• Jennifer Wiedemann
  • Jennifer Wiedemann

Strong Sails around the world

Wir möchte euch mitnehmen auf eine Reise um die Welt. Wir starten ab Kiel und segeln westwärts! Meer informatie
  • Marquesas - Tuamotus Tag 2

    15 juni 2024, Südsee ⋅ 🌬 27 °C

    Wir reffen immer weiter ein. Doch der Wind ist stark. Wahrscheinlich könnten wir gerade über 7 Knoten fahren. Doch die Gefahr, nicht rechtzeitig vor dem Schwinden des Sonnenlichts vor dem Pass anzukommen, ist zu groß. Wir kneifen was geht. Über Nacht sind wir mit gerefftem Groß und gereffter Fock gesegelt. Eine Böe nach der anderen donnert uns um die Ohren. Der Wind liegt meistens jenseits der 20 Knoten. Soeben haben wir die Fock weggenommen und das Groß weiter aufgemacht. Jetzt segeln wir nur noch mit 5,0 Knoten. Um einen Tag später im Morgengrauen anzukommen, brauchen wir nun einen Schnitt von 4,7 Knoten. Wir ziehen mit 4 Händen an der Handbremse.
    Das Leben zu zweit spielt sich langsam ein. Wir holen beide Schlaf der letzten Tage nach. Tagsüber verbringen wir die Zeit hauptsächlich damit uns über die Tuamotus Gedanken zu machen. Am Schiff etwas zu tun? Keine Chance. Die See ist zu rau. Schon Kochen ist anstrengend. Auch die Angel bleibt bisher an Deck. Vielleicht wagen wir es nacher mal. Oder verschieben das auf Morgen. Ich freue mich aufs Ankommen. Ausspannen. Den Schutz des Atolls. Der Wind soll die nächsten Tage schwächer werden. Wir drücken uns die Daumen. In Rairoa warten bereits Freunde - die Segelyacht Lella und Nalani, Jamesby und Te Ava. Hinter und Segeln die Ocean Fellows und die Aspro. Wir sind also nicht alleine und in bester Gesellschaft.
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  • Marquesas - Tuamotus Tag 3

    16 juni 2024, Südsee ⋅ 🌬 27 °C

    Einen Wachrythmus haben wir immer noch nicht gefunden. Irgendwie schlafen wir einfach abwechselnd wie es uns gerade in den Kram passt. Jonas hat gestern einen zu ausführlichen Frühabendschlaf gemacht, so dass er abends dann nicht mehr schlafen konnte und kurzerhand bereits um 9 die Wache übernahm statt um 12. Jetzt ist es halb 5. Wir dümpeln mehr als dass wir segeln. Es regnet in Strömen. Der Wind wurde von den Wolken fast vollkommen verschluckt. Doch wir sind nicht im Stress. Es sind noch gut 100 Meilen nach Rairoa und wir wollen erst morgen früh ankommen. Hoffentlich ist das Wetter bis dahin auch besser... Der Blick aufs Meer ist trüb. Es dämmert und doch ist es grau in grau. Wer dachte, die Südsee besteht zumeist aus Sonnemschein, der sollte sich hierdurch belehren lassen. Wären nicht die hohen Wellen, könnten wir uns gerade genauso in der Ostsee befinden.
    Letzte Nacht haben wir den ersten Frachter seit Panama City gesehen. Die YIN Los Angeles auf dem Weg nach Hongkong. Noch aus der Ferne hören wir das Brummen der Motoren. Der Ozeanriese von über 360 m Länge zieht mit zwei Meilen Abstand an uns vorbei. Wir sehen die Lichterkette an uns vorbeiziehen und ich bin in Gedanken an meine ehemalige Arbeit erinnert.

    Es ist 06:00 Uhr. Der Blick zum Horizont lässt ein neue Walze erahnen. Das grau hat sich zu einem schwarz verfärbt. Darunter erkennt man bereits den Regen. Nur kurze Zeit später, nimmt der Wind schlagartig zu. 10 Knoten, 15 Knoten, 20 Knoten, der Regen fegt durchs Cockpit. Ich öffne die Schot des Großsegels. 25 Knoten, 30 Knoten. Jonas wacht auf. Wir ändern den Kurs. Gehen vor den Wind. Der Regen prasselt mir ins Gesicht. Zwei Minuten später ist alles vorbei. Der Wind nimmt merklich ab. Ich trete in den Regen hinaus und ändere den Kurs erneut. Das Vorsegel reffe ich wieder ein. Wir sind wieder zu schnell. Wir brauchen aktuell einen Schnitt von 4,5 Knoten.
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  • Ein Atoll in der Südsee

    17 juni 2024, Südsee ⋅ ☀️ 27 °C

    Rairoa liegt vor uns. Wir segeln mit geringstmöglicher Geschwindigkeit in Richtung Südwesten. Die ruppigen Wellen der vergangenen Tage sind verschwunden. Wir sind bereits im Schutz des Südsee-Atolls. Es dämmert und ich sehe die ersten Palmen, den ersten Sandstrand. Und langsam färbt sich das Meer vor der Küste vom dunklen Blau der Nacht in ein sanftes Türkis.
    Die Sonne ist über den Horizont gestiegen und wirft ihre sanften Strahlen über die Insel, das Meer und unser Deck. Ich ziehe die dünne Jacke aus und wärme mich an den Strahlen. Ich bin aufgeregt. Soll ich Jonas schon wecken? Nein, es ist zu früh. Wir müssen noch warten. So schön, das Paradies mich anlächelt, so heimtückisch kann es sein. Viele Segler haben uns vor den starken Strömungen gewarnt. Vor den Untiefen, die in der Dunkelheit nicht zu erkennen sind. Vor den schlechten Karten. Ein großer Teil des Atolls wird unkartiert sein. Wartet auf den richtigen Moment - haben sie gesagt. Wartet auf die Sonne. Doch wann ist der richtige Moment? Es ist nicht wie in Europa, wo es für jeden Hafen festgelegte Gezeiten gibt. Wo das meteorologische Amt fast auf die Minute genau vorhersagen kann, wann die Strömung am schwächsten sein wird. Hier muss man raten. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man falsch liegt, ist wohl doch sehr hoch. Der tagelang anhaltende starke Wind und Schwell haben einen starken Einfluss auf die Strömung im Pass, den Eingang in das Atoll.
    Was ist ein Atoll? Ein aus tausend Meter tiefe aufragendes Gebilde, eine Art Krater. Ein in sich geschlossener Kreis aus Sand und Korallen. In der Mitte oft flach und außen steil in die Tiefsee abfallend. Teilweise ist das Land so flach, dass die Wellen darüber hinweg in das Innere hineinlaufen können. Teilweise durch Pässe durchbrochen, so dass Schiffe hineingelangen können. Ein Teil des Landes ist mit Palmen bewachsen. Ein Teil aus der Ferne kaum erkennbar.
    Vor so einem Pass treiben wir jetzt. Die Segel habe ich geborgen. Ich halte Kontakt mit unseren Buddybooten. Zu 4. warten wir hier auf den richtigen Moment. Die Aspro ist mutig und fährt vornweg. Über Funk meldet sie sich verwundert und kündigt den Strom 2 Knoten auslaufend an. Die Vorhersage hatte uns für diese Zeit 2 Knoten hineinlaufend angekündigt. Spannend. Ich wecke Jonas und starte den Motor. Jetzt sind wir an der Reihe. Die Ocean Fellows sind dicht hinter uns und wollen im Abstand von 150 m uns folgen. Ihr Kartenmaterial ist schlechter als unseres und wir wollen das gemeinsam meistern. Wir haben uns darauf verständigt, dass wir sie warnen, falls es für sie zu flach wird (sie haben fast 1 Meter mehr Tiefgang als wir).
    Langsam nähern wir uns dem Pass. Halten Ausschau nach den Zeichen von Strom. Strudel, stehende Wellen, Stromschnellen. Links von uns rauscht Brandungswelle auf das Riff. Der Strom hat nachgelassen, wir merken einen kaum bestehenden Gegenstrom und melden diesen an unsere Buddyboote. Ein Fischer hat Bojen im Pass ausgelegt. Geschickt umsteuern wir diese und passieren sie im sicheren Abstand. Der Pass ist recht breit und nur um die 100 m lang. Zügig passieren wir ihn und fahren mit einem Lachen in das Atoll hinein. Geschafft!
    Nun folgt eine Fahrt durch die Untiefen. Nach unzähligen Warnungen haben wir auf die Sonne gewartet. Mit Hilfe von polarisierenden Brillen, sind die sogenannten Bumies leicht zu erkennen. Knapp unter der Wasseroberfläche endende Inselchen. Am Tag zuvor habe ich für 50€ noch Kartenmaterial auf mein Handy geladen. Dort habe ich die Möglichkeit, das Satellitenbild unter die Seekarte zu legen. Meine Route führt uns vorbei an den Untiefen
    und bringt uns sicher auf die andere Seite des Atolls. Unsere Buddyboote folgen uns im
    sicheren Abstand. Der Anker fällt rund 100
    m vor dem weißen Strand. Das Wasser hier ist tief. 19 m, doch selbst vom Bug aus, kann ich den Grund sehen. Sand. Wir ankern und sind glücklich in unserem ersten Atoll der Südsee angekommen zu sein! Ich kann es kaum erwarten, schnorcheln zu gehen und die Inseln zu entdecken!
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  • Schnorcheln im Pass

