• Oliver Hollatz
  • Lea Kuhl
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  • Lea Kuhl

Oli & Lea_Balkan Biking

Lea und Oli radeln von Wien, Österreich nach Patras, Griechenland. Hier könnt ihr uns auf Schritt und Tritt verfolgen und auf dem laufenden bleiben. Lue lisää
  • Yin Yoga im Sunshine house

    25. syyskuuta 2023, Kreikka ⋅ ⛅ 28 °C

    Auch wenn bereits viele neue Eindrücke auf mich gewirkt haben, möchte ich meinen Erlebnissen, die ich bei der Yin Yoga Fortbildung im Sunshine house hab machen dürfen, noch einen Post widmen. Während bei Oli und Noah in Patras das mural Gestalt annahm, tauchte ich - im Yin versunken - in eine Welt für sich ab. Basierend auf Asanas, die im Sitzen beziehungsweise im Liegen ausgeführt und für ca. 5 Minuten gehalten werden, hätte das Programm nach den sportlichen letzten Wochen auf dem Rad und den vielen unterschiedlichen Eindrücken, die von Außen auf uns einprasselten kaum kontrastreicher sein können. Den Körper, oftmals eingepackt und gepolstert mit Kissen und Decken, liebevoll in sanfte Dehnung vesetzen
    - das hört sich erst mal unspektakulär an und sieht noch unspektakulärer aus. Wie meditativ und tiefgehend aber die Asanas und dabei die Arbeit mit dem Körper ist, hab auch ich vorher nicht erahnt- auf physischer, emotionaler, mentaler und energetischer Ebene. Das Yin, das Loslassen, und das Annehmen aller im Moment erlebten Empfindungen war dabei vor allem in den ersten Tagen intensiv und für mich teils auch herausfordernd. Nichts was ich in Yin Yoga Kursen, die ich bislang wahrgenommen habe, erlebt hätte. Der heilsame Ort hier, die Dichte der Einheiten an mehreren aufeinander folgenden Tagen, das ganzheitliche Verständnis und Erleben sowie insbesondere auch Betty, die sehr kraftvoll und mitfühlend den Raum zu halten weiß, haben eine immense Intensität herbeigeführt. Das unfassbar gute Essen von Dora und ihrem Küchenteam, der liebevoll gestaltete Ort und vor allem die herzlichen und achtsamen Menschen, die hier zusamenkommem eröffnen einen Raum, in dem offenbar Einige ihren inneren Prozessen Aufmerksamkeit schenken und diese durchlaufen können. Und auch die wärmende Sonne und das Meer, das gemeinsame Tanzen und Singen waren dabei sehr nährend und haben ihren Teil dazu beigetragen. In den ersten Tagen stand für mich mehr der Kontakt mit mir im Fokus, während ich mich danach umso mehr für die vielen schönen Begegnung öffnen und eine Nähe und Vertrautheit im Miteinander (insbesondere mit den Griechinnen Ingrid und Irini, mit denen ich mir ein Zimmer teilte) erleben konnte, für die ich sehr dankbar bin.
    Die Yineinheiten wurden unterfüttert mit viel Input,- insbesondere aus der chinesischen Medizin, was super aufschlussreich und spannend war. Das Wissen um die Zusammenhänge hat die Erfahrungen ganzheitlicher und intensiver werden lassen und packt mich noch immer.
    In den letzten Tagen des Kurses trafen hier zwei Volunteere ein: Marina und Vicent. Ein französisches Paar, dass seit sechs Monaten mit dem Rad unterwegs ist und große Teile der Route gefahren ist, die auch Oli und ich zurückgelegt haben. Der Austausch war total beflügend und die Beiden herzerwärmend. Spätestens durch den Austausch der Erlebnisse kribbelte es mich wieder aufs Rad zu steigen. Zu gerne hätte ich die Beiden auch mit Oli bekannt gemacht. Der Lust nach dem Radeln sind wir am Morgen zum Sonnenaufgang nachgekommen, noch vor Beginn des Kurses, um anschließend im seichten Wasser zu schwimmen und den Blick aufs stille Meer zu genießen. Mit der Aussicht als Volunteer nach meinem Aufenthalt in Patras zurückkommen zu können um Betty in ihrem Thai Yoga Massage Kurs zu assistieren, konnte ich von diesem schönen Ort etwas leichter Abschied nehmen und konnte mich ausgeglichen und geerdet voller Vorfreude auf den Weg zu Oli nach Patras begeben.
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  • Patras

    6. lokakuuta 2023, Kreikka ⋅ ☁️ 26 °C

    Der letze Post ist durch die viele Arbeit an der Wand eine Weile her…

    Das Wiedersehen mit Noah war sehr freudig.
    Bevor wir anfingen zu malen, nahmen wir uns die Zeit Patras zu erkunden und suchten nach Inspiration für ein Motiv,welches wir dann an die Wand malen würden. Wir gewannen viele Eindrücke und erschlossen uns Patras mit einem künstlerischen Blick.
    Auch wenn wir viele reizvolle Motive einfangen konnten, ließ mich ein Motiv, welches ich in Saranda mit Blick Richtung Griechenland einfangen konnte, nicht los.
    Wir machten noch einige Farbstudien für die favorisierten Motive im Atelier vom Veranstalter Namens Kleomenis ,und entschieden uns aufgrund von Bauchgefühl und weil das Motiv so passend für das Format der Wand war, letzten Endes für den Shot am Steg von Saranda und legten los.

