September 2019
  • Day15

    Wunder der Natur!

    September 26 in Germany ⋅ ⛅ 16 °C

    Wir sind gegen 11:30 Uhr mit einstündiger Verspätung sicher in Hamburg gelandet. Zeit, die letzten 14 Tage Revue passieren zu lassen:

    Vor exakt 2 Wochen haben wir erstmalig isländischen Boden betreten. Dass wir wirklich jeden Tag Dinge erleben würden, die so unglaublich sind, hätten wir trotz ausgiebiger Reiseplanung nicht gedacht. Naturwunder live zu sehen lässt sich nunmal auch nicht planen oder beschreiben.

    Am ersten Tag waren dies die Wanderung zwischen zwei Kontinentalplatten im Thingvellir-Nationalpark, der große Geysir und der kochende Untergrund rundherum sowie zahlreiche Wasserfälle mit dem wunderschönen Gullfoss als Highlight.

    Neben abermals zahlreichen Wasserfällen durften wir am zweiten Tag erstmals eine Gletscherzunge bestaunen, Eisberge im Meer treiben sehen und die gespänstische Stimmung am schwarzen Strand fühlen.

    Es folgten zwei Tage mit beeindruckender Natur auf unserer Fahrstrecke, die in Island übrigens ca. 1500 km betrug - prachtvolle Schluchten, Wasserfälle, Wasserfälle, Wasserfälle und stets von Schlaglöchern durchsetzte Straßen. Unser Kia hat es überlebt, auch wenn es nicht immer danach aussah - vielleicht auch unserer zügigen Fahrweise geschuldet ;-) Dafür waren wir in der abgelegensten Region Europas, dem Hochland Islands. Ein Außenstehender könnte es für den Mond halten, so unwirklich sah es aus. Schwarze Steine weit und breit und keinerlei Zivilisation. Faszinierend!

    An Tag 5 brachen wir auf zu unserer ersten kleinen Walexpedition. Wir hatten Glück: bestes Wetter und das erste Mal Wale live gesehen - Wahnsinn! Anschließend die nächste Premiere mit unserem zweistündigen Ritt auf Isländern. Tolle Tiere und eine mindestens genauso tolle Erfahrung! Am Abend des selben Tages war es dann so weit: Unsere erste Nordlichter-Sichtung. Und als wäre das nicht schon Glück genug, erschienen diese während unseres Thermalbadbesuchs über uns am Himmel. Ein Tag, den wir alle wohl niemals vergessen werden!

    Konnte es mit solch spektakulären Erfahrungen genauso weitergehen? Es konnte. Es ging weiter zum thermisch aktivsten Gebiet Europas, der Region um Myvatn. Der Boden kochte, dampfte, pfiff und überall Schwefel- (faule Eier-) Geruch in der Luft. Erinnerte ja schon an unsere abendliche Dusche, die sich geruchstechnisch nicht wirklich von Myvatn unterschied. Dafür hat Island das beste kalte Leitungswasser der Welt, geschmolzen vom größten Gletscher Europas (11% der Landfläche Islands) und gefiltert durch das Vulkangestein, welches Island einst erschuf.

    2 Tage später, nachdem wir einen Tag im Norden verbracht und unter anderem die Heimat der isländischen Robben besucht haben, ging es zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise - nach Reykjavík. Wir nahmen abermals den direkten Weg durchs Hochland und querten hüfthohe Wasserlöcher. Die Antriebstechnik überlebte, trotzdem sollte die Fahrt nach etwa 2 Stunden aufregend werden. Unser Reifen hatte scheinbar ein Loch, wir waren mitten im Nichts und hatten noch ca. 100 km Hochlandpiste vor uns. So steigerten wir die Geschwindigkeit, um zumindest mit etwas Restluft (am Ende waren es 1,4 statt 2,7 Bar) anzukommen und hämmerten ohne Rücksicht auf die Stoßdämpfer über die Schlaglöcher und durchs Wasser. Wir kamen tatsächlich an und ein großer Stein fiel uns vom Herzen!

    Am nächsten Tag erkundeten wir Reykjavík, wo etwa 60% aller Einwohner des drittdünnbesieldesten Landes der Welt leben - eine kleine, aber durchaus sehenswerte Stadt. Da wir 8 Tage lang die Straßen und Unterkünfte mehr oder weniger für uns alleine hatten, kam es uns trotz der nur knapp 200.000 Einwohner vor wie eine Weltmetropole.

