• Ute Plank
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Kunst im Kloster

A 8-day adventure by Ute Plank Read more
  • Trip start
    August 22, 2025

    Warmlaufen

    August 23, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 15 °C

    Der Vormittag vergeht mit letzten Vorbereitungen im goldenen Saal, wo wir die nächsten Tage gemeinsam arbeiten werden. Was für ein Ambiente! Ein Kronleuchter, Stuck und viel Gold, ob wir uns da auf unser Papier konzentrieren können werden? Wir tragen Stühle, Wassereimer, Abdeckungen für den Tisch und 1000 Kleinigkeiten ins Zimmer, decken den Fußboden ab und breiten das Material aus. Als alles fertig vorbereitet ist und ich mein Konzept zum 100.000. Mal durchdacht habe, verabreden Max Richter und ich uns zum gemeinsamen Zeichnen. Max alias @sketchermax wird Urban Sketching unterrichten. Max habe ich tatsächlich über Instagram kennen gelernt, wo ich seine Zeichnungen immer bewundert habe. Nun sind wir uns zum ersten Mal im echten Leben begegnet! Und da ist doch die beste Möglichkeit, die jeweilige Arbeitsweise näher kennen zu lernen, gemeinsam zu zeichnen. Wir setzen uns ein Thema und einigen uns auf Lampen innerhalb der Klosteranlage. So können wir ein wenig umherstreifen und werden gleichzeitig nicht von der Fülle an Details überwältigt – das Thema bündelt unseren Blick. Und außerdem grübelt man nicht darüber nach, wie der Kurs wohl jetzt laufen wird.

    Mittagsgebet ist in der Kellerkapelle, und hier kommt mir vor meiner Lieblingsstatue, der frühmittelalterlichen Johannes-Minne, die Idee, dieses Kunstwerk gemeinsam zu zeichnen.
    Ein letztes Mal essen wir Kursleiter in einem fast leeren Speisesaal und dann trudeln im Laufe des Nachmittags die 45 Teilnehmenden nach und nach ein, die wir herzlich begrüßen und zur Rezeption führen, weil viele das Haus noch nicht kennen. Aber es kommt doch eine ganze Mannschaft aus der Hersbrucker Ecke und das ist auch sehr schön.
    Gemeinsam mit den Brüdern kommen wir zum Abendgebet in der Kirche alle zusammen. Die Brüder werden am Dienstag in den Urlaub abreisen, da müssen wir so viel wie möglich genießen, dass sie noch da sind.
    Jetzt geht es auch im Speisesaal turbulenter zu, und um 20:00 Uhr treffen wir uns alle in der großen Bibliothek, um uns gegenseitig ein bisschen besser kennen zu lernen und die wichtigsten Informationen zu bekommen. Jeder Kursleiter hat ein Kunstwerkchen mitgebracht, um seine Arbeit etwas vorzustellen. Anschließend treffen wir noch in Kursraum mit unseren Gruppe zusammen, und jeder erzählt, was er sich wünscht, vorstellt und was ihn hindert, Menschen zu zeichnen. Zehn Personen, ganz schön viel, aber von Anfang an sprechen wir sehr offen und es ist eine freundliche lustige Atmosphäre. In der Cafeteria klingt der Abend aus.
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  • Spicken in den anderen Kursen

    August 24, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C

    Neben meinem Kurs finden ja noch mehrere andere statt: Malerei, Urban Sketching, Holz,-Bildhauerei, Druck und Kalligraphie. Ich erwische heute noch nicht alle, die Maler und die Sketcher sind im Gelände unterwegs. Aber bei den Bildhauern sieht man jetzt schon Erstaunliches. In der Kalligraphie-Werkstatt herrscht, fast wie im mittelalterlichen Skriptorium konzentrierte Stille.Read more