    17 juni 2024, Frans-Polynesië ⋅ ☁️ 26 °C

    Ententeichstimmung in Rairoa. Die Segelyacht Nahoa schlägt uns vor, zum Pass rüber zu kommen, um mit der Strömung schnorcheln zu gehen. Kurzerhand werfen wir unsere Pläne des Tages über den Haufen und treffen uns mit den Ocean Fellows. Die Fahrt im
    Dinghi geht schnell. Wir fahren mit zwei Dinghis und können gleiten. Mit 14 Knoten schießen wir übers Wasser. Mit Satellitenbild lotse ich Jonas um die Koralleninseln herum.
    Der Pass kommt schnell näher.
    Wir sehen das Dinghi der Nahoa mit gleicher Geschwindigkeit anrauschen. Wir stoppen und warten - Ashley und Ben sind die erfahrensten von uns allen. Sie können uns vielleicht noch einen Tipp geben, was wir im Pass beachten müssen :)
    Zwischengeschichte: Unser Motor hat die Überfahrt nicht vertragen. Er geht aus und wird heute auch nicht mehr angehen. Doch diese Sorge verschieben wir auf später. Am
    Pass sind wir ja bereits.
    Die Jungs ziehen uns das kurze Stück nach draußen. Dann platschen nacheinander alle ins Wasser.

    Wir sind überwältigt von der großen Zahl an . Der gesamte Meeresboden ist bedeckt. So weit das Auge reicht, sehe ich die Mondlandschaft unter mir. Wie eine Blumenwiese. Viele Begriffe könnte man nutzen, um das zu beschreiben, was man hier sieht, doch keiner wird den Korallen gerecht werden. Fische ziehen ihre Bahnen durchs Wasser. Verstecken sich in den Korallen, sobald ihre Feinde näher kommen. Davon gibt es genug. Haie drehen elegant ihre Kreise. Nur wer genau hinschaut, sieht sie bereits aus der Ferne sich nähern. Speziell die Black Tip Sharks sind nur schwer zu erkennen. Ob ich Angst habe? Nein. Zu elegant schauen sie aus. Zu gelassen. Haie haben wie alle Tiere eine Körpersprache. Und so lange sie ruhig wirken und nicht um dich kreisen, nicht schnappen, muss man sich keine Sorgen machen. Respektvoller Umgang. Beobachten, aber nicht verfolgen. Anschauen, aber nicht anfassen. Das ist die Regel hier unter Wasser. Häufig lasse ich mich mit verschränkten Armen, einfach nur treiben, um zu beobachten, ein Teil des Treibens zu werden. Die Fische kommen einem näher und man merkt wie Ruhe in einem einkehrt.

    Die Ruhe ist vorbei als wir uns dem Pass nähern. Haben wir zunächst das Außenriff abgeschnorchelt, nähern wir uns nun den Strömungen. Wie vorhergesagt, setzt der Strom ins Atoll hinein. Wir lassen zwei Yachten passieren und schwimmen in die Strömung, die uns fünf und die zwei Dinghis sofort erfasst. Wie eine kleine Wildwasserbahn werden wir in das Atoll hineingetrieben. Korallen, Fische und Felsformationen ziehen an uns vorrüber. Gigantisch!
    Viel zu schnell ist der Ritt vorbei und wir enden in den ruhigen Gewässern des Atolls, wo wir erneut auf die Crew der Nahoa treffen. Wir werden eingeladen, mit ihnen etwas auf ihrem Katamaran zu trinken. Jonas will versuchen den Motor zu reparieren. Doch der Motor will nicht mehr und keiner der Männer hat eine Lösung... Am Ende fährt Nahoa uns quer durchs Atoll nach Hause und verbringt noch zwei Nächte mit uns am Kon Tiki Ankerplatz.. Der Motor will erst am nächsten Tag wieder starten. Zum Glück. Ich bin erleichtert!
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  • Kon Tiki

    20 juni 2024, Südsee ⋅ ☁️ 25 °C

    Kon Tiki
    Thor Heyerdahl. Gerade sehe ich mich nach Kiel. Die erste Kieler Woche, die wir seit langem verpassen. Wir vermisse die abendlichen Gespräche, das Segeln gemeinsam mit Freunden. Und doch sitzen wir hier im Paradies auf einem Segelboot. Mit anderen Freunden.
    Und gerade dieser Moment wird ein besonderer unserer Reise werden. Schon in Panama stand fest. Wir müssen nach Raroia. Wir müssen an den Ort, an dem "Thor Heyerdahl", der Norwegische Abenteurer und Namenspatron vom Segelschiff Thor Heyerdahl, Geschichte geschrieben hat. 1947 machte sich dieser gemeinsam mit seiner 5 köpfigen Crew und dem Floß "Kon Tiki", lediglich aus Balserholz und traditionellen Materialien gebaut, auf den Weg über den Pazifik. Von Peru nach Französisch Polynesien. 10 Jahre hat er auf diese Expedition hingearbeitet, um den finalen Beweis seiner Theorie zu erbringen - diese Inseln wurden vom Osten aus besiedelt und nicht, wie damals noch angenommen vom Westen. An Bord: eine Funkausrüstung, Dosenessen von der Peruanischen Marine und ein Papagei, der die Reise scheinbar nicht überlebt hat. Nach Monaten voller Strapazen, treibt die Besatzung an den Marquesas vorbei und landet auf dem Riff von Raroia. Am 07. August 1947 schafft die Besatzung es über das Außenriff und kommt vor einem kleinen Motu (Insel im Ring des Atolls) zum Liegen. Es muss ein gigantisches Gefühl gewesen zu sein. Die Expedition hatte nur zwei mögliche Ausgänge: Erfolg oder Tod. Und sie haben es geschafft. Diese mutigen Männer. Und wir können ihre Freude nur erahnen, als sie das Atoll in Sicht bekommen und bald darauf auf eben diesel Korallenstrand stehen. Und nun stehe ich vor ihrem Denkmal und versuche mich in das Jahr 1947 zu versetzen. Ich laufe über die Korallen, spüre die spitzen Zacken durch meine Schuhe hindurch. Schaue auf das Meer und spüre die Wellen um meine Knöchel wabbern. Erst gestern haben wir den Film "Kon Tiki" gesehen. Mit der 13. Welle, die angeblich höher sein soll, haben sie es übers Riff geschafft. Lukas une ich zählen die Wellen. Annähernd jede 13. Welle lässt das Wasser bis zu meinen Knien hochspritzen. Mit der Flut und höheren Wellen könnten sie es geschafft haben. Ich bin stolz darauf, hier zu stehen und das Segelschiff Thor Heyerdahl an diesem Ort repräsentieren zu dürfen. Ich bücke mich und erspähe ein Stück abgestorbener Koralle. Normalerweise nehme ich keine Natur mit, doch diesmal mache ich eine Ausnahme. Eine kleine Erinnerung an diesen Ort. Für immer.
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  • Wenn man sich etwas in den Kopf setzt

