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Spitzbergen - Ostgrönland

Een 19-daags avontuur van Christoph Schömer Meer informatie
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    🇬🇱 Grönland

    Ella Ø

    Gisteren, Groenland ⋅ ☁️ 4 °C

    > das Setzen falscher Prioritäten nimmt die notwendige Flexibilität für das eigentlich Wichtigere <

    Neben der großartigen Natur Spitzbergens und Ostgrönlands war die Möglichkeit, eine Sonnenfinsternis in der Totalitätszone zu erleben, einer der Höhepunkte der Reise. Für viele sogar der ultimative Höhepunkt und der eigentliche Grund, diese Reise zu buchen. Und so war dieser 12. August auf jeden Fall ein ganz besonderer Tag. Es war schon ein bisschen enttäuschend, dass nach einer langen Phase herrlichen Sonnenscheins genau für diesen Tag ein Wetterumschwung angekündigt war. Aber wer die Wetterverhältnisse in dieser Region schon erlebt hat, der weiß, dass selbst wenn an einer Stelle dichte Wolken sind, ganz in der unmittelbaren Nähe die Sonne scheinen kann.

    Insofern war ich dankbar, dieses Ereignis auf einem Schiff erleben zu dürfen, das ja bauartbedingt die Flexibilität hat, auch kurzfristig eine in der Nähe gelegenene Position anzufahren, die den direkten Blick auf die sich verdunkelnde Sonne ermöglicht. Und ich war mir absolut sicher, dass seitens der Reederei alles, aber wirklich auch alles getan würde, ihren Gästen dieses Erlebnis zu bieten. Schließlich wurden ja auch genau für diesen Zweck die notwendigen Schutzbrillen verteilt.

    Umso verwunderter war ich, dass diesem für viele Gäste möglicherweise „Once in a Lifetime“-Ereignis in der Planung des Tages dann offensichtlich doch so wenig Bedeutung beigemessen wurde. Statt dessen wurde stur an dem üblichen Programm festgehalten und genau für die Zeit der Sonnenfinsternis eine Anlandung auf der Insel Ella Ø geplant. Mit dem Effekt, dass bei den Ereignis manche an Bord, manche an Land und manche Gäste gar auf Zodiacfahrt waren.

    Mir ist bewusst, wie schwer es die örtlichen Behörden dem Expeditionsleiter machen und dass er sein Programm leider nicht so gestalten kann, wie es eigentlich optimal wäre. Aber die Flexibilität, an einem so seltenen und besonderen Ereignis wie diesem auf einen Landgang zu verzichten, die hätten die Verantwortlichen der Hanseatic Nature auf jeden Fall gehabt. Denn dass Landgänge auch sonst immer mal ausfallen können, hatten wir ja schon am Morgen erlebt, weil der Wind zu stark war.

    Und so kam es wie es kommen musste. Während die Anlandung auf der Insel -nach meinem Dafürhalten zudem noch die uninteressanteste der ganzen Reise- stur nach Schema F abgespult wurde, strahlten die Berge rechts und links des Schiffes während der Sonnenfinsternis in schönstem Sonnenschein. Doch wegen des laufenden Zodiac-Einsatzes waren dem Kapitän die Hände gebunden, seine Position zu ändern. Da kam unter den Gästen schon etwas Unmut auf. Um es mal ganz, ganz vorsichtig auszudrücken.

    Ganz sicher waren die drei Minuten totaler Dunkelheit unter der dichten Wolkendecke auch ein beeindruckendes Erlebnis. Aber es hatte schon weh getan, mitzuerleben, wie dieses Ereignis ganz in der Nähe ohne störende Wolkendecke noch viel beeindruckender gewesen wäre.

    Dass auch das Hotel Department es nicht für nötig gehalten hatte, dem Ereignis und den Gästen durch das Anbieten eines wärmenden Getränks einen besonderen Rahmen zu geben - geschenkt.