    Die Traurigkeit, dass die Zeit in Patras aber auch bedeutete, dass die Reise bald ihr Ende findet, konnte ich in der ganzen Zeit nicht ganz verbergen. Ich merkte, dass ich mit dem vor Ort, nicht so offen in Kontakt treten konnte und nahm mir zwischendurch auch Zeit zum Alleinsein. Das war wohltuend und dadurch konnte ich mich wieder ein Stück weit mehr öffnen.

    So flogen die Tage mal wieder einer nach dem anderen dahin. Von morgens bis abends Malen, abends dann mit dem Festival Menschen zu Abendessen, ein wenig austauschen und wieder ins Bett.
    Lea kam dann am Ende der Zeit noch für ein paar Tage in Patras vorbei und auch wir hatten noch einige schöne Momente der Zweisamkeit bevor sich unsere Wege wieder trennen würden. Ich bleibe bei dem Plan nach Italien überzusetzen und Lea entscheidet sich noch eine Weile in Griechenland zu bleiben.
    Der Abschied fällt uns schwer. Erfüllt von der Dankbarkeit so viele wahnsinnig schöne Momente miteinander geteilt haben zu können, und mit einer Aufregung in uns alleine weiterzureisen, verabschieden wir uns unter Tränen am Busbahnhof in Patras.
    Neben dem freue ich mich aber auch noch einige Tage von Ancona nach Venedig zu radeln und die Reise ganz in Ruhe für mich ausklingen und noch etwas Revue passieren zu lassen. Und auch Lea hat noch viele Dinge vor sich auf die sie sich freut und von denen sie sicher noch berichten wird.
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  • Volunteering im Sunshine house

    6. lokakuuta 2023, Kreikka ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach dem Abschied von Oli in Patras traf ich mit etwas Schwermut im Gepäck im Sunshine house ein. Da war es wohltuend so viele vertraute Gesichter wieder zu sehen und mit einem Füllhorn an Herzlichkeit empfangen zu werden. Ich konnte mich schnell einfinden und die Kontakte, die ich zuvor geknüpft hatte, konnten sich nochmals spürbar vertiefen. Während ich zuvor als Teilnehmerin die Yin Yoga Fortbildung wahrgenommen hatte, fand ich mich nun hier in der Rolle als Volunteer ein. Betty hatte mich dazu eingeladen gegen Kost und Logis in ihrem Thai Yoga Massage Kurs zu assistieren und zu fotografieren. Das war gleich auf mehreren Ebenen bereichernd. Betty, ihre Schwester Mania und ich waren in Kürze ein gut eingespieltes Team und die Zusammenarbeit war von Leichtigkeit und einem vertrauensvollen Miteinander geprägt.
    Das Fotografieren stellte mich vor die Herausforderung im dunklen Raum die TeilnehmerInnen in Bewegung festzuhalten und erforderte damit eine intensive Auseinandersetzung mit meinem neuen Kameraequipment, dass ich in Athen kurz zuvor gekauft hatte. Bereits vor dem Kauf geriet ich immer wieder in eine Art Sucherblick und konnte dann meinen Blick kaum schweifen lassen, ohne meine Umgebung mit einem gedanklichen Frame zu versehen,- umgeben von so vielen reizvollen Motiven. Das Reisen auf dem Rad erschwerte es dem Bedürfnis nachzukommen, sodass wir wenn dann ab und an den schnellen Griff zum Handy wagten,- um im Tritt zu bleiben und auch um unsere Umgebung losgelöst davon wahrzunehmen.
    Nachdem ich mich mit der neuen Kamera etwas vertraut gemacht hatte, entspannte sich merklich etwas in mir nun tatsächlich dem Bedürfnis nachgehen zu können und ich hatte Freude am Gestalten. Im Sunshine house fand ich darüber hinaus ein dankbares Übungsfeld, sodass sich schnell aufzeigte, dass sich die Investition in die neue Kamera gelohnt hat. Im Thai Massagekurs wurden sämtliche Übungen an mir vorgeführt, sodass ich in den Genuss einiger Massagegriffe kam. Ich genoss die meditative Atmosphäre, die im Raum spürbar war, erwischte mich aber auch immer wieder dabei allzu gern selbst praktizieren zu wollen. Dem konnte ich in den letzten beiden Tagen nachkommen als weniger zu tun war. Die Thai Yoga Massage hat mich erneut begeistert und mir gleichzeitig noch mal aufgezeigt wie viel Geduld und Übung es erfordert um neben den vielen unterschiedlichen Griffen und Körperpositionen in einen guten flow zu kommen und ein feines Gespür für die Handflächen und das jeweilige Gegenüber zu entwickeln. Ich freue mich über die vielen schönen Impulse, die ich hier von Betty und den TeilnehmerInnen erhalten habe, die mir von Beginn an das Gefühl gegeben haben Teil der Gruppe zu sein. Auch Marine war eine der TeilnehmerInnen, die ich bereits bei meinem ersten Aufenthalt im Sunshine house kennengelernt und in mein Herz geschlossen hatte. Sie und ihr Partner sind seit sechs Monaten mit dem Rad unterwegs. Wir erfreuten uns an der Idee gemeinsam die Radreise fortzusetzen. Voller Dankbarkeit nahm ich nach zwei Wochen Sunshine house Abschied von dem Ort und freute mich zugleich nun weiter zu ziehen.
    Auf nach Istanbul!
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  • Ciao Italy, Ciao Schmerz,Ciao San Marino

