• Chrissiesplace
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Ab zum Eisessen ….

A 7-day adventure by Chrissiesplace. Read more
  • Trip start
    September 30, 2026

    Gedanken vor dem Trip

    September 30 in Germany ☀️ 24 °C

    Eigentlich wollte ich aufs Oktoberfest, mir so 4–5 Maß einilittern, a deftige Schweinshaxn oder an saftigen Ochsen in meinen Wamst stopfen und a Bedienung angrabschen.

    Aba !

    Ihr wisst ja, mein Zelt hat ja bei dem Frankreich-Trip am letzten Tag die Grätsche gemacht. Doch dann habe ich in meinem Keller noch zwei Aluzeltstangen für die gebrochenen Zeltstangen gefunden und nach dem Ablängen hat alles wieder gepasst.

    Christian, ich muss dich loben: Du hast das Zelt soweit wieder auf Vordermann gebracht. Für meinen kleinen Ausflug, den ich jetzt anstatt des Oktoberfest-Trips mache, wird es wohl langen. Die Bedienung muss bis nächstes Jahr warten. Für das neue Zelt muss ich eh noch ein wenig mehr Pfandflaschen sammeln.

    Ja, was haben wir jetzt vor …

    Ostern war ich ja mit Elke am Gardasee. Das war eine Woche vor meiner großen Netzhaut-Augen-OP, und wie wir Ostern wieder heimgefahren sind, habe ich ganz weinerlich zu Elke gesagt: „Wenn ich wieder sehen kann, komme ich noch mal nach Lazise und kaufe mir drei Kugeln Eis.“

    Sodalla, die OP ist Gott sei Dank gut gelaufen. Zwei Monate danach kann ich meinen Trip nach Norwegen machen, danach mit Elke nach Kroatien fahren, im September die Wahnsinnstour Route des Grandes Alpes und jetzt … ich muss Lazise noch einlösen.

    Mit dem Eis.

    Ich habe kurz meine Spezln, Elise, Tigger und Hildegard gefragt … alle sind begeistert, und innerhalb einer Stunde war alles wieder gepackt.

    Elke hat sich gewundert: „Was, du bist schon wieder fertig für den Abflug?“
    Ich sage ganz leise …. Ja.

    Elise hat gestern noch ein neues Lenkkopflager bekommen und heute neuen TÜV mit kurzer Durchsicht. Vor allem Tigger, der seit Frankreich ein Weinkenner geworden ist, freut sich auf Italien.
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  • Es geht erstmal bis Garmisch-Partenkirchen

    October 1 in Germany ☁️ 18 °C

    Heute früh geht alles ganz schnell. Ich steh um 5:45 Uhr brav auf, um Elke ins Office zu verabschieden. Danach bekommt Elise das Gepäck aufgeladen. Kurzes Frühstück, kleine Runde im Bad, Geschirrspüler aus- und neu einräumen, meinen Sohn ins Office verabschieden.

    Hildegard will wieder Locken haben. Ich leihe mir Elkes Lockenstab aus und zaubere eine Wallemähne.

    Es wird dann aber doch 7:59 Uhr, und wir vier reiten vom Hof Richtung Garmischer Autobahn. Es ist einen schönen Nebelstimmung bei uns im Dachauer Hinterland und es hat 8 Grad.

    Ja gut, die Autobahn beginnt genau am anderen Ende von München, also müssen wir erst mal quer durch die Oktoberfest Stadt. Ich brauche über eine Stunde. Durchschlängeln ist mit den Koffern nicht so gut. Das gibt an meinen Koffern immer so hässliche Kratzer, wenn die Autos an einem hängen bleiben. Also brav immer in der Spur bleiben.

    Zwei Stunden und zehn Minuten sind rum. Zeit für einen Grand Café et un Croissant.

    Ach, falsches Land. Habe mich von meinem Frankreich-Trip noch nicht richtig akklimatisiert.

    Ein Stehcafé ist gleich gefunden. A Muichkaffee und a Buddabrezn soll es werden. Ich mache eine kleine Pause und unterhalte mich mit einer Omi, die mit ihrem Hund heute mal ausnahmsweise zum Frühstücken gegangen ist.
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  • Rum um Innsbruck

    October 1 in Austria ☁️ 19 °C

    Es geht Richtung Mittenwald und Zirler Berg runter. Ich fahre an der bekannten Kurve auf den Parkplatz und gucke dem Verkehr ein wenig zu.

    Fotografiere mich noch in dem spiegelnden Schaufenster und sehe, wie sich ein Polizist, der sich mit seinem Motorrad hinter einem Gebüsch versteckt hat, mit Blaulicht und Lalülala auf den Weg macht, um einen Motorradfahrer zu erwischen, der nach der bekannten Kurve, nebst Überholverbot, andere Autos überholt hat.

    Die österreichische Polizei san scho Hund.

    Ich weiß nicht, ob er den Motorradfahrer noch erwischt hat und ihm eine saubere Strafe aufgebrummt hat oder nicht.

    Ich fahre weiter, kurz nach Zirl dann auf die andere Seite vom Tal, und versuche dadurch den Stau durch die Jahrhundertbaustelle am Bahnhof in Innsbruck zu umgehen.
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  • Ja , Sandalien

    October 1 in Austria ☁️ 19 °C

    Ich gleite die Brenner Landstraße entlang, kein Auto vor mir und überholen will mich auch keiner.

    Es ist das Stück, wo nur 50 km/h erlaubt sind.

    Habe ich schon erzählt: Ich war am Gleiten.

