Russia
Krestovskiy ostrov

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4 travelers at this place:

  • Day7

    Auto (Jens)

    Heute ist es also soweit, nach unserem ersten Spiel bei einer Fußballweltmeisterschaft in Kaliningrad folgt nun also unser erstes KO-Spiel bei einer WM. Für viele wenig überraschend stehen sich hierbei die Fußballweltmächte aus Schweden und der Schweiz gegenüber, ein hochklassiges Spiel kann also erwartet werden... Nicht! Lassen wir die Ironie und kommen zum Tagesgeschehen. Mit einer relativ langen Schlafphase im Rücken starteten wir den Tag angesichts der mal wieder starken Regenfälle deutlich gemächlicher. Der Wetterbericht versprach allerdings gegen Mittag eine deutliche Verbesserung, weshalb wir die Zeit mit einer Partie Speedschach überwunden. Speedschach, noch nie gehört? Das ist eine besondere Form des bekannten Spiels Schach, wo der Gegner (in diesem Fall Micha) einen innerhalb von 4 Zügen niedermacht. Na ja, ich habe andere Stärken. Bei der Buchung unserer Unterkunft dachten wir eigentlich aufgrund der im Vergleich zur Größe der Stadt geringen Entfernung zum Stadion, dass wir dieses problemlos fußläufig erreichen können. Dies war allerdings ein Trugschluss, da die Strecke laut Navi ganze 9,1 km betrug, was uns mal wieder vor Augen führte, wie riesig diese Stadt doch eigentlich ist. Wir ließen uns davon aber erstmal nicht beirren und traten die Reise angesichts unseres großen Zeitfensters zu Fuß an. Die Route führte mal wieder entlang von unzähligen beeindruckenden Gebäuden, die einem aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen ließen. Das Stadion wurde zudem auf einer Insel erbaut, weshalb auch einige riesige Brücken überquert werden mussten und uns so auch einen Blick auf einige Kreuzfahrtschiffe bot. Für die letzten Kilometer entschlossen wir uns aber dann doch die Metro (U-Bahn) zu nutzen, was im Hinblick auf die Steilheit und vor allem Länge der Rolltreppe ebenfalls wieder eine beeindruckende Erfahrung war. Gefühlt befand sich der Bahnsteig nur unweit über dem Erdkern. Der Weg zum Stadion führte über eine riesige Allee (1,2 km lang) direkt gerade aus, sodass das imposante Bauwerk bereits von weitem erblickt werden konnte. Was auf dieser Meile abging ist wirklich kaum in Worte zu fassen. Tausende Menschen feierten, sangen, lachten und taten was auch immer. Rein optisch sowie akustisch waren die Schweden klar überlegen, bekamen überraschenderweise aber ziemlich starke Konkurrenz von den Deutschen, die vereinzelt überall zu sehen waren. Wie hat das doch ein Schweizer so schön formuliert „spekulative Frühbucher“ eben. Die Schweden waren super gelaunt und wir wurden angesichts unserer Deutschlandtrikots auch häufig angesprochen. Berechtigterweise durften wir uns auch einige hämische Kommentare anhören, bewältigten dies aber mit gewohnter Lässigkeit, als Hamburgfan bin ich in der Vergangenheit ja viel Kummer gewohnt. Im komplett neugebauten Stadion bahnten wir uns den Weg über Rolltreppen und ein mehr an eine Konzerthalle erinnernden Innenraum in voller