Besuch der Lions Freunde
11 agosto 2022, Austria ⋅ ⛅ 24 °C
Heute kamen ein paar meiner Lions Freunde vom Lions Club Hohensalzburg auf einen kleinen Begrüßungsumtrunk bei uns zu Hause vorbei.
Bei schönem Wetter feierten wir auf unserer Terrasse meine Rückkehr. Es gab kalte Jause, Bier und Wein. Unser Pastpresident Reinhold überreichte mir einen Lorbeerkranz, selbstgebastelt aus frischen Lorbeerzweigen, mit blaugelber Schleife und eine Magnum Champagner. Wir saßen noch lange zusammen und unterhielten uns über meiner Reise.
Es ist schön, wieder zu Hause im Kreise seiner Freunde zu sein. Zu hören, wie sie alle an meiner Reise teilgenommen haben und dass sie meine Berichte täglich schon sehnsüchtig erwartet haben.Leggi altro
Ankunft in Käferheim
10 agosto 2022, Austria ⋅ ⛅ 24 °C
Die Fähre ist pünktlich in Kiel angekommen und Harald und Reinhard warteten bereits auf mich. Das Rad und mein Gepäck waren schnell verstaut und schon ging es auf die Autobahn in Richtung Süden. Während der ersten Hälfte der Strecke hat Harald das Steuer übernommen, danach hat mich Reinhard nach Hause geflogen. Durchschnittsgeschwindigkeit von Kiel bis nach Käferheim, man höre und staune: 110 km/h.
Je mehr wir uns Käferheim näherten, umso intensiver wurde der Austausch von WhatsApp-Nachrichten bzgl. unserer exakten Ankunftszeit.
Exakt um 18:20 Uhr bogen wir auf den Parkplatz unserer Wohnanlage ein. Kaum war der Motor abgestellt, bog Robert auf dem Fahrrad um die Kurve und Alfons mit dem Auto auf den Parkplatz. Er zauberte ein paar Sektgläser und gekühlten Prosecco aus einer Kühlbox im Kofferraum und ließ den Korken knallen. Da kam auch schon Willi und brachte einen selbst gebackenen, noch dampfenden Gugelhupf und Barbara kam ebenfalls zu uns auf den Parkplatz. Die Gläser wurden gefüllt und wir stießen auf meine Rückkehr an. Der Schmäh lief, es wurde gelacht, jeder wollte alles von mir wissen.
Nach der ersten Flasche wechselten wir an die Bar in der Wohnung. Hier ging das Begrüßungsfest bei kleinen Imbissen und ein paar weiteren Flascherln munter weiter. Es kamen noch unsere Nachbarn Marianne und Gilbert, sowie Hans und Silke. Harald und Reinhard verließen uns bald, sie hatten ja noch eine schwache Stunde Heimfahrt vor sich. Gegen Mitternacht löste sich die Feier schön langsam auf und ich trank noch ein Glas mit Barbara auf meine Rückkehr.
Danach fiel ich glücklich und müde in mein Bett, ein wunderbares Gefühl. In Gedanken ließ ich meine Reise noch einmal Revue passieren. Ich kam nicht weit, schon war ich eingeschlafen.Leggi altro
5000 Kiel - Wals
10 agosto 2022, Austria ⋅ ⛅ 17 °C
Die Überfahrt war sehr ruhig, kaum Wellengang und ich bin bereits um 06:30 Uhr aufgestanden. Ich konnte nicht so richtig schlafen. Immer, wenn ich munter wurde, wurde mir bewusst, dass dies die letzte Nacht meiner Reise vor meiner Rückkehr nach Hause ist und damit auch Zeit, Resümee zu ziehen.
Ich war schon nervös, als ich am 15. Mai dieses Jahres in Wals aufbrach und an die 5.000 vor mir liegenden Kilometer dachte. Schaff ich es? Was wird alles passieren? Aber im Grunde meines Herzens wusste ich, dass ich mein Ziel erreichen, meinen Traum verwirklichen kann.
Im Nachhinein betrachtet, ist die Zeit verflogen. Jeden Tag neue Eindrücke, neue Orte, neue Bekanntschaften, neue Herausforderungen.
Und eines muss man schon auch sagen: es war noch nie so leicht zu reisen wie heute. Auf Grund der Sprach- und Videotelefonie ist man ja nie von seiner Umwelt abgeschnitten. Man ist nicht wochenlang unterwegs, ohne mit Familie oder Freunden kommunizieren zu können. Und auch die Navigation, sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung, hat sich durch GPS und die vielen nützlichen Helferleins stark vereinfacht. Aber ein bisschen Abenteuer ist doch geblieben.
Ein persönlicher Grund für die Reise war auch herauszufinden, ob ich an meine Grenzen gelange und diese vielleicht das eine oder andere Mal überschreiten muss. Heute kann ich stolz feststellen, dass ich meine körperlichen Grenzen nie überschreiten musste, dass ich nie Schmerzen hatte und auch mein Allerwertester die Reise ohne Probleme mitmachte. Meine mentalen Grenzen habe ich auch nie wirklich erreicht. Ich hatte zwar das eine oder andere Mal einen Hänger, besonders, wenn es mehrere Tage hintereinander regnete. Aber so, dass ich aufgeben wollte, das war nie der Fall. Wenn die Sonne wieder am Himmel stand und ich in den neuen Tag radelte, war alles wieder in bester Ordnung. Das lag sicher auch an der Reiseplanung. Dabei war es mir immer wichtig, dass die Etappen die richtige Länge hatten. Für mich waren das zwischen 70 und 90 Kilometer pro Tag. Da hat man auch Zeit, die Landschaft zu genießen und die eine oder andere Rast zu halten. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen. Aber auch die immer wieder eingefügten Rasttage haben es meinen Körper erlaubt, sich zu regenerieren. Außerdem hatte ich so die Möglichkeit, die Orte, an denen ich rastete, besser kennenzulernen und mich mit Land, Leuten und deren Geschichte genauer auseinanderzusetzen.
Für mich hat sich diese Reisegeschwindigkeit als optimale Geschwindigkeit fürs Reisen herausgestellt. Man ist schneller als zu Fuß, aber langsamer als mit dem Auto. Man nimmt die Umgebung mit allen Sinnen auf. Man riecht das Wasser, den Wald, die Wiesen, aber auch die Abgase der vorbeifahrenden Autos. Man spürt den Wind, die Wärme, die Kälte, den Regen. Man ist mittendrin, ungeschützt. Man verflucht die Steigungen, freut sich aber doppelt über die langen Abfahrten. Dass man sich den Arsch abgefroren hat, hat man spätestens unter der heißen Dusche wieder vergessen. Ja, und man fällt jeden Tag rechtschaffen müde ins Bett.
Das klingt fast nach Wiederholung. Würde ich eine solche Reise wieder machen? JEIN. Ja, aber nicht mehr in dieser Länge.
Mich hat das Slowspeed-Reisefieber gepackt. Ich freue mich auf weitere Radtouren mit meinen Radspezies, aber auch auf mehrtägige Wanderungen mit Barbara. Ich freue mich, draußen in der Natur zu sein.
Es ist jetzt Zeit, das Reisetagebuch zu schließen.
Bevor ich es aber ganz schließe, möchte ich mich bei allen meinen Reisebegleitern für das Dabeisein, die vielen „Daumen hoch“, die positiven und aufmunternden Kommentare und eure Ausdauer bedanken. Besonders bei dir, liebe HelgaS, möchte ich mich für deine launigen, witzigen, aufbauenden und hintergründigen Kommentare herzlichst bedanken. Ich werde diese vermissen.
Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich kaum auf eure Kommentare geantwortet habe, aber dafür hat mir schlicht und einfach oft die Zeit gefehlt oder die Müdigkeit mich übermannt.
Ja, und ganz zum Schluss bleibt mir nur mehr eins zu tun: mich bei meiner Barbara zu bedanken, dass sie meinen Traum unterstützt hat, in dem sie mir die Zeit dafür gegeben hat. Es waren die ersten drei Monate seit mehr als 25 Jahren, die wir nicht fast Tag und Nacht zusammen waren. Jeder von uns musste sich wahrscheinlich an diese Situation erst einmal gewöhnen. Ich muss ehrlich gestehen, ich habe es am Anfang auch genossen, Barbara sicher auch. Niemand in der Wohnung, der schmutzt.
Es war wunderschön, sie in Göteborg wieder zu sehen, in die Arme zu nehmen, zu küssen, ihr Lachen zu hören und ihre Wärme zu spüren.
Also dann: Servus und auf Wiedersehen, es war schön mit euch zu reisen.Leggi altro

ViaggiatoreDanke fürs „Mitreisen dürfen“, die Schilderungen Deiner Erlebnisse, die Fotos der Landschaft, …. willkommen daheim!
2950 Göteborg – Kiel
8 agosto 2022, Germania ⋅ ☀️ 18 °C
Meine Familie ist schon am Morgen abgereist und nach Haus geflogen. Die Fähre verlässt erst um 18:45 Uhr Göteborg nach Kiel. So habe ich noch genügend Zeit bis zur Abfahrt.
Um die Mittagszeit fuhr ich in ein nahe gelegenes Restaurant am Strand und genoss das wunderbare Wetter am Strand. Am späten Nachmittag radelte ich zurück nach Göteborg, direkt zur Anlegestelle der Stena Line. Und dort stand sie auch schon, die Stena Scandinavica. Sie ist eine der größten Fähren weltweit, 243 m lang und knapp 30 m breit. Als ich all die wartenden PKW, LKW und Lastaufleger sah, dachte ich: die sollen alle auf diese Fähre passen? Und dann las ich, dass auf der Stena Scandinavica 4220 Spurmeter zur Verfügung stehen, also 4 km Autos hintereinander aufgereiht in den Schiffsbauch passen. Beeindruckend.
Um 17:00 Uhr checkte ich auf der Fähre ein, bezog meine Kabine und beobachtete das Beladen und Rangieren der Lastaufleger auf dem obersten Autodeck. Danach Abendessen, noch ein bisschen lesen und dann ab die Kiste. Morgen warten bereits mein Bruder und Reinhard in Kiel auf mich, um mich mit dem Auto nach Hause zu bringen.Leggi altro
2950 Bergen – Oslo - Göteborg (Nachtrag)
6 agosto 2022, Svezia ⋅ ⛅ 14 °C
Um 07:30 Uhr war ich am Bahnhof. Ich musste noch ein bisschen warten, bevor ich einsteigen konnte, da der Zug noch gereinigt und für die Fahrt nach Oslo vorbereitet wurde. Für mein Fahrrad gab es in der Mitte des Zuges ein großes Fahrradabteil, in dem mindestens 15 Räder Platz hatten. Auch das Einsteigen mit dem Fahrrad war kein Problem, da nur 2 Stufen zu überwinden waren. Danach ging ich zu meinem Platz und ein paar Minuten später verließ der Zug den Bahnhof.
Es waren kaum ein paar Minuten vergangen und schon fielen mir die Augen zu. Erstens, weil doch sehr wenig wegen des Festes auf Grund lauter Musik nicht viel geschlafen hatte und noch müde war und zweitens, weil ich im Zug meistens immer einschlafe. Ich sah noch, wie wir durch enge Täler aus Bergen wegfuhren. Als ich das nächste Mal die Augen aufmachte, waren wir schon in der Hochebene auf 1.000 Meter. Hier ist die Landschaft wieder eher karg, wilde Flüsse und tausende von kleinen Seen. Vorbei an einigen Winterressort ging es nach Oslo. Viel habe ich auf dieser Strecke nicht gesehen, aber das, was ich gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen.
In Oslo angekommen, suchte ich zuerst einmal den Busbahnhof für die Weiterfahrt nach Göteborg. Der befindet sich direkt neben dem Bahnhof. Meine Weiterfahrt war für 21:25 geplant, aber ich sah, dass es auch einen Bus um 18:00 Uhr gab. Ich verließ den Busbahnhof Richtung Stadt. Hier war die Hölle los. In der Fußgängerzone drängten sich die Leute durch die Straßen, auf den Plätzen war auch kaum ein Durchkommen. Ich wollte mein Rad abstellen, um ohne dem Rad durch die Innenstadt zu marschieren. Nachdem ich Streifenpolizisten gefragt habe, wo ich mein Rad sicher abstellen kann, wurde mir abgeraten, dieses hier abzustellen. Also schob ich das Rad weiter durch die Innenstadt und beschloss, zurück zum Busbahnhof zu gehen, um zu versuchen, einen Platz auf dem Bus um 18:00 Uhr zu bekommen. Das gelang auch und so bin ich bereits um 23:00 Uhr bei meiner Familie eingetroffen. Es war nach fast 3 Monaten ein freudiges Wiedersehen. Wir haben noch ein Flascherl geköpft und geplaudert. Es gab ja von allen Seiten einiges zu erzählen.Leggi altro
Bergen -Oslo - Göteborg
6 agosto 2022, Svezia ⋅ ⛅ 15 °C
Bin auf der Fahrt nach Göteborg. Seid mir nicht böse, aber jetzt gibt es bis zur Rückfahrt mit der Fähre nach Kiel keine Berichte. Den heutigen Tag werde ich nachholen.