    Nach einer Kurve: zwei Uniformierte auf Motorrädern und mit Radarpistole.

    Heute nicht mit mir. War mit 50 km/h am Gleiten. 😬

    Ich muss tanken, und was sieht Elise da. Zweitaktergemisch 1:50 sie ist sofort Feuer und Flamme, so wie ich bei einem Rüscherl, aber leider ist das Gemisch nix für sie, da bekommt sie nur Bauchweh von. Sie bekommt glucka, glucka E10 Supa.

    Am Brenner verewigen wir uns vor der Grenzsäule, und was soll ich sagen: Es riecht schon nach Südtirol und die Flip-Flops melden sich aus dem Koffer.
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  • Über Sterzing zum Penser Joch

    October 1 in Italy ☁️ 12 °C

    In Sterzing geht es Richtung Penser Joch und ins Sarntal, was runter bis Bozen geht.

    Es überholen mich vier Motorradfahrer, die gerade ihre Lebens- und Unfallversicherung erneuert haben.

    Kurven fahren schön und gut, aber wenn man gar nix sieht und sich in die Kurve schmeißt, ist das schon a bissi a Himmelfahrtskommando.

    Am Pass auf 2211 Meter angekommen gibt es erst mal eine Brotzeit, mampf, mampf. War auch eine heiden Arbeit hier hoch.

    Ich fahre zügig, und dann ist das Tal auch schnell abgewedelt.

    Mit dem neuen Lenkkopflager fällt Elise in jede Kurve, und ich muss sie nicht überreden dazu.

    War es am Penser Joch noch so um die 12 Grad und bissi zugezogen, ist es am Ende vom Sarntal, kurz vor Bozen, schon 24 Grad warm, und die Sonne lacht mich an.

    Ich fahre nördlich durch Bozen und komme nach Kaltern.
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  • I bin jetzt bei der Gretl

    October 1 in Italy ☁️ 24 °C

    Zielstrebig fahre ich zum Campingplatz Gretl … ein Schild: Campingplatz voll.

    Ui, ich gehe trotzdem in die Rezeption. Auf dem Schild steht: „Es begrüßt Sie Erwin.“

    Ich frage, ob nicht doch noch auf der Zeltwiese ein Platz frei wäre.

    Und Erwin meint nur: „Für Fahrradfahrer.“

    Ich bettle ihn an und sage: „Ich habe ein Fahrrad mit Motor.“

    25 € wechseln den Besitzer.

    Ich bekomme den Platz von der Resterampe, hinterstes Abstellgleis.

    Aba passt.

    Aufbauen, im Campingplatz-Supermarkt einen Wein für Tigger und mich und einen vergoldeten Apfelstrudel gekauft und mir danach einen frischen Kaffee gefiltert.

    Stühlchen aufbauen, hinsetzen, Kaffee und Kuchen einverleibt und doof gucken bis zum Abendessen.

    Passt!

    Es gibt Filet im Speckmantel mit einem grünen Salat. Dazu einen Rotwein vom Kalterer See, die Hausmarke vom Campingplatz.

    Ich habe auch Aspirin dabei, falls mit zu viel Zucker oder Glykol nachgeholfen wurde.

    Oben drauf noch einen gefilterten Kaffee, und ich muss gerade an Rüdesheimer Kaffee denken.

    Memo an mich: Ein klitzekleines Fläschchen Asbach könnte das nächste Mal auch mitfahren.

    Dann gibt es halt zur Verdauung noch ein wenig Blog schreiben.

    Ui, was höre ich … die Luftmatratze …
    Sie flüstert leise: „Christian, Christian, komm zu mir.“

    Das waren heute klasse 323 Kilometer.
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  • Ich verlasse die Gretl

    October 2 in Italy ☁️ 13 °C

    Der Tag erwacht bei 14 Grad. Ich rolle mich von der Luma. Hab supa geschlafen, eine sehr lange Nacht gewesen. Kennt ihr das, wenn man nachts aufwacht, nicht genau weiß, wo man ist, und feststellt, dass es noch nicht Zeit zum Aufstehen ist, und gleich wieder einratzt? Das passierte, glaub ich, dreimal.
    Manche Nächte … so zack, und es ist morgen. Aber diese Nacht war supa lange.

    Hier ist es so, wie es auch in Frankreich war: Im Waschhaus ein Toilettenpapierspender außerhalb der Toilettentür. Also den Toilettengang vorher sehr genau überlegen, ob man nur biseln muss oder einen richtigen Durchfall haben möchte.

    Ich bin ja ein Schlaumeier und nehme immer meine Rolle Toilettenpapier selber mit. Die habe ich an einem Böndchen und häng sie mir genauso wie mein Bauchbeutelchen mit Geldbeutel, Handy, Schlüssel und Schweizer Taschenmesser in Blau um den Hals. Ich schau aus wie ein Bernhardiner mit dem Schnapsfässchen um den Hals.

    Nein, ich mach jetzt kein Bild davon.

    Aba, man hat alles parat und es fällt nix runter.

    Auf Like drücken 👍 und folge mir für weitere Tipps. 😃

    Damit ich den Küchenkoffer nicht wieder halb ausräumen muss für den Topf und Kocher, kommt die Milch in ein Wasserbad.

    Tipp: Im Abspülraum ist das Wasser oft heißer wie im Waschhaus.

    Muichi warm machen für Müsli. Läuft. 👍

    Ich unterhalte mich noch kurz mit dem Tübinger GS-Fahrer, der unweit von mir geschnarcht hat. Ich muss sagen, er packt sehr, sehr sorgfältig ein. Ist wohl beim Finanzamt beschäftigt und prüft dort auch immer sehr genau.

