• Walter Moser
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Mit dem Rad zum Nordkap

Es ist soweit. Am Sonntag starte ich mein Abenteuer "Mit dem Rad von Wals zum Nordkap". Ich möchte in diesem Blog meine Eindrücke, Erlebnisse, Begegnungen, manchmal auch meine Gedanken und Stimmungen festhalten. Für mich, für euch. Leer más
  • 2373 Ruhetag in Bud

    23 de junio de 2022, Noruega ⋅ ☁️ 13 °C

    Mit der Atlantikstraße wurde es heute nichts. Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht und uns zum Bleiben in Bud gezwungen. Sturmböen und Starkregen sind nicht gerade die optimalen Reisebegleiter für die Atlantikstraße.

    Eric ist auch in die Hütte übersiedelt und so verbringen wir den Tag mit Lesen, Routenbesprechungen und Schlafen. Ein kleiner Spaziergang entlang der Küste brachte ein bisschen Abwechslung, nachdem am späteren Nachmittag die Sonne durch die Wolken kam. Midsummer dürfte erst am Wochenende gefeiert werden, da überall noch die aufgetürmten Holztürme herumstehen. Interessant waren auch die Unterkonstruktionen so mancher Häuser direkt an der Küste, die erst bei Ebbe so zu sehen sind.

    Am Abend habe ich Spaghetti gekocht. Endlich wieder einmal was Gescheites.

    Morgen probieren wir es wieder. Es dürfte aber funktionieren, da die Sonne wieder scheint.
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  • 2373 Sandneset Camping nach Bud

    22 de junio de 2022, Noruega ⋅ ☁️ 11 °C

    Ich bin am späten Nachmittag in Bud im gleichnamigen Bud Camping angekommen. Eric hat sich entschlossen wild zu campen, daher bin ich heute allein in meiner Hütte. Morgen treffen wir uns wieder zur Weiterfahrt.

    Hier am Campingplatz gibt es auch Waschmaschinen und die Gelegenheit muss ich nutzen, meine Wäsche zu waschen. Daher gibt es heute keine langen Geschichten.

    In 15 Minuten ist die Wäsche fertig und bis dahin soll auch dieser Bericht stehen.

    Heute war nur eine Fähre am Programm, welche wir auch auf die Minute erreichten. Das Wetter war ideal zum Radfahren und am Vormittag waren wir auf einer eher unbefahrenen Nebenstraße unterwegs, dagegen am Nachmittag wieder auf einer Bundesstraße. Man muss aber auch sagen, dass neben stark befahrenen Straßen immer ein Radweg existiert. Das muss auch so sein, denn sonst würde der Verkehr auf Grund der Breite der Straße zusammenbrechen. Es würden sich hinter jedem Radfahrer eine Kolonne an Autos bilden.

    Die Wäsche ist jetzt fertig. Dann bis morgen. Morgen fahren wir über die Atlantikstraße nach Kristiansund.
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  • 2450 Ålesund nach Sandneset Camping

    21 de junio de 2022, Noruega ⋅ ⛅ 10 °C

    Der Wecker läutet pünktlich, wir müssen raus aus den Federn, da wir die Fähre nach Hamnsund erreichen wollen. Diese läuft um 10:30 aus. Da es noch immer regnet, fällt der Abschied vom Campingplatz schwer. Wir verlassen diesen voll adjustiert in Regenausrüstung und radeln zum Fähranleger. Wir passieren dabei 2 riesige Kreuzfahrtschiffe, welche wahrscheinlich auf dem Weg zum Geirangerfjord sind, da Ålesund der Ausgangspunkt für die Fahrt in den Geirangerfjord ist. Wir sind schon etwas vor der Abfahrtszeit am Fähranleger und haben daher noch Zeit, einen Espresso und eine kleine Mehlspeise als Frühstück zu genießen.

    Die Fähre kommt und nach 15 Minuten sind wir in Hamnsund. Jetzt haben wir noch rund 20 km bis zur nächsten Fähre von Brattvåg nach Dryna. Es schüttet noch immer, aber wir müssen weiter. Die Durchschnittstemperatur liegt heute bei 8 Grad, der Tiefstwert bei 5 Grad, der Höchstwert bei 12 Grad. Das ist zum Radeln bei Dauerregen echt cool. Da frieren dir die Finger am Lenker ein. Ich habe die Temperatur heute vollkommen unterschätzt und mich viel zu leicht angezogen. Irgendwann bin ich dann einmal bei einem Bushäuschen stehen geblieben und habe mich wärmer angezogen. Dort habe ich auch meine völlig durchnässten, fingerlosen Radhandschuhe gegen meine wasserdichten Winterhandschuhe getauscht. Das war dringend notwendig.

    Gott sei Dank war heute fast kein Verkehr. Man merkt sofort, dass hier auf dieser Insel keine große Stadt liegt, und das Wetter hat die Einheimischen auch nicht hinterm Ofen hervorgelockt. So sind wir einsam zum nächsten Fähranleger gefahren. Man tritt dann so vor sich hin, die Augen auf den Boden gerichtet. Viel sieht man nicht, da die Brille beschlagen und voller Regentropfen ist, zusätzlich tropft es noch vom Helm. Die Gischt des Vorderrades spritzt auf deine Schuhe, die zwar durch einen Regenschutz geschützt sind, aber trotzdem kommt Wasser rein. Apropos Regenschutz für die Schuhe: Immer die Regenhose über den Regenschutz der Schuhe anziehen, sonst rinnt das Wasser der Hose direkt in die Schuhe und man kann sich den Schutz für die Schuhe gleich sparen.
    Gesehen haben wir nicht viel, da die Sicht auch nicht sehr berauschend war.

    In Brattvåg angekommen, mussten wir nicht lange auf die Fähre warten. Endlich eine etwas längere Überfahrt nach Dryna, so konnten wir uns im Aufenthaltsraum etwas aufwärmen. Dryna war trotzdem viel zu schnell erreicht. Bei diesem Wetter wünscht man sich, dass die Fahrten ewig dauern.

    Da es in Dryna kein Wartehäuschen bei der Fähre gibt, haben wir beschlossen, bis nach Midsund zu fahren. Wir haben auf Google Maps gesehen, dass es dort ein kleines Café gibt. Also nochmals 10 km durch den Regen.

    Endlich in Midsund angekommen, haben wir uns in diesem Café ein Mittagessen (Gyrosbrot mit Fritten) gegönnt. Wir haben dann auch noch einen Campingplatz entdeckt, nur 4 km außerhalb von Midsund. Ein kurzer Anruf, ob noch eine Hütte frei wäre – und wir hatten Glück.

    Heute sind wir nicht so viel geradelt, aber mit den Fähren wurden es trotzdem fast 60 km. Ab jetzt liegen laut meinem Tourplan weniger Kilometer vor mir als hinter mir. Das ist doch ein Bierchen wert, oder? Und Midsummer ist auch noch. Halbe-halbe auf der ganzen Linie.

    Ja, und wisst ihr noch etwas? Man glaubt es nicht, aber jetzt scheint die Sonne durch die Wolkendecke. Und für die nächsten 2 Tage ist wenigsten kein Regen angesagt.

    Die Route führt uns in den nächsten Tagen über die Atlantikstraße nach Kristiansund. Das wird sicherlich sehr spektakulär und spannend. Ich freue mich schon darauf.
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  • 2509 Larsnes nach Ålesund

    20 de junio de 2022, Noruega ⋅ ☁️ 14 °C

    Aus dem Sonnenuntergang ist leider nichts geworden. Die Sonne ging leider hinterm Berg unter und nicht am Horizont. Wobei untergehen so viel bedeutet, als das sie verschwindet, es aber trotzdem nicht finster wird. Ich bin um 00:30 Uhr munter geworden und habe dann fast 2 Stunden nicht schlafen können, da es taghell war. Erst nachdem ich meinen Schlafsack komplett über mein Gesicht gezogen habe und es wirklich dunkel war, habe ich wieder eingeschlafen.

    Ich habe dann gut geschlafen und morgens hat die Sonne meinen Rücken gewärmt. Das war himmlisch.

