Einmal um die Welt

Currently traveling
Im September 2019 machten wir uns auf, um Südostasien, Australien und Neuseeland und Lateinamerika zu entdecken!!!
Currently traveling
  • Day177

    Kleiner Abstecher nach Bolivien

    February 28, 2020 in Bolivia ⋅ ☀️ 19 °C

    Eigentlich befinden wir uns momentan ja in Chile (dazu folgt natürlich noch ein Blogeintrag), genauer gesagt im Norden von Chile, in der Atacama- Wüste. Eigentlich wollten wir von hier zurück nach Santiago fliegen, wir haben aber leider den Flug für den 27.3. und nicht 27.2. gebucht und so haben wir uns kurzfristig entschlossen, einen 4- Tagestrip nach Bolivien zu machen.

    Wir starteten am frühen Morgen und fuhren erstmal zum Grenzübergang von Chile nach Bolivien. In Chile ausgecheckt fuhren wir ein paar Meter weiter, um in Bolivien einzureisen. Das Migrationsbüro lag mitten in der Wüste und war eigentlich nur eine Baracke mit Tisch drin, wo wir den Stempel im Reisepass erhielten. Bei eisigen Temperaturen frühstückten wir mit dem Rest der Reisegruppe vor dem Bus neben dem Migrationsbüro und wurden anschließend auf 2 Jeeps aufgeteilt. Was uns bis dahin nicht bewusst war: diese Jeeps waren mehr als nötig, denn auch in der Salzwüste, dem meistbesuchten Ort Boliviens gibt es keine asphaltierten Straßen und so wurden wir 4 Tage lang durchgeschüttelt, während unser Reiseführer Miguel uns ohne Straßenschilder und ohne Navi durch die Wüste fuhr.

    In der ersten Unterkunft in einem kleinen Wüstendorf verbrachten wir die erste und letzte Nacht. Leider ließ sich dort weder die Zimmertür noch die Klotür schließen und es gab auch kein Wasser zum Zähneputzen. Zudem waren die Mitarbeiter extrem unfreundlich und waren auch nur wiederwillig bereit, anderen Reisenden Medikamente gegen die Höhenkrankheit zu geben. Tatsächlich ist die Höhe neben den Straßenverhältnissen eine echte Belastung für den Körper und auf 5.000 Metern Höhe war jede Anstrengung eine Belastung, wir mussten extrem viel trinken (ein echtes Problem, denn in der Wüste gibt es nur wenige Toiletten..) und lokale Kräuter und leichte Speisen essen.
    Die zweite Unterkunft war vergleichsweise modern und die Mitarbeiter freundlich, leider hatte aber ein Tourist unseren Zimmerschlüssel mitgenommen und daher konnten wir hier unsere Tür zwar schließen aber nicht abschließen...

    Insgesamt war die Reise anstrengend, aber wir hatten eine sehr nette Reisegruppe und einen freundlichen Reiseführer. Boliviens Natur und Tierwelt sind außergewöhnlich und wir haben viele unerwartet schöne Orte in dieser Wüstengegend gesehen!!!
    Read more

  • Explore, what other travelers do in:
  • Day145

    3 Wochen Fidschis - Survivaltraining

    January 27, 2020 in Fiji ⋅ 🌙 19 °C

    Nach 3 Wochen Rundreise durch Neuseeland im Campervan ging es weiter auf die Fidschis. "Reisen wir mal hin, gucken, wie es uns gefällt und entscheiden dann, wie lange wir bleiben wollen"- so lautete unser Plan, von dem wir uns direkt am Flughafen von Auckland verabschieden mussten. Denn obwohl man 4 Monate visumsfrei auf den Fidschis bleiben darf, sind die Einreisebestimmungen streng und man muss die Ausreise von den Fidschis direkt bei der Einreise nachweisen. So standen wir panisch am Check- In Schalter und mussten innerhalb von 20 Minuten unsere Weiterreise buchen. Nach einigem Hin- und Her war es entschieden und wir buchten einen Flug nach Chile für in drei Wochen. Nach zahlreichen Sicherheitskontrollen durch das Flughafenpersonal und die Drogenspürhunde konnte es dann auch endlich losgehen.

    Wir flogen nach Nadi und schliefen in einem Backpacker-Hostel, was direkt eine Art Reisebüro angeschlossen hatte. Zu diesem Zeitpunkt fanden wir das noch ziemlich praktisch, da wir gerne verschiedene kleine Inseln abfahren wollten und die verrückte Frau im "Reisebüro" machte uns, nachdem sie mehrere Stunden überlegt hatte- ein erster Vorgeschmack der Fiji- Time- und wild auf ihren Taschenrechner eingetippt hatte, ein scheinbar gutes Angebot, bei dem wir Land und Leute hautnah kennenlernen sollten... Wie nah, war uns zu dem Zeitpunkt noch nicht klar...

    Unser erster Halt führte uns nach 4 Stunden Bootsfahrt in den Norden der Fidschis, zur Nabua- Lodge. Der Empfang war recht unterkühlt, die Unterkunft aber soweit sauber und die anderen Gäste nett. Wir lernten weiter die Fiji- Time kennen, denn dort passierte außer teuren Ausflügen rein gar nichts und man hatte seeeehr viel Ruhe. Wir machten mit einer sehr besonderen älteren Französin eine Schorcheltour zur Blue Lagoon, die aber eigentlich daraus bestand, dass der Bootsfahrer uns rausschmiss und nach einer Stunde wieder abholte. Vor Ort waren außer ein paar bunter Fische und türkisfarbenem Wasser nicht viel zu sehen. Am nächsten Morgen gingen wir, natürlich nicht ohne Weggeld zu bezahlen, zum anliegenden Dorf, wo wir nach einer Kava- Zeremonie und Begrüßung durch den Chef das Dorf dann auch besichtigen durften. Unsere Begleitung war leider verschwunden, glücklicherweise war aber eine andere Touristengruppe mit motiviertem Reiseführer unterwegs, der wir uns anschließen konnten und so einige Details über das Dorfleben erfuhren. Das Highlight der Insel war definitiv der Kuchen in einer unauffälligen kleinen Hütte am Strand!

    Nach viel Ruhe ging es weiter auf die nächste Insel, ins Korovuo Eco- Resort. Ohne große Erwartungen kamen wir dort an und waren positiv überrascht: auch hier waren die anderen Gäste sehr nett und der motivierte Verantwortliche für die Aktivitäten unternahm- als einziger ohne Aufpreis zu verlangen- zahlreiche Sachen mit uns. Vom professionellen Öffnen einer Kokosnuss, dem Zubereiten von frischem Papaya- Salat, Wanderung zum Sonnenuntergang, Besuchen eines abgelegenen Strandes, toller Schnorcheltour mit bunten Korallen und Fischen, Volleyballspielen, dem Beobachten von Babyhaien, dem traditionellen Bula- Dance und dem Verkleiden für den deutschen Karneval- Langeweile kam nicht auf und die Tage vergingen wie im Flug. Selbst an die vielen Stunden des Tages ohne Strom und dementsprechend ohne Ventilator hatten wir uns einigermaßen gewöhnt und fuhren mit vielen Eindrücken und neuen Bekanntschaften weiter.

    Auf der nächsten Insel übernachteten wir drei Tage (wir dachten ursprünglich zwei) in einem sogenannten Homestay, wo wir mit einer Familie zusammenleben sollten, um deren Kultur und Leben genauer kennenzulernen. Der Anfang war noch einigermaßen vielversprechend: wir tranken Kaffee mit dem Ehepaar, bei dem wir lebten, ich machte eine anstrengende, aber tolle Wanderung mit wahnsinnigen Ausblicken mit dem Bruder der Frau und Christina begleitete den Mann zum Füttern der Schweine. Schnell wurden aber die Hitze und der hygienische Zustand des Hauses zum Problem: in dem kleinen Zimmer, in dem wir schliefen waren über 30 Grad und es ging kein Lüftchen, auf der Toilette hinterm Haus wohnte eine riesige Spinne, die Dusche war einfach nur ein riesiger Eimer mit dreckigem Wasser, überall stand Müll und es liefen Ameisen und Kakerlaken durch die Räume. Am nächsten Tag kamen sogar noch 4 weitere Gäste und wir schliefen mit dem Ehepaar und sechs Leuten insgesamt in dem heißen und überfüllten Haus, in dem der Hausherr so laut schnarchte, dass spätestens diese Lautstärke einen um jeglichen Schlaf
    brachte. Die Fiji- Time ist hier ein überaus wichtiger Bestandteil des Lebens: den Großteil des Tages hängen alle Dorfbewohner rum und tun rein gar nichts. Jede Aktivität kostet deutlich extra- vom Herstellen eines Armbands aus Muscheln bis zum 5- minütigem Besuch eines Schulgebäudes. Die Familie haben wir kaum gesehen, eigentlich hingen wir den ganzen Tag rum. In der Nähe gab es ein Resort, wo es aber Gästen aus dem Dorf verboten war, etwas zu trinken und wir fühlten uns noch weniger willkommen. Wir wollten früher abreisen, am liebsten zurück nach Korovuo, aber laut dem Mann des Homestays war dies alles nicht möglich bzw mit horenden Kosten verbunden. Er bemühte sich in keinster Weise um den Wunsch unserer Abreise, kassierte aber erstmal Geld, um eine Anrufe zu tätigen und so blieben wir gezwungenermaßen 3 Nächte an diesem Ort.

