailreichtum fasziniert.

    Jetzt aber zum Kloster Moldoviţa. Es tummeln sich die Touris. Und die Nonne kassiert mit finsterer Mine 3 Euronen Eintritt. Faszinierender Innenhof mit imposanter bemalter Kirche. Was mich aber stört ist, das man nicht photographieren darf. Die Nonnen werden da gleich laut, wenn sie einen erwischen.

    Nach einem kurzen Abstecher in einer Töpferei geht es zum nächsten UNESCO Kloster namens Suceviţa. Die bemalte Kirche wird gerade restauriert. Nur dabei haben sie es etwas übertrieben. Der Dachstuhl sieht meiner Meinung nach zu modern aus. Sonst sieht die Kirche ähnlich auch. Kann aber auch daran liegen, dass ich schon so viele Kirchen ähnlicher Art bei meiner Rumänienrundreise 2022 gesehen habe. Nur waren die halt nicht in der UNESCO Liste gelistet.

    Die Zeit verfliegt. Es ist schon wieder späterer Nachmittag. Ich entschließe mich zur Burg in Suceava zu fahren und dort auch zu Nächtigen. Achja, auf Instagram hat die Burg super toll ausgesehen. In der Realität war es nicht mal ein Photo wert.

    Und, da Roman aus Pridnestrovie wissen will wann ich komme, mache ich mal eine Recherche. Bin ja sowas von gut vorbereitet. Ok. Ich komme am Samstag und freue mich rießig auf das Abenteuer, ein nicht anerkanntes Land zu bereisen und mit einem dort Lebenden zu reden. Bleibt gespannt.
    Meer informatie

  • Auf geht's nach Moldawien.

    21 augustus, Roemenië ☀️ 35 °C

    Ich habe heute sehr gut geschlafen. Nach einem Frühstück sehe ich mir mal Botoşani an. Ich brauche etwas Bewegung. Nur den ganzen Tag sitzen und fahren kann nix. Botoşani ist nix besonderes. Es war aber trotzdem nett das Leben der Leute zu beobachten. Und dann ging es auch schon weiter Richtung Bălţi, Moldawien. Die Landschaft ist übersäht mit Sonnenblummenfelder. Soweit das Auge reicht.

    An der Grenze angekommen ist Mal Maut für die Brücke fällig, 21 RON also 4€. Eintritt für ein Springreittunier wäre besser gewesen. Die Straße ist übersäht mit tiefen Schlaglöchern und verdient den Namen nicht.
    Dann stoppt mich eine junge Grenzbeamtin russischen Ursprungs in Tarnkleidung vom Militär. Sie denkt das ich russisch kann, weil ich auf russisch Hallo gesagt habe. Dem ist aber nicht so. Sie nimmt meine Papiere und verschwindet dann 10 min für die Formalitäten in ihrer kleinen Hütte. Ich denke mir, kake, Internet. Moldawien nix mehr EU. Hätte mir eine SIM-Karte besorgen sollen. Aber mein Vertrag funktioniert trotzdem kostenlos. Langsam aber es geht. Und dann lege ich gleich mal Pause für Photos ein. Die Straße ist echt in einem sehr miserablen Zustand. Die Einheimischen geben aber Vollgas und überholen immer. So nach dem Motto, man kann eh ausweichen.

    Das Bushäuschen ist schon cool mit den vielen Mosaiken.

    Mein Nachtquartier schlage ich dann in der Nähe eines Schwimmbades in Bălţi auf, wo ich mir auch Lecker Nudeln mit Soße, Tomaten, Paprika und Käse zaubere. Gute Nacht.
    Meer informatie

  • Pridnestrovie bzw. Transnistrien ich komme!!!

    22 augustus, Moldavië ☀️ 28 °C

    Roman kann mich heute so gegen 17:20 über die Grenze nach Transnistrien bringen. Somit sehe ich mir noch Bălți an. Kleines Städtchen mit doch sehr monumentalen Flair. Es wird viel verkauft von den Einheimischen und ist doch eher dem Verfall gewidmet. Ich nutze es auch, um Bargeld zu beziehen. Gar nicht so einfach bei den horrenden Gebühren. Schließlich gibt mir ein Automat 200 € in Dingldangl mit nur 4€ Spesen raus. Naja, ist halt so und wird immer teurer das Bargeldabheben.

    Und dann, was sehen meine Äuglein da. Kvas, das fermentierte Brotgetränk. Habe es in Belarus literweise konsumiert. Ich liebe dieses Gesöff und hätte nicht gedacht es hier zu finden.

    Später gehe ich in einen Supermarkt und hole mir gleich mal eine große Flasche davon. Die Preise sind hier ungefähr die Hälfte im Vergleich zu Österreich. Also für mich günstig aber für die Einheimischen bei dem geringen Einkommen von ca. 700 € bis 1000€ im Monat doch schon sehr hoch.

    Jetzt aber auf zur Grenze. Ich warte und Roman kommt dann ca. 20 min zu spät. Es geht los. Beim Schranken die Erste kurze Kontrolle. Dann weiter über die Brücke. Passkontrolle und Formalitäten sowie Check von Caligula. Dann weiter, um die Maut zu bezahlen. 5€ sind fällig. Nach ca. 20 min ist alles erledigt. Ich halte meine Papiere und das Visum bis 27.8 in den Händen. Einen Stempel in den Pass gibt es allerdings nicht, sondern nur ein Stück Papier. Das sollte ich keinesfalls verlieren. Schon praktisch wenn ein Einheimischer alles für dich erledigt. Danke Roman. Achja, Roman ist ein Freund eines Freundes eines Freundes von mir. Also ein Unbekannter für mich. Trotzdem kümmert er sich um mich und nimmt mich auf. Mensch ich bin in Transnistrien, genauer gesagt in Rîbnița. Gemeinsam fahren wir dann zu seinem Sommerhaus. Es liegt ca. 30 min nördlich von Rîbnița. Die erste Frage von Roman an mich ist, warum ich Transnistrien bereise. Ich sage nur, da es hier ja so gefährlich ist und einem alles gestohlen wird. Er versteht aber nicht ganz was ich damit meine.

    Dann kommen wir an, das Haus ist keine Hütte, sondern ein Anwesen mit großem Tor bei der Einfahrtsstraße. Inmitten des Grundstücks ein Bach, Bäume und ein Schwimmbad. Aktuell sind seine Verwanden aus Italien auf Besuch. Und es wird gegrillt. Herrlich lecker und schön so empfangen zu werden. Nur mit der Kommunikation ist es etwas schwierig, bis auf Roman, er spricht English da er mehrere Jahre in Amerika war. Die anderen verstehen ein wenig dieser Sprache, tun sich aber swhr schwer beim Sprechen.

    Nach dem Essen geht es noch auf einen Aussichtspunkt, dem Turm des Windes. Schon komisch, dass ein Fluss Welten trennt.
    Meer informatie

  • Roman ist mein Führer.

    23 augustus, Moldavië ☀️ 26 °C

    Ich wache auf und koche mir mal Kaffee. Später treffe ich dann Roman. Er hat sich noch um seine abreisenden Verwandten gekümmert. Dann bereitet er lecker Frühstück für mich zu. Achja, sein Sommerhaus ist einfach ein Traum.