  • Alte Übungen und neue Schritte

    August 24, 2025 in Germany ⋅ ☀️ 20 °C

    Ich schwebe ein bisschen: der erste Tag hat so viel Freude gemacht und so viele unerwartete Erfolge gebracht. Und besonders stolz bin ich auf meine Teilnehmer, dass sie auch Fehler und Schwierigkeiten als Teil des Prozesses annehmen. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich. Gerade Künstler tendieren dazu, jeden Strich schlecht zu reden.
    Wir beginnen mit der alten, aber bewährten Übung aus Betty Edwards Buch „Jeder Mensch kann zeichnen lernen“. Sie vertritt die steile These, dass jeder, der seinen Namen schreiben kann, auch zeichnen lernen kann. In ihren Zeichenübungen beruft sie sich auf die Gehirnforschung und versucht, die geschwätzige, analytische rechte Hirnhälfte auszubremsen, um der linken, kreativen Hirnhälfte mehr Luft zu verschaffen. Wir zeichnen eine komplizierte Linien-Zeichnung von Egon Schiele auf dem Kopf. Keiner der Zeichner hat seine Vorlage richtig herum gesehen. So kann man nicht jede Linie „benennen“ und zeichnet eher die Linien als „ein Auge“ oder „einen Finger“. Die Ergebnisse sind wie immer überraschend gut und zu meinem Erstaunen hat keiner diese Übung jemals gemacht. Wir gehen weiter, indem wir versuchen, die menschliche Figur als eine Silhouette zu erfassen und mit Farbe anzufüllen. Aquarellfarbe in klares Wasser auf dem Papier zu tupfen, ergibt eben immer schöne Effekte und die Zeichner lernen, erst einmal eine grobe Umrissform zu erfassen. Dann entdecken wir die Fähigkeiten eines Wassertankpinsels im Zusammenhang mit einem wasserlöslichen Stift, was für freudige Überraschung sorgt.

    Ein Abstecher in die Kellerkapelle führt zu unserem ersten Modell des Tages, das uns garantiert nicht wegläuft. Die frühmittelalterliche Statue von Johannes und Jesus zeichnen alle mit großer Konzentration und Hingabe. Dann aber geht es hinaus ins herrliche Sommerwetter, auf der Jagd nach lebenden Modellen. In der Nachbesprechung reden wir über die Schwierigkeit, die entsteht, wenn das Modell sich ständig bewegt, oder gar wegläuft. Trotzdem sind die Ergebnisse erstaunlich. Robert entdeckt seine Fähigkeit zum Karikieren wieder, die er zum letzten Mal in der Schule angewandt hat - als Schüler meines Vaters!
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  • Nicht im Tempo nachlassen!

    August 25, 2025 in Germany ⋅ ☀️ 13 °C

    Wir sitzen draußen im Hof im Schatten des Pavillons, als mitten am Nachmittag eine Frau aus der Gruppe der Kalligraphen bei uns vorbeischaut. „Ich wollte mal sehen, warum ihr so laut lacht!“. Bei den Kalligraphen herrscht konzentrierte Stille, eine leise zirpende Musik erhöht noch den Eindruck des fokussierten Arbeitens.
    Und warum WIR so laut lachen? Weil mir meine mutige, furchtlose und hochmotivierte Gruppe von einer Überforderung in die andere folgt und Fehler fröhlich weglacht. So eine Gruppe hatte ich noch nie: sie machen jeden Blödsinn mit, seufzen und stöhnen, schütteln hinterher die Anstrengung ab und lachen.
    Heute früh haben wir schon so angefangen, mit gestischem Zeichnen. Foto-Vorbilder von Menschen blieben für 20 Sekunden stehen. So lange hat man Zeit zu zeichnen, nicht mehr. Ohne Übergang folgt die nächste Zeichnung. Am Ende schütteln alle ihre Hände aus, warten darauf, dass sich der Herzschlag wieder beruhigt, und gucken neugierig bei den Nachbarn, was dort entstanden ist. Es hat sich bewährt, nach jeder Übung zu fragen: „wie geht es euch“ oder „wie ist es euch ergangen?“. Alle teilen sich offen mit, erklären, woran sie hängen geblieben sind und erzählen, was ihnen klar geworden ist. Das ist für die ganze Gruppe hilfreich.
    Ich erzähle etwas über das Reportagezeichnen und zeige Beispiele. Alle sind aufmerksam dabei.