    Ich mach einen auf Stopfinger: alles in den Packsack und fertig ist. Packsack 1 auf Elise, Packsack 2 drauf und wir sind abflugbereit.

    Nicht, dass der Finanzbeamte noch zum Kontrollieren kommt.

    Kurz nach 8 Uhr. Wir legen einen Strich hin im Kies und rollen dann mit einem „Buon Giorno“ an der Schranke vorbei vom Hof.
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  • Mendelpass

    October 2 in Italy ☁️ 13 °C

    Unsere Mission heute: Der frühe Vogel rasiert die Kurve.

    Navi macht Probleme und will wieder nicht die Kurviger.de-Route fressen. Meint, Oslo ist dran. Muss ich halt wieder nach meinen magnetischen Nasenpopeln fahren. Das war immer der Spruch von meinem Sohn.

    Ich kenne mich soweit aus hier. Ich war schon mal vor 44 Jahren hier unterwegs mit dem Motorrad, wie ich noch jung war, und die Berge haben sich nicht viel verändert seitdem.

    Ich vielleicht mittelviel.

    Elise ist warm gefahren, Hildegard nimmt mit ihren Wallehaaren Kontakt zu mir auf. Und Tigger freut sich im Topcase, weil ich gestern die Weinflasche nicht ausgetrunken habe. Da hat er bei den Kurven wieder was zum Festhalten.

    Aha, stelle fest: Die französischen Michelin-Anakee-Adventure-Reifen krallen sich auch in italienischen Asphalt und es geht Kehre um Kehre hoch zum Mendelpass.

    Supa zum Fahren.

    Nach einer Kehre im ersten Gang wird Elise übermütig und beim Rausbeschleunigen, dank der kürzeren Übersetzung, die ich eingebaut habe, lupft sie doch das Vorderrad.

    Ich sage: „Mensch, altes Mädchen, nicht so übermütig!“

    Es ist noch nicht viel los. Ein paar Radlfahrer, die Richtigen, ohne Motor, strampeln den Berg hoch. Sonst ist gähnende Leere auf der Straße.

    Zack … bin ich oben.

    Vorne rauf, hinten runter.

    Es geht kurz am Lago di Santa Giustina vorbei, dann am Lago di Molveno.

    Wedel, wedel …..
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  • Hubschrauber

    October 2 in Italy ☁️ 15 °C

    Ich sehe einen Hubschrauberlandeplatz und Elise ist nicht mehr zu halten: einmal Hubschrauber spielen.

    Sie will auch nicht mehr nölen, wenn es nur E10-SupaBenzin gibt statt dem feinen E5, sagt sie.

    Ich fahr auf den Landeplatz. Keine Ahnung, ob das erlaubt ist und wir jetzt steckbrieflich gesucht werden, aba es musste einfach sein.

    Tigger aus dem Topcase:

    „Ich war es nicht. Ich wurde gezwungen. Wenn sie uns erwischen, hänge ich euch alle hin.“

    Ich denke mir: Supa Freund … komm du noch mal und willst die Noagerl austrinken.
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  • Gardasee voraus ….

    October 2 in Italy ☁️ 23 °C

    Die vielen Kurven machen bissi hungrig. Es gibt einen Landjäger und dazu eine kleine Pause an einer Raststelle an einem kleinen No-Name-See.

    Yippeh, Riva und den Gardasee erreicht.

    Jetzt muss ich nur noch durch den Supastau durch Riva del Garda. Noch ein Tankstopp in Torbole, es gibt 7 Liter feines E5-SupaBenzina. Preis: 1,99 €.

    Ein Schnäppchen.

    Elise macht nach dem Tanken ein Bäuerchen und wir können endlich weiterfahren Richtung Monte Baldo.
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  • Monte Baldo

    October 2 in Italy ☁️ 18 °C

    Es wird kurvig, echt kurvig, hoch zum Monte Baldo.

    Ui, da wird’s aba eng.

    Unter überhängenden Felsen durch und rein in zwei megaschmale Tunnel.

    Ja, da is er, der Monte Baldo.

    Noch ein paar Kurven später: ein Kaffee und Restaurant. Anker werfen und mit der Breitseite anlegen.

    Elise guckt auf den Lago di Monte Baldo und beschwert sich, dass ich sie „Breitseite“ genannt habe.

    Eine sehr hübsche und äußerst freundliche, junge, geschäftstüchtige italienische Bedienung 🤩 verkauft mir einen Cappuccino und einen Apfelstrudel.

    Gut, für den Ausblick darf der vergoldete Apfelstrudel ruhig 7,70 € kosten.

    Oder bin ich einfach vom letzten Jahrtausend? 🤔

    Aba, er war warm und auch noch lecka.

    Und mit dem Ausblick meine ich den Blick nach unten auf den See. 😍

    Wedel, wedel bergab und gleich bin ich in Lazise.
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  • Campingplatz

    October 2 in Italy ⛅ 24 °C

    Bardolino will ich erst gar nicht anfahren, da ist Weinfest dieses Wochenende. Es ist alles voller deutscher Wohnmobile.

    Beim ersten Campingplatz in Lazise darf ich mit dem Motorrad nicht rein. Nur: abladen, alles runtertragen und Elise am Parkplatz hinstellen.

    Neeee.

    Der zweite Campingplatz in Lazise hatte einen Stellplatz. Ich werde mit dem Goifwagerl zu zwei Plätzen gefahren. Einer im Olivenhain, bei den Bootsanhängern oder der an der Hecke.

