• Womofahrer on Tour
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Norwegen 2026

Die Route: quer durch Schweden, immer gen Norden, bis wir das magische Lappland erreichen.
Unser Ziel ist die spektakuläre Insel Senja. Wir beabsichtigen, uns Zeit zu nehmen, diese wilde Schönheit ausgiebig zu entdecken.
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  • Tag 26, Lofoten – Festland

    23. April in Norwegen ⋅ ☁️ 5 °C

    23. April 2026: Lofoten – Hanøy
    Nach drei entspannenden Tagen in Eggum setzen wir unsere Tour fort. Den ursprünglichen Plan, dem malerischen Ort Å i Lofoten einen Besuch abzustatten, verwerfen wir aufgrund der trüben Wetteraussichten. Da die Vorhersage für den hohen Norden ohnehin ungemütlich bleibt, beschließen wir, uns langsam in Richtung Polarkreis zu orientieren.
    Wie gewohnt brechen wir gegen Mittag auf. Da wir es entspannt angehen möchten, wählen wir den kleinen Hafen von Hanøy als Tagesziel – einen Ort, an dem wir bereits vor vier Tagen Station gemacht haben. Die Fahrt dorthin erweist sich trotz Regen und dichter Bewölkung als beeindruckend; Norwegen behält seinen landschaftlichen Reiz selbst unter grauem Himmel.

    Kurz nach der Abfahrt, halte ich noch an einem Gestell, an dem Fisch zum Trocknen aufgehängt ist. Diese charakteristischen Holzgestelle, die man überall auf den Lofoten sehen kann, werden im Norwegischen Hjell genannt. Hier einige Aufnahmen, den Geruch zu beschreiben, das spare ich mir. Übrigens: Der markante Geruch, der von den Hjeller ausgeht, wird von den Einheimischen auf den Lofoten oft scherzhaft als „der Duft des Geldes“ bezeichnet, da der Fischfang und Export seit Jahrhunderten die wirtschaftliche Lebensader der Region ist.

    Unterwegs legen wir regelmäßig Pausen ein, um die Aussicht zu genießen, Gas nachzutanken oder die Ver- und Entsorgung zu erledigen. Dabei entdecken wir auf einem Parkplatz erneut einen Easy-Clean-Automaten, wie wir ihn bereits in unserem Bericht über Eggum beschrieben haben. Tag-23-eggum/

    Gegen 16:30 Uhr erreichen wir unser Ziel und richten uns gemütlich ein. Den Abend lassen wir mit einem kleinen Spaziergang ausklingen: Während Tine am Strand Muscheln sammelt, halte ich nach Fotomotiven Ausschau. Dabei mache ich eine kuriose Entdeckung im angeschwemmten Seetang: ein totes Tier, dessen Überreste ich nicht recht zuordnen kann – es sieht auf jeden Fall recht gefährlich aus. :-)

    Natürlich habe ich etwas recherchiert und laut „Google Gemini“ zeigt das Foto wahrscheinlich den verrotteten Siphon oder Körper einer großen Muschelart, die an Land gespült wurde. Die dunkle, ledrige Textur und die ungewöhnliche Form lassen sie im Kontrast zum Seetang wie einen gruseligen, fremden Kopf aussehen. Es ist ein tolles Beispiel dafür, wie die Natur uns manchmal Streiche spielt.

    Wissenswertes & Fakten:
    Der Stellplatz:
    Kosten: 20€
    Gefahrene Kilometer: 112
    Start/Ziel: Eggum – Hanøy paid parking
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  • Tag 27, Hanøy – Innhavnet

    24. April in Norwegen ⋅ ☁️ 1 °C

    24. April 2026: Fährfahrt und Stellplatz mit Kunstrasen
    Heute geht es zurück aufs Festland. Da unsere Fähre erst für 14:30 Uhr angesetzt ist, brechen wir entspannt um 12:30 Uhr vom Stellplatz auf. Trotz des gemütlichen Tempos erreichen wir den Hafen bereits eine Stunde später und überbrücken die restliche Wartezeit bei einer Tasse Kaffee.