    Anschließend lernen wir Hände zu zeichnen, indem wir sie zu Fäustlingen vereinfachen. Das mag nicht sofort gelingen, hilft aber am Nachmittag, die bewegten Hände besser erfassen zu können.
    Der Höhepunkt ist nachmittags der Besuch bei Bruder Schorsch in der Schweißerei. Er erwartet uns, nimmt elf auf ihn gerichtete Augenpaare gelassen hin und hat sogar extra ein Werkstück vorbereitet, dass er vor unseren Augen erhitzt, formt und abkühlt. Wieder einmal sind wir alle in der totalen Überforderung . Was soll man zeichnen? Wie mit der ständigen Bewegung unseres Modells umgehen? Wie können wir die Akzente setzen, das rot glühende Werkstück, das flackernde Feuer und das viele schwarze Metall in der Werkstatt.? Alle kritzeln und zeichnen und malen, was das Zeug hält.
    Bruder Schorsch, der 50 Jahre lang eine Werkstatt im afghanischen Kabul geleitet hat, schickt uns schließlich hinaus, weil die letzten Arbeiten an dem Herz, dass er für uns schmiedet, viel Funkenschlag und Lautstärke bedeuten. Alle arbeiten im Freien an ihren Zeichnungen weiter, die mit kleinen Notizen angereichert sind: die Temperatur des Ofens (2500 Grad), der Name der hochwertigen Kohle (Anthrazit), die Erläuterungen von Bruder Schorsch.
    In einer Reportage-Zeichnung möchte man einen Vorgang beschreiben und erklären. Das ist eine unglaublich steile Aufgabe, die ich gerne an das Ende der Woche verschoben hätte. Aber morgen fahren die Brüder in den Urlaub und so eine Chance lässt man nicht verstreichen.
    Bruder Schorsch kommt mit dem frisch geschmiedeten Herz nach draußen, das er unserer Gruppe schenkt, ebenso wie seine volle Aufmerksamkeit für die Zeichnungen, die in seiner Werkstatt entstanden sind. Ein lebhaftes Gespräch entspinnt sich, und alle sind wie elektrisiert. Wir schmieden noch aufregende Zeichenpläne für morgen, bevor wir für den Abend auseinandergehen.
    Etwas später setze ich mich noch zu Bruder Schorsch. Ganz spontan habe ich ihm vorher als Dankeschön den Bildband von George Butler, einem meiner großen Vorbilder der Reportagezeichnung, geschenkt. „Drawn across Borders. Stories of Migration“ erzählt von den Wanderbewegungen, die die Zustände der Welt unter den Menschen auslösen. George Butler begibt sich dorthin, wo sich sonst nur Kriegsfotografin aufhalten. Nicht an die Frontlinie, aber in die Lage, die zerstörten Städte, die Krankenhäuser. Das Papier auf den Knien, ein Tintenfässchen und eine Feder in der Hand, zeichnet er mit sensiblem Strich auf, was er sieht, und kommt dabei mit den Menschen in Kontakt. Für Bruder Schorsch ist das vertrautes Territorium. Er benennt mir die blauen Planen der UNO-Abgesandten im Bild (Schutzdächer für Häuser ohne Dach), die kleinen Ölkännchen auf dem Basar und die Windräder. Was hat er nicht alles über Windräder zu erzählen! Geschichten, die eine starke Symbolkraft haben so bringt Kunst auch uns ins Gespräch.
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  • Privatkonzert für Zeichner

    August 26, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 25 °C

    Was für eine Chance! Achim, der in meinem Kurs keinen Platz mehr gefunden hat, bietet großzügigerweise an, ein Konzert für uns zu spielen, das wir zeichnen dürfen. Vom ersten Moment springt der Funke über, denn Achim spielt nicht nur, er singt auch, witzig, kritisch, sehnsüchtig, er zieht wirklich viele Register. Und meine Schäfchen zeichnen wie die Wilden und die Ergebnisse sind wieder beeindruckend. Die „Urban Sketcher“ haben auch mitgemacht und wir machen ein großes, fröhliches „Familienfoto“! Denn so fühlt es sich an, wenn man gemeinsam schwitzt und stöhnt und scheitert und doch etwas erschafft, was einzigartig ist!
    Uns werden hier einfach Geschenke gemacht und wir ergreifen sie mit beiden Händen! Wie gut das tut und wie viel Freude es macht und wie lebendig wir uns alle fühlen!
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  • Wir reißen aus!