Vorfreude zu unseren Plätzen (wir hatten immerhin die teuerste Kategorie). Dort angekommen waren wir einfach nur geschockt, fassungslos, frustriert und stocksauer als wir diese einnahmen. Die Plätze befanden sich in der allerletzten Reihe (direkt unterm Dach), in Höhe der Eckfahne und was die größte Frechheit war hinter der Videoleinwand, sodass man keinen Blick auf das gesamte Stadion hatte und nicht mal wusste welche Spielminute gerade läuft. Die FIFA muss sich angesichts solcher Aktionen nicht wundern, dass so viel negativer Unmut Ihr gegenüber herrscht, denn diese Plätze zu einem Preis von 245 Dollar zu verkaufen ist einfach nur übelste Abzocke #F**kFIFA. Wir taten das in dieser Situation einzig richtige und tranken uns die Situation schön, was sich immerhin positiv auf unser Becherkontingent (die waren wie in Kaliningrad echt ganz nett) auswirkte. Zur Abrundung des ganzen war das Spiel ziemlich beschissen anzugucken (es gab kaum nennenswerte Torabschlüsse) und das Essensangebot (trockenes belegtes Brötchen) war ne ziemliche Vollkatastrophe. Die Stimmung im Stadion war dagegen dank der Schweden wohl ganz gut, jedoch gehe ich davon aus, dass unsere Plätze dies nicht ganz zur Geltung kommen ließen. Die Schweizer Eidgenossen waren nur vereinzelt verstreut im Stadion und akustisch überhaupt nicht wahrzunehmen. Der Rest ist schnell erzählt, Schweden geht aus dem nichts kurz vor Schluss 1:0 (natürlich keine Verlängerung oder Elfmeterschießen) in Führung und zieht in die nächste Runde ein. Immerhin ist dieses Ergebnis für unseren Stopp in Stockholm nicht ganz verkehrt und sofern Schweden Weltmeister wird, können wir zumindest sagen wir haben als einziger den Weltmeister geschlagen. Bis auf die schwedischen Fans leerte sich das Stadion brutal schnell, weshalb wir noch einen kleinen Rundgang durch das Stadion absolvierten. Hinter den letzten Sitzplatzreihen hatte man entlang einer Glasfront einen einzigartigen Blick auf die gesamte Stadt, sowie die Ostsee und da es anscheinend Niemanden interessierte, kosteten wir diesen bis zum letzten Moment aus. Irgendwann wurden wir dann doch einmal freundlich aus dem Stadion geleitet und wir entschieden uns das letzte Spiel des Abends in einer Bar / Restaurant direkt an der Fanmeile anzuschauen. Natürlich klappte auch hier wieder einiges nicht, da wir fast 1h auf unser Essen warten mussten und das Personal prinzipiell einen völlig überforderten Eindruck hinterließ. Egal, kann man nichts machen, irgendwann kam das Essen dann doch und wir verfolgten noch, wie die Engländer den Elfmeterbann brachen (was ist das eigentlich für eine WM?). Direkt nach dem letzten gehaltenen Elfmeter brachen wir in Richtung U-Bahn auf und fuhren bis nahezu vor die Haustür (hätten wir das mal vorher gewusst). Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass es trotz der negativen Rahmenbedingungen (Plätze, Kackspiel, etc.) angesichts der einzigartigen Stimmung vor allem vor dem Stadion sowie der vielen beeindruckenden Bilder eine tolle Erfahrung war, die wir definitiv nicht missen möchten.Read more

