Motorrad Reise über 8.000 Km von Augsburg - durch Frankreich - Spanien - nach Portugal - drei Wochen in Portugal - dann über Spanien - Andorra - Frankreich und Italien zurück nach Augsburg
  • Day1

    Übersicht

    May 11, 1985 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    Nachdem man ja aktuell nicht reisen darf, hat man ja Zeit, endlich die alten Dias herauszusuchen, einzuscannen und einen kleinen Reisebericht zu erstellen..

    Hier der Bericht unserer Motorrad Tour nach und durch Portugal im Mai und Juni 1985. Teilnehmer an dieser Tour waren meine Frau Monika (damals 26), ich (damals 30) sowie meine gute, 10 Jahre alte Moto Guzzi California 850T.

    Unsere Fahrt führte uns quer durch Südeuropa, mehr oder weniger schnell durch Frankreich und Spanien und dann 3 Wochen kreuz und quer durch Portugal. Übernachtet wurde fast immer auf Zeltplätzen, nur in Ausnahmefällen auch mal in kleinen Gasthäusern.

    Alle Bilder der Tour gibts hier: https://photos.app.goo.gl/fWGX5h11qzxZFdN96
    Hinweis: die Bilder wurden von den jetzt 35 Jahre alten Dias erstellt und bearbeitet. Leider ist die Qualität dementsprechend. Und die Bilder in Google sind auch nicht exakt sortiert. Warum auch immer..
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  • Day2

    Frankreich

    May 12, 1985 in France ⋅ 🌧 16 °C

    Durch den Schwarzwald geht es auf kleinen Sträßchen nach Freiburg und dann runter durchs Rheintal nach Frankreich. Die erste Nacht verbringen wir aufgrund des schlechten Wetters in einem kleinen Hotel in Frankreich kurz nach der Grenze. Hier ist es sehr nett, wir finden recht bald Anschluss, und bis um halb ein Uhr morgens wird mit der Dorfjugend gezecht, gesungen und Kicker gespielt. Das einzige Handicap ist die Sprache, aber wie immer mit Händen und Füßen klappt es auch diesmal.Read more

  • Day3

    Vichy (Frankreich)

    May 13, 1985 in France ⋅ ☁️ 9 °C

    Der Zeltplatz am Abend darauf in Vichy ist mit einer Pferderennbahn, einem Football- und einem Fußballplatz gekoppelt. Aber um diese Zeit ist es schon schwer, überhaupt einen offenen Zeltplatz zu finden.

    Nachts werden wir von einem betrunkenen Franzosen angepöbelt. Der Haß auf die Deutschen ist gerade in der Gegend um Vichy (wo der Hauptsitz der deutschen Besatzungsmacht in Frankreich war), noch ziemlich stark spürbar. Aber sonst sind die meisten Leute - hier in Frankreich und in allen folgenden Ländern - meistens sehr freundlich und hilfsbereit.
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  • Day4

    Kurz vor den Pyrenäen

    May 14, 1985 in France ⋅ ⛅ 14 °C

    Die weitere Fahrt durch Frankreich über die bergige Gegend um Clermont-Ferrant, Tulle, Brieve-la Gallarde und Bergerac sind wir dann die meiste Zeit auf der Flucht vor diversen Gewittern, die sich ringsum in den Bergen und Hügeln auftürmen.

    Aber es bleibt den ganzen Tag trocken, bis in den späten Abend, wo wir uns kurz vor der spanischen Grenze in den Pyrenäen ein kleines Motel suchen. Nach einem vorzüglichen Abendessen verbringen wir eine geruhsame Nacht in einem gemütlichen Bauernzimmer mit Blick auf den angrenzenden Park.
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  • Day5

    Burgos (Spanien)

    May 15, 1985 in Spain ⋅ ⛅ 15 °C

    Endlich Sonne! Und sogar vorerst die Aussicht darauf, dass es so bleibt. Wir sind jetzt in Spanien, ca. 150 km vor Portugal. Unser Zeltplatz liegt total einsam an der Straße, kein Dorf, nix drum herum. Das schlechte Wetter bisher hat uns ganz ordentlich vorangetrieben. Wir hatten noch keinen Tag Pause. Aber die alte Guzzi macht einen gesunden Eindruck. 200000 km bisher auf dem Buckel, aber auch mit 480 kg Gesamtgewicht, inklusive Monika, mir und dem Gepäck rennen die 56 Pferde kräftig vorwärts.