    Wir haben dann mit Blick auf den Fjord gefrühstückt und unsere sieben Zwetschken wieder zusammengepackt. Bis zur nächsten Fähre waren es noch rund 35 Kilometer und natürlich einige Höhenmeter. Heute haben wir am Verkehr gemerkt, dass die Woche wieder begonnen. Dieser war bedeutend stärker als am Wochenende und der Schwerverkehr kam auch dazu.

    Radfahrtechnisch war es heute eher durchwachsen. Die Route führte meistens auf bzw. auf Radwegen neben den Hauptverkehrsstraßen, vergleichbar mit unseren Bundesstraßen. Bis zur ersten Fähre hielt sich der Verkehr noch in Grenzen, aber von Sulesund bis Ålesund war richtig viel Verkehr. Dort hatten wir aber das Glück, dass fast auf der gesamten Strecke ein Radweg existiert. Das nimmt viel Stress weg.

    Im Großen und Ganzen muss man aber sagen, dass die Autofahrer sehr rücksichtsvoll gegenüber Radfahrern sind. Wenn das Überholen nicht leicht geht, fahren sie so lange hinter einem her, bis das Überholen dann leicht geht.

    Während ich das schreibe – ich sitze, Gott sei Dank, in einer kleinen Hütte – schaue ich zum Fenster hinaus. Es hat wieder zugezogen, alles grau in grau, gegenüber liegt noch der Schnee auf den Höhen und es hat wieder zu regnen begonnen. Und morgen ist Midsommer, aber von Sommer habe ich noch nicht viel mitgekriegt.

    Die morgige Route hängt vom Wetter ab. Bei mehr Regen fahren wir mehr Fähre, bei weniger Regen weniger. So einfach ist das hier in Norwegen.
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  • 2579 Skottneset feriesenter nach Larsnes

    19 de junio de 2022, Noruega ⋅ ⛅ 11 °C

    So schnell kann es gehen. Vom gestrigen Schauer und dem Starkwind heute in der Früh keine Spur. Der Fjord liegt friedlich und spiegelglatt vor unserem Fenster, die Wolkendecke beginnt aufzureißen und die Sonne blinzelt schon vereinzelt durch die Wolkenfenster. Wir haben es nicht besonders eilig. Daher wird kurz gefrühstückt – was halt noch da ist (nicht viel, nur ein paar Kekse), dann wird gepackt und um 10:00 Uhr sind wird wieder unterwegs.

    Es ist heute einfach herrlich. Die Wolken verziehen sich immer mehr, die Sonne scheint immer stärker und da es heute Sonntag ist, sind auch noch keine Autos unterwegs.Wir fahren mutterseelenallein entlang der in der Sonne glitzernden Fjorde. Wenn man nicht wüsste, dass man entlang eines Fjords fährt, könnte man glauben, man fährt entlang eines riesigen Alpensees.

    Links und rechts, vorne und hinten die oft bis zu 300 Meter hohen abgeschliffenen Granitsockel, überall Bäche und Wasserfälle. Ganz beeindruckend sind die Wasserfälle, welche fast von der Kante der Granitblöcke mehrere hundert Meter bis in den Fjord stürzen.

    Doch nicht lange ist es so gemütlich. Vor uns wölbt sich die Straße nach oben und wird erst wieder nach 250 Höhenmeter flach. Diese Steigungen haben es meistens ganz schön in sich, vor allem mit dem Gepäck. Kaum ist man oben, geht es auch schon wieder, meist bis aufs Meeresniveau hinunter. Hat man Pech, geht es sofort wieder hinauf, hat man Glück, erst wieder nach 20 oder 30 Kilometer. Heute hatten wir 3 solcher Hügel zu erklimmen. Am dritten Hügel sitzen wir jetzt in der Abendsonne und schauen bis in den Atlantik. Wir werden heute hier unsere Zelte aufschlagen und hoffentlich einen großartigen Sonnenuntergang erleben – falls wir nicht schon schlafen. Es ist gar nicht so leicht einen Sonnenuntergang zu dieser Jahreszeit zu beobachten, denn dieser ist z.B. heute erst um 23:34 Uhr. Sonnenaufgang ist morgen um 03:43 Uhr. Aber dunkel wird es trotzdem nicht.

    Ja, dann bis morgen.
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  • 2648 Florø nach Skottneset feriesenter,

    18 de junio de 2022, Noruega ⋅ 🌧 10 °C

    In der Nacht hat es manchmal so richtig gewaschelt. Die Regentropfen haben auf das Dach getrommelt und der Wind ist um die Ecken gefegt. Ich habe mich immer tiefer in meine Decke gekuschelt und gedacht: Ich steh morgen bei dem Wetter nicht auf.
    Und siehe da, am Morgen hat der Regen aufgehört, der Wind hat etwas nachgelassen und die Sonne hat manchmal durch die Wolken gelugt.

    Da unsere Fähre Richtung Smørhamn erst um 13:00 Uhr in Florø ablegt, hatten wir beim Zusammenpacken und Aufräumen keinen Stress. Um 11:00 Uhr zogen wir los nach Florø. Hier fand am Freitag und heute der Laksens Dag statt. Da werden die verschiedensten Lachsgerichte angeboten und natürlich ist auch für Unterhaltung gesorgt. Ich glaube, außer dem Bier ist da alles gratis und wir haben uns den Genuss nicht entgehen lassen. Noch ein bisschen Einkaufen für das Abendessen und dann ging es auch schon auf die Fähre.

    Was ich bisher wahrgenommen habe, ist, dass die normalen Fähren alle gratis sind, Schnellboote jedoch etwas kosten. Diese Kosten halten sich jedenfalls gegenüber den Bierpreisen sehr in Grenzen. Nach ca. 40 Minuten Fahrzeit sind wir in Smørhamn angekommen und hatten jetzt ca. 25 km bis zur nächsten Fähre vor uns.
    Es ist erstaunlich, kaum fährt man mit der Fähre wieder ein Stück Richtung Norden, schaut die Landschaft schon wieder komplett anders aus. Ab Smørhamn, so kam mir zumindest vor, sind die dichten Wälder weniger geworden und die vom Gletscher geschliffenen Granitberge eher dünn bewachsen. Von überall schießt das Wasser über kaskadenförmige Wasserfälle von den umliegenden Bergen oft direkt in die Fjorde. Man hat immer das Gefühl, man sollte diese Wasserfälle fotografieren, ab dann komm ich erst im nächsten Jahr an mein Ziel.

    Kurz vor der nächsten Fähre sind noch einmal 130 Höhenmeter zu überwinden. Oben angekommen geht es noch durch einen Tunnel und dann wieder die 130 Höhenmeter nach unten zur Fähre nach Måløy. Als ich aus dem Tunnel kam, gab es richtig gewaltigen Seitenwind und der hat mich ziemlich überrascht. Der Seitenwind ist sehr unangenehm, vor allem mit dem schweren Rad. Man muss immer höllisch aufpassen, dass man in der Spur bleibt und nicht vom Wind verblasen wird. Von oben habe ich die Fähre schon am Anleger gesehen und gehofft, dass wir diese noch erreichen. Wir haben es geschafft. Kaum auf der Fähre hieß es Leinen los und weiter ging es nach Måløy. In Måløy ging es gleich wieder hoch hinauf über die Måløybrücke zum nächsten Ziel.

    Das Wetter hat bisher mitgespielt, es war trocken und manchmal auch Sonnenschein. Sogar der Wind hat mitgespielt und hat uns von hinten kräftig angeschoben. Eigentlich wollten wir wieder wild campen, aber wir haben keinen passenden Platz gefunden. So sind wir einfach weitergefahren und haben just in dem Moment, wo es wieder zu schütten begann, einen Campingplatz mit Hütten gefunden. Jetzt sitzen wir im Trockenen und vor allem im Warmen. Super.

    Schau ma amoi, wias morgn wiad.
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  • 2725 Rasttag in Florø

    17 de junio de 2022, Noruega ⋅ 🌧 14 °C

    Es regnet und regnet und regnet. Es ist jetzt 22:00 Uhr und es regnet noch immer und es scheint nicht besser zu werden. Aber morgen müssen wir wieder los. Die Fähre zum nächsten Startpunkt geht um 13:00 Uhr. Vielleicht wird es bis dahin doch noch besser. Man darf die Hoffnung nicht verlieren.

