Deutschland, Belgien, Frankreich einfach mal lostrampen. Das war der Plan am Anfang. Doch nach kanpp einer Woche unterwegs wurde mir die Tramperei zu stressig - Coronabedingt. Nun habe ich aufs Fahrrad gewechselt: Am Rhein, solange ich durchhalte.
  • Day17

    Ziel erreicht

    July 28, 2020 in the Netherlands ⋅ ⛅ 20 °C

    Die letzten drei Tage in Holland waren super. Ich lernte tolle Leute kennen, sah wunderschöne Landschaften und ich erreichte mein Ziel, finally!

    Fahrrad fahren in Holland ist ein komplet neues Erlebnis. Vortritt in Kreisel, Ampeln schalten meistens automatisch auf grün, wenn man hinfährt und es gibt sogar eigene Fahrrad Highways durch die Städte - great!
    Aber die ganzen Goodies werden durch einen mächtigen Faktor kompensiert. Der Wind.
    Und der ist nicht zu unterschätzen😅.

    Da ich bereits auf der Strecke zwischen Duisburg und Nijmegen gegen den Wind kämpfte, wusste ich um seine kräfteraubende Eigenschaft und entschied mich darum die Hollandetappe gemütlich anzugehen. Ich teilte die Strecke von Nijmegen nach Hook van Holland (Ecke von Holland - wo der Rhein in die Nordsee fliesst), in drei Teile auf. Das bedeutete gut 50km pro Tag - also praktisch nichts💁🏼‍♂️

    Aber! wie gesagt, der Wind. Und nicht etwa von hinten, seitlich oder sonst irgendwie schräg. Nein, vom Westen, straight in my face.
    So fühlten sich die 50km am Ende des Tages jeweils locker wie 100 an und neben dem Wind bekam ich auchnoch ziemlich viel Regen ab (endlich, denn so konnte ich meinen Regenüberzug testen, der garnicht mal so schlecht war).
    Vorallem die letzten 30 km von Rotterdam bis an die Küste verlangten nochmals alle Muskelpartien ab. Der Wind war teilweise so stark, das man sogar beim herunterfahren einer Erhöhung in die Pedale tretten musste, da man sonst einfach still gestanden wäre.

    Am Dienstag um ca. 13.00 Uhr war es dann soweit. Ich kam an der Nordsee an. Schon etwa 5km vor der Küste konnte man die salzige Seeluft riechen, der Rhein veränderte seine Farben langsam von grün zu türkies und am Horizont konnte man bereits die riesigen Containerschiffe erkennen. Rotterdam hat immernoch den grössten Hafen Europas, der sich über 20km beidseitig am Rhein entlangzieht.

    Als ich ankam, gabs natürlich zuerst ein Foto. Danach genoss ich das Erfolgsgefühl und das ambiente der Nordsee.
    Während dem ich am Strand sass, spürtte ich wie sich einzelne Muskeln mit leichtem stechen und ziehen bemerkbar machten, die ich vorhin noch nie spürrte. Eine Eigenschaft von mir ist wohl die Sturköpfigkeit (existiert diese Wort überhaupt?!?!), die es mir in den meisten Fällen nicht zulässt aufzugeben, oder Schmerzen zuzugeben. Das ist wohl der Grund warum mir diese leichten Zerrungen oder Überreizungen erst jetzt auffielen. Eine gute Erkenntniss für mich und für evtl. zukünftige, längere Tripps ist also, dass man von Zeit von Zeit einfach mal ein par Tage garnicht radeln sollte, um seinen Körper ein wenig Regeneration zu gönnen.