    In den vier Tagen seit unserer Abfahrt in Augsburg sind wir zwar noch nicht richtig nass geworden, aber es war immer ganz schön kalt. Im Schwarzwald lag sogar noch Schnee und so haben wir es vorgezogen, recht schnell in südliche Gefilde zu gelangen. Aber auch in den Pyrenäen ist es noch sehr kalt.

    Der nächste Morgen bringt uns dann über den Paß mit dem bedeutsamen Namen "Puerto de Roncesvalles de Ibaneta" (1057m) nach Pamplona, der berühmten Stierkampfstadt. Doch wir halten uns nicht lange auf und verbringen den Rest des Tages fast ausschließlich auf der neuen Autobahn über Vittoria und Mirando-de-Ebro nach Burgos, um endlich einmal schnell ein paar Kilometer in Richtung Portugal voranzukommen.

    Abends sind wir in der Bar am Zeltplatz. Dort treffen wir einen französischen Fernfahrer mit seiner Frau. Die beiden sind mit ihrem Truck auf Hochzeitsreise quer durch Europa. Jean redet mit Händen und Füßen und so klappt die Verständigung diesmal recht gut. Das Abendessen in der Bar und der Wein waren, wie es sich für Spanien geziemt, ausgezeichnet.
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  • Day6

    Von Burgos (E) nach Bragança (POR)

    May 16, 1985 in Portugal

    Trotzdem kommen wir am nächsten Morgen früh aus den Schlafsäcken, um vor dem einsetzenden Regen rechtzeitig das Zelt abzubauen und die Guzzi beladen zu können. Ab Mittag sind dann die Regenkombis gefragt. Die alten Plastex-Kombi von 1976 halten auch nach Jahren den Regen immer noch fast vollständig vom Leibe.

    Am Nachmittag wird es dann langsam aber sicher eiskalt. In einer Fernfahrerkneipe machen wir erst mal Rast. Nach zwei heißen Tassen Tee tauen langsam unsere eingefrorenen Knochen wieder auf. Später bestätigt sich dann wieder die alte Regel, dass man unterwegs in kleinen Raststätten vor denen viele LKWs parken, hervorragendes Essen bekommt.

    Überhaupt haben wir ein ausgezeichnetes Verhältnis mit fast allen Fernfahrern feststellen können. Oft winken sie uns zu wenn wir sie überholen, oder setzen den Blinker sodass wir wissen wann wir überholen können. Vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass Motorräder und Laster das gemeinsame Image von Außenseitern auf den Straßen innehaben.

    Dann regnet es bis wir nach Portugal kommen. Am winzigen Grenzübergang nach Portugal bei der Ortschaft "Pueblo de Sanabria" müssen wir uns in ein Buch eintragen. Hier wird jedes Fahrzeug vermerkt, welches diesen abgelegenen Übergang benutzt. Die Grenzer sind sehr freundlich und erzählen uns, dass wir das erste Motorrad seit Monaten hier oben sind. Wenn's nicht so saukalt und nass gewesen wäre, wären wir noch gerne eine Weile geblieben.

    Der erste Eindruck von Portugal ist dann für uns einfach überwältigend. Die Menschen am Straßenrand, meistens Bauern und deren Kinder, winken uns immer wieder zu. Wir kommen uns fast vor wie bei einem Radrennen oder einer Rally. Aber es macht unheimlich Spaß, wenn wir zurückwinken und sehen, wie sich die Kinder darüber freuen.

    Für die Nacht gehen wir, da es noch immer sehr kalt ist, in ein kleines Hotel in der Grenzstadt Bragança. Der Besitzer des Hotels war schon einmal in Deutschland und spricht ein wenig Deutsch. Das Essen im Hotel ist einfach super. Eine Flasche portugiesischer "Vino Verte" (der 'grüne Wein', also ein ganz junger Rotwein) kostet im Hotel nur etwa zwei Mark. So bleibt es natürlich nicht nur bei einer Flasche...