    8. lokakuuta 2023, San Marino ⋅ ⛅ 22 °C

    Italien begrüßt mich mit einem unangenehmen Ziehen im rechten Unterleib.
    eigentlich hatte ich auf der Fähre den Plan ausgeheckt den Zug nach Florenz zu nehmen, um dort über die Berge Richtung Bologna und anschließend nach Venedig zu fahren.
    Wegen der Schmerzen tat sich aber Unsicherheit auf. Ich dachte es sei vielleicht keine gute Idee alleine in den Bergen zu sein falls das was mich plagt eine Blinddarm Entzündung oder ähnliches sein würde.
    Also fuhr ich erstmal sachte an der Küste entlang. Die Kulisse reizte mich gar nicht und mein Weg führte viel an der Straße lang. Wie gerne wäre ich in die Berge gefahren, aber das Ziehen wollte nicht schwinden.
    Ich entschied mich ein Zimmer in Senigallia zu nehmen um eine Nacht abzuwarten und mich in Sicherheit zu wissen. Als der Schmerz am nächsten morgen noch immer da war, fuhr ich ins Krankenhaus, bekam aber keine Diagnose. Was gut war, war, dass sie eine Blinddarm Entzündung und Probleme mit anderen Organen ausschließen konnten. Wahrscheinlich eine muskuläre Kontraktion sagten die Ärzte.
    Das machte den Schmerz zwar nicht weg, aber immerhin beruhigte sich mein besorgter Geist. Sie empfohlen mir langsam zu machen also nahm ich den Zug nach Rimini und radelte noch eine Weile von der Küste weg mach San Marino, wo an einem Sonntag scheinbar alle Bordsteine hochgeklappt werden. Außer oben auf dem Berg in der Altstadt, da fuhr aber um 19uhr die letzte Seilbahn hoch.
    Also entscheide ich mich morgen früh die erste Seilbahn in die Altstadt zu nehmen, mich umzusehen und danach etwas in den Bergen weiter Richtung Venedig zu fahren.
    Ich kehre in ein Hostel ein und direkt neben dem Gebäude findet, als würde Italien mich schon auf Deutschland vorbereiten wollen, ein italienischer Abklatsch vom Oktoberfest in Zirkuszelten statt.
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  • Ravenna - Parco Del Delta De Po

    9. lokakuuta 2023, Italia ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute Morgen zum Sonnenaufgang nahm ich wie geplant die Seilbahn hoch zum Monte Titano in San Marino. Außer dem netten Ausblick und nem Frühstück, hatte dieses Örtchen für mich leider nicht viel zu bieten. Ohne zu zögern nahm ich den Bus nach Rimini zurück, von wo aus ich mit dem Zug weiter nach Ravenna fuhr. Von dort aus radelte ich endlich wieder los und die Laune stieg unmittelbar. Auch das Ziehen im Unterleib, schien sich mit den Kilometern immer mehr zu verabschieden. Mir viel auf, dass ich mit Lea so gut wie nie die Sonne im Rücken hatte. So fühlt sich nun also der Heimweg an dachte ich.
    Die Blätter an den Bäumen werden hier oben in Italien, im Gegensatz zu Griechenland, auch schon Gelb und das Gefühl des nach Innenkehrens, dass der Herbst als Eigenschaft mit sich bringt, macht sich auch in mir bemerkbar. Es fühlte sich wohlig an. Fast so, als würde man sich in der Kälte einen warmen Pullover überziehen. Das erste mal auf der Reise freute ich mich darüber auf dem Heimweg zu sein.
    Wie die Ambivalenz des Lebens aber nun mal ist, fand ich mich, kurz nach dem gerade geschilderten Gefühl, in einer Landschaft wieder, die mich vor Freude unterwegs zu sein nur so sprudeln ließ. So gerne hätte ich mich in diesen Momenten zu Lea umgedreht. Ihr Phantom-Lachen begleitete mich aber auf meinem Weg und bereitete mir ein zusätzliches Lächeln ins Gesicht. Ein Reservoir in dem ich Flamingos begegnete, links und rechts neben dem Weg nur Wasser war und in dem die Fischreiher, wie die Schwarz-Weißen Pfähle an deutschen Autobahnen, alle fünfzig Meter ihren Posten hielten. Wie schön diese Gebiete sind, in denen der Mensch ein eher seltener Gast zu sein scheint.
    Zum krönenden Abschluss schlage ich mein Zelt am Strand auf, kühle mich noch einmal im Meer ab und genieße das Meeresrauschen wie auf einer Entspannungsübung-CD zum einschlafen.
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  • Lido di Spina - Chioggia - Lido