    Scheinbar reichte uns der eine Tag in städtischer Umgebung, denn am nächsten Morgen brachen wir Richtung Schottland auf, um uns die dortige Natur zu Gemüte zu führen. Schottland hat sich mehr oder weniger zufällig in unseren Reiseplan eingeschlichen, da der direkte Rückflug aus Island aufgrund der Germania- und WowAir-Pleite sehr teuer gewesen wäre. Im Nachhinein können wir sagen: zum Glück!

    Die ersten 2,5 Tage gehörten wieder ganz der Natur, die in Schottland im Vergleich zu Island anders, aber wirklich wunderschön ist! Der viele Regen sorgt für einen tiefgrünen Moos- und Grasschleier, der wirklich beeindruckend anzuschauen ist. Wir fuhren das erste Mal in unserem Leben falsch herum - vorbei am größten See Großbritanniens, zahlreichen alten Burgen und am Loch Ness.

    Auf dem Weg zurück nach Edinburgh, wo wir 2 Tage zuvor gelandet waren, besichtigten wir Dalwhinnies und sahen erstmals, wie aus Gerste Whiskey wird. Schon interessant! Leider blieben uns nur eineinhalb Tage, um das prachtvolle Edinburgh zu erkunden. Mithilfe zweier guided Touren können wir jetzt zwar mitreden, sind uns aber sicher, dass wir nochmal herkommen. Hier steckt so viel Geschichte drin, unglaublich!

    Wir sind noch immer so geflasht und müssen die nächsten Tage nutzen, diese ganzen Erlebnisse zu verarbeiten. Wir sind sicher, dass wir Wochen, wenn nicht sogar Monate davon zehren können. Danke an alle, die uns auf unserer Abenteuerreise verfolgt haben. Wir können euch nur ganz nah ans Herz legen, dieses Wunder der Natur ebenfalls zu besuchen. Ihr werdet es mit Sicherheit nicht bereuen!

    Die nächste Reise kommt bestimmt, dann hört ihr wieder von uns :-)
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day14

    Edinburgh als letzten Zug

    September 25 in the United Kingdom ⋅ ⛅ 14 °C

    Unser letzter Tag in Edinburgh startete gegen 12 Uhr mit einer Führung. Die Stadt ist wirklich interessant aufgebaut und tatsächlich für eine Großstadt eher unüblich. Die verwinkelten Straßen und die dazugehörigen kleinen Gassen versprühen ihren ganz eigenen Charme. 

    Aber dazu morgen nochmal mehr, da wir früh zum Flughafen aufbrechen. 

    Während des Tages haben wir uns weiterhin versucht auf die Spuren J. K. Rowlings und ihrer Zeit in Edinburgh zu begeben. Unter anderem haben wir Tom Riddles Grab besucht und versucht die Inspirationen dieser Autorin, welche uns geprägt und begleitet hat, nachzuvollziehen. 
    Hierbei konnte man klar den Stil erkennen, an den sie sich angelehnt hat. 

    Abends haben wir noch eine geführte "Gewölbetour" unternommen, die ein wenig von Edinburghs dunkler Seite erzählte. Dazu sind wir unter die Straßen der Altstadt in unterirdische Kellergewölbe vorgedrungen. Aber auch darauf wollen wir in unserem Resümee nochmal eingehen. 

    Abschließend kann man trotzdem sagen, dass wir gerne mehr von dieser interessanten Stadt gesehen hätten. Aber ist ja nicht schlimm, dann kommen wir halt einfach nochmal wieder :-). 
    Edinburgh hat definitiv noch einiges zu erzählen. 

    Morgen geht's also nach Hause und mal wieder stehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge da. 
    Aber keine Angst, die nächsten Reisepläne werden bereits geschmiedet!
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  • Day13

    Schottland – Das Land des Whiskeys

    September 24 in the United Kingdom ⋅ ☁️ 14 °C

    Unsere Reise neigt sich dem Ende und wir lassen es derzeit etwas ruhiger angehen. Morgens wird ausgiebig zusammen gefrühstückt und da wir nicht mehr so viel auf dem Tagesplan haben, wird sich ggf. auch nochmal etwas Zeit genommen.