    Solche Gedanken haben wohl auch nur noch die Nostalgiker, die den alten wertschätzenden Hapag-Lloyd-Gewohnheiten nachtrauern.
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  • Blomsterbugten (ausgefallen)

    Gisteren, Groenland ⋅ 🌧 2 °C

    Heute hatte der Wecker besonders früh geklingelt. Denn die Anlandung in der Blomsterbugten war schon für 7 Uhr angesetzt.
    Doch gerade als wir die „Ausgehuniform“ anlegen wollten, kam die Ansage: „Landgang fällt aus“ und zwar gleich aus zwei Gründen. Zum einen ließ Windstärke 8 keine Zodiac-Aktion zu. Und zweitens trieb sich ein Eisbär dort herum, wo wir eigentlich die Blomster (Blumen) bewundern wollten.

    So versammelten sich alle Fotografen am Vorschiff. Aber bei der Entfernung ließen sich wirklich keine brauchbaren Fotos machen. Aber wenigstens war der Eisbär in Bewegung und lag nicht nur faul rum wie der in Spitzbergen.

    Also drehte das Schiff um und die Fahrt durch den engen Fjord war wie eine Flusskreuzfahrt. Mit dem Unterschied, dass im Gegensatz zu Rhein, Mosel oder Donau diesmal doch ganz eindrucksvolle Eisberge passiert worden sind.
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  • Segelsällskapet Fjord

    11 augustus, Groenland ⋅ ☁️ 10 °C

    Der Besuch dieses Fjords war schon etwas einmaliges. Nicht weil wir den schnellsten Zodiacfahrer erwischt hatten. Die geologischen Strukturen sind es, die unsere heutige Nachmittagsanlandung so besonders machten. Es gibt kaum einen Platz auf der Welt, in dem solch faszinierende Strukturen im Fels zu sehen sind. Diese verschiedenfarbigen Schichten haben sich vor neunhundert Millionen Jahren gebildet.

    Nicht ganz so alt waren die Polarhühner, die wir beim weiteren Aufstieg auf den Berg angetroffen hatten.

    Und zum Abschluss des Tages hatten die Passagiere noch die Möglichkeit, ein Bad im kalten grönländischen Wasser zu nehmen.
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  • Holm Bugt

    11 augustus, Groenland ⋅ ☀️ 8 °C

    Am Vormittag stand keine Anlandung auf dem Programm, sondern eine Zodiac-Rundfahrt. Wir befinden uns im Kong-Oscar-Fjord. Die Holm Bugt liegt in einem Seitenfjord. Die Rundfahrt ging an geologisch interessanten Strukturen mit unterschiedlich farbigen übereinander liegenden Gesteinsschichten vorbei. Im Hintergrund ein paar bis 2000 Meter hohe schneebedeckte Berge. Wie schon in den letzten Tagen fühlte man sich nicht so recht in der Arktis, zumal hier auch keine Eisberge um einen herumschwimmenMeer informatie

  • Eisberge

    10 augustus, Groenland ⋅ ⛅ 5 °C

    Heute hatten wir ja den nördlichsten Punkt des Grönland-Abschnitts erreicht. Und ich bin nicht der Einzige der Passagiere, der sehr verwundert war, dort so wenig Eisberge anzutreffen.

    Insofern war ich bemüht, die wenigen dieser Riesen mit der Kamera einzufangen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, noch einen Gletscher anzufahren, der uns dann hoffentlich noch etwas mehr bieten wirdMeer informatie

  • Sabine / Germania Havn

    10 augustus, Groenland ⋅ ☁️ 6 °C

    Der nördlichste Punkt Grönlands ist erreicht. Zwar sind wir auf der Fahrt dorthin einigen Eisbergen begegnet, so stellte sich die Landschaft heute doch gar nicht so eisig dar, wie man es in seiner Phantasie mit Grönland verbindet.

    Der heutige Anlandepunkt hat einen historischen Hintergrund. Der Naturhafen wurde 1869/70 von dem deutschen Forschungsschiff Germania genutzt, um die Region zu kartieren und einen Weg zum Nordpol zu finden. Dass Ganze nicht ohne Dramatik. Das Schwesterschiff Hansa wurde vom Packeis eingeschlossen und zerdrückt. Die Besatzung musste sich auf eine Eisscholle retten und trieb mehr als 1500 Kilometer südwärts, bevor sie Grönland erreichte.