    10. lokakuuta 2023, Italia ⋅ ⛅ 22 °C

    Als ich mit dem Aufgehen der Sonne am Strand wach wurde, war es unfassbar nebelig. Alles war Nass. Und der Sand hatte, an so gut wie all meinem Hab und Gut klebend, keine andere Wahl als mit auf die Reise zu gehen. Unangenehm. Ich machte eine geistige Notiz: "Wenn noch einmal am Strand zelten, dann ausnahmsweise mal die Wetterprognose für den nächsten morgen checken."
    Der Ort in dem ich mich befand, stellte sich als Kurort heraus. Er war wie ausgestorben. Die Hotels waren leer, Supermärkte geschlossen und der Nebel Trug einen entscheidenden Teil dazu bei, dem Ort das Antlitz einer Geisterstadt zu verpassen. Das offene Café kam mir fasst wie eine Verführung oder Fata Morgana vor.
    Die Geisterstadt hinter mir gelassen, radelte ich in einen Pinienwald hinein. Ich liebe die Form und den Duft der Pinie. Rechts von mir tauchten einige Rehe auf und plötzlich hörte ich das aggressive Geräusch eines Tieres, dessen ruft ich nicht zuordnen konnte. Ohne jegliche Logik schoss mir das Bild eines Bären in den Kopf. Komisch war aber, dass die Rehe in die Richtung des Geräusches liefen. Und da entdeckte ich auch schon den Hirsch. Beseelt diese schönen Geschöpfe von so nah beobachtet zu haben fuhr ich weiter und es blieben nicht die einzigen die ich beobachten durfte.
    Nach dem Wald kam leider lange keine schöne Strecke mehr. Der Nebel begleitete mich immer noch und machte die trostlose Landschaft noch weniger reizvoll. Erst 50km weiter in Chioggia, dessen Charme darauf hin deutete dass Venedig nicht mehr weit sei, hatte mein Auge wieder etwas woran es sich erfreuen konnte. Die bunten aber leicht verwaschenen Fassaden begrüßten mich freundlich.
    Immer wieder am Tag gab es kleine Wasser Abschnitte, die ich mit kleinen Fähren überwand. Und ich war froh, als ich die letzte Insel Lido um 17:45 mit einer solchen erreichte. 95km bin ich heute geradelt. 5 davon mit Fähren gefahren. Und erstaunlicherweise finde ich noch die Energie diesen Text hier zu tippen.
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  • Venedig

    11. lokakuuta 2023, Italia ⋅ ☀️ 23 °C

    Routiniert und fix packe ich morgens bei Sonnenaufgang mein Zeug zusammen und fahre über die Insel Lido zur Fähre, die mich rüber nach Venedig bringen würde. Mein erstes Ziel war Venedig Mestre, welches außerhalb des malerisch-historischen Stadtkerns lag, um mein Gepäck und das Fahrrad in der Unterkunft zu parken.
    Als das geschafft war, ging es los. Mehr als flanieren war fast den ganzen Tag über nicht drin, weil ich noch so müde war von den letzten beiden Tagen und weil ich spüre wie ich, nach den vielen vielen Eindrücken der letzten Monate, dass erlebte verarbeiten und zuhause einkehren mag, anstatt noch mehr Eindrücke in das gefühlt volle Fass meines Erlebens zu laden. Dennoch verzaubert mich Venedig natürlich an jeder Ecke. Ich mache kaum Fotos, weil es mir schwer fällt , mich auf kleinere Phänomene im großen Schönen zu fokussieren. Aber ich bin fein damit. Ich lasse mich berieseln und schlendere in meiner schludrig abgenutzten Sportkleidung inmitten der adretten Italiener und den wieder ungewohnt vielen deutschen Touristen, über die etlichen kleinen Brücken der im Wasser beheimateten Stadt.
    Da die venezianische Küche berühmt für ihren Umgang mit den Schätzen des Meeres ist, genehmige ich mir, bevor es morgen heimgeht, einen Teller Muscheln in einem unscheinbaren Restaurant. Ich konnte gar nicht anders als meinen Genuss mit den anderen Gästen zu teilen, so gut war es, und es stöhnte nur so aus mir heraus. Ich genieße die Stadt mit all meinen Sinnen. Natürlich lasse ich mir auch die Venezianische Malerei aus dem 13.-18. Jh. nicht entgehen und steuere die Galerie dell' Accademia an. Dort schaue ich mir zum Teil belustigt die Portraits an, die bei verschiedenen Figuren im Gemälde auftauchen. Die selbe Person konnte also mal männlich, mal weiblich, mal mit Bart mal ohne, als Modell für fast alle Protagonisten im Gemälde dienen. Wieder im Tageslicht angekommen, schlendere ich weiter am großen Kanal entlang zum Marcusdom, von dem ich mich, trotz seiner Prunkvollen Erscheinung, sofort wieder abwende, weil zu viele Menschen um ihn herumirren, wie Ameisen um eine auf den Boden gefallene Kugel Eis. Und genau so flanierend wie ich in die Stadt hineinging, ging ich am Abend auch wieder hinaus. Danke Venedig. War schön bei dir.
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  • Thessaloniki und die Küste