    Auf unserem Weg zurück nach Edinburgh, haben wir noch bei einer Whiskey-Destilery Halt gemacht und uns einer Verkostung unterzogen. Die Führung durch die Brennerei war wirklich sehr informativ, auch wenn wir uns erstmal ein wenig an den doch speziellen Akzent gewöhnen mussten. Da wir auch alle große Whiskey-Kenner sind, konnten wir bei der Verkostung natürlich den 15-Jährigen vom 5-Jährigen unterscheiden ;-).

    Nach einem weiteren kurzen Stop in einem Naturschutzgebiet auf dem Weg, waren wir auch bereits auf der Zielgeraden.
    Mitten im Herzen Edinburghs befindet sich unsere Unterkunft, im obersten Stock eines renovierten Altbaus. Mit einer kleinen Dachterrasse ausgestattet, haben wir nochmal ins Schwarze getroffen. Hier lässt es sich die letzten beiden Tage mehr als aushalten.

    Das Gepäck und die Mädels wurden erstmal nur ausgeladen, wir mussten nämlich den Wagen noch am Flughafen abgeben. Wider Erwarten waren die Mitarbeiter vor Ort sehr freundlich und zuvorkommend, eine Reklamation beim Online-Vermittler wurde trotzdem bereits eingereicht.

    Edinburgh bietet an Lokalen und Pubs wirklich so einiges und so waren wir bis eben noch ein wenig unterwegs. Das Essen und Bier lassen gerade definitiv Grüßen!

    Morgen werden wir die Stadt noch ein wenig erkunden, haben uns aber bisher nichts Festes vorgenommen. Mal schauen was der Tag so bringt, bevor wir am Donnerstagmorgen nach Hause fliegen :-)
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  • Day12

    Das etwas andere Hochland

    September 23 in the United Kingdom ⋅ ⛅ 15 °C

    Touris erkennt man überall auf der Welt.
    Egal ob übermäßig viele Leute mit Kamera rumlaufen oder gar ganze Reisegruppen die Sehenswürdigkeiten belagern.
    In Schottland erkennt man sie jedenfalls am Fahrstil.

    Eigentlich will ich uns da nicht rausnehmen, da schon so manches Mal der Grünstreifen oder sogar ein Bordstein auf der linken Seite mitgenommen wurde.
    Wenn allerdings vor einem jemand dauerhaft zu weit links fährt oder sogar falsch abbiegt, würde ich schon sagen, dass es noch auffälligere als uns gibt.
    Das alles mag sich jetzt extrem anhören, eigentlich ist es aber mittlerweile Gewöhnungssache.

    Die Straßen im Hochland sind jedenfalls voll von Touristen.
    Ganz anders als in Island fährt man hier mal wieder in der Kolonne und ist nicht der einzige an einem Aussichtpunkt. Ob das gefällt, sei dahingestellt.

    Unser Weg führte uns heute durch das Naturschutzgebiet „Glen Coe“. Zwischen den hohen Gebirgen Schottlands führt ein Tal, welches eine Vielzahl an Wanderwegen, Wasserfällen und natürlichen Gegebenheiten liefert, hindurch. Wir haben hier heute einen kleinen Trail laufen wollen, allerdings sind wir scheinbar nicht die versiertesten Navigatoren, was Wanderwege angeht.
    Jedenfalls haben wir uns ein wenig verlaufen und mussten dann den Hinweg zurückgehen, weil wir den Rundweg sonst zeitlich nicht geschafft hätten.
    Naja, auch dieser kleine „Umweg“ hat uns zumindest schöne Aussichten beschert.

    Weiter ging es für uns durch das Hochland, an mehreren Seen vorbei, Richtung unserer heutigen Unterkunft in der einzigen Stadt des Hochlands: Inverness.
    Auf dem Weg konnten wir oft anhalten, um die wirklich schöne Landschaft zu begutachten.
    Außerdem mussten wir ja am Loch Ness anhalten, um Nessi einen Besuch abzustatten, obwohl wir von unfreundlichen Gestalten auch schon genug hatten.