    Froh, endlich dieses Homestay verlassen zu dürfen und völlig zerstochen, fuhren wir mit einem Mini- Boot und zwei weiteren Gästen auf die letzte Insel unserer Rundreise, nach Mana. Laut dem Bootsfahrer sollte die Überfahrt 15-30 Minuten dauern, 60 Minuten in Echtzeit später kamen wir dann an und hatten eigentlich eine private Hütte mit Bad gebucht. Ebenso ging es dem Pärchen mit im Boot. Insgesamt gibt es aber nur 2 dieser Hütten und diese waren schon belegt. Der vom Nichtstun überaus gestresste Verantwortliche entschuldigte sich 100 Mal und versprach uns ein eigenes Zimmer mit Gemeinschaftsbad, was auch nur 6 Stunden später fertig war. In diesen 6 Stunden des Wartens war es leider unmöglich irgendwas zu unternehmen, weil die zahlreichen Mitarbeiter der Unterkunft, deren Anzahl wohl das doppelte der Gäste war, die Fiji- Time genießend in den Hängematten der Gäste schliefen. Wir bezogen das heiße Zimmer, Strom gab es nur nachts und dementsprechend wieder keinen Ventilator, und waren geschockt über das dreckige Badezimmer, dessen Dusche aus einem Loch in der Wand bestand. Am späten Nachmittag unternahmen wir den Versuch, Volleyball zu spielen, aber da alle in Fiji- Time waren, passierte natürlich wieder nichts und wir hingen rum bis der Abend gemütlich bei der Temperatur von 30 Grad und einem dazu perfekt passenden Lagerfeuer ausklang. Die Belegschaft trank und rauchte bis spät in die Nacht und fühlte sich dementsprechend am nächsten Tag nicht in der Lage, die angebotenen Aktivitäten durchzuführen und schlief erneut in den Hängematten der Gäste.

    Christina war mittlerweile sehr krank und wir beide hatten die Beine übersät mit entzündeten Mückenstichen. Wir wollten also die Insel verlassen und zurück zur Hauptinsel fahren, womit die Mitarbeiter gar nicht einverstanden waren. Sie versuchten, uns zum Bleiben zu überreden, aber nach zahlreichen Behandlungsversuchen mit örtlichen Kräutern und heißen Nadeln und immer schlechterem Gesundheitszustand, setzten wir uns durch und fuhren am Abend zurück auf die Hauptinsel in ein richtiges, sauberes Hotel mit Klimaanlage und Strom. Christina hatte so hoch Fieber, dass wir ins örtliche Krankenhaus mussten und sie Antibiotika nehmen musste. Mir ging es ein paar Tage später auch schlecht und so fand ich mich auch in dem Krankenhaus wieder. Mit Antibiotika und völlig platt lagen wir ein paar Tage im Bett, zum Glück in einem sauberen und kühlen Zimmer!

    Die letzten drei Nächte wollten wir dann das Hotel wechseln und sind im Nirgendwo (Zitat der Taxifahrerin: "oh you live in the middle of the bush") in einem halbfertigen Hotel gelandet. Immerhin kommt man von hier schnell an den Strand, wo man täglich Volleyball spielen kann (dabei muss man wirklich sagen, die Männer auf den Fidschis haben muskulöse Traumkörper, während die Frauen kleine Klöße sind) und spektakuläre Blicke auf die Berge und den Sonnenuntergang hat.

    Morgen geht es nach Chile. Als Fazit kann man sagen, dass wir einige tolle Flecken Natur gesehen haben, ein paar tolle Menschen kennengelernt haben und es nicht sehr touristisch ist. Leider ist es vom beschriebenen Paradies weit entfernt, die Fiji- Time ist eine Ausrede, um rein gar nichts zu machen, vieles ist dreckig und kaputt, schwimmen ist fast nirgends möglich und am Ende lautet das Motto "it's all about the money".
    Read more

  • Day136

    Die Südinsel von Neuseeland

    January 18, 2020 in New Zealand ⋅ ☀️ 15 °C

    Von Wellington ging es mit der Fähre nach Picton, auf die Südinsel Neuseelands. Nach aufwendigen Einweisemanövern des Bordpersonals, hatten wir den Camper sicher abgestellt und genossen die 3 1/2- stündige Überfahrt mit schönen Blicken auf die neuseeländischen Küsten und andauerndem Fish & Chips- Geruch - dieses Gericht war offenbar DER Verkaufsschlager an Bord...

    Da es recht spät war als wir auf der Südinsel ankamen, fuhren wir auf einen nahegelegenen "Campingplatz", wo wir unser Auto für wenig Geld auf dem Lkw- Parkplatz abstellen konnten. Jetzt waren wir wirklich im Camperleben angekommen und genossen unser Frühstück auf dem Asphalt gegenüber der Trucker. Es bleibt zur Ehrenrettung dieses Platzes zu sagen, dass es echt günstig und die Sanitäranlagen ausgesprochen sauber waren.

    Am nächsten Morgen fuhren wir in den Norden der Südinsel in den Tasman Nationalpark. Hier das Kontrastprogramm: unser Camper stand im Grünen mit Blick aufs Meer und in der Nacht waren die Sterne so klar zu sehen, dass man sogar die Milchstraße erkennen konnte.
    Auf Anraten des Rezeptionistens machten wir am nächsten Tag eine Fahrt mit dem Speedboot in Richtung Norden die Küste entlang. Das Boot sollte uns gegen 11:15 Uhr absetzen und wir sollten einen Wanderweg Richtung Süden durch den Urwald und an der Küste entlang machen. Dieser Weg sollte ungefähr 4 Stunden dauern, so dass wir um 16 Uhr das letzte Boot zurücknehmen wollten.
    Leider hat die Speedbootfahrerin noch verschiedene Leute abgesetzt und eingeladen, so dass wir statt um 11:15 Uhr um 12 Uhr an unserem Startpunkt des Weges ankamen und die Zeit eng wurde. Wir machen uns zügig auf den Weg, doch die Zeit wurde knapp. Zum Glück, so dachten wir zumindest, gab es eine Abkürzung auf dem letzten Teil der Strecke, denn das Meer geht bei Ebbe so weit zurück, dass man "problemlos" am Strand entlanggehen könne. Es war nur leider schon so spät, dass die Flut langsam wiederkam und die zu überwinden Wasserstellen zu groß waren. Unsere Schuhe und unsere Kleidung wurden also sehr nass und matschig und wir kamen müde und dreckig, aber immerhin pünktlich zur Rückfahrt am Speedboot an. Wir hoffen sehr auf ein kühles Getränk am Strand, aber Natur pur, sowas gibt es hier leider in den seltensten Fällen.

    Unser nächster Stopp war nach sehr langer Fahrt Christchurch. Dort hatten wir einen Campingplatz "in der Stadt" gemietet. "In der Stadt" hieß aber in Wirklichkeit, man musste einen 60- minütigen Fußmarsch hinter sich bringen, um in der Stadt anzukommen, wo - wie so oft- alles ab 17 Uhr zu hatte. So schlenderten wir durch ein paar offene Souvenirshops und sahen uns diese Stadt an, die 2011 von einem Erdbeben fast vollkommen zerstört wurde. Aus diesem Grund sieht man in der Stadt eine fast künstlerische Mischung aus alten Häuserfassaden und modernen, neuen Gebäuden. Wir gelangten zu einem Denkmal für die 185 Todesopfer dieses Erdbebens und waren sehr betroffen, denn für jedes Todesopfer gab es einen weißen Stuhl, der diese Person charakterisieren sollte, wie zum Beispiel einen Kindersitz für das verstorbene Baby, einen Barhocker oder einen Rollstuhl. Die Namen der Verstorbenen und Gedichte, die über Trauer und Verlust handelten, bewegten uns noch mehr.

