Germany
Recklinghausen

Here you’ll find travel reports about Recklinghausen. Discover travel destinations in Germany of travelers writing a travel blog on FindPenguins.

11 travelers at this place:

  • Day23

    Schreiben über Schreiben übers Schreiben

    December 23, 2018 in Germany ⋅ 🌧 9 °C

    Noch ein Tag bis Weihnachten, noch Zeit die letzten Weihnachtskarten zu schreiben und vorletzte Gelegenheit für mich den morgen endenden leologistischen, phileologischen, kolumnistischen Adventskalender mit meinen Gedanken zu füllen.
    Denn Schreiben scheint das einzige zu sein, was meinen Gedanken wirklich an Bedeutung verleihen kann.
    Das pflege ich zu sagen, ebenso wie diese Analogie "Schreiben ist wie Kacken, da ist etwas, dass muss unbedingt raus und nachdem man es rausgelassen hat, ist man erleichtert und zufrieden". Während man ersteres jedoch eigentlich immer kann oder bestenfalls sollte, fällt Schreiben manchmal besonders schwer. Denn, da ich weiß, morgen ist Weihnachten, ich keine Arzttermine, Uniabgaben oder anstrengende Arbeit zu erledigen habe, bin ich einfach nur entspannt und in selbiger Vorfreude. Demnach bin ich uninspiriert, also geht eine gewisse Problemhaftigkeit mit proportionnell dazu steigender Schreibbedürftig- und Schreibfähigkeit einher. Anders herum gesagt:
    Je zufriedener ich gerade bin, desto kunstloser werden meine Texte. Ganz gemäß dem Arm einer Berliner Rockgöre, die ich mal im flixbus kennen lernte, auf dem über ihren selbst zugefügten Wunden "Art doesn't come from happiness" tätowiert stand. Am ertragreichsten sind die Krisen.

    Und da ich gerade ziemlich krisenlos zufrieden bin, aber durchaus eine kleine Sammlung von Texten der Vergangenheit habe...
    Hier ein Gedicht, das sich ebenfalls mit dem Schreiben auseinandersetzt:

    ✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒

    Alles entspringt aus nicht

    Kennst du das?
    Diese Morgen und Momente
    In denen du ganz allein still stehst
    Sich die Welt um dich herum aber nichts um dich dreht
    In der niemand nach dir fragt
    Niemand etwas zu dir sagt
    An denen du deine Aufgaben erledigt hast,
    die Hausarbeit gestern zuletzt angefasst,
    keine Prüfung mehr als Last
    Dieie Arbeit nicht nach dir fragt
    Kein anstehender Termin an dir nagt
    An dem du deine WhatsApp Nachrichten beantwortet hast
    Auch Facebook, Snap Chat und Twitter geben dir mal Rast
    Und du bist allein
    Mit dir und deinen Gedanken
    Dein Kopf in der "Leerlaufphase" weiß nicht was er denken soll
    Du bist nicht Gedankenvoll
    Es gibt keine Schranken - toll!
    Doch du hasst es, fühlst dich unnütz, fühlst dich ungebraucht und ungefragt
    Denn du spürst es als Leere
    Fühlst dich allein
    Dabei könnte es lehre
    Und Prozess der Selbsterfahrung für dich sein...

    Doch plötzlich wird der Moment der eben noch so klein
    Bedeutsam und groß
    Denn du hast Gedankenfreiheit
    Und fragt man sich anfangs wohin damit bloß?
    Ist nach kurzer Leere doch schon wieder viel zu viel los

    Gedankenfreiheit
    Selbstverfügbarkeit
    Neutralität
    Von der alles ausgeht
    Endlich Gelegenheit
    kognitive Auszeit
    völlige Gedanken Freiheit

    Denn alles entsteht aus nichts
    Oder nicht?
    ✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒

    Song: The artic monkeys - only walk backwards
    Read more

  • Day13

    Was ist schon natürlich?

    December 13, 2018 in Germany ⋅ ☀️ 1 °C

    "Welcher Tag war heute noch gleich?"
    "Ach, der 13. Dezember natürlich!"
    Diese Verwendung des Wortes 'natürlich' zeigt, dass der Begriff schon längst in unsere alltägliche Sprache übergegangen ist und in diesem Kontext nichts anderes bedeutet als "selbstverständlich". Dabei bezieht sich 'natürlich' doch ursprünglich auf alles, von der Natur ausgehende, vom Menschen nicht künstlich Bearbeitete oder Geschaffene. Genau so weit wie der Gebrauch des Wortes 'natürlich' sich von diesem Ursprung sprachgeschichtlich entfernt hat, genauso so schwierig ist es, den Ursprung des Unnatürlichen zu verstehen.
    Ab wann ist etwas nicht mehr natürlich?
    Heute wird der Begriff häufig mit der Technik kontrastiert. Welche Ausmaße, die der von mir empfundenen Ursprünglichkeit des Menschen zuwider laufen, die Technik hat und künftig haben kann, habe ich gestern zum Thema gemacht.
    Nun gibt es aber Menschen, innovative, zukunftsorientierte, die den zunehmenden Fortschritt im sich verselbständigen, technisierten Leben damit verteidigen, dass alles natürlich ist. Und das stellte ich gestern ans Ende des Blogeintrags. Was, wenn all diese Entwicklungen natürlich sind?
    Ursprünglich im Menschen verankert? Aufgrund seines Verstandes, den er zunehmend nutzt, um Dinge zu perfektionieren und zu erfinden?
    Mit diesem Argument kann man es sich natürlich ;) einfach machen. Und es jeglichen konservativen Gedanken entgegnen, aber ist es auch natürlich, dass wie unseren Planeten schädigen?