    23 juni 2024, Südsee ⋅ ⛅ 27 °C

    Ab in den Norden! Und lass mal wieder ein Lagerfeuer machen! Wenn das Wetter nicht mitspielt, ist uns das auch egal! Also Regenjacke an und ab an Strand!
    Spontan holen wir noch einen betagten Einhandsegler Bob und seinen Hitchhiker ab und dann schlängeln wir uns im strömenden Regen durch die Korallen hindurch in Richtung Palmen.
    🌴
    Wir finden einen kleinen Blechverschlag und beschließen spontan ein Indoor Feuer zu machen. Nun gut, wenig später haben wir einen Räucherofen und wünschten, wir hätten Taucherbrillen mitgebracht. Okey. Raus damit. Das Feuer brennt und der Regen hat etwas nachgelassen. Also schieben wir es ins freie und mach und nach verzieht sich der bissige Rauch. Zeit für Muscheln, Stockbrot und gute Gespräche!
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  • Der Wettlauf beginnt

    26 juni 2024, Frans-Polynesië ⋅ 🌬 27 °C

    Unsere Überfahrt zum nächsten Atoll steht an.
    Raroia war für uns ein gelungener Start ins Südseeleben. Ankern vor Palmengesäumten Stränden. Lagerfeuer. Türkisblaues Meer. Windstille und sanfte Sommerabende.
    Die nächste Woche verspricht das Gegenteil. Die Wetterkarten färben sich grün, dann leicht orange und schließlich sattorange. Die Böen versprechen eher noch stärker zu werden. Wir rechnen mit Wind aus SE der Stärke 7 bis 10. Die Entscheidung: Bleiben oder weiter und schnell woanders Schutz suchen? Auf den Standardrouten der Barfußsegler bleiben oder etwas neues wagen? Wir entscheiden uns, unser Buddyboat zu verlassen und Kurs NW zu setzen. 250 Seemeilen trennen uns vom nächsten Atoll. Das hätten wir deutlich einfacher haben können, aber wir wollen es wissen! Wir riskieren Motorstunden und fahren trotz leichter Winde los. Die Wetterkarten am Mittwoch sind beträchtlich entspannter als am Donnerstag und wir würden uns lieber gerne sicher am Anker wissen bevor der Wind zunimmt. Mit einer lokalen Perlenfarm haben wir bereits Kontakt und loten unsere Möglichkeiten aus. Doch jetzt heißt es erstmal: Ankommen! Und zwar schnell.
    Was kann schon schief gehen?
    Schon am gestrigen Tage verholen wir in die Nähe des Passes. Lassen den Anker in 20
    m Tiefe fallen und die Ankerkette wie beim letzten Mal mit Floaties die der Höhe treiben, um die Korallen-Bommies zu vermeiden. Hat wohl nicht geklappt. Zumindest nicht gänzlich. Die am Grund verlaufende Ankerkette hat sich genau zwischen zwei Felsen gelegt. Bei 30
    m Kette geht nichts mehr. Wir fluchen. Jonas zieht sich mal wieder seine Badehose an und springt ins Wasser. Diesmal ist die Sicht besser. Aus dem Wasser navigiert er mich aus dem Schlamassel. Mittlerweile bekomme ich die Jonny ziemlich gut auf der Stelle manövriert. In weniger als 20 Minuten können wir endlich den Anker in seiner Halterung festmachen und einen letzten Kreis um die Ocean Fellows ziehen.
    Ab zum Pass. Mal sehen, was uns hier erwartet. Ich rechne mit leicht ausgehender Strömung und wenig Wind. Die Strömung macht sich schnell bemerkbar. Wir fahren parallel zum Pass bis wir in gerade Linie und große Kursänderung hinaus kommen. Anders als erwartet treffen wir einen starken Ebbstrom an. Mit 8 Knoten Fahrt und nur minimaler Motorkraft schießen wir aus dem Atoll. Ich gebe Gas um steuern zu können. Rechts sehe ich die gefährliche Brandung über dem flachen Ufer. Links von uns hat sich eine stehende Welle aufgebaut. An einer Stelle, die wir sowieso nicht hätten passieren können - zu flach. Schon aus der Ferne hatten wir gesehen, der eigentliche Pass ist frei von Wellen. Dank unserer Positionierung brauchen wir kaum Ruder und kommen gut an den Riffen vorbei und werden in die offene See gespuckt. Gespuckt ist wohl der treffenste Begriff. Groß Einfluss haben wir darauf nicht. Es ist uns eine anschauliche Darstellung, was hier passieren kann. Nicht alle Pässe verlaufen gerade. Manche können bis zu 8 Knoten Strom führen. Und manche bergen direkt hinterm Pass gefährliche Untiefen.
    Doch jetzt sind wir erstmal auf See. Setzen die Segel und lassen Raroia hinter uns liegen. Ahe, wir kommen!
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  • Kurz vor der Ankunft

    27 juni 2024, Südsee ⋅ 🌬 27 °C

    Nach einer Strecke, die der zwischen Deutschland und Norwegen entspricht, erreichen wir bald das nächste Atoll. Über uns scheint der Mond und die Nacht ist hell. An Steuerbord sehen wir bereits die Lichter Manihi's. An Backbord erahne ich die Umrisse von Ahe. Die Dämmerung bringt Klarheit. Dort ist er zu sehen. Der einzige noch bestehende Wald der Tuamotus. Es wird noch weitere 5 Stunden dauern, bis wir das Aroll umrundet und den Pass erreicht haben.
    Nachdem wir sowieso uns nicht sicher sind, wann eigentlich am wenigsten Strom herrschen wird, sind wir froh am Vormittag da zu sein. So können wir abwarten und den Strom beobachten. Angeblich ist der Pass fast immer befahrbar. Wir sind gespannt. Nach unserer spektakulären Losfahrt aus Raroia bin ich wieder vorsichtig geworden. Ein bisschen murmlig ist mir schon zu Mute. Wir hoffen, dass uns das Atoll gefällt.
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  • Geschafft - Ankunft Ahe

    27 juni 2024, Frans-Polynesië ⋅ 🌬 28 °C

    Gemütlich Schwoien wir an unserem Ankerplatz. Der Frühstückstisch ist reicher gedeckt als sonst. Frische Brötchen, Eier mit Speck - wir feiern unsere Ankunft in Ahe. Die Etappe war durchwachsen. Anfangs hatten wir sehr leichte Winde und musste Motoren, um unser Zeitfenster einzuhalten. Ab dem nächsten Morgen hatten wir dann endlich stärkere Winde als angesagt und konnten gut segeln. 260 Seemeilen trennen die beiden Atolle. Zwei Tage Überfahrt. Wieder müssen wir unsere Ankunft timen.
    Wie geplant und erwartet erreichen wir die Inseln im Morgengrauen. Die Morgendämmerung ermöglicht mir einen grandiosen Ausblick auf den waldgesäumten Atollring. Mit 20 Knoten Wind erreichen wir den Pass im Norden. Wir nehmen uns die Zeit, um die Segel gut zu packen. Denn der Blick auf die Seekarte verrät - im Pass werden wir nicht nur den Strom gegen an haben, sondern auch den Wind. Und der Wind nimmt bereits merklich zu. Aus der Ferne sehen wir Wellen am Pass brechen und machen uns bereits Sorgen. Die Pässe in den Tuamotus sind für stehende Wellen bekannt. Diese können auch für Segelyachten gefährlich werden. Wir nähern uns deshalb eher gemächlich. Der Blick mit dem Fernglas lässt uns aufatmen. Es sind lediglich Wellen, die links vom Pass am Ufer brechen. Die Strömung ist aber bereits merklich zu erkennen und dann auch zu spüren. Unsere Geschwindigkeit sinkt von 4 Knoten auf 2 hinab. Wir erhöhen die Drehzahl. Doch der Strom nimmt zu. Werden wir das schaffen? Unsere Geschwindigkeit sinkt auf 1.3 Knoten herab. Trotz mehr Gas. Der Wind und der Strom erreichen ihren Höhepunkt. Doch langsam schieben wir uns durch die engste Stelle. Und dann sehen wir wieder eine 2 auf der Anzeige. Geschafft. Langsam motoren wir in das Atoll hinein. Auch hier fegt der Wind mit 20 Knoten. Ob der Ankerplatz geschützt genug ist?
    Bald werden wir es erfahren. Eine knappe Stunde dauert die Fahrt bis zum kleinen Ort im Südosten des Atolls. Ein Local hat uns den Tipp gegeben, innerhalb des inneren Riffs zu ankern. Ein sehr enger Ankerplatz mit vielen Untiefen. Wir beschließen den Anker weiter draußen zu werfen und uns das erstmal anzuschauen. Mit dem Dinghi geht es also die letzten 100 m auf Expedition. Jonas im Wasser, ich im Boot mit Karte. Wir markieren die Felsen, loten und schauen uns genau an, wo wir den Anker werfen können. Am Ende entscheiden wir uns für einen Ankerplatz, legen eine Boje und düsen zurück zur Jonny. Anker hoch. Und dann im Slalom um das Riff. Jonas gibt mir die Abstände zur Boje durch. 1 m rechts davon soll der Anker fallen. Ich höre die Kette hinausrattern. Gebe rückwärts Gas und wir legen uns die Kette zwischen die Felsen. Wie mittlerweile unser Standard, tauchen wir die Kette ab und binden entsprechend unsere Perlenbojen ein. Dadurch liegt die Kette im Schiffsnahen Bereich nicht am Grund, sondern schwebt. Über die Felsen und Korallen. Wir schützen dadurch die wertvolle Natur, die wir erhalten wollen.
    Durch erhöhte Rückwärtsfahrt prüfen wir den Halt der Kette und dann klingelt pünktlich der Wecker. Die Brötchen im Ofen sind fertig und der Anker hält! Angekommen im Atoll Nr. 2 – Ahe!
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  • Allein in einem Atoll