    Nach kurzem Aufenthalt in dieser Stadt ging es bald weiter zum Lake Tekapo, Lake Pukaki und schließlich zum Mount Cook, dessen mit Schnee bedeckte Spitze schon von weitem zu sehen ist. Wir sahen spektakuläre Landschaften, denn die Seen sind Türkis und stehen im perfekten Kontrast zur schneebedeckten Berglandschaft. Wir kamen zu einem schönen, aber völlig überfüllten Campingplatz und fanden noch einen Stellplatz im Schatten. Wir freuten uns über diesen schönen Ort bis wir aus dem Restaurant wiederkamen und ein sehr nähebedürftiger Camper seinen Van noch irgendwie neben uns auf den Platz gequetscht hatte. Wir hatten also einen sehr engen neuen Nachbarn und auch neue Mitbewohner: Sandflies. Diese kleinen Biester lieben die Dämmerung und beißen kleine, übel juckende Wunden in die Haut. Wir sind übersät davon und haben damit wohl die gefährlichsten Tiere Neuseelands kennengelernt 😂

    Auf dem Rückweg nach Picton hielten wir noch in Kaikoura, auf einem Grusel- Campingplatz mit unheimlichen Dauercampern, mit denen wir auch vorher schon des öfteren Bekanntschaft gemacht hatten.
    Dieser Ort ist vor allem bekannt für seine Walewatching- Touren. Wir waren hin und her gerissen, ob wir eine solche Tour nicht auch machen wollten, denn Wale in Natura hat noch keine von uns bisher gesehen. Aufgrund der hohen Preise und des eher mäßigen Wetters entschieden wir uns dann aber dagegen und fuhren stattdessen an einen Ort, an dem eine Robbenkolonie beheimatet ist. Man konnte über Felsen klettern und überall lagen Robben, die man so aus nächster Nähe betrachten konnte. Natürlich soll man die Tiere weder stören, noch anfassen, aber theoretisch konnte man so nah an die Tiere rangehen, dass man sie hätte streicheln können.... Für mich ist natürlich jetzt die Überlegung, möchte ich lieber einen kleinen Kiwi oder eine dicke Robbe mitnehmen... Am besten eigentlich beides 😍

    Die Rückfahrt nach Auckland war lang und anstrengend und in unserer letzten Nacht als Proficamper hatten wir auch noch das Pech auf einem Mini- Abstellplatz für den höchsten Preis der letzten Wochen unterzukommen.

    Naja, heute sind wir lebend und ohne Unfälle in Auckland angekommen- juhu!!!
    Unser Fazit des Lebens im Camper in Neuseeland: es ist sehr teuer, die Straßen sind wirklich eine Herausforderung, es gibt unzählige Baustellen, dafür aber keine Tunnel, man kommt der Natur sehr nahe und sieht tolle Landschaften, man kommt unfreiwillig auch vielen Campern sehr nahe, man ist unabhängig und Sandflies sind wirklich böse!
    Read more

  • Day125

    Die Nordinsel von Neuseeland

    January 7, 2020 in New Zealand ⋅ ☁️ 18 °C

    Da wir Australien aufgrund der schrecklichen Buschbrände erstmal auf Eis legen mussten, ging es nach kurzem Zwischenstopp in Melbourne (in einem sehr engen Flugzeug!) nach Neuseeland.

    Dort kamen wir in Auckland an, sahen uns einen Tag die Stadt an und hatten dann kurzfristig noch einen Camper gemietet, um die Insel auf eigene Faust zu entdecken.
    Das Unternehmen, bei dem wir den Camper geliehen hatten, war etwas außerhalb des Zentrums und so schleppten wir uns mit unserem Gepäck dorthin. Vor Ort angekommen, mussten erstmal die Reifen unseres Campers gewechselt werden, was viel Wartezeit bedeutete, die wir damit verbrachten, unsere Reiseroute zu planen- besser spät als nie... 😅 Anschließend erklärte und eine eher mäßig motivierte Mitarbeiterin im Schnelldurchlauf den Camper und seine Funktionen. Scheinbar hielt sie uns für erfahrene Proficamper, was ganz und gar nicht der Realität entsprach. Naja, so halb informiert und einigermaßen gut ausgestattet, machten wir uns mit der fantastischen Aufschrift "the sky is the limit" auf den Weg, ich hinter dem Steuer und Christina als Navigator. Man muss dazu sagen, dass ich weder jemals einen Camper gefahren hatte, noch Erfahrungen im Linksverkehr vorweisen konnte und so verbrannten wir bis zur ersten Kreuzung schon gefühlt 1000 Panik- Kalorien. Da auch das Lenkrad seitenverkehrt, also rechts in dem Camper ist und Scheibenwischer und Blinker andersrum angebracht sind, outeten wir uns an jeder Abbiegemöglichkeit als Touristen, da ich den Scheibenwischer statt des Blinkers betätigte- im Übrigen ein Erkennungszeichen aller Touristen, die nicht den Linksverkehr gewöhnt sind😂

    Wir fuhren erstmal nach Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands, wobei man es nicht richtig "Fahren" nennen kann, denn die Straßen hier sind extrem kurvig, eng, holprig, windig und steil und bei jedem der vielen Strecken bergauf sehen wir nur, wie das Tacho trotz Vollgas immer weiter nach unten geht. Teilweise ein sehr anstrengendes Fahren, das immerhin durch schöne Landschaften führt, die uns von der Vegetation bisher jedoch noch nicht so fremd wie angenommen vorkommen.
    Die Städtchen hier sind vergleichsweise klein und ab 17 Uhr unbelebt. Eine erste Erfahrung damit machten wir in der Stadt Dargaville, wo wir einen sogenannten "historic walk" machen wollten, der uns den Ort näherbringen sollte. Auf diesem 3- stündigen Walk traffen wir keine Leute, sahen auch niemanden in den Häuschen oder Gärten und wurden durch Informationstafeln wie "hier lebte eine Familie, die vorher auf einer Farm wohnte" nicht so recht in den historischen Bann dieser Stadt gezogen. Wir nahmen eigentlich nur einen Sonnenbrand mit und fuhren weiter.
    Wir hielten an einigen schönen Campingplätzen und konnten beim Erkunden der Gegend viel Natur bewundern.
    Es ging weiter nach Coromandel und dann ins Inland nach Rotorua, wo wir die Geysire dieser Vulkanlandschaft sahen, heiße Thermen mit deutschen Mitcampern genossen und einen Kiwi sehen durften. Mein Plan, einen Kiwi mit nach Deutschland zu nehmen steht seitdem und reift täglich weiter ♥️😂

    Was wir bisher vom Leben im Camper gelernt haben: man sollte immer in der Nähe der Toiletten parken, sonst hat man nachts ein Problem, es kann echt kalt werden, man muss sehr viel aufräumen, als Camper teilt man echt alles mit anderen Campern, das Geschirr nervt bei der Fahrt, eigentlich kann sich immer nur eine Person im Camper aufhalten und der Ingenieur des Kühlschranks war wohl noch der Praktikant des Unternehmens.... Mal sehen wie dieses Outdoor-Erlebnis noch weitergeht.

    Morgen geht es nach Wellington, wo uns die Fähre auf die Südinsel Neuseelands bringen wird.
    Read more

  • Day121

    5 Tage Australien

    January 3, 2020 in Australia ⋅ ☀️ 24 °C

    Am 2.01.20 ging unser Flug von Hong Kong nach Melbourne. Christina und ich hatten beide einem Sitz am Gang in einer Dreierreihe und das hintereinander. Zu unserem großen Glück war der Flieger ausgebucht und somit musste ein Pärchen aufgeteilt werden. Dieses Pärchen hatte jetzt die Mittelplätze und hat sich die ganze Zeit über unsere Schultern hinweg unterhalten 😂. Der Herr neben mir hat ungelogen 10 mal die Stewardess kommen lassen um entweder was zu trinken zu bekommen, mich mitten in der Nacht und gerade eingeschlafen wecken zu lassen, eine zusätzliche Decke zu bekommen oder den Fernseher neu starten zu lassen. Christina hatte es nicht besser, da ihre Sitznachbarin eher tollpatschig war und immer irgendetwas fallen ließ. Die Krönung war dann der Becher mit Sprite den sie auf ihr verschüttete 😂. Beide mussten auch gefühlt jede halbe Stunde auf Toilette, sodass wir eigentlich die meiste Zeit des Fluges im Gang standen... Die 9 Stunden waren also voller Ereignisse. Als wir dann übermüdet gelandet waren, saß dieses Pärchen auch noch bei uns im Bus Richtung City. Natürlich setzte sich das Pärchen vor mich und ich musste mich umsetzten, da ich nicht noch eine weitere Stunde in ihrer Nähe ertragen konnte.