ViaggiatoreFamily hat jetzt Vorrang ⁉️ freue dich auf Barbara und Kinder und Enkerl....

ViaggiatoreLieber Walter, ich nehme an, du freust dich schon wieder langsam nach Hause zu kommen. Ganz liebe Grüße von Barbara und mir und eine gute Heimreise
2150 MS Nordkapp: Kristiansund - Bergen
5 agosto 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 12 °C
Gestern vorm Einschlafen habe ich nochmals meine Reise vor meinem inneren Auge Revue passieren lassen und da ist mir plötzlich folgendes durch den Kopf gegangen.
Du sitzt gemütlich auf deinem Fahrrad, lässt deinen Gedanken freien Lauf, deine Augen schweifen über die Landschaft, du genießt.
Und da siehst du ihn, in weiter Ferne, am anderen sichtbaren Ende des Radweges, quasi am Horizont deiner Wahrnehmung - den ersten entgegenkommenden Radfahrer seit einer Stunde. In einem Bruchteil einer Sekunde hast du die Entfernung vermessen und den exakten Schnittpunkt zwischen dir und ihm festgelegt. Alles kein Problem, bis du all der Hindernisse zwischen dir und ihm gewahr wirst: die dir entgegenkommende Gruppe von Läufern, die in deine Richtung joggende, ein neonrosa und nabelfreies Läufertrikot tragende, Kinderwagen schiebende Enddreißigerin, das mit seinem Lieblingshund Gassi gehende Rentnerehepaar. Und in einer Nanosekunde weißt du - die treffen alle zum selben Zeitpunkt an deinem prognostizierten Treffpunkt mit deinem Radlerkollegen ein. Okay, wird schon irgendwie gehen. Du bringst dich in eine vorteilhafte Ausgangsposition, überlegst, ob du die Polposition halten kannst oder doch lieber in die Bremsen steigst. Da spürst du ihn plötzlich im Nacken, den heißen Atem des hinter dir heranrasenden Supermans. Und du kennst ihn. Rücksichtslos, sich, seine Fitness und vor allem seine Jugendlichkeit weit überschätzend, drängt er sich im slimfiten Rennanzug auf feinstem Carbon mit elektronischer Schaltung kurz vorm Ziel an dir vorbei in die Polposition. Und weg ist er. Es haben alle überlebt, aber wie weiß keiner.
Dieses Phänomen kennt jeder, egal ob zu Hause am Radweg oder hier in Norwegen auf kaum befahrenen Straßen. Hier in Norwegen findet dieses Geschehen ständig zwischen Wanderern, Radfahrern und Wohnmobilen statt. Wer kann mir erklären, warum immer alle zum selben Zeitpunkt an diesem ominösen Schnittpunkt eintreffen. Gibt es dafür ein Gesetz? Sowas Ähnliches wie Murphey.
Nun aber zu etwas ernstem.
Heute war die erste Nacht seit langem, in der es wieder komplett dunkel wurde. Das ist ein vollkommen neues Gefühl. Trotzdem war ich schon um 07:00 Uhr munter. Ich habe begonnen, meine Sachen zusammenzupacken und dann ging ich frühstücken. Um 10:00 Uhr mussten die Kabinen geräumt sein. Ich habe das schon etwas vorher erledigt und habe daher noch einen Platz in der Panoramalounge, direkt an einem Fenster bekommen. Die Fahrt von Florø nach Bergen entlang des Hjeltefjord war landschaftlich sehr beeindruckend. Entlang der Küste standen immer mehr Häuser und man merkte, dass man sich einer großen Stadt nähert. Ich wollte noch schnell ein Hotel für eine Nacht buchen und glaubte, dass das sicher ganz einfach sein wird. Ich habe fünf Hotels kontaktiert, alle waren ausgebucht, erst im letzten habe ich noch ein Zimmer ergattert. Als ich vom Hurtigrutenkai ins unweite Hotel fuhr, habe ich den Grund dafür gesehen. Die ganze Innenstadt von Bergen ist ein großer Festplatz, im Hafen liegen alte Schiffsveteranen aus ganz Norwegen und ein paar auch aus Holland, alte Busse kurven durch die Innenstadt, auch die Feuerwehr hat ihre Oldtimer aus der Garage geholt. Es ist richtig was los und es ist der erste regenfreie Tag, den ich in Bergen erlebe. Ein super Abschlusstag in Norwegen.
Morgen um 08:15 Uhr geht es dann mit dem Zug nach Oslo und von dort zu später Stunde weiter nach Göteborg. Die Heimat kommt immer näher und freue mich schon sehr darauf.Leggi altro

ViaggiatoreIch bin ja sehr oft wandernd unterwegs, aber das kenne ich auch. Die entgegenkommenden Wanderer treffen wir immer an der engsten, steilsten - jedenfalls meist unpassenden Stelle 😲
1671 MS Nordkapp: Brønnøysund-Kristiansu
4 agosto 2022, Norvegia ⋅ 🌧 12 °C
Obwohl ich gehört habe, es gäbe auf den Hurtigruten-Schiffen kein Captain‘s Dinner, gab es gestern doch um 20:00 Uhr das Captain‘s Dinner. Dabei wurden sowohl die Mitglieder der unterschiedlichen Bereiche wie Küche, Service, Technik, Backoffice, Expedition Team, etc. als auch die Führungscrew vorgestellt. In einer kurzen Ansprache wurde besonders die Freude aller darüber, wieder den normalen Betrieb aufgenommen zu haben, hervorgehoben. In den letzten beiden Jahren war teilweise nur ein Notbetrieb auf Teilen der Strecke aufrechterhalten worden. Ganze Streckenteile wurden stillgelegt und natürlich blieb auch ein Großteil der Flotte in den Häfen.
Die Crew der MS Nordkapp besteht aus ca. 50 Männern und Frauen. Diese bleiben für 2 Touren, also für 22 Tage an Bord und haben danach 22 Tage frei.
Hurtigruten ist eigentlich die Bezeichnung für die traditionelle Postschifflinie, welche seit 1893 die Orte an der über 2700 Kilometer langen Westküste zwischen Bergen und Kirkenes verbindet. Sie wurde ursprünglich von mehreren Reedereien betrieben, welche aber im Laufe der Zeit aus wirtschaftlichen Gründen zur Hurtigruten AS fusionierten. Der Postverkehr wurde 1984 eingestellt. Heute sind die Schiffe der Hurtigrute kombinierte Fracht-, Passagier- und Kreuzfahrtschiffe.
Seit 2020 gibt es einen Mitbewerber auf der Hurtigrute, die Reederei Havila Kystruten. Sie sollte mit 4 Schiffen auf der Route unterwegs sein, kann aber derzeit nur mit 2 Schiffen die Route bedienen. Bis Ende des Jahres sollten die restlichen Schiffe geliefert sein.
Besonders auffällig ist, dass eigentlich nur norwegisches Personal auf der MS Nordkapp beschäftigt ist, egal in welchem Bereich. Ich nehme aber an, dass das auf allen Schiffen gleich ist. Ich habe gehört, dass das auch eine der Bedingungen für die finanzielle Unterstützung durch den Staat sei.
Heute früh wurde ich durch die Sonnenstrahlen, welche durch mein Fenster fielen, geweckt. Wir lagen in Trondheim im Hafen und ich wollte mir am Oberdeck ein wenig die Füße vertreten. Kaum war ich, hat zu regnen begonnen. Also doch gleich zum Frühstück. Am späten Vormittag gab es dann vom Chefkoch eine Demonstration, wie man einen ganzen Lachs fachgerecht zerlegt und portioniert. Ich hätte es auch so gemacht.
Von Trondheim ging es ohne Halt weiter bis nach Kristiansund, wo wir um halb fünf ankamen. Hier ist auch der Ausgangspunkt für die Ausflugsfahrt mit dem Bus zur Atlantikstraße. Ich bin an Bord geblieben, denn die Atlantikstraße habe ich bei der Hinfahrt schon mit dem Rad bezwungen. Um halb sechs geht es weiter nach Molde, wo wir die Ausflügler wieder an Bord nehmen. Das ist meine letzte Nacht an Bord. Morgen werden wir um kurz vor 15:00 Uhr Bergen erreichen und auschecken. Die Tage an Bord sind schnell vergangen, obwohl ich mehr geschlafen als sonst etwas getan habe. Oder vielleicht gerade deswegen.
Dann noch eine Nacht in Bergen. Am Samstag geht es mit dem Zug nach Oslo und weiter mit dem Bus nach Göteborg. Darauf freue ich mich schon sehr, denn dort treffe ich nach fast 3 Monaten Barbara mit meinen Kindern und Enkelkindern.Leggi altro

ViaggiatoreUnd darauf freuen wir uns auch schon seehr. So cool dass sich das alles ausgeht. 🇸🇪 🇳🇴 ☀️

