Tag 377: LIS to Lissabon
20. maaliskuuta 2024, Portugali ⋅ ⛅ 19 °C
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Tag 378 bis 380: Lissabon
21. maaliskuuta 2024, Portugali ⋅ ☁️ 20 °C
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Tag 381: Lissabon bis Benavente
24. maaliskuuta 2024, Portugali ⋅ ☁️ 26 °C
Nach einem gemütlichen Frühstück in der Wohnung mit Jan und Mira machen wir uns aufbruchbereit.
Wir verabschieden uns von den beiden, die zu einer Tageswanderung aufbrechen.
Nach und nach tragen wir unsere Taschen nach unten und beladen wieder einmal unsere Räder. Dann geht es nach unten zur Fähre.
Wir erreichen noch pünktlich das Schiff um 12:20 Uhr, dürfen es allerdings nicht mit den Rädern betreten, weil es schon zu voll ist. Also müssen wir eine halbe Stunde bis zur neuen Fähre warten. Da Lukas nicht mehr genug Geld auf seinem Ticket hat, müssen wir es noch aufladen. Am Automaten können allererdings nur höhere Beträge gewählt werden als eine Einzelfahrt kostet. Deshalb gehen wir zum Schalter. Dort will uns die Frau allerdings weismachen, dass man auf eine Karte nur 3€ und keine für eine Einzelfahrt benötigten 1,50€ laden kann. Lukas erklärt ihr, dass genau dies vor zwei Tagen auf der anderen Seite problemlos funktioniert hat. Scheinbar sind die Computer allerdings so verschieden, dass es auf dieser Seite der Bucht nicht so einfach geht. Lukas bleibt letztlich nichts anderes übrig als die 3€ zu zahlen.
Wir pumpen noch die Reifen besser auf und vertreiben uns so die Zeit bis wir auf die Fähre schieben dürfen. Die Räder in die Fahrradständer gestellt schippern wir ans andere Ufer.
Dort versuchen wir das auf die Tickets geladene Restgeld wieder zurück zu bekommen, was allerdings nicht möglich ist. Da wir ansonsten nichts weiter mit den Tickets und dem Geld anfangen können, lassen wir sie an den Automaten zurück, damit sich hoffentlich jemand anderes darüber freuen kann.
Dann fahren wir den Fahrradweg an der Küste entlang zurück, werfen nochmal einen letzten Blick auf den "Praça do Comércio" und folgen dann dem weiterhin gut ausgebauten Fahrradweg.
Beim Lidl gehen wir nochmal einkaufen, da komischerweise die Läden hier auch sonntags offen haben. Es geht weiter zum Decathlon, wo wir noch eine Gaskartusche und Mehrwegwasserflasche besorgen. Mit nun schon recht penetrantem Magenknurren setzen wir uns an die Promenade, essen Käse-Blätterteigstangen mit Hummus und genießen noch die entspannte Atmosphäre.
Weiter über gute Fahrradwege fahren wir die Küste entlang, folgen einer Weile einem Holzsteg und fühlen uns als würden wir gerade unseren Urlaub anfangen.
In einem kleinen Ort bekommen wir noch eine Prozession zum Palmsonntag mit, wobei allerdings die ihr folgenden Gläubigen teils mehr an uns beziehungsweise den Fahrrädern interessiert zu sein scheinen als an der Prozession selbst.
Wir überqueren ein weiteres Mal die Bucht und fahren nun zwischen Feldern hindurch. Direkt sind wir gedanklich wieder in den USA, denn zu beiden Seiten der Straße verläuft ein Zaun.
Auch ein kleiner Wald, den wir uns für unseren heutigen Zeltplatz ausgesucht haben, ist vollständig eingezäunt und gegenüber befindet sich zu unserer Überraschung der Eingang zu einer Gated Community, wie wir sie nur allzu oft in den Staaten gesehen haben.
Erst ein Stück weiter finden wir dann ein Fleckchen wo wir unser Zelt aufbauen können. Zum Glück ist es hier deutlich kühler und damit recht angenehm im Zelt.Lue lisää
Tag 382: Benavente bis Maranhão
25. maaliskuuta 2024, Portugali ⋅ 🌬 16 °C
Weil unser Zelt an dieser Stelle eventuell nicht gerne gesehen wird, bauen wir zunächst ab und fahren ein Stück weiter.
Die Zäune zu beiden Seiten der Straße werden leider nicht weniger. Allerdings kommen wir immer höher, sodass wir das Tal mit den oft unter Wasser stehenden Feldern hinter uns lassen.
Neben einem kleinen, von der Straße abführenden Weg machen wir eine Pause und frühstücken. Es ist ungewohnt frisch. Ein kühler Wind weht über die Hügel und wir müssen Stirnband und Halstuch anziehen. Um ehrlich zu sein sind es fast 20 Grad, aber unsere Körper sind noch immer an knapp 30 Grad (durch die hohe Luftfeuchtigkeit war die Fühltemperatur 40 Grad) von Miami gewohnt.
Wir folgen den Anweisungen der Dame unserer Navigationsapp Komoot, von der wir seit knapp 2 Monaten nichts mehr gehört haben. Es ist vollkommen verrückt! Ständig vernehmen wir von ihr neue Richtungswechsel. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt.
Manchmal liegt sie allerdings auch etwas daneben beziehungsweise lotst uns über zugewucherte Wege, die wir über eine der vielen geteerten Straßen letztlich problemlos umfahren.
In Coruche füllen wir unsere Flaschen an einem Toilettenhäuschen auf. Ganz entgegen unserer ursprünglichen Vermutung ist das Leitungswasser in Portugal nämlich problemlos trinkbar, könnte allerdings in Küstenregionen etwas chlorhaltig schmecken. Ein kleiner Probeschluck vom Waschbecken verrät uns, dass dieses Wasser klar schmeckt.
Gleich gegenüber des Toilettenhäuschens steht eine alte, aber vermutlich noch genutzte Stierkampfhalle - ein eher unliebsamer Anblick.