    Ich musste bei dem Namen „Stellplatz“ das Lachen anfangen …

    Kennt noch jemand Rudis Resterampe?

    Ein Stückchen Schotter für 37,50 € die Nacht.

    Kennt ihr Achselhunde? Hunde wie Chihuawau-Waus, die scheinbar nicht laufen können und man sie immer unter der Achsel tragen muss.

    Also ich nehme die Stelle, wo man normalerweise seinen Achselhund gassi führt.

    Camping du Parc mit 3 Sternen … Ich guck rum so und denke mir … eher 3 Steine.

    Ich bau auf dem Pannenstreifen mein Zelt auf. Ein Cuxhavener Camper mit einem Riesen-Morelo hat Mitleid und redet ein paar Worte mit mir.

    Nach dem Motto: Wenn ich was brauche, soll ich mich bei ihm melden.

    Nebenbei zeigt er mir sein fettes Motorrad, das er in seiner überdimensionalen Heckgarage hat.

    Das Wohni ist so groß, dass er Pylonen hinstellen muss, damit es nicht umgefahren wird.

    Memo an mich: Ich brauche Pylonen für mein Zelt und Elise.
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  • Nachmittag mit Flow ….

    October 2 in Italy ⛅ 22 °C

    Jetzt noch kurz schön machen.

    Ja gut … noch schöner machen.

    Und ab nach Lazise.

    Ich laufe bei dem Café Lacisium vorbei und zack … einen Campari Spritz mit bissi Schinken, Oliven, Kartoffelchips und so komische Hundeleckerlies 😋 sind meins.

    Hatte nix im Magen und kann sagen: Danach war ich im Flow.

    Alles war so leicht und Motorradfahren ging nicht mehr.

    Eher vielleicht Gleitschirmfliegen.

    Der kleine Hunger meldet sich noch.

    Dann noch in MEINEM Feinkostladen ein kleines 400-g-Entrecôte adoptiert für heute Abend.

    Die Uferpromenade ist voll von kleinen Buden. Es ist „I Giorni del Miele“ in Lazise – quasi die Honig- und Imkerfachmesse.

    Es ist schon dunkel und ich komme am Campingplatz an.

    Essen machen.

    Misti, das Gerät passt nicht in die Pfanne.

    Ich habe dann zaubern müssen.

    Finally geschafft, war sooo lecka. 😋

    Dazu den restlichen Wein von gestern.

    Abspülen, Küche verpacken, Stühlchen sitzen, Wein austrinken und bissi Office machen.

    Noch kurz Sterne suchen, aber hier ist es einfach zu hell.

    Der Gardasee sagt gute Nacht.

    Und ich hatte supaklasse und kurvige 218 Kilometer.

    Lago di Monte Baldo ist immer eine Fahrt wert.
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  • Guten Morgen liebe Welt.

    October 3 in Italy ☀️ 16 °C

    Ich wache um fünf vor sieben auf. Ein alter Fiat Ducato nagelt mit seinem altersschwachen Saugdiesel durch mein Zelt. Gestern Abend habe ich noch mitbekommen, dass die Nachbarn schräg gegenüber recht früh abreisen. Und so war es auch. Die Schranke vom Campingplatz macht um 7 Uhr auf.

    Ich denke mir: Wenn ich schon mal wach bin, kann ich auch das Toilettenpapier kontrollieren gehen. Aaaah, weich und sogar im Toilettenraum innen drinnen. Zwei Rollen für alle Schandtaten vorhanden.

    Das warme Wasser am Spülbecken kommt fast kochend heiß raus. Ich gebe meine Muichi in ein Wasserbad, danach gibt es ein leckeres Müsli. Kaffee trinke ich später irgendwo mit einem Brioche con Crema.

    Ich wünsche dem Morelo-Fahrer von gegenüber, der mit den Pylonen erst mal einen guten Morgen und dann einen schönen Tag und gehe nach Lazise
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  • Frühstückskaffee

    October 3 in Italy ☀️ 18 °C

    Ich schlendere so durch die Gassen und schlage rein zufällig beim Kuyababeach auf.

    Bei der kleinen Strandbar bestelle ich in meinem astreinen Italienisch: „Buongiorno, Bella (Wuff), uno Latte Macchiato e uno Brioche con Crema, per favore.“

    Ich Sprachgenie! Nach dem Frankreichurlaub kann ich nun auch Italienisch fließend.

    Ich habe für euch noch ein Suchbild angehängt. Wieviele Unterschiede findet ihr ?
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  • Barrrrrdolino

    October 3 in Italy ☀️ 21 °C

    Ich schaue eine Weile dumm auf den See raus und starte meinen Fußmarsch nach Bardolino. Da ist die Tage Weinfest. Nach einer Stunde und einem Telefongespräch mit meiner Mutter – „Wo bist du denn schon wieder? 🙄“ – erreiche ich die ersten Standl mit Wein und Krimskrams.

    Bardolino ist voll. Also so richtig voll. Alles, was E-Bikes hat oder mit dem Battello von nah und fern hierherkommen kann … kommt an.

    Es gibt jede Menge Weinverkostung und Krimskramsstände. Ich laufe einmal auf und ab und schaue mir das Gewusel an.

    Irgendwann langt es mir. Kanal voll und ich will mit dem Battello zurück nach Lazise.

    Nicht so einfach. Erstens totale Verspätung, zweitens eine Unmenge an Menschen, die auch mit dem Linienschiff fahren wollen.

    Ich warte 40 Minuten in der Sonne. In der Zeit wäre ich ja fast den Weg wieder zurück nach Lazise gelaufen, aber ich bin jetzt bockig und warte auf das Schiff.