ViaggiatoreLieber Walter, genieße das Wiedersehen mit deinen Liebsten!!! Ich freue mich sehr auf deine Erzählungen, LG Silke
1177 MS Nordkapp: Svolvær - Brønnøysund
3 agosto 2022, Norvegia ⋅ 🌧 16 °C
Kurz nach Ørnes bin ich aufgewacht und bin gleich einmal ins Fitnesskammerl verschwunden. Ich musste meine Beine bewegen. Das Radfahren scheint mir doch ein bisschen abzugehen. Eine halbe Stunde hat mir dann doch gereicht. Gewisse Wattzahlen treten sich jetzt leichter als vor dem Start meiner Radtour. Wäre auch abartig, wenn die Kraft und die Kondition nicht zugenommen hätte.
Und das Frühstück hat auch gleich besser geschmeckt. Kurz danach kam die Durchsage, dass wir in Kürze den Polarkreis überschreiten und dass am Aussichtsdeck zu einer kleinen Veranstaltung eingeladen wird. Da bin ich hin und schon kurz darauf passierten wir den Polarkreis. Auf einer kleinen Insel auf der Steuerbordseite steht wieder einmal eine Erdkugel aus Metall, welche den Polarkreis anzeigt. Zur Feier des Tages gab es Dorschlebertran zum Verkosten. Das war früher ein Hausmittel und man hat damit schwächelnde Kinder angeblich wieder aufgepäppelt. Schmeckt gar nicht so schlecht. Ich habe nachgesehen: am 5. Juli, also vor einem Monat, bin ich im Polar Camp angekommen, welches ja ganz in der Nähe des Polarkreises liegt. 3 Tage mit dem Schiff, wofür ich fast einen Monat gebraucht habe.
Ich könnte momentan nur schlafen und da das Wetter auch nicht gerade zum Draußenverweilen einlädt, bin ich wieder in meine Kabine zum Lesen. Dabei bin ich eingeschlafen und erst in Sandnessjøen wieder aufgewacht. Hier fuhren wir an der Helgelandbrücke vorbei, bevor wir in Sandnessjøen für eine halbe Stunde anlegten.
Danach passierten wir die 7 Schwestern und liegen jetzt seit 15:00 Uhr in Brønnøysund im Hafen. Um 17:30 Uhr geht es wieder weiter.
Aber jetzt noch zur MS Nordkapp:
Die Nordkapp wurde von der norwegischen Werft Kværner Ulsteinvik a.s. in Ulsteinvik gebaut. Der Stapellauf fand am 18. August 1995 statt und sie wurde am 23. März 1996 von Königin Sonja von Norwegen getauft. Am 2. April 1996 nahm die Nordkapp den Liniendienst auf der Hurtigruten zwischen Bergen und Kirkenes auf. Bis zur Indienststellung der Fram im Jahr 2007 wurden in den Winterhalbjahren seit 2005 auch Expeditions-Kreuzfahrten auf der Südhalbkugel, besonders in der Antarktis, durchgeführt. Im Jahr 2016 wurde die Nordkapp umfassend modernisiert und erhielt die jetzige, neue Innenausstattung.
Sie ist 123,30 m lang, 19,50 m breit und bietet auf 6 Passagierdecks für 622 Passagiere Platz. Folgende Einrichtungen befinden sich auf den verschiedenen Decks:
• Deck 7: Panoramasalon, Bistro, Sonnendeck
• Deck 6: Brücke, Kabinen, 2 Whirlpools
• Deck 5: Kabinen, 6 Rettungsboote, Rettungsinseln
• Deck 4: Restaurant, Café, Bibliothek, Tour-Guide, 2 Konferenzräume, Spielzimmer
• Deck 3: Rezeption, Lobby, Gangway, Kabinen, Wäscherei
• Deck 2: Kabinen, Autodeck, Krankenstation, Fitnessraum, Sauna
• Deck 1: Zugang nur für Besatzungsmitglieder
Meine Kabine befindet sich in Deck 3 und da ist man den ganzen Tag am Laufen und Treppensteigen, wenn man zu den einzelnen Vorträgen, zum Essen oder einfach nur zum Schauen auf die Sonnenterasse will. Das hält fit.
Es gibt auch ein tägliches Ausflugsprogramm, welches man zu seinem Aufenthalt an Bord dazubuchen kann. Ich konnte mich bis jetzt noch zu keiner Teilnahme an einem der Programmpunkte aufraffen. Ich war genug an der frischen Luft und habe mehr gesehen als die normalen Passagiere hier an Bord. Aber wenn man nur mit dem Schiff nach Norden und dann wieder nach Süden fährt, braucht man diese Ausflüge, um Abwechslung in den Alltag zu bringen und mehr als nur Küsten zu sehen.
Ja, die MS Nordkapp ist kein Luxusliner mit haushohen Ballsälen, Mitternachtsshows, Swimmingpools und dauernder Animation, dafür aber überschaubar und gemütlich.
Von meiner Kabine gibt es kein Foto, denn dann müsste ich aufräumen und das will ich nicht.Leggi altro
779 MS Nordkapp: Tromsø - Svolvær
2 agosto 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 11 °C
Kurz vor 08:00 Uhr wurde ich durch die Lautsprecheransage, dass wir in fünf Minuten in Harstad anlegen werden und sich alle Passagiere, welche die Busfahrt durch die Insel Vesterålen gebucht haben, sich zu den wartenden Bussen begeben sollen. Die Vesterålen liegen nordöstlich der Lofoten. Da kann ich mich getrost noch einmal umdrehen, denn die habe ich mit dem Rad durchquert.
Nach dem Frühstück ist der nächste Hafen Risøyham. Vorher fahren wir aber noch durch die künstliche Fahrrinne im Risøysundet. Dieser Risøysundet ist eine sehr flache Meerenge zwischen zwei Fjorden und wäre, wenn nicht eine Fahrrinne immer wieder ausgebaggert würde, für ein Schiff der Größe der MS Nordkapp nicht befahrbar. So hat bereits Richard With, der Gründer der Hurtigruten, alles in Bewegung gesetzt, hier eine fahrbare Verbindung zu schaffen. Erstens, weil man sich dadurch viele Kilometer Umweg erspart und zweites, weil dadurch auch die Fischerdörfer an den Küsten besser erreicht werden können. Bei Ebbe ist die Rinne gerade einmal 7 Meter tief, die MS Nordkapp hat einen Tiefgang von 5 Metern. Also viel Platz dazwischen bleibt da nicht. Die Rinne schlängelt sich im Zick-Zack-Kurs durch den Sund, da immer wieder kleine Inseln den direkten Weg durchkreuzen.
Von Risøyham geht die Fahrt weiter über Sortland nach Stokmarknes. Immer wieder fahren wir unter Brücken durch, die ich auf dem Weg nach Norden überqueren musste.
Die Fahrt von Stokmarkenes nach Svolvær war beeindruckend. Die MS Nordkapp durchfuhr den besonders engen Raftsundet, um Ende dieses engen Fjords noch einen Abstecher in den noch schmäleren, rund 2 km langen Trollfjord zu machen. Am Ende des Fjords vollzog sie eine 180 Grad Wende und fuhr wieder den Fjord hinaus. Hier konnte man auch ein Adlerpaar beobachten, welches hoch am Himmel majestätisch seine Runden zog. Jetzt ging die Fahrt am Ostufer der Lofoten bis nach Svolvær.
Jetzt war es auch Zeit, mein 5-gängiges Menü zu genießen. Es gab vorallem norwegische Spezialitäten wie geräuchertes Elchmark, Heilbutt, norwegischen Käse, …. Es war alles hervorragend und ich habe den Abend sehr genoßen.
Jetzt muss ich meinen Bericht noch schnell versenden, denn es beginnt die Überfahrt von den Lofoten nach Bodø und hier wird es mit der Internetverbindung eng.
Die Überfahrt werde ich Großteils verschlafen und werde morgen irgendwo zwischen Ørnes und Nesna aufwachen.Leggi altro
435 MS Nordkapp: Honningsvåg - Tromsø
1 agosto 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 14 °C
Ich habe nicht verschlafen. Ich habe mir 3 Wecker gestellt und trotzdem kaum ein Auge zugemacht. Und jetzt bin ich am Schiff.
Kurz vorm ersten Wecker muss ich doch noch eingeschlafen sein, aber beim ersten Läuten war ich hellwach. Schnell alles zusammengepackt, auf das Rad geschnallt und ab zur Anlegestelle der Hurtigruten. Ich habe geglaubt, ich wäre der Einzige, der um 06:00 Uhr mit der MS Nordkapp in den Süden fährt. Aber als ich dort ankam, waren schon einige Radfahrer und Wanderer anwesend, um auf das Schiff zu warten.
Und schon ging die Fragerei los. Wann warst du am Nordkapp? Wo kommst du her? Hattest du schönes Wetter am Nordkapp? Und es gibt wirklich irre Typen. Ein Italiener war hier. Er hat gerade auf einem Gaskocher Kaffee (türkischen) gekocht. Er ist um den ganzen Stiefel gefahren, weiter nach Frankreich, Spanien, Portugal und weiter bis zum Nordkap. Jetzt ist er auf der Heimreise, aber nur mit dem Rad und natürlich nicht direkt, sondern er möchte über die Türkei nach Italien fahren. Er ist schon ein halbes Jahr unterwegs und wird es noch einige Monate sein. Die meisten der anwesenden Radfahrer, finde ich heraus, fahren mit dem Schiff bis Tromsø und fliegen von dort nach Hause. Mit einer Deutschen kam ich auch ins Gespräch. Sie ist von Zypern aus bis zum Nordkap gewandert. Nicht alles, aber immer wieder große Strecken. Sie wanderte über die Türkei, Griechenland, Albanien, die Balkanstaaten, Italien, Österreich weiter bis Deutschland und dann bis ans Nordkap. Die Strecken zwischen den Wanderrouten hat sie mit Bus, Eisenbahn, Autostopp überbrückt. Am Anfang hat sie so 15 km am Tag geschafft, jetzt zum Schluss oft bis zu 30. Und das mit einem mehr als 20 kg schweren Rucksack. Grandios.
Um 06:00 Uhr bog die MS Nordkapp um die Kaimauer und hat, nachdem alle Räder im Bauch verstaut und die alle Passagiere an Bord waren, bei schönstem Wetter Honningsvåg in Richtung Süden verlassen.
Meine Kabine war noch nicht hergerichtet und so bin ich aufs Deck gegangen und habe die Morgensonne genossen. Um 07:30 Uhr war ich dann Frühstücken. Endlich wieder einmal Obstsalat, Haferflocken und Joghurt, aber natürlich auch ein Spiegelei mit Speck.
Dann wieder aufs Deck, die vorbeiziehende Landschaft geschaut, mit den Leuten geplaudert, Erlebnisse ausgetauscht und Eindrücke Revue passieren lassen.
Zu Mittag legten wir für 2 Stunden in Hammerfest an. Viele verließen das Schiff und besuchten Hammerfest. Ich blieb nur im Hafen, habe mit Barbara telefoniert und bin bald wieder aufs Schiff zurück. Ich wollte mich ein wenig in meine Koje legen, aber die war noch immer nicht fertig. Ich traf die zuständige Dame und sie sorgte dafür, dass meine Kabine in einer halben Stunde fertig war.
Das war sie auch und ich legte mich zwei Stunden aufs Ohr. Danach wieder aufs Oberdeck. Es war heute so warm, dass man es ganz leicht im Freien mit einer Jacke ausgehalten hat. Zwischendurch gab es einen Vortrag über Wale und Whale watching in Nordnorwegen. Ihr werdet es nicht glauben, nach dem Vortrag saß ich am Fenster und schaute aufs Meer und auf einmal hob sich ein Rücken aus dem Meer, tauchte kurz auf und verschwand wieder geschmeidig im Wasser. Wenig später sah man noch einmal eine Finne aus dem Wasser ragen und dann war er/sie weg.
Um 19:00 Uhr ging ich zum Abendessen und da kam dann die Überraschung des Tages: da es mit meiner Kabine nicht so richtig geklappt hätte, bin ich morgen auf Kosten des Hauses ins á la Carte-Restaurant auf ein 5 Gänge Menü eingeladen. Diese Aufmerksamkeit freut mich sehr.
Zur Feier des Tages habe ich mir eine Flasche Grünen Veltliner vom Weingut Rabl geordert und habe nach 3 Gläsern gemerkt, dass ich in der letzten Zeit doch ein bisschen aus der Übung gekommen bin. Er hat hervorragend geschmeckt.Leggi altro

Viaggiatore👏👏👏 DANKE … grad hab ich noch befürchtet, dass nix mehr von Dir kommt … und schon bist Du wieder da 😊👍🤗 … Riesenfreude mit Dir über die Einladung zum 😋😋😋