    Ich habe heute bis 08:30 Uhr geschlafen. Draußen regnet es, alles ist grau in grau und es gibt eigentlich keinen Grund nach draußen zu gehen.

    In einer kurzen Regenpause bin ich durch unseren Campingplatz spaziert und hatte in der Rezeption mit dem Betreiber ein langes, interessantes Gespräch.

    Er ist noch sehr jung, 23 Jahre und ist mit 18 Jahren aus Polen nach Florø gekommen, um hier bei einem befreundeten Hotelier zu arbeiten. Im Polen war ihm alles zu eintönig und er wollte nicht immer dasselbe machen. Sein Credo: man kann im 21. Jahrhundert in Europa immer seinen Job wechseln, wenn man seiner überdrüssig ist und sofort einen neuen finden, man kann jederzeit auch den Ort und das Land wechseln, wenn man am aktuellen Ort nicht mehr glücklich ist und man kann überall weiterkommen. Einzig und allein, muss gewillt sein zu arbeiten. Ohne harte Arbeit kommt nichts.

    Jetzt ist er Manager des Campingplatzes und kann hier agieren, wie er will. Sein Chef hat volles Vertrauen in ihn und er will den Campingplatz zum Besten in Norwegen machen. Dabei ist er sicher schon sehr weit gekommen.

    Es beginnt gerade die Saison, welche bis Mitte August dauert. Da aber auf dem Campingplatz auch 24 Hütten stehen, ist er das ganze Jahr geöffnet. Also, wenn jemand einmal mit dem Wohnmobil nach Florø kommt, Krokane Camping kann ich wirklich empfehlen.

    Den Rest des Tages bin ich im Bett gelegen und habe gelesen. Dafür ich habe endlich warme Füße.
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  • 2725 Birkeland nach Florø

    16 de junio de 2022, Noruega ⋅ 🌧 11 °C

    Wie ich gestern schon geschrieben habe, haben wir unsere Tour auf Grund des schlechten Wetters umgeplant. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, mit dem Schnellboot bis nach Florø (https://de.wikipedia.org/wiki/Florø) zu fahren und dort das Schlechtwetter zumindest einen weiteren Tag auszusitzen. Florø wäre lt. meiner Planung sonst erst am 6. Radtag erreicht worden.

    Laut Fahrplan legt das Schnellboot um 09:35 im Fährhafen in Rysjedalsvika an und fährt sofort weiter. Das Boot legt direkt am Fähranleger an, es wird auch nicht mit Tauen an den Poller festgezurrt, sondern nur mit den Motoren im Stand stillgehalten, die Einstiegsbrücke heruntergelassen, dann verlassen die aussteigenden Passagiere das Boot und kaum sind alle einsteigenden Passagiere an Bord, wird abgelegt und es geht unter Vollgas weiter.

    Und dieses Boot sollten wir erreichen, denn es fährt nur alle paar Stunden. Bis zum Fähranleger sind es aber vom Birkeland Camping rund 11 km zu fahren, daher hieß es früh aufstehen, um spätestens um 08:15 Uhr loszufahren. Wir haben die Fähre mehr als pünktlich erreicht und konnten uns noch in der Wartehalle aufwärmen und etwas trockenlegen. Die Fährfahrt dauerte etwa 2 Stunden und hat uns ca. 70 km weiter in den Norden gebracht. Mit dem Rad hätten wir für diese Strecke ca. 180 km und 3 Tage benötigt.

    Das hat auch insofern gut gepasst, da ich mir, ich glaube es war vorgestern, ein kleines Stück eines Backenzahns ausgebissen habe und die Zunge vom ewigen Reiben an der scharfen Kante immer dicker wurde. So hatte ich heute die Gelegenheit beim Schopf gepackt und einen Termin im Zahnambulatorium in Florø kurzfristig vereinbaren können. Sie haben einfach gesagt, ich solle gleich nach der Ankunft mit der Fähre bei ihnen vorbeischauen und einer der Ärzte wird sich mein Problem ansehen. Und so war es auch. Es dauert nur ein paar Minuten und ich konnte das Ambulatorium bald wieder verlassen.

    Danach ging es ans Quartiersuchen. Schließlich haben wir auf dem Krokant Camping, 3 km außerhalb des Stadtzentrums, direkt am Fjord, noch eine kleine Hütte bekommen. Das war gar nicht so leicht, da morgen in Florø ein großes Fest stattfindet und scheinbar alles ausgebucht ist. Es werden da 4-5-Tausend Leute erwartet. Da werden wir wohl oder übel dabei sein.

    So hat sich dieser Tag von einem eher anstrengenden Radltag in einen gemütlichen Reisetag mit der Fähre und relaxen, lesen und Wäsche waschen am Campingplatz verwandelt.

    Man muss ja nicht bei jedem Wetter radeln.
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  • 2910 Fonnes nach Birkeland Camping

    15 de junio de 2022, Noruega ⋅ 🌧 12 °C

    Um 08:00 Uhr bin ich heute, ganz gut ausgeschlafen, aus meinem Zelt gekrabbelt. Die Nacht war gar nicht so schlecht. Ich bin nur 4- oder 5-mal aufgewacht und das eigentlich nur, weil ich kalte Füße hatte. Ich habe mir dann meine Jacke, die ich vorher an meiner Brust kurz angewärmt hatte, über die Füße gegeben und dann war alles okay. Ich kann euch nur sagen, es war draußen immer hell, es wurde nie dunkel.

    Bei meinen Fähigkeiten fürs Zeltaufstellen gibt es sicher noch Luft nach oben, aber man wächst ja mit der Aufgabe und gestern, das muss ich mir schon zugutehalten, war der Untergrund sehr felsig.

    Die Anlegestelle der Fähre, die uns nach Sløvåg bringt, war Luftlinie von unserem Schlafplatz kaum 100 Meter entfernt. Trotzdem hatten wir von dort noch ein paar Kilometer durchs Land zu radeln, bevor wir am Fähranlegeplatz ankamen.

    Von dort fuhren wir unseren Highway No 1 weiter bis Nordgulen und haben dann entschlossen, die Route entlang der Küste zu streichen und dafür die direkte Verbindung über einen kleinen Pass zur nächsten Fähre zu nehmen.

    Diese Abkürzung führte uns an rauschenden Bächen und an glasklaren Seen, welche in 3 leicht übereinander liegenden Terrassen lagen, vorbei. Alles ist in saftigstes Grün getaucht, die Wälder und die umliegenden Gipfel spiegeln sich im Wasser. Sehr beruhigend für Herz und Seele.

    Das hat uns einige Kilometer gespart und ich bin jetzt eigentlich meiner Planung bereits etwas voraus.

    Da für die Nacht Regen erwartet wird, haben wir uns kurzfristig entschlossen, in einer kleinen Hütte am Birkeland Camping zu übernachten. Der liegt zwar nicht direkt auf unserer Route, aber ein paar Kilometer Umweg nimmt man für einen trockenen Schlafplatz gerne in Kauf. Was wir aber nicht wussten war, dass wir bis zum Campingplatz von der Küste noch 150 Höhenmeter zu überwinden hatten. So hat halt alles seinen Preis.

    Da für Morgen auch Schlechtwetter angesagt ist, sind wir gerade an der Umplanung für die morgige Route. Lasst euch überraschen.
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  • 2974 Bergen nach Fonnes

    14 de junio de 2022, Noruega ⋅ ☁️ 12 °C

    Ich sitze hier auf ein paar Steinen am Strand und schreibe den Blog. Leider gibt es keinen chilenischen Rotwein und auch kein warmes Bett, dafür aber Bier, ein paar kalte Brötchen und das Rauschen des Meeres in den Ohren. Heute werde ich mein neues Zelt ausprobieren. Ich habe zwar das eine oder andere Hotel gesehen, aber die waren viel zu früh auf der Strecke.