    Zu Mittag fahren wir dann in den Norden in die Stadt Camenca. Erstmal Geld wechseln. Mit Karte, also Visa oder Mastercard, ist nicht möglich. Funktioniert nicht. Ok, dann mal 240€ wechseln und dafür 4464 transnistrische Rubel bekommen. Kurs liegt demnach bei 18.6 PRB/€. Jetzt kenn ich mich aber bald nicht mehr aus. Habe RON von Rumänien, MDL von Moldawien und jetzt transnistrische Rubel (PRB) in meiner Brieftasche. Voll irre. Und es gibt sogar einen 25 Rubel Schein. Ob ich die Plastikmünzen auch noch bekomme? Ich hoffe es.

    Dann zeigt er mir den Peter Wittgenstein Park in Camenca. Peter Wittgenstein war ein russischer Feldmarschall aus einem deutschstämmigen Adelsgeschlecht, der in den Napoleonischen Kriegen berühmt wurde, besonders als Verteidiger der Nordfront und als „Retter von St. Petersburg“. Darum gibt es den Park hier. Interessante Geschichte, der Park ist aber nicht so prickelnd. Dann wird Caligula mal getankt, er war durstig und ist fast leer. Zuerst wird aber im Häuschen bezahlt, erst dann kommt der Sprit raus. Einfach, oder. Mann muß halt nur wissen wieviel man tanken will.

    Und in eine Polizeikontrolle bin ich auch geraten. War aber einfach als Roman mit ihnen zu quatschen begann. Also nicht ich, sondern Roman. 🤣

    Danach geht es auch wieder zurück. Die Landschaft ist geprägt von Landwirtschaft. Kurz vor seinem Sommerhaus biegen wir dann noch zum Herrenkloster Stroiesti ab. 3 km Schotterstraße. Kloster ist umgeben von einen Wald, und die Kirche besteht aus mächtigen Holzstämmen. Und sie ist verschlossen. Dann geht es auch wieder zurück. Es ist knapp 16:00 und ich chille im Schatten und recherchiere mal was es morgen so in Tiraspol, der Hauptstadt Transniatriens, so zu sehen gibt. Es war schon lässig das Roman mir heute Sachen gezeigt hat. Nur habe ich irgendwie mehr erwartet. Habe die brutalistisch aussehenden Bauwerke vermisst. Ich hoffe, das kommt dann noch in Tiraspol oder auf den Weg dorthin.

    Am Abend gibt es dann noch Lecker Essen. Ich unterhalte mich dabei mit Roman. Frage ihn ob er noch Geheimtips in Tiraspol oder am Weg dorthin kennt. Er stottert ein wenig und sagt nur, er kenne sich nicht wirklich aus in Tiraspol. War dort immer nur zum Arbeiten. Ok, denke ich mir. Aber mir würde es mit Graz gleich gehen, wenn jemand insider Wissen benötigen würde. Den Rest des Tages wird dann noch telefoniert. Muss ich ausnützen wenn ich Internet habe. Morgen geht es dann schon früh los, denn Roman muss zur Arbeit und Roman macht dann weiter Urlaub alleine. Verwirrend, oder?
    Meer informatie

  • In die Hauptstadt nach Tiraspol.

    24 augustus, Moldavië ☁️ 23 °C

    Sodala, die Zeit bei Roman geht zu Ende. Nach einem Frühstück fahren wir gemeinsam nach Rîbniţa. Viel zu sehen gibt es allerdings auch hier nicht. Ich bringe Roman dann zu seiner Winterwohnung. Er muss da noch was erledigen und dann zur Arbeit. Danke für alles, es war mir eine Ehre.

    So ziehe ich wieder alleine weiter Richtung Hauptstadt Tiraspol. Ich bleibe öfters stehen, um mir auch einen Überblick über die Dörfer zu machen. Einige Photos gibt es auch dazu, aber vor allem von den Monumenten und Mosaiken. Na toll, fängt es nicht an zu regnen. Aber nur kurz. Dann ist es wieder schön.

    Ich komme in Tiraspol an. Erster Eindruck. Hmmm, Naja. Bin ich von meiner Reise nach Belarus geschädigt und hab mir zu viel erwartet. Aber erstmal zum Campingplatz Red Star. Ich komme an. Hmm, ist da jemand. Ich läute mehrmals an und nach ein paar Minuten kommt dann jemand. Es gibt einen Wiesenparkplatz und eine Solardusche. Weintrauben kann ich auch essen. Lecker. Aber das Manko ist, es gibt keine Toilette. Egal. Hab ja sowieso keine Wahl, denn das ist der einzige Campingplatz in Tiraspol. Und 25 € für 3 Nächte ist OK, denn die Attraktionen sind fußläufig in 15 min erreichbar. Auch super.

    Nach einer Dusche spaziere ich mal in die Stadt rein. Ich habe Hunger und gehe zum CCCP-Restaurant. Diese sah auf Instagram Mega lässig aus. Es ist nett sowjetisch dekoriert und schon ein Highlight, aber keinesfalls so wie promotet. Das Essen ist aber echt mega lecker. Borschtsch ist der Hammer. Mit Knoblauch-Tomatensoße zum Brot eintunken. Die Soße muss ich zu Hause auch mal machen. Knapp 13 € mit Getränk ist ok. Preise sind vergleichbar mit Moldawien.

    Ich sag es euch. Irgendwie läuft mir die Zeit davon. So ein Tag ist echt sehr schnell vorbei. Hab ja nur mehr bis 27.8 um 17:49 mein Visum und noch so viel vor.
    Meer informatie

  • Tiraspol Tag 1: Ich muss alles sehen

    25 augustus, Moldavië ⛅ 28 °C

    Am späteren Vormittag geht es dann los. 15 min Fußmarsch in die Stadt und die Sonne brennt herunter. Ich muss sagen hier im nicht anerkannten Land gibt es echt viele und schöne Parkanlagen. Danach geht es zum grünen Markt. Es herrscht Shoppinglaune. 100erte Stände und es wird geschleppt. Die Waren sind auch viel günstiger als im Supermarkt. Und was mir noch auffällt, es ist super sauber. Normal, oder besser gesagt, sind in Asien die Märkte immer relativ ekelig. Hier nicht. Es gibt sogar einen gekühlten Raum für Fleisch und einen für Milchprodukte. Und hinter dem Markt ist es sofort wieder ländlich.

    Danach spaziere ich zum Regierungsgebäude und zu einem Gedenkpark. Es ist super heiß, na klar du Idiot. Es ist auch Mittagszeit. Ich such mir mal ein Café mit WLan und kühle mich mal ab. Dabei fällt mir schon wieder auf, daß so wie in Belarus die Frauen so gekleidet sind als würden sie fortgehen. Echt schräg.

    Und dann geht es in den Untergrund in eine sowjetische Kantine. Bei den Preisen ist sie aber nur für Touris. Auch das Essen ist nicht wirklich prickelnd. Stand aber auch schon in den Google Maps Bewertungen. Aber das Ambiente war schon sehr cool.