    Den Nachmittag verbrachten einige im Liegestuhl oder beim Beobachten der unzähligen Eisberge auf dem Weg nach Süden
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  • Pølser Party

    9 augustus, Groenland ⋅ ☀️ 9 °C

    Wer schon mal eine Reise mit einem der Hanseatic-Schiffe gemacht hatte, der weiß, was eine Pølser Party ist. Pølser ist dänisch und steht für Würstchen. Wobei die hier servierten mit verschiedenen Saucen und Röstzwiebeln in einem länglichen Brötchen serviert werden.

    Das ganze findet auf dem offenen Pooldeck statt. Und ich hatte schon Partys erlebt, bei denen die Gäste dick eingepackt in ihren blauen Winterjacken und trotzdem frierend zusammensaßen und -standen. Heute in Grönland jedoch war T-Shirt-Wetter angesagt. Und so war gute Stimmung garantiert. Denn außer Pølser gab es auch noch andere Köstlichkeiten. Und Bier, Wein, Aquavit und Bailey flossen in Strömen.

    Da war es auch klar, dass für den Rest des Tages kein weiterer Landgang eingeplant worden ist.
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  • Fleming Fjord

    9 augustus, Groenland ⋅ ☀️ 11 °C

    Wenn wir nicht wüssten, dass wir heute in Grönland sind, würde es keiner glauben. Temperaturen, wie sie eigentlich für Deutschland im Sommer normal wären.

    Eine Blütenpracht wie in den Schweizer Bergen und ein kleiner Canyon, der an einen Wadi in Nordafrika erinnert hatte

    Die Wanderung im Fleming Fjord hatte es in sich. Man konnte oberhalb eines kleinen Canyons gehen oder dank der Gummistiefel auch im Canyon. Und wer Ehrgeiz hatte, wollte auch ganz hinauf auf einen Gipfel. Der allerdings den einen oder anderen an sein Limit brachte. Oben angekommen waren alle bemüht, einen Moschusochsen zu erspähen, der sich -den Angaben nach- kurz zuvor wesentlich näher aufgehalten hatte. Aber auch der Bordfotograf mit seinem 500er Tele ist an seine Grenzen gekommen. Dafür hatten andere Mitreisende einen Hermelin entdeckt, der die Jacken und Rucksäcke der Kletterer nach Essbarem durchsuchte. Danke Michl für das Überlassen des Bilds und Videoclips
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  • Ittoqqortoormiit

    8 augustus, Groenland ⋅ ☁️ 7 °C

    Nach zweieinhalb Seetagen erreichten wir Grönland. Und hier die einzige Siedlung an der Ostküste mit der etwas komplizierten Bezeichnung Ittoqqortoormiit. Böse Zungen hatten angedroht, dass nur diejenigen das Schiff verlassen dürften, die den Namen der Ortschaft unfallfrei aussprechen könnten.
    Aber man war gnädig und alle durften an Land.

    Aufgrund schlechter Erfahrungen hatten die örtlichen Behörden angeordnet, dass wir nur in Gruppen durch den Ort gehen dürften. Wir hatten das Glück mit Heike Fries einen sehr ortskundigen Tourguide zugeteilt bekommen zu haben.

    Es war faszinierend, wie die Menschen hier ihren Alltag an der „Edge of the World“ verbringen. Alle Einheimischen, die wir getroffen hatten, waren unwahrscheinlich offen. Die nette Museums-Angestellte hat sich in ihrer Tracht bereitwillig fotografieren lassen. Der Küster der kleinen, aber sehr schmucken Kirche zeigte voller Begeisterung auf seinem Handy ein Foto, wie die Kirche im Winter aussieht.

    Und die Jugendlichen auf dem idyllisch gelegenen Fußballplatz waren sofort Feuer und Flamme, ein Spielchen mit unserer „Junge Entdecker“-Truppe auszutragen. Ich weiß jetzt nicht, wie es ausgegangen ist. Aber das ist eigentlich auch total unwichtig. Denn bei solchen Begegnungen gibt es nur Gewinner.
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  • Auf See

    7 augustus, Grönlandsee ⋅ 🌬 2 °C

    Seetage, alles andere als langweilig

    Nach so vielen Eindrücken wurden die zweieinhalb Seetage von allen Mitreisenden sehr begrüßt. Doch Seetag heißt nicht Nichtstun. Die Lektoren waren froh, einem aufmerksamen Publikum im Auditorium so vieles zu den Besonderheiten der Region zu erklären.