    Eric und ich haben uns heute um 09:00 Uhr in Bergen bei leichtem Nieseln getroffen und sind dann in unser Abenteuer aufgebrochen. Der Radweg Nr. 1, den wir nun bis ans Nordkap verfolgen, schlängelt sich über die vielen Inseln entlang, springt dann auf die nächste, usw. Obwohl die Inseln nicht sehr hoch sind, maximal 150 Meter, kommen wir auf ganz schön viele Höhenmeter. Heute waren es auf einer Strecke von 90 km ca. 1.300 Höhenmeter.

    Bald nach Bergen hat es zu regnen aufgehört und gegen Mittag hat auch die Sonne manchmal ein wenig durch die Wolken geblinzelt.

    Die Landschaft ist beeindruckend und man könnte alle Daumenlang stehen bleiben, die Eindrücke in sich hineinsaugen und ein neues Motiv fotografieren. Sie erinnert mich sehr an unsere Almlandschaften, nur halt auf Meeresniveau und nicht auf 1.700 Meter.

    War ein cooler Tag heute und wie die Nacht wird, werde ich euch morgen schreiben. Bin schon sehr gespannt.
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  • 3064 Rasttag in Bergen

    13 de junio de 2022, Noruega ⋅ 🌧 11 °C

    Obwohl heute ein Rasttag war, war es ein turbulenter. Es war ein Tag der Organisation und Beschaffung.

    Um 09:30 radelte ich im strömenden Regen zu meinem Radservicetermin ca. 7 km außerhalb des Stadtzentrums. Es war eine gute Entscheidung, das Rad noch vor der Norwegentour zu servicieren, da der viele feuchte Schotter und Sand in alle Ritzen der Schaltkassette eingedrungen ist und diese doch mehr beansprucht wurde als normal. Ich bekam eine neue Schaltkassette, eine neue Kette, sowie neue Bremsscheiben. Im Prinzip wäre es sicher noch gegangen, aber nach 1.000 km zu Hause und 2.000 km bis Bergen, war das sicher die richtige Entscheidung.

    Am Nachmittag traf ich Eric, um die morgige Etappe zu besprechen. Wir haben beschlossen, bis auf weiteres die Etappen gemeinsam zu meistern. Was mir, ehrlich gesagt, sehr gut gefällt.

    Dabei haben wir lernen müssen, dass die Quartiersuche hier in Norwegen doch nicht so einfach ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe für die nächsten 4 Tage, trotz intensivster Suche, weder auf Booking.com, noch auf Airbnb, noch auf Warmshowers eine Unterkunft gefunden. Heute probiere ich noch die Campingseite des ADAC, vielleicht finde ich doch noch ein Dach über dem Kopf.

    Daher blieb mir nichts übrig, als ein Zelt zu kaufen. Ich hätte zu Hause die Situation in Norwegen doch genauer studieren sollen. Na ja, jetzt habe ich ein Zelt und hoffe trotzdem, es so wenig wie möglich benützen zu müssen.

    Der Verkäufer war sehr nett. Er hat sogar das Zelt ausgepackt und mir den Aufbau genau gezeigt. Weiters hat er uns noch zusätzliche norwegische Webseiten genannt, wo man detaillierte Informationen zur Strecke und Übernachtungsmöglichkeiten bekommt. Er hat mir sogar seine Visitenkarte gegeben und gesagt, ich kann mich jederzeit melden, falls es Probleme gebe bzw. ich noch etwas brauchen würde.

    Ja, so vergeht auch ein Tag. Es blieb trotzdem noch etwas Zeit, durch Bergen zu bummeln und am Fischmarkt einzukehren.

    Wisst ihr, dass an Stockfisch 7 Tage lange in Wasser einweichen muss, bevor man ihn kochen kann. Dabei muss das Wasser täglich gewechselt werden. Alternativ kann man ihn mit einem Hammer in kleinste Stücke zertrümmern und diese langsam kauen.

    So, morgen um 09:00 Uhr starten wir. Ein gewisses Kribbeln hat ich bereits eingestellt. Ich werde mich bemühen, über jeden Tag zu berichten, garantieren kann ich es aber nicht.
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  • 3064 Fähre nach Bergen

    12 de junio de 2022, Noruega ⋅ 🌧 10 °C

    Um 06:00 Uhr werde ich durch die Lautsprecheransage, wir laufen in 30 Minuten in Stavanger ein, geweckt. Ein kurzer Blick aus dem Bullauge, Norwegen empfängt uns mit wolkenverhangenem Himmel und leichten Regen. Ich stehe trotzdem auf und bewege mich auf die Freifläche am Bug der MS Stavangerfjord, um das Anlegemanöver zu beobachten. Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie man solche Kolosse millimetergenau im Hafen bewegt und am Kai anlegt.

    Ein Teil der Passagiere verlässt das Schiff, ein paar neue kommen an Board.

    Da ich schon auf bin, genieße ich ein frühes Frühstück, welches keine Wünsche offenlässt. Zurück in der Kabine beschäftige ich mich mit der verbleibenden Route durch Norwegen und stelle einen genauen Zeitplan auf. Laut diesem Plan werde ich Ende Juli, Anfang August am Nordkap ankommen.

    Um 12:30 Uhr legt die MS Stavangerfjord pünktlich in Bergen an und Bergen empfängt uns leider auch mit Regen. Die nächsten Tage sollen nicht viel besser werden.

    Im Quartier angekommen, geht die Planung weiter, vor allem die der Heimreise. Ich telefoniere mit Hurtigruten und erfahre, dass nur mehr am 01. und am 11. August noch Plätze vorhanden sind. Ich kann mich nicht sofort entscheiden, welchen Termin ich nehmen soll und beschließe in die Stadt zu gehen. Ich wohne nicht weit vom alten Stadtkern und schlendere durch die Straßen bis zum Hafen und das ehemalige Hanseviertel Bryggen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bryggen). Die alten Handelskontore der Hanse kennt man von jeder Ansichtskarte von Bergen.

    Dann sehe ich eine Aussichtplattform über der Stadt, den Fløyen und finde auch die dazugehörige Standseilbahn, die Fløybanen. Ich kaufe mir kurz entschlossen eine Karte und keine zehn Minuten später liegt mir Bergen zu Füssen. Eine beeindruckende Kulisse breitet sich vor mir aus.

    Aber trotzdem geht mir die Heimreise nicht aus dem Kopf. Der 1. August ist sportlich, der 11. August zu spät. Am Nachhauseweg beschließe ich, die Rückfahrt für den 1. August zu buchen. Der Platz ist noch vorhanden und nachdem alles gebucht ist, ist mir ums Herz etwas leichter. Werde ich halt den Plan etwas straffen oder einmal, falls die Zeit knapp wird, eine Teilstrecke auf alternative Verkehrsmittel ausweichen.
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  • 3064 Ruhetag in Hirtshals

    11 de junio de 2022, Dinamarca ⋅ 🌧 16 °C

    Wolkenloser Himmel, die Sonne scheint. Es ist schon am Morgen angenehm warm und ich kann noch meine Wäsche zum Trocknen in die Sonne hängen.

    Gestern habe ich Eric kennengelernt, einen pensionierten Lehrer aus Grenoble, der ebenfalls mit dem Rad ans Nordkap fährt. Er ist mit dem Zelt unterwegs und hat dieses in der Nähe von mir aufgebaut. So kamen wir ins Plaudern. Daneben hat ein niederländisches Pärchen, die auch noch einen alten Hund mit dabeihaben, ihren Wigwam aufgeschlagen. Sie sind auf einer 3-wöchigen Radreise durch Dänemark und Südnorwegen. Spät abends kommt noch eine junge Dame, die ebenfalls ihr Zelt aufstellt und hier übernachtet. Sie sind alle fix im Zeltaufstellen, aber das Beobachten aus meiner bequemen Hütte, gefällt mir auch sehr.

    Hier in Hirtshals treffen sich anscheinend alle Wege nach Norwegen und alle warten auf die Fähren in die verschiedenen Zielstädte.

    Ich verbringe den größten Teil des Tages mit Eric in einem Café und wir plaudern über die Route, den Zeitplan und auch über das bereits Erlebte. Zwischendurch fängt es wieder einmal kurz zu regnen an, dann kommt wieder die Sonne hinter den Wolken hervor. Nach dem Mittagessen geht jeder seine eigenen Wege. Ich setze mich in eine windstille Ecke und lese. Ein relaxter Wartetag, ohne jegliche Ambitionen für irgendeine Tätigkeit.