    Am späteren Nachmittag bin ich dann zurück zum Campingplatz. Alles verschlossen um Duschen zu gehen. Na toll. Zum Glück habe ich noch meine Solardusche. Am Abend wollte ich dann noch kurz in die Stadt. Ich schon am Weg habe ich Dimitri getroffen. Im gehört hier alles. Sein Vater wohnt auch hier. Dimitri ist auch Tourguide. Wir quatschen dann so und er ist von Caligula mächtig begeistert. Wie so viele halt. Und das interessante dabei ist, das er gesagt hat, das es transnistrisches Gesetz ist, dass wenn das Visum ausläuft mann noch 24 h Zeit hat, um auszureisen. Das wäre cool. Überleg ich mir noch.

    Achja, wollte morgen auch eine Walking Tour machen. Wurde leider abgesagt und auf Donnerstag verschoben. Na toll. Es stellte sich aber noch heraus, dass es gut war. So recherchierte ich noch ein wenig und stellte mit erschrecken fest, das Bender auch noch in Transnistrien liegt. Gut das ich mir das angesehen habe oder per Zufall drauf gekommen bin. Dachte nämlich das Transnistrien nur östlich des Dnister existiert. Falsch gedacht.
    Meer informatie

  • Tiraspol Tag 2: Es schüttet den ganzen Tag!

    26 augustus, Moldavië 🌧 22 °C

    Die Nacht war nicht wirklich erholsam. Es hat geregnet und demnach bin ich durch das prasseln vom Regen immer wieder Wach geworden. Es hört im Laufe des Tages dann immer mal wieder auf zu regnen. Und es hat ziemlich abgekühlt. Trotzdem sehe ich mir zuerst ein Paar Denkmäler an fahre dann ins Flaschenmuseum. Sozusagen Schlechtwetterprogram. Es hat sich aber voll gelohnt. Der Besitzer, also der Sohn des bereits verstorbenen Vaters, führt mich. Er ist voll lustig drauf und erklärt mir mit viel Witz Geschichten zu den Flaschen. Und wie hat das ganze begonnen, durch Zufall wie so oft im Leben.

    Gegründet wurde dieser einzigartige Ort 1988 von Grigory Korzun, einer echten transnistrischen Legende. Korzun war Textilunternehmer und leidenschaftlicher Präsident des Fußballclubs Tiligul Tiraspol. Seine sportlichen Reisen rund um den Globus nutzte er für ein ganz besonderes Hobby: Er brachte von überall skurrile, original verschlossene Spirituosen mit. Als sein Elternhaus aus den Nähten platzte, baute er kurzerhand die Riesenflasche in den Hof. Im Inneren taucht man in eine völlig andere Welt ab. Über 10.000 Flaschen aus mehr als 105 Ländern lagern in den aufwendig dekorierten Räumen. Die Formen grenzen an Wahnsinn: Alkohol abgefüllt in Pistolen, Glühbirnen, Zügen oder gar den Büsten historischer Persönlichkeiten. Das älteste Fundstück der Sammlung ist ein Cognac von 1852. Besonders charmant: Der Komplex wird bis heute von Korzuns Familie betrieben, die den Geist des 2021 verstorbenen Gründers lebendig hält. Ein absolut unvergesslicher, skurriler und gastfreundlicher Zwischenstopp abseits jeglicher Touristenpfade!

    Nach der kurzweiligen Führung geht es noch zum Einkaufen und den Durst Caligula's zu stillen. Danach steht nur mehr am Program, den Regen zu lauschen. Duschen wird verschoben, da die Solardusche kalt ist!
    Meer informatie

  • Tiraspol Tag 3: Kalt, windig und regnerisch

    27 augustus, Moldavië 🌧 18 °C

    Herrlich wenn der Nieselregen beim Frühstücken auf das Dach prasselt. Es hört dann auf und ich zieh mich warm an. Um 09:00 startet die Guru Walking Tour mit Alexander. Er ist erst 16 und geht noch zur Schule. Und dann geht es schon los mit all den Infos. Offiziell werden 3 Sprachen hier gesprochen, nämlich Russisch, Ukrainisch und Rumänisch. Alexander erzählt auch, dass viele 3 Reisepässe haben. Neben den aus Pridnestrovie auch einen aus der Ukraine und einen aus Moldawien. Mit dem aus Pridnestrovie kann man ja nix anfangen, denn wenn ein Land nicht anerkannt ist, sind ja alle Dokumente nicht gültig. Außer im eigenen Land. Ähnlich mit dem Schulsystem. Nach Abschluss der Schule gehen die Kids nach Moldawien für 1 Jahr, um sich die Ausbildung anrechnen zu lassen. Schon heftig diese Einschränkung. Sie besitzen auch alle mehrere Kreditkarten, denn mit dem abgeschottet Zahlungssystem in Pridnestrovie funktioniert halt Visa oder Mastercard nicht.

    Danach geht es in ein Museum. Alexander kennt sich echt gut aus mit seinem Alter.

    Pridnestrovie entstand im Zerfall der Sowjetunion, als sich der Konflikt zwischen der Zentralregierung in Chișinău und der mehrheitlich russisch- und ukrainisch-sprachigen Bevölkerung östlich des Dnister verschärfte. 1989 lösten Sprach- und Nationalitätsfragen Proteste aus, weil in Moldawien Moldauische bzw. Rumänische politisch aufgewertet wurde und sich viele Menschen in der Region nicht ausreichend vertreten fühlten. 1992 kam es zu einem kurzen Krieg zwischen Moldawien und Transnistrien. Der Konflikt endete mit einem Waffenstillstand, der am 21. Juli 1992 in Moskau vereinbart wurde; die Feuerpause stoppte die militärischen Kämpfe und schuf eine Sicherheitszone. Moldawien erkannte die Abspaltung nicht als rechtmäßig an, akzeptierte aber faktisch, dass der Konflikt eingefroren blieb.

    Nach dem Museumsbesuch regnet es schon wieder. Wir gehen zum Markt und fahren dann mit einem der uralten Busse zu einem Park. Leider ist ein Teil abgesperrt, und so sehe ich das Riesenrad nur von der Ferne. Der Spielplatz sieht aus wie jener in Tschernobyl. Bevor wir wieder zurück fahren, gönnen wir uns noch ein sowjetisches Eis.

    Nach einem Nickerchen, denn es regnet ja, gönn ich mir mal mein obligatorischen Reise-Hipp. Lecker, Lecker. Viel bringt der Tag dann nicht mehr, außer dem Regen zu zu sehen.

    Achja, heute müsste ich eigentlich ausreisen. Ich vertraue mal Dimitrie und reise dann morgen aus. Ob die 24 h Regel wirklich stimmt?!?!
    Meer informatie

  • Goodbye Pridnestrovie!

    28 augustus, Moldavië ☁️ 19 °C

    Sodala, jetzt geht es weiter. Erstmal über den Fluss nach Bender. Das gehört ja auch noch zu Pridnestrovie wie ich gelernt habe.