Bei der Rausfahrt aus dem Ort halten wir noch am Lidl (dem bisher 5. in Portugal), um unsere Vorräte aufzustocken. Dort werden wir von einer Frau angesprochen, auf Deutsch! Obwohl wir in Lissabon schon unfassbar viele Deutsche gesehen haben, sind wir dennoch überrascht, hier plötzlich angesprochen zu werden. Das sind wir auf Deutsch gar nicht mehr gewohnt.
Die Frau fragt uns voller Erfurcht, ob wir den ganzen Weg von Deutschland nach Portugal mit dem Fahrrad gefahren sind. Wahrheitsgemäß antworte ich mit "Ja". "Aber anders als man denkt," fügt Lukas hinzu. Die Frau schaut weiterhin gespannt, aber auch etwas unsicher. "Wir sind mit dem Fahrrad über Athen bis nach Japan gefahren, dann nach LA geflogen und quer durch die Staaten gefahren," ergänzt Lukas. "Also wir fahren jetzt "nur" noch nach Hause," erkläre ich auf das nun sehr erstaunte Gesicht hin. Dann lacht sie und meint, 'dann sei es ja wirklich "nur" noch ein kurzer Heimweg'.
Wir verabschieden uns und fahren weiter. Bald kommen wir auf einen Schotterweg mit teils sandigen Abschnitten, die das Vorderrad verdrehen, wenn man nicht aufpasst. Wir machen Mittagspause und sind erstaunt darüber, dass wir kein einziges Auto hören, eine fast undenkbare Tatsache im Großteil der Staaten.
Wir fahren entlang schöner Felsformationen, die uns an unsere Zeit in der Türkei zurück erinnern, genießen die Ausblicke und die Ruhe. Auch die Zäune sind schon deutlich weniger geworden und so sehen wir immer wieder schöne potentielle Zeltplätze.
Vereinzelt nieselt es mal und ein kühler Wind weht weiterhin.
Gegen halb 6 bauen wir unser Zelt auf, ich werkel noch ein bisschen an meinem Rad, Lukas kocht und dann essen wir gemütlich im Zelt.Lue lisää
Tag 383: Maranhão bis Vila Vernando
26. maaliskuuta 2024, Portugali ⋅ 🌬 11 °C
Wir hatten echt vergessen wie leise es doch nachts sein kann! Ein einziges Auto ist heute Nacht an uns vorbei gefahren und das hat sich ganz und gar nicht wie ein Düsenjet angehört, so wie es in den Staaten immer klang, wenn ein Auto vorbei kam.
Eigentlich hatten wir mit Regen heute Morgen gerechnet, doch stattdessen stehen wir zu herrlich blauem Himmel und Sonnenschein auf. Bis wir eingepackt haben sind ein paar Wolken aufgezogen, doch von schlechtem Wetter ist weit und breit nichts zu sehen.
Wir folgen der Landstraße von der wir gestern zum Zelten abgefahren sind und blicken auf grüne, teils bewaldete Weiten hinab. Auch hier verlaufen zum Großteil wieder Zäune, deren Sinn meist nicht wirklich zu erkennen ist.
Wir fahren vorbei an Olivenbäumen, Orangenbäumen in Vorgärten, ein paar wenigen Tieren und kleinen, ganz goldigen Orten. Die Fasaden der Häuser sind bunt gestrichen und die Straßen meist enger.
Je weiter wir kommen, desto mehr Wolken ziehen auf und desto dunkler verfärbt sich der Himmel. Vereinzelt fallen ein paar Tropfen, aber ansonsten bleibt es trocken. Ein kühler Wind weht, zu unserem Glück aber aus der "richtigen" Richtung, sodass er uns ein bisschen anschiebt.
Vor Sousel begegnen wir zwei Wanderern, die vielleicht 65 Jahre alt sein mögen. Von weitem erkennen wir die Regenüberzüge der Marke "Deuter" und haben schon so eine Ahnung welcher Nation die beiden angehören. Wir rollen langsam herbei, halten an und nach ein paar Worten ist allen klar, dass wir alle Deutsche sind. Schnell ist die Sprache gewechselt und unsere Reisevorhaben ausgetauscht.
Die beiden Berliner laufen von Faro nach Santiago de Compostela und haben bereits 1000 km zurückgelegt. Die nächsten zwei Tage wollen sie allerdings in Sousel den Regen aussitzen. Da sich diesee immer mehr anbahnt verabschieden wir uns (etwas mehr auf ihr Drängen hin) und fahren weiter.
Kurz vor Sousel treffen uns dann die ersten Tropfen. Wir suchen uns eine Möglichkeit im Ort zum Unterstellen während der Mittagspause und werden bei einem geräumigen Überstand einer Kirche fündig. Geschützt vom Regen essen wir Brot, Hummus und einen frisch gekauften Schafskäse, der beim Kauf sehr vielversprechend aussah (was er dann auch war). Ob die beiden Berliner wohl sehr nass wurden?
Wir sitzen noch einen weiteren leichten Schauer aus, nachdem während dem Großteil der Pause die Sonne geschienen hat. Dann fahren wir weiter mit dem Ziel nicht mehr allzu lange zu fahren und lieber einen wirklich guten Zeltplatz zu nutzen, falls wir einen solchen finden sollten.
Die meiste Zeit bleibt es trocken und wir genießen die Sonne, die wieder zum Vorschein gekommen ist. Es bieten sich nicht viele Möglichkeiten überhaupt ein Zelt aufzubauen, weil alles wieder eingezäunt ist.
Bei einer Wiese ohne Zaun halten wir schließlich an. Können wir jetzt schon das Zelt aufbauen? Es ist 3 Uhr, recht gutes Wetter und zwar ein schöner Platz, auf dem aber vielleicht noch gearbeitet werden könnte. Und überhaupt, es ist doch gutes Wetter!