    28 juni 2024, Frans-Polynesië ⋅ 🌬 27 °C

    Der anhaltende Starkwind ist keine Seltenheit für die Gegend. Es ist Winter auf der Südhalbkugel. Die vorbeiziehenden Tiefs im südlicheren Teil des Ozeans schicken immer wieder Windbänder in den Norden. In Richtung Französisch Polynesien. Der Passatwind wird gestört, verebbt, oder wird deutlich stärker. So wie jetzt. Alle Boote haben Schutz gesucht. Nur wenige wagen es, zwischen den einzelnen Atollen zu wechseln. Auch wir liegen im Schutz des Atollrings. Wie vermutet - wir sind allein. Kein weiteres Segelboot in Sicht. Allein mit den Einheimischen.
    Es fühlt sich an, wie Urlaub vom Fahrtensegeln. Wie zuhause, wenn ein Sturm vorbeizieht. Wir faulenzen, schauen eine Serie, basteln am Boot und erledigen mal Papierkram. Täglich unternehmen wir kleine Ausflüge. In die Ortschaft. Unterhalten uns mit den Einheimischen, erfahren, wie sie leben. Laureen lässt mich unsere Wäsche bei ihr zuhause waschen. Sie hat das Privileg in Frankreich studieren zu dürfen - gerade ist sie auf Heimaturlaub.
    Das Atoll lebt hauptsächlich von den Perlenfarmen, von Tourismus im Norden und vom Export von Kokosnüssen. Viele arbeiten für den Staat. Das Leben hier ist teuer. Doch die meisten verdienen einigermaßen gut und wir haben nicht das Gefühl, dass jemand arm dran ist. Unsere Geschenke als Tausch fürs Waschen schlägt Laureen lächelnd aus. Obst und Gemüse gibt es hier kaum. Die Zitronen nimmt sie also gerne an. Die Familien importieren das Gemüse von den Marquesas. Der Boden hier ist unfruchtbar - man sieht Palmen und vereinzelt andere Pflanzen, aber für den Anbau von eigenen Obst und Gemüse ist der Boden nicht fruchtbar genug. Die Menschen ernähren sich hauptsächlich von Reis, der ist günstig, und Fisch, den fangen sie selbst.
    Jeden Abend treffen wir einen Fischer und seine Frau an der Pier. Unterhalten ist schwierig - die Menschen hier sprechen Französisch. Ab 12 Jahren lernen sie auch Tahitianisch. Englisch sprechen nur wenige. Doch Laureen hat mir viel vom Leben hier erzählt. Genau aus diesem Grund sind wir hierhergekommen – die Kultur der Tuamotus kennen zu lernen. Und wir haben beide das Gefühl, diesem Bewusstsein für die Kultur einen Schritt näher gekommen zu sein. Zum Abschied schenkt mir Laureen Muschelketten und ein Armband mit einer Austernperle. Wir hoffen, sie in Tahiti wiederzusehen, bevor es für sie zurück nach Frankreich geht.
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  • Perlenfarm

    5 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ 🌬 27 °C

    Der Wind weht immer noch. Es scheint kein Ende in Sicht. Langsam werden wir unruhig. Waren wir doch auch hergekommen, um uns eine Perlenfarm anzuschauen. Seit Tagen sitzen wir an Bord oder am nahen Ufer fest und würden gerne endlich wieder rauskommen. Doch die Perlenfarm liegt auf der anderen Seite des Atolls. Der Wetterbericht macht es uns nicht leicht. Aber dann beschließen wir es einfach zu wagen. Wir packen unseren wasserdichten Seesack und machen uns mit dem Dinghi auf den Weg. Passen dazu briest der Wind wieder auf. Das Atoll ist überseht von Schaumkronen. Wir verlassen den Schutz des Riffes und bekommen direkt die erste Welle mitten ins Gesicht geklatscht. Wir schauen uns an – Jonas gibt Gas. In Gleitfahrt lassen sich die Wellen einfacher ertragen. Zwei Meilen rasen wir übers Wasser und dann sehen wir die erste Perlenboje. Jonas nimmt das Gas weg und wusch wird er von der nächsten Welle getroffen. Ich knie aufrecht im Bug und versuche die Bojen zu erspähen. Die Wellen lassen sie immer wieder unter die Oberfläche sinken und wir wollen auf keinen Fall eine Leine in den Propeller bekommen. Die Wellen lassen uns auf und ab tanzen. Nach und nach passieren wir die Bojen. Sie sind überall. Die Perlenfarm scheint riesig zu sein – so viele Bojen. Und endlich kommt sie näher. Ein langer Steg führt hinüber zu einem vorgelagerten Riff und zu einem Haus auf Stelzen. Wir machen unser Boot fest und klettern auf die Veranda. Nach kurzer Suche finden wir Patrick. Patrick führt die Perlenfarm seit Jahrzehnten. Zwischenzeitlich hatte er sie bereits an seine Söhne weitergegeben – doch jetzt führen sie die Farm Hand in Hand. Auch hier hat die Digitalisierung ihre Spuren hinterlassen – seit die Perlenfarm auf TikTok und Instagram bekannt geworden ist, sind die Preise in die Höhe geschossen und die Farm wirft gutes Geld ab (deshalb fragen wir hier nicht mal danach, Perlen kaufen zu dürfen..)
    Doch bevor wir uns die Perlen anschauen können, werden wir abgelenkt. Haie. Überall Haie. Die ganze Bucht wimmelt von ihnen und ich habe ein mulmiges Gefühl die wackelige Brücke zu betreten, die uns an Land bringen soll. Die Stelzen schwimmen an einem Bündel Perlenbojen. Gesichert wird die Konstruktion durch Seile, wackelig ist sie allemal. Der Wind pfeift uns um die Ohren. Die schwarzen Rückenflossen pflügen unter mir durchs Meer. Der Adrenalinpegel steigt werden in langsam in Richtung Land balanciere. Noch ein Schritt und endlich liegt das Riff unter der Brücke. Dafür hören die Geländer auf. Mit wackeligen Beinen betrete ich 50 m später das Land. Auch nicht für jedermanns Geschmack, so eine abenteuerliche Hofeinfahrt. Jonas und ich dürfen uns frei umschauen. Wir wandern zwischen den Häusern umher, schauen uns die Bojen und Körbe an. Die zwei Mitarbeiter räumen gerade das Equipment der letzten Ernte zusammen. Die Austern brauchen ca. 12 Monate um in den Körben unter den Bojen zu wachsen. Und weitere 18 Monate bis die erste Ernte von Perlen stattfinden kann. Das erklärt wohl die große Anzahl Bojen. Eine Austernmuschel kann dreimal Perlen abwerfen. An den Leinen und Körben wachsen jedoch auch andere Muscheln. Um diese loszuwerden – ziehen die Arbeiter die Bojen in die Nähe des Riffs. Die Fische fressen die kleinen Muscheln ab und legen die Austern frei. Dann können die Perlen geerntet werden. Heute ist leider kein Ernte-Tag – doch spannend ist es trotzdem zu sehen, wie man hier lebt. Fernab der Zivilisation auf einem einsamen Atoll.
    Patrick lädt uns spontan zum Mittagessen ein, während er von seinem früheren Leben in Neuseeland und dem großen Katamaran, der vor seiner Farm an Land steht, erzählt. Es gibt Sashimi vom Thunfisch, Kürbis und Knoblauch-Sauce mit Reis. Er baut hier nicht nur die Häuser selbst, sondern plant aktuell ein neues Boot zu bauen. Die Beschaffung von Material klingt abenteuerlich, aber Geld scheint vorhanden – denn Patrick besitzt mehr Werkzeug als wir auf die Jonny bekommen würden, wenn wir sie bis zur Decke vollstellen würden. Wiedermal eine spannende Geschichte aus dem Leben in Französisch-Polynesien. Uns scheint als wäre Ahe eines der wohlhabenden Atolle – auch daran zu erkennen, dass 3-4 Flüge und 1 Versorgungsschiff pro Woche hierherkommen. Ein Kontrast zum Leben auf Raroia. Die Perlen sind also wohl das weiß-graue Gold der Pazifischen Inseln.
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  • Ein neuer Tag, ein neues Atoll