    Die Festung Bender ist eine osmanische Festung aus dem 16. Jahrhunderteinzige und einzige Stadt Transnistriens westlich des Flusses. Die Festung war ziemlich verfallen und wurde aufwendigst, wenn auch nicht komplett originalgetreu, restauriert. Für das was man sieht, ist der Eintritt sehr hoch. Und die EU sponserte auch. Finde ich schon sehr arg. Aber, was soll man dazu noch sagen.

    Danach geht es zum Markt und abschließend dann noch in eine sowjetische Kantine Essen. Verhältnismäßig günstig hier. Und jetzt dann über die Grenze. Es dürfte gestimmt haben, dass man 24 h Zeit hat auszureisen, wenn das Visum abläuft. Oder dem Grenzer war es einfach schlicht und einfach egal.

    Zu Pridnestrovie: es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Aber ich vermisse die brutalistischen Gebäude hier. Meiner Meinung nach hat es nur einen Hauch von sowjetisch. Da kann Belarus viel viel mehr. Und die Menschen in Pridnestrovie sind nicht so aufgeschlossen und offen wie in Belarus. In Belarus hat mich jeder angesprochen. Hier nicht.

    Gut, nachdem Caligula die Tankstelle in Moldawien leergesoffen hat, habe nämlich nur 45 Liter bekommen dann war sie leer, geht es weiter. Nur wohin. Cool. Hier ist ein See in Puhoi und eine Weinkellerei gibt es auch. Der See ist echt cool. Da bleibe ich sicher heute Nacht. Aber zuvor noch in die Weinkellerei ASCONI. Es ist mächtig viel los. Die Leute schleppen Kisten von Wein nach Hause. Ich bewege mich in die Verkostung. Lecker, Lecker. Vor allem gibt es auch Weine aus Weintrauben die ich noch nicht kenne. Für morgen um 17:00 hab ich dann auch eine Führung organisiert. Bin gespannt.

    Dann fällt mir auch noch ein, ich brauche noch die Vignette für Moldawien. Die ist abgelaufen. Upsi. Klappt aber nicht, kann online nicht zahlen. Na dann eben morgen bei einer Tankstelle. Ausländische Autos benötigen für alle Straßen eine Vignette. Herrlich!

    Dann zurück zum See und Abend ausklingen lassen.
    Meer informatie

  • Walking Tour in Chişinău und ASCONI Weingut.

    29 augustus, Moldavië ☀️ 14 °C

    Nach einem herrlichen Sonnenaufgang mache ich mich dann schön langsam auf den Weg nach Chişinău. Hab um 10:00 eine Walking Tour. Aber zuvor noch versuchen bei einer Tankstelle die Vignette zu bekommen. Trotzt Sprachbarierre zeigt mir die Mitarbeiterin den Automaten. Easy. Nach 5 min hab ich alles eingegeben. Klappt nicht. Nochmal, error an der Maschine. Dann halt mit Bargeld. Klappt, nur gibt es kein Wechselgeld. Egal.

    Im Zentrum von Chişinău angekommen finde ich gleich mal einen Parkplatz. Es hat mich sowieso gewundert, dass der Verkehr relativ geordnet und nicht zu viel ist. Ist doch schon eine größere Stadt.

    Andrei führte uns durch Chișinău — eine Stadt ohne das klassische historische Zentrum, die man fast vergeblich nach touristischen Schmuckstücken absucht. Aber genau das war es, was diese Tour besonders machte: Statt Fassaden zeigte er uns das, wofür dieses Land wirklich steht.
    Zuerst erklärte er das offizielle Tourismussymbol: den Lebensbaum. „Das ist Moldau", sagte er dabei sinngemäß — ein Symbol, das erzählen soll, wofür das Land bekannt ist. Danach wurde die Tour zu einer Reise durch Geschichte, Politik und Sprache.
    Er erzählte, dass Moldau einst groß war und sogar eine Flotte mit einem Hafen im Schwarzen Meer hatte — und dass Suceava in Rumänien lange Zeit die Hauptstadt des moldauischen Fürstentums war. Der Blick zurück machte die Gegenwart umso klarer: Es gibt heute keinen offenen Konflikt mit Transnistrien, doch die Frage der Staatsbürgerschaft ist kompliziert — zwei Pässe sind ok, drei nicht. Viele in Transnistrien Lebende haben aber 3 bis 4 Pässe. Er verwies auf die Gagausen im Süden: eine türkischsprachige Minderheit, die einst vom Kaspischen Raum kam, mit anderer Religion und spürbaren Spannungen.
    Von der Politik bleiben mir besonders zwei Bilder: dass der Präsident mehr Macht hat als die Regierung, und das Bild des Aufstands — von einer Abstimmung und Wahlen, die das Ende des Sozialismus markierten. Und dann die Gegenwart in Zahlen: 55 Prozent gelb, pro-EU, 26 Prozent rot, sozialistisch — die Situation ist heute einfach eine andere. Dahinter schwingt die alte Idee mit, Moldau wieder mit Rumänien zu vereinigen.

    Und dann ist es auch schon wieder vorbei nach 2 h. Da ich noch immer kein Internet habe besorge ich mir mal eines. 50 GB für 15 Tage um 2.5€. Und das coole dabei, ich brauche nicht mal einen Ausweis vorlegen. Irre. Danach gehe ich noch lecker Essen. Fleisch mit Polenta, Käse und Soße. Dann stresst es mich schon fast wieder. Zurück zum See Duschen und etwas relaxen. Um 17:00 habe ich dann die Weintour bei ASCONI gebucht.