    Auch versuchten einige der Fotografen, die uns begleitenden Vögel scharf vors Objektiv zu bekommen und der Besuch auf der Brücke ist auch eine willkommene Abwechslung.

    Und eines der Highlights einer Reise mit einem Expeditionsschiff ist das Cocktail-Mixen der Offiziere. Diesmal unterstützt von den Jugendlichen der „Junge Entdecker“-Gruppe. Sie waren für die alkoholfreien Cocktails verantwortlich. Und spannend erwartet wurde diesem Abend auch der Auftritt der Bordband, bestehend aus den philippinischen Matrosen und den Damen vom Zimmerservice. Die Stimmung war grandios. Und es wurde auch fleißig getanzt.

    Außerdem konnten wir uns noch intensiver den kulinarischen Genüssen hingeben, egal ob Waffeln am Nachmittag oder dem mehrgängigen Dinner im Hauptrestaurant.

    Und für mich als Fußballfan kam der halbe Seetag heute Vormittag auch gerade recht. Konnte ich doch -dank der dreistündigen Zeitverschiebung- ab 10 Uhr den Saisonauftakt meiner „Lilien“ noch in Ruhe verfolgen. Und das, während die Hanseatic Nature zwischen Eisbergen und in langsamer Fahrt durch den Scoresby-Sund zur ersten Anlandungsstelle unterwegs war.
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  • Ny-Ålesund

    5 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 5 °C

    Ny-Ålesund ist die nördlichste Siedlung der Welt. War sie früher wegen des Kohleabbaus permanent besiedelt, sind es jetzt Mitarbeiter internationaler Forschungsstationen, die diesen Ort bewohnen. Die empfindliche Technik der dortigen Messgeräte hatte sogar erfordert, dass bereits zwei Stunden vor Abkunft das Schiff (und alle Besucher) WLAN und Bluetooth ausschalten mussten. Das führte nebenbei dazu, dass die Klimapanels auf den Kabinen nicht mehr funktionierten.

    Ny-Ålesund war auch Ausgangspunkt vieler Nordpol-Expeditionen. Wir besuchten z. B. den Mast, an dem das Luftschiff der ersten erfolgreichen Nordpol-Überquerung festgemacht wurde. Und natürlich das Denkmal von Roald Amundsen und das Museum, in dem dessen Aktivitäten in Bild und Text beschrieben wurden.

    Als das Schiff die Pier verlassen hatte, kam etwas Wehmut auf, denn heute war die letzte Station auf Spitzbergen, bevor wir uns auf den Weg nach Grönland machten. Und bei der Flurparty mit den Kabinennachbarn wurde allgemein bedauert, dass wir keinen Eisbären zu Gesicht bekommen hatten.

    Aber es gibt ja keine Zufälle. Als sich alle für das Abendessen fertig gemacht hatten, kam die Durchsage „Eisbär gesichtet“. Sämtliche Passagiere versammelten sich am Bug des Schiffs mit ihren Kameras bewaffnet. Leider lässt die neue Vorschrift, sich nur maximal 300 Meter dem Tier nähern zu dürfen, keine qualitativ hochwertigen Fotos zu. Aber das wichtigste ist doch, dass dieses Erlebnis in der Festplatte ganz oben im Kopf gespeichert sein wird.
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  • Möllerhafen

    5 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 3 °C

    > Lloyd Hotel und Robben-Akrobatik <

    Diese Location war eine der ersten Stellen des aufkommenden Tourismus in der Polarregion. Die in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaute Hütte wurde vom Deutschen Lloyd übernommen, um den ersten Touristen hier einen bescheidenen Schutz zu bieten. Sie bekam den Namen „Lloyd Hotel“ und wird seit vielen Jahren von Hapag Lloyd instand gehalten. Viele Erinnerungen an frühere Anlandungen sind dort im Inneren zu sehen.