Genieße die Fahrt in den Süden und danke dass du uns noch weiter teilhaben lässt! glg [dagmar]
34 letzter Tag in Honningsvåg
31 luglio 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 13 °C
Nichts tun geht nicht. Vormittag habe ich für die morgige Abreise alles hergerichtet und bin gegen Mittag in den Ort marschiert. Am Weg dorthin traf ich einen Australier, bewaffnet mit zwei schweren Canon-Kameras, der alles, das im unterkam, fotografierte. Er kam mit der „Jewel of the Seas“, einem schwimmenden Palast, von Antwerpen nach Honningsvåg. Auf die Frage, ob er schon am Nordkap war, hat er geantwortet, dass leider alle Plätze auf den Bussen ausgebucht waren. Er habe aber nichts versäumt, da die Nordkapbesucher erzählten, sie hätten nur Nebel gesehen.
Da musste ich ein wenig schmunzeln, als ich an das Wetter bei meinem Besuch dachte. Nur zur Info: auch die „Jewel of the Seas“ wurde von der Meyer Werft gebaut.
Daneben lag noch die „Seven Seas Navigator“, ebenfalls ein schwimmender Luxusdampfer.
Wenn ich noch länger hierbleibe, werde ich noch ein Spezialist für Passagierschiffe. Ist euch eigentlich schon einmal aufgefallen, dass alle Schiffe weiblich sind, egal ob die Namen weiblich, männlich oder sächlich sind und obwohl das Schiff an sich sächlich ist? Die „AIDAbella“, die „Jewel of the Seas“, die „Kaiser Franz Josef I“, die „Bismarck“.
Dr. Google weiß Bescheid bzw. versucht eine Begründung:
• „Weil sie Glück bringen“ sagten die alten Ägypter.
• „Weil sie schön sind“ sagen die Amerikaner.
• „Weil sie launisch sind“ sagen die Engländer.
• „Weil sie im Hafen auf uns warten“ sagen die Friesen.
Keine dieser Begründungen ist überzeugend. Trotzdem hält sich – zumindest im deutsch- und englischsprachigen Raum – diese Tradition, Schiffe als weiblich anzusehen.
Hier noch ein paar Begründungen, die ich gefunden habe:
„Schiffe wurden früher von männlichen Kapitänen kommandiert und von männlichen Matrosen gelenkt, Frauen in der Crew galten als Unglücksbringer. Der Kapitän und die Matrosen waren über Monate auf See und mit dem Schiff quasi „verheiratet“. Es war daher naheliegend, einen weiblichen Namen zu verwenden...“
„Damit ist weitgehend sichergestellt, dass Schiffe nicht nach dem Namen von Politikern benannt werden können.“
Und außerdem würde „Der Untergang des Titanic“ in unseren Ohren doch merkwürdig klingen.
Ja, und dann gibt es da noch die Schiffsnamenpräfixe. Das sind die Buchstaben vor dem Namen, welche meistens die Antriebsart bzw. die Verwendung des Schiffes genauer beschreibt. Z.B. „MS“ oder „M / S“ oder „M.S.“, bedeutet einfach „Motorschiff“, „SS“ Segelschiff, „SSS“ Segelschulschiff oder „DS“ Dampfschiff. Wer es genauer wissen will, findet eine Liste der Präfixe natürlich bei Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Präfixe_von_Schif…).
Jetzt ist aber Schluss mit der Weiterbildung. Ich freue mich schon auf morgen, wenn es um 06:00 Uhr früh mit der „MS Nordkapp“ wieder in den Süden geht. Denn, wenn ich noch länger hierbleiben muss, schreibe ich die gesamte Wikipedia ab.Leggi altro

ViaggiatoreHast Du wirklich nur geschmunzelt und es Dir verkneifen können, dem Aussi von Deinem sonnigen Nordkappgenuss 🇳🇴 zu erzählen? Schon bevor Du Wiki ganz für uns abschreibst, haben wir so viel dazugelernt 👍😊 … Du könntest ja Wiki, falls Dir auf der Dame Nordkapp fad wird, und gut aufgelegt wie Du zurecht bist, einfach ein bisserl umschreiben 😅😘 Gendermässig ist das heutzutage übrigens nicht in Ordnung mit den ganzen schwimmenden Weibern 😂, oder doch? weil sie sich zwecks (Männer)Quote 😉 auch Namen männlicher Herrscher zulegen … irgendwie passt‘s dann doch wieder mit DAS Schiff. Lieber Walter, genieße die geruhsame Rückreise mit dem Ausblick auf DEINE so großartig bewältigte Route und in Vorfreude auf 🇦🇹

ViaggiatoreWir werden deine unterhaltsamen Berichte und Kommentare sehr vermissen! Aber ein Blick auf dein strahlendes Selfie zeigt, dass diese „Heldenreise“ (siehe Wikipedia😁!) auch dir gutgetan hat - die wahren Schätze sind nun mal nicht Dinge, sondern Erlebnisse! Gute Heimreise - wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Viaggiatore
Die ist letztes Frühjahr für mehrere Monate in der Bucht von Souda auf Kreta gedümpelt ...
34 Ausradeln in Honningsvåg
30 luglio 2022, Norvegia ⋅ ☁️ 11 °C
Ohne radeln geht es anscheinend doch nicht. Da ich heute das Quartier wechsle, habe ich nach dem Frühstück alles zusammengepackt und mich vorm Hotel noch eine gute Stunde in die Sonne gesetzt. Dann bin ich nach Honningsvåg gefahren. Da lagen die „AIDAbella“, die „Spirit of Adventure“ und die „Nordkapp“ vor Anker.
Die „AIDAbella“ habe ich gestern bei ihrer Umrundung des Nordkaps gesehen. Sie dürfte danach Honningsvåg angelaufen und über Nacht hier vor Anker gelegen sein. Sie ist 251 m lang und 32,2 m breit, hat 1025 Gästekabinen und bietet damit 2500 Passagieren Platz. Daneben lag die „Spirit of Adventure“. Mit 236 m Länge und 31,2 m Breite, 554 Gästekabinen und Platz für 999 Passagiere ist sie etwas kleiner als die „AIDAbella“. Die „Nordkapp“ ist mit 123 m Länger nur halb so lang und bietet maximal 662 Passagieren Platz. Sie ist auf ihrer Route nach Kirkenes und nimmt mich am Montag früh, wenn sie wieder in den Süden fährt, mit nach Bergen. Neben den beiden anderen schaut sie klein und putzig aus.
Wie ich bei Dr. Google herausgefunden habe, wurden die „AIDAbella“ und die „Spirit of Adventure“ von unserem ehemaligen DCW-Kunden, der Meyer Werft in Papenburg, gebaut. Ich freue mich immer wieder, wenn ich Produkte und Erzeugnisse unserer ehemaligen Kunden irgendwo auf der Welt entdecke.
Im Hafen war ein ziemliches Gewusel von all den Passagieren der 3 Riesen und es gab ein ständiges Kommen und Gehen von Bussen, welche die Passagiere zum Nordkap karrten.
Ich bin dann um das nächste kleine Kap nach Nordvågen, einem kleinen Fischerdorf, gefahren. Hier ist dann die Welt aus. Vor dem kleinen Dorf musste ich noch durch einen ein paar Hundert Meter langen Tunnel fahren. Das war der erste Tunnel, der eine eigene, von den Autos getrennte, Spur für Fußgänger und Radfahrer hat. Als ich aus dem Tunnel kam, staunte ich nicht schlecht. Vor mir sah ich einen Schlepplift und eine steile Skipiste. Ich traue mich zu wetten, das ist das nördlichste Skigebiet weltweit. Die Bügel sind natürlich von Doppelmayr.
Ich fuhr eine Runde durch den Ort und dann wieder zurück nach Honningsvåg. Hier konnte ich das Ablegemanöver der „AIDAbella“ beobachten. Es ist für mich immer wieder faszinierend, mit welcher Präzision und Leichtigkeit diese Riesen aus den kleinsten Häfen gleiten.
Danach bin ich in mein neues Quartier und habe einmal meine Sachen deponiert. Es liegt etwas über dem Ortsteil Storbukt und man hat eine herrliche Sicht auf die Bucht und den Fischerhafen. Zum Abendessen bin ich noch einmal nach Honningsvåg marschiert. Da kam ich gerade zum richtigen Zeitpunkt, um das Ablegemanöver der „Spirit of Adventure“ beobachten zu können.
Nach dem Abendessen habe ich noch für morgen eingekauft. Morgen ist Sonntag und da haben alle Geschäfte geschlossen. Schön langsam merk ich mir das.Leggi altro

ViaggiatoreSchon verrückt wenn diese Hochhäuser plötzlich in so einem kleinen Dorf stehen.

ViaggiatoreWir waren einmal mit AIDA Bella in Südostasien unterwegs. Toller Reiseverlauf - aber nie wieder AIDA!
34 Honningsvåg zum Nordkapp und retour
29 luglio 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 12 °C
Yes, I did it. Das große Ziel, Nordkap ist erreicht. Mein großer Traum einer Radreise von zu Hause bis ans Nordkap ist heute Mittag bei blauem Himmel und Sonnenschein mit der Ankunft am Nordkap nach 76 Tagen, ca. 5.000 Kilometern und rund 29.000 Höhenmetern Wirklichkeit geworden.
Das Gefühl bei der Ankunft war großartig, himmelhochjauchzend, aber auch ein bisschen „zu Tode betrübt“. Himmelhochjauchzend, weil es ein perfekter Abschluss einer langen Reise war und „zu Tode betrübt“, weil es eben der Abschluss einer langen Reise ist. Ich kann mir es gar nicht vorstellen, dass ich in den nächsten Tagen nicht am Rad sitzen werde. Ich glaube, es wird mir fehlen.
Heute Nacht habe ich unruhig geschlafen. Die letzte Etappe dürfte mich beschäftigt haben: wird das Wetter der Vorhersage entsprechen, hält die Luft in meinem Reifen, wird es Wind geben, etc.
Vor dem Frühstück bin ich noch zu meinem Rad gegangen und habe schon von Weitem gesehen, dass die Luft draußen ist. Gottseidank habe ich gestern noch einen Intersportladen in Honningsvåg entdeckt, der auch Räder verkauft und repariert. Ich habe nämlich meine ganze Reparaturausrüstung inklusive Reserveschläuche gestern in einem Paket nach Hause geschickt. War ziemlich schlau von mir, denn genau danach ist der Patschen aufgetreten. Also, heute nach dem Frühstück noch einmal aufgepumpt und ab zu Intersport. Nach einer halben Stunde war alles repariert und ich konnte die letzte Etappe in Angriff nehmen.
Das Wetter war perfekt. Es hätte nicht besser sein können. Blauer Himmel, Sonnenschein und fast kein Wind. Am Flughafen vorbei, schlängelt sich die Straße entlang des Skipsfjord, um am Ende dann die Steigung zur ersten Hochebene zu nehmen. Zuerst etwas steiler, dann flacher windet sich die Straße entlang von kleinen Flüssen und Seen bis auf 330 Meter durch die Hochebene. Danach geht es wieder bis auf 60 Meter runter, um dann nochmals die Klippe des Nordkaps auf 340 Meter zu erklimmen. Man sieht das Nordkap schon von Weitem, auch die Straße, wie sie sich durch die Landschaft schlängelt und weiß dabei, dass noch fast 10 Kilometer bis zum Ziel vor einem liegen. Das ist etwas mühsam, aber es beflügelt auch. Aber dann ist das Ziel erreicht und mit einem Freudenschrei bin ich über die imaginäre Ziellinie gefahren.
Das erste, das ich gemacht habe, war: ich habe Barbara angerufen.
Das zweite, das ich gemacht habe, war: ein Bild mit der Weltkugel.
Als drittes habe ich dann meinen kürzesten Blog geschrieben.
Und dann habe ich genossen. Ich habe mich auf einen Stein gesetzt und in den Norden geschaut. Bis an den Horizont nur Wasser, Wasser, Wasser. Und mittendrin kreuzt die Aida ums Kap. Ich bin lang gesessen und habe meine Reise vor meinem Auge geistig Revue passieren lassen. Es war ein großartiges Erlebnis, welches alle Sinne angesprochen hat. Ich habe viel gesehen, nette Leute kennengelernt, viele Höhen und auch manche Tiefen durchgemacht.
Dann war es Zeit für die Rückreise. Dabei habe ich noch einen Abstecher in das Fischerdorf Skarvåg gemacht. Es liegt idyllisch am Risfjord und bedient alle bekannten Klischees eines norwegischen Dorfes: weiße, rote und blaue Holzhäuser, bunte Fischerboote im Hafen, eingebettet in ein grünes Tal.
Um 17:00 Uhr war ich wieder zurück und habe vorm Hotel noch die Sonne in vollen Zügen genossen. Morgen übersiedle ich in eine andere Unterkunft und wenn das Wetter so bleibt, werde ich noch den ein oder anderen Ausflug machen, bevor es dann am Montag um 06:00 Uhr früh wirklich in Richtung Heimat geht.Leggi altro
0 Yes, I did it
29 luglio 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 11 °C

ViaggiatoreHey Cool - Gratulation von Katharina und mir!!!! Hut ab, was für eine Reise ...