    Ich muss an dieser Stelle einfach noch ein par Worte zu diesem Land verlieren. Wow, Holland hat echt mehr zu bieten als die Partyszene in Amsterdam, die ich bis jetzt kannte. Vorallem die ländliche Region um Nijmegen hat mir super gefallen. Man fährt auf einem Damm neben dem Rhein (welcher in NL Waal heisst) entlang und sieht kilometerweit, da es bekanntlich keine Berge gibt in Holland. Die Leute grüssen einem fasst immer: "Hi", "gooden dach" oder so ähnlich und man fühlt sich wirklich willkommen (liegt vielleicht auch daran, das ich wie ein Holländer aussehe, die Leute haben mich auch immer auf holländisch angesprochen). Auch ist Holland durch die Kolonialgeschichte eine sehr diverses Land, was mir vorallem in den Städten aufgefallen ist. Gut die Hälfte aller Holländer haben einen Migrationshintergrund, das machte es für mich umso mehr sympatisch. Hinzu kommen all die wunderschönen Häuser, der nordische Backstein Stiel mit den kleine Balkonen und spitzigen Dächer gefällt mir sehr gut und die Architektur in Rotterdam ist umwerfend.
    Es hat hier irgendwie einfach fast alles und ich könnte mir es durchaus vorstellen mal für eine Zeit hier zu leben. Doch wie gesagt: "fast" alles, bedeutet es fehlt etwas. Und diese etwas sind die Berge, welche ich hier definitiv vermissen würde.

    Nun bin ich bereits im Zug und werde, soweit alles gut geht, heute Abend Schötz erreichen. Ungefähr 130.- wird mich die Zugreise mit Fahrrad kosten, was ziemlich preiswert ist, finde ich. Hoffentlich versagt die DB heute mal nicht und ich komme heil am Zeil an.

    Man sieht sich!
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    Traveler

    Die sind ja putzig 😊

    7/31/20Reply
     
  • Day14

    Apfelkuchen in Xanten

    July 25, 2020 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C

    Es ist bereits der siebte Tag in Folge auf dem Sattel, die Knie schmerzen ein wenig, die Wandenmuskeln katern und meine Handballen sind leicht geschwollen. Doch ich fühle mich gut, sehr gut!

    Langsam habe ich mich an den Tagesrythmus gwöhnt: 08.00 Uhr aufstehen, Frühstück essen, 09.00 Uhr losfahren, fahren - Pause - fahren - Pause - fahren, couchsurfen oder campen, 23.00 Uhr todemüde einschlafen und wieder von vorne. Ich komme in die Gelassenheit, "alles wird sich irgendwie ergeben, einfach immer weiter", Kilometer für Kilometer, inzwischen bereits ca. 800.

    Der Trip hat sich jetzt schon gelohnt, so viele tolle Leute die ich kennenlernte. So viele gute Gedanken und Ideen für die Zukunft, Inspirstion und geographisches Wissen, Erkenntnisse über mich selbst und und und.

    Eine dieser bereichernden Erfahrungen durfte ich am Donnerstag in Bonn machen. Ich wurde von Olga zum couchsurfen akzeptiert. Vom Moment als ich bei ihr ankam, bis ich am Freitagmorgen wieder losfuhr, fühlte ich mich wie zuhause. Eine solche Gastfreundschaft, wie ich sie von Olga erlebte, habe ich bis jetzt noch nicht erlebt. Sie kochte, (mit Vorspeise und Dessert) sorgte sich um mich und erklärte mir alles über Bonn. Wir hatten super inspirierende Gespräche, auch mit ihrem Mitbewohner Adam, den ich sogar zu einem Fahrradtrip inspirieren konnte. "Am Samstag werde ich direkt losfahren, mal zwei Tage in die Natur". Das machte mich stolz, ich hoffe das es klappt Adam.
    Am Morgen, wurde ich mit Snacks zugepackt (siehe Foto), ich konnte meine Fahrradkette schmieren und Olga hat mit sogar ein Geschänk gekauft; eine grosse Packung Haribo. HAns RIegel BOnn. Wieder was gelernt 😉
    Olga, an dieser Stelle nochmals ein riesiges Dankeschön!

    Nun sitze ich in Xanten und geniesse ein Stück Apfelkuchen. Die letzten Kilometer fuhr ich nicht mehr direkt am Rhein entlang, da dieser im Ruhrpot eine ziemliche Schlangenform macht.
    Die nächsten Kilometer werden jedoch wieder am Rhein sein. Ich freue mich auf die Grenzüberquerung zu Holland und bin gespannt auf Nijmegen, wo ich heute übernachten werde.