    Ein älteres Ehepaar aus Dänemark macht hier schon seit Jahren Urlaub. Sie erzählen uns, dass der Norden Portugals die schönste Gegend des Landes ist. Wir haben diesen Eindruck im weiteren Verlauf unseres Urlaubs nur bestätigen können.
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  • Day7

    Bragança (Portugal)

    May 17, 1985 in Portugal ⋅ ⛅ 16 °C

    Der Morgen danach überrascht uns - oh Wunder - mit einem strahlend blauen Himmel über uns. Wir holen sofort die Guzzi aus der uns vom Hotelbesitzer überlassenen Garage, packen unsere Siebensachen, und fahren los. In Bragança besichtigen wir das alte Kastell auf dem Altstadthügel. Es ist eines der sieben Kastelle im Wappen Portugals.

    Der Kassierer, ein junger und gutaussehender Mann wie Monika sofort feststellt, macht eine Privatführung für uns. Die alte Burg ist vollständig mit allem Drumherum erhalten. Im Verließ ist jetzt ein Kriegsmuseum untergebracht. Es sind viele alte Waffen und Rüstungen aus dem Mittelalter ausgestellt. Wir wussten nicht, dass die "Gewehre" zu dieser Zeit so groß waren.

    Die weitere Strecke durch den äußersten Norden Portugals von Bragança bis nach Chaves ist mit einem Wort "miserabel". Teilweise wird einfach nur über das allerorts übliche Kopfsteinpflaster darüber geteert. Plötzlich klaffen tiefe Löcher vor dem Vorderrad auf, und wir sind immer wieder zu Ausweichmanövern und Vollbremsungen gezwungen. Ein Reiseschnitt von mehr als 30 km/h ist hier mit einem großen Straßenmotorrad kaum zu erreichen.

    Aber so haben wir mehr Zeit um die herrliche Landschaft zu betrachten. Und dies entschädigt mehr als genug für die schlechten Straßen. Alles blüht jetzt auf den Feldern und Wiesen, und überall duften die verschiedensten Blumen und Sträucher. Immer wieder bleiben wir stehen, um zu fotografieren, oder einfach um die grandiose Gegend zu betrachten. An einer kleinen Brücke über einem Gebirgsbach machen wir Mittag, und es kostet einige Überwindung, uns wieder von der Faszination der Landschaft loszureisen und weiter zu fahren.
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  • Day7

    Chaves

    May 17, 1985 in Portugal ⋅ ⛅ 17 °C

    In Chaves angekommen gehen wir erst mal einkaufen ins Dorf. Der einzige Polizist fährt gemütlich mit dem Fahrrad durch die Gassen. Hier ist noch wenig von der Hektik unserer Zeit zu spüren. Die alte Bogenbrücke über den Fluss stammt noch aus dem 8. Jahrhundert.

    Beim Einkaufen bricht an Monikas Schuhen ein Riemen, und wir fragen in einem Schuhgeschäft ob man dies reparieren kann. Daraufhin verschwindet die Bedienung mit dem Schuh aus dem Laden. Eine Viertelstunde später kommt sie mit dem reparierten Schuh zurück. Als wir fragen, was wir bezahlen sollen, lernen wir eines der nettesten portugiesischen Worte kennen - "Nada" - Nichts. Wir sind ganz sprachlos und nach vielen "Obrigade" (Danke) laufen wir zurück zum Zeltplatz, wo wir die ersten Karten in die Heimat schreiben.

    Am Abend treffen wir auf dem Zeltplatz zwei junge Fahrradfahrer. Wer einmal im Norden Portugals war, weiß was es heißt hier mit dem Fahrrad zu fahren. Es geht dauernd bergauf - bergab. Mac kam aus Australien. Er ist schon seit einem Jahr in Europa. England, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal hat er bisher besucht. In Portugal ist es seiner Meinung nach am schönsten. Hans kam aus der Schweiz, und nach einigen Bechern Rotwein unterhalten wir uns im besten Schwitzerdeutsch, wobei sich Hans köstlich über unsere Bemühungen amüsiert.
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  • Day8

    Campo do Gerês

    May 18, 1985 in Portugal ⋅ ⛅ 16 °C

    Gleich am nächsten Morgen fahren wir weiter, da es am Zeltplatz in der Nacht sehr laut war (der Platz liegt fast mitten in der Stadt, und am gegenüberliegenden Ufer des Flusses der an den der Platz grenzt, wurde bereits ab 5 Uhr früh mit Kränen und Baggern gearbeitet). Die Landschaft zwischen Chaves und Gerez ist wieder wunderschön. Es liegen vier große Stauseen an der Strecke. Leider ist es zum Baden noch zu kalt, aber in der Sonne liegen tut auch gut nach der langen Fahrt durchs kalte Spanien.