Viaggiatoreherzlichen Glückwunsch zum Erreichen deines Ziel, dazu noch Traumwetter👍☀️
37 2. Wartetag in Honningsvåg
28 luglio 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 10 °C
Da ich gestern noch bis 02:00 Uhr in der Früh las, bin ich heute erst um 09:00 Uhr zum Frühstück. Der Nebel ist hing noch immer in den Bergen, aber es war schon lichter. Ich habe die Wetter-App gecheckt und die hat für heute ab Mittag zwar keinen Regen mehr prognostiziert, aber ein Wetter für die letzte Etappe auch nicht.
Das schöne Wetter soll heut in der Nacht kommen und den ganzen morgigen Tag anhalten. Ich bin schon sehr gespannt und habe alles für den Gipfelsturm vorbereitet.
Am Nachmittag bin ich wieder in die Sauna, irgendwie bin es gewohnt zu schwitzen und danach habe ich alles, was ich nach Hause schicken will, zusammengepackt und bin zum Postamt gefahren. Hier konnte ich nach einigem Herumpacken alles in zwei großen Kartons verstauen und nach Hause senden. Jetzt habe ich noch für die Heimreise zwei Packtaschen mit dem restlichen Gepäck. Ich habe auch den vorderen Gepäckträger abmontiert und nach Hause geschickt. Das erst Mal wieder am Rad ohne Last am Vorderrad war ein neues Gefühl. Zuerst dachte ich, ich kann nicht mehr Radfahren, jede kleinste Bewegung wird sofort umgesetzt und es fühlte sich alles sehr unsicher an. Dieses Gefühl dauerte aber nicht sehr lange.
Ich drehte noch ein paar kleine Runden durch Honningsvåg. Es ist ein Fischerdorf, das aber auch vom Tourismus lebt. Heute lag ein großes Kreuzfahrtschiff der TUI im Hafen. Ich nehme an, Honningsvåg ist DER Ausgangspunkt für die Fahrt zum Nordkap für alle Kreuzfahrtpassagiere. Ob die lokale Wirtschaft davon profitiert, weiß ich nicht, wahrscheinlich eher nicht.
Ich habe die lokale Wirtschaft dann noch unterstützt, in dem ein einem kleinen Lokal Abendessen ging. Und da standen sie in der Speisekarte: Kabeljauzungen, siehe Bericht 11. Juli. Die musste ich probieren und ich kann versichern, die schmecken hervorragend und sind äußerst zart.
Als ich ins Hotel zurückfahren wollte, merkte ich, dass im Hinterrad kaum Luft war. Also schob ich das Rad bis ins Hotel und pumpte Luft in den Reifen. Ich hoffe, die Luft ist morgen noch im Reifen.Leggi altro

ViaggiatoreDas Warten für den Gipfelsturm wird sich gelohnt haben, sagt zumindest „meteoblue“ … diese Sonnenstunden wünschen und gönnen wir Dir von Herzen - Du hast sie mehr als verdient! Jetzt pass gut auf, dass Deinen Reifen die Luft nicht ausgeht, nachdem sie Dir seit knapp 5.000 km nie ausgegangen ist 👏👏👏👏 😘

ViaggiatoreJetzt geht's wirklich in den Endspurt. Die paar Kilometer schaffst Du auch noch :-)

ViaggiatoreLieber Walter, wünsche Dir für Deinen „Gipfelsturm“ alles Gute ! Danke für all Deine Blogs. Ein stiller Beobachter 🍀😊🙏🏼
37 Wartetag in Honningsvåg
27 luglio 2022, Norvegia ⋅ 🌧 11 °C
Gestern hat noch die Sonne gelacht, heute nur Nebel und Regen. Kein Tag für die letzte Etappe zum Nordkap.
Daher gibt es heute auch nicht viel zu erzählen. Ich habe nur geschlafen, gefrühstückt, sauniert, gelesen, meine Sachen fürs Nachhause senden geordnet, geschlafen und zu Abend gegessen.Leggi altro

ViaggiatoreWie die Zeit vergeht!!! hoff du hast dann einen tollen Tag am Nordcap! bei mir war es damals saukalt und es hat wahnsinnig gestürmt!!!

Lieber Walter, na Wahnsinn. Jetzt bist du quasi angekommen. Ich ziehe den sprichwörtlichen chapeau und wünsche dir eine erhebende Zieleinfahrt bei Sonnenschein. Geniesse den Triumph! Liebe Grüsse aus Berlin. [Dennis]

ViaggiatoreLieber Walter das ist ja mega toll was du da geschafft hast. Nicht nur deine außergewöhnliche Leistung sondern auch die Berichte waren irre toll. - Gratulation - Günter und Ursula
37 von Olderfjord nach Honningsvåg
26 luglio 2022, Norvegia ⋅ ☁️ 13 °C
Ich bin, wenn man es so sagen darf, im Basislager für den Gipfelsieg angekommen. Noch sind es rund 30 Kilometer bis zum Nordkap. Diese 30 Kilometer werde ich beim nächsten Schönwetter angehen. Ich habe ja genug Zeit und muss nicht bei jedem Wetter ans Nordkap radeln.
Die letzten Tage haben mich für die vielen verregneten Tage total entschädigt. Da war mir der liebe Gott sehr gewogen. Außer einem leichten Nieseln am Ende zweier Etappen hatte ich immer perfektes Radwetter. Heute sogar den ganzen Tag Sonnenschein, kaum Wind und warme Temperaturen, bis zu 25 Grad. Aber der Reihe nach.
Um halb acht hat der Wecker geläutet. Ein paar Minuten später sind Daniele und ich aufgestanden. Da ich Frühstück inkludiert hatte, habe ich mich angezogen und bin ins Restaurant. Ich traue meinen Augen nicht. Vor dem Restaurant steht ein alter Traktor mit angehängtem Bauwagen aus der Gegend Böblingen. Ich gehe ins Restaurant und da sitzt er auch schon, der Besitzer. Schaut aus, als ob er direkt von der Arbeit an seinem Bauernhof auf den Traktor gestiegen wäre, den Bauwagen angehängt hat und losgefahren ist, mit blauer Arbeitshose und grünem Arbeitsjanker. Er kommt gerade vom Nordkap und hatte einiges zu erzählen. Über Pannen, wie Achsbruch am Anhänger, abgefahrene Reifen, ungeduldige Wohnmobilfahrer, die nicht überholen konnten, spontane Gespräche mit allen möglichen Leuten, etc. Das Frühstück war sehr unterhaltend. Als er fertig gefrühstückt hatte, stand er auf, stieg auf seinen Traktor, startete und tuckerte davon Richtung Süden.
Jetzt hieß es aber schnell packen und rein in die Spur. Heute stehen fast 100 Kilometer am Programm, inklusive spannender Tunnelfahrten. Die Strecke führte heute entlang des Porsangerfjords Richtung Norden. Zuerst war die Landschaft wieder sehr breit und offen, aber die Berge rückten immer näher zum Fjord. Bis zwischen Fjord und Felsen kaum mehr die Straße Platz hatte und der 1. Tunnel zu durchfahren war. Gute 4 km lang und eher spartanisch ausgebaut und beleuchtet. Da wird sich auch so schnell nichts ändern, da glich daneben ein neuer Tunnel gebaut wird. Dieser Tunnel hatte den Vorteil, dass die Straße leicht abschüssig war und man daher recht zügig durchfahren konnte. Wenn man durch die Tunnel fährt und man plötzlich den Lärm eines Autos oder Motorrades hört, weiß man im ersten Moment nicht, ob diese von vorne oder hinten kommen. Erst wenn man den Entgegenkommenden sieht oder man überholt wird, weiß man, woher der Lärm kam. Die anderen Verkehrsteilnehmer sind Großteils gegenüber den Radfahrern sehr rücksichtsvoll und es ist eigentlich nicht gefährlich. Trotzdem ist man immer wieder froh, wenn man das Ende des Tunnels sieht und wieder ans Licht kommt.
Von dort schlängelt sich die Straße zuerst sehr am Fels angelehnt, später wieder in flacheren Landschaften bis zur Einfahrt in den überall beschriebenen, von den Radfahrern nicht sehr beliebten, Unterwassertunnel, den Nordkaptunnel. Unterwegs treffe ich wieder Evelin, die Holländerin von gestern und am Tunnelportal haben sich noch weitere Radfahrer zur letzten Stärkung vor der Durchquerung angesammelt.
Als erste stechen drei Franzosen in den Tunnel, dann ich, als nächste Evelin und zum Schluss zwei Deutsche. Zuerst geht es in rasanter Fahrt bei einer Neigung von ca. 9 % bis 210 Meter unter Meeresspiegel. Im Tunnel fühlt es sich sehr kalt an und in den Fingern spürt man beim Abwärtsfahren die Kälte besonders. Es ist auch sehr laut, besonders wenn andere Fahrzeuge an dir vorbeifahren. Am untersten Punkt angekommen, geht es ein paar Hundert Meter eben, bis die Straße wieder entsprechend ansteigt. Das ist der unangenehmste Teil der Fahrt, denn hier heißt es wirklich in die Pedale treten. Am untersten Punkt ist es plötzlich sehr laut geworden. Man dachte, es kommt von hinten und von vorne ein Riesen-LKW oder Traktor. Falsch gedacht. Dieser Lärm stammt von riesigen Ventilatoren, welche für die Entlüftung des Tunnels sorgen. Davon gibt es mehrere auf der gesamten Länge. Als es wieder bergauf geht, fällt mir ein Schild auf: 3 km nach vorne, 4 km nach hinten. Als endlich das Schild 1km nach vorne, 6 km nach hinten am Tunnelrand auftaucht, stellt sich schön langsam die Vorfreude auf das Ende des Tunnels ein. Dann geht es noch einmal links um eine Kurve und das Tunnelportal ist erreicht. Nach all dem, das ich gelesen habe, habe ich mir die Fahrt schlimmer vorgestellt, aber angenehm ist sie trotzdem nicht. Am Ende des Tunnels haben wir dann so lange gewartet, bis alle heil angekommen sind. Noch eine kleine Stärkung, ein paar Tipps für die Weiterreise und dann fuhr jeder an sein Ziel.
Kurz vor Honningsvåg muss man noch einmal durch einen 4 km langen Tunnel fahren. Der ist aber schön ausgeleuchtet und ist mit 2 % Steigung auch kein Konditionsproblem. Ich fahre schön langsam nach Honningsvåg, genieße die Sonnenstrahlen und bleibe noch auf einem kleinen Rastplatz stehen. Dort sitzt ein Kärtner Motorradfahrer und wir kommen ins Plaudern. Er ist derzeit alleine unterwegs, da sein Kumpel vor lauter Schauen nicht aufgepasst hat und in den Graben gefahren ist. Obwohl das im nicht besiedelten Gebiet passiert ist, war innerhalb von 15 Minuten der Notarzt und kurz darauf der Hubschrauber am Unfallort. Gottseidank waren „nur“ das Schlüsselbein und ein paar Rippen gebrochen.
Er ist nocht zum Nordka aufgebrochen, ich bin in meine Unterkunft gefahren. Hier bleibe ich jetzt bis Montag früh, wenn ich mit dem Hurtigrutenschiff die Heimreise antrete.
Nicht aber ohne vorher noch die letzten Kilometer zum Nordkap zu radeln. Wann ist noch nicht sicher, das ist vor allem vom Wetter abhängig. Wie es derzeit aussieht, werde ich am Donnerstagabend starten, um die Mitternachtssonne am Nordkap zu genießen.
Morgen ist Regen vorhergesagt, daher werde ich nicht viel unternehmen und eher nur die Sauna im Haus nutzen.
Jetzt gibt es noch ein Abendessen im Hotel und dann ist Schluss für heute.Leggi altro