    Kurz nach sechs treffen wir uns wieder am Terminal der Fähre und warten, bis diese eintrifft und wir aufs Schiff dürfen. Das dauert leider doch noch eine Stunde und es ist durch den ständigen Wind sehr frisch. Zu uns gesellt sich noch Monika, eine Niederösterreicherin, die über Prag und dann entlang der Elbe und quer durch Dänemark nach Hirtshals gefahren ist und ein Schweizer, der in Bergen wohnt, in Dänemark arbeitet und seine wöchentliche Fahrt in die Arbeit und zurück mit dem Rad und der Fähre erledigt. Zum Schluss kommt noch eine junge Familie, die mit großem Gepäck und einem kleinen Buben unterwegs sind. Respekt.

    Wir sind die Ersten, die an Board dürfen. Wir vertäuen unsere Räder im Bauch der Fähre und beziehen unsere Kabinen. Pünktlich um 20:00 Uhr verlässt die MS Stavangerfjord den Hafen und nimmt Kurs auf Stavanger und Bergen.

    Ich genieße noch ein herrliches Abendessen, danach noch ein Bier mit Eric und dann ab in die Kiste. Ein Tag Nichtstun in der Sonne kann sehr müde machen.
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  • 3064 Blokhus nach Hirtshals

    10 de junio de 2022, Dinamarca ⋅ ⛅ 15 °C

    Hirtshals, mein zweites großes Etappenziel nach knapp 4 Wochen erreicht. Ein super Gefühl, vor allem, weil ich noch immer fit und motiviert bin.

    Der letzte Radtag in Dänemark hatte wieder alles in sich. Am Morgen war es noch stark bewölkt und nicht absehbar, ob eher Regen oder die Sonne kommen wird. Es kam die Sonne zeitgleich mit einem der schönsten Strecken des heutigen Tages – der Trail direkt an der Nordsee auf festem Sand. Das war echt cool, aber auch herausfordernd, da manchmal der Sand doch tiefer war und die dünnen Reifen dann im Sand versanken und man plötzlich stillstand. Der Weg führte wieder ins Hinterland und von dort wieder zurück hoch auf die Dünen mit imposanten Ausblicken auf die Nordsee. Der Weg schlängelte sich weiter durch die Landschaft, nach oben, nach unten, nach rechts und nach links, wie auf einer Hochschaubahn. Meist war es Sandboden, dann wieder Asphalt oder Schotter. Da heute die Etappe nur knapp 70 km hatte, lies ich mir sehr viel Zeit und die Seele baumeln. Plötzlich war es hinter mir wieder schwarz am Himmel und ich musste die letzten 20 km fest in die Pedale treten, um trocken an mein Ziel zu gelangen. Ich hatte Glück und schaffte es ohne Regen nach Hirtshals.

    Der Nordseeküstenradweg in Dänemark führte mich Großteils durch Nordwestjütland. Nordwestjütland liegt nördlich des Limfjords (https://de.wikipedia.org/wiki/Limfjord) und beherbergt den Nationalpark Thy (https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Thy). Dieser ist der älteste Nationalpark Dänemarks und wurde 2007 unter Schutz gestellt. Dieses Gebiet wurde jahrhundertelang durch Sandflug geprägt und ist einzigartig in Europa. Dahinter befinden sich Dünenlandschaften, Küstenheiden und Wälder, welche angepflanzt wurden, um die Sandverwehungen zu verhindern. Mitten durch diese Landschaften ziehen sich hunderten von Wegen und man kann tagelang darin wandern. Dazwischen sind immer wieder ausgedehnte Siedlungen mit Sommerhäusern. Je weiter man in den Norden kommt, wird auch das Tourismusangebot größer, speziell zwischen Hanstholm und Hirtshals (https://de.wikipedia.org/wiki/Hirtshals).

    Ich war begeistert von der Vielfalt der Landschaften, den Dünen, dem Strand, …

    Diese Gegend Europas ist eine Reise wert. Aber mein Rat: nur mit Wohnmobil oder man mietet sich ein Sommerhaus. Hotels sind Mangelware. Und unbedingt Fahrräder mitnehmen.

    So, morgen geht es auf die Fähre nach Bergen. Ich weiß nicht, ob ich darauf Internet habe. Es könnte also sein, dass morgen mein Bericht ausfällt. Er wird aber sicher nachgeholt.

    Auf Wiedersehen in Norwegen
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  • 3135 Hanstholm nach Blokhus Natur Campin

    9 de junio de 2022, Dinamarca ⋅ ☁️ 15 °C

    Das Schwerste nach einem Ruhetag ist immer das Aufstehen. Besonders wenn es draußen regnet und man weiß, dass sich das Wetter bis am Abend nicht bessern wird. Im Zimmer ist es auch nicht gerade warm. Man friert schon, wenn man nur daran denkt, dass man seine Füße auf den kalten Boden setzen muss. Da dreht man sich in seiner Daunendecke halt noch einmal herum. Aber der Wecker ist gnadenlos und der Tourplan auch. Das nächste Ziel wartet.

    Fernando kommt heute auch nicht, daher wieder keinen Espresso aus der tollen, silberglänzenden Kaffeemaschine. Also raus aus den Federn, mit die Zehen vorsichtig auf den kalten Boden tippen, wo sind die FlipFlops, endlich gefunden und ab ins Bad.
    Als Frühstück die letzten Erdbeeren von gestern und dann wird gepackt.

    Eingemummt in mein Regenoutfit starte ich um 09:15 meinen Radlertag. Vorher noch Komoot gestartet, die Tour geladen und ab geht’s. Heute sind es rund 85 km.

    Die ersten beiden Kilometer sind immer die schwierigsten, alles ist noch steif, aber schön langsam kommt Energie in die Knochen und das Radeln macht wieder Spaß.
    Nach der ersten Stunde schau ich auf den Kilometerzähler. Habe ich meine 15 km erreicht, liege ich darunter oder vielleicht sogar etwas darüber? Nach den ersten 20 Kilometer denke ich „Ah, schon fast ein Viertel der heutigen Etappe hinter mir“. Das Navi sagt: „Folge dem Weg weitere 6,8 km“. Endlich die nächste Ansage: „Links abbiegen und danach leicht rechts auf Single Trail. Folge dem Weg 4,5 km“. Ja, so spule ich Kilometer um Kilometer herunter und freue mich auf Highnoon, wenn endlich mehr Kilometer hinter mir liegen als vor mir. Ab jetzt wird bei der nächsten Gelegenheit eine Pause eingelegt und falls möglich, auch eingekehrt. Irgendwann sind es nur noch 20 km bis zum Ziel und dann wir alles sehr entspannt. Kommt noch eine nette Rast, bleibe ich stehen und genieße einen Espresso. Ja, und dann ist das Ziel erreicht. Auspacken, Rad verstauen, ein Bierchen, duschen, etwas ausruhen und dann den Blog schreiben und Essen gehen, oder umgekehrt.

    Jetzt habe ich mich ein wenig verplaudert oder sagt man verschrieben. Ich wollte heute eigentlich über Nord-Jütland und den Naturpark Thy schreiben. Da müsst ihr leider noch etwas warten. Aber das sind die Dinge, die einem während der Fahrt so durch den Kopf gehen. Nichts Weltbewegendes.

    Kurz zur heutigen Tour: Regen, Regen, herrliche Natur, ein natürlicher Fischerhafen in Slettestrand. Hier liegen die Fischerboote direkt am Strand. Ich vermute auf Grund der Seilvorrichtungen, dass sie am Ende eines Fischertages mit den Winden aus dem Wasser gezogen werden und bei Flut wieder aufs Meer fahren. Am Ende des Tages hat der Regen nachgelassen und bei der Ankunft gab es sogar ein paar Sonnenstrahlen.
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  • 3220 Ruhetag in Hanstholm

    8 de junio de 2022, Dinamarca ⋅ ⛅ 14 °C

    Dänemark stand vom 09. April 1940 bis 05. Mai 1945 unter deutscher Besatzung. Schon am 10. April 1940 begann die deutsche Marine die Durchfahrt durch den Skagerrak durch das Ausbringen von Seeminen unmöglich zu machen. Nur an den Küsten Dänemarks und Norwegens war die Einfahrt für deutsche Kriegs- und Handelsschiffe bzw. Schiffe befreundeter Nationen, möglich. Dadurch sollte das Eindringen der britischen Marine ins Skagerrak, Kattegat und in die Ostsee verhindert werden.