    Im Hotel angekommen, konnten wir direkt unser Zimmer beziehen und legten uns erstmal ins Bett . Am Nachmittag beschlossen wir, die Umgebung um unser Hotel zu erkunden. Da die Luft wegen dem starken Rauch sehr unangenehm war, ließen wir den Abend ruhig ausklingen und erkundigten uns über die aktuelle Situation in Australien. Hier gibt es Apps in denen man die Luftbelastung und die aktuellen Feuer sehen kann. Über eine Benachrichtigung ist man also immer auf dem laufenden. Dank der App wussten wir, dass die Luftbelastung am nächsten Tag nicht schlimm werden sollte und so entschlossen wir uns, eine ''Walking Tour" durch Melbourne zu machen. Wir haben uns für "I am Free - Walking Tour" entschieden, die wir sehr empfehlen können. Bei diesen Touren zahlt jeder was er kann und für angemessen hält. Es gibt also keinen festen Preis, sondern man zahlt lediglich ein Trinkgeld. Bei dieser Tour haben wir viel über die Stadt und deren Entstehung, sowie Kultur gelernt.
    Die Australier die wir bisher kennengelernt haben sind alle entspannt und freundlich. Es war sehr angenehm dem Tourguide zuzuhören und so vergingen die Stunden wie im Fluge. Da noch eine weitere Tour durch das Street Art Viertel angeboten wurde, haben wir uns noch mal angeschlossen um noch mehr von dieser schönen Stadt zu erfahren. Plötzlich hatten wir 20 Uhr und es war Zeit was zu essen. Dank unseresTourguides kannten wir nun auch die App "Eatclub", mit der man vergünstigt in bestimmten Restaurants essen kann. Allgemein ist das Essen und Trinken nicht gerade günstig, so dass wir uns natürlich sehr über diesen Tipp gefreut haben. So gönnten wir uns eine Pizza für "nur" ca 20 Euro 😂.

    An den folgenden Tagen besuchten wir noch das Old Melbourne Goal, denn Queens Market und die National Gallery of Victoria, da man sich wegen dem Rauch durch die Buschfeuer besser in den Gebäuden aufhalten sollte.
    Eigentlich wollten wir in Australien bleiben, aber aufgrund der großflächigen Buschbrände und der starken Luftbelastung, entschieden wir uns nun nach Neuseeland zu fliegen, um abzuwarten wie es mit den Bränden weitergeht und dann später nach Australien zurückzukommen.
    Read more

  • Day116

    Silvester in Hongkong

    December 29, 2019 in Hong Kong ⋅ ☁️ 20 °C

    Nach einem Zwischenstopp in Deutschland über Weihnachten, ging es Ende Dezember wieder los und wir flogen nach Hongkong.

    Völlig übermüdet nach der langen Reise und mit 7 Stunden Zeitdifferenz kamen wir am riesengroßen Flughafen an und fanden zu unserer eigenen Verwunderung in einem Wirrwarr an Verkehrsverbindungen direkt den Bus, den wir benötigten, um zu unserer Unterkunft zu kommen. Ohne Internet, nur mit Screenshots der Straßen, schätzten wir so ungefähr ab, wo wir aussteigen müssten und wo unsere Bleibe lag. Auch hier fanden wir alles erstaunlich problemlos- so konnte es weitergehen... Unser winziges Zimmer lag in einem normalen Wohnhaus und nach einem kurzen Rundgang im Viertel inklusive sehr gewöhnungsbedürftigem Essen (mit dem wir uns auch in den nächsten Tagen nicht anfreunden konnten) fielen wir totmüde ins Bett.

    Am nächsten Tag konnten wir uns erst am Mittag aus dem Bett quälen- willkommen, Jetlag! Wir machten uns dennoch auf und erkundeten die Stadt. Das gut ausgebaute Straßenbahn- und Busnetz dieser 7,5mio Einwohner Metropole brachte uns an den Hafen und zu den Piers, wo wir eine Recht erschwingliche Fahrt im Riesenrad unternahmen. Im Sonnenuntergang bekamen wir spektakuläre Ausblicke auf die Skyline dieser riesigen Stadt.

    Wir beschlossen am darauffolgenden Tag
    und nach eher jetlaggeprägter Nacht und ungewöhnlichen Geschmackskombinationen beim Frühstück, einen geführten Stadtrundgang zu machen, der auch die von Armut und Wohnungsnot geprägten Teile der Stadt zeigen sollte. Zusammen mit unserem chinesischen Fremdenführer "Michael" und einem koreanischen Fernsehteam gingen wir 3 1/2 in einer Gruppe durch die Stadt und bekamen einen authentischen Einblick in die enorm hohen Miet- und Kaufpreise der Stadt (eine 50 Quadratmeter Wohnung am Rande des Zentrums kostet gerne schon Mal fast 1 Mio Euro) und die absolute Wohnungsknappheit dieser Millionenmetropole. Nicht umsonst werden die Wohnungen oft als Schuhkartons beschrieben, nicht zu Unrecht, denn eine 12 Quadratmeter- Wohnung in einem stickigen Zwischengeschoss teilen sich oft 2-4 Personen, deren ganzes Hab und Gut in ein vergittertes Bett, in dem die Bewohner natürlich auch noch schlafen, gestopft wird. Trotz dieser menschenunwürdigen Bedingungen, können sich viele Einwohner keine anderen Bleiben leisten.
    Nach diesem einprägsamen Rundgang, fuhren wir in das In- Viertel Soho, was durch die vielen westlichen Bars und Restaurants und kleine Gassen charakterisiert wird. Aufgrund unser eher schwierigen Erfahrungen mit dem chinesischen Essen, beschossen wir, am Silvesterabend lieber europäisch zu essen und zu trinken. Um einige Euro leichter und gut angeheitert, kauften wir noch schnell Sekt und Wein im altbekannten 7- Eleven und machten uns auf zu den Piers. Hier warteten wir mit wunderschönem 2020- Haarschmuck auf das neue Jahr und stießen mit dem zuvor Gekauften an. Aufgrund der Unruhen in Hongkong wurde das ganz große Feuerwerk zwar leider abgesagt, die Szenerie war trotzdem schön und ungewöhnlich.

    Für den nächsten Tag waren in unserem Stadtviertel und im Prinzip direkt vor unserer Haustür große Proteste angekündigt. Wir guckten vom Rand aus kurz zu und waren stark bewegt von der Masse an Protestierenden, die laut Fernsehberichten bei 1 Mio Menschen lag und ihrem Willen, etwas an der Politik zu verändern. Menschen jeder Altersklasse, vor allem aber junge Leute gingen in schwarz gekleidet auf die Straßen und demonstrierten unter anderem für demokratische Wahlen in ihrem Land. Unglaublich zu sehen, dass in anderen Teilen der Welt Menschen in Kauf nehmen für Demokratie verhaftet, verletzt oder im schlimmsten Fall getötet zu werden und in Deutschland und Europa die demokratiefeindlichen Parteien immer mehr Zuspruch erhalten. Wir dachten darüber nach, wir gut wir es in vielen Bereichen in Europa haben und dass medizinische Versorgung, soziale Zuwendungen und freie Wahlen bei weitem nicht überall selbstverständlich sind und wir diese Privilegien nicht mir Füßen treten sollten. Antidemokratische Systeme haben in keinem Land, in dem wir bisher waren das Leben der Bevölkerung verbessert- ganz im Gegenteil...
    Im Fernsehen wurde von Ausschreitungen und Festnahmen berichtet, wir bekamen davon zum Glück nichts mit. Den Großteil des Tages verbrachten wir jedoch auch in einem anderen Teil der Stadt und fuhren den höchsten Wolkenkratzer der Stadt hoch, um einen 360° Blick auf Hongkong zu bestaunen. Bei einem Gratiswein (unglaublich, dass der gut runterging) sahen wir erneut den Sonnenuntergang über der Stadt.
    Wir schlenderten noch über einen viel zu engen Markt und kauften ein paar Souvenirs und kehrten mit einigen Schwierigkeiten wegen des durch die Demonstrationen gestörten Verkehrsnetzes zurück ins Hotel. Von Jetlag geplagt konnten wir beide nicht schlafen und gingen so Mitten in der Nacht doch nochmal raus und ließen den Abend in einer Bar in unserem Viertel ausklingen.