    Pünktlich um 14:30 Uhr legt das Schiff ab. Da der Aufenthalt im Fahrzeug während der Überfahrt nicht gestattet ist, machen wir es uns auf dem Passagierdeck an einem Fensterplatz gemütlich. Als ich bei einem Mitreisenden eine äußerst appetitliche Portion entdecke, steht mein Entschluss fest: „Das gönne ich mir auch!“

    Wenig später genieße ich den norwegischen Klassiker:
    Kjøttboller (kleine, runde Fleischbällchen)
    Kokte poteter (Salzkartoffeln)
    Ertepuré (Erbsenpüree)
    Brun saus (braune Soße) und Tyttebær (Preiselbeeren)

    Während wir uns nach dem Essen unterhalten und den Blick über die faszinierende, noch tief verschneite Bergwelt schweifen lassen, entdecke ich plötzlich mehrere Delfine im Wasser. Da sie jedoch recht weit entfernt sind und die Schiffsscheiben beschlagen, gelingen leider keine brauchbaren Fotos. Doch das spielt kaum eine Rolle – was zählt, ist der Moment.
    Nach dem Anlegen fahre ich zunächst rechts ran und lasse den restlichen Strom der Fahrzeuge passieren. So können wir die Weiterfahrt in aller Ruhe genießen, ohne – wie ich immer sage – „jemanden im Nacken“ zu haben.
    Nach einiger Zeit erblickte ich aus dem Augenwinkel im Vorbeifahren die Überreste einer uralten Tankstelle. Bei der nächsten Gelegenheit wendete ich, um die wenigen hundert Meter zurückzufahren. Direkt vor Ort ließen sich keinerlei Informationen zu dem Gebäude finden, doch eine anschließende Internetrecherche brachte schließlich Licht ins Dunkel.

    Im Jahr 1946 ging sie in Betrieb. Sie war im Besitz eines Roald Bye. Um das Fahrzeug zu betanken, musste das Benzin von Hand über einen großen Hebel an der Zapfsäule gepumpt werden. Neben Benzin konnten die Autofahrer Zeitungen und Zeitschriften an der Sørkil Bensinstasjon erwerben. Vor allem auch religiöse Zeitschriften waren fest im Programm.
    Bis in die 1960er Jahre wurde die Sørkil Besinstasjon betrieben. Dann schloss sie ihre Tür. Sie befindet sich heute in Besitz des gegenüberliegenden und traumhaft am Wasser gelegenen Campingplatzes Sørkil Fjordcamping. Zusammen mit dem örtlichen Kulturverein wird dieses Denkmal liebevoll gepflegt.
    Quelle: https://weites.land/

    Gegen 16:30 Uhr erreichten wir den Stellplatz in Innhavet, auf dem wir – wie so oft – die einzigen Gäste waren. Nach einem kurzen Spaziergang, bei dem ich die obligatorischen Umgebungsfotos machte (die aufgrund des trüben Wetters heute leider etwas blass ausfielen), ließen wir den Tag angesichts der grauen Wolken gemütlich im Wohnmobil ausklingen.

    Wissenswertes & Fakten:
    Der Stellplatz: https://bobilplassen.no/innhavet-bobilparkering…
    Kosten: 28€
    Gefahrene Kilometer: 121 inkl. Fähre
    Start/Ziel: Hanøy paid parking – Innhavnet
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  • Tag 28, Wäsche, Schnee und Hängebrücken-Glück

    25. April in Norwegen ⋅ ❄️ -3 °C

    25. April 2026: Innhavnet – Richtung Polarkreis
    Eigentlich sah unser Plan heute nur eine kurze Etappe von 39 Kilometern vor, da Tine die Gelegenheit zum Wäschewaschen nutzen wollte. Da Campingplätze mit Waschmaschine und Trockner auf diesem Streckenabschnitt rar gesät sind, steuerten wir entschlossen die erstbeste Option an – kaum eine Fahrstunde entfernt. Vor Ort stellte sich jedoch schnell Ernüchterung ein: Der Platz entsprach aus verschiedenen Gründen nicht unseren Vorstellungen.

    Also setzten wir die Fahrt fort nach Fauske. Laut Stellplatz-App sollte dort ein Platz geöffnet sein, der über die gewünschte Ausstattung verfügt. Doch auch hier hatten wir Pech – die Tore waren noch geschlossen. Wir nutzten den Stopp in der Stadt immerhin dazu, unsere Vorräte an Diesel und Gas aufzufüllen. Einen weiteren Platz in der Nähe schlossen wir von vornherein aus; dort hatten wir im letzten Jahr schlechte Erfahrungen gemacht.

    Schließlich entschieden wir uns, den Waschtag zu verschieben und stattdessen das Nordland National Park Center anzusteuern. Bis zum Polarkreis, wo wir eigentlich übernachten wollten, wären es zwar nur noch 30 Kilometer gewesen, doch das Wetter schlug um: Bei leichtem Schneefall und der Gewissheit, dass auf 600 Metern Höhe am Polarkreis deutlich schwierigere Bedingungen herrschen könnten – inklusive möglicher Sperrungen der Zufahrten – blieben wir lieber hier. So können wir die Weiterfahrt zum Arctic Circle Center morgen in aller Ruhe genießen.