    Um das zu garantieren, begann man bereits im Oktober 1940 mit dem Bau einer riesigen Befestigungsanlage in Hanstholm und fast zeitgleich in Kristiansand im besetzten Norwegen. Die Fertigstellung der ersten Batterie war bereits 1941.

    Den Kern der Anlage bildeten 4 Batteriestellungen mit Feuerleitstand und einem Reserveleitstand. Das Zentrum der II. Batterie bildeten 4 38-cm-Schnelladekanonen C/34. Jedes der Kanonenrohre wog 110 Tonnen und die Reichweite mit Spezialmunition (rund 450 kg) betrug an die 55 km. Dafür benötigte das Geschoß rund 2 Minuten. Um die Batteriestellungen mit der entsprechenden Munition zu versorgen, wurde eine eigene Feldbahn angelegt, welche die Munition aus den riesigen Munitionsbunkern hinter den Stellungen zur Batterie transportierte.

    Zu jeder der Stellungen gehörten die entsprechenden Mannschafts- und Munitionsbunker. Die Gesamtfläche einer Batteriestellung betrug ca. 2.500 m2.
    Darin war für alles gesorgt: Schlafräume, Wasch- und Duschräume, Toiletten, Heizraum, Werkstatträume, Elektrizitätsversorgung durch Dieselaggregate, …

    Es ist beeindruckend und bedrückend zugleich, wenn man durch den Museumsbunker (https://de.wikipedia.org/wiki/Festungsanlage_Ha…), welcher bestens erhalten und mit Originalgegenständen ausgerüstet ist, geht und all die Dokumentationen liest.

    Da gehen dir schon so manche Gedanken durch den Kopf. Einerseits, welches Glück ich hatte, nach 1945 geboren worden zu sein und nie in eine solche Situation erlebt haben zu müssen. Andrerseits kann man es gar glauben, dass es noch immer Krieg gibt und immer wieder Soldaten, Zivilisten, Kinder für die Ideen und Ziele durchgeknallter Egomanen sterben müssen. Unfassbar.

    Ja, das war heute ein Tag zum Innehalten und Nachdenken, zumindest für mich.
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  • 3220 Harboøre nach Hanstholm

    7 de junio de 2022, Dinamarca ⋅ 🌧 13 °C

    Ihr werdet es nicht glauben, während ich meinen Blog schreibe, sitze ich hier im Guesthouse „La Ola“ alleine im großen Gemeinschaftsraum, höre Supertramp von einer Schallplatte und trinke ein Glas chilenischen Cabernet Sauvignon. Vorher habe ich mir noch Spaghetti gekocht, heute keine Fish & Chips oder sonstiges Fastfood. Besser kann ein verregneter Reisetag nicht enden. Mir geht es bestens und ich werde jetzt hier meinen Ruhetag verbringen. Wow, echt spitze. Und in der Küche steht eine super Kaffeemaschine. Ich kann schon kaum erwarten bis Fernando, der Betreiber, auftaucht und die Maschine anwirft. Nach 3 Wochen nur Bier, Kartoffeln in jeder Form, fast wie im Schlaraffenland.

    Jetzt noch kurz zum Tag.

    Sorry, muss noch schnell die Schallplatte wenden, echt cool. Fühl mich wie in meiner Studentenzeit.

    Ach ja, der heutige Tag. Wie gestern, nur mit viel mehr Regen. Dünen, Wälder, wieder Dünen, wieder Wälder, zwischendurch kleine Ortschaften, Häfen, lange gerade Strecken. Ja, und eine Fährfahrt von Thyborøn nach Agger war auch dabei.

    Heute hat es zeitweise ziemlich geregnet. So habe ich einen ersten Vorgeschmack bekommen, wie es ist, wenn es wirklich einmal Sauwetter hat. Bisher hatte ich immer großes Glück. Dann heißt es den Kopf mehr zwischen die Schultern nehmen, die Augen maximal 5 Meter vor dir auf die Straße gerichtet und durch. Manchmal doch nach vorne schauen, ob nicht eine Sperre oder ein Gatter den Weg versperrt.

    Ja, ihr seht, ich bin gut drauf und freue mich schon auf die letzten Tage in Dänemark. Jetzt habe ich es fast vergessen. Ich habe mir schon das Fährticket nach Bergen gekauft. Am Samstag geht es am Abend aufs Schiff und m Sonntagmittag bin ich in Norwegen. Ihr werdet noch mehr Berichte lesen müssen.

    Jetzt läuft gerade John Lennons "Please, give peace a chance". Die Welt bräuchte mehr Lennons.
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  • 3311 Hvinde Sande nach Harboøre

    6 de junio de 2022, Dinamarca ⋅ ⛅ 14 °C

    7:30 Uhr, der Wecker läutet, ich sehe aus dem Fenster, tiefhängende Wolken, Regentropfen klopfen an die Scheiben. Das schaut alles nicht sehr einladend aus. Ich checke die Wetter-App Und stelle fest, dass ab 10:00 Uhr der Regen nachlässt und wahrscheinlich gegen 12:00 Uhr gänzlich aufhört.

    Also beschließe ich bis 10:00 Uhr zu warten. Genug Zeit für ein Frühstück. Ich kaufe den letzten Speck, 2 Brötchen und schon wird aufgekocht. Anschließend wird gepackt. Ich werfe mich in das Regenoutfit und dann geht es auch schon los. Der Regen hat tatsächlich etwas nachgelassen, es nieselt nur mehr. Ich komme gut voran, der Wind kommt von hinten und das bis am Abend. Das war echt super. Da ist das Radeln eine echte Freude.

    Die Tour führt bis Søndervig durch die Dünen, danach geht es wieder ins Hinterland. In Søndervig finde ich alle Restaurants, die ich gestern vermisst habe. Das dürfte ein gut besuchtes Touristenzentrum sein.

    Die Tour führt ähnlich wie gestern durch Wälder, entlang von großen Feldern und zurück zu den Dünen. Der Regen lässt allmählich ganz nach und es scheint ein guter Tag zu werden.

    Die Wege sind noch nass. Das ist einerseits im Sand fast besser, da er sich durch Regen verfestigt hat. Ein großer Teil der Wege im Hinterland ist aber mit kleinem, nicht verfestigtem Schotter belegt. Da heißt es höllisch aufpassen, das man das Gleichgewicht nicht verliert.

    In Thorsminde esse ich zu Mittag Fish & Chips. Nach Thorsminde kommt eine über 10 km lange, kerzengerade Straße, welche innerhalb des Damms nach Fjaltring führt. Mit Rückenwind war das ein richtiger Spaß.

    Danach führt die Strecke wieder zu den Dünen und man fährt oben am Abbruch der Dünen fast bis nach Vrist. Das war ein sehr beeindruckender Streckenteil. Am Ende dieses „Höhenweges“ kam ich direkt an die Nordsee und hielt das erste Mal meine Schuhe ins Nordseewasser.

    Bei der Ankunft im Hotel schien wieder die Sonne. Ich hoffe, sie bleibt.
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  • 3405 Esbjerg nach Hvide Sande

    5 de junio de 2022, Dinamarca ⋅ ⛅ 15 °C

    So eintönig der gestrige Tag war, so abwechslungsreich war der heutige.

    Das hat schon beim Frühstück im Sweethome Guesthouse begonnen. Hier saßen alle Gäste in der Küche beim Frühstück. Ein dänisches Pärchen, ein Australier, der nur hier war, weil er nicht gewusst hat, dass er im Zug umsteigen hätte sollen, und ich. Jeder hat dann so seine Geschichterl erzählt und schon war die Zeit wie im Flug verflogen. Das war richtig gemütlich, aber dann hieß es doch aufbrechen.