    8 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ ☀️ 27 °C

    Wenn du seekrank bist, dann glaubst du, dass du stirbst. Und wenn du richtig seekrank bist, dann hoffst du, dass du stirbst. Die Überfahrt von Taou habe ich mir anders vorgestellt. Klar wir wussten, es kein Zuckerschlecken wird. Doch dass statt 18 Knoten, konstante 25 Knoten und Böen über 30 Knoten und dazu 2,5 Meter Welle statt der angesagten 1,5 Meter vorherrschen, damit hatten wir nicht gerechnet.
    Doch, wer reisen will, muss manchmal in den sauren Apfel beißen. Jonas diesmal ganz besonders. Denn ich bin schon recht bald nach Verlassen des Landschutzes ausgenockt. Zum Glück ist Jonas ausgeschlafen und wir kommen trotz des ungünstigen Kurses zum Wind gut voran. Ich wach-dämmere durch die Nacht und bin froh als Jonas mir sagt, dass wir schon bald den Landschutz von Taou erreichen werden. 85 Seemeilen Stress. Ich rapple mich auf und wir bergen gemeinsam die Segel. Wir sehen Lichter am Pass. Ankernde Boote. Das erste Mal seit fast zwei Wochen. Wir warten. Es ist noch zu dunkel. Erst langsam beginnt sich der Himmel heller zu färben. Noch vor dem Sonnenaufgang beginnen wir mit der Anfahrt. Erfreut bemerken wir – trotz der 6 Boote, ist noch eine Mooring-Boje für uns frei. Erleichtert können wir diese problemlos ansteuern und sind um kurz nach 6 Uhr morgens fest und müde. Noch ein Blick auf die Palmen und das türkise Wasser und dann fallen wir müde ins Bett.
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  • Der Nordpass von Fakarava

    11 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ ☁️ 27 °C

    Wieder ein neues Atoll. Derzeit sind wir echt am Island Hopping! Nach ein paar herrlichen Tagen auf Taou motorten wir weiter in den Süden. Zurück in unseren Freundeskreis. Jaleo Primero, Nalani, Skjoellmoen, Pepper - viele Boote und Crews, die wir kennen! Wir wissen gar nicht, wohin zuerst um "Hallo" zu sagen!
    Spontan erfahren wir, dass die Ocean Fellows tauchen gehen wollen. Abends liegen wir faul auf dem Sofa, lassen den Tag ausklingen und ich schreibe der Tauchschule - Sie haben noch zwei Plätze für uns frei! Und so werden wir am nächsten Morgen direkt um 09:00 Uhr von den Jungs abgeholt. Das Dinghi lassen wir im Hafen zurück und steigen auf die Ladefläche eines Pickups! Ich muss über beide Ohren grinzen: Hier gibts scheinbar einfach keine Polizei, denn auf den Marquesas wurden wir noch gewarnt, dass dies strafbar sei.. Wir genießen Fahrtwind und Inselrundfahrt zu gleich. 3 km später biegen wir auf einen Schotterweg ab und stehen wieder am Wasser. Das Atoll ist das erste, das gut ausgebaute Straßen und eine große Infrastruktur hat. Und dennoch ist die Insel nur wenige 100 Meter breit. Zwischen den Palmen steht eine Hütte mit Tauchequipment bereit. Matild ist eine dieser überdrehten Tauchinstruktoren, die einen irgendwie an ein Huhn auf Drogen erinnert. Mit überschwänglicher Freunde und viel "Let's go" Rufen werden wir willkommen geheißen! Wieder einmal bin ich froh, dass man unter Wasser nicht reden kann ;-) Nachdem alle den Papierkram ausgefüllt und ihre 7 Sachen zusammengepackt haben, geht es los. Ein solides Tauchboot. Den Fahrer nenne ich
    Mr. Lion King. Passend zu seinem Shirt 🦁.
    Die zwei 200 PS Motoren heulen auf. Mr. Lion King gibt Gas - 6 Meilen sind es bis zum Pass. Die Zeit vergeht wie im Fluge und bald springen die ersten Taucher durch das Tor von Bord. Platsch, Platsch, Platsch. Auch ich lande im Wasser. Jonas treibt neben mir. Schnell prüfe ich mein Equipment, denn Matild möchte abtauchen. 👌🏼👎🏼 Das Kommando in die Tiefe zu gehen. Ich habe zu wenig Gewicht dabei, strampelnd mache ich mich auf den Weg in Richtung Meeresboden. Korallen und Fische erwarten uns. Langsam tauchen wir entlang der Korallen in die Tiefe. In der Ferne ist es Dunkel. Der Hang fällt steil ab in einen Abgrund. Mir schaudert es. Schnell widme ich mich wieder den Korallen und Fischschwärmen. Dann sehe ich eine Bewegung im Augenwinkel. Ich drehe mich um und rechne mit einem Hai. Doch die anmutige Bewegung gehört einem Rochen. Einem Manta. Einem riesigen Manta. Mit einer Spannweite von über 2 m. Mir bleibt der Atem weg. Erst nach einigen Sekunden denke ich wieder dran, Blubberblasen auszupusten. Der Manta hat keine Angst, er kommt näher, gleitet an mit vorrüber, dreht um und scheint mich zu mustern. Die anderen Taucher sind hinter mir. Ich höre ihre leisen Atemzüge. Doch dies ist ein Moment für mich und diesen Manta. Ich blende alles andere aus. Gemeinsam tauchen wir am Riff entlang. Es scheint als wären wir alleine auf dieser Welt. Als er mich verlässt, schaue ich ihm sehnsüchtig hinterher. Tschüss, mein Freund. Danke, dass du mich an deinem Leben hast teilhaben lassen. Für mich geht es weiter. Unsere Gruppe taucht entlang des Riffes bis in die Nähe des Passes. Dort dürfen wir heute leider nicht tauchen. Die Strömung ist zu gefährlich. Das Wasser fließt aus dem Atoll heraus und fällt dahinter in die Tiefe. Man würde einfach mitgerissen werden. Bleiben wir also lieber bei den Korallen und einem übergroßen Napoleonfisch. In der Tiefe sind die Fische irgendwie entspannter. Zwei kleine Nemos tollen um eine Anemone. Meine Kamera ist keine 10 cm entfernt und dennoch kommen sie immer wieder neugierig aus ihrem Versteck. Und wieder heißt es Abschied nehmen. Ich bin bereits zurückgefallen. Ich bevorzuge Tauchgänge mit mehr Ruhe. Mehr Zeit, um sich die Details anzuschauen. Viele empfinden einen Tauchgang nur als gut, wenn sie etwas "Besonderes" gesehen haben. Ich genieße lieber die kleinek Fische. Die leuchtenden Farben. Erfreue mich an ihrer Musterung. Suche Verstecke. Schaue in die Korallen und Höhlen und vergesse die Zeit. Verzaubert in einer anderen Welt. Wie beim Schnorcheln, nur viel schöner 😍
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  • PK 9