    Was das Wetter angeht, wurde ich von Petrus gesegnet😅🤣. Bis jetzt bekam ich insgesamt kaum einen Tropfen Regen ab. In Karlsruhe ganz wenig und Gester in Köln. Die ersten 5 Tage war es immer über 25° C und ohne Wolken und Wind. Seit Gestern ist es bewölkt aber immernoch um die 20°C. Meine Kleidung eignet sich optimal für das Wetter, muss jedoch zugeben, dass ich auf Regen nicht gut vorbereitet währe. No risk - no fun, aber sicher einen Verbesserungspunkt für zukünftige Radreisen (die wird es geben!).
    Allgemein konnte ich bereits sehr viel Erfahrung mit dem Material sammlen. Gewisse Gegenstände könnte nicht besser sein (Schuhe, Sackmesser, Zange, Powerbank, Funktionshosen), andere erwiese sich als unnötig oder nicht sehr tauglich (erster Schlafsack, zu viel Wäsche) und wieder andere fehlen mir noch ( Pneuflickzeug, Regensachen, Funktionspulli). Aber im Grossen und Ganzen bin ich gut aufgestellt.

    Ich wünsche euch noch einen schönen Tag😄😊
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  • Day11

    Karlsruhe - Mannheim - Oberwesel

    July 22, 2020 in Germany ⋅ ⛅ 16 °C

    Erste Panne, Couchsurfing bei Luis, Abkürzung ins Nirgedwo, Toscana in Deutschland. Es war viel los bei mir die letzten zwei Tage.

    Am Dienstagmorgen stand ich bereits im um 06.00 Uhr auf. Hannah, meine CS Gastgeberin in Karlsruhe musste zur Schule. Ich nützte den Morgen um mir die Stadt ein wenig anzuschauen. Nebst dem prächtigen Schloss gab es jedoch nicht wirklich viel zu sehen.

    Bereits am Abend zuvor hat Luis aus Mannheim meine CS Anfrage angenommen, ich hatte also ein Ziel. Mannheim liegt ca. 60 km nördlich von Karlsruhe. Ich nahm die Strecke recht gemütlich, denn ich wollte meine Beine ein wenig schonen.
    Ich fuhr den ganzen Weg ca. 10km parallel zum Rhein, um mal ein wenig Abwechslung zu bekommen, das hat sich gelohnt, denn so sah ich viele kleine, schöne Dörfchen.

    Doch bereits nach 10km fiel die Daumenschaltung für das hintere Ritzel auseinander. Übermüdungsbruch der Zentralschraube (Foto). Naja, jetzt gings halt nurnoch mit 3 Gängen weiter, hatte ja eh eine gemütliche Strecke geplant. Lieber das Fahrrad als ich dachte ich und lies mir dadurch die Stimmung nicht verderben. Es fuhr ja noch - keep going, war das Motto.

    In Mannheim fuhr ich dann an einem Velohändler vorbei, welche mir eine Universal - Daumenschaltung für 25€ anbot. "Montieren musst de selbst, ig habe kene Zeit, alle nurnoch am Fahrrad fahren wege dem schess Corona".
    Ich überlegte kurz und schaute mir das ganze am Fahrrad an. "Köntte klappen", dachte ich und kaufte die Schaltung ab. "Vielleicht hat ja Luis ein wenig Werkzeug".

    Bei Luis angekommen, fragte ich nach Werkzeug und siehe da, er hat sich kürzlich eine Werkzeugbox gekauft um sein Fahrrad zu reparieren. Ich machte mich also an die Arbeit und hoffte, dass es passt. Und es passte! Irgendwie zwischen Bremshebel und Lenkermitte. Es ist nicht die optimalste Lösung, aber es lässt sich schalten. Ich war erleichtert und stolz.
    Nun war da no h das andere Problem, mit dem kalten Schlafsack😅 Da ich vor dem Nachtessen noch Zeit hatte machte ich mich auf dem Weg zum Sportartikelgeschäft und holte mir einen neuen, wärmeren.

    Luis lud mich anschliessend zum Nachtessen ein und wir kochte zusammen. Bratkartoffel mit Guacamole und Gemüse. Danach schauten wir den Film "le mens" obwohl ich eher schlief als schaute.