    Zuerst noch eine Besichtigungsfahrt in den Hafen und dann direkt auf den Highway 1, den Nordseeküstenradweg. Gleich am Ende von Esbjerg war es dann so weit: die ersten Dünen, Sandstrand soweit das Auge reicht, ein riesiges Monument „der Mensch am Meer“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mensch_am_Meer)und ein toller Radweg.

    Heute verlief der Radweg durch die verschiedensten Landschaften: an der Nordsee entlang, dann wieder ins Hinterland durch Wälder, an Seen vorbei, wieder zu den Dünen, wieder ins Hinterland, wieder zu den Dünen, einmal Asphalt, dann wieder Schotter, auch Sandpisten waren darunter. Einfach fantastisch. Und immer wieder die Möglichkeit stehen zu bleiben, die Dünen zu erklimmen, aufs Meer zu schauen und das perfekte Wetter zu genießen. Wirklich ein super Tag.

    Aber es gibt natürlich auch eine Kehrseite. Kein Restaurant, kein Café, keine Strandbar auf der ganzen Strecke, nicht einmal eine Fritten- oder Fish&Chip-Bude. Obwohl ich durch viele Feriensiedlungen gefahren bin, eigentlich ist die ganze Westküste von Esbjerg bis Hvide Sande (https://de.wikipedia.org/wiki/Hvide_Sande)ein riesiges Ferienlager, keine Möglichkeit an Futter zu kommen. Ich habe es schon geahnt und mich gestern mit 2 Bounty-Riegel und 2 Apferl ausgestattet – Gott sei Dank.

    Hier steht ein Ferienhaus neben dem anderen, aber keiner geht essen. Alle bleiben zu Hause und sind Selbstversorger. Es gibt auch kein Geschäft. Hier am Campingplatz gibt es nur das Notwendigste: Bier, Coke, 5 Packerl Nudeln habe ich gesehen, ein paar Eier, … (Bier war auf alle Fälle genügend da) und natürlich alle Süßigkeiten für die Kids, die hier ihr Taschengeld ausgeben. Daher, falls einmal jemand von euch hier Urlaub machen sollte, was durchaus zu empfehlen ist, alles von zu Hause mitnehmen, das ganze Futter für den gesamten Aufenthalt.

    Ja, das wars für heute. Es war ein toller Tag mit vielen neuen Eindrücken.
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  • 3490 Emmelsbüll-Horsbüll nach Esbjerg

    4 de junio de 2022, Dinamarca ⋅ ☀️ 13 °C

    Der gestrige Ruhetag hat mir sehr gutgetan und ich bin bestens ausgeruht in die heutige Etappe gestartet.

    Diese führte mich auf dem dänischen Abschnitt des Nordseeradweges von Emmelsbüll nach Esbjerg (https://de.wikipedia.org/wiki/Esbjerg) in Dänemark.

    Dieser Teil ist recht unspektakulär. Er führt entlang der Deiche auf meist sehr guten Wegen bis nach Esbjerg. Auf der ganzen Strecke (100 km) traf ich nur 2 oder 3 Pärchen, welche mit dem Rad unterwegs waren. Da der Weg kaum durch Orte führt, gab es wieder einmal keine Mittagspause.

    Leider habe ich zu spät bemerkt, dass ich an Ribe (https://de.wikipedia.org/wiki/Ribe), der ältesten Stadt Dänemarks, vorbeigeradelt bin. Die hätte ich mir gerne angesehen, aber leider zu spät bemerkt.

    Die Landschaft ist ähnlich der in Deutschland. Die Schafe sind weniger geworden, an deren Stelle sind jetzt meist Kühe getreten.

    Ich bin schon neugierig, ob die morgige Etappe wieder mehr Abwechslung bringt.

    PS:
    Die Auszeichnung des Nordseeradweges ist hier in Dänemark perfekt. An jeder Kreuzung ist das entsprechende Schild mit dem Wegweiser. Da war ich sehr überrascht, da mir in Deutschland zwar viele Radwegweiser aufgefallen sind, aber keiner, der den Nordseeradweg gekennzeichnet hätte. Hier wäre ich auch ohne Navi gut zurechtgekommen.
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  • 3591 Ruhetag in Emmelsbüll-Horsbüll

    3 de junio de 2022, Alemania ⋅ ⛅ 15 °C

    Ich habe beschlossen heute nichts, absolut nichts zu machen.

    Ich sitze daher jetzt hier auf einer Bank auf der Deichkrone und schaue einfach in die Gegend. Man kann sich 360 Grad um die eigene Achse drehen, immer ist der Horizont das Ende. Ich sehe die Erdkrümmung und denke dabei an die letzten 20 Tage zurück.

    Ich habe Deutschland von Süden nach Norden durchquert, war erstaunt über die riesigen Felder, diese Weiten und auch die Menschenleere in diesen Gebieten, war fasziniert von der Lüneburger Heide, dem bunten Treiben in den Städten und bin überwältigt von den Leistungen der Deichbauer hier im Norden, die schon seit Jahrhunderten der See Land abgewinnen.

    Ich sehe Deutschland jetzt auch mit anderen Augen. Deutschland wird als Reiseland komplett unterschätzt. Diese Einsicht ist sicherlich dem gemütlicheren Reisetempo mit dem Rad geschuldet, den Routen abseits der großen Straßen, den spontanen Möglichkeiten stehenzubleiben, um den Augenblick zu genießen.

    Trotzdem war es nur ein kurzes Kennenlernen der vielen Schönheiten, der Geschichte und der Kultur. Ich werde sicher mit Barbara wiederkommen und dies alles mit mehr Zeit genießen.

    Ich denke auch über meine Vorbereitungen für die Reise nach.

    Als besonders positiv hat sich die genaue Routenplanung und das Einteilen vorab in Tagesetappen herausgestellt. Somit hat jeder Tag sein Ziel, welches manchmal leichter, manchmal etwas schwieriger zu erreichen ist und damit gibt es jeden Tag ein Erfolgserlebnis. Auch die durchschnittliche Länge einer Etappe von rund 80 bis 85 km ist perfekt. Damit hat man den ganzen Tag keinen Stress und man kann sich auch einmal etwas ansehen.

    Auch die Entscheidung für ein leichtes Rad mit Motorunterstützung war goldrichtig. Das habe ich vor allem in den letzten 3 Tagen feststellen können. Mit einem schweren E-Bike hätte ich die Strecke ohne Motor nie geschafft.

    Mein Resümee für den ersten Teil der Reise: faszinierend, beeindruckend, herausfordernd.

    Morgen geht die Reise weiter. Ich verlasse Deutschland und durchquere Dänemark an der Nordseeküste vom Süden bis in den Norden nach Hirtshals.
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  • 3591 Husum nach Emmelsbüll-Horsbüll

    2 de junio de 2022, Alemania ⋅ ⛅ 14 °C

    Good News: das Ladegerät samt Kabel ist angekommen.

    19 Tage und 1.400 km später bin ich an der Grenze von Deutschland zu Dänemark angekommen. Noch 10 km und ich bin in Dänemark, aber erst am Samstag. Jetzt ist wieder einmal ein Rasttag fällig.

    Man glaubt gar nicht, dass man mit Fahrrad in kurzer Zeit so weit kommt. Ich finde das super.

    Für heute war Sonnenschein vorausgesagt, aber der ist leider ausgeblieben. Auch mit der Windstille war es heute vorbei und leider kam er zu 90 Prozent von vorne. Laut Windfinder blies mir der Wind mit 30 – 40 km auf die Nase. Zwei Drittel der Strecke fuhr ich wieder ohne Unterstützung, aber als ich gegen den Wind nur mehr 10 km/h schaffte, habe ich doch den Rückenwind dazugeschaltet.

    Heute ging es Großteils am Radweg entlang der Deiche des Nordfriesischen Wattenmeers. Über Nordstrand, am Deich entlang des Beltringharder Koogs, bis nach Dagebüll und weiter bis zum heutigen Ziel, dem Ferienhaus Hemenswarft in Emmelsbüll-Horsbüll.