Wir fahren also weiter, kommen durch einen Ort und merken bald, dass wir heute wohl keinen so guten Ort wie den vorigen mehr finden würden. Der Zaunwall lässt einfach nicht nacht
Und dann beginnt der Regen! Es regnet zwar nicht in Strömen, aber immerhin stark genug, dass es immer frischer wird, da sich das Wasser schon in Teile der Kleidung hineinzieht.
Dann werden wir fündig. An einer Stelle weicht der Zaun etwas von der Straße ab und da der Regen nicht weniger zu werden scheint und die Karten auch keine besseren Plätze in Aussicht stellen, bauen wir auf.
Es regnet natürlich unaufhörlich, sodass wir alle Taschen von den Rädern abnehmen und so schnell wie möglich im Zelt verschwinden. Da darin schon alles nass ist, müssen wir Schritt für Schritt zunächst den Boden, die Wände und dann nach und nach die Taschen abtrocknen, damit wir mit diesen das Innenzelt nicht gleich wieder nass machen. Es dauert eine ganze Weile bis wir schließlich trocken in unseren Schlafsäcken sitzen und zur Stärkung ein bisschen polnisches Studentenfutter aus der Wohnung in Lissabon essen.
Das nächste Mal entscheiden wir uns dann wohl doch für den früheren Platz!Lue lisää
Tag 384: Vila Fernando bis Alpedreira
27. maaliskuuta 2024, Portugali ⋅ 🌧 15 °C
Die Nacht war einigermaßen ruhig. Aber vielleicht war ich auch nur zu erschöpft von gestern, da ich nicht einmal den Regenschauer mitbekommen habe, von dem mir Lukas heute Morgen erzählt.
Wir befinden uns nur noch 27 km von der spanischen Grenze entfernt. Verrückt, wie schnell das hier in Europa geht!
Wir essen im Zelt und immer wieder nieselt es. Wir warten eine Regenpause ab, um nach draußen zu gehen und ziehen uns dann wieder ins Zelt zurück, als es erneut zu regnen anfängt. Teile unserer Klamotten sind noch klamm vom gestrigen Dauerregen und so ist es nicht gerade angenehm, als es heißt uns anzuziehen.
Natürlich nieselt es wieder leicht, als wir das Zelt abbauen, aber zum Glück hält es sich noch in Grenzen. Mit Regenhose, Regenjacke, Schuhüberziehern, Helmhaube und Regenponcho ausgerüstet fahren wir los.
Der Wind weht weiterhin in unsere Fahrtrichtung, weshalb wir die gelegentlichen Regenschauer immerhin nicht ins Gesicht bekommen. Eine Unterkunft ist heute Abend wohl nicht mehr wegzudenken!
Das Wetter ist äußerst wechselhaft. Durch den starken Wind sind sowohl dunkle Regenwolken als auch strahlend blauer Himmel und Sonnenschein im Nu weggeblasen, sodass meist das eine nach wenigen Minuten auf das andere folgt.
Wir kommen nach Elvas und werden direkt vom Anblick eines erstaunlich gut erhaltenen, gegantischen Aquädukt überrascht, das hier durch die Stadt verläuft. Was als zweistöckiges Bauwerk beginnt, wird zeitweise zu einem vierstöckigen, aber vielfach so großen. Was uns ebenfalls sehr gut gefällt, ist der riesige Parkplatz direkt unterhalb der Mauer. Denn hier stehen, wie auch an vielen anderen Orten Portugals, mehrere Wohnmobile, vermutlich auch über Nacht. Diesen Ort merken wir uns schonmal für einen weiteren Urlaub!
Die Stadt Elvas, mit knapp mehr als 20.000 Einwohnern, hat eine lange Geschichte. Teils von Kelten, Römern und Westgoten erbaut, ging sie ab dem 8. Jahrhundert nicht nur einmal in den Besitz der Mauren über, die sie um viele weitere Festungen erweitern.
Ab 1230 wurde sie nach der Rückeroberung durch den ersten portuguesischen König schließlich christlich und war einstweilen auch Bischofssitz.
Am 14. Januar 1659 wurde Elvas Schauplatz einer für den Restaurationskrieg bedeutenden Schlacht. Diese trug zum Kampf um die Unabhängigkeit von Spanien bei.
Auch in den weiteren Jahren war Elvas bedeutsam für Region und Land. Mit dem Beitritt Portugals in die EU verlor Elvas seine Bedeutung als Grenzstadt.
Heute finden sich in ihr ein uriger Ort mit engen Gässchen, unzähligen Kirchen, kleinen Plätzen und bei besserem Wetter geöffneten Cafés und Restaurants und zudem die größten Bollwerk-Befestigungsanlagen der Welt.
Während wir von einer Festung zur anderen fahren und Unterschlupf in mehreren Torbögen und Kirchen suchen, um dem Regen und Wind zu entkommen, entscheiden wir uns schließlich dazu eine Unterkunft zu buchen.
Unweit der Stadt werden wir fündig, fahren noch zum Lidl, warten einen weiteren Regenguss ab und fahren zum nahegelegenen Hotel.
An der Rezeption empfängt uns ein älterer, sehr netter Herr, der allerdings ausschließlich portugiesisch spricht. Schnell merkt er, dass wir mit nur dieser Sprache nicht weit kommen und hält den Google Übersetzer bereit. Einige Startschwierigkeiten später erfahren wir, dass unsere Buchung nicht eingegangen ist. Er sieht dies nach kurzem Zögern allerdings weniger als Problem, bucht uns ein und zeigt uns noch einen Raum, in dem wir die Räder abstellen können.
Nachdem alle Taschen auf dem Zimmer und die nassesten Kleidungsstücke aufgehängt sind, essen wir grünen -, Kartoffelsalat und Brot zum Mittagessen und ruhen uns noch aus.
Statt wie gedacht also heute schon nach Spanien über die Grenze zu fahren, sind wir heute gerade einmal 21 km geradelt und verbringen eine weitere Nacht in Portugal.Lue lisää
Tag 385: Alpedreira
28. maaliskuuta 2024, Portugali ⋅ 🌧 16 °C
Wir machen heute einen Pausentag, um dem Regen zu entgehen.