    12 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ ☀️ 27 °C

    "PK 9" - Wir sitzen mit den Salty Brothers und Ocean Fellows im Cockpit und müssen lachen. Lukas erzählt uns von einer berühmten Palme. Sie heißt PK9. In der Nordsee wäre das definitiv ein Windrad im Offshore Windpark. Keiner glaubt Lukas und so wechseln wir irgendwie das Thema.
    Der nächste Tag: Jonas, Lukas und ich fahren gemeinsam an Land und nach einigem Suchen haben wir die Besitzerin des Fahrrafverleihs gefunden. Wir dürfen uns drei Fahrräder aussuchen und radeln kurze Zeit später befreit durch die Ortschaft von Fakarava.
    Unser Ziel ist ein Leuchtturm beim Flughafen. Eigentlich nicht weit. Am Flughafen angekommen, stellen wir fest, dass wir vorbeigefahren sind. Neugierig wie wir sind fahren wir einfach weiter. Die Teerstraße ist zu Ende. Eine ausgewaschene Schotterpiste führt uns weiter in Richtung Pass. Wir radeln durch Palmen und Gebüsch. Machen Halt am Außenriff und an einem Funkmast. Und dann müssen wir loslachen. Am Straßenrand steht eine Wegmarkierung PK 9. Ich werfe einen Blick in den Weg, der hier abzweigt und kann das Meer sehen! Na, jetzt müssen wir doch schauen, was PK 9 ist. 100 m später, parken wir die Räder, ziehen die Schuhe aus und stehen an einem wundervollen Strand. Leichter Sand drückt sich zwischen meine Zehen hindurch. Palmen hängen über das türkisblaue flache Wasser. Ich bin begeistert! Wie wunderschön ist es hier! 😍 Wir bereuen, keine Badesachen eingepackt zu haben. Sanfte Miniwellen umspielen uns als wir ins knietiefe Wasser hineinwaten. Ein lokales Pärchen genießt einen freien Tag mit Musik und Wein. Wir tollen herum, klettern auf den Palmen
    herum, machen Fotos und können die Schönheit dieses Ortes nicht fassen!
    Berrauscht geht es weiter zum Pass. Wir sehen die Strömung durch den Pass ziehen. Immer noch ausgehend. Der Schwell im
    Südosten muss nach wir vor das Atoll überfluten. Kein Tauchen im Pass möglich. Seit Tagen. Hier ist der Strand Korallen bedeckt. Ohne Schuhe ist kein Schritt möglich und so bleiben wir nicht lang, wollten wir ja eigentlich den Leuchtturm finden. 8 km später, finden wir die kleine Seitenstraße und stehen vor der aus Korallen gebildeten Pyramide eines Leuchtturms. Als ich die Leiter daran lehnen sehe, weiß ich bereits dass die beiden Jungs gleich auf Kletterpartie gehen. Ich beschließe, die Drohne fliegen zu lassen. Mein erstes Mal alleine. Als die Startschwierigkeiten überwunden sind, sirrt das Insekt davon und liefert mir einen traumhaften Ausblick aus der Höhe, lustiger Bilder der Jungs und zeigt mir der herannahenden Regen. Ab nach Hause!
    Wir erreichen den Fahrradverleih gerade als
    die ersten dicken Regentropfen fallen. Definitiv ein cooler Tag!
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  • Keine Welle, viel Geschwindigkeit

    15 juli 2024, Südsee ⋅ 🌬 27 °C

    Ab in den Süden! Fakarava ist eines der größeren Atollen der Südsee. In Nord-Süd-Richtung erstreckt es sich auf 30 Seemeilen. Eine wunderbare Strecke, die wir definitiv nicht motoren wollen. Wir lassen unsere Buddys also einen Tag früher ziehen und warten lieber auf guten Wind.
    Zunächst werden wir mit starken Südwinden bestraft, viele Wellen treffen in dieser Nacht auf unseren Bug. Schaukeln uns durch. (Na ja, andererseits mussten wir nicht gegen dieses Wetter anmotoren).
    Am nächsten Morgen folgt die Belohnung: 15 Knoten Halbwind und strahlender Sonnenschein.
    Wir hieven den Anker und verlassen das Dorf.
    Seit langem setzen wir mal wieder die große Genua und ein voll ausgerefftes Großsegel. Das Atoll schützt uns von den Wellen des Ozeans. Spiegelglatte See und traumhafter Segelwind.
    Mit bis zu 8 Knoten schießen wir gen Süden. Statt 6 geplanten Stunden, werfen wir bereits nach 4 den Anker.
    Hier ist ein besonderer Ort. Ich freue mich aufs Tauchen!
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  • Strandtag

    15 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ ⛅ 27 °C

    Chillen, Sonne genießen. Ein kühles Bier und Brotzeit am Strand.
    Heute ist Urlaub. Von morgens bis abends. Traumhaftes Wetter. Kein Wind, keine Welle. Sandiger Strand und umgeben von Freunden.
    Was will man mehr!

    Am Nachmittag werden wir freundlich gebeten, unsere Dinghis zu verholen. Die Fischer sind zurück. Scheinbar versorgt sich das gesamte Dorf gemeinschaftlich. Das Boot ist überfüllt mit frisch harpunierten Papageienfischen. Alle kommen zusammen. Kinder. Erwachsene. Die Hofkatze. Hund. Vögel. Wir. Und zu guter letzt: Haie. Ein Festessen für jedermann und -tier.
    Die Fische werden ausgenommen und filetiert. Die Innerein für die Vögel. Die Filets für die Menschen und die Katze und Kopf und Überreste an die Haie. Zügig werden die 100 Fische bearbeitet. Alle helfen mit! Auch die Kinder.
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  • Wall of Sharks

    16 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ ☁️ 27 °C

    *Eine Wand aus Haien*
    Das Tauchboot hat diesmal keinen weiten Weg. Wir haben den Ankerplatz gewechselt und sind am Südende des Atolls. Der Anker fällt nur wenige hundert Meter weit vom Pass entfernt. Das Wasser hier ist unglaublich klar. Schon im Dinghi erkennen wir die große Vielfalt der Korallen und Fische. Ohne überhaupt im Wasser gewesen zu sein.
    Hibbelig spiele ich an meinem Tauchequipment herum. Unser Tauchboot nähert sich schnell seinem Ziel. Greg, unser Tauchguide, gibt letzte Instruktionen: Die Flaschen sind mit Sauerstoff angereicherter Luft gefüllt. Ich bin überrascht. Ich bin noch nie mit Nitrox getaucht. Es dauert ein wenig, um den Tauchcomputer auf die neuen Umstände einzustellen. Der Vorteil – mehr Zeit unter Wasser.
    Wir sind bereit. Nacheinander springen wir ins Wasser. An der Oberfläche sammeln wir uns. Ich werfe bereits einen Blick hinab. Ich sehe Sand und Korallen unter mir. Die Sichtweite ist fantastisch. Glasklares Wasser strömt aus dem Ozean in das Atoll hinein. Der Daumen nach unten signalisiert uns, abzutauchen.
    Ein Fischschwarm zieht an mir vorüber, während ich mich leise und sanft in die Tiefe gleiten lasse. Wie in Trance schwebe ich hinab – Meter um Meter nähern wir uns dem Grund. Ich blicke mich um und bin überwältigt von der Schönheit dieser Landschaft. Der sandige Boden geht schon bald in ein Meer aus Korallen über. Die Wände des Passes sind ein einziger exotischer Wald. Bunte Fische sind auf der Suche nach Nahrung. Ein einsamer Hai zieht durch das Wasser. Zieht seine Kreise und verschwindet im offenen Meer.
    Der Tidenstrom nimmt uns mit auf eine Reise. Langsam treiben wir durch diese Welt. Mein erster Drifttauchgang, bei dem ich keinen Stress verspüre. Eine sanfte Strömung nimmt uns mit. Wir beobachten Fische. Bewundern Korallen. Ich bin sprachlos. Und nicht nur wegen dem Mundstück, durch das ich atme. Kein Stress. Unser Guide nimmt sich Zeit, lässt uns inne halten und genießen.
    Greg dreht sich um, winkt mich und die anderen heran. Mit der flachen, senkrechten Hand tippt er sich mit dem Daumen mehrmals gegen die Stirn – „Haie“. Im selben Moment taucht über ihm ein 2m langer Hai auf. Nicht weiter gestört durch unsere Anwesenheit, schlängelt er sich geschickt durch die einzelnen Taucher hindurch. Greg eröffnet uns den Blick in den Pass. Es wimmelt vor Haien. Mindestens hundert Haie ziehen ihre Schleifen. Anmutig und elegant. Ein besonderer Moment in meinem Leben.
    Wir waren mental darauf vorbereitet. Viele Menschen haben Angst vor Haien. Ich selbst mag es nicht schwimmen zu gehen, wenn ich weiß, dass sie da sind. Doch ist man erstmal unter Wasser, verändert sich dieses Gefühl. Lautlos bewegen sich die Tiere. Elegant und würdevoll. Man kann nicht anders, als sie anzustarren. Tagsüber wirken sie so friedlich. Man verliert schnell die Scheu und vergisst, dass es sich um Raubtiere handelt.
    Wir tauchen weiter. Entlang der Wand aus Haien. Immer wieder ziehen sie ihre Kreise. Es ist eine endlose Spirale. Wir werden heute zwei große Gruppen Haien sehen. Eine auf 30 m Tiefe und später eine auf 18 m Tiefe. Ich werde mutiger. Schwimme statt entlang des Passes in die Mitte. Durch die Wand. Die Haie sind sehr nahe. Und doch halten sie gebührenden Abstand. Wir begegnen einander mit Respekt. Und so werden sie mir in Erinnerung bleiben.
    Das Bild ändert sich. Wir tauchen in flachere Gewässer. Ich merke, wie der Strom zunimmt. An mir zerrt. Ich sehe Jonas vor mir und tauche ihm hinterher. Greg hat uns ein Zeichen gegeben – Zeit, abzubiegen. In den Superman Kanal. Wir werden beschleunigt und schießen in einen Seitenarm. Über Korallen und Fische hinweg. Man fühlt sich frei. Versucht gar nicht erst dagegen anzukämpfen. Ich fliege! Unser Sicherheitsstopp findet heute fließend statt und so landen wir am Rande des Atolls auf einer Sandbank und können strahlend aus der Tiefe auftauchen. Ich schaue in strahlende Gesichter. Kaum zu glauben, dass wir das erleben durften!
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  • Überrascht am Anker