    Heute morgen fuhr ich um 09:00 los. Ich dachte mir, das ich die Strecke ein wenig abkürze und daher nicht über Mainz fahre. Ich fuhr also los in Richtung Worms und danach, nicht am Rhein entlang, sondern geradeaus weiter.
    Irgendwie wurde die Gegend immer verlassener und die Strassen immer schlechter, bis ich schliesslich nurnoch auf einer Wiese fuhr, welche neben mir wahrscheindlich nur von Traktoren benützt wird. Aber es lohnte sich, die Gegend war wunderschön und durch die vielen Wheinräben fühlte man sich fast wie in der Toscana.

    Irgendeinmal kammen dann auch wieder Strassen und ein paar Studen später kam ich in Bingen am Rhein an, wo ich noch 20km dem Rhein entlang fuhr bis nach Oberwesel, wo ich jetzt campiere.

    Diese Gegend hier ist wirklich wunderschön. Viele Burgen, Schlösser und Wheinräben. Bis jetzt das schönste Stück am Rhein. Ich wusste garnicht das Deutschland solch schöne Orte zu bieten hat und kann es jedem empfehlen mal hierhin zu pilgern. (Zug bis Mainz, Fahrrad bis Koblenz - Zug zurück) Ihr werded es nicht bereuen😁

    Morgen gehts weiter nach Bonn, dort erwartet mich mein nächster CS Host.
    Kilometermässig denke ich, dass so 90km/ pro Tag bei Flachland und gute Strassen für mich das optimalste ist. Alles darüber ist schon anstrengend.

    Nun gute Nacht 😉
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  • Day9

    Rust - Karlsruhe

    July 20, 2020 in Germany ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Nacht war wärmer als die zuvor und somit komfortabel. Ich stand um 07.00 auf, packte mein Zelt ein und fuhr ca. um 08.00 ab. Zuvor fragte ich auch Couchsurfing noch ein paar Leute aus Karlsruhe an, hab aber nicht mit einem Host gerechnet.

    Um 12.00 war ich in Kehl, während ich mein Früstück/Mittagessen as, warf ich ein Blick auf CS und tatsächlich. Hannah aus Karlsruhe würde mich für eine Nacht hosten.

    Nach kurzer Pause gings weiter Richtung Raststatt, kurzer Rast in Steinmauern, danach nochmals knapp 30 km bis nach Karlsruhe. Am Ende drohte noch ein Gewitter aufzukreuzen, dies verzog sich aber zum Glück nach ein paar kleinen Tropfen. Insgesammt war es ein ziemlicher Kampf. Der dritte Tag in folge 120km.
    Die Handballen schmerzen vom ewigen abstützen am nicht gerade ergonomischem Lenker😅, die Waden krampften und die Kniesehnen waren gereizt.

    Kurz vor Karlsruhe fuhr ich an der Olymmpia Apotheke vorbei. Ich hielt an und erzählte dem Verkäufer meine Wehleiden. Er hat mich super kompetent beraten und ich bezahlte für 30 × Magnesiumbeutel sowie eine Muskelsalbe gerade mal 10€, unglaublich😁

    Um 19.00 Uhr kam ich schliesslich bei Hannah an, sie reiste selbst mit Couchsurfing durch Afrika (mit gerade mal 19 Jahren😳). Ich konnte duschen, danach kochten wir zusammen und plauderten übers Reisen und über die teuren Preise in Zürich (muss für Deutsche noch viel extremer sein als für uns😅🤣)

    Morgen nehme ichs gemütlich, mindestens 60km nach Mannheim. Falls ich dort einen CS-Host finde bleibe ich, ansonsten fahre ich noch ein wenig weiter in die ländliche Gegend und stelle mein Zelt auf.

    Peace!
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    Traveler

    Cool deine Berichte gefallen mir! Wünsch dir weiter viel Strampelpwer und gute Nächte :)

    7/21/20Reply
    Traveler

    Vielen Dank, ist eine gute Gelegenheit für mich um ein bisschen zu reflektieren und irgendwie machts sogsr Spass. Mein Zeitvertrieb wenn ich nicht gerade radle.