Tag 386: Alpedreira bis La Garrovilla
29. maaliskuuta 2024, Espanja ⋅ ⛅ 13 °C
Morgens nieselt es leicht, bis wir allerdings zusammengepackt haben und losfahren, ist es nur noch bewölkt.
Wir folgen dem vor dem Hotel vorbeiführenden Fahrradweg eine Weile und kommen schon bald ins nächste Land unserer Reise, Spanien.
Kurz hinter der Grenze unseres 19. Landes liegt der Ort Badajoz. Wir schauen uns einen Torbogen, eine alte Brücke, die Burg, einen bekannten Platz und die engen Gässchen an. Andere Sprachen hören wir hier nicht.
Die Gassen sind voll mit spanischen Touristen, in den Cafés wird Kaffee, Tee und Bier getrunken und zusammen gelacht. Dass heute Karfreitag ist, fällt ansonsten nicht auf.
Über kleine Straßen fahren wir wieder aus dem Ort und schlagartig sind auch die Zäune weitestgehend weg. Stattdessen breiten sich zu beiden Seiten Felder und kleine bewaldete Gebiete aus, die niemand zu "bewachen" wünscht. In uns erweckt das ein Gefühl der Freiheit!
Wir fahren noch durch kleine Orte durch und kommen dann schließlich nach La Garrovilla, wo wir die nächsten zwei Nächte bleiben, um hoffentlich einem weiteren Regenschauer zu entgehen.
Schon am Ortsrand schallt uns laute Musik entgegen und viele Leute sind auf den Straßen unterwegs. Dann ist eine der Straßen plötzlich durch eine Menschenmenge versperrt.
Wir fahren zu dem von uns gebuchten Airbnb, werden von Bernard empfangen, beziehen schnell unser Zimmer und ziehen dann zu Fuß los, um auszukundschaften, was genau gefeiert wird.
Von Bernard haben wir erfahren, dass heute und die nächsten Tage Dorffest ist. Wir sind erstaunt, dass es ausgerechnet auf einen Karfreitag fällt!
Wieder bei der Menschenmenge angelangt, sehen wir, dass hier schon gut getrunken wird, Knallerbsen durch die Luft fliegen und Kinder einen Umzugswagen aus Styropor zerkleinern. Wir bleiben eine Weile in der Nähe stehen und schlendern dann zur Kirche. Nach und nach betreten die Dorfältesten und auch ein paar Jüngere diese und auch wir beschließen uns die Karfreitagspredigt mit anzusehen.
Wir finden Plätze in der Mitte der Reihen. Zuerst liest der Pastor etwas vor das so klingt als seien es die Anweisungen, wie der Abend ablaufen wird. Dann geht es los und wir schauen zu, wie gepredigt wird, die Messdiener einige Zeilen vorlesen, der Chor singt (ohne dass die Gemeinde einen Laut erklingen lässt), sich die Gemeinde Person für Person vor dem vorne stehenden Holzkreuz verbeugt und in einem weiteren Gang zum Kreuz das Abendmahl empfängt. Gefüllt wird die Zeit dazwischen natürlich mit immer wiederkehrendem Aufstehen und Hinsetzen.
Dann ist es an der Zeit die Prozession zu beginnen. Da uns draußen allerdings - wie die Gallier sagen - der Himmel auf den Kopf fallen würde, entscheidet der Pastor kurzerhand, die Prozession drinnen stattfinden zu lassen. Daraufhin packen alle mit an und heben die Holzbänke ein Stück zur Seite, damit die Träger des Jesussarges und der Figur der Jungfrau Maria vorbei kommen.
mit dieser Figur laufen die Träger jeweils zu einem der Stationen des Kreuzwegs (die an der Wand rund um die Kirche dargestellt sind), Einzelne aus der Gemeinde lesen einige Zeilen vor und der Zug geht weiter zur nächsten Station. Nach und nach werden so die 14 Stationen "abgearbeitet".
Als der Gottesdienst dann vorbei ist, kommt eine ältere Frau zu uns mit strahlendem Gesicht und spricht in Spanisch auf uns ein. Da ein jüngerer, in der Nähe stehender Mann unsere absolute Überforderung bemerkt, kommt er herbei und übersetzt. 'Ob wir es mochten?', wollte die Frau wissen. Wir antworten, dass wir es sehr interessant (wenn auch etwas lang, was wir natürlich nicht dazu sagen) fanden und es sich sehr zu deutschen Karfreitagsgottesdiensten unterscheidet.
Also wir die Kirche dann nach drei Stunden (!) verlassen, bekomme ich noch einen Blumenstrauß in die Hand gedrückt. Auch alle anderen Frauen bekommen die Blumen, die noch bis eben den Sarg geschmückt hatten. Schön, dass sie so immerhin nochmal Verwendung finden!
Auf dem Weg nach Hause gehen wir nochmal am aufgebauten Festzelt vorbei. Da dort die Musik allerdings schmerzhaft laut ist, entscheiden wir uns dazu, dann doch lieber selbst zu kochen.
Es gibt Reis mit Tomaten-Pilz-Soße, bevor wir dann recht spät schlafen.Lue lisää

MatkaajaHallo, ich bin heute auf euren Blog gestoßen und wäre sehr interessiert an Infos über die Mongolei. Wir sind gerade seit 7 Monaten unterwegs (aktuell in Vietnam) und wollen per Zug von Peking nach Erenhot (ab Juni) und von dort aus nach Ulaan Bator. Dürfte ich euch bei Gelegenheit mal ein bisschen zu Euren Erfahrungen befragen? Herzliche Grüße aus dem Norden Vietnams! Ulrike
Tag 387: La Garrovilla
30. maaliskuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 13 °C
Um den Regenschauern wieder einmal zu entgehen, bleiben wir noch eine weitere Nacht hier. Außerdem wollen wir uns anschauen, wie hier im Ort der Karsamstag gefeiert wird.