    Außerdem wurden wir für die Anlandung belohnt, weil ein paar Robben sich die denkbar ungeeignetsten Felsen zum Ausruhen ausgesucht hatten. Es hatte aber Spaß gemacht, zuzusehen, wie sie versucht hatten, es sich dort bequem zu machen.

    Selbst ein paar der putzigen Papageientaucher konnten wir beobachten. Allerdings nur im Vorbeiflug, weil ihr Nest auf dem gegenüberliegenden Ufer war. Für die Kamera waren sie leider zu schnell.
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  • Smeerenburg

    4 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 3 °C

    Der Name Smeerenburg klingt sehr holländisch. Das ist er auch. Denn es waren holländische Walfänger, die diesen Ort gegründet hatten, um die erlegten Wale dort zu verarbeiten. Die Relikte der Öfen sind in ihren Grundmauern noch erkennbar.

    Aber ein weiterer Grund für die Anlandung dort ist, dass der Strand ein beliebter Treffpunkt für Walrösser ist. Und wir hatten Glück. Eine ganze Kolonie wartete schon auf uns. Obwohl wir die Tiere in gebührendem Abstand beobachteten, wurde die Situation dann doch mal etwas brenzlig. Denn ein kräftiger Bulle wurde auf uns aufmerksam. Und so behäbig diese Tiere an Land sind, so schnell ist er in unsere Richtung geschwommen. Aber die Befürchtungen waren unbegründet. Sein Ziel war nicht, uns zu attackieren. Er platzierte sich statt dessen so fotogen vor der Hanseatic Nature, als wäre es sein Ziel gewesen, Titelbild des neuen Hapag-Lloyd-Katalogs zu werden.
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  • Alicehamna

    4 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 4 °C

    Waren wir die genze Reise über vom Wetter mehr als verwöhnt worden, so wurden wir heute morgen von dichtem Nebel begrüßt. .

    Für das Expeditionsteam deshalb eine unangenehme Sache, weil die Absicherung durch die Eisbärwächter erschwert wird.

    Doch der Nebel lockerte etwas auf, sodass dem Landgang dann doch nichts im Wege stand. Auch hier war wieder eine Hütte zu besichtigen. Noch etwas einfacher als die historisch natürlich interessantere gestern Abend.

    Aber wie bei jedem Landgang freut man sich, ein Stück zu wandern und weiß auch jedes Pflänzchen in dieser kargen Umgebung zu schätzen
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  • Gråhuken

    3 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☀️ 6 °C

    > Nachtwanderung bei strahlendem Sonnenschein <

    Aufgrund des außergewöhnlich schönen Wetters hatte das Expeditionsteam kurzfristig beschlossen, an diesem Tag noch eine dritte Anlandung nach dem Abendessen ins Programm zu nehmen. Bei den letzten Umrundungen hatte es nämlich nicht geklappt, dort hinzukommen. So bestiegen um 22 Uhr noch mal das Zodiac.

    Und zwar zum Besuch der Hütte, in der Christiane Ritter in den Dreißiger Jahren mit ihrem Mann, der seinen Lebensunterhalt als Pelzjäger verdiente, einen ganzen Polarwinter verbracht hatte. Sie hatte über dieses für eine Frau in den damaligen Zeiten aufsehenerregende Abenteuer ein Buch geschrieben, das fast eine Million mal in vielen Sprachen verkauft wurde.

    Die Hütte ist jetzt -mit Heizmaterial ausgestattet- offen für Seeleute, die unverhofft in Not geraten könnten.

    Solche Aktionen stehen für den unnachahmlichen Charakter einer Expeditionsreise und machen diese so besonders reizvoll. Ich war ja vor acht Wochen auf der Europa 2 und habe dort auch ganz sicher das vielfältige Entertainment-Programm genießen dürfen. Aber ich spüre einmal mehr, dass Expedition einfach viel größere Freude macht. Grund dafür sind die Menschen, mit denen man hier an Bord zusammen ist. Denen eine solche „Nachtwanderung“ hundert mal lieber ist, als sich in der Sansibar das Getränkepaket ins Plus zu trinken. Die sich für einen Lektorenvortrag mehr begeistern können als für ein Champagner-Tasting. Für die die Regenhose das wichtigste Kleidungsstück im Koffer ist und nicht das schmückende Outfit, für das ein Koffer oft noch nicht mal ausreicht. Kurzum, für die, denen Bequemlichkeit ein Fremdwort ist.