ViaggiatoreDu bist Spitze!!! 🤩 Einfach nur sensationell dass du es geschafft hast 👍🏻👍🏻👍🏻

ViaggiatoreWir freuen uns mit Dir und wünschen Dir einen wunderschönen freien Tag. Und dann kommt der ganz große Tag wo Du Dein Ziel errei sind wir in Gedanken bei Dir und unglaublich stolz auf Dich. Grüsse aus Graz
141 von Alta nach Olderfjord
25 luglio 2022, Norvegia ⋅ 🌧 13 °C
Das war heute ein beeindruckender Radltag. Als ich um 09:00 Uhr in Alta aufbrach, schien im Gegensatz zur Vorhersage die Sonne durch die löchrige Wolkendecke. Das macht das Aufbrechen immer leichter, wenn es nicht regnet als bei Regen. Da ich nicht weiß, wie es mit den Geschäften unterwegs ist, besorge ich mir noch für die nächsten 2 Tage Lebensmittel.
Zuerst führte die Route entlang des Altafjords fast eben bis nach Rafsbotn, ideal zum Einradeln. Von dort stieg die Straße in 2 Stufen bis auf 430 Höhenmeter an. Und dort oben war alles anders. Es breitete sich vor mir eine weite Tallandschaft aus, soweit das Auge reicht. Die Vegetation besteht nur mehr aus Gras, kleinen Büschen und vereinzelt ein paar Bäumen. Die Berge sind alle sehr sanft und rund, man erkennt sofort den Gletscherschliff aus der Eiszeit. Vom höchsten Punkt ging es dann kilometerlang sanft nach unten bis nach Skaidi. Die Landschaft war beeindruckend. Die Bäche kamen aus allen Richtungen, bildeten immer wieder kleinere oder größere Seen, manchmal verschwanden sie irgendwo in den Wiesen und kamen wieder wo anders zum Vorschein. Die Bäche wurden immer größer und bildeten schließlich einen breiten Fluss. Immer wieder standen im Fluss Fischer und versuchten ihr Glück. Die Sonne kam immer wieder durch die Wolken und ließ die Wiesen in allen Grünschattierungen leuchten. Beeindruckend.
In Skaidi kaufte ich mir einen Hotdog und etwas zum Trinken, dann ging es wieder in die Berge. Dort traf ich 2 Biker aus Holland. Wir hatten alle dasselbe Ziel Olderfjord, welches wir nach 25 Kilometer erreichten. Hier kommen immer wieder Radfahrer vorbei, denn es ist sozusagen die Einfahrtsschneise zum Nordkap. Von hier gibt es nur mehr eine Straße bis nach Honningsvåg.
In Olderfjord ist noch ein Italiener zu uns gestoßen und ich teile heute mein Zimmer mit ihm. Morgen werden wir alle nach Honningsvåg aufbrechen, ob gemeinsam oder einzeln steht noch nicht fest.
Ja, das Ziel kommt immer näher, noch 140 Kilometer und davon morgen 100. Irgendwie ein gutes Gefühl, irgendwie schade, dass es bald vorbei ist. Aber das Glücksgefühl überwiegt bei Weitem.
Morgen wird es noch einmal spannend. Es gibt mehrere Tunnel auf der Strecke, der Längste ist 7 Kilometer lang und die tiefste Stelle liegt 250 Meter unter dem Meeresspiegel. Also, bis morgen.Leggi altro

ViaggiatoreWir sitzen grad beim Heurigen in Langenlois ….. 21 Uhr / 31 Grad …. I survived Ennstal Classic last week …. I will survive Langenlois this week ….. and you? You will reach out for Nordkap soon 👍👍👍👍 …. Wir freuen uns - ganz oldschool - auf die Postkarte vom Nordkap ….. LG M&M 🙋♂️🙋♀️🏌️♂️⛳️

Ganz gute Fahrt und genieße diese letzten Kilometer zu deinem Ziel! Deine Berichte sind nach wie vor ein Highlight des Tages. So cool was du hier schaffst!! Alles Gute und liebe Grüße [Dagmar]

ViaggiatoreNur noch 140 km..... a Wahnsinn.... Spitze alter Indianer....🐪 freue mich für dich mit..... sind die Rentiere mit dir mitgezogen⁉️ herzlichst bussi christl

ViaggiatoreViel Spaß und genussvolle letzen Etappen. Hoffentlich bei gutem Wetter. Danke für Deine Berichte und Fotos.
251 Rasttag in Alta
24 luglio 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 12 °C
Endlich wieder einmal schlafen, bis ich munter werde. Das ist aber schon um halb sechs. Ich dreh mich noch ein paarmal um und auf einmal ist es 09:00 Uhr. Ich schaue aus dem Fenster, es ist bewölkt und ich habe daher keine großen Ambitionen, aufzustehen und Alta zu erkunden. Ich lese noch ein bisschen, aber irgendwie lässt es mir keine Ruhe, nur herumzuliegen und warten bis der Tag vorbeigeht.
Ich google über Alta und erfahre, dass Alta vor allem wegen der frühsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Steinritzungen berühmt ist. Diese sind in einem Freilichtmuseum in Hjemmeluft zu besichtigen. Die ersten Ritzungen wurden im Jahre 1972 entdeckt. Mittlerweile wird die Anzahl der gefundenen Steinritzungen auf über 4.000 geschätzt. Seit 1985 wird das Museum in der von der UNESCO geführten Liste der Weltkulturerben geführt.
Durch das Museum führt ein ca. 3 km langer Gehweg, welcher Großteils als Holzsteg ausgeführt ist und von Felsen zu Felsen führt. Die Felsritzungen haben ein Alter von etwa 2000 bis 6500 Jahre und wurde jeweils in die Felsen, welche zur damaligen Wasserlinie am nächsten lagen, geritzt. Seit dem Ende der Eiszeit, als das Inlandeis verschwand, hob sich die Landmasse Norwegens stetig. Entsprechend sind die ältesten Ritzungen diejenigen, die am weitesten vom Meer entfernt liegen.
Es ist sehr beeindruckend, wenn man an diesen Felsritzungen vorbeigeht und sich überlegt, dass diese mehrere tausend Jahre überlebt haben und mit welchen primitiven Mitteln die damaligen Bewohner sie in den Fels geritzt haben. Die Motive sind gut zu erkennen und stellen Szenen aus deren Leben, vornehmlich Jagd und Fischfang, dar. Zur besseren Sichtbarmachung wurde ein Teil der Ritzungen von den Archäologen mit roter Farbe ausgemalt.
Vorher habe ich noch einen Abstecher zur Nordlichtkathedrale gemacht. Sie ist mit ihrem markanten Turm und der metallenen Front nicht zu übersehen. Die Kirche ist ganz aus Beton gebaut und außen mit Titanplatten verkleidet. Besonders gefallen hat mir die Farbgebung im Inneren. Die in vielen Blautönen scharschierende Altarwand, mit der sich davor abhebenden bronzenen Christusfigur und die durch indirekte Beleuchtung hervorgehobenen Holzleisten haben mich sehr beeindruckt. Der Innenraum strahlt eine sehr angenehme und beruhigende Atmosphäre aus.
Ein weiteres Detail, die goldene Jakobsleiter, findet man im Lichtturm.
Bevor ich wieder in meine Unterkunft zurückgehe, gönne ich mir noch eine Pasta in einem der wenigen geöffneten Restaurants.
Der Bericht ist geschrieben, jetzt muss ich noch packen und alle Akkus laden, denn morgen möchte ich schon zeitig unterwegs sein. Ich hoffe, das Wetter bleibt so wie heute, dann steht mir wieder ein toller Radltag bevor.Leggi altro

ViaggiatoreDanke für all Deine bildlichen Schilderungen und prachtvollen Fotos! Ich bin voll mit Dir unterwegs! 😅 Alles Gute noch!