Wir gehen im Dorfladen einkaufen und dann am Mittag auf das Dorffest. Im aufgebauten Zelt ist gerade Rentnermittag. Auf der Bühne singt ein junges Duo ein Lied nach dem anderen, während etwa die Hälftes der Rentner direkt vor der Bühne tanzen. Voller Energie schwingen sie das Tanzbein, während die jüngeren Zuschauer eher am Rand ein bisschen mit wippen.
Wir holen uns Getränke und probieren eine Portion "Tortilla de patatas", Omelette mit Kartoffeln. Wir schauen dem Treiben ein bisschen zu und bekommen dann noch mit, wie für den Abend umgebaut wird.
Dann gegen wir wieder zurück in die Unterkunft.
Während ich mit Bauchweh im Bett bleibe, geht Lukas am Abend nochmal zu dem Zelt. Auch jetzt ist immer noch ziemlich was los. Auch in der Kirche versammeln sich nochmal einige, um einem weiteren, deutlich kürzeren Gottesdienst beizuwohnen.
Kurz bevor wir schlafen, sehen wir aus unserem Fenster noch ein kleines Feuerwerk.Lue lisää
Tag 388: La Garrovilla bis Rena
31. maaliskuuta 2024, Espanja ⋅ ⛅ 13 °C
Wir brechen von unserer Unterkunft auf und fahren bei wolkenverhangenem Himmel nach Mérida, einer mit alten Bauwerken aus römischer Zeit übersääten Stadt.
Ein paar der Bauwerke schauen wir uns näher an, andere lassen wir eher links liegen und merken sie uns stattdessen für einen Spanienurlaub in Zukunft.
Nach einem kurzen sanften Regenguss fahren wir wieder aus der Stadt heraus und an Feldern, Wiesen und Olivenbaumplantagen vorbei.
Gerade haben wir einen möglichen Zeltplatz ausgespäht, als es wieder anfängt zu regnen. In einem alten zusammengefallenen Haus finden wir genug Platz zum Unterstellen bis der Regen wieder aufgehört hat.
Dann bauen wir in der Nähe des Hauses unser Zelt auf einer Wiese auf. Es ist gar nicht so leicht einen Platz zu finden, der nicht von den Regenschauern der letzten Tage noch vollkommen überschwämmt ist.
Das Essen ist noch nicht ganz fertig, als der Regen auf ein Neues einsetzt. Zum Glück ist das Zelt aber schon aufgebaut und wir können darin trocken essen.Lue lisää
Tag 389: Rena bis Cañamero
1. huhtikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 12 °C
Wieder ist der Himmel wolkenbehangen. Noch ohne Regen geht es zunächst 40 Kilometer auf einer ehemaligen Bahnstrecke und heutigem Fahrradweg entlang. Die Landschaft ist herrlich und der Weg reicht von leicht zu befahrbarem Schotter bishin zu Abschnitten mit tiefen Pfützen. Es ist eigentlich mal ganz angenehm keine Autos um sich zu haben und um uns herum die Vögel klar zwitschern zu hören.
Immer wieder wandert unser Blick gen Himmel und wird von Minute zu Minute besorgter, da wieder eine neue, sehr dunkle Wolkenfront aufzieht. Dann regnet es wieder. Wir finden unter einer Brücke Zuflucht und nutzen den nun auch starken Wind, um unser Zelt in diese zu trocknen. Es klappt erstaunlich gut, trotz der hohen Luftfeuchtigkeit.
Dank des Windes ziehen die Wolken auch schnell an uns vorbei und bald scheint wieder die Sonne. Wir fahren weiter und können uns wirklich glücklich schätzen, da es zunächst trocken bleibt.
Eir folgen dem Fahrradweg noch ein bisschen und schieben dann einen etwas matschig, rutschigen Weg hoch nach Logrosán. Dort halten wir unter einem Dach auf dem Hauptplatz, um uns vor eventuellem Regen zu schützen, während Lukas sein Hinterrad wechselt, das seit ein paar Stunden Luft verliert. Obwohl Ostermontag ist, hat auch in diesem kleinen Ort ein Laden offen. Ich besorge uns also Wasser und Lukas macht sich an die Reperatur.
Danach geht es über kleine Straßen und einige Hügel durch schöne Landschaft. In Cañamero halten wir nochmal unter einem Vordach an und warten ein paar Regentropfen ab. Dabei wird ein Mann auf unsere Sprache aufmerksam und erklärt uns in perfektem Deutsch, dass er aus Frankfurt kommt, dort seit seinem 4. Lebensjahr gewohnt hat und nun wieder in seine Heimat zurückgezogen ist.
Wieder ein Stück weiter müssen wir nochmal kurz anhalten, um einen weiteren Schauer abzuwarten. Dann fahren wir durch die nun höheren und felsigeren Berge und finden auf einem breiteren, gepflasterten Wanderweg einen relativ ebenen Platz für unser Zelt. Und wieder einmal regnet es während dem Kochen.Lue lisää
Tag 390: Cañamero bis Campillo d.l. Jara
2. huhtikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 15 °C
Wir lassen es über die teils glitschigen Steine langsam wieder zurück auf die Straße rollen und folgen ihr an diesem weiteren bewölkten Tag.
Es dauert nicht allzu lange und wir kommen an einen Kreisel. Unser Weg führt uns nach rechts, aber links ist der Ort Guadalupe angeschrieben. Guadalupe? Ist das nicht der Wallfahrtsort? Wir vergewissern uns kurz und entscheiden uns dann für den Anstieg nach links.
Schon der Karte nach lässt sich vermuten, dass dieser Ort besonders sein muss, da ansonsten nicht so viele Unterkünfte vorzufinden sind.
Wir strampeln also die 120 Höhenmeter nach oben und fahren die Kirche an, die hier so bekannt ist.
Nacheinander schauen wir uns das Innere der Kirche an und trocknen derweil außen noch das Zelt, was erstaunlich schnell geht.