    18 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ 🌬 27 °C

    Überrascht am Ankerplatz
    „Peehng“ – Ein sehr, sehr lauter Schlag hallt durch die Jonny. Jonas und ich fahren erschrocken aus dem Mittagsschlaf hoch. Wir schauen uns an und wissen sofort, was los ist.
    Schon in der Stunde zuvor merkten wir, dass die Wellen deutlich höher geworden sind. Wir liegen im Süden des Atolls Fakarava. Viele hundert Meilen südlich von uns zieht ein Tiefdruckgebiet durch und saugt Luftmassen aus dem Norden an. Der Wind bläst durch das Atoll, deutlich stärker als vorhergesagt. Statt 10 Knoten, blasen mittlerweile 20 Knoten. Und wir sitzen in der Falle. Das Atoll ist 30 Meilen lang, 30 Meilen ohne Windschutz. 30 Meilen ohne Wellenschutz.
    Wir rennen aufs Vordeck. Im Normalfall wird die Kraft der Ankerkette mit einem eingehakten Seil auf die Bugklampen umgelenkt. Dieses Seil baumelt gerade lose am Bug hinab. Von unserem Haken keine Spur mehr. Wieder taucht der Bug in die Welle ein. Die Kette kommt stramm. Es tut einen lauten Schlag. Die Kette und die Ankerwinde müssen nun die gesamte Kraft aufnehmen. Die Kette springt über die Winde. Ich renne zurück ins Cockpit, starte den Motor und gebe Gas. Wir müssen die Spannung aus dem System nehmen. Jonas sucht eine neue Leine. Er bekommt sie eingefädelt und befestigt. Die Wellen nehmen weiter zu. Man kann es direkt sehen. Ich mache mir Sorgen.
    „Peehng“ – Wieder hallt es über Deck. Die zweite Leine ist ebenfalls gerissen. Der Motor läuft noch. Erneut gebe ich Gas. Was sollen wir tun? Wir müssen hier weg! Wir entscheiden uns dafür den Anker zu heben – Glied für Glied zieht Jonas den Anker hoch. Dann kommt die Kette fest. Wieder gibt es einen Schlag. Unser Bugbeschlag wird verbogen. Der Ankergrund ist überseht von Felsen. Um so einen Felsen liegt die Kette. Jonas fiert die Kette wieder. Verzweifelt versuche ich über Funk eine der anderen Yachten zu erreichen. Keine Antwort. Die meisten haben ihr Funkgerät am Anker aus.
    Nervös stehe ich im Cockpit. Die Küste hinter uns ist nur wenige 100 Meter entfernt. Aber unser Ankergeschirr wird diese Welle nicht verkraften. Wir müssen das schlimmste tun. Wir müssen die Ankerkette abschlagen. Jonas bindet Fender an das Ende der Kette, dann lassen wir sie über Bord fallen. Jetzt nur nicht die Leinen in den Propeller bekommen. Ich gebe Gas. Geschafft. Wir sind frei. Aber was jetzt? Robi ruft mich an – ob wir Hilfe brauchen? Dankbar bejahe ich. Wir machen einen Plan.
    Unser Dinghi ruckt an der Leine. Jonas holt Robi von der Pepper und Iean von der Indioko ab und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zurück zum Anker. Die „Salty Brothers“ sind zwischenzeitlich ebenfalls Anker auf gegangen. Wir fahren mit beiden Yachten auf und ab, während ich hoffe, dass Jonas und die anderen es irgendwie schaffen den Anker hoch zu bekommen. Mehrmals tauchen Robi und Iean hinab – 13 m Wassertiefe. Sie legen die Kette nach und nach frei. Ich bin so dankbar, dass wir Hilfe bekommen haben. Zu zweit ist man in so einer Situation echt aufgeschmissen.
    Die Jonny bockt in den Wellen. Eine Welle trifft mich mit voller Breitseite im Cockpit. Das ist mir das letzte Mal in der Karibik passiert. Die Jungs melden sich über Funk – ich manövriere die Jonny zurück an die Stelle, an der wir den Anker fallen lassen mussten. Mit einem Seil wollen wir die Kette zurück an Bord holen. Die beiden Jungs sind noch im Wasser. Jonas klettert zurück zu mir an Bord und versucht die Kette vorne wieder einzuhaken. Iean schwimmt etwas von uns weg – wir halten Blickkontakt. Wie ein Einweiser am Flughafen gibt er mir immer wieder Handzeichen. Mehr nach backbord. Mehr nach steuerbord. Stopp. Gerade aus. Jonas schafft es das Ende der Kette zu bergen. Nach und nach holt er die Kette wieder an Bord. Die Jonny tänzelt wie ein wildes Pferd. Der Bug geht ein, manchmal zwei Meter in die Höhe und klatscht wieder aufs Wasser. Dann wieder ein Schlag. Wieder hängen wir am Felsen. Robi taucht erneut hinab. Frei. Das letzte Stück Kette und der Anker kommen an Deck. Ich bin erleichtert! Wir umarmen uns und bedanken uns bei den beiden Jungs. Iean schwimmt zurück zur Indioko. Robi setzen wir auf der Pepper ab.
    Mittlerweile ist es 16:30 Uhr. Was nun? Die Pepper nimmt Kurs Ost. Wir sprechen über whatsapp mit Booten dort drüben. Ruhiger. Das ist was wir raushören. Also folgen wir der Pepper. Im letzten Sonnenlicht werfen wir den Anker. Sandiger Boden, kaum Felsen. Ich bin erleichtert. Ein Schluck Rum für Neptun und dann fallen wir erschöpft auf die Backskiste. Damit haben wir nicht gerechnet. Noch am Morgen habe ich einen Text darüber geschrieben, wie wichtig es ist, auf das Wetter zu achten. Aber auch ein Wetterbericht kann mal falsch liegen. Das ist nochmal gut gegangen. Der Ankerbeschlag ist nun 20 Grad nach unten geneigt. Die Kettenkralle in den Felsen verloren. Aber uns geht es gut. Das ist die Hauptsache.
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  • Kite Surfen