    Apropos:
    Am Flughafen hat uns der Vermieter (der namentlich nicht genannt… Enterprise) doch tatsächlich für den gleichen Preis „downgegradet“. Eigentlich sollten wir einen SUV bekommen, diese sind aber laut der Tante von der Firma, dessen Name nicht genannt werden darf, erst ab einem Alter von 30 Jahren anzumieten.
    Komisch, dass das online scheinbar trotzdem ging.
    Da nach langen Verhandlungen aber keine Lösung erzielt werden konnte, haben wir uns dann mit einem etwas kleineren Fahrzeug zufriedengegeben. Wir wollten einfach los und ehrlich gesagt hatten wir einen wirklichen Schnapper gemacht. Dass man für das Geld überhaupt etwas Fahrbares mit Vollkasko und ohne Selbstbeteiligung bekommt, hatte uns eh gewundert.
    Mit unserem Vauxhall Insignia Coupé haben wir nach diesem Drama am Flughafen nun allerdings keine Scheu mehr. Geschont wird der Wagen hier in den Bergen definitiv nicht :-D.

    Zum Abendbrot sind wir heute mal Essen gegangen, die Preise sind, im Vergleich zu Island, wirklich mal wieder vertretbar.

    Morgen „gucken“ wir uns eine Whiskey-Destillerie an und „fahren“ dann weiter nach Edinburgh, wo wir unsere letzte Destination für unsere Reise antreten.
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  • Day11

    Neues Land, neue Sitten.

    September 22 in the United Kingdom ⋅ 🌧 13 °C

    Umstellung ist angesagt:
    Wieder eine andere Währung, andere Zeitverschiebung, kein metrisches System, Linksverkehr, Uhrzeit in a.m.; p.m und der gesprochene englische Akzent ist wirklich sehr schwer zu verstehen. 
    Seit 05:00 Uhr sind wir nun auf den Beinen und sind dementsprechend kaputt, deswegen halte ich den Post heute ein wenig kürzer.

    Das gewöhnungsbedürftigste ist tatsächlich der Linksverkehr. Das Auto ist recht schwer einzuschätzen, wenn man auf der "falschen" Seite sitzt bzw. fährt. Das legte sich allerdings mit den ersten 30 Minuten Autofahrt. Ganz warm sind wir damit noch nicht geworden, das wird aber.

    Wir haben unser Airbnb heute am See "Loch Lomond", welcher wirklich sehr schön ist. In der Abenddämmerung konnten wir noch einen kleinen Spaziergang durch den anliegenden Park unternehmen, bei dem wir ein wenig runterkommen konnten. 

    Morgen geht es für uns weiter in den Norden Schottlands, worauf wir bereits sehr gespannt sind. Es werden uns wieder einige schöne Naturspektakel erwarten :-). 
    Den Abend haben wir mit einem Besuch im naheliegenden Pub beendet, bereiten jetzt alles für morgen vor und hauen uns dann bald hin.

    Ihr hört also morgen Abend wieder von uns!
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  • Day10

    Island check - Schottland follows

    September 21 in Iceland ⋅ ⛅ 12 °C

    Mithilfe einer geführten Tour durch Reykjavík wollten wir heute ein wenig mehr über die Geschichte der Stadt und des Landes allgemein erfahren.
    Obwohl diese nicht weit zurückreicht, war es doch sehr interessant. Es hat sich herausgestellt, dass Island sich schon immer so ziemlich aus allem rausgehalten hat, was man übrigens auch merkt.
    Kriege gab es nicht, eine Armee ist auch nicht vorhanden und es gilt als das friedlichste Land der Welt. Es gibt hier auch keine Sicherheitsbestimmungen vor Parlamentsgebäuden oder Ähnliches. Laut unserem Tourguide könnte man also mir nichts, dir nichts zur Staatsoberhäuptin ins Büro stiefeln und mit ihr ein nettes Pläuschen abhalten.
    Das soll übrigens gar nicht so unüblich sein.
    Weiterhin ist es eines der homotolerantesten Länder der Welt und ist führend was die Gleichberechtigung angeht. 60% der Menschen wohnen in und um Reykjavík und es ist damit das dritt-dünnbesiedelste Land der Welt. Diese und ein paar weitere Fakten ließen uns wirklich staunen.