    7/23/20Reply
    Traveler

    Geht flott voran 💨 Denk daran, du bist nicht auf der Flucht 😉. Geniesse den Moment - PEACE ☺️

    7/22/20Reply
    Traveler

    Keine Angst Roger, ich geniesse die Reise sehr. Aber du kennst mich doch, ein bisschen Ehrgeiz muss sein😁😆

    7/23/20Reply
     
  • Day8

    Bis zum Europapark

    July 19, 2020 in Germany ⋅ ☁️ 27 °C

    Einen leichten Schlafsack (580g) ist sehr vorteilhaft bei einer Reise wo jedes Kilo spürrbar ist, solange es nicht kalt wird. Gnauer gesagt kälter als 10,4° C, denn das ist die Grenztemperatur meines Schlafsackes. Da es in Möhlin ca. 10° C war in der Nacht, spürrte ich, was es heisst unter der Grenztemperatur zu sein😅. Es war keine angenehme Nacht und ich bin mindestens 10 mal erwacht, da ich kalte Füsse hatte. Am Morgen, als es wärmer wurde, blieb ich dafür noch 2h länger liegen als geplannt und startete um 10 Uhr.
    Diese Nacht sollte wärmer sein, hoffe ich auch! Aber für mich ist klar, dass dieser Schlafsack nicht länger auf meiner Packliste steht, ich werde ihn wahrscheindlich in Karlsruhe ersetzen.

    Fahrtechnisch lief der Tag ganz gut. Die erste Etappenpause machte ich in Basel am Dreiländereck, Haferflocken mit Apfel gabs da zum "Frühstück" (12.00 Uhr). Danach eine kurz Pause in Bad Bellingen, Glace in Neuenburg und Badepause in Breisach, schönes Städchen mit Burg. Anschliessend die letzte Etappe nach Rust. Insgesamt 121km = Ziel erreucht

    Cooles Gefühl wenn man mit dem Velo am Europapark vorbeifährt.
    Ach ja kurz vor Rust, fuhr ich am Kebab König vorbei, 7€ für Dönner mit Bier, da konnte ich nicht wiederstehen.

    Nun bin ich ca. 5 Minuten ausserhalb von Rust, hinter einem Maisfeld. Ziel für Morgen: Karlsruhe..früher aufstehen - mehr Pause - gleichviele Kilometer

    Gute Nacht
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  • Day7

    Neustart mit dem Velo

    July 18, 2020 in Switzerland ⋅ ⛅ 20 °C

    Nach zwei Tagen ausruhen im Hotel Mama ging es Heute wieder los. Diesmal jedoch mit dem Velo und ohne Rucksack. Bis auf ein wenig Werkzeug, um das nötigste am Velo zu flicken, bleibt das Gepäck jeodch so ziemlich das gleiche.

    Ich fuhr um 11.00 Uhr los, der Wigger entlang bis zur Aare, danach der Aare entlang bis zum Rhein. Anschliessend dem Rhein entlang in Richtung Basel. Insgesammt mache ich kaum Pause, fahren im Flachland ist viel entspannter als im Gotthardgebierge😉😅.

    Um ca 19.30 fuhr ich durch Möhlin, wo mir in den Sinn kam, dass eine Kollegin von mir hier wohnt. Ich rufte sie an und sie war zuhause🥳, super!

    Wir tranken ein Glas Wasser und sie gab mir eine Magnesium Tablette, "kann nicht schaden" dachte ich und warf sie ins Glas.

    Danach erzählte ich mein Vorhaben und das ich einen guten Platz zum campen suche. "Es gibt da so eine Ruine am Rhein im Wald", sagte sie. "Ich zeige sie dir wenn du willst".
    Kurzum fuhren wir zur Ruine, ein perfekter Ort für mein Camp.