    Endlich da! Es steigen vielleicht dreitausendvierundzwanzig Leute aus. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir an Bord können.

    Zur Unterhaltung wird es auf dem Weg nach Lazise einer Frau schlecht und sie wird ohnmächtig. Vorbildlich wird ihr gleich geholfen. Es wird nach einem Arzt an Bord gerufen und eine deutsche Krankenschwester ist gleich da und hilft.

    Kreislaufkollaps. Die 40 Minuten in der Sonne zu warten, ohne etwas zu trinken, waren wohl zu viel für sie.
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  • Wieder in Lazise

    October 3 in Italy 🌙 21 °C

    In Lazise geht es schnurstracks zur „La Cremeria“, um meine Eis-Mission zu erfüllen.

    Ich habe ja schon erzählt: Beim letzten Aufenthalt mit Elke und dem Wohni an Ostern, eine Woche vor der großen Netzhaut-OP, habe ich gesagt: Wenn ich jemals wieder sehen kann, komme ich nach Lazise und kaufe mir drei Kugeln Eis.

    Gesagt, getan. Heute war es soweit.

    Mei, lecka! Mir ist zwar bei 28 Grad alles an den Fingern runtergelaufen und ich habe wie ein kleines, mit Schokoeis bekleckertes Kind ausgesehen, aber sche war’s und g’schmeckt hat’s auch. Das T-Shirt habe ich dank Rei in der Tube auch wieder sauber bekommen.

    Im Feinkostladen habe ich mir noch ein Vitello Tonnato gekauft … ich sage immer Vico Torriani dazu … und ein kleines Schnitzelchen. Die Kombi passt hervorragend zusammen. Dazu eine kleine Dose Moretti aus dem campingplatzeigenen Supamarkt.

    Kann man Glück und Zufriedenheit beschreiben?

    Ja, so ein Abendessen.

    Ja, auch ein Entrecôte spielt in der Liga.

    Wieder sehen natürlich auch.

    Obwohl ich mich heute rasiert hatte, bin ich am Rückweg noch zum Bikertreff La Pacheca Rock Bar, bissi Benzin schnüffeln.

    Man sieht jede Menge ergraute ältere Herren mit Harley, die kein deutscher TÜV-Beamter sehen und hören möchte.

    Und am Abend noch zu einem Absacker ins Café Lacisium. Es gab einen Campari Spritz mit Beilagen. 🤩

    Satt und mit Alkohol abgefüllt torkle ich zum Campingplatz und sitze in meinem kleinen Stühlchen vor meinem Zelt auf dem Pannenstreifen. Schreibe a bissi den Blog und freue mich auf morgen. Da ist wieder Gasen angesagt.

    Elise ist schon ganz fickerig. Sie stand jetzt einen Tag nutzlos rum. Sie hat gesagt, am Pannenstreifen stehen und nur schön sein ist auch nix.

    Heute bin ich 20.669 Schritte bei extrem sonnigem Wetter gelaufen. Es war im wahrsten Sinne ein bewegter Tag.

    Ich höre meine Luftmatratze … „Christian, komm zu mir.“

    Und was soll ich sagen? Ich freu mich drauf.
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  • Von Lazise bis Bormio

    October 4 in Italy ☀️ 16 °C

    Ich habe wieder supa geschlafen, zumindest bis zu dem Knall irgendwann so um 6:30 Uhr rum. Da war eine Explosion. Dachte schon an … Ausweitung von den diversen Auseinandersetzungen im östlichen europäischen Raum.
    Es ist eh Aufstehen angesagt und ich muss das Toilettenpapier kontrollieren und inspizieren. Aus dem Augenwinkel sehe ich am See etwas. Nochmal zurück und mein Spekuliereisen aufgesetzt.

    Hui, also entweder grillt da jemand ein sehr saftiges, fettiges Steak oder es ist ein anständiges Feuerchen.

    Später, wie ich mit Elke chatte, schreibt sie mir, dass unweit von meinem Campingplatz ein Feuer ausgebrochen ist, Gasflaschen in die Luft geflogen sind und der Campingplatz Bella Italia wohl übelst mitgespielt wurde. Vielleicht sind zwei oder drei Dutzend Campinghäuschen und Urlauberautos abgebrannt.

    Ey, nicht lustig.

    Dank dem Einsatz von vier Feuerwehrmännern aus Hessen, die im Urlaub waren und auf dem Platz gleich die ersten Löschmaßnahmen eingeleitet haben, bevor die italienische Feuerwehr eintraf, konnte Schlimmeres verhindert werden.

    Na schau an, wer Urlaub macht, der kann was erzählen.

    Vom Waschhaus zurück, fange ich das Packen an. Klar ist wieder, dass der Schlawuzi auf einmal weg ist und nicht hilft. Ich sehe nur noch die orangen Beine von Tigger aus dem Topcase rausgucken.

    Ich unterhalte mich noch zwischendurch mit der Heidi aus Cuxhaven und hoffe ein wenig, dass sie mir einen Kaffee anbietet. Man hört die Kaffeemaschine in ihrem rollenden Einfamilienhaus vor sich hin röcheln und riechen tut man ihn auch schon.

    Ein Wohnmobil für eine Viertelmillion haben und zu geizig sein, einem armen, alten Motorrad fahrenden Camper vom Pannenstreifen der nur am Boden lebt einen Kaffee anzubieten.

    Na gut, dann packe ich ohne Kaffee weiter. Bin eh gleich fertig und mache dann den Abflug.