    20 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ 🌬 24 °C

    *Sand, Wind und Kite*
    Wir sind glücklich mit unserer Entscheidung, Hirifa angelaufen zu haben. Der Ankerplatz liegt im Südosten von Fakarava. Nach und nach wandert der Sturm südlich von uns hindurch. Der Wind dreht von Nordwest auf Südost und nimmt zu. Doch wir liegen gut geschützt hinter Palmen.
    Der Ankerplatz ist wunderschön. Wir ankern in türkisblauen Wasser. Auf dem Motu (der Insel im Atoll) stehen Palmen. Über uns pfeift ein strammer Wind hinweg. Doch das Wasser kräuselt sich nur ein wenig. Der Strand ist sandig und weich. Die Strände hier sind meist korallenbedeckt. Hirifa scheint eine schöne Abwechslung zu sein.
    Jonas entscheidet sich spontan einen Kite Kurs zu machen. Am Morgen höre ich das
    Gluckern eines Außenborders. Im Boot sitzt ein junger, braun gebrannter Typ mit langen blonden Haaren - das Gesicht dick mit Zinkpaste beschmiert. Überrascht schaue ich auf, als wir auf Deutsch begrüßt werden. Kurze Zeit später, klettert Jonas über die Reling und der Kite Kurs kann beginnen:

    *Kitesurfen mitten im Pazifik*

    Ich (Jonas) finde eigentlich jeden Wassersport gut. Wenn wir dann mal wieder bei gutem Wind am Anker liegen blutet mir etwas das Herz, dass ich meine Windsurfausrüstung Zuhause lassen musste, zu groß und sperrig sind die einzelnen Teile.
    Oft sieht man an den Ankerspots jedoch Kitesurfer ihre Bahnen ziehen. Das einzig große ist dabei das Board, das man aber meist gut verstauen kann. Der Kite ist zusammengepackt nur noch ein Rucksack. Also alles im Platzbudget der Jonny.
    Und so finde ich eine Kiteschule im Süden von Fakarava. Zwei Stunden bei guten Windverhältnissen habe ich mir gebucht, um die Basics zu erlernen.
    Und so werde ich morgens um 9 mit dem Trainerboot abgeholt und es geht raus zur Sandbank. Kurz den Kite aufgepumpt und das Trapez angelegt und schon werde ich von dem großen Schirm durchs Wasser gezogen. Vorerst bin ich noch ohne Brett einfach auf meinem Bauch unterwegs. Die meisten Schulen lassen einen am Strand im knietiefen Wasser mit dem Kite üben, mein Lehrer hat aber mit der schwimmenden Lerntechnik viele gute Erfahrungen gemacht. Es fühlt sich verrückt an, auf dem eigenen Bauch ins gleiten zu kommen. Schnell lerne ich den Kite zu steuern und einige Manöver, die für das richtige Kiten wichtig sind.
    Kurz vor Ende meiner zwei Stunden ist mein Lehrer zufrieden und wirft mir das Board zu. Schnell die Füße in die Fußschlaufen und schon stehe ich (zu meinem eigenen Erstaunen) mehrere hundert Meter auf dem Board. Die Wende klappt noch nicht so gut, also das Brett wieder an die Füße geklemmt, den Kite auf die andere Seite geflogen und schon geht es wieder in die entgegengesetzte Richtung.
    Leider winkt mich der Lehrer dann schon zu sich heran und erklärt mir, dass wir jetzt zurück müssen, da er den nächsten Kurs hat.
    Glücklich und mit Nasennebenhöhlen voller Wasser setzt er mich wieder auf der Jonny ab.
    Eines steht fest: Ich werde hoffentlich schon bald, mein eignes Kite-Equipment besitzen - für noch mehr Spaß am Ankerplatz.
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  • Zurück nach Fakarava Nord

    21 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ 🌬 25 °C

    Der Wind weht stark und wir haben richtig Lust zu segeln! Weniger auf die Ankunft, aber die Hoffnung bleibt, dass die Wellen dort oben erträglich sind.
    Wir holen unser neuestes Crewmitglied ab. Und machen eine Punktlandung. 15:30 am Anker. 16:00 Landung des Flugzeug.
    Davor?
    Wunderschönes Segeln bei 20 Knoten Vorwind. Genua ausgebaumt und Schnell erreichen wir 7 Knoten.
    Wir könnten uns daran gewöhnen, bei viel Wind und keiner Welle zu segeln!
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  • Fakarava - Toau

    24 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ 🌬 25 °C

    Toau ist einer schönsten Orte, die wir auf unserer Reise gesehen haben. Und das liegt hauptsächlich an seiner Welt unter Wasser. Im Norden des Atolls findet man einen sogenannten toten Pass. Ein totes Ende. Doch das Leben hier ist nicht etwa tot, sondern blühend. Der Name kommt daher, dass der Pass nicht passierbar ist, sondern von außen kommend wie eine Bucht geformt ist. Die Regierung hat hier Mooring Tonnen gelegt, so dass 8 Yachten hier gleichzeitig Platz finden. Der große Vorteil - wir können hier nachts einlaufen. Wir haben die Einfahrt bereits zweimal passiert und sind zuversichtlich, es ein drittes Mal zu schaffen! Hell leuchtet der Vollmond durch die Nacht. Hoch am Himmel stehend, gibt er uns das Gefühl, im hellen anzukommen. Unsere neue Taschenlampe lässt das letzte bisschen Dunkelheit schwach wirken. Manu steht auf dem Vordeck und leuchtet unser Ziel an. Eine weiße Mooring Tonne strahlt uns an.
    Langsam fahre ich gegen den Wind an. Jonas liegt auf dem Vordeck und fädelt geschickt die Leine ein. Es ist 00:06 Uhr und wir haben festgemacht. Ich stoppe den Motor und atme die frische Nachtluft ein. Ich krabbel aus dem Cockpit und heiße Manu in seinem 2. Atoll willkommen. Dann schnappe ich mir seine Taschenlampe und leuchte der S/Y "Pepper" den Weg. Über Funk leiten wir sie in die Bucht und an ihre Mooring Tonne. Auch bei ihnen klappt das Anlegen schneller als gedacht. Und so können wir zufrieden auf eine Kurz-Etappe zurückschauen. 40 Seemeilen vom Sonnenuntergang bis Mitternacht.
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  • Perlenhandel

    25 juli 2024, Frans-Polynesië ⋅ ☁️ 26 °C

    Manu, Robi und ich fahren an Land. Auf dem gesamten Atoll wohnen lediglich zwei Personen. Ein älteres Ehepaar, das von Perlen, Fischfang und den Booten lebt, die sie hier besuchen kommen. Die Frau sitzt in ihrer Hütte und winkt uns bereits zu, als wir uns dem kleinen selbstgebauten Dinghidock nähern.
    Kaum ist die Leine fest, werden wir bereits von drei kleinen Hunden belagert. Besonders der kleinste erobert natürlich mein Herz im Sturme! Wild tollend begleiten sie uns das kurze Stück und verlieren schon bald wieder das Interesse. Mit Kokosnüssen kann man schließlich auch spielen.
    Ob wir die Perlen sehen können. Natürlich! Natürlich! Ein Bettlaken wird vom Tisch gezogen. Darunter kommen Perlen von jeder Größe und Form zu Tage. Wir beginnen durch die Unmengen an Perlen zu wühlen. Ich bin überfordert. Ich hole erstmal meine Gastgeschenke hervor. Eine kleine Solarlampe, Hautcreme, ein Kochlöffel. Strahlend nimmt sie die Sachen entgegen. Ein kleines Plus in den später folgenden Verhandlungen. Ich beschließe Jonas herzuholen. Alleine komme ich im Dinghi schneller voran. Die Jungs bleiben an Land.
    Mit Jonas fällt die Auswahl auch nicht einfacher. Am Ende haben wir 30 Perlen vor uns liegen und wissen nicht, welche wir einpacken sollen. Na gut, dann nehmen wir eben alle! Im Tausch gegen unsere Geschenke, Sonnencreme und Olivenöl und noch einigen Franc. Alle sind zufrieden mit ihrem Handel. Und wir haben bereits im Juli alle Weihnachtsgeschenke beisammen! Perfekt!
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