    Auch über die nördlichste Hauptstadt der Welt konnten wir heute ein paar Fakten sammeln. Mit den 123.000 Einwohnern erinnert es stark an eine Kleinstadt in Deutschland.
    So richtig viel Historisches gibt es hier auch nicht zu sehen, der wirklich sehr lustige und sympathische Tourguide hat die zweistündige Tour dafür aber sehr gut verpackt.
    Anmerken muss man übrigens, dass große Mode- oder auch Fastfood-Ketten hier nicht Fuß fassen konnten. So sieht man kein McDonalds, Starbucks oder ähnliches. Dafür gibt es ganz viele kleine Läden, die wirklich gut besucht waren. Klamotten kauft man bei der „hauseigenen“ Marke wie z.B „IceWear“, „66° North“ oder auch „Geysir“.
    Es haben schon viele große Namen versucht in Reykjavik unterzukommen, aber alle haben nach wenigen Jahren wieder schließen müssen, weil die Einheimischen eine Art Boykott gegen diese Art von Unternehmen an den Tag legen.

    Anschließend sind wir noch ein wenig durch die Stadt geschlendert und haben typisch Isländisch eine Suppe zu uns genommen.

    Damit geht das Abenteuer Island nun zu Ende. Wir hatten eine wirklich schöne Zeit in einem der außergewöhnlichsten Ländern dieser Welt, freuen uns jetzt aber auch schon auf Schottland. Bereits um 12:30 Uhr landen wir in Edinburgh, schnappen uns unseren Mietwagen und fahren drauf los.
    Morgen Abend schreiben wir also wieder aus einem anderen Land. :-)
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  • Day9

    On the Road again.

    September 20 in Iceland ⋅ 🌧 7 °C

    Wie versprochen heute der Nachtrag zum gestrigen Tag.

    Wir haben gestern die Highland-Road (F35) aus dem Norden Islands nach Reykjavik genommen. Durch die starken Regenfälle der letzten Tage, waren der Norden und Westen besonders stark von Erdrutschen und Überflutungen betroffen. Teilweise waren ganze Straßen durch Erdlawinen nicht passierbar.
    Mit einem etwas mulmigen Gefühl sind wir zu einer der beiden Straßen, die quer durch Island durch das Hochland führen, gestartet. Das Wetter hatte der Landschaft zugesetzt und wir haben bereits erwartet, dass uns einige Hürden erwarten werden.
    Einige Tage zuvor war dieses Gebiet komplett verschneit und für Fahrzeuge wie unseres nicht passierbar. Eigentlich sollten dort auch überall Ranger unterwegs sein, diese haben aber, wie wir erfahren mussten, ab dem gestrigen Tag ihre Arbeit niedergelegt, da die Hochland-Straßen ab Ende September gesperrt sind. Warum die Ranger 2 Wochen eher in den Urlaub gehen als die Straßen konnten wir allerdings nicht erfahren…

    Unsere reine Fahrtzeit betrug rund fünf Stunden.
    Bereits auf den ersten Kilometern auf der F35 mussten wir einige „Pfützen“ durchqueren, die in Deutschland schon als Teiche oder reißende Flüsse betitelt werden könnten.
    Unerfahren wie wir sind, haben wir uns das logischste vorgestellt und sind mit ordentlich Geschwindigkeit in diese Wasserlachen gefahren. Nachdem die Wassermassen über unsere Motorhaube auf die Frontscheibe schlugen, haben wir lieber nochmal gegoogelt.
    Also Schrittgeschwindigkeit und so wenig Gas wie möglich (ansonsten zieht der Motor Wasser). Fast richtig also.

    An unserem Stop (Hveravellir – Fire and Ice) hat Island nochmal alles aufgezeigt, was es zu bieten hat. Zwischen Gletschern gelegen, findet man hier Geysire, heiße Quellen und die altbekannte Mondlandschaft. Alles im Regen versteht sich.

    Die Straße war wirklich schlecht und so fanden wir uns bei Wiederaufbruch mit kaputtem Reifen wieder. Unser Reifen hinten rechts verlor langsam aber sicher an Luft.
    Gemerkt haben wir das, weil unser Gefährt folgende Aussage dick und fett im Display anzeigte:
    „Tire pressure low“.
    Eine Lösung für das Problem hatte er allerdings auch nicht.