    Ein Blick noch zum Feuer, man sieht nix mehr. Kein Rauch. Ich beschließe, dann kann ich untenrum um den See fahren.

    Einmal den Auscheckvorgang an der Rezeption gemacht und ab geht es zum nächsten Supermarkt. Ich brauche noch was für heute Abend.

    Am Gardasee haben die Supermärkte am Sonntag offen, in Südtirol nicht mehr.

    Ein kleines Steak der Halbpfundklasse gehört mir, dazu ein Karotten-Kraut-Salat. Der hält sich am Motorrad ohne Kühlung am besten.

    Zwei Paganinis und ich darf es fast nicht laut sagen … eine maximal pigmentierte, zucker- und koffeinhaltige Brause. Das Wort Cola-Cola darf ich wegen Elke nicht verwenden, sie schimpft sonst gleich wegen dem ungesunden Zeugs.

    Wegen der zwei Semmeln in der braunen Papiertüte werde ich an der Kasse nicht drangenommen. Ich muss zurück zum Wiegen.

    Semmeln, oder wie man in Italien sagt: Paganinis, werden hier abgewogen.

    Ich verstaue das meiste in meinem Gepäcknetz und ab geht die wilde Luzzy.

    Rum um den See, an Peschiera vorbei, an Desenzano vorbei, auch an Salò vorbei, geht es Richtung Lago d’Idro.

    Ja, schon bissi kurvig.

    Das einzig Doofe ist die durchgezogene Mittellinie, die einen am Weiterkommen hindert, und die kleinen Hustenguttl auf der Straße, die vor einem herschlurfen.

    Also mich stört die durchgezogene Linie, die italienischen Motorradfahrer nicht. Aber ich bin ja korrekt. Manche würden sagen feige. Ich respektiere das Überholverbot.

    Deutsche zahlen wahrscheinlich die doppelte Strafe.

    Ich komme weiter in die Berge, die Temperatur sinkt a weng. Nachdem ich schon die Griffheizung angemacht habe, überlege ich, die Handschuhe zu wechseln. Ich habe die leichten Sommerschuhe an, die sich jetzt bei 12 Grad grad nicht so gut anfühlen.

    An einer alten Werkstatt halte ich an. Die Arbeitsgeräte stehen außerhalb halb auf dem Gehweg. Der Moasta fragt mich, ob es mir kalt ist.

    Ich sage: „N-n-n-no.“

    Und hoffe, dass er mir einen Kaffee anbietet.

    Pech gehabt.

    Ich komme aber bei Al Brufione Bottega e Bistrot vorbei und werfe den Anker. Ich bestelle eine Latte Macchiato und ein Brioche im feinsten Italienisch.

    Habe ich schon erzählt, dass ich nach meinem Frankreich-Urlaub und diesem in Italien als Simultandolmetscher meine neue Karriere starten möchte …?

    Nein?

    Okay, habe aber inzwischen beschlossen, es wieder sein zu lassen.

    Was anderes: Musste noch Toilettenpapier inspizieren und was sehe ich da in der Bottega? Meine erste Stehtoilette.

    Bevor es losgeht, kommt eine Durchsage:
    „Bitte alles in den Taschen verstauen.“

    Nix verloren, aufsitzen, losreiten.

    Wir wedeln so vor uns hin und kommen über den Goletto di Gaver. Unter Ausnutzung der gesamten Reifenlauffläche geht es über den Passo di Crocedomini.

    Wahnsinn, so kleine, schmale Straßen. Ich würde mit meinem Wohnwagen hier einen Herzinfarkt bekommen bei der Straßenbreite und, wenn mir auch noch ein Auto entgegenkommt, tausend Tode sterben.

    Wir wedeln die Serpentinen nach Breno runter. Klasse zu fahren.

    An einem Bahnübergang komme ich hinter einer Boxer-GS zum Stehen. Fahrer und Beifahrerin mit feinster Dainese-Ausstattung. Ich glaube, es waren noch die Preisschilder sichtbar. Die Alu-Expeditionskoffer glänzen im Sonnenlicht.

    Schranke geht hoch.

    Er zieht ab und meint, er könnte seiner Lady am Sozius zeigen, was die Gummikuh draufhat. Nur wird er Elise nicht los und schließlich fahre ich auf einer Geraden bergauf mit winkendem rechten Fuß an ihm vorbei.

    Hatte er wohl den falschen Gang drin. Ich führe das Fahrerfeld jetzt an.

    Irgendwann sehe ich ihn im Rückspiegel blinken und rechts ranfahren. Ich glaube, die Sozia hat ihm mit einem Taschentuch die Tränen weggewischt.

    Irgendwo habe ich im Internet gelesen, dass ein Italiener jetzt seine Boxer-GS verkauft und eine gut überlaufene F 650 GS mit einem Paralleltwin, 800 ccm Motor, als Nachfolgemotorrad sucht. 🤭

    Weiter hinten im Tal kommen wir an Kühen vorbei. Ich halte kurz an.

    Tigger kann das Frotzeln wieder nicht lassen und mault aus dem Topcase:

    „Den Spezl von euch hauen wir heut Abend in die Pfanne. Nä-nä-nänä.“

    Immer das Gleiche, und ich darf das dann wieder mit Vollgas-Abhauen ausbaden.

    Nach Bormio, ein Schild.

    Ui, da geht es zum Stilfser Joch hoch.

    Passo Gavia war ich das letzte Mal, der ist heuer nicht dran. Aber ich will zum Stilfser Joch. Oben auf der Passhöhe habe ich noch eine Rechnung offen mit einem Kioskbesitzer: Ein T-Shirt kaufen.