    Am letzten Tag unseres Aufenthaltes mussten wir noch etwas Zeit totschlagen bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machten und ein 10- Stunden Flug (inklusive nerviger Sitznachbarn) nach Melbourne vor uns lag...
    Read more

  • Day83

    Thailand

    November 26, 2019 in Thailand ⋅ ☁️ 31 °C

    Nach unserem Flug von Myanmar nach Thailand fielen wir erstmal traurig ins Bett, weil wir schon zu dem Zeitpunkt unsere neuen Freunde aus Myanmar vermissten.
    Am nächsten Tag ging es meinem Fuß trotz der Medikamente nicht besser und wir gingen in die Apotheke, um eventuell ein Kühlpack zu bekommen. Der Apotheker riet uns jedoch damit ins Krankenhaus zu fahren, da der Fuß mittlerweile sehr angeschwollen war. Ich haderte mit mir, doch letztendlich fuhren wir in das thailändische Krankenhaus. Im Gegensatz zu der Praxis in Myanmar war dieses Krankenhaus purer Luxus. Nachdem das Standardprogramm wie Fieber- und Blutdruckmessen abgeschlossen war, wurden wir in den Wartebereich geführt. Nach einiger Zeit des Wartens kamen wir dann zu einem Arzt, der mit bloßem Ansehen des Fußes, die Diagnose "Zellulitis" stellte (Entzündung des Unterhautfettgewebes) . Wir guckten uns beide mit großen Augen an und wussten nicht, ob wir anfangen sollten zu lachen. Bis zu diesem Zeitpunkt kannten wir nur die allseitsbekannte Cellulite, die sogenannte Orangenhaut. Da der Arzt den Fuss nichtmal berührt hat, war ich mir nicht sicher, ob ich mich in den richtigen Händen befinde. Christina ist dann noch ca 10 mal zurück in den Behandlungsraum des Arztes gegangen, um offene Fragen für mich zu klären 😂. Mir wurde vorgeschlagen 3 Tage lang im Krankenhaus zu bleiben, um 2 mal täglich antibiotische Infusionen zu bekommen. Ich lehnte dankend ab und so fuhr Schwester Christina mit ihrem Patienten alle 12 Stunden vom Hostel ins Krankenhaus. Sagen wir mal so, die Nächte waren kurz und schmerzhaft.
    Nach 3 Tagen und 6 Infusionen, versicherte der Arzt Christina, dass ich nun wieder bei 80 Prozent sei und Ende der Woche sei wieder alles beim alten. Mit mir redete er gar nicht mehr 😂. Schwester Christina war das Bindeglied zwischen uns. Wie er zu der Feststellung über die Verbesserung meines Gesundheitszustandes kommen konnte ohne mit mir zu sprechen oder den Fuß anzugucken, ist uns immer noch schleierhaft... Natürlich hatten wir in der Zwischenzeit auch schon Doktor Google befragt und die Behandlung wurde auch dort so beschrieben, wie es der Arzt veranlasst hatte. Somit muss er neben seinen seherischen Fähigkeiten auch medizinische Kompetenz besitzen.

    Für uns ging es dann endlich weiter mit der Fähre nach Koh Lanta, wo wir uns von den Erlebnissen der letzten Tage erholten. Wir gönnten uns ein gutes Hotel an einem wunderschönen Strand. Zu unserer Freunde hatte unser Fernseher einen Netflix Zugang 🎉. Auf Koh Lanta war nicht viel los und leider spielte das Wetter auch nicht mit, so dass wir mit Chips und Kaltgetränken aller Art, die Abende vor dem Fernseher verbrachten.

    Nach 3 ruhigen Tagen machten wir uns auf nach Koh Phi Phi. Diese Insel ist sehr touristisch und besteht praktisch nur aus Bars und Restaurants. Natürlich waren wir mittendrin untergebracht und wagten uns dann auch ins Getümmel. Da Koh Phi Phi für die schönen Strände und Buchten bekannt ist, machten wir eine Tour mit einem Longtailboot um die Gegend um den Massentourismus herum zu erkunden. Hier schnorchelten und schwammen wir in herrlichem türkisen Wasser. Die Farbe des Meeres ist unbeschreiblich schön und wir sahen unzählige Fischarten.

    Von Koh Phi Phi fuhren wir wieder zurück nach Krabi. Diesmal jedoch, um dort die Umgebung und die Strände zu erkunden. Wir trafen uns dort mit 2 Mädels, mit denen wir in Myanmar in dem Waisenhaus gearbeitet hatten. Die Wiedersehensfreude war so groß, dass es in einem Trinkgelage mit anschließendem Discobesuch endete. Da wir alle über 30 Jahre alt sind, hatten wir die folgenden Tage mit den Nachwehen des Abends zu kämpfen. Wir konnten uns dann aber doch noch zu einem Ausflug motivieren, der zu heißen Quellen und einem natürlichen Pool führen sollte. Leider war alles sehr unspektakulär und teuer, so dass dies unser letzter Ausflug war. Wir genossen die Zeit mit den Mädels und mussten uns dann leider wieder verabschieden, da es für uns über Weihnachten nach Hause ging.

    Mit einem überfüllten Bus von einem sehr schlecht organisiertem Busunternehmen, fuhren wir dann Richtung Phuket von wo aus der Flug am nächsten Tag zurück nach Deutschland Ging. Christina blieb im Hotel und verbrachte den letzten Tag am Pool, während ich mich auf der Suche nach Schnäppchen verlaufen hatte und völlig ausgepowert erst am Abend zurückkam.
    Read more

  • Day67

    Inle-See und 2. Aufenthalt im Waisenhaus

    November 10, 2019 in Myanmar ⋅ 🌧 20 °C

    Bevor wir nach Myanmar zurückkehrten, verbrachten wir einige Tage im Norden von Thailand, in Chiang Mai.
    Wir hatten den tollen Plan, hier eine Wohnung über Airbnb zu mieten, um nach langer Zeit zumindest Mal wieder selbstständig kochen zu können. In der Unterkunft angekommen, hingen jedoch große Warnschilder aus, die besagten, dass eine Wohnung unter 30 Tagen in Thailand zu mieten mit hohen Geldstrafen und bis zu 2 Jahren Gefängnis bestraft würde. Das wollten wir dann nun doch nicht riskieren, soweit geht die Liebe zu Spaghetti Bolognese dann doch nicht 😅 mitten in der Nacht zogen wir also weiter in ein chinesisches Hotel, was eher an einen Bunker erinnerte, bevor wir 2 Tage später endgültig in ein schöneres Hotel umzogen.
    In Chiang Mai besuchten wir, zusammen mit einer jungen Reisenden, die wir in Vietnam kennengelernt hatten und einem sympathischen Kölner Pärchen, was wir aus Myanmar kannten, das alljährliche Lichterfest. Dazu werden am Flussufer unzählige Laternen steigen gelassen und der Himmel so in ein leuchtendes Lichtermeer verwandelt. Ob das Steigenlassen dieser Laternen so ganz legal ist, wurde uns bis zum Schluss nicht ganz klar. Kurz vor Beginn kämpfte sich jedenfalls ein mit Trillerpfeife bewaffneter Polizist panisch und einsam auf verlorenem Posten durch die Menschenmassen, rief "Not fly lanterns, take it as a Souvenir" und versuchte die bereits entzündeten Laternen auszupusten. Erfolglos und wahrscheinlich atemlos gab er auf und das Spektakel begann.
    Wir ließen natürlich auch stolz eine Laterne mit guten Wünschen in den Himmel steigen und kämpften uns aus dem Chaos heraus, was allerdings sehr anstrengend war und beinahe zu klaustrophobischen Panikattacken führte.