    Der Zeltplatz in Gerez liegt mitten im Nationalpark Portugals. Er befindet sich in einer großen Schlucht etwas außerhalb des Dorfes. Er ist zweigeteilt - ein Teil für Zelte und der andere Teil für Camping- und Wohnwagen. Dieser Teil ist terrassenförmig angelegt, und es ist nicht so einfach, einen guten Stellplatz für unser "Schnüffelmonster" zu finden.

    Ein Teil des Zeltplatzes wird noch weiter ausgebaut. Wir machen leider den Fehler, unser Zelt ausgerechnet in diesen Teil des Platzes zu stellen. Als wir vom Einkaufen zurückkommen, können wir nicht mehr zum Zelt zurückfahren, da plötzlich ein Stapel Abwasserrohre die Zufahrt verstellt. So müssen wir alles wieder abbauen und an einen anderen Platz tragen. So kommt man nicht aus der Übung beim Zelt Auf- und Abbau.

    Am Abend machen wir die Bekanntschaft von Anne, einer Deutschen, die hier mit ihrer zweijährigen Tochter Jolanda Urlaub macht. Es ist schön auch mal wieder mit anderen Leuten deutsch reden zu können. Das Wetter weiß auch noch nicht so recht was es machen soll. Es ist zwar größtenteils recht schön, aber teilweise ziehen auch recht große Regenwolken beängstigend über uns hinweg. In Gerez kracht dann plötzlich ein Gewitter los, während es uns am Zeltplatz noch mal verschont.
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  • Day9

    Gerês Nationalpark

    May 19, 1985 in Portugal ⋅ 10 °C

    Am nächsten Tag ist wieder herrliches Wetter. Wir fahren über einen schmalen Feldweg durch den Naturpark an einen Stausee. Später fahren wir weiter an einen kleinen Bach. Dort liegen Felsen im Wasser, und wir klettern darauf herum um den besten Platz zum Sonnen zu finden. Die Steine bilden dabei Auffangbecken im Bach, sodass überall kleine Seen entstehen. Dies ist bestimmt einer der schönsten Plätze in Europa. Auf freien Wiesen blüht der Ginster und das Heidekraut, im Wald sind Boden und Bäume von Efeu überwachsen. Nach zwei Stunden am See holen wir uns den ersten Sonnenbrand dieses Jahres.

    Monika hat heute Geburtstag, und wir laden Anne und Jolanda zum Essen ins Dorf ein. Ich glaube die Anne hat schon einiges mitgemacht in ihrem Leben, aber sie ist immer lustig und gut aufgelegt. Trotz der Strapazen des Urlaubs mit ihrem kleinen Kind will sie sechs Wochen in Portugal bleiben.

    Am nächsten Morgen fahren wir auf den Markt nach Gerez. Dort kann man (fast) alles bekommen was man zum Leben so braucht. Da gibt es buntes Gemüse und Obst direkt neben geknüpften Teppichen und Ansichtskarten neben frischem Fleisch und Wurst. Es ist fast wie auf einem südländischen Bazar, nur sind die Leute viel gemütlicher, so entsteht nirgendwo Hektik.

    Am Nachmittag machen wir einen ausgedehnten Spaziergang durch den angrenzenden Park. Die gute Luft macht uns gewaltig hungrig, und fürs Abendessen besorgen wir uns frisches Brot, Obst, zwei große Steaks und zwei Flaschen Rotwein. So verbringen wir noch einmal einen ganz gemütlichen Abend im Nationalpark. Mit Musik von Bob Dylan aus der Stereoanlage der Guzzi schlafen wir bald ein.
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