    August 26, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 26 °C

    Obwohl uns die Abgeschiedenheit des Klosters und der Rhythmus der Tagzeitengebete gut tut, reißen wir heute ( nach dem Gitarrenkonzert in der MITTAGSPAUSE, Puuh!)aus und fahren gemeinsam mit den Urban Sketchern nach Marktheidenfeld, um „on location“ zu zeichnen. Wir teilen uns auf und suchen im Biergarten Charakterköpfe oder Passanten in der Innenstadt. Wir werden durchaus wahrgenommen und beäugt, teils auch angesprochen, aber wohlwollend. Was für eine wichtige Erfahrung, sich zu zeigen, das eigene Schaffen zumindest in Teilen öffentlich zu machen… und natürlich laufen uns die Modelle immer wieder davon und wir müssen „Frankenstein-Figuren“ machen und den Oberkörper des einen mit dem Unterleib eines anderen Opfers auf dem Blatt „vernähen“. So lernt man, nicht sklavisch am Vorbild zu kleben, sondern sich zum „Boss“ der eigenen Zeichnung zu machen! Und dass wir die Biergarten- Zeichner sozusagen gewaltsam von der Bierbank lösen müssen, weil sie so was von die Zeit vergessen haben- das ist doch das beste Zeichen, oder?Read more

  • Es wird richtig bunt bei uns!

    August 26, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 26 °C

    Vormittags bereiten wir uns die Malgründe für die Session mit dem Gitarristen am Nachmittag vor. Ein farbig grundierter Malgrund ruft bereits eine bestimmte Stimmung und Energie hervor und spart Zeit beim Live zeichnen, denn man muss nicht alles selbst erzeugen im Moment. Außerdem macht es riesigen Spaß, zu schütten, zu kleckern, zu spritzen, zu raspeln, zu gießen und ganz allgemein ein bisschen farbiges Chaos anzurichten. Damit die Bischöfe in unserem goldenen Saal nicht aus Versehen mit Farbtupfer versehen werden, gehen wir in den sonnigen Hof hinaus und vergnügen uns, die Werke eifersüchtig vor den Machenschaften des Mähroboters beschützend.Read more

  • Bewegte Bilder, bewegte Menschen

    August 27, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 22 °C

    Wir werden hier immer wieder reich beschenkt: gestern hat mir Gertrud angeboten, in verkrampften Momenten eine bewegte Einheit einzubauen. Nach der nachvollziehbar sehr ausführlichen Bildbesprechung unseres unglaublich ereignisreichen Tages gestern sind wir alle ein bisschen durch. Jetzt kommt uns das humorvoll und liebevoll angeleitete Dehnen gerade recht. Gertrud findet herrlich passende Bilder für unsere Verrenkungen, so pflücken wir zum Beispiel Äpfel im Obstgarten von Triefenstein. Wir sind erfrischt und motiviert, nun Bewegung auch im Bild umzusetzen. Meine älteste Tochter war vor der Kunstwoche so nett, ihre Sonnengruß–Praxis vorzuführen und mich filmen zu lassen. Das Video ist etwa 5 Minuten lang und die Bewegung darin kontinuierlich. Es gilt, sich eine Bewegung zu merken und rasch auf dem Papier zu notieren. Jede neue Bewegung wird in einer neuen Farbe umgesetzt. Das schult das Auge, das Gedächtnis und den lockeren Strich. Nach so viel Bewegung kann man auch wieder etwas Theorie über die Kunst des Portraitzeichnens verkraften.Read more

  • Die hohe Schule des Portraitzeichnens

    August 27, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 27 °C

    Das Zeichnen eines Portraits oder Selbstportraits ist die hohe Schule des Menschenzeichnens und ein unerschöpfliches Thema. Wie alle Sujets, die wir hier behandeln, kratzen wir nur an der Oberfläche. Wie viel kann man über die komplexen Vorgänge an der Oberfläche eines menschlichen Kopfes schon in einem Vormittag vermitteln? Doch mit der Präzision eines Uhrwerkes geschieht wieder, was die ganze Woche schon geschieht: die Schüler übertreffen sich selbst. Sie scheinen irgendwelche geheimen Ressourcen anzapfen zu können, oder längst verschüttete Fähigkeiten wieder ans Tageslicht zu holen. Natürlich sinkt einmal die Haarlinie zu weit nach unten, ist die Kopfhöhe nicht ausgeprägt genug, graben sich Falten zu tief ins Gesicht.
    Aber insgesamt sind die Portraits und die vor dem Spiegel angefertigten Selbstportraits einfach nur wunderbar!
    An der konzentrierten Stille merkt man, dass das intensive Betrachten des eigenen Gesichtes auch andere Vorgänge auslöst als nur die Überlegung, wo ich jetzt am besten einen Schatten setze. Rachel fragt sich, was in ihrem Gesicht es ist, das wiedererkennbar ist und Ähnlichkeit hervorruft. So richtig können wir das nicht beantworten und sie wird auch die nächsten Tage daran weiterforschen.