    Denn all die Menschen, die ich in den wenigen Tagen hier an Bord der Hanseatic Nature kennengelernt habe, haben eine interessante, manchmal abenteuerreiche Geschichte über ihr Leben zu erzählen. Kurz gesagt eine eingeschworene Truppe, die durch Dick und Dünn geht. Auch wenn die Abenteuerlust jetzt nicht unbedingt die Ausmaße einer Christiane Ritter haben muss.
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  • Jotunkjeldene / Bockfjord

    3 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☀️ 6 °C

    Das Schiff hat ja ein Fitnessstudio. Das allerdings war heute Vormittag definitiv nicht notwendig. Denn die Wanderung führte ziemlich steil nach oben über steiniges Terrain. Zwischenstop war an einer geologisch interessanten Stelle, ein Plateau aus feinem Sand, das auch nicht betreten werden durfte. Darin ein kleiner Pool mit warmem Wasser. Das ist zwar nicht vulkanischen Ursprungs, aber wird durch Hohlräume aus großer Tiefe hochgedrückt. Zum darin Baden wie in Island oder Grönland war jedoch nicht möglich. Am Gipfel angekommen, wartete neben Arne Kertelhein auch noch ein schöner Blick auf einen Gletscher. Dazu allerdings mehr heute NachmittagMeer informatie

  • Alkefjellet

    2 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☀️ 3 °C

    Der heutige Nachmittag war sicher eines der Highlights der Reise. Nach Erreichen unseres nachmittäglichen Ziels waren schon von Bord aus unzählige Vögel zu sehen. Denn auf uns wartete einer der spektakulärsten Vogelfelsen, den man sich nur vorstellen kann.

    Zuvor war aber erst noch mal ein Schreckmoment zu überstehen. Ich stand gerade an der Reling, um das Herablassen der Zodiacs zu fotografieren. Da musste ich miterleben, wie eine Zodiacfahrerin von ihrem Boot ins Wasser gestürzt ist. Glücklicherweise war ein anderes Boot ganz in der Nähe und dessen Fahrer war in der Lage, sie zügig in sein Boot zu hieven. Wir wurden informiert, dass alles gut gegangen ist.

    Danach verlief aber alles weitere reibungslos. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Vögel -meistens Lummen- über mir und an der neben uns liegenden Felswand gesehen. In langsamer Fahrt sind wir mit dem Zodiac an diesem spektakulären Fels vorbeigefahren. Und während alle die Blicke auf die Tausende von Vögel gerichtet hatten, entdeckte unsere Fahrerin auch noch einen Polarfuchs, der an den steilen Felsen auf Nahrungssuche war.

    Das größte Wunder bei dieser spektakulären Ausfahrt war allerdings, dass keiner der Zodiac-Passagiere von den Hinterlassenschaften der Vögel getroffen worden ist.
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  • Palanderbukta

    2 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ⛅ 1 °C

    Welch ein grandioser Morgen! Als ich um 7 den Vorhang weggzogen hatte, sind wir bei strahlendem Sonnenschein an einer herrlichen Gletscherlandschaft vorbeigefahren. Wobei wir dieses Thema auf der Reise noch vertiefen werden. Als einer der wenigen Mutigen hatte ich dann kurz darauf draußen gefrühstückt. Eine vorbeischwimmende Robbe hatte das belohnt.

    Dann aber hieß es fertigmachen zur Zodiacfahrt und Wanderung, bei der wir wieder einige Polarblumen und einen der in Spitzbergen seltenen Bachläufe entdecken durften.

    Außerdem eine von den damaligen Trappern genial konzipierte Fuchsfalle. Ein Holzgestell wird mit schweren Steinen bedeckt. Das Gestell wird einseitig angehoben, mit einem labilen Stock abgestützt und ein Köder darunter platziert. Der Polarfuchs will an den Köder, wirft den Stock um und wird von dem herabfallenden, schweren Gestell erschlagen. Gut für den Trapper, unangenehm für den Fuchs
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  • Sundbukta, der Plan B

    1 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 4 °C

    Ursprünglich war für die Wanderung heute Mittag ein Besuch der Würzburger Hütte geplant. Die hatte ein Professor der Universität Würzburg in den Sechziger Jahren gebaut, um Forschungen über die Vegetation der Tundra anzustellen.