Lieber Walter, ich schreibe nicht viel aber jeden Tag lesen wir deine Berichte und sindbegeistert, was du schaffst. Es wird wirklich eine für dich immer präsenter schöne Erinnerung sein, sobald du wieder zu Hause bist. Ganz liebe Grüße Claus und Barbara [Claus und Barbara]
251 von Altafjord Camping nach Alta
23 luglio 2022, Norvegia ⋅ ☁️ 14 °C
Der Wecker hat noch nicht geläutet, im Unterbewusstsein habe ich das Gefühl, die Sonne scheint durch ein paar Wolkenlücken. Ich mache ein Auge auf und spechtle aus dem Fenster. Ja, das Wetter ist besser als vorhergesagt. Also stehe ich auf, packe alles zusammen und bin um 08:15 auf der Straße. Heute liegen ca. 90 Kilometer, bis Alta vor mir und je weniger ich im Regen fahre, umso besser. Und ich habe Glück, bis Alta fällt kein Tropfen, obwohl ich am Horizont oder an den Berghängen auf der gegenüberliegenden Fjordseite immer wieder Regenschleier sehe. Manchmal reißt der Himmel auf und farbeprächtige Regenbogen stehen am Himmel. Unterwegs treffe ich einen Belgier und einen Holländer, die auch zum Nordkap wollen. Wir treffen uns immer wieder einmal bei einem Supermarkt oder auch unterwegs. Einmal ist der vorne, einmal der andere, einmal ich.
Wie jeden Samstag, ist der Verkehr in der Früh gleich null und es ist ein Genuss zum Radeln. Die Route ist heute eher flach und führt zu Beginn endlos den Langfjord entlang, dann geht es durch den ersten Tunnel. Der ist bestens beleuchtend und wunderbar befahrbar. Vor dem Tunnel steht ein Schild, dass man im Tunnel auf Rentiere, die sich immer wieder in die Tunnels zurückziehen, achtgeben soll. Ein Radfahrer hat mir auch erzählt, dass er das für einen Scherz gehalten hat und im selben Moment sind drei Rentiere aus dem Tunnel gekommen. Also passe ich auf, aber es sind keine Rentiere im Tunnel.
Danach geht es wieder im ewigen Auf und Ab den Altafjord entlang. Vorm nächsten Tunnel zweigt die Route links auf die alte Straße ab. Ich freue mich immer, wenn ein Tunnel umfahren werden muss, denn dann hat man die Straße für sich und man kommt auch an schönen Aussichtplätzen vorbei. Nach ein paar Kilometern ist die Straße auf einmal gesperrt und das Weiterfahren polizeilich verboten. An der Stelle treffe ich auch den Niederländer wieder und wir gehen nachsehen, warum wir nicht weiterfahren dürfen. Nach ein paar Kurven sehen wir den Grund: die gesamte Straße ist auf eine Länge von vielleicht 50 Metern in den Fjord abgerutscht und es tut sich vor uns ein riesengroßes Loch auf. Wir treffen auch den Belgier wieder, der gerade seine Packtaschen durchs Gehölz auf die andere Seite des Erdrutsches trägt. Wir beide entscheiden uns zurück und durch den Tunnel zu fahren. Am Ende des Altafjords biegt die E6 nach links über eine Brücke in den nächsten Tunnel ab, wir Radfahrer müssen den Fjord, wie immer, komplett ausfahren. Die Straße windet sich in einer wunderschönen Landschaft 100 Meter nach oben und ich fahre wieder in einem Hochtal Richtung Alta. Kurz bevor es wieder nach unten geht, sehe ich ein Schild mit WC, Restaurant, Rastplatz, etc. Ich fahre dem Schild nach und komme zu einem Golfplatz. Ich nehme an, dass ist der nördlichste Golfplatz Europas. Als ich ankomme, schlagen gerade 2 Golfer ab und ein paar versuchen sich auf der Driving Range zu verbessern. Meine Hoffnung auf ein schmackhaftes Mittagessen löst sich in Luft auf. Außer Cola, Fanta und ein paar belegten Brötchen gibt es nichts und bezahlen geht nur über das Bezahlen mit Handy, das in Nordeuropa sehr verbreitet ist. Da bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder in die Pedale zu treten und die letzten 10 Kilometer nach Alta zu radeln.
Dort angekommen gehe ich Mittagessen. Es ist ja erst 13:30 Uhr und ich habe heute auch nicht gefrühstückt. Der Hunger ist groß, das merke ich erst jetzt. Nach dem Burger, was den sonst, noch Kaffee und Kuchen und dann ab in mein Quartier. Ich bin heute früh dran. Das passt mir gut, denn die Wäsche muss gewaschen werden und ein kleines Nachmittagsschlaferl wäre auch nicht schlecht.
Ich bleibe bis Montag früh in Alta und dann geht es in die letzten zwei Etappen bis nach Honningsvåg. Diese beiden Etappen gehen über jeweils rund 100 Kilometer, aber das lässt sich anders fast nicht bewerkstelligen, da zwischen den Endpunkten außer Landschaft rein gar nichts ist. Dann habe ich in Honningsvåg 4 Tage Zeit, um mein Ziel bei hoffentlich schönem Wetter zu erreichen. Eigentlich ein perfekter Plan.Leggi altro

ViaggiatoreLieber Papa, Maciej und ich lesen mit Begeisterung deine Berichte. Genieße den Sonntag in Alta und viel Kraft für die letzten 2 Etappen. Maciej ist dein stiller Bewunderer... ;)

ViaggiatoreLieber Walter, jetzt müssen wir einen Lieblingswitz überarbeiten ... irreal ist offensichtlich doch gut möglich 🤔 ... welche Viechereien in und aus einem Strassentunnel zu erleben sind 😘 Du bist ja bald wieder in 🇦🇹 dann besprechen wir das 😘

Viaggiatore… und grooosser 👏👏👏 … Du hast’s bestimmt in (relativ seit Wals) Kürze erreicht- das 🇳🇴 Nordkapp 👍😘
341 von Oksfjord Camping nach Altafjord
22 luglio 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 12 °C
Mit dem recht früh aufbrechen ist es leider nichts geworden. Ich habe den Ton am Ende gestern irgendwann zurückgedreht und vergessen, ihn wieder auf laut zu stellen. So hat der Wecker leider nur stumm geläutet. Aber um 09:00 Uhr, eine Stunde später als geplant, war ich trotzdem schon wieder unterwegs. Da ging es dann gleich einmal 400 Höhenmeter hinauf zum Kvænangsfjellet. Die Anstiege sind nicht extrem steil, da es sich um die E6 handelt und hier auch die LKW fahren und die schaffen, besonders im Winter, halt nur maximal 9 %. Auf der ganzen Fahrt hat mich die Sonne begleitet und oben angekommen, war die Aussicht wieder fantastisch. Wenn ich von oben die Landschaft betrachte, habe ich das Gefühl, so muss es ein paar Tage nach der Sintflut ausgesehen haben. Überall Wasser, aber schon etwas zurückgegangen, da die ersten Häuser wieder aus den Wassermassen auftauchen.
Die Abfahrt nach Sørstraumen macht wieder unendlich viel Spaß. Angenehmes Gefälle, man braucht kaum bremsen, großartige Aussicht und wenig Verkehr. Ich umrunde den Badderfjord und nach Undereidet kommt die nächste Steigung. Diesmal sind es nur 270 Höhenmeter. Ich bin an einigen Tunnelbaustellen vorbeigefahren. Damit werden diese kleinen Passstraßen in Zukunft für Radfahrer noch viel attraktiver, da der gesamte Verkehr dann wegfallen wird.
In Burfjord angekommen, merke ich, dass es Zeit für eine Kaffeepause wäre. Zufälligerweise treffe ich vor einem Geschäft einen Radfahrer, einen Lehrer aus Vorarlberg. Er ist bis Kirkenes geflogen und von dort mit dem Rad an Nordkap gefahren. Jetzt fährt er Richtung Tromsø und Trondheim und dann wieder nach Hause. Wir haben ein Kafe gefunden und habe fast eineinhalb Stunden geplaudert. Er hat mir als Alternative zum Nordkaptunnel vorgeschlagen, dass ich nach Hammerfest mit dem Rad fahren soll und dort mit den Hurtigruten 2 Stationen nach Honningsvåg. Damit spart man sich die ganzen Tunnels und vielleicht an die 100 Kilometer. An denen soll es nicht liegen, aber das mit Tunnels ist eine Überlegung wert. Ich komme morgen nach Alta und bleibe bis Montag. Da kann ich mir das genauer ansehen und mich dann entsprechend entscheiden. Es ist immer wieder interessant, sich mit Kollegen auszutauschen, da jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht hat und jeder die Dinge etwas anders sieht.
Nach dem Kaffee und unserem kleinen Plausch haben sich unsere Wege wieder getrennt, er in den Süden und ich die letzten 25 Kilometer in den Norden zum Altafjord Camping.
Ich bin heute schon um 15:00 Uhr hier angekommen und hatte viel Zeit. Zuerst habe ich mich vor meine Hütte gesetzt, ein Cola getrunken und auf den Fjord geschaut. Die Sonne schien, es war perfekt. Als ich zur Dusche ging, traute ich meinen Augen nicht. Da steht ein großer roter Bus und an der Seite steht groß „Rotel Tours“. Ich habe gar nicht gewusst, dass es das noch gibt. Und immer noch das gleiche Konzept. Ich bin dann mit ein paar Leuten ins Gespräch gekommen. War sehr interessant und einen kleinen Blick in die Schlafgemächer durfte ich auch machen. Diese Gruppe ist 20 Mann/Frau stark, Deutsche und Österreicher und sind auf der Fahrt ans Nordkap. Viele der Reisenden sind Mehrfachtäter und reisen immer wieder einmal mit Rotel Tours durch die Welt. Im vorderen Teil des Busses sind die Sitzplätze und in der hinteren Hälfte befinden sich nach wie vor die Schlafkojen, jeweils 3 übereinander. Das Einsteigen in die Kojen stelle ich mir recht lustig vor, besonders die obere Reihe ist wahrscheinlich den Jüngeren vorbehalten. Und man muss mit dem Kopf voran hineinkrabbeln, denn anders kann ich mir das nicht vorstellen. Umdrehen ist dort drinnen unmöglich.
Die Nacht wird auf Campingplätzen verbracht und man nützt die Infrastruktur des Campingplatzes. Eine Küche ist ebenfalls dabei und am Abend wird gekocht und gemeinsam gegessen. Kann ich einmal für die nächste Clubreise vorschlagen.
Morgen geht es weiter nach Alta und Sonntag lege ich einen Ruhetag in Alta ein. Da werde ich überlegen, wie ich weitermache.Leggi altro
408 von Lyngseidet nach Oksfjord Camping
21 luglio 2022, Norvegia ⋅ 🌧 11 °C
Gestern gab es noch ein Abendessen in Solhov. Ich saß zusammen mit den Eigentümern und deren Personal auf einem gemeinsamen Tisch und wir aßen zusammen gebratenen Lachs mit Kartoffelgratin, Brokkoli und Karotten. Es wurde alles in großen Schüsseln auf den Tisch gestellt und man konnte sich so lange nehmen, bis man satt war. Ich habe ganz schön zugeschlagen. E war herrlich.
Heute bin ich schon kurz nach 06:00 Uhr aufgestanden. Ich wollte ja die 1. Fähre erreichen. Das ist sich nicht ausgegangen, aber auf der 2. Fähre um 08:10 Uhr war ich mit dabei. Um 06:00 hat man noch blaue Löcher im sonst grauen Himmel gesehen und es war noch alles trocken. Nach ein 30-minütigen Fährfahrt bin ich in Oldendalen angekommen, habe mir noch ein kleines Frühstück gekauft und bin dann Richtung Norden losgefahren. Immer an der Küste des Lyngenfjords entlang. In der Früh ist es immer an schönsten. Alles ist noch ruhig, kaum Verkehr. Heute war es besonders ruhig, da es fast windstill war und sich nicht einmal im Fjord Wellen kräuselten. Durch die dicke Wolkendecke war es auch nicht sehr hell und seit langem hatte ich wieder das Gefühl, in der Dämmerung Rad zu fahren. Der Verkehr nahm langsam zu, hielt sich aber stark in Grenzen. Bei Langsletta bog die Straße nach Storslett ins Landesinnere ab. Diese führt durch einen 4 km langen Tunnel, den aber Radfahrer nicht befahren dürfen. Wir armen Radler müssen über die alte Straße nach Storslett fahren und dabei einen Pass von 230 m Höhe überwinden. Oben angekommen, fängt es leicht zu nieseln an und ich ziehe mir in einem überdachten Picknickplatz mein Regenoutfit an. Dieser Platz liegt neben einem kleinen See und mir fällt ein großes Schild auf, auf dem geschrieben steht, dass dieser See Trinkwasserqualität hat und als Trinkwasserreservoir genutzt wird und somit nicht verschmutzt werden darf. Solche Seen gibt es in großer Anzahl und ich bin schon an vielen vorbeigefahren. Wenn das mit dem Klimawechsel so weiter geht, werden wir eher Wasserleitungen in den Süden brauchen als Ölpipelines. Und Norwegen hat beides, ein bevorzugtes Land.
Bald habe ich Storslett erreicht und kaufe noch fürs Abendessen am Campingplatz ein: Joghurt, Nudelsalat, Brot und Schinken. Heute gibt’s wieder echtes Radlerfutter.
Von Storslett sind es nur mehr knapp 30 km bis zum Oksfjord Camping. Es regnet noch immer und ich lege den Turbo ein. Nach knapp eineinhalb Stunden bin ich am Campingplatz. Der Regen hat aufgehört. Ich beziehe meine Hütte, hänge das nasse Gewand zum Trocknen auf und nach einer heißen Dusche und einer Jause, schlafe ich beim Lesen auf der kurzen Couch ein. Trotz Regen ein super Tag.
Der Vermieter erzählt mir noch, dass meine Hütte hier nicht am Fjord, sondern an einem riesigen Süßwassersee liegt. Im Winter ist der bis zu eineinhalb Meter zugefroren und sie fahren mit ihren Traktoren und Schneemobilen quer über den See und manchmal auch zu weiteren Seen im Gebirge am Horizont zum Eisfischen. Gefangen werden hauptsächlich Lachse und Forellen.
Morgen ist der Wetterbericht ähnlich dem heutigen. Daher werde ich wieder recht zeitig aufbrechen, um diesmal vielleicht wirklich dem Regen ab Mittag zu entkommen.
PS: ich habe noch ein paar Bilder vom Solhov zum gestrigen footprint dazugehängt.Leggi altro