  • Day8

    Um 18 Uhr stand das Taxi vor der Tür. Wir machten uns nach unten und bezahlten noch schnell bei Elena die Unterkunft. Sie hatte mit dem Taxifahrer den Preis für uns vereinbart. Das war auch völlig in Ordnung, da dieser den allgemeinen Preisen in Sankt Petersburg entsprach. Sie stellte uns dem Taxifahrer vor. Noch konnten wir kein Wort mit ihm wechseln. Er erhielt die Info, dass wir zum Confed Cup Finale wollten. Er erklärte gleich von sich aus, dass er so lange dort auf uns warten würde, bis wir wieder zurück kommen und uns dann wieder zur Unterkunft zurück bringt. Super! Also stiegen wir ein. Wir veruchten uns gegenseitig vorzustellen. Die Unterhaltung lief wieder mittels Googletranslator und unserem kleinen Russisch Büchlein. Mit dem Handy in der einen Handy und der anderen am Lenkrad raste er durch die Straßen. Maxim, der Taxifahrer, war ein ordentlicher Brocken. Gut so einen Mann in Sankt Petersburg bei sich zu haben, dachten wir uns. Man hat ja schon so einiges gehört. Er fuhr über den westlichen Autobahnring. Das bescherte uns das Vergnügen die Insel Kronstadt vor der Bucht von Sankt Petersburg zu sehen. Ein herrlicher Ausblick zur einen Seite auf die Ostsee und zur anderen Richtung Sankt Petersburg. Von Weitem konnte man eine kleine farbige Kuppel sehen. Je näher wir dem Stadion auf der anderen Seite kamen, konnten wir einen riesigen Turm erblicken. Der noch nicht ganz fertig gestellte Lakhta-Tower, soll mit 400.000 m2 Nutzfläche der höchste Turm in Europa werden. Es soll ein von der Gazprom gesponsertes Prestige-Objekt werden. Maxim fand in der Nähe vom Stadion einen Parkplatz und bot uns an mitzukommen. Wir liefen über die große Brücke in Richtung Stadion und wollten die Atmosphäre aufsaugen. Es liefen jede Menge verkleidete Menschen herum. Wir hatten das Gefühl, als wären die chilenischen Fans in der Überzahl. Das lag wohl auch daran, dass sich die Deutschen eher bedeckt hielten. An jeder Ecke sorgte die Polizei für Sicherheit. Von der Brücke aus hatte man einen tollen Ausblick auf den vor dem Tower gelegenen Strand. Am Stadion angekommen versuchten wir irgendwie noch Karten für das Finale zu bekommen. Wir hatten gehört, dass das Spiel nicht ausverkauft ist. Doch alle Bemühungen auch mit der Unterstützung von Maxim halfen nichts. Er lief inzwischen wieder zurück zum Auto, um dort auf uns zu warten. Wir liefen nochmal näher an das Stadion heran. An den Seiteneingängen standen Voluntäre mit umgehangenen Megaphonen. Sie riefen in russischer Sprache ihre Landsleute heran. Ich fragte eine der Damen, ob noch eine Möglichkeit besteht, ins Stadion zu kommen. Darauf erklärte sie, dass man als Ausländer zusätzlich zum Ticket eine von der Fifa ausgestellte Fan-ID benötigt. Wir liefen eine halbe Runde weiter und fragten uns weiter durch. Wir erhielten die Info, dass es tatsächlich noch Tickets zu kaufen gibt, wo auch eine Fan-ID ausgestellt werden kann. Allerdings befand sich dieser Ticket-Shop an einer U-Bahnstation in der Innenstadt. Die Innenstadt war komplett abgesperrt und schwer mit Auto zu erreichen. Einzige Möglichkeit wäre die Metro gewesen. Wir ließen es jedoch sein, da wir sonst eh erst zur Halbzeit zum Stadion zurück gekommen wären. Also brachte uns Maxim wieder zurück zur Unterkunft. Unterwegs unterhielten wir uns weiter und versuchten immer mehr Russisch zu sprechen. Vor unserer Unterkunft überraschte Maddin ihn dann mit dem auswendig gelernten Satz: "Buila prijatna swami passnakomnitza!" Maxim war sichtlich angetan und freute sich wie Bolle. Auch er war sehr erfreut, uns kennen gelernt zu haben.

    Pünktlich zum Anpfiff schmissen wir uns also vor dem Fernseher auf die Couch und schauten das Spiel. Nachdem am Freitag die deutsche U21 Europameister wurde, waren wir voller Vorfreude. In der Halbzeit fuhren wir nochmal schnell zum Supermarkt um für Biernachschub zu sorgen. Hier kam uns nur der kleine Sicherheitsangestellte in die Quere. Dieser schaute uns schon im Laden in den Warenkorb und erklärte uns mit gekreuzten Armen, dass es nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr zu kaufen gibt. Na Super! Als Alternative zeigte er uns dann alkoholfreies Bier. Ärgh... Um Ärger zu vermeiden, kauften wir also alkoholfreies Bier. So konnten wir quasi nüchtern verfolgen, wie Deutschland Confed Cup Sieger wurde. Nikolai, der Herbergsvater, hatte sich zur zweiten Halbzeit hinzu gesellt. Er konnte auch ein wenig Deutsch und wir stießen schlussendlich auf den Sieg an.
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You might also know this place by the following names:

Krestovskiy ostrov, Крестовский остров

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