    Die heutigen 120km spürre ich zwar in den Beinen, aber habe keine Schmerzen. Morgen gehts nach Deutschland über Basel. Das Ziel, wieder 120km am Rhein entlang. Wenns gut leuft, bin ich also morgen um diese Zeit im Europapark😁

    Gute Nacht!
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    Traveler

    120 km Chapeau ! Möhlin, quasi mein 2. Hometown 😄 Bin ach in 🇩🇪 Tübingen, aber mit dem 🚘 🤣 Gutes Gelingen im 2. Versuch ☺️

    7/18/20Reply

    Hallo Roger, habe den Namen Lützelschwab hier ein parmal gesehen. Hier aufgewachsen? Cool, kannst mich ja verfolgen 😆 [Julian Wiederkehr]

    7/19/20Reply
     
  • Day4

    Planänderung

    July 15, 2020 in the Netherlands ⋅ ☁️ 20 °C

    Ich bin in Holland angekommen, in Utrecht.
    Eine sehr schöne Stadt, sagt der erste Eindruck.

    Habe mir heute viele Gedanken gemacht und mich entschieden, diese Art des reisens zu beenden. Das schlechte gewissen, dass ich eventuell den Virus einfangen könnte und während dem Autostöpeln in ganz Europa verstreuen könnte plagte mich und wurde immer mächtiger.

    Der neue Plan: nach Hause, Velo satteln und dann ein par Tage mit dem Velo weiter. Mit Campingausrüstung natürlich!

    Ich buchte einen Flixbus von Utrecht bis nach Luzern. Morgen um Mittagszeit werde ich zu Hause sein.

    Das Abendteuer ist aber nicht zu Ende!😊
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    Traveler

    Hoi Julian Ein weiser Entscheid 👍

    7/17/20Reply
     
  • Day4

    1. Ziel erreicht

    July 15, 2020 in Germany ⋅ ☀️ 17 °C

    Na endlich, erstes Ziel erreicht!
    Am Dienstag 14. Juli kam ich um ca. 10.00 Uhr bei der Familie Ali in Vreden an. Die Familie kenne ich aus dem Flüchtlingscamp in Serbien und sie leben nun schon seit bald 3 Jahren hier im 20'000 Seelen Städtchen Vreden.

    Ich wurde herzlich empfangen und gleich zum arabischen Früstück eingeladen. (Fladenbrot, Oliven, Humus, Käse, und andere Dinge die ich nicht mehr weiss, wie sie hiessen).
    Nach einer kurzen Dusche konnte ich mich dansch auf das Gästebett liegen und schlief erstmal 2 Stunden.

    Am Nachmittag spielten wir UNO und andere Spiele und schauten anschliessend zusammen Netflix, obwohl es eher so als Hintergrundgeräusch lief, währenddem wir über Gott und die Welt plauderten.

    Um 18.00 gab es Nachtessen, anschliessend schauten wir zusammen einen Film. Danach gingen wir schlafen.

    Heute morgen, nach dem Früstück verabschiedete ich mich bereits wieder von der Familie. Ich kaufte noch kurz ein par Esswaren (Toastbrot & 4 Äpfel für 3€ ) ein.

    Nun sitze ich in Vreden auf einer Parkbank und überlege mir, was mein nächstes Ziel sein könnte. Ich denke, dass ich richtung Holland gehen werde, habe aber ehrlich gesagt wirklich keinen Plan. Vielleicht auch gut so. Auf jeden Fall werde ich die nächsten Tage ein bisschen gemächlicher angehen und geniessen was kommt.

    Cheers
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  • Day2

    Lüttich - Köln - Oberhausen

    July 13, 2020 in Germany ⋅ ☀️ 20 °C

    Der Tag fing so an, wie ein richtiger Montag anzufangen hat: besch** !...Beim aufschneiden der Hafernflockenpackung direkt in den Mittelfinger geschnitten. Fazit: First Aid Kit ist nicht überflüssig & Sackmässer eignet sich auch für Körperverletzung.

    Nach dem Essen und Zelt aufräumen, stand ich ca. Um 8 Uhr bereit an der Autobahneinfahrt und wartete auf meinen nächsten Fahrer. Es ging nicht lange, bis mich jemand mitnahm. Der Fahrer lies mich an der Autobahnausfahrt, welche er nahm heraus, ich wechselte auf die Einfahrtspur und das Spiel begann von vorne. Warten - Stopen - Fahren - Ausfahrt - Einfahrt. Bis ich um ca. 12.00 in Köln ankam.