Auch ein Kloster steht noch daneben, allerdings ist der Zutritt nur mit einer einstündigen Führung auf Spanisch möglich, gegen die wir uns dann entscheiden.
Wir kaufen nochmal ein und lassen es dann wieder hinunter rollen. Weiter führt die Straße noch durch den Ort Alía, wo wir Mittagspause machen und nochmal Wasser in einer Bar auffüllen lassen. Dort treffen wir auf einen Mann, der schonmal in Weil am Rhein war. Was für eine kleine Welt!
Es geht über einen kleinen Pass und in eine neue Region Spaniens, Kastillien.
Weil ich wieder einmal Bauchschmerzen habe, bauen wir etwas früher, also schon um 18 Uhr das Zelt auf. Das Timing war auch gerade richtig, denn als wir gerade mit gekochtem Essen im Zelt sitzen, setzt wieder einmal ein Regenschauer ein.Lue lisää
Tag 391: Campillo bis Val d.l. Marcos
3. huhtikuuta 2024, Espanja ⋅ ☀️ 18 °C
Endlich ist der Himmel frei. Aucher Wetterbericht verspricht gutes Wetter für die nächsten Tage.
Wir fahren nicht weit, als wir auf einen weiteren Rail-to-Trail-Fahrradweg kommen, also eine alte Bahnstrecke, die umfunktioniert wurde. Aufgrund des Wetters und der abwechslungsreichen Landschaft ist dieser Weg eines unserer Highlights seit einer Weile. Saftig grüne Wiesen, bunte Blumen, blauer Himmel, Vogelgezwitscher, urige Brücken und eine idyllische Ruhe - und das über knapp 30 Kilometer.
Nur etwas voll ist es nach unserem Geschmack. Während wir auf dem letzten Fahrradweg nicht einen und seit Lissabon generell nicht viele Fahrradfahrer gesehen haben, kommen uns die 10, die uns entgegen kommen, dort erstaunlich viele vor. So müssen wir tatsächlich immer mal wieder nach vorne schauen, um zu sehen, ob jemand kommt. Das haben wir nach drei Monaten USA schon fast verlernt.
In Talavera de la Reina kaufen wir seit langem mal wieder im Lidl ein und besorgen uns noch eine neue Gaskartusche beim Decathlon. Lukas muss seinen Freilauf am Hinterrad austauschen und wechselt bei der Gelegenheit auch gleich noch die Kette. Leider verbessern neue Materialien nicht immer auch die Fahrqualität!
So gut uns unsere Navigationsapp bisher auch geleitet hat, umso abenteuerlicher wird es dafür jetzt. Während Lukas' Schaltsystem fröhlich vor sich hin rattert, schickt uns die Route teils über sandige Pisten und das ein oder andere Mal wäre auch ein ausgetrocknetes Flussbett mit dabei gewesen, hätten wir nicht eingegriffen. Teilweise fahrend, teils schiebend bewegen wir uns weiter fort und kommen dadurch nicht allzu schnell vorwärts. Letztendlich ist gerade das allerdings unser Glück, da wir so einen der schönsten Zeltplätze finden, von dem aus wir fast keine Autos hören und einen herrlichen Blick auf das Tal und einige schneebedeckte Berge haben.
Der Sonnenuntergang und die Tatsache, dass wir seit langer langer Zeit ohne Kälte, Wind, Mücken oder Regen mal wieder draußen essen können, wiegt die Anstrengung wieder auf.Lue lisää
Tag 392: Val d.l. Marcos bis Madrid
4. huhtikuuta 2024, Espanja ⋅ ⛅ 19 °C
Heute haben wir einen längeren Tag vor uns. Wir haben beschlossen, dass wir unseren WarmShowers Host Miguel noch heute erreichen wollen, was allerdings bedeutet, dass wir noch 110 Kilometer vor uns haben.
Nach unserem Frühstück fahren wir noch eine kurze Zeit auf sandigen Wegen und kommen dann auf die Straße zurück. Von unserem gestrigen Tag haben wir gelernt, dass wir von nun an nur noch die Option "Rennrad" bei Komoot auswählen, damit wir möglichst auf befestigten Straßen bleiben.
Es geht vorbei an Feldern und hauptsächlich auf kleinen Sträßchen. Immer wieder haben wir einen Blick auf die schneebedeckten Berge und freuen uns dadurch schon auf die Überquerung der Pyrenäen, die uns noch erwartet.
Anfangs geht es meines Erachtens etwas schleppend voran und die Kilometer wollen nicht weniger werden. Wir hören also etwas Musik und so werde ich etwas von der noch zu fahrenden Strecke abgelenkt.
Der nächste Blick auf das Handy ist überraschend. Nur noch 40 Kilometer!
Nach und nach wird es dichter, aber bei Weitem nicht so schnell wie wir erwartet hätten. Die Fahrt in die Stadt hinein ist auch deutlich entspannter als gedacht. Oft geht es über Fahrradwege oder kleine, kaum befahrene Straßen. Nur zweimal müssen wir auf eine größere Straße wechseln.
Schon um halb sechs kommen wir bei Miguel an. Er öffnet uns die Tür und hilft uns die Fahrräder und Taschen in seine Wohnung zu bringen. Während er noch etwas einkaufen geht, gehen wir schonmal duschen und waschen unsere Wäsche. Dann essen wir gemeinsam Tortillas (spanisches Omelett mit Kartoffeln), Nudeln mit dem Rest Pesto von uns und Salat.
Bevor wir schlafen gehen, bekommen wir noch einige gute Tipps für unsere Weiterreise.Lue lisää
Tag 393: Madrid bis Tres Cantos
5. huhtikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 20 °C
Während wir noch unsere Fahrräder bei Miguel bis zum Nachmittag stehen lassen können, gehen wir zu Fuß in das sehr naheliegende Zentrum. Wir besuchen die "Basílica de San Francisco el Grande" und merken schnell, dass der etwa 60-jährige Kartenverkäufer die Worte der Besucher gut in Erinnerung behält. Er hat noch nicht recht gemerkt, dass wir Deutsche sind, als er schon "Guten Tag" und "Oktoberfest" sagt. Mit ein paar Scherzen werden wir in die Basílica geleitet. Die Skulpturen, die runde Struktur und der gesamte Anblick sind beeindruckend.