    Gerade ist die italienische Mutti fertig geworden mit frischer Pasta machen, hängt sie ihre Wäsche auf.

    Ich sehe an einer Häuserwand einen italienischen Wäschetrockner.
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  • Vom Stilfser Joch nach Prad

    October 4 in Italy ⛅ 20 °C

    Ich brettere den Passo Stelvio von der Bormio-Seite aus hoch. Langgezogene Kurven, nur ein paar Kehren. Fantastische zu fahren.

    Einem sportlich fahrenden Goldwing-Fahrer wird es zu viel, dass ich ihm im Genick sitze, und er winkt mich vorbei. Er wird sich denken, sind immer die gleichen die so nah auffahren, BMW Fahrer halt. Einen Gang runter schalten und dank der kürzeren Übersetzung ist er glei geschnupft. Da helfen ihm seine 125 PS auch nix. Ich sehe seine Scheinwerfer im Spiegel immer kleiner werden.

    Doch da ist eine Ampel, die in einem Tunnel die Einbahnregelung steuert. Es ist rot und nach einer Weile werden die Goldwing-Scheinwerfer wieder größer und größer im Rückspiegel. Gerade rechtzeitig kann er seine Fuhre mit knapp 400 Kilo Leergewicht hinter mir zum stehen bringen. Immer diese Goldwing Fahrer die so dicht auffahren denke ich mir. Es steht 1 : 1 .

    Es wird grün …

    Keine Chance für das Schiff, weiter aufzuschließen.

    Oben am Pass ist ein Getümmel. Vom Radlfahrer über das Mofa bis zum Dickschiff, alles vertreten.

    Ach, da kommt auch die Goldwing.

    Es gibt eine Schnitzelsemmel zur Stärkung. Auf 2.758 Meter macht die Höhenluft hungrig.

    Elise mag nicht abbeißen, auch recht. Weiß nicht, vielleicht will sie abnehmen oder sie macht gerade Trennkostdiät. Nur einmal am Tag tanken, oder so.

    Ich erledige mein T-Shirt Kauf. Letztes Jahr hatte ich ein spezielles Motorradfahrer Motiv hier oben gesehen, aber das gibt es nicht mehr. Der nörgelnde Bub bekommt sein T-Shirt, mit einem noch viel schöneren Aufdruck und ist jetzt zufrieden. Mission accomplished.

    Von hier oben aus geht es die Nordrampe, die 48 Kehren runter nach Prad. Nord- und Südrampe sehen meistens unterschiedlich aus. Die Südrampen sind immer geschwungener, war in Frankreich auch so.

    Wer die längste Kurve gefahren ist, von Genf zur Côte d’Azur, für den ist das hier ein Klacks. Quasi eine viertel Arschbacke, wenn überhaupt. Da sind es nämlich 12.000 Kurven auf etwa 700 Kilometern.

    Und ratet mal, wer die Strecke dieses Jahr schon gefahren ist?

    Na? Na?

    Der erste Campingplatz in einem Kiefernhain will uns nicht. Du kommst hier nicht rein. Der zweite Platz in Prad ist ein 4-Sterne-Campingplatz und nimmt uns für eine Spende von 34 € auf. Quasi ein Südtiroler Schnäppchen.

    Ich bau auf der Zeltwiese auf, die eine Mischung aus Wertstoffhof und unbeleuchteter Schmuddelecke ist. Kennt ihr die Ecken, wo jemand steht und fragt : „Wolle was kaufen ?“ Und dabei macht er seinen Mantel auf.

    Danach springe ich ins geheizte Hallenbad und wasche mir den Staub von meinem Laziser Pannenstreifen runter.

    Ich ziehe meinen leichten Bieranzug an und gehe Richtung Festl.

    Zu Ehren meiner Anwesenheit in Prad gab es heute ein Fest – das Brauchtum- und Genussfest.

    Ich schlendere durch die Innenstadt und schau mir die Standl an. Handwerk, Basteleien, Brauchtum, Lebensmittel … alles ist vertreten.

    Und lasse mir von einer hübschen, dunkelhaarigen Südtiroler Sennerin einen selbstgemachten Käse andrehen und höre den beiden Blaskapellen abwechselnd zu.

    Dazu trinke ich ein kleines 0,3-l-Forst-Bier.

    Auf einmal bin ich wieder im Flow. Was so 0,3 l Alkohol bei mir bewirken.

    Ich kann mir gar nicht vorstellen, vier Maß auf der Wiesn zu trinken und dann die Bedienung abzubaggern.

    Ich höre irgendwie eine Durchsage in meinem Hirn : Der kleine Hunger möchte gerne gestillt werden.

    Na dann, ab zum Campingplatz.

    Es hat sich ein zweiter Motorradfahrer aus Friedrichshafen auf den Campingplatz verirrt. Und hat sein Zelt, Kuschel, Kuschel, direkt an mein Fußende aufgebaut.

    Na, geht’s noch?

    Der Kollege hat mich gleich zugetextet und ich dachte nur an den Bregenzer in Briançon in Frankreich, der auch nicht mehr das Reden aufgehört hat.

    Ich ziehe mich gekonnt zu meiner Bratpfanne zurück und habe wieder ein äußerst schmackhaftes, leckeres Abendessen gezaubert.

    Gruß an die Küche.

    Es gab ein ganz feines, saftiges Entrecôte der oberen Halbpfundklasse, karamellisierte rote Zwiebeln und einen Karotten-Kraut-Salat.