    In Köln waren die Leute jedoch irgendwie alle sehr im Stress und niemand hat für mich angehalten. Ich versuchte diverse Spots doch keiner war so richtig für das Trampen geeignet.
    Ganze 4h musste ich warten (in der Sonne mit ausgestrecktem Arm) bis mich jemand mitnahm...es war zwar nicht meine favorisierte Richtung, aber weg von Köln.

    Danach lief es eigentlich wieder ziemlich gut im bekannten Rythmus: Warten - Stopen - Fahren - Ausfahrt - Einfahrt.
    Doch die lange Wartezeit in Köln zehrten an meiner Energie und dies bekamm ich nun zu spüren. 10 Minuten warten fühlten sich wie eine Stunde an.

    Ich dachte daran einfach einen Roller oder ein Auto zu mieten und damit nach Vreden zu fahren, hab sogar schon bei einem Geschäft angerufen. Doch meistens dann, wenn man nicht mehr damit rechnet, hält ein Auto und bringt einem wieder ein Stücklein weiter.

    So ging es noch bis nach Oberhausen, wo ich jetzt mein Camp aufgeschlagen habe. Habe die Strecke durchs Ruhrgebiet wohl ein wenig unterschätzt. Ich hoffe, dass ich morgen bis zum Mittag in Vreden sein werde, das wäre schön.

    Ausgegeben habe ich bis jetzt 3€ für 0.5 Liter Bier. Essen ist immernoch vom Startproviant.

    Good night!
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  • Day1

    Nach Belgien mit Alberto

    July 12, 2020 in France ⋅ ☀️ 23 °C

    Nun war es soweit, ich stand an einer Ausweichstelle, kurz vor der Autobahneinfahrt Rotenburg mit einem Blatt Papier auf welches ich mit einem Edingstift "Basel" gekrizelt habe.

    Voll motiviert stand ich da und als nach 30 Minuten immernoch niemand anhielt, wechselte ich den Standort. Direkt vor die Einfahrt Bern/Basel. Und promt, nach ca. 20 Sekunden haltete ein weissen Fiat mit italienischen Nummernschild. "Have to go to Liegi, but you can ride untill Basel". Ich überlegte kurz..."Liegi..meint er wohl Lüttich? Das wäre dann aber ein Volltreffer, denn Lüttich ist schon verdammt nah am meinem ersten Ziel,Vreden DE, entfernt."

    Stellte sich heraus, es war ein Volltreffer. Von 14.30 bis 21.30 fuhr ich also mit Alberto nach Lüttich, Liège oder eben Liegi.

    Alberto, ein Kargoflugzeug-Pilot aus Turin, welcher sein Job in Italien aufgrund von Corona verloren hat und nun in Belgien eine neue Stelle als Pilot antritt. Ein Vollblutitaliener, mit Humor, spannenden Geschichten und vielen Telefonanrufen ( Casa Mama, Picalo, Roby).

    Nun ja, ein Volltreffer eben.

    Die Autofahrt lieft ohne Probleme, nur einmal verfahren. Nachtessen hatten beide Snacks dabei und wir asen an einer Tankstelle...der Fleischkässe (siehe Foto) gibts übrigens auch in der italienischen Armee😁

    20 km vor Lüttich, ziemlich ländliche Region hier, bat ich Alberto mich heraus zu lassen. Er fuhr mich zu einem geeignetem Ort für mein Camp und wir tauschten noch Nummern und Facebook. "If you are in Italy, call me! I have big garden for tent".
    Danke Alberto, werde ich machen.

    Nun liege ich in meinem Zelt, eingekuschelt im Schlafsack und schreibe diesen Text. Ein wenig mulmig ist mir schon um erlich zu sein, muss mich wohl noch dran gewöhnen. Ob ich jeden Tag soviel schreibe weiss ich nicht. Eher nicht wahrscheindlich oder vielleicht doch, so lautet die Devise.

    Nun gute Nacht, morgen gehts nach Vreden!
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