    Nachdem das Schiff im Laufe des Nachmittags auf die windgeschütztere Seite der Halbinsel verholt wurde, war bei der dort angebotenen Wanderung die Würzburger Hütte nicht mehr zu erreichen. Dabei hatte ich mich so auf ein „Würzburger Hofbräu“ gefreut.

    Aber die interessante Landschaft der Tundra konnten wir trotzdem erwandern. Im Gegensatz zur steinigen Wanderung gestern war der Untergrund heute so samtig weich, dass der Boden bei jedem Schritt nachgegeben hatte.

    Während man bei anderen Schiffsreisen von Sehenswürdigkeiten überhäuft wird, so kommt in der Arktis schon etwas mehr Demut auf. Dann freut man sich über jedes noch so kleine Pflänzchen, über Rentiergeweihe oder Walknochen, die schon seit ewigen Zeiten hier liegen.

    Auf jeden Fall waren alle froh, dass der Landgang dann doch noch geklappt hatte.
    Und bei mir sind dann doch Zweifel aufgekommen, ob mir in der Würzburger Hütte wirklich ein frisches „Hofbräu“ serviert worden wäre. 😜
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  • Wenn Plan A nicht funktioniert, muss Plan B her

    1 augustus, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 4 °C

    Da die heutige Anlandung erst für 13:30 Uhr auf dem Programm stand, war es schön, mal einen ruhigen Vormittag zu erleben. Wobei ruhig keinesfalls bedeutet, nicht trotzdem etwas für Körper und Geist zu tun.

    Nach einem ausgiebigen Frühstück stand ein sehr interessanter Lektorenvortrag auf dem Programm über Roald Amundsens Versuche, nach dem Südpol auch zum Nordpol vorzustoßen.

    Nachdem so etwas für den Geist getan wurde, sollte auch der Körper nicht zu kurz kommen. Gibt es denn nichts Schöneres als einen Sauna-Besuch mit Blick aufs Meer und die sonnenbeschienene Landschaft? Und wenn man schon den Bademantel anhatte, war es dann auch ein leichtes, die Badehose anzuziehen und ein paar Bahnen im Pool zu schwimmen. Mein nördlichster Schwimmbad-Besuch ever.

    Danach wartete schon ein weiterer Vortrag über die Vogelwelt der Arktis. Inzwischen näherte sich das Schiff der vorgesehenen Anlandestelle, wo bei strahlendem Sonnenwetter das Mittagessen auf der sonnenüberfluteten Lido-Terrasse auf einen wartete.

    Was dem Expeditionsteam allerdings Kummer machte, war der immer stärker werdende Wind. So musste aufgrund des Auffrischens bis hin zu Windstärke 7 die Entscheidung getroffen werden, alle Eisbärwächter und Spezialisten wieder an Bord zu holen und für die Passagiere den Landgang abzusagen.

    Allerdings arbeitet das Team jetzt fieberhaft an einem Plan B.
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  • Samarinvågen

    31 juli, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 5 °C

    Standen an Vormittag noch diverse Schulungen über den Ablauf von Zodiac-Fahrten, dem besonders sensiblen Verhalten in der Arktis und das Precap der nächsten Anlandungen im Vordergrund, so durften wir uns nach dem Mittagessen für die erste Anlandung fertig machen.

    Mit dem Zodiac vorbei an einer herrlichen Gletscherlandschaft wurden wir am Fuße eines kleinen Bergs abgesetzt. Man musste schon sehr trittsicher sein, um den steinigen Weg hinauf zum Berg zu bewältigen. Aber die verschieden farbigen und strukturierten Steine boten schon auf der Bergauf-Passage genug Abwechslung. Und wer genau schaute, der erkannte kleine Flechten mit Blüten in der ansonsten sehr vegetationsarmen Umgebung.