    18.–21. lokak. 2023, Kreikka ⋅ ☁️ 17 °C

    Es geht auf nach Thessaloniki, wo ich Marine und Vincent treffe und wir uns mit Christos und Nicoletta in einem veganen Restaurant kulinarisch austoben. Die Beiden hatten Christos in Albanien kennengelernt als auch er mit dem Rad unterwegs war. Er feiert unser Vorhaben und liebäugelt damit ein paar Etappen mit uns Richtung Istanbul weiterzuzieziehen. Auch wenn er sich schließlich dagegen entscheidet, begleitet er uns indirekt durch seine immense Unterstützung. Er stattet uns mit wärmenden Inlays, Raika, Powerbank und einem halben Kilo Käse aus und wir erhalten auch aus der Ferne nach wie vor Tipps für sämtliche sehenswerte Orte! Danke dir vielmals Christos! Auch Yorgos, der Besitzer eines Bikeshops in Thessalonik, begegnet uns offen und hilfsbereit: wir schlagen unser Zelt in seinem Garten auf. Da es regnerisch, kalt und ungemütlich bleibt, beschließen wir zwei Nächte in Thessaloniki zu verbringen bevor wir weiterziehen. Gesundheitlich etwas angeknackst, schlägt mir die Kälte etwas auf die Stimmung und ich sehne mich nach einem gemütlichen Rückzugsort, einer warmen Dusche und trockner Kleidung. Dem Bedürfnis kann ich zwar nicht nachkommen, genieße es dafür aber mit Marine und Vincent im Café zu verweilen und gemeinsam mit Tee gegen die Kälte anzukämpfen und auch mit Oli in Ruhe telefonieren zu können, ist wohltuend und erwärmend.

    Da auch für den folgenden Morgen Regen angekündigt ist, entscheiden wir uns zur nächsten Stadt auf unserer Route (Starva) mit dem Bus zu fahren. In der Dunkelheit pesen wir in voller Montur durch den strömenden Regen zum Busbahnhof ... irgendwie ein schöner Euphorieschub in den frühen Morgenstunden :)
    Das tatsächlich unser Plan aufgeht und wir als drei tropfend nasse Passagiere mit jeweils vollgepackten Rädern Platz im Bus finden, sehen wir als Jackpot des Tages an. Bei einem Frühstück in einer Bäckerei warten wir in Strava die letzten Regentropfen ab und es geht für uns halbwegs trocken wieder mit dem Rad auf die Straße.

    Knapp drei Wochen saß ich durch meinen Aufenthalt im Sunshine house kaum auf dem Rad. Was sich sonst auf Oli und mein Rad verteilte, muss nun mehr oder weniger in meinen kleinen Satteltaschen unterkommen. Trotz meines minimalistischen Reisegepäcks platzen diese nun aus allen Nähten, lassen sich nicht mehr schließen und der Turm auf meinem Gepäckträger wächst und wippt entsprechend. Einen Platz für den kleinsten Snack zu finden, stellt mich vor große Herausforderungen.

    Es tut gut wieder in die Pedale zu treten, in Bewegung zu sein und den Fahrtwind zu spüren. Zu Dritt als kleine Crew unterwegs zu sein macht Freude: wir plaudern, singen und erfreuen uns an der Küstenlandschaft. Und auch die Sonne kommt wieder zum Vorschein und unterstreicht die herbstliche Atmosphäre.

    Bevor wir unser Lager an einem einsamen Spot am Strand aufschlagen, begebe ich mich auf die Suche nach einer Wasserquelle und begegne dabei Max aus München, der mit seinem Van auf Reisen ist und von hier aus remote arbeitet. Er gesellt sich zu uns ans Lagerfeuer und wir kommen nicht nur in den Luxus von reichlich Wasser, sondern auch von Rührei am nächsten Morgen.
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  • Paradiesisches Fußballfeld

    20.–21. lokak. 2023, Kreikka ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach einer weiteren sehr kalten und windigen Nacht begeben wir uns in der Früh auf die Räder und machen nach bereits 5km unseren ersten Halt. Die lang ersehnte warme Dusche wird hier getoppt durch ein Bad in den natürlichen Thermen von Eleftheres. Was für eine Wohltat hier gemeinsam im warmen Wasser zu dösen und zu merken wie sich die Muskeln langsam zu entspannen wagen :)
    Der Ort ist völlig verlassen und keineswegs touristisch erschlossen, wie zu erwarten wäre. Dies war aber nicht immer der Fall, wie wir erfahren als uns Leute (die hier die Häuser des ehemaligen Kurortes besetzt haben) im Anschluss an das Bad auf einen Kaffee einladen. Dem hohen Mineralstoffgehalt des Wassers wird heilende Wirkung zugesprochen, sodass die ehemalige Kurortstätte zeitweise nur auf ärztliche Anordnung besucht werden durfte aber aufgrund korrupter Geschäfte als solche nicht mehr existiert.