    Die Landschaft ist faszinierend. Obwohl eigentlich immer gleich – flach, der Blick immer bis an den Horizont, links vom Radweg die Nordsee mit den Salzwiesen, rechts die Köge mit den normalen Wiesen, links Schafe, welche das Gras der Salzwiesen fressen, rechts Schafe, welche das Gras der Salzwiesen nicht mögen, Wind meistens von vorne, selten von hinten - und doch immer wieder spannend.

    Auf dem Weg sind mir immer wieder Häuser bzw. kleine Siedlungen mitten im Wattenmeer aufgefallen. Diese stehen nicht auf Inseln, sondern auf aufgeschütteten Siedlungshügeln, den sogenannten Warften und dienen Mensch und Tier als Schutz bei Sturmfluten.

    Trotz Wind, tiefhängenden Wolken und keiner Mittagspause – ein super Tag.
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  • 3666 Büsum nach Husum

    31 de mayo de 2022, Alemania ⋅ ⛅ 13 °C

    Gestern Abend am Nachhauseweg stand noch ein Regenbogen über dem Leuchtturm von Büsum. Das war wirklich ein toller Anblick.

    Auch heute bin ich die ganze Strecke wieder ohne Motorunterstützung gefahren. Schön langsam gewöhne ich mich daran. Mit dem Wind war es heute durchwachsen, relativ wenig direkt von vorne, meist von der Seite und manchmal auch von hinten und Gott sei Dank nicht besonders stark, so um die 20 km/h. Wenn er von hinten anschiebt, da geht was weiter beim Radeln.

    Zum Start bin ich nochmals zum Büsumer Leuchtturm gefahren und habe mir den Strand angesehen. Hier war heute schon ein ziemlicher Betrieb, wie wird es dann in der Hochsaison aussehen. Wie in unseren beliebten Adriahotspots.

    Da es heute Vormittag Ebbe gab, waren schon viele Gruppen beim Wattwandern. Das macht man barfuß. Ob es kalt ist, weiß ich nicht. Aber interessant wäre es sicher.

    Von Büsum fuhr ich dann fast immer am Strand, manchmal auch außerhalb der Deiche bis nach St. Peter-Ording. Auch das ist ein beliebter Urlaubsort.

    Das Betreten der Strandbereiche in den touristischen Orten ist nur gegen Gebühr bzw. mit einer Gästekarte möglich. Auf der Fahrt am Strand sind mir immer wieder mit Holzzäunen abgegrenzte Abschnitte im Watt aufgefallen. Das sind sogenannte Lahnungsfelder. Diese dienen als Schutz vor der Strömung der Priele bzw. brechen bei Sturmfluten die Wellen und dienen somit der Sicherheit des Hinterlandes. Priele sind natürliche Wasserläufe im Watt, die auch noch bei Ebbe Wasser führen. Ohne diese Lahnungen würden die Deiche unterspült und mit der Zeit weggeschwemmt.

    Von St. Peter-Ording bis nach Husum fuhr ich im Hinterland der Deiche. Das liegt im Schnitt 2 bis 5 Meter unter Meeresniveau und wäre komplett überflutet ohne die Deichanlagen. Und das schon seit vielen Jahrhunderten. Einfach gewaltig.

    Jetzt fahre ich noch nach Husum, denn mein Quartier liegt bereits auf der morgigen Route zur deutsch-dänischen Grenze.
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  • 3761 Glückstadt nach Büsum

    31 de mayo de 2022, Alemania ⋅ ☁️ 14 °C

    Glücklich und zufrieden an der Nordsee angekommen. So möchte ich den heutigen Tag trotz aller anfänglicher Ärgernisse zusammenfassen.

    Als ich heute in der Früh nach einem herrlichen Frühstück mein Fahrrad aus der Garage holen wollte, war das Ladekabel fein säuberlich ausgesteckt und mit dem Ladegerät verschwunden. Irgendein Idiot hat es geklaut.

    Gott sei Dank war das Fahrrad noch hier. Meine Vermieterin vermutete zwar, es sei ein Nachbar, mit dem sie immer Zores hat, gewesen. Aber dieser hat alles abgestritten.

    Also begann jetzt das große Abtelefonieren aller Radgeschäfte in der Umgebung von Glückstadt um ein entsprechendes Ladegerät samt Ladekabel. Leider kein Erfolg.
    Letzte Rettung: Prinzbike in Bergheim. Nina und Mario haben mir sofort geholfen, alles zusammengepackt und Barbara hat das Packerl geholt und in Deutschland zur Post gebracht. Es ist bereits auf dem Weg und ich sollte es übermorgen in meinem Quartier vorfinden. Nochmals Danke an Nina und an Barbara für die große Hilfe.

    Somit startete ich etwa 2 Stunden später als geplant und ohne Strom die heutige Tour von Glückstadt nach Büsum. Jetzt macht es sich natürlich bezahlt, dass mein Rad auch ohne Strom ohne Probleme gefahren werden kann. Mit einem normalen eBike wäre das schon eine gewisse Herausforderung gewesen.

    Außerdem hat es Petrus heute gut mir gemeint und den Wind schlafen lassen. Selbst die vielen Windräder standen heute großteils still.

    In Brunsbüttel querte ich mit der Fähre den Nord-Ostsee-Kanal und beobachtete danach, wie ein großes Containerschiff in der Schleuse auf das Niveau der Elbe abgesenkt wurde und in die Elbe entlassen wurde.

    Um 16:30 habe ich das erste Mal auf dieser Reise auf die Nordsee geblickt. Die Sonne stand noch hoch am blauen Himmel, die Ebbe setzte gerade ein und gab bereits einen kleinen Teil des Wattenmeeres frei. Ich habe mir ein Matjesbrötchen und ein Bier gekauft, bin auf die Deichkrone gestiegen und habe alles in mich aufgesaugt (Nordsee, Bier und Matjesbrötchen – genau in dieser Reihenfolge).

    Jetzt wandere ich noch in die Innenstadt von Büsum und gönn mir ein gepflegtes Bier mit lokalem Fisch.
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  • 3844 Hamburg nach Glückstadt

    30 de mayo de 2022, Alemania ⋅ ⛅ 14 °C

    07:30 Uhr, raus aus den Federn. Draußen nieselt es zwar noch immer, aber ich habe ja doch einiges zu tun. Nach der Fahrt durch die Lüneburger Heide war mein Gepäck außen sehr verschmutzt und alles musste gereinigt werden. Das hieß, alles raus aus den Taschen und die Taschen reinigen. Da in meinem kleinen Apartment auch eine Waschmaschine vorhanden war, nutzte ich die Gelegenheit und wusch meine komplette Schmutzwäsche. Und jetzt liegt alles im Apartment verteilt herum und muss wieder in die Taschen zurück. Um 9:00 Uhr bin ich reisefertig und starte, eingepackt in mein Regenoutfit, in die 1. Etappe des Nordseeküstenradweges.

    Zuerst geht es noch fast eine Stunde in Richtung Nordwest durch Hamburg nach Wedel. Ich fahre durch ruhige Wohnviertel mit schönen Häusern und gepflegten Gärten.

    Danach führt die Route entlang der Elbe durch das Wedeler Marsch. Ich fahre teils auf der Deichkrone, teils auf der den Damm begleitenden Straße.
    Hier treffe ich immer wieder auf große Schafherden, welche in den verschiedenen Abschnitten weiden. Sie halten nicht nur den Graswuchs auf den Deichen kurz, sie festigen durch ihre Hufe auch die durch Wühlmäuse aufgelockerte Erde. Sie dienen also praktisch der Deichsicherheit. Man kann problemlos durch die Herde fahren, man wird einfach ignoriert.

    Weiter vorbei an vielen reetgedeckten Häusern über die Klevendeicher Drehbrücke https://de.wikipedia.org/wiki/Drehbrücke_Kleven…) und Seester nach Elmshorn.

    Nach einer kurzen Mittagspause fahre ich weiter bis nach Glückstadt (https://de.wikipedia.org/wiki/Glückstadt), meinem heutigen Ziel und beziehe mein Zimmer in der schnuckeligen Pension „zum kleinen Muck“.
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