    Nach der Überquerung eines Schneefelds war dann der Gipfel erreicht, der einen herrlichen Ausblick auf eine weitere Gletscherlandschaft bot. Das ganze wurde vorbildlich abgesichert durch unsere bewaffneten Eisbärwächter, die den Landgang sofort abgebrochen hätten, wenn ein Bär gesichtet worden wäre.

    Aber die Hoffnung ist doch groß, vom Schiff aus ein oder mehrere Exemplare zu sichten.

    Am Abend dann noch das Captain‘s Welcome mit der Vorstellung der Offiziere
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  • Auf dem Schiff

    30 juli, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 11 °C

    Ein paar Sätze zur Hanseatic Nature. Es ist eines von drei baugleichen Schiffen, die aufgrund ihrer hohen Eisklasse vorwiegend die arktischen und antarktischen Regionen befahren

    Aufgrund der Tatsache, dass dort nur maximal 200 Passagiere an Bord sind, herrscht dort eine sehr familiäre Atmosphäre. Auch viele Personen vom Expeditionsteam sind schon aus früheren Reisen bekannt.

    Der Empfang war heute wieder sehr herzlich. Man wurde mit Champagner und Kanapees begrüßt. Wobei man sich da zurückhalten musste, da das Mittagessen schon auf einen wartete. Zur Überraschung konnte das auf der Außenterrasse eingenommen werden.

    Und kaum auf der Kabine angekommen, standen schon wieder Champagner und Häppchen bereit. Die Flasche wanderte aber erst mal in den Koffer.

    Vor dem Ablegen musste noch die Seenot-Rettungsübung absolviert werden. Aber das alles in angenehmer Atmosphäre und nicht zu lange
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  • Longyearbyen

    30 juli, Svalbard en Jan Mayen ⋅ ☁️ 11 °C

    Was für eine Ankunft in Longyearbyen. Genauso strahlender Sonnenschein wie zuhause, nur nicht so unerträglich heiß. Aber trotzdem fast T-Shirt-Wetter.

    Zunächst hatten wir eine Busrundfahrt durch den Ort gemacht, kompetent betreut von einer deutschen Studentin, die momentan hier wohnt.

    Am Mittag konnten wir dann aufs Schiff, liebevoll mit Kanapees und Champagner begrüßt. Von beidem habe ich allerdings nicht übermäßig genossen, weil ja schon das Mittagessen wartete. Wer hätte gedacht, dass wir das auf der Außenterrasse einnehmen konnten. Sonnencreme mitzunehmen hatte keiner der Mitreisenden bedacht.

    Da die Busrundfahrt zwar sehr informativ war, aber den Fotografen in mir nicht so zufriedenstellt, habe ich am Nachmittag noch einen Bummel durch den Ort gemacht. Und es sind schon ein paar Fotos zusammengekommen.
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  • Flughafen Hannover

    30 juli, Duitsland ⋅ 🌙 20 °C

    Schon am Vorabend hatte ich erfahren, dass ich für den früheren der beiden Charterflüge eingeteilt worden bin. Ich war mir erst nicht sicher, ob ich mich wegen des frühen Aufstehens ärgern sollte. Oder mich freuen, dass für das Erkunden einer bisher unbekannten Welt anderthalb Stunden mehr zur Verfügung stehen. Letzteres erhielt dann doch den Vorrang.

    Um 5 Uhr war dann also die Nacht zu Ende. Dankenswerterweise hatte Hapag-Lloyd im Hotel ein Frühflieger-Frühstück bereitgestellt. Während die Mitreisenden am Kaffeeautomat Schlange gestanden hatten, hatte ich in aller Ruhe die gewünschte Teesorte auswählen können.

    Die nächste erfreuliche Überraschung kam beim Aushändigen der Bordkarte. Nachdem ich im Vorfeld recherchiert hatte, welchen Flugzeugtyp Edelweiss einsetzt, hatte ich über mein Reisebüro meinen Wunschsitzplatz hinterlegt. Und siehe da, der Wunsch ging in Erfüllung. Fensterplatz in der Notausstiegsreihe. Mit deutlich mehr Beinfreiheit lässt sich ein vierstündiger Flug doch gleich besser ertragen.
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