    Begonnen haben wir den Nachmittag übrigens damit, das eigene Spiegelbild zu betrachten, und dabei blind zu zeichnen, also ohne auf das Blatt zu sehen. Auch das bringt erstaunliche Ergebnisse hervor.

    Nach dieser intensiven Einheit brauchen wir eine Pause. Und wir brauchen noch mehr: eine Auflockerung! Darüber liest du im nächsten Beitrag mehr!
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  • Ein Zeichenspiel mit viel Gelächter

    August 27, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 26 °C

    Dieses Spiel habe ich erst im Frühjahr im Kurs von Barbara Yelin gelernt, wo es ebenfalls viel Gelächter hervorgerufen hat. Es funktioniert wie „Stille Post“, nur wird nicht geflüstert, sondern gezeichnet. Die Vorzeichnerin weiß als einzige, was sie erreichen will. Sie beginnt ihre Zeichnung und der Partner zur Linken kopiert Strich für Strich, was er oder sie sieht. Die nächste wiederum kopiert den zweiten und so weiter die Reihe entlang. Dabei zerfließt die Sinnhaftigkeit der Zeichnung ebenso wie die Sinnhaftigkeit der Sätze bei der Flüsterpost. Interessant wird es, wenn Zeichner weiter hinten in der Reihe versuchen,doch etwas Greifbares aus Sinnlosem entstehen zu lassen.
    In unseren Zeichnungen verschwindet der Mann nach und nach aus dem Bild, das Hündchen verwandelt sich in einen Engel und aus dem Spiegel der ideegebenden Arnolfini-Hochzeit wird ein Gockelhahn. Schon während des Zeichnens ist das Gelächter groß; als wir die Bilder in Reihe betrachten, erst recht. Denn aus den oben beschriebenen Entwicklungen im Bild kann man natürlich allerhand Philosophisches und Feministisches herauslesen…
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  • Flügge und auf Engeljagd

    August 28, 2025 in Germany ⋅ 🌧 18 °C

    Heute bekommt meine Gruppe „frei“, um eigene Projekte durchzuführen. Gitte geht auf Engeljagd in der Kirche und zeichnet die kleinen Putten. Später schneidet sie sie aus und baut sie in ein prachtvolles, sehr barockes Bild ein. Johanna zieht sich um und lässt sich in Flamenco-Posen fotografieren, Flamenco zu tanzen ist ihre Leidenschaft und sie hat angekündigt, für die Menschenzeichner nächstes Mal zu tanzen! Dann nimmt Johanna die Rohrfeder und macht mit Tusche einen richtigen Tanz auf einem riesigen Bogen Papier.
    Eine Rohrfeder ist tatsächlich aus Schilf geschnitten und macht eine unruhige, individuelle Linie, die nicht immer zu kontrollieren ist- für gestische Zeichnungen ideal! Aber der Mut, dies so spontan einzusetzen, ist sehr bewundernswert! Und die Ergebnisse umwerfend!
    Tamara zieht sich in den ruhigen Raum der Kalligraphen zurück und arbeitet an ihrer Portraitgalerie im Miniaturformat. Die anderen bosseln an ihren Arbeiten der Vortage herum und verbessern Schritt für Schritt ihre Bilder.
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  • Spionieren

    August 28, 2025 in Germany ⋅ 🌧 20 °C

    Wenigstens eine kleine Runde konnte ich heute drehen, um zu sehen, wie in den anderen Kursen gewerkelt wird. Heute Abend wird es zwar zum Festabend einen allgemeinen Rundgang geben, aber da werden dann ja nur noch fertige Werke präsentiert. Die Urban Sketcher hat der Regen nach innen gezwungen, die Schnitzer arbeiten teils unter Schirmen. Überall ist eine gewisse Endspurt Stimmung zu spüren, denn für die meisten Kurse endet die Arbeitszeit heute mit dem Abendessen.Read more