    Es ist 17:00 und es geht los. Dass die Weinberge nicht direkt um das Weingut herumliegen, sondern gut zehn Kilometer entfernt, war eine der ersten überraschenden Informationen, die ich bei der Führung erfuhr. Insgesamt sind es 550 Hektar, die seit 1994 von derselben Familie bewirtschaftet werden. Der Name Asconi ist dabei die Marke, die dem ganzen Betrieb das Gesicht gibt: Aus einer ehemaligen Traubenverarbeitungsanlage, die nach der Privatisierung in Familienhand überging, ist hier ein Weingut entstanden, das Tradition und industrielles Können auf bemerkenswerte Weise verbindet.
    Schon beim Einstieg wurde mir bewusst, dass ich es nicht mit einem kleinen Familienbetrieb zu tun hatte: vier Millionen Flaschen verlassen das Weingut jedes Jahr, verarbeitet auf vier Linien zu je zwanzig Tonnen Kapazität. Diese Zahlen waren eindrucksvoll, aber erst das Gespräch über die Logistik rundete das Bild. Neunzig Prozent der Produktion gehen ins Ausland, und England ist dabei der stärkste Abnehmer – ein erstaunlicher Fokus für ein moldauisches Weingut. Am Rande erfuhren wir dann noch, dass der jüngste Handelspartner in Jamaika liegt, und dass selbst die Flaschen, in die der Wein später gefüllt wird, eigens aus Italien bezogen werden. Kein Detail scheint hier dem Zufall überlassen zu sein.
    Im Herzen der Produktion wurde es dann richtig technisch. Für Weißwein und Rosé wird die Maische zuerst per Wärmeaustausch auf zehn bis zwölf Grad heruntergekühlt, bevor sie in die Pressen gelangt. Anschließend entscheidet die Zeit auf der Maische über den Charakter des Weins: Beim Weißwein lässt man sie rund vierundzwanzig Stunden liegen, beim Rosé nur sechs – weil Kern und Schalen hier kaum Gelegenheit haben sollen, ihre Aromen abzugeben. Danach dominiert draußen ein imposanter Anblick: die großen 30.000-Liter-Tanks, in denen die Gärung abläuft. Ein Rotwein braucht darin etwa eine Woche, ein Weißwein ist schon nach rund vier Tagen so weit, dass er weiterversorgt werden kann.
    Richtig spannend wurde es dann im Kaltbereich, wo klar wurde, wie viel Sorgfalt hinter einem klaren, sauberen Wein steckt. Der Wein wird auf minus vier Grad heruntergekühlt, damit die Schwebstoffe langsam zu Boden sinken; dabei lagert sich der sogenannte Weinstein ab, jene Weinsäure-Kristalle, die zu den klassischen Herausforderungen der Kaltstabilisierung zählen und jedem Winzer bekannt sind. Gefiltert wird anschließend mit Kieselgur, einem feinen Pulver, das selbst winzige Partikel zurückhält. Was mich besonders beeindruckte, war der Kontrast zwischen Hightech und Handwerk: Während die Abfüllanlage vollautomatisch und präzise ihre Arbeit verrichtet, werden die Tanks bis heute ausnahmslos von Hand gereinigt – ein Detail, das zeigt, wie viel persönlicher Einsatz in diesem Betrieb steckt.
    Am Ende der Linie war der Moment gekommen, an dem sich entscheidet, was später im Glas und in der Nase ankommt: der Verschluss. Beim Weißwein setzt man auf den Schraubverschluss, der den Sauerstoff zuverlässig draußen hält, während man bei anderen Weinen bewusst auf den Korken setzt, der dem Wein das Atmen ermöglicht. Auch moderne Composite-Korken, also Presskorken aus gemahlenem Naturkork, kommen hier zum Einsatz – man merkt, dass jedes Flaschenformat seinen eigenen, durchdachten Weg nimmt.
    Den stimmungsvollen Abschluss bildeten schließlich die Eichenfässer: kühle, leicht feuchte Luft, gedämpftes Licht und dieser unverwechselbare Geruch von Holz und gereiftem Rotwein, der einem sofort im Gedächtnis bleibt. Als ich danach hinaus in die warme Sonne trat, wusste ich: Das war mehr als eine Standardbesichtigung – es war ein Einblick in ein Weingut, das mit nahezu wissenschaftlicher Präzision arbeitet und dabei die alte Winzerkunst niemals aus den Augen verloren hat. Und die Frage, welche Flasche wohl zu Hause auf den Tisch kommen soll, hatte ich mir längst gestellt.
    Meer informatie

  • Gammeln am Fischersee in Puhoi

    30 augustus, Moldavië ☁️ 29 °C

    Irgendwie bin ich heute zu faul was zu machen. Bin ja auch schon 14 Tage unterwegs. So gammle ich einfach mal bis später am Nachmittag. Danach fahre ich nach Chişinău und gehe einkaufen. Und direkt im Zentrum an einem kleinen See finde ich auch einen geeigneten Schlafplatz an einen riesengroßen Parkplatz. Morgen ist ja der Tag der Sprache, also Feiertag. Mal schauen ob da was los ist in der Stadt. Der Führer von der Walkingtour meinte schon.Meer informatie

  • Tag der Moldawischen Sprache.

    31 augustus, Moldavië ☀️ 26 °C

    Der Schlafplatz mitten in der Stadt war echt lässig und vor allem ruhig. Nicht weit davon entfernt gibt es ein kleines Café neben dem Strand. Herrlich. Ich gehe danach zu der Kaskadentreppe. Das würde bei uns nicht möglich sein. Eine Gruppe von Burschen plantscht im kühlen Nass. Und das einfach so.

    Gut, ich entscheide mich einfach die 30 min weiter ins Zentrum zu latschen. Denn da heute Feiertag ist, ist es mit dem Parken sicher nicht so einfach. Ich quere dabei einen Park nach dem Anderen und passiere auch ein Café nach dem anderen. Viel los ist noch nicht für den Tag der Sprache. Aufgebaut aber schon. Eine riesengroße Bühne und einige Stände. Wahrscheinlich geht alles erst am Abend los. Oder es ist halt nur was kleines. Wer weis das schon. Gefunden habe ich nicht wirklich ein detailliertes Programm. Wie so oft. Schwierig halt.

    Egal, ich geh mal in den Supermarkt und lösche meinen Durst mit Flüssigen. Es ist echt irre wie viel auf einmal los ist. In der Kantine, in welcher ich Mittag machen wollte, hat geschlossen. Hmm, von der Zeit würde es noch passen ins Weingut Mileştii Mici zu fahren. Ok, dann mal 60 min zu Caligula latschen. Nicht weit vom Weingut entfernt gibt es einen kleinen See. Dort könnte ich Duschen. Gesagt, getan. Dort angekommen treffe ich einen Deutschen. Nein, er ist Moldawier und ist gerade nach 25 Jahre Leben in Deutschland erstmals wieder auf Heimaturlaub. Er spricht Deutsch und ich bleibe einfach hier. Das Weingut läuft ja nicht davon. Cool an diesem Platz ist auch, das fußläufig ein Supermarkt ist. Wir gehen einkaufen und essen dann auch gemeinsam. Schön. Und eine Wassermelone habe ich mir auch gegönnt. Das Kilogramm kostet unglaubliche 0.25€. Irre. Wie verdient man da noch was dabei.
    Meer informatie

  • Mileştii Mici und fahrt nach Orhid.

    1 september, Moldavië ☁️ 26 °C

    Nach einer ruhigen Nacht wird dann auch gemeinsam gefrühstückt bevor ich zum weltgrößten Weinkeller Mileştii Mici aufmache. Es sind zwar nur 15 min Fahrtzeit dorthin aber ich verfahre mich mächtig. Umdrehen ist schwierig auf der 4-spurigen Straße. Aber ich komme noch rechtzeitig an. Es soll kalt werden in den Stollen, darum habe ich auch eine lange Hose an und eine Jacke griffbereit. Als wir um 11:00 mit einem elektrisch betriebenen Bummelzug starten und in den Stollen einbiegen, erschlägt es mich fast. Antarktis lässt grüßen. Auch unser weiblicher Guide ist in mehrere Schichten gehüllt. Und dann fängt sie an voller Begeisterung zu erzählen.

    Also, ich schwöre: Ich bin nur kurz wegen einer „kleinen Führung“ in Mileștii Mici rein – und plötzlich stand ich in einer ganzen Untergrundstadt, in der die Straßen nach Wein benannt wurden. Cabernet-Straße hier, Merlot-Allee da – ich hab ernsthaft überlegt, ob ich mir ein Navi für Weine einbauen soll.
    Die Fässer waren so groß, dass ich dachte, da wohnt jemand. „Nur Deko?“, fragte ich. „Nein, die sind leer – zu alt, über 50 Jahre.“ Also quasi Wein-Omas im Holzmantel. Alles bei 12 °C und 85% Luftfeuchte gelagert– perfektes Wein-Wetter, nur leider ohne Balkon.
    Dann kam die Ansage: 200 km Gänge, wir nutzen 55 km, Tour nur 5 km. Ich hab gerechnet: Selbst wenn ich jeden Tag eine der 2 Millionen hier lagernden Flasche trinken würde, wär ich in 5.475 Jahren fertig.