    Bevor wir losfahren, treffen wir einen Deutschen, der mit seinem Einkaufswagen und seinem Hund zu Fuß unterwegs ist. Er ist seit über 2 Jahren auf der Reise und gibt sich 10 Jahre Zeit um Südafrika zu erreichen. Er ist der Überzeugung, dass für solch ein Vorhaben nur die Einkaufswagen von Lidl taugen: "die haben einfach die besten Rollen". Good to know :)

    Es ist windig und die Etappe recht hügelig. Dennoch legen wir gut Strecke zurück,- auch weil wir uns zu Dritt gut abwechseln können jeweils im Windschatten voneinander zu fahren. Nach 50 km machen wir im Hafen von Kavala in einer Taverne unsere Mittagspause und essen fantastischen Fisch bzw. Marine entwickelt als Vegetarierin spontan Heißhunger auf einen Burger. Weitere 40 km später erreichen wir in der Dunkelheit den verheißungsvoll klingenden Ort „Paradiso“ und finden den bislang flachsten Zeltplatz unserer Reise: ein Fußballfeld. Das Fußballfeld ist von Beerenbüschen umsäumt,- Beeren, die uns am nächsten Morgen unser Müsli versüßen und uns für die nächste Etappe stärken werden. Zudem gibt es auch noch Wasser und sogar einen Tisch und Bänke. Was für ein Luxus,- in dessen Genuss wir bereits beim gemeinsamen Beisammensitzen und Abendessen kommen.
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  • Nationalpark Nestos

    21.–22. lokak. 2023, Kreikka ⋅ ⛅ 23 °C

    In der Früh brechen wir auf und es dauert nicht lang bis uns nach einigen Hügeln hunderte von Wattebällchen, die an Schneebälle erinnern, vor die Räder purzeln. Die weite, einsame Landschaft ist durch Baumwoll- und Weizenfelder geprägt. Vereinzelt sind Feldarbeiter zu sehen, die in ihren riesigen Maschienen, mit denen sie die Baumwolle ernten, wie winzige Playmobilfiguren wirken.

    Kaum haben wir den Watteteppich hinter uns gelassen, erreichen wir den Nestos Nationalpark und damit einen Rastplatz für eine Vielfalt an Vogel- und Pflanzenarten, die sich im und um die großen Salz- und Süßwasserseen ansiedeln. Edel und stolz wirken die Flamingos, die sich hier im Gewässer in ihren rosafarbenen Federkleidern in geselliger Runde zusammenfinden und mit unbekümmerter Selbstverständlichkeit auf einem Bein herumstehen (bei dem Anblick muss ich spontan an meine wackeligen Balanceakte beim Yoga denken, wenn ich in den "Baum" zu kommen versuche.) Die Schildkröten, die in aller Ruhe die Straße überqueren, ziehen sich überraschend rasant in ihren Panzer zurück, als ich dabei etwas nachhelfen mag um sie nicht im nächsten Moment von einen der Gerätschaften geplättet zu sehen.
    Kurzum: ein Ort, der dazu einlädt sich Zeit zum Beobachten zu nehmen. Ich fühle mich hin und hergerissen. Einerseits mag ich meinem Impuls nachgehen hier zu verweilen und andererseits mag ich mit Marine und Vincent im Tritt bleiben und mich weiterhin an unserem Beisammensein erfreuen. Marine und Vincent hinken hinsichtlich ihrer Reise ihrem Zeitplan etwas hinterher und sorgen sich etwas vor der Kälte, die sie in den Bergen in Georgien (die nächste Etappe für die Beiden nach der Türkei) erwartet, wenn sie nicht vor Wintereinbruch dort eintreffen. So genießen wir die Schönheit der vielen Vögel, die über uns hinwegschweben und treten dabei eifrig in die Pedale. Immer wieder überkommt mich ein Gefühl von Freiheit wenn ich mit dem Rad Geschwindigkeit aufnehme, mir die Jacke um den Körper flattert und ich den Fahrtwind im Gesicht spüre, sodass auch ich mich ab und an wie eine weitere, noch nicht gesichtete Vogelart fühle.

    Wie eine Fata Morgana taucht aus dem Nichts kommend, inmitten der Gewässer, eine orthodoxe Kirche auf, die wir uns dann doch nicht entgehen lassen wollen. Wir machen einen kleinen, lohenswerten Abstecher und plaudern etwas mit dem Priester bevor wir die noch rund 70 km, die heute noch vor uns liegen, angehen.

    In einem kleinen Fischerhafen legen wir unsere Mittagspause ein. Ich bin amüsiert und begeistert von dem kleinen, solarbetriebenen Ofen, den Vincent auf seinen Gepäckträger mit sich führt. Beim Picknick werden die Kartoffeln ordentlich in der raketenartigen Form aufgereiht, sodass sie bei unserer Weiterreise gar werden und unser Abendessen später bereichern werden.

    Um 18:30 Uhr wird es bereits dunkel, sodass wir uns nach einem Schlafplatz umschauen. In einem kleinen Dorf, in dem gerade mal eine Hand voll Häuser stehen, kommen wir ins Gespräch mit einem Herrn, der uns nicht nur sein Gartengrundstück als Zeltplatz, sondern obendrein eine Dusche anbietet. Schon ein paar Tage müssen wir mit Katzenwäsche auskommen, sodass bereits der Gedanke an eine Dusche mein Herz höher schlagen lässt. Zwar hatte ich mir nicht ausgemalt, dass die Dusche kalt ist, dafür fühlen wir uns danach umso frischer und ein gutes Stück wacher um unser Abendessen zu uns zu nehmen. Als Appetizer gab es bereits Granatäpfel, die wir vom Baum gepflückt hatten.