    An den nächsten Tagen schlenderten wir durch die Stadt, besuchten eine Parade und ich probierte neue Sportarten aus während Christina sich den weißen, blauen und schwarzen Tempel in Chiang Rai ansah. Diese waren sehr sehenswert und zeigten eine außergewöhnliche Architektur, die chinesischen Touristenmassen erschwerten aber die ungestörte Besichtigung der Orte.

    Wir freuten uns sehr auf unseren zweiten Aufenthalt in Myanmar. Bevor es zurück nach Sagaing ins Waisenhaus ging, machten wir einen kurzen Abstecher zum Inle- See. Dieser riesige See im Nordosten Myanmars besticht durch wunderschöne Landschaften und etwas milderes Klima als wir es bisher kannten. Leider ist diese Region als eine der wenigen schon sehr touristisch und daher leider weniger authentisch.
    Nichtsdestotrotz wollten wir diesen Teil des Landes noch besichtigen und kamen dort nach Flug in der altbekannten Propellermaschine und Kamikaze- Taxifahrt an. Direkt am ersten Abend entdeckten wir ein Restaurant, das von einem Franzosen geleitet wurde und freuten und auf nicht- asiatisches Essen. Wir genossen den französischen Wein, denn der Wein auf unser bisherigen Reise war ungenießbar gewesen. Nach dem ein oder anderen Gläschen hielten wir es sogar für eine gute Idee, noch Wein nachzubestellen und nachdem ich auf dem Rücksitz des Motorrads des französischen Besitzers zum Geldautomaten gefahren war, konnte dieser Plan dann auch in die Tat umgesetzt werden.
    Die Stimmung des feuchtfröhlichen Abends kehrte sich am nächsten Morgen dann aber schnell um, denn wir hatten in der Früh eine Bootstour gebucht, die wir nun mit schummrigen Mägen und leichten Kopfschmerzen antreten mussten. Wir fuhren über den See und bewunderten die umliegende Berglandschaft und die ungewöhnlichen Dörfer, die auf Stelzen inmitten des Sees existierten. Es war sehr schade, dass der Rest der Tour eher an eine Kaffeefahrt erinnerte und wir von einem überteuerten Souvenirshop zum anderen geschifft wurden.
    Naja, wir genossen die Landschaft und waren froh als die Fahrt vorbei war.
    Im Anschluss hatten wir eine Verabredung mit einem deutschen Mönch, der seit mehreren Jahren in Asien lebt und eine Schule für Waisenkinder in der Nähe des Inle- Sees gegründet hat. Da er vor der Gründung der Schule in demselben Waisenhaus gearbeitet hatte, in dem wir tätig waren und seine in Hamburg ansässige Stiftung (muditafoundation.de) die Freiwilligenarbeit in dem Waisenhaus koordiniert, wollten wir mit ihm über die Situation in Sagaing und den sinnvollen Einsatz der Spendengelder sprechen. Das Gespräch war sehr interessant und aufschlussreich und wir stehen bis heute mit dem buddhistischen Mönch, Bhante Mokkhita, und aktuell in Sagaing arbeitenden Freiwilligen in Kontakt und sind uns so sicher, dass die Spendengelder auch wirklich ankommen und sinnvoll verwendet werden. Zudem arbeiten wir im Moment daran, mit Bhante Mokkhita und seinem Team, eine Homepage zu erstellen, auf der das Waisenhaus in Sagaing vorgestellt wird, die einzelnen Projekte erklärt werden und Spendengelder dauerhaft gesammelt werden können.

    AN DER STELLE EIN RIESEN DANKESCHÖN AN ALLE SPENDER!!! WIR HABEN FAST 3000€ GESAMMELT. WAHNSINN!!! Bisher wurden von diesen Spenden eine sehr dringend benötigte Waschmaschine, Rasierer für die Köpfe der kleinen Mönche, Medizin, Kleidung, Schuhe, Hefte und Schreibmaterial angeschafft. Hauptziel ist, davon das Gehalt für eine Krankenschwester zu bezahlen, es ist jedoch äußerst schwer, eine Krankenschwester zu finden, die dauerhaft in dem Waisenhaus arbeiten kann. Bisher sind die Krankenschwestern nur kurze Zeit geblieben, da die Bedingungen sehr hart sind und viele nach kurzer Zeit die Stelle wieder aufgebeb. Wir hoffen aber, dass die Suche bald Erfolg hat, denn zuverlässiges medizinisches Personal ist dringend nötig, um die vielen schlimmen (Haut)krankheiten der Kleinen zu behandeln.

    Für uns ging es nach dem Abstecher zum Inle- See also zurück Sagaing. Nach dem Gespräch mit Bhante Mokkhita und dank unserer Vorerfahrungen an dem Ort, konnten wir uns nun ein noch genaueres Bild davon machen, was in dem Waisenhaus benötigt wird und wir schafften die oben genannten Dinge an.
    Die Kinder begrüßten uns euphorisch und wir waren sehr gerührt von ihrer Zuneigung und Begeisterung. So verflogen die Tage im Waisenhaus erneut. Wir arbeiteten dieses Mal in einem sehr motivierten und sympathischen Team von Freiwilligen und erhielten so erneut unzählige Einblicke in das Schulleben, den Klinikalltag, den Kindergarten und die Pflege der Kinder, die jedoch nur 2 Stunden des Tages einnimmt und von lediglich 2 Caretakern ausgeführt wird- bei weitem zu wenig um für hygienische Bedingungen zu sorgen. Um die Arbeit der zukünftigen Freiwilligen zu erleichtern, sammelten wir in verschiedenen Teams Material für den Kindergarten und ordneten dies, schrieben ein Programm für den Englischunterricht im Kindergarten und strukturierten die Themen für den freiwilligen Englischunterricht.
    Die Abende verbrachten wir beim Essen und Diskutieren mit den anderen Freiwilligen oder mit Tanzsessions mit den auf sich gestellten Kindern im Hof.
    Außerdem hatten wir erneut sehr viel Freude bei der Arbeit mit den Kindern, deren Sinn für Gerechtigkeit, Dankbarkeit und Wunsch zu teilen, obwohl sie selbst nichts haben, uns auch dieses Mal sehr berührten. So kamen zum Beispiel 3 Jungs an unserem letzten Tag, der für sie ein Wochenende war, zu Fuß 45 Minuten in die Schule gelaufen, um uns ein Geschenk (Handtücher, da sie ja nichts sonst besitzen) und einen kurzen Brief zu übergeben. So verabschiedeten wir uns unter Tränen und mit vielen unbeschreiblichen Erinnerungen von den Lehrern und Kindern und fuhren mit den anderen Freiwilligen nach Mandalay.

    Das Problem war jedoch, dass ich vorher von einem Insekt gestochen wurde und mein rechter Fuß stark schmerzte. In der Klinik des Waisenhauses wurde der Fuß behandelt, dennoch gingen die Schmerzen über den Tag nicht weg. Am Abend überzeugte mich unser lieber Freund aus dem Hotel in Mandalay, einen Arzt aufzusuchen. Gemeinsam gingen wir also los bzw ich humpelte los. Die Praxis war eher eine Hütte am Wegesrand, aus der ich noch vor kurzem schreiend wieder rausgelaufen wäre. Aber gut, es musste ja sein und so fragten Christina und ich uns, wer des gefühlt 12 jährigen Personals denn wohl der Arzt sei. Ein sympathischer Typ, der immerhin wirkte als ob er 15 Jahre alt sei, untersuchte meinen Fuß, erklärte mir, dass dieser entzündet sei und ein kleines Stück aufgeschnitten werden müsse. Er tat dies, nachdem er mir versichert hatte, dass er 32 und seit 10 Jahren Arzt sei. Er gab mir anschließend 2 Antibiotika mit und ich humpelte mit Christina und unserem Begleiter aus dem Hotel zum Abendessen, wozu unser Freund uns auch noch einlud.
    Am nächsten Morgen begleitete er uns den ganzen Weg hinaus zum entlegenen Flughafen und wir verabschiedeten uns traurig und abermals voller Eindrücke und Emotionen und hoffen, sehr bald wiederzukommen!!!
    Read more

  • Day52

    Im Waisenhaus in Sagaing

    October 26, 2019 in Myanmar ⋅ ☁️ 31 °C

    Nach den erholsamen Strandtagen und dem Nervenkitzel durch den Hotelbrand in Yangon, ging es in der liebgewonnenen Propellermaschine in den Norden Myanmars, nach Mandalay.