    89 Kilometer Highland-Straße hatten wir noch vor uns. Mit durchschnittlich 20 km/h kann man sich schnell ausrechen, dass das relativ knapp werden könnte mit einem kaputten Reifen. Ob KIA an einen Ersatzreifen gedacht hat, war uns auch noch nicht ganz klar.
    Da der Reifendruck relativ langsam fiel, dachten wir uns einfach, dass wir besser schnell ankommen sollten. Nach den 89 Kilometern Schotterpiste lagen allerdings noch ca. 130 Kilometer normale Straße vor uns.
    Also holten wir alles aus dem Auto raus, legten einen Zahn zu und machten ca. alle 30 Minuten einen Fahrerwechsel. Das schnelle Fahren bei diesen Gegebenheiten verlangte alles ab.
    Unseren übrigen Plan, an bestimmten Stellen anzuhalten, haben wir über den Haufen geworfen und sind durchgefahren. Trotzdem konnten wir während der Fahrt die Landschaft im Hochland genießen.

    Im Rausch des Adrenalins, steuerten wir die nächste Tankstelle nach der Buckelpiste an, merkten aber dann, dass wir eigentlich keine Beeinträchtigung des Fahrgefühls feststellen konnten und entschieden uns den Reifen nicht an der Tankstelle aufzupusten, sondern durchzufahren.

    Mit 1,4 bar auf dem kaputten und 2,7 bar auf den übrigen Reifen, sind wir doch noch heile angekommen.
    Allerdings war das ein Trip für die Nerven! Der Reifen hätte jederzeit aufreißen/platzen können.
    Leider sind genau diese Reifenschäden nicht in den Versicherungen der Vermieter enthalten, also haben wir schon damit gerechnet, diesen bezahlen zu müssen.
    Bei der Abgabe des Autos haben wir das Problem geschildert und bei der Geschichte ggf. hier und da was ausgelassen und/oder hinzugefügt.
    Ende vom Lied:
    Wir musste nichts bezahlen.

    Heute schauen wir uns Reykjavik ein wenig an, bevor es dann morgen weiter nach Edinburgh geht. Wir hatten eine wirklich atemberaubende Zeit in Island und dieses Land kann man wirklich jedem ans Herz legen!
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  • Day9

    Der Kreis hat sich geschlossen.

    September 20 in Iceland ⋅ 🌧 11 °C

    Meldung aus Rykjavik:
    Wir sind gut in unserer Unterkunft angekommen und haben damit unser letztes Ziel erreicht!
    Auch wenn es manchmal nicht danach aussah...
    Wir hatten heute mit ein paar Problemen zu kämpfen, diese werden wir aber morgen in einem weiteren Post erläutern.
    Gesättigt müssen wir uns nun erstmal vom heutigen Tag erholen.

    Morgen also Näheres!
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  • Day8

    Islands wilder Norden

    September 19 in Iceland ⋅ 🌧 8 °C

    Heute sind wir entspannt in den Tag gestartet. Unsere Unterkunft ist wirklich erste Sahne und wir konnten uns die Nacht gut ausruhen.
    Nach dem Frühstück sind wir zu unserer heutigen Tagestour aufgebrochen.
    Da es seit zwei Tagen dauerhaft regnet, haben wir uns entsprechend eingepackt.
    Auf unserer kleinen Route die Road 711 an der Nordküste entlang, haben wir uns vorweg ein paar Stops rausgesucht. Bekannt ist dieser Teil Islands vor allem für Seehunde und für die verschiedenen Vogelarten. Da wir nicht so die Vogelkenner sind, haben wir den Tag genutzt um die Landschaft an der Küste, sowie ein paar Seehunde zu sehen.
    Leider war dem Wetter entsprechend die Sicht heute nicht die Beste, weswegen wir bei unserem ersten Halt auf erhöhter Position nicht die vielversprechende Aussicht genießen konnten. Man kann aber auch nicht alles haben, davon lassen wir uns nicht entmutigen. Dass das Wetter hier ein wenig seltsam sein kann, wussten wir bereits vor der Anreise.

    An der Küste entlang konnte man hier und da mal stoppen um noch ein paar Interessante Orte abzulichten (sofern es das Wetter zuließ). Ein paar Seehunde haben wir auch noch zu Gesicht bekommen. Wie es schien gefiel allerdings auch denen das Wetter nicht sonderlich, denn außerhalb des Wassers konnte man keine erblicken. Mit vorsichtig aus dem Wasser gestreckten Kopf, ließen sie sich in der Bucht treiben.