    Glücklicherweise hat der Wind etwas nachgelassen und es ist weniger kalt als die Nächte zuvor. Noch ein kurzes Telefonat mit Oli rundet den schönen Tag ab und ich schlafe beseelt ein.
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  • Die Schönheit der Ambivalenz

    21.–22. lokak. 2023, Kreikka ⋅ ☀️ 23 °C

    Am Morgen werden wir von unserem Gastgeber mit Keksen und einer großen Thermoskanne Kaffee in Empfang genommen, bevor wir uns in Richtung Alexandroupoli (die letzte griechische Stadt vor der Türkei) begeben.

    Obwohl es seit Kroatien fast an der Tagesordnung liegt, stockt mir noch immer der Atem, wenn sich streunende Hunde in Rudeln bellend um unsere Füße ansiedeln und in der Regel noch einige Meter mit uns Schritt halten. Den Anschein wahrend möglichst unbeeindruckt davon zu sein, versuche ich mich durch die Menge zu manövrieren und bin erleichtert, dass wir zu dritt nebeneinander herfahrend doch recht imposant daher kommen.

    Uns stehen heute einige Höhenmeter bevor. Kaum ist der erste Berg in Sicht, macht sich bei Vincent allerdings ein Reifenschaden bemerkbar. Während sich die Beiden um das Rad kümmern, fahre ich vor ins nächste Dorf um dort mein Handy und alle Powerbanks, die wir besitzen, zu laden. Schwächelnde Akkus sind fast Dauerzustand. Zu selten bieten unsere freien Schlafplätze eine Möglichkeit diese zu laden. Allein um unserer Route folgen zu können, brauchen wir jedoch die Handys und lassen keine Gelegenheit aus, wenn sich eine Steckdose in Reichweite erahnen lässt.

    Die Route, die mich in das nächste Dorf führt ist steil und das Dorf wirkt, so fernab von allem, zunächst entsprechend verlassen. Umso mehr überrascht mich der ungewöhnlich große und leckere Cappuccino, den ich in einem kleinen belebten Café in dem sich die ganze Dorfgemeinschaft zu versammeln scheint, genieße. Es dauert nicht lang bis sich ein älterer Herr zu mir gesellt und mir freudig mitteilt, dass er Deutsch spricht. Das tut er und dabei blüht er ersichtlich auf. Es stellt sich heraus, dass er in den 90ern für vier Jahre als Sportlehrer in Köln Nippes gearbeitet hat. Verrückt! Er hätte mein Sportlehrer sein können. Vertieft in das Gespräch, schlagen hier gefühlt bereits nach kurzer Zeit Marine und Vincent auf und wir meistern den nächsten Aufstieg. Diesmal werden wir nicht nur von der Weite der Landschaft belohnt, sondern auch von einem Griechen der zunächst hupend mit dem Auto an uns vorbeifährt und einige Meter weiter begeistert aus seinem Auto springt. Keuchend bei ihm angelangt, drückt er uns zwei große Gläser Tahine in die Hand und wirkt sympathisch kindlich in seiner Euphorie über uns und unser Tun, während sein Sohn an seiner Seite noch gar nicht zu begreifen scheint, was hier gerade passiert :)

    Einige Kilometer weiter eröffnet sich vor uns eine karge, fast mondartige Landschaft. Die Baumstämme sind verkohlt, Asche liegt auf der Erde und der Brandgeruch noch immer in der Luft. Es ist bedrückend hier durchzufahren. Wir hatten im Sommer von den Bränden in Nordgriechenland gelesen. Aber so unfassbar viele Kilometer durch diese verbrannte Landschaft zu fahren, macht das Ausmaß erst begreifbar. Die Hinterlassenschaften haben eine mahnende Wirkkraft und sind dabei gleichzeitig so still und unaufdringlich schön. Die verbrannten Baumkronen der Olivenbäume erinnern an das, was sich hier zuvor an dichtem und facettenreichen Grün erstreckt haben muss. Nun wirken die verbrannten Blätter, raschelnd im Wind, je nach Lichteinfall fast golden und bekommen im Kontrast zu den schwarzen Baumstämmen etwas anmutiges. Mich berührt der Anblick.