    Dann die goldene Galerie: 1.5 Millionen Flaschen, Guinness-Rekord, inzwischen 2 Millionen. Alles käuflich. Ich hab gefragt, ob man Ratenzahlung hat. Der Guide hat gelacht. Ich auch. Laut.
    Es gibt sogar einen geheimen Raum von 1968, 50.000 Flaschen wurden hier versteckt während eines Weinverbots. Kein Alkohol – äh, ich meine: für besondere Anlässe doch, oder? Ich hab versucht, die Tür mit Blick zu öffnen. Hat nicht funktioniert.
    Am Ende stand ich vor einem riesengroßen Eichenfass voller Cabernet und hab ernsthaft überlegt, ob ich da einziehe. Konstantes Klima, Wein an der Wand, Ruhe. Einziger Nachteil: Kein WLAN. Aber bei 2 Millionen Flaschen braucht man eh keine Freunde mehr.
    Fazit: Mileștii Mici ist der einzige Ort, wo man sich in einem Berg verirren kann – und trotzdem nur Wein riecht. Zum Abschluss gab es dann noch eine Flasche Sekt. Ob die bei einem Verkaufspreis von 2€ mundet? Wer weis das schon.

    Danach geht es zum Essen fassen. Ich fahre nach Old Orhei und da gibt es nicht viel. Bevor ich dann aber los starte gönn ich mir noch was großes.

    Und dann ist es endlich so weit. 100.000 km im 35 Jahr nach Produktion hat Caligula am Buckel. Happy Birthday! Auf die nächsten 100.000 km mein treuer Begleiter. Und nein ich bin nicht betrunken, weil es im Video so wackelt. Das ist die glatte Straße hier in Moldawien.

    Kurz vor dem Campingplatz werde ich dann auch von der Polizei angehalten. So lustig. Er versteht kein einziges Wort English. Darum reden wir einfach Deutsch. Das kann er nämlich ausgezeichnet.

    Der Campingplatz ist verhältnismäßig teuer mit 17.5€. Aber es gibt eine Waschmaschine. Somit kann ich meine bereits nach Giftgas riechende Schmutzwäsche mal entmüffeln. Gute Nacht.
    Meer informatie

  • Maximale Sonne in Old Orhei

    2 september, Moldavië ☀️ 28 °C

    Erst zu Mittag verlasse ich den Campingplatz. Warum denn nur so spät. Naja, die Waschmaschine war gestern dann noch länger belegt und hat dann Ewigkeiten gewaschen. Wäsche wurde erst um Mitternacht im Dunklen zum trocknen aufgehängt.

    Achja, Moldawien ist ja auch berühmt für die Winzer und Weinkeller. Wollte gestern noch zu den sehr schönen Branesti Cellars. War aber erfolglos. Sie sprechen kein English. Kommunikation somit nicht möglich. Schade. Es würde zwar Führungen geben in English. Aber wie soll ich anrufen und einen Termin reservieren für eine englishe Tour wenn du es nicht sprechen tust. Und viele andere Winzer handhaben es ähnlich. Denke Mal es istbdann nur möglich mit den geführten Touren. Schade. Somit bleiben halt nur die großen und sehr touristischen übrig.

    Ich komme dann in Old Orhei an. Old Orhei (Orheiul Vechi) ist Moldawiens bedeutendste archäologische Stätte: ein Freiluftmuseum in einer dramatischen Flussschlucht nordöstlich von Chişinău, in dem sich Höhlenkloster, mittelalterliche Stadtruinen und lebendige Dorfkultur auf engstem Raum begegnen. Der Eintritt ist 2.5€. Hätte ich mir aber sparen können, denn keiner kontrolliert hier irgendetwas. Entlag der Dorfstraße spaziert. Schön aber jetzt nicht so extrem speziell. Außer das heute die Sonne extrem herunterbrennt. Und wenn ich das sage, dann ist es echt unerträglich. Ich kehre dann zur Ablühlung in ein Restaurant ein und gönn mir Futter für 10€.

    Danach geht es hinauf zur Kirche. Schön aber besser gefällt mir der Ausblick zum Fluss und der Landschaft die geformt wurde.

    Highlight für mich ist definitiv das Höhlenkloster. Irre. Aber seht selbst.

    Unten angekommen erstmal Pause im Schatten bevor es weiter geht. Nur wohin. Hab jetzt alles gesehen was ich so wollte. Hmm, wo schlafen heute. Ich hab keine Ahnung außer dass ich extremst transpiriere. Und mich trennen jetzt noch ca. 1500 km von zu Hause!

    Ok, ab zum Kloster Curchi. Dort gibt es einen riesengroßen Parkplatz. Ideal für eine Nacht.

    Achja, am Weg war ich noch einkaufen. Seht ihr den Baum. Er steht mitten im Parkplatz.
    Meer informatie

  • Durchgeschüttelt am Weg nach Ungheni!

    3 september, Moldavië ☀️ 26 °C

    Was soll ich nur sagen. Hab bis späteren Nachmittag gegammelt am Parkplatz. Dann aber mal weiter nach Ungheni. Eine kleine Grenzstadt zu Rumänien. Heute letzte Nacht in Moldawien. Morgen geht es wieder in die EU. Aber zuvor durchfahre ich noch viele kleine Orte und wunderschöne Landschaften. Hier gibt es eigentlich sonst nix. Außer noch Unmengen von frei herumlaufenden Tierherden. Und der Kraftstoff wird auch knapp. Nächste Tankstelle in 30 km. Geht sich aber alles aus. Zum Glück war die Tankstelle offen. Denn danach ging es über 20 km Schotterstraße. Das war so aber nicht geplant. Egal. Gut in Ungheni angekommen erstmal einkaufen und dann super lecker Pizza futtern gehen. Schlafplatz wird an einem Fluss sein. Wo ich genau stehe werde ich morgen früh dann sehen. Es war schon zu finster. Hab nicht mehr genau gesehen wo ich parke.Meer informatie

  • Zurück nach Rumänien, laşi.

    4 september, Moldavië ☀️ 15 °C

    In der Früh mal meinen Schlafplatz erkundigt. Hat perfekt gepasst. Dann geht es auf in die Stadt das letzte Geld ausgeben. Einkaufen, Tanken, Plăcintă in der Bäckerei holen und Kaffee trinken.

    Über die Grenze ging es dann auch super schnell. Dem Grenzer gefiel auch Caligula sehr gut.