    Da wir gestern nicht mehr zum Einkaufen gekommen sind, haben wir das heute auch erledigt, morgen steht nämlich wieder eine größere Etappe durch die Highlands nach Reykjavik auf dem Plan.
    Spannend wird nur noch ob die Straße, welche durch die Berge führt, überhaupt zu befahren ist, aber das müssen wir dann morgen früh nochmal prüfen. In den letzten Tagen haben wir immer mal wieder gehört/gelesen, dass diese relativ verschneit ist.

    Ihr werdet also morgen aus Reykjavik wieder von uns hören und dann neigt sich das Abenteuer Island auch schon dem Ende zu.
    Zum Glück geht es aber für uns noch nicht nach Hause – Schottland steht ja auch noch auf dem Plan.

    Bis morgen also!
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  • Day7

    Regen, Ein Grad - Eiersalat

    September 18 in Iceland ⋅ 🌧 5 °C

    Bereits in unserer Unterkunft in Húsavík ist uns aufgefallen, dass das Wasser ein wenig nach verfaulten Eiern riecht, aber dazu später mehr.

    Gestern waren wir, wie bereits erwähnt, noch in der Therme und haben uns ein wenig entspannt. Gegen 23 Uhr passierte es dann:
    Wir haben Nordlichter gesehen!
    Der Himmel war klar, wir hatten gute Plätze und haben die ca. 30-minütige Vorstellung mehr als genossen. Ein Naturphänomen vom Feinsten. Obwohl wir uns bereits viele Infos über dieses Vorkommen eingeholt haben, haben wir dennoch immer noch nicht zu 100% verstanden wie das genau funktioniert.
    Jedenfalls war es so, dass der Aurora-Forecast eigentlich nicht vielversprechend war. Lediglich eine 19%ige Chance Nordlichter zu sehen, hatten wir an diesem Abend.
    Dafür war es umso schöner. Auch die Einheimischen in der Therme haben gestaunt, denn der ganze Himmel über uns hat förmlich gestrahlt. Normalerweise sind Nordlichter für das menschliche Auge nicht, wie auf Bildern, in grün zu sehen, doch wir hatten scheinbar wirklich großes Glück. Bilder haben wir allerdings nicht gemacht, in der Zeit, in der wir die Kamera geholt hätten, hätten wir ja etwas verpassen können ;-). Nicht schlimm, die Erinnerung bleibt!

    Heute ging es für uns zu einem der größten, noch aktiven Vulkangebieten. Schon bei der Anfahrt konnte man an manchen Stellen den Erdboden qualmen sehen. Das Gebiet war sehr groß und überall gab es die Möglichkeit anzuhalten und ein paar Bilder zu knipsen.
    Teilweise waren ganze Seen so heiß, dass man nur Dampf gesehen hat.
    Das ganze Gebiet war beherrscht von einem starken Geruch nach faulen Eiern.
    Das liegt daran, dass das Wasser, sowie der Dampf, mit Schwefelgas versetzt ist und dadurch ein wirklich sehr unangenehmer Gestank in der Luft lag. Das Grundwasser ist in diesen Gebieten auch betroffen, dadurch kam es, dass in unserer Unterkunft das Wasser auch ein wenig gerochen hat. Silberschmuck wird bei Kontakt übrigens bronzefarben, was wir erst im Nachhinein nachgelesen haben. Dann ist Jennys Armband nun eben Bronze, nicht Silber.

    Auf dem Weg die Nordküste entlang, kamen wir, wer hätte es gedacht, noch an einem Wasserfall vorbei. Das umliegende Gebiet an der Nordküste sieht irgendwie wieder ganz anders aus und ist größtenteils sehr verlassen. Aber auch aus dem Auto konnten wir die Landschaft genießen, denn das Wetter war heute mehr als unfreundlich für Touris.

    Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage befindet sich auf einer Pferde-Farm und ist wirklich sehr schön. Morgen erkunden wir die Gegend ein wenig genauer, lassen den Tag aber wieder etwas ruhiger angehen. Wir haben heute wieder einige Kilometer abgerissen und die letzten Tage wirklich viel erlebt. Das müssen wir nun erstmal sacken lassen.

    Wir melden uns dann morgen wieder!
    Liebe Grüße aus Island, dem wohl eigenartigsten Fleckchen Erde auf dieser Welt.
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