    Wir übernachteten eine Nacht im Hotel Aurora und kamen schnell mit einem Hotelmitarbeiter, Thuya Thatti, ins Gespräch. Ihm berichteten wir, dass wir in den nächsten zwei Wochen in einem Waisenhaus in Sagain ehrenamtlich arbeiten wollten. Überschwänglich bedankte er sich bei uns, dass wir in seinem Land Gutes tun wollten, wir tauschten Facebookkontakte aus und er versprach, uns im Waisenhaus besuchen zu kommen. Überfordert von so viel Enthusiasmus fuhren wir los.

    Wir kamen nach einer knappen Stunde Fahrt schließlich im buddhistischen Aung Myae Oo Kloster an. Dieses Waisenhaus existiert seit 2003 und heute Leben circa 380 Kinder dauerhaft dort und weitere 3000 Kinder zwischen 3 und 18 Jahren kommen täglich in den Kindergarten und die Schule, um kostenlose Schulbildung zu erhalten - leider keine Selbstverständlichkeit und die einzige Chance auf eine Zukunft in einem wunderschönen, aber sehr armen Land. Die Kinder, die in dem Waisenhaus leben, haben teilweise ihre Eltern verloren oder ihre Eltern sind zu arm, um sie ernähren zu können. In der Schule gibt es knapp 90 Lehrer, die zum Teil selbst erst 18 Jahre alt sind. Die Klassen bestehen aus 50- 70 Schülern pro Klasse. Die Lehrer haben größtenteils keine qualifizierte Ausbildung und erhalten nur umgerechnet 28€ Gehalt im Monat, auch in Myanmar zu wenig, um überleben zu können. Ihr Gehalt wird zu einem Großteil über Spendengelder finanziert, was Touristen geben, die täglich angekarrt werden und zahlreiche Fotos von den Kindern und dem Gelände machen. Wenn nicht genügend Spenden gesammelt werden, können die Lehrer nicht bezahlt werden und müssen kündigen.

    Die Kinder leben in äußerst einfachen Verhältnissen und sind auch im Kleinkindalter komplett auf sich alleine gestellt. Es gibt keine Erzieher oder Ansprechpartner, weil auch diese nicht bezahlt werden können. Sie schlafen mit circa 70 Leuten in einem Raum, auf Holzplatten, die aneinander geschraubt sind. Matratzen, Kopfkissen oder Privatsphäre gibt es nicht. Ebenso gibt es niemanden, der darauf achtet, wann die Kleinen schlafen gehen und so sind sie oft bis spät in die Nacht wach. Um sich zu waschen, drängen sie sich täglich um 16 Uhr an die Waschstelle, die aus Wasserhähnen mit Eimern darunter besteht und für eine Stunde geöffnet ist. Viele Kinder wissen nicht, wie man sich reinigt, da sie dies nie gelernt haben und "duschen" sich mit dem kalten Wasser aus ihren Eimerchen meist komplett angekleidet. Zudem sind sie auch mit 4-5 Jahren schon selbst dafür verantwortlich, ihre Wäsche auf der Hand zu waschen, so dass diese oft dreckig bleibt. Durch die fehlende Hygiene und die dreckigen Waschstellen, die nicht gesäubert werden und das enge Beisammensein im Schlafsaal entstehen viele Krankheiten und breiten sich schnell aus.

    Diese Krankheiten, vor allem Hauterkrankungen, werden in der sogenannten Klinik auf dem Gelände behandelt. Diese besteht aus einem Raum mit Medikamenten und Verbandszeug und einem Hinterhof mit Waschgelegenheit. Es gibt aufgrund des Geldmangels (insgesamt stehen für Medikamente und Gehalt 100€ monatlich zur Verfügung) keine Krankenschwester oder gar einen Arzt. Die Klinik kann einzig und alleine durch den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer aufrechterhalten werden, die hauptsächlich oberflächliche Wunden desinfizieren und verarzten oder den Kindern auch "nur" etwas Zuneigung schenken, da diese Zuwendung stark vermissen. Die Freiwilligen haben jedoch keinen medizinischen Hintergrund und versuchen mit gesundem Menschenverstand und Google die Kinder zu behandeln. Eigentlich ist die Klinik dank Spenden durch ehemalige Freiwillige ausgestattet mit Equipment für größere Behandlungen, aber aufgrund fehlender medizinischer Fachkenntnisse ist keiner der Freiwilligen in der Lage, dies auch zu benutzen.

    Wir selbst haben verschiedene Aufgaben übernommen. Gemeinsam unterrichteten wir morgens und abends eine Stunde Englisch für freiwillige Teilnehmer. Diese Stunden waren sehr gut besucht und dienten zu Kommunikationsübungen über Alltagsthemen wie zum Beispiel das Wetter, Fußball, beliebte Rapper, Landeskunde usw. Die Schüler, deren Englischkenntnisse oft nur sehr basal waren, waren äußerst motiviert und sehr dankbar für die Möglichkeit, Englisch zu lernen und mit Menschen aus fremden Kulturen zu sprechen. Sie brachten uns sehr sehr viel Freundlichkeit und Zuneigung entgegen und überraschten uns mit kleinen selbstgebastelten Geschenken oder in ihrer Freizeit verfassten Texten. Es hat uns sehr berührt, dass diese Kinder, die so wenig besitzen und oft ein so schweres Leben haben, uns trotzdem auch eine Freude machen wollten.

    Ich ging außerdem am Tag bei einer Englischlehrerin der 6. Klasse mit und assistierte ihr in den Englischstunden. Das sprachliche Niveau der Schüler und Lehrer ist schlecht und didaktisch aufbereitete Stunden sind Mangelware. So besteht der Englischunterricht hauptsächlich aus Buchstabierübungen und Übersetzungen auf Burmesisch. Passend dazu gaben wir Freiwilligen am Samstag Englischunterricht für die Lehrer und hatten so unsere Mühen, sie zum Sprechen in ganzen Sätzen zu bewegen.

    Christina half morgens und nachmittags jeweils 2 Stunden in der Klinik und reinigte die kleinen Patienten und versorgte oberflächliche Wunden. Da sie damit keinerlei Erfahrung hatte, war dies eine Erfahrung, die viele neue Eindrücke, aber auch Sorgen über Erkrankungen mit sich brachte. Gerade hier zeigten sich deutlich die Missstände der Einrichtung, zumal die Kommunikation mit den Kindern äußerst schwierig war, da sie kaum Englisch sprechen und selten ein Erwachsener, der die Landessprache spricht, anwesend war. Die fortlaufende Dokumentation von Krankheiten oder Behandlungen der Kleinen ist zudem leider nicht gegeben.

    An einem Tag hielt zum Glück unser neuer Freund Thuya Thatti sein Versprechen und kam uns im Waisenhaus besuchen. Ich fuhr mit ihm auf dem Motorrad durch Sagain und kaufte neue Einmalhandschuhe, die er auch noch mitfinanzierte, obwohl auch er bei weitem kein üppiges Gehalt verdient. Aber es lag ihm so sehr am Herzen zu helfen, dass er sich nicht davon abbringen ließ. Zudem half er am Vormittag bereitwillig in der Klinik und erleichterte die Kommunikation mit den Kindern.

    Wir verließen das Kloster nach knapp zwei Wochen mit sehr vielen neuen Eindrücken und fuhren nach Mandalay, wo wir uns mit Thuya Thatti zum Abendessen trafen und sogar noch mit Souvenirs von ihm beschenkt wurden. Auch hier waren wir wieder sehr überrascht, wie jemand, der selbst wenig im Leben hat, mit soviel Offenheit und Gastfreundschaft auf Andere zugeht und teilen möchte.

    Unser Visum lief ab und nach 30 Tagen in Myanmar flogen wir nach Thailand. Dieses Land kommt uns jetzt im Vergleich zu Myanmar schon fast westlich und weitentwickelt vor. Mit etwas Abstand und vielen Nachrichten unserer Schüler (die sich ein Handy teilen und schrieben: "teachers, come fast!") und neugewonnenen Freunden in Myanmar, dass wir bitte schnell zurückkommen sollten, haben wir uns tatsächlich entschieden, zurückzugehen und ein zweites Mal in dem Waisenhaus zu arbeiten. Vor drei Wochen war dies für uns unvorstellbar, aber das Schicksal der jungen Menschen und die große Herzlichkeit, die wir in diesem Land erfahren haben, haben einen tiefen Eindruck hinterlassen und uns sehr bewegt.