Als wir uns wieder auf den Weg nach draußen machen und am Kartenverkäufer vorbei kommen, ruft uns dieser noch ein verschmitztes "Oktoberfest" und "Ich bin besoffen" hinterher. Es ist natürlich immer das Beste, was wir Deutschen anderen Nationen als "sinnvolle Sätze" beibringen! :D
Wir laufen weiter zum Hauptplatz, auf dem gerade ein Tennisplatz errichtet wird. Nach einem kleinen Imbiss aus Baguette und einem weiteren Omelett, gehen wir zum Palast, zu dem wir schon eine Tour gebucht haben, damit wir nicht anstehen müssen.
Pünktlich sind wir am Treffpunkt und sehen, wie sich die kleine Gruppe versammelt. Dann geht es zum Palast und dort durch die vielen, hochdekorativen Räume durch. Es ist wirklich beeindruckend!
Nach der Führung schauen wir uns noch kurz das Rüstungsmuseum im Palast an, in dem ich zum ersten Mal Ritterrüstungen für etwa zehnjährige Kinder sehe.
Da wir mit Miguel ausgemacht haben, dass wir uns gegen fünf Uhr wieder bei ihm treffen, bleibt uns dort nicht lange Zeit. Also gehen wir wieder zu ihm zurück, packen ein und fahren dann noch 30 Kilometer über einen Fahrradweg aus der Stadt heraus und zu einem Hotel, das wir für die nächsten zwei Nächte gebucht haben.
Dort kaufen wir noch ein und kochen uns dann noch Tortellini mit Käse und essen frischen Salat dazu.Lue lisää
Tag 394: Tres Cantos/Madrid
6. huhtikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 22 °C
Heute machen wir einen Pausen-Sightseeing-Tag. Ich beschließe es gemütlicher angehen zu lassen und mich von den letzten Tagen mit Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit zu erholen, während Lukas nochmal mit der Bahn in die Stadt fährt und sich in Ruhe umschaut.Lue lisää
Tag 395: Tres Cantos bis La Vega
7. huhtikuuta 2024, Espanja ⋅ ☁️ 18 °C
Checkout ist erst um 12 Uhr, was wir auch gut ausnutzen. Wir frühstücken gemütlich und müssen schauen, dass wir noch ein paar Reste aufbrauchen, die sich nicht gut mitnehmen lassen, wie Joghurt und eine angeschnittene Mango.
Wir fahren zurück auf den Fahrradweg und müssen uns echt konzentrieren, um nicht mit den vielen Rennradfahrern zusammen zu stoßen, die hier unterwegs sind. Man könnte meinen in Madrid gäbe es kostenloses All-you-can-eat-Frühstück, so wie manche eintreten. Statt (wie auf dem letzten Fahrradweg) 10 Fahrradfahrer, sehen wir auf den 12 km Weg eher 10 Fahrradfahrer pro Minute - und das ist gar nicht so übertrieben!
Bald biegen wir vom Fahrradweg ab und folgen einer kleineren Straße. An einem See machen wir Mittagspause und fahren dann über kleine Dörfer und einige Höhenmeter durch die hügelige Landschaft. Es tröpfelt nur mal vereinzelt, dafür ist der Himmel allerdings mit Saharastaub vernebelt, was deutlich schlechteres Wetter vermuten lässt.
Zwischen ein paar Olivenbäumen bauen wir unser Zelt auf und müssen direkt das Kopfnetz anziehen, weil die vielen Fliegen hier nur allzu gerne ins Gesicht fliegen. Deshalb entscheiden wir uns auch dazu trotz des guten Wetters im Zelt zu essen, um die ungewollten zusätzlichen Eiweiße im Essen zu vermeiden.Lue lisää
Tag 396: La Vega bis Mohernando
8. huhtikuuta 2024, Espanja ⋅ 🌬 17 °C
Die Stimmung ist gut, genau wie das Wetter. Wir lassen es gemütlich angehen. Zufrieden schauen wir uns um. Es war wieder einmal ein schöner Zeltplatz.
Die Fahrräder sind gepackt und wir schieben zunächst ein Stück, um die Wiese mit all den kleinen Rosmarinpflänzchen hinter uns zu lassen. Dabei merke ich schon, dass da etwas nicht stimmt. Ein Blick auf mein Hinterrad bestätigt meine Befürchtung. Ein Platten!
Wir schieben und fahren also noch von dem Weg hinunter auf die Straße und suchen uns einen guten Platz, um uns das Rad genauer anzuschauen. Lukas will es zunächst mit Aufpumpen versuchen, was schon oft gelangt hat. Ich aber entscheide mich dazu, gleich einen neuen Schlauch einzubauen.
Das heißt also: Taschen abnehmen, Werkzeug heraus holen, Fahrrad umdrehen, Fahrradständer abschrauben (sonst kann ich die anderen Schrauben nicht lösen), Schrauben lösen, Rohloffschaltung lösen, Chainglider abnehmen, Kette herunter nehmen, dann das Rad heraus nehmen, den Mantel heraus hebeln, den Schlauch wechseln und danach alles wieder zusammenbauen.
Es klappt alles ganz gut und so ist der Schlauch auch ziemlich schnell gewechselt. Wir folgen also der Straße von gestern weiter bergauf.