    Während wir mit dem Wind im Rücken bergab ins Tal nach Alexandroupoli fahren, arbeitet es in mir. Irgendwie ging mir das zu schnell. Die verbrannte Landschaft hat bei mir Eindruck hinterlassen. In ihrer ambivalenten Wirkung reizt es mich, mich auf den Ort weiter einzulassen und hier Fotos zu machen. In Alexandropoli angekommen, bringe ich mein Anliegen in Kontakt mit Marine und Vincent. Ich entscheide mich in Alexandroupoli zu bleiben, um am Folgetag den Weg zurück (diesmal bergauf mit Gegenwind) in die verbrannte Landschaft zu finden.
    Ich bin froh um die Entscheidung und gleichzeitig bedauere ich von den beiden Abschied nehmen zu müssen. Wir verabreden uns für einen vagen Zeitraum in Istanbul,- eine schöne Aussicht! Wir feiern uns und unser Beisammensein mit einem Eis und während die Beiden weiterradeln, erkunde ich noch etwas die Stadt bevor ich mich etwas stadtauswärts in meiner Unterkunft einfinde und mir eine warme! Dusche gönne!
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  • König der Löwen

    22. lokakuuta 2023, Kreikka ⋅ ☁️ 24 °C

    In der Früh geht es zurück zu der verbrannten Landschaft, die ich am Tag zuvor noch mit Marine und Vincent durchkreuzt hatte. Noch vor Sonnenaufgang wollte ich auf dem Berg sein, sodass ich in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden diesen zu bekämpfen hatte. Außer ein paar streunenden Hunden ist niemand in Sicht. Die Weite fernab meines Weges ist spürbar, aber nicht ersichtlich. Es lässt sich nur erkennen, was sich im Radius meines Lichtkegels aufzeigt, ansonsten ist hier nichts beleuchtet. Das trampeln hilft gegen den Schauer, der mich ab und an überkommt. Mit jedem Höhenmeter fegt mir der Wind kräftiger um die Ohren und es wird trotz der schweißtreibenden Strecke kühl. Oben angelangt und durchgeschnauft, taucht am Horizont in slow Mo die Sonne auf. Juhuuu, der Plan ist aufgegangen! Mit dem Wind in der Mähne fühl ich mich wie Mufasa der bei König der Löwen die Steppe überblickt. Zumindest solange bis mir auffällt, dass ich in meinem schlaftrunkenen Zustand am frühen Morgen mein Frühstück habe liegen lassen. Naja, zum Glück nicht die Kamera :) Ich fotografiere und hab Spaß dabei mich in der Landschaft zu verlieren bis sich irgendwann der Hunger zu penetrant meldet und ich im Tal in ein Lokal einkehre, in dem sonst nur Bauarbeiter speisen. Entsprechend groß sind die Mahlzeiten. Und das ist gut so!Lue lisää

  • Samothraki

    24.–26. lokak. 2023, Kreikka ⋅ ☁️ 16 °C

    Samothraki: was für eine Schönheit! Spontan entscheide ich mich von Alexandroupoli ausgehend für zwei Nächte auf die naheliegende, gebirgige und wasserreiche Insel Samothraki rüber zu setzen und diese mit dem Rad zu erkunden.
    Im Hafen von Alexandroupoli lerne ich Johannes aus Berlin kennen, der das gleiche Vorhaben hat. Es scheint so als seien wir die Einzigen auf dieser verlassenen Insel, die dabei so in sich ruhend und mystisch auf uns wirkt. Während wir die grün bewachsenen Berge mit dem Rad erkunden, lassen sich die trockenen Bachläufe mit ihren imposant großen und violett schimmernden und rund gespülten Steinen nur zu Fuß erschließen. Wir erklettern die steilen Felsen und Klippen und begegnen dabei vielen wilden und neugierigen Bergziegen. Kein Wunder - auf einen Inselbewohner kommen wohl 30 wilde Ziegen, wie uns ein Bergbauer später erzählen wird. Selbst inmitten der zerklüfteten Klippen ist das Landschaftsbild durch einen alten Baumbestand geprägt,- vorwiegend aus Eichen, die sich teils so verwuchern, dass sie eine skulpturale Anmutung bekommen. In klaren Felspools erfrischen wir uns und können uns dabei auch noch an dem Anblick von prächtigen Wasserfällen erfreuen. Auf den nur 180 Quadratkilometern der Insel verdichtet sich eine Naturvielfalt, die schwer beeindruckt!
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  • Istanbul - eine Hassliebe

    30. lokak.–7. marrask. 2023, Turkki ⋅ ☀️ 24 °C

    Um noch vor Jahresende den letzten Post unserer Reise abzuschließen, versuche ich meine Zeit in Istanbul noch mal aufleben zu lassen.
    Auch wenn ich der herausragenden Gastfreundschaft, die mir hier begegnet ist, sowie der Stadt an sich mit ein paar Schlagworten wohl kaum gerecht werden kann, entspricht es wohl am ehesten dem, was sich in mir abspielt wenn ich an die 20 Millionen Stadt denke. Sehr präsent bleibt mir mein Gemütszustand, der stets zwischen Begeisterung und Überforderung pendelte.

    Metro, Bus, Ruhe, Raum, Regen.
    Chai, Kuppeln, Moscheen, Teppich. Schuhe. Simit, Katzen, noch mehr Katzen. Fotos, Fähre, Hilal, noch ein Chai, noch mal Bus, wieder Fotos, noch mehr Katzen. Klara.
    Özden, Gebet, Gesang, Seife, Sofa, Hagia Sophia. Nüsse, Menschenmengen, Hagebuttenmarmelade. Vincent, Marine. Dankbarkeit.
    Vorfreude, Rückflug.
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  • Matkan lopetus
    4. marraskuuta 2023