    Wir fliegen in ein paar Tagen zurück und freuen uns, weiter helfen zu können!
    Read more

  • Day41

    Strandtage

    October 15, 2019 in Myanmar ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach den turbulenten Tagen in Bagan, verbrachten wir eine gute Woche am Strand.

    Wir stiegen in Bagan in die altbekannte Propellermaschine, die zunächst nach Heho flog. Dort konnten wir praktischerweise sitzen bleiben und ein paar andere Fluggäste stiegen aus und andere ein. Weiter ging der Flug und wir erreichten Thandwe, wo wir fast auf der Landebahn unser Gepäck in die Hand gedrückt bekamen, denn auch hier stiegen wieder ein paar andere Fluggäste ins Flugzeug und es ging weiter nach Yangon. Ein bisschen erinnerte das Ganze an eine Busreise im Flixbus.

    Von Thandwe fuhren wir nach Ngapali, wo wir einige ruhigere Tage verbrachten. Nichtsdestotrotz begaben wir uns aber direkt wieder auf die Mofas und versuchten Thandwe, das nächstgrößere Städtchen zu erkunden. Wahre Biker steigen natürlich auch nach Rückschlägen wieder aufs Gefährt :D in Thandwe suchten wir circa 2 Stunden jeden Laden nach Sonnencreme OHNE whitening-Effekt ab und wurden erst im letzten Shop für schlappe 12 Euro fündig. Hier in Asien ist es super chic, blasse Haut zu haben, deswegen ist fast in jeder Creme ein Mittel, um die Haut aufzuhellen. Aber blass sind wir ja auch schon von alleine...

    Ngapali besteht ungefähr aus zwei Straßen und einigen Strandabschnitten. Schnell machten wir ein neues "Stammlokal" am Strand ausfindig, von wo man den wunderschönen Sonnenuntergang perfekt sehen konnte. Dort lernten wir auch ein paar Mädels aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kennen, die wir auch an den nächsten Abenden wiedertrafen.

    Mit der Schweizerin machten wir sogar noch einen Bootsausflug inklusive Schnorcheln und Angeln , bei dem wir selbst Fisch angelten, den die Besitzer unseres kleinen Lokals dann auch für uns zubereiteten.

    Einer der Angestellten in unserem Hotel berichtete uns, dass es direkt um die Ecke eine Schule gäbe, die von britischen Spenden finanziert wird und in der die Schüler umsonst Englisch lernen können - eine sehr wichtige Vorraussetzung, um irgendwie einen "gutbezahlten" Job in der Zukunft zu erhalten. Prompt hatte er die Idee, wir könnten die Schule ja Mal besichtigen und rief seine ehemalige Lehrerin an, um uns anzukündigen. Wir besuchten am nächsten Abend die Schule und trafen auf eine sehr freundliche Lehrerin, die uns direkt für den nächsten Tag engagierte, um eine Englischstunde zu halten. Ich bereite ein paar Kommunikationsspiele vor und am nächsten Abend unterrichtete ich die kleinen Schüler. Es war sehr schön zu sehen, mit welcher Freude und Motivation diese Kinder lernen und wie dankbar sie für Bildung und Abwechslung waren. Viele wollten auch auf dem Schulhof einfach mit uns sprechen, um etwas Englisch zu benutzen und Menschen aus einem anderen Land zu sehen, deren Aussehen sie höchstens aus dem Fernsehen kennen. Ganz generell scheinen wir hier wirklich eine Attraktion zu sein und sammeln ständig neue Facebook- Kontakte. So haben wir Hotelangestellte und Tourguides mittlerweile als neue "Freunde" in den sozialen Medien.

    In den nächsten Tagen machte Christina noch einen Ausflug, um Elefanten zu waschen und wir verbrachten eine weitere Mofatour und viel Zeit damit, einen Geldautomaten zu finden, um Bargeld abzuheben, denn Kartenzahlung ist hier nur sehr selten möglich. Diese kleine Tour führte uns schließlich bis zurück zum Flughafen, da alle anderen Geldautomaten defekt waren. Der Flughafen war leider schon geschlossen, aber die Sicherheitsdame schloss den Flughafen nochmal für uns auf und wir fuhren mit unseren Rollern lässig vor. Aber auch hier war kein funktionierender Geldautomat in Sicht.

    Am darauffolgenden Morgen war unser Aufenthalt in Ngapali auch schon vorbei und wir fuhren zum Flughafen, um Lisa und Nils zu treffen :-) die beiden verbrachten zwei Wochen in Myanmar und wir reisten einige Tage zusammen auf die Arakan Nature Lodge, 3 Stunden südlich von Thandwe. Nach der schaukeligen Busfahrt über fast inexistente Straßen, auf der natürlichen viel erzählt wurde, kamen wir in einer paradiesischen Landschaft an. Die Öko- Lodge wird von einem Schweizer geführt und befindet sich im Nirgendwo, abseits jeglicher Touristenstätten. Man wohnt in Häusern aus Holz und Bambus, hat einen menschenleeren weißen Sandstrand direkt vor der Türe und wunderschöne Blicke auf den Sonnenuntergang. Das Essen war köstlich und das Frühstück ein wahres Highlight: es gab Käse, der nach Käse schmeckte und selbstgebackenes Vollkornbrot- fast schon vergessene Speisen für uns.

    Während Lisa und Nils ihre Surftalente bewiesen und weiter ausbauten, wagte ich mich nicht ganz so krass mit einem Delfin-Bodyboard ins Wasser und Christina relaxte am Strand oder schwang sich ebenfalls auf ein Bodyboard, allerdings eine Stufe gefährlicher: das Board zeigte natürlich einen weißen Hai. Um auch hier für einen kleinen Nervenkitzel zu sorgen, unternahmen Lisa und ich eine Kayaktour zu einem abgelegenen Strand. Auf dem Rückweg gerieten wir leider in relativ hohe Wellen, die in kurzer Entfernung auf Felsen schlugen. Wir kamen kaum gegen das Wasser an und ich hörte Lisa hinter mir nur panisch "Paddel, Sabrina, paaaaaddeeeel!!!!" rufen. Wieder in ruhigerem Gewässer, kam Nils uns entgegen geschwommen und hängte sich hinten an unser Boot. "Kein Problem" dachten wir uns "wir lassen uns einfach mit den Wellen an den Strand spülen." Das Ergebnis des Ganzen war ein umgekipptes Kayak und wir einschließlich aller Klamotten im Wasser. Naja, zum Glück gibt es davon dieses Mal kein Video.

    Dank der Kamera von Nils (und natürlich seinem Fotografen-Wissen) erhielten wir tolle Aufnahmen von einem so ruhigen und schönen Ort, den man in Europa so wahrscheinlich gar nicht mehr kennt.

    Aber auch jedes Paradies hat seine Schattenseiten und wir traten mit vielen Mückenstichen die 9-stündige Busfahrt nach Yangon an. Die Fahrt war sehr anstrengend und abenteuerlich und das ein oder andere Mal befürchteten wir, mit dem Bus einen der schmalen Bergwege hinunterzurutschen oder in einem der vielen Schlaglöcher steckenzubleiben.

    In Yangon angekommen, holte uns glücklicherweise Soi, der Taxifahrer unseres Vertrauens, am Busbahnhof ab und wir fuhren in ein Restaurant, in dem wir mit Nils' Cousine und einer Freundin noch etwas aßen. Wir verabschiedeten uns von Lisa und Nils und kamen sehr müde im Hotel an.

    Wie fielen direkt ins Bett und freuten uns aufs Ausschlafen, doch die Nacht wurde gegen fünf Uhr jäh beendete als Christina aufwachte, weil sie bemerkt hatte, dass ein Feuer ausgebrochen war. Wir packten panisch unsere Rucksäcke und begaben uns mit den anderen Hotelgästen auf die Straße. Das angrenzende Haus der Hotelangestellten hatte wegen eines überladenen Handys gebrannt und die Angestellten konnten das Feuer nicht unter Kontrolle bringen. So erlebten wir einen Feuerwehreinsatz und konnten nicht mehr in unser Zimmer zurück. Wir konnten unser Gepäck allerdings unterbringen und traffen so unverhofft Lisa und Nils zu einem ausgiebigen Frühstück wieder bevor es mit Soi zum Flughafen und in der Propellermaschine nach Mandalay ging.

    Hier nun das Kontrastprogramm: wir arbeiten in einem buddhistischen Kloster, was Waisenkinder betreut, aber davon im nächsten Beitrag mehr...
    Read more