    In laşi angekommen wird erstmal Bier bei einer kleinen Brauerei als Souvenier geschoppt. War lustig irgendwie. Es war nämlich nicht wirklich ein Shop. Sondern nur ein Brauereigebäude im Industriegebiet. Trotzdem wurde mir was verkauft. Dann ab ins Zentrum. Verkehr ist super ok. Nur für die Parkplätze ist zu zahlen. 1.4€/h. Wucher. Ich zahle mal nix. Mal schauen was passiert.

    Ich bin echt begeistert von den Gebäuden hier. So brutalistisch, aber auch unterschiedliche Stiele wie Barock als Beispiel. Hätte ich nicht erwartet. Wollte zuerst gar nicht hierher kommen. Bin aber echt froh. Morgen früh geht es dann auf eine Walking Tour.
    Meer informatie

  • Freetour mit Alex und Foodgoogle in laşi.

    5 september, Roemenië ☀️ 26 °C

    Obwohl ich mitten in der Stadt neben einer Kirche an einem Parkplatz die Nacht verbracht habe, war es sehr ruhig. Nur lustig war, das wenn die Straßenbahn vorbeigefahren ist, der ganze Caligula vibriert hat. Bei der Tour erfahre ich auch, dass die Straßenbahn nur langsam fahren darf wegen den Erschütterungen und den alten Gebäuden.

    Am Weg zur Tour, Fußmarsch von ca. 15 min, bin ich schon wieder fasziniert von den Gebäuden und der Kulisse.

    Den Tourguide habe ich auf Anhieb nicht gleich gefunden. Haha, es sind ja 2, Alex, sie hat 20 Jahre in England gelebt und studiert jetzt hier, und Foodgoogle, ein Mann mit voluminöser Figur, sind meine 2 Guides. Premium, denn ich bin wieder mal der einzige Teilnehmer. Warum Foodgoogle? Er hat sich selber so bezeichnet aufgrund seiner Figur und seiner Leidenschaft zu Essen. Die Tour war anders als andere Touren die ich bereits gemacht habe. Die 2 haben sich super ergänzt und es war voll lustig. Und es gibt so, so, so viele Kirchen hier. Alex meinte, man sieht mindestens 1 Kirche wenn ma aus einem beliebigen Fenster rausschaut. Kann ich bestätigen. Sogar aus Caligulas Fenster aus sehe ich eine.

    Nach kurzweiligen 2 h ist es vorbei und ich chille und recherchiere mal im Schatten. Heute ist eine Dusche zwingend erforderlich. Ca. 1h entfernt soll es einen guten Platz laut Park4Night geben. Dann, dorthin. Echt cooler Platz. Mitten auf einer Wiese neben einem Bach. Mitten im nirgenwo. Ich bereite mich zum Duschen vor, kommt da nicht ein junges Päärchen. Was wollten die denn da machen?!?! Dann sind sie endlich weg. Kommen nicht die Kühe zum Wasser trinken. Dann endlich ist nix mehr mit Duschen als die Kühe wieder weiter gezogen sind. Es regnet mal wieder. Ein extremes Gewitter mit sehr vielen Blitzen zieht über mich. Na toll. Dann eben morgen Früh oder vielleicht auch doch nicht.

    Achja, Rumänien ist teurer im Vergleich zu Moldawien. Preise wie bei uns zu Hause. Und was mich echt ärgert ist das Flaschenpfand. Viel zu wenig Automaten für so viele Leute. Die stehen immer mit mehreren Säcken an. Und echt eine Frechheit sind dann auch die Plastikverpackungen der Lebensmittel. Alles ist mehrmals verpackt in Plastik und das Sackerl muss mann dann bezahlen. In Moldawien gibt es kein Pfand und 99% des Gemüßes ist nicht in Plastik verbackt. Was ist jetzt besser?!?!
    Meer informatie

  • Unverhofft kommt oft.

    6 september, Roemenië ☀️ 29 °C

    Guten Morgen Regen. Es Regnet und es ist sehr frisch. Und auch das Internet von Moldawien gibt den Geist auf. Hatte nur 3GB Roaming inklusive. Mein Netz hat keinen Empfang hier.

    Ich fahre demnach am späteren Vormittag ins Dorf zu einem kleinen Café und siehe da. Zufälle gibt es. Patrick spricht mich an. Zuerst auf Rumänisch und dann gleich in perfekten Deutsch. Caligula war mal wieder Schuld dran er hat Patrick begeistert. Patrick hat die Landwirtschaftsausbildung in Österreich gemacht und bewirtschaftet jetzt den Hof seines Vaters seit 10 Jahren . Da es schon wieder zu regnen beginnt, läd er mich zu sich nach Hause ein. Keine 10 min später sitzen wir am Tisch gemeinsam mit seinem Vater und schlürfen Eintopf. Schmeckt super herrlich. Das Fleisch in der Suppe wurde vorher geselcht und kommt von den eigenen Schweinen. Er besitzt auch eine riesengroße Drohne mit Spritzmitteltank. So kann er Spritzen ohne mit dem Traktor einen Teil der Pflanzen zu zerstören. Er besitzt auch viele Geräte wie einen Mähdrescher selber. So ist er flexibel.
    Nach ein paar Stunden fahre ich dann mal weiter Richtung Bicaz-Schlucht. Das Wetter ist auch wieder besser geworden. Leider habe ich voll vergessen Photos zu machen von Patrick und seinen Hof.

    Am Weg zur Bicaz-Schlucht gibt es nix spezielle zu sehen. Außer dass der Stausee cool ist. Ich bin dann zu einem Campingplatz. Hallo, geht's noch. 28 € die Nacht mit Solardusche!!! Hallo, die ist eiskalt. Hat ja geregnet den ganzen Tag. Sie mein dann nur es gäbe auch einen Pool. Naja, der wird auch kalt sein. Sie lächelte und nickte nur und sagte das sind halt die Preise hier. Na dann, Schlafplatz suchen. Ich finde gleich einen Sportplatz mit netten Parkplatz für mein Nachtquatier.

    Patrick regen duschen campung 20euro eiskaltes pool solardusche.

    Eiskalt
    Meer informatie

  • Bicaz-Schlucht nach Cluj-Napoca.

    7 september, Roemenië ☀️ 6 °C

    Also eines sag ich euch. Es ist Arschkalt am Morgen. 10°C sind eindeutig zu wenig für mich. Dann mal los in die Bicaz-Schlucht. Zuerstmal der Straße entlang. Dann wird das Tal enger und die Schlucht tut sich auf. Naja, nach ein paar Kilometer war es das dann auch schon wieder. Der Rote See mit den Enten hat mir gefallen aus Pausestopp. Dann ging es weiter Richtung Cluj-Napoca. Dabei führ ich durch ein Dorf nach dem anderen. Nach gefühlten Stunden taucht da endlich aus dem nirgendwo die Autobahn auf. Ich fühle mich als ob ich fliegen würde. So glatt ist die Straße. Und dann muss ich dringend mal pinkeln. Aber es kommt keine Raststation. Also die Abfahrt nehmen und was sehe ich da. Ein Fliegerdenkmal. Sehr cool.

    Dann komm ich endlich am Campingplatz Colina an. Hier war ich vor 4 Jahren auch schon mal. Ich will nur Duschen. Quatsche aber vorher noch mit Campern aus Oberösterreich. Sie sind mit einem sehr cool ausgebauten Land Rover unterwegs.