    Dazu ein feines dunkles Bier … der Flow soll ja noch ein wenig hochgehalten werden.

    Abspülen, aufräumen, dem restlichen Bier ein Zuhause geben und a bissi Blog schreiben.

    Huch, was höre ich … ? Die Luftmatratze … :
    „Christian, Christian, komm zu mir.“

    Supatolle und zwischendurch aba schon sehr extrem kurvige 264 Kilometer. Schee war‘s.
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  • Und ab nach Hause

    October 5 in Germany

    6:15 Uhr, ich wache auf. Ich weiß nicht, wie lange es schon regnet, aber ich bin zumindest davon wach geworden. Soweit es geht, packe ich alles im Zelt zusammen. Bin ja nach den Urlauben in Norwegen ein Packprofi bei Regen.

    Danach schnappe ich mir mein Müsli und die Milch und gehe ins Waschhaus. Da ist es warm, und eine Bank im Vorraum gibt mir Platz zum Müslin. Ich sitze da gemütlich, es läuft Radio Südtirol, und ich löffle mein Frühstücksmüsli mit der im Wasserbad angewärmten Milch. Kaffee lasse ich ausfallen, hatte ja gestern schon die Küche aufgeräumt. Den gibt es irgendwo am Weg.

    Wie ich wieder zurück zum Zelt komme, ist der Friedrichshafener auch wach und textet mich zu. Er war Semmeln holen, Kaffee machen, er ist Postbote, Beamter in Teilzeit, 60 Jahre, letztes Jahr hat es ihn mit seinen sechs Jahre alten Motorradreifen in Südtirol bei Regen geschmissen, hat Kinder, sein Sohn studiert in Spanien, seine Frau arbeitet auch Teilzeit, Häuschen ist abbezahlt, haben ein kleines Wohnmobil mit 71 PS, … ach, ich weiß nicht, was er sonst noch so alles losgeworden ist.

    Ach ja, Kreuzbandriss an beiden Knien.

    Ich parke Elise um und stelle sie unter einen nahestehenden Baum. Dort wird der Regen ein wenig abgehalten, und ich bin von der Quasselstrippe weg.

    Ja, ein Fernschuss bzw. Befreiungsschuss (das sogenannte Icing oder der unerlaubte Weitschuss) ist in Unterzahl beim Eishockey erlaubt und wird nicht geahndet. Das zu meiner Verteidigung. 😁

    Ich packe den Rest und vertschüsse mich von dem Dauerredner.

    Es geht Richtung Reschen hoch, dann die Umleitung kurz in die Schweiz, weil die Einhausung Richtung Landeck immer noch Baustelle ist.

    Bei Neuer Zoll muss ich höllisch aufpassen, dass ich nicht auf die A12 komme – ein kleines Stück Tunnel, das eine Autobahn ist und vignettenpflichtig. Gerne wird das von den Kieberern kontrolliert. Besonders Piefkes sind beliebte Opfer zum Abkassieren.

    Ich fahre hoch zum Alten Zoll und Richtung Kaunertal. Zwischen Fließ und Arzl im Pitztal liegen das Oberinntal sowie der Bergrücken der Piller Höhe.

    Es ist dunkel, regnet, feuchtkalt. Also, ich beschreibe es mal als Norwegenwetter.

    Ich mache ein paar Fotos für meine Follower und beschreibe sie mit: „Von da hinten komme ich her … und dahin will ich.“

    Ich sehe ein Schild mit „Unbeaufsichtigter Weidegang“. Noch nie gesehen, und ich denke mir … Na, die sollen nur aufpassen, nicht dass einer Kuh eine Lende oder ein Entrecôte danach fehlt. 🤭

    Im Oberinntal denke ich mir: Da hinten könnte es schon heller werden. Oder ist das schon Schnee?

    Definitiv … Ja, es wird schon heller. Zumindest die Wolken werden es.

    Es gibt einen Tank- und Pinkelstopp. Ein Kaffee und eine Käsebretze sind mein. Nicht nur Elise braucht Treibstoff, sondern der Bub auch. Tigger bekommt die Käsekrümel, die übrig bleiben. Er mault ein wenig, weil zu Käse ja auch Wein gehört. Im Topcase aber nur die depperte Colaflasche rumkullert, sagt er.

    Bei der kleinen Pause am Fernpass sehe ich definitiv den ersten blauen Himmel, seit ich losgefahren bin.

    Es geht über Garmisch-Partenkirchen, ein kleines Stückerl Autobahn, bis ich wieder Richtung Weilheim auf die Landstraße wechsle. Ich gebe dem Navi Order: Kleine Landstraßen, wenig Verkehr, Kurven und hübsche Mädchen …

    Es wurden fast alle Anforderungen erfüllt. Ich komme am Ammersee vorbei, in Etterschlag, wo früher die berühmte Killerampel stand. Kurvig, kurvig durch den Landkreis Fürstenfeldbruck Richtung Dachauer Hinterland und schwupps war ich in Haimhausen.

    Ich denke mir: Schade … könnte bei dem schönen Wetter noch Stunden weiterfahren. Vielleicht wären die hübschen Mädchen noch gekommen.

    Nach 353 Kilometern bin ich mit heilen Knochen angekommen, und das geflickte Zeltgestänge hat auch gehalten. Supi. Trotzdem gibt es demnächst ein neues Zelt.

    Mit jeder Menge Fliegen am Scheinwerfer, Windschild, Visier und zwischen den Zähnen bin ich angekommen und denke mir … mei, die 1.152 km waren aber wieder schee.
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    Trip end
    October 6, 2026