Oben auf der Kuppe angekommen, Lukas fährt gerade voran, springt seine Kette runter. Bei ihm eigentlich keine Besonderheit mehr. Schon seit langem passiert das mindestens einmal täglich. Er setzt sie also wieder richtig auf das Kettenblatt und fährt los. Direkt ist sie wieder unten. Nach erneutem Wiedereinsetzen fällt ihm dann allerdings auf, dass der Freilauf (dieser sorgt eigentlich dafür, dass sich die Kassette und die Pedale nicht dauerhaft mitdrehen müssen) nicht mehr funktioniert. Dabei hat er den Freilauf vor Madrid erst nochmal ausgetauscht. Kann er schon wieder kaputt sein?
Wir halten also an zum nächsten Reperaturstop. Diesmal heißt es bei Lukas' Fahrrad: Taschen ab, Steckachse raus, Hinterrad ausbauen, Kassette abnehmen, Freilauf ausbauen. Dann reinigt er den Freilauf mit Toilettenpapier von überschüssigem Fett. Dieses könnte eventuell den Freilauf blockiert haben, weshalb dieser nicht mehr greifen konnte. Viele Tücher und pechschwarze Hände später, ist der Freilauf einigermaßen gereinigt und wird wieder eingebaut. Alles sitzt wieder an seinem regulären Platz und tadaaa, das alles funktioniert. Perfekt!
Wir packen also wieder alles aufs Rad und Lukas fährt los. Gar nichts funktioniert! Sobald die Taschen aufgeladen sind und Lukas auf dem Sattel sitzt, geht es nicht mehr. Komisch!
Also wieder zurück und alles abladen. Was nun? Daran kann es eigentlich nicht liegen, aber Lukas tauscht die Kassette und wir erkennen noch, dass das vordere Kettenblatt einen verbogenen Zahn hat. Also wird auch das gewechselt. Darauf folgt die nächste Probefahrt, diesmal allerdings erstmal ohne Gepäck. Es funktioniert - nicht!
Also wieder den alten Freilauf rein, ein bisschen rumgeschraubt. Jetzt vielleicht? Nein! Immer wieder hängt die Kette durch und fällt nach wenigen Metern vom Kettenblatt.
Wir sind ratlos! Was machen wir jetzt? Da es bereits Mittag ist, wird erstmal etwas gegessen. Dabei schauen wir im Internet, wo der nächste Fahrradladen ist. Die einzig auffindbaren Läden sind 40 km südlich in Guadalajara. Also geht es für uns nach mehreren Tagen Fahrt wohl wieder zurück Richtung Madrid.
Wir packen das Werkzeug ein und laden die Taschen auf. Dann fahren wir wieder bergab. Einerseits freuen wir uns, da Lukas, solange er im Rollen dauerhaft eintritt, so natürlich schneller voran und wir dadurch schneller zum Fahrradladen kommen. Andererseits freuen wir uns natürlich auch nicht, weil wir auf einen Schlag wieder die ganzen erradelten Höhenmeter vernichten.
Gleichzeitig sind während der Schrauberei ein unangenehmer Wind und dunkle Wolken aufgezogen. Auch einige Tropfen bekommen wir auf der Fahrt ab.
In einem Wäldchen etwas abseits der Straße finden wir einen Zeltplatz für die Nacht. Was für ein Tag! Erst mussten wir mein und dann Lukas' Rad reparieren (oder eben auch nicht). Hoffentlich finden sie morgen im Fahrradladen den Grund! Und was dann? Braucht Lukas ein neues Laufrad? Muss etwas bestellt werden? Und wie lange würde das dauern? Und überhaupt, finden wir einen Fahrradladen, der sich dem annimmt oder nur Läden, die Räder verkaufen wollen?
Bei diesen ganzen Unsicherheiten und dem wiederholten Bellen eines Hirsches schlafen wir ein.Lue lisää
Tag 409: Bach bis Estaing
22. huhtikuuta 2024, Ranska ⋅ ☁️ 10 °C
Morgens ist es noch ziemlich kalt. Wir sind froh, dass wir mittlerweile erst gegen 8 Uhr aufstehen, weil bis dahin die Sonne zumindest mal ein bisschen draußen ist. Hier zwischen den Bäumen dauert es allerdings eine Weile, bis sie tatsächlich bis zum Zelt vordringt.
Wir telefonieren mit meinem Papa, der nun nur noch knappe 150 km von uns entfernt ist und planen unseren genauen Treffpunkt. Dann lassen wir es bei Lukas zu Hause durchklingeln. Bei Lukas' Mama und Stiefvater beginnt heute der Urlaub. Auch sie fahren uns entgegen, allerdings mit Hund und umgebautem LKW. Es laufen gerade noch die letzten Vorbereitungen bevor es los gehen kann.
Jetzt packen auch wir zusammen und fahren weiter. Zunächst ist es noch windstill und strahlend blauer Himmel, später haben wir allerdings wieder mit Gegenwind und dauerhaftem Auf und Ab (wenn auch heute nie allzu weit) zu kämpfen.
Wir fahren durch nette kleine Orte, die eine interessante Geschichte vermuten lassen. In einem der Orte machen wir Mittagspause und müssen uns trotz Sonne warm anziehen, da ein kalter Wind weht.
Heute ist wieder einer dieser Hörbuchtage, um nicht ganz verrückt zu werden, dass wir zwar alles geben, aber doch nicht in entsprechender Weise vorran kommen.
Hier im Hügeligen ist es nicht ganz so einfach einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Jeder Wald den es hier noch gibt liegt großtenteils am Hang. Glücklicherweise finden wir aber neben einem verlassenen Weg am Bach einen einigermaßen ebenen Platz. Eigentlich wollten wir auf die andere Seite, aber das war bevor wir die tiefe Furt gesehen haben.
Das Zelt ist schnell aufgebaut und wir verschwinden darin, um uns in die warmen Schlafsäcke einzuwickeln und dort zu essen.Lue lisää





































































































