    Auch ich habe das Gefühl, das Ganze nimmt unnatürliche Ausmaße an.
    Doch wo begann geschichtlich gesehen Unnatürlichkeit? Wo Technik?
    Dort, wo man Dinge aus unterschiedlichen Quellen, deren Zugang sich nur der Mensch zu verschaffen vermag, kombiniert? Dort, wo man Chemie aus etwas macht? (Worüber ich aufgrund inexistenter Chemie Bewandertheit leider nicht mehr Worte verlieren kann). Dort wo Strom, Bildschirme und digitale Welt beginnt? Oder bereits überall wo der Mensch durch seinen Einfluss in die Natur eingreift? Streng Genommen schon. Ist dann das Schnitzen eines Werkzeugs durch Menschenhand nicht schon unnatürlich?

    Daraufhin würde der Anthropologe Arnold Gehlen antworten, dass der Mensch, welcher in Bezug auf die Sinne und Spezialisiertheiten dem Tier gegenüber ein "Mängelwesen" ist, deswegen eine sich ihm angepasste Kultur als Gegensatz zur Natur schaffen muss. Wir haben eben keine Adleraugen, sondern Fielmannbrillen oder Kontaktlinsen, wir haben keine Jaguarbeine sondern Autos. Wir haben keine Katzenohren, sondern Hörgeräte, Verstärker und Mikrofone.
    Wie weit Gehlen die Technisierung mit der These der Kulturbedürftigkeit befürwortet, bleibt fraglich, zumal wir den 1979 verstorbenen Philosophen nicht fragen können. Doch zum Überleben benötigen wir die Techniken der Neuzeit schon lange nicht mehr. Zum Leben ja, für Lebensqualität, die ja durchaus subjektiv erlebt wird, sicherlich, aber zum reinen Überleben nicht.
    Ob wir nun geschaffen sind um lebenswert zu leben oder bloß zu überleben, kann es meiner Vernunft nach nicht natürlich sein, unseren Planeten und künftige Generationen zu gefährden.
    Und ob wir nun Extensions an buntgefärbten Haaren, Kunstfingernägel und Make up als künstlich bezeichnen oder Lametta am Weihnachtsbaum, sollte darauf geschaut werden, ob Enkelkinder mit dem Maß an Unnatürlichkeit, die sich wohlmöglich natürlich entwickelt hat, noch leben können oder nicht.
    Ach, und weil das jetzt etwas Öko klingt, hier noch was dem widersprechenden: genau genommen macht nicht mal die Aussage "Die Bananenschale kann ich hierhin werfen, die ist doch natürlich, oder?"🍌 in unseren Breitengraden Sinn, wenn Natur tatsächlich all das ist, was so aus ihr entsprungen ist. Bei uns wachsen aber keine Bananen und es wird kein Bananenbaum entspringen, die Verrottung aber je nach Boden ziemlich lange dauern.
    Aber gut, Müll ist eh so n Fass, was ich an dieser Stelle nicht öffnen sollte. Eher anstechen, wie es gleich auf der Weihnachtsfeier passieren wird, auf die ich gehe. Deswegen nur kurz.
    Dass eine unbehandelte Bananenschale nicht so schlecht für die Erde ist, wie im Labor gefertigte Stoffkombinationen, die empirisch geprüft Schadstoffe in die Atmosphäre pusten, ist ja allen klar. Oder?
    Mit der Betrachtung des engen Sinnes jedoch wäre nie Fortschritt zustande gekommen, oder?

    In diesem Sinne
    Ich gehe jetzt zu künstlichem Wichteln, aus künstlichen Tassen künstlich Gebrautes trinken und es wird sich ganz natürlich anfühlen.
    Prost!

    Song: Der wird später unter diesen durchaus künstlichen aber Potenzial ermöglichenden Bedingungen nachgetragen. Oder auch nicht.
    Read more

  • Day1

    In wenigen Minuten geht's los ️

    August 18, 2018 in Germany ⋅ ☀️ 17 °C

    Die Aufregung steigt, gleich geht's los... die wetterlage ist nicht rosig... Aber wir werden das beste daraus machen 💪

  • Day26

    Wieder ein Abschied

    May 7, 2017 in Germany ⋅ ⛅ 14 °C

    Zur Feier von Mutters Geburtstag sehe ich meine Familie wieder . Wir machen uns ein paar frohe Stunden. Nach nur drei Tagen heißt es jedoch schon wieder Abschied nehmen von all den lieben Menschen. Ich mache mich auf den letzten Schenkel der Zwei-Oma-Tour, 500 km streng ostwärts nach Glindow.

You might also know this place by the following names:

Recklinghausen, Реклингхаузен

Join us:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android

Sign up now