Viaggiatore
märchenhaft! Walter: bald bist Du am Ziel! Gewaltige Leistung! Wünsche Dir noch ein wenig sonnige und freundliche Tage! 🚴♀️🚴♀️🚴♀️🚴♀️
502 von Tromsø nach Lyngseidet
20 luglio 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 15 °C
Ich stehe um 07:30 Uhr auf. Das Geschrei der Möven hat mich schon vor einer halben Stunde geweckt, die sind ärger als unsere Tauben und krächzen den ganzen Tag und die ganze Nacht. Die Sonne scheint, warum also liegen bleiben. Ich packe meine Sachen zusammen, prüfe die Ladestände der Akkus. Wie üblich ist der Akku des Garmin wieder nur bei 2 %, obwohl ich ihn gestern geladen habe. Ich weiß nicht, was ich machen soll, aber der Garmin funktioniert einmal super und dann ist alles wieder weg bzw. der Akku unbegründet leer. Also stecke ich den Garmin gleich einmal an meine Powerbank.
Dann geht es schön langsam los. Zuerst noch durch Tromsø bis zur großen Brücke. Ein letzter Blick von der Brücke, die Havila Castor ist abgereist, an der Eismeerkirche vorbei Richtung Süden. Beim ersten Supermarkt bleibe ich stehen und kaufe mir ein Frühstück und ein paar Bananen als Proviant. Die Strecke führt oberhalb der Küste durch neue Siedlungsgebiete parallel zur E8. Hier wird eine Reihenhaussiedlung nach der anderen gebaut. Dabei fällt mir auf, dass ich fast kein Haus, aber auch keine Wohnung in einem größeren Block, ohne Veranda oder Balkon gesehen habe. Ein Haus ohne Veranda gibt es in Norwegen nicht. Kaum scheint die Sonne, sitzt man schon draußen. Generell bewegen sich die Norweger gerne draußen, egal bei welchem Wetter. Ich fahre fast alleine durch diesen Wohngürtel von Tromsø und muss erst nach 15 km auf der E8 weiterfahren. Das sind immer die unangenehmsten Teilstrecken, denn der Verkehr ist wie fast auf jeder E ziemlich stark. Ich befürchte schon, dass das bis nach Breivikeidet so bleibt. Aber gottseidank, in Fagernes zweigt meine Route von der E8 ab und führt in einem Hochtal (zwischen 30 und 90 Meter), wunderschön eingebettet zwischen den Bergen, nach Breivikeidet.
Dort musste ich ca. eine Stunde auf die nächste Fähre nach Svensby auf der Halbinsel Lyngen warten. Am Fähranleger in Svensby gab es einen kleinen Imbiss und ich genehmigte mir einen Espresso und Kuchen. Dabei stellte sich heraus, dass der junge Mann hinter der Theke aus Bayern kommt und hier für 2 bis 3 Monate den Imbiss übernommen hat. Wir haben geplaudert, dann hat sich noch ein Schweizer dazugesellt und nach einer halben Stunde habe ich mich auf die letzten 25 Kilometer begeben. Die Route führte jetzt entlang des Ullsfjords mit herrlichem Blick auf die Lyngenalpen. Diese gelten als eines der schönsten Gebirge Skandinaviens. Hier werden alle möglichen Outdoorsportarten angeboten, ich habe sogar einen kleinen Skilift bei der Einfahrt nach Lyngseidet gesehen.
Um 16:00 Uhr bin ich in meiner Unterkunft, dem Gästehaus Solhov, angekommen. Das ist ein ehemaliges Schulgebäude, welches von einem norwegisch-französischen Paar gekauft und in den letzten Jahren zu einem Gästehaus umgebaut wurde. Es ist komplett aus Holz gebaut und die Beiden legen ihr ganzes Herzblut in die Renovierung. Um die mit viel Aufwand restaurierten Holzböden nicht zu beschädigen, muss man z. B. am Eingang die Schuhe ausziehen, bekommt dann Patschen und darf erst dann in die Zimmer gehen. Am Abend gibt es ein gedecktes Abendessen im Speisesaal. Heute gibt es Fisch. Ich komme mir fast ein bisschen wie in der Zauberschule Hogwarts von Harry Potter vor. War doch gut, dass ich mich in diese Thematik eingelesen habe.
Morgen ist es mit dem schönen Wetter laut Wetterbericht wieder vorbei und es soll am Nachmittag leichter Regen kommen. Ich werde daher versuchen, die 1. Fähre um 07:00 Uhr zu erreichen. Dann könnte es sich ausgehen, dass ich mein morgiges Ziel, den Oksfjord Campingplatz, ohne nass zu werden,erreiche.Leggi altro

ViaggiatoreJetzt geht’s rasant dahin - 90% der Strecke liegen schon hinter Dir 😃👍 Phänomenal!!!

Viaggiatore
Bei solchen Aussichten mag man ja gar nicht weiterfahren … außer man hat noch ein groooßes Ziel vor sich 😘 Wünsch‘ Dir noch viele so traumhafte Momente und das richtige Wetter dazu!
582 Sightseeing in Tromsø
19 luglio 2022, Norvegia ⋅ ⛅ 11 °C
Tromsø ist mit mehr als 75.000 Einwohnern die größte Stadt Europas nördlich des Polarkreises. Das Stadtzentrum von Tromsø liegt auf der Insel Tromsøya, welche durch den Tromsøysund vom Festland und den dortigen Stadtteilen und im Nordwesten durch den Sandnessund von der Insel Kvalsøya getrennt ist. Die Tromsøbrua, eine leicht gebogene, 1.000 Meter lange und fast 40 Meter hohe Spannbetonbrücke verbindet das Zentrum auf der Insel mit dem Festland. Sie diente für viele andere Brückenbauwerke in Norwegen als Vorbild.
Tromsø besitzt neben dem großen Hafen für Passagierschiffe auch einen Flughafen, ist aber nicht an das Bahnnetz angeschlossen. Wirtschaftlich ist Tromsø geprägt von der Fischerei, besonders dem Fang von Kabeljau, im geringeren Maße von Industrie. Als Verwaltungs- und Universitätsstadt hat der Dienstleistungssektor natürlich auch seinen Anteil.
Ich habe mich heute Vormittag um die Quartiere für die nächste Woche gekümmert. Die stehen jetzt alle bis Alta fest und ich brauch mir darüber keine Gedanken mehr zu machen. Es gibt die ganze Woche am Ende des Tages eine heiße Dusche und ein festes Dach über dem Kopf.
Danach bin ich in die Stadt. Zuerst wollte ich mir das Museumsschiff MS Polstjerna am Hafen ansehen. Leider war es wegen Renovierung nicht zugänglich. Dabei handelt es sich um ein 1949 gebautes Schiff, welches von den Robbenjägern viele Jahre im Eismeer für die Robbenjagd eingesetzt wurde.
Gleich in der Nähe befindet sich die nördlichste Brauerei Norwegens, die Mack Ølbryggeri, gegründet 1877 von Ludwig Markus Mack, in der Storgata 4. Man sagt, man war nicht in Tromsø, ohne die Ølhallen, den Bierkeller, besichtigt zu haben. Hier werden nicht nur die hauseigenen Biere ausgeschenkt, sondern auch weitere rund 50 norwegische Biersorten. Die Zapfanlage ist mehrere Meter lang. Ich habe mir ein kleines Pils aus dem Hause Mack gegönnt. Leider gibt es dort nichts zum Essen, also bin ich nach meinem Bier wieder gegangen.
Von dort bin ich quasi ans andere Ende der Storgata marschiert, um von dort über die Tromsøbrua zur Eismeerkathedrale zu gelangen. Dabei habe ich beim Dom von Tromsø vorbeigekommen und habe einen Blick hineingeworfen. Die Kirche ist komplett aus Holz gebaut und ist Sitz des Bischofs von Nord-Hålogaland.
Beim Überqueren der Brücke sind mir besonders die hohen Absperrgitter auf beiden Seiten der Brücke, welche ich sonst bei keiner Brücke in Norwegen bemerkt habe, aufgefallen. Wie ich in der Wikipedia gelesen habe, wurden diese nachträglich zur Suizidprävention angebracht.
Die Eismeerkathedrale gehört sicherlich zu den markantesten Gebäuden in Tromsø. Sie liegt auf einem kleinen Hügel am Festland und ist leicht über die Tromsøbrua erreichbar. Sie wurde vom Architekten Jan Inge Hovig entworfen und wurde nach eineinhalbjähriger Bauzeit am 19. Dezember 1965 geweiht. Ursprünglich wurde die Chorseite der Kirche durch ein riesiges Fenster aus einfachem Glas abgeschlossen. Das berühmte 23 Meter hohe Glasmosaik, welches jetzt an dieser Stelle beeindruckt, wurde erst 1972 nach 3-jähriger Schaffenszeit eingeweiht. Der Künstler ist Victor Sparre. Es ist beeindruckend, wenn man davorsitzt und die Leuchtkraft und die Farben des Glasmosaiks auf sich wirken lässt.
Danach gings wieder über die Brücke zurück ins Zentrum von Tromsø. Dabei sah ich ein elegantes, neu aussehendes, großes Passagierschiff am Hurtigrutenkai liegen. Ich spazierte zur Anlegestelle und befragte Dr. Google zu dem Schiff. Es war die „Havila Castor“. Besitzer der Havila Castor ist die norwegischen Reederei Havila Voyages und sie gehört zu den derzeit umweltfreundlichsten Passagierschiffen. Sie wurde von der türkischen Tersan-Werft gebaut und ist erst am 10. Mai 2022 zur ersten Reise von Bergen aus aufgebrochen. Derzeit besitzt die Reederei 2 davon, Nr. 3 und Nr. 4 werden noch in diesem Jahr folgen. Sie besitzen die größten Elektro-Batterien für Passagierschiffe und können mit diesen amgeblich bis zu 4 Stunden geräusch- und emissionslos durch die sensiblen Fjordlandschaften gleiten. Ist die Batterie erschöpft, werden die Schiffe mit Erdgas betrieben. Auch an Bord soll sehr nachhaltig gewirtschaftet werden. Es werden in der Küche fast nur Produkte von lokalen Produzenten verarbeitet und es wird darauf geachtet, so wenig wie möglich Müll zu erzeugen.
Ich schlendere wieder ins Zentrum zurück und gönne mir zum Abschluss meiner Tour noch Kuchen und Kaffee.Leggi altro

Viaggiatore
Hallo lieber Walter! Vielen Dank für Deine hochinteressanten Berichte. Wir wussten ja relativ wenig von den Norwegischen Bräuchen, ausserdem sind wir über die vielen schönen Städte bzw. Orte erstaunt. Danke für Deine Berichte auf die wir uns immer freuen.Alles Liebe aus den heißen Graz.




































































































































































































































































