    Und dann lass ich es auf mich herunterprasseln. Es ist so herrlich. Könnte hier die Hängematte aufschlagen. Man glaubt es nicht, aber Wasser ist so so wichtig beim Campen. Ich fühle mich danach wie neu geboren.
    Meer informatie

  • Free Walking Tour in Cluj-Napoca.

    8 september, Roemenië ☀️ 27 °C

    Da die Walking Tour erst um 15:00 startet gammle ich bis dorthin am Campingplatz.

    Unser Tourguide ist heftig. Wie ein Tonband. Sobald es eingeschaltet wird, hört es nicht mehr auf. Er erzählt und erzählt und erzählt. Und das mit voller Begeisterung. Obwohl er die Tour 2 Mal am Tag macht. Und dieses Mal waren wir sogar zu viert.

    Unsere Guru-Walking-Tour durch Cluj-Napoca war eine rasante Reise durch rund 2.000 Jahre Geschichte – und durch mindestens ebenso viele Gassen. Mit unserem begeisterten Führer hetzten wir von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, stets bemüht, gleichzeitig zuzuhören, mitzuschreiben und nicht den Anschluss zu verlieren. Cluj geht auf die römische Siedlung Napoca zurück, die nach der Eroberung Dakiens im Jahr 106 n. Chr. entstand. Nach dem Mongoleneinfall von 1241/42 wurde die Stadt wiederaufgebaut und entwickelte sich unter ungarischem Einfluss zu einem wichtigen Zentrum. Besonders beeindruckend war die gotische Michaelskirche am Unirii-Platz, die zweitgrößte gotische Kirche Rumäniens. Gegenüber steht das Reiterstandbild von Matthias Corvinus, der 1443 in Cluj geboren wurde, später König von Ungarn wurde und nebenbei Kunst, Bildung und Bibliotheken förderte – also deutlich mehr als nur Schlachten und königliches Reiten beherrschte. Unser Führer führte uns weiter durch die religiös und kulturell vielfältige Stadt: Katholiken, Orthodoxe, Protestanten, Unitarier und Juden haben Cluj geprägt. Zwischendurch erfuhren wir von mittelalterlichen Hinrichtungen, übermalten Kirchenfresken und römischen Ruinen unter unseren Füßen – was den Spaziergang nicht unbedingt beruhigender machte. 1918 kam Siebenbürgen zu Rumänien, und auf dem Avram-Iancu-Platz erinnerten wir uns an die Revolution von 1848/49. Später ging es noch um die Revolution von 1989, die in Timișoara begann und schließlich das Ende der kommunistischen Diktatur brachte. Zwischen gotischen Kirchen, alten Bürgerhäusern und sozialistischen Betonbauten hetzten wir unserem immer noch gut gelaunten Führer hinterher. Am Ende waren wir völlig außer Atem, aber um viele Geschichten reicher. Cluj-Napoca verbindet römische Vergangenheit, ungarische und rumänische Geschichte, religiöse Vielfalt und moderne Stadtarchitektur – eine faszinierende Stadt, die man am besten schnell zu Fuß und mit einem begeisterten Führer erlebt.

    Und da ich es kann bleibe ich noch einen Nacht hier und genieße den Campingplatz.
    Meer informatie

  • Botanischer Garten in Cluj-Napoca.

    9 september, Roemenië ☀️ 28 °C

    Nach 2 Tagen Basis am Campingplatz ist aber auch wieder Schluss damit. Ich packe meine 7 Zwetschgen zusammen und verstauen alles im Caligula für die Weiterfahrt. Zahlen sollte ich auch noch für die eine Nacht. Jedoch konnte ich den Angestellten seit gestern Abend nicht mehr erspähen. Pech gehabt und Glück für mich. Dann auf in die Stadt erstmal Caligulas unermesslichen Durst etwas stillen und dann zum botanischen Garten. Auf einem riesengroßen Areal erstreckt sich dieser. Echt schön. Nur etwas die falsche Jahreszeit. Viele Pflanzen sind schon verblüht. Ein Andenken habe ich auch mitgenommen oder längerfristig ausgeborgt. Und zwar Samen von der roten Blume mit dem sehr dunklen Stamm. Hihi... und die Abteilung mit den fleischfressenden Pflanzen hat mich auch sehr gut gefallen.

    Danach geht es raus aus der Stadt. Habe schon wieder mal dank der Park4Night App einen echt sehr coolen Stellplatz gefunden. Und zwar in unmittelbarer Nähe des Klosters des Heiligen Basilius des Großen mit faszinierenden Ausblick. Als ich ankam erschreckte ich die dort Campierenden. Sie dachten sicher Offizielle kommen als sie Caligula sahen. Es war ein französisches Pärchen. Sie sind seit Mai unterwegs und wollen in der Türkei überwintern. Lässig. Und sie haben auch 2 Katzen dabei. Sie sind beide mächtigst fett und erkunden angeleint die Umgebung.

    Und schon wieder neigt sich ein Tag dem Ende zu.

    Als es dann stockdunkel war, zeigte sich mir ein zum Greifen naher Sternenhimmel. Ich konnte sogar die Milchstraße sehen. Morgen geht es dann nach Oradea, dem letzten Ziel bevor ich die Heimreise antreten werde.
    Meer informatie

  • Oradea - wilde Baukunst.

    10 september, Roemenië ☁️ 27 °C

    Sodala, herrlich geschlafen mit Blick auf den Stausee und die Kirche. Jetzt mache ich mich dann aber auf den Weg nach Oradea. Am weg sehe ich noch Roma Villen. Sehr schräge Baukunst.

    Dann bleibe ich auch noch bei einer Mühle stehen. Die uralte Frau zeigt mir auch alles. Schöner Platz für eine kurze Pause.

    Bin dann gut in Oradea angekommen. So vertrauenswürdig sieht der Parkplatz aber nicht aus. Oradea ist echt irre in Anbetracht der Baukunst. Alles ist zusammengewürfelt uns sieht aus als ob man sich in einem Märchen befindet. Gefällt mir volle gut. Am Rückweg sehe ich dann eine sehr schräge Verkaufsküche. Ein Ofen dürfte defekt sein. Am anderen wird gebruzelt. Und dann ist da noch ein Tisch für den Teig. Das ist alles. Gefüllte Plăcinte mit Käse und Dill ich mir gönnen tu. Lecker, Lecker.

    Ich dachte mir, dass die Gebäude im Dunklen sicher lässig aussehen. Ok. Dann gehe ich mal einkaufen und warte auf die schwarze Sonne. Naja, war dann eher finster wie in einem Bärenarsch u d die Gebäude auch nicht so beleuchtet wie ich mir es vorgestellt habe.

    Na dann mal weiter zu meinem letzten Schlafplatz an einem Fluss/See. So genau weis ich das nicht. Caligula und ich kämpfen uns durch die Nacht. Ich hab das Licht zwar eingeschaltet, nur strahlen die so hell wie eine Kerze am Tisch. Aber wir schaffen es. Gute Nacht.
    Meer informatie