  • Menschenmengen

    August 28, 2025 in Germany ⋅ 🌧 20 °C

    Fast unser letztes Thema ist das leichte Erfassen von größeren Ansammlungen von Menschen. Selbst wenn man im Menschenzeichnen besser wird, hat man oft nur vereinzelte Personen wie eine kleine Vignette auf dem Papier stehen. Um ein bisschen Kontext zu geben, zum Beispiel, dass sich diese Person auf einer Demonstration oder in einem Konzert befindet, ist es hilfreich, viele Personen schnell erfassen zu können. Wir üben dabei das Konzept der Karottenmännchen. Wenn man die Augen etwas zusammen kneift, sehen laufende Menschen wirklich ein wenig aus wie eine Mohrrübe, breit in der Schulterpartie, schmal in den Füßen, die beim Laufen oft optisch eng beisammen sind. Nur noch ein Tüpfelchen als Kopf und fertig ist ein angedeuteter Mensch. Wer möchte, kann mit Linien Details einzeichnen, Mit diesem Konzept haben wir eine Menge Spaß.Read more

  • Ausbeute

    August 28, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    Als wir unseren Raum herrichten, um die abendlichen Gäste zur Vernissage zu empfangen, wird uns das Ausmaß dessen, was wir in dieser Woche geschafft haben, erst richtig bewusst. Im Rückblick erschließt sich, welche Entwicklungssprünge alle gemacht haben.Read more

  • Vernissagemomente

    August 28, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Vielleicht mehr als sonst bei einer Vernissage liegt geradezu ein Knistern in der Luft, immerhin stellen um die 40 Kunst schaffenden aus und jede und jeder bringt ein bisschen Nervosität, Vorfreude und Schmetterlinge im Bauch mit. Es werden ja auch Gäste von außerhalb erwartet und Raymond von der Mainpost sammelt schon den ganzen Nachmittag Eindrücke. Es wird ein wunderschöner, euphorisierender Abend. Ein bisschen zu laut und trubelig für manchen Geschmack in den einzelnen Räumen, aber was für eine schöne Idee, allen die Gelegenheit zu geben, alles zu sehen! Die Besucher sind sehr interessiert und suchen das Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern. Mit all-you-can-eat-Eiscreme und einem wunderschön zusammengestellten Fotorückblick von Hannah klingt der Abend aus.Read more

  • Kolorieren, Aufräumen und Verabschieden

    August 29, 2025 in Germany ⋅ ☀️ 18 °C

    Unsere Gruppe möchte den letzten Vormittag im Kloster nicht nur mit Kofferpacken verbringen. Und so machen wir noch eine kleine Einheit über das Kolorieren von Zeichnungen. Wenn Licht und Schatten nicht sehr eindeutig sichtbar sind oder ich die Szene nicht so schnell erfassen kann, helfen ein paar kleine Grundregeln, um mit Licht und Schatten Volumen in einer Zeichnung zu erzeugen. Dafür stelle ich persönlich mir die Richtung und Höhe der Lichtquelle vor und dekliniere den Schattenwurf in der Zeichnung einfach durch.

    In unserer Schlussrunde sagen wir uns wieder und wieder, wie toll wir uns gegenseitig gefunden haben, wie kreativ, wertschätzend und abenteuerlustig unsere Gruppe war. Ich bekomme so schöne Rückmeldungen, dass ich wirklich tief berührt bin!
    Dass meine Menschen-ZeichnerinInnen mir am Schluss das Herz von Bruder Schorsch überreichen, das eigentlich uns allen gehört hätte, ist ein wunderschöner Ausdruck ihrer Wertschätzung.
    Auch ich habe als Lehrerin in dieser Woche unendlich viel gelernt und profitiert. Was ich in der Vernissage gesagt habe, gilt: meine Gruppe ist die tollste der ganzen Veranstaltung gewesen, und zwar auch menschlich! Zumindest haben wir das so empfunden…😉
    Und so ist auch das durchaus nicht unkomplizierte Aufräumen, zusammen im Handumdrehen erledigt. Diese Woche war gut zu uns und ich verabschiede mich mit einem Küsschen auf die Nase von Barbaras wunderbar gestaltetem Kamel.
    Termin für 2026 steht schon, sich rechtzeitig vormerken zu lassen, ist nach diesem Erfolg sicher keine schlechte Idee. 10. bis 16. August 2026! gaeste@christustraeger.org
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    Trip end
    August 29, 2025