    Ein kurzer Erkundungsgang bestätigte uns in dieser Entscheidung. Die Umgebung ist malerisch und bietet fantastische Fotomotive.

    Besonders Tine kam voll auf ihre Kosten: Sie entdeckte eine Hängebrücke, deren Konstruktion sie schon immer fasziniert hat.

    Die Route:
    Stellplatz: Nordland National Park Center, Saltfjellveien 2035, 8255 Røkland
    Gefahrene Kilometer: 180
    Start/Ziel: Innhavnet – Saltdal
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  • Tag 29, winterliche Fahrt zum Polarkreis

    26. April in Norwegen ⋅ ☁️ 3 °C

    26. April 2026:
    Nordland National Park Center – Fahrt zum Polarkreis
    Nach einem tiefen und erholsamen Schlaf setzen wir unsere Reise wie gewohnt gegen Mittag fort. Unser heutiges Ziel ist das Arctic Circle Center, das lediglich 33 Kilometer von unserem Übernachtungsplatz entfernt liegt.
    Ursprünglich planen wir, dort eine Nacht zu verbringen. Da es jedoch bereits an unserem aktuellen Standort auf 135 Metern Höhe immer wieder geschneit hat, vermuten wir, dass uns am Polarkreis auf 680 Metern über dem Meeresspiegel eine deutlich winterlichere Kulisse erwartet. Diese Annahme bestätigt sich schnell: Mit jedem Höhenmeter nimmt die Schneepracht zu.
    Zudem peitscht uns ein kräftiger Wind entgegen, der Erinnerungen an unsere Fahrt vor einem Jahr wachruft – damals fuhren wir die Strecke bei tiefsten winterlichen Bedingungen.

    Bei unserer Ankunft am Center stürmt es zunächst noch heftig, doch wir haben Glück: Gelegentlich bahnt sich die Sonne ihren Weg durch die Wolkendecke. Wir genießen die beeindruckende Umgebung und freuen uns darüber, das Polarsirkelsenteret – wie es auf Norwegisch heißt – in einer so tief verschneiten Landschaft erleben zu dürfen. Ein schöner Kontrast zum Vorjahr, als die Zufahrt so stark zugeschneit war, dass wir den Parkplatz gar nicht erst erreichen konnten.

    Da die hohen Schneemassen ausgedehnte Spaziergänge unmöglich machen, verwerfen wir unseren ursprünglichen Plan, über Nacht zu bleiben.

    Nach etwa zwei Stunden Aufenthalt setzen wir die Fahrt fort.
    In der Stellplatz-App habe ich eine vielversprechende Option im Hafen von Hemnesberget entdeckt. Der charmante kleine Ort liegt auf einer Halbinsel und blickt auf eine lange Tradition im Bootsbau sowie in der Holzindustrie zurück.
    Für Tine gibt es jedoch ein weitaus wichtigeres Argument für diesen Platz: Vor Ort stehen Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung. Diese Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen und bringen direkt nach unserer Ankunft die Wäsche auf Vordermann.

    Stellplatz: Hemnesberget havn, Sjøgata 9-16, 8640 Hemnesberget, Norwegen

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 153
    Start/Ziel: Saltdal – Hemnesberget
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  • Tag 30, Hemnesberget

    27. April in Norwegen ⋅ ⛅ 3 °C

    27. April 2026: Ruhetag
    Nach einer erholsamen Nacht auf dem ruhigen Stellplatz starteten wir entspannt in den Tag. Während das Frühstück noch nachwirkte, ließen wir bereits die erste Ladung in der Waschmaschine rotieren – einer der Hauptgründe, warum wir uns für einen weiteren Tag an diesem Ort entschieden hatten.

    Kaum hatte ich das Wohnmobil verlassen, bot sich mir ein beeindruckendes Schauspiel: Zwei Adler zogen majestätisch ihre Kreise am Himmel. Auch wenn ich die Kamera sofort parat hatte, blieben die Tiere leider zu weit entfernt für das perfekte, formatfüllende Motiv. Dennoch war es ein faszinierender Moment, bevor wir uns aufmachten, das charmante Städtchen zu erkunden.

    Hemnesberget wirkte zu dieser Zeit noch fast verschlafen, doch der Schein trügt sicher. Man merkt schnell, dass die örtliche Infrastruktur mit ihren Cafés und Läden in der Hochsaison von weit mehr als nur den wenigen Einwohnern lebt.

    Unser Ziel war ein spezielles Bekleidungsgeschäft, das für seine ausgefallene Wollmode bekannt ist. Ein Muss für Tine – und so fanden wir uns bald in einem gemütlichen Laden wieder, der Stücke präsentiert, die man wahrlich nicht an jeder Ecke sieht.
    Während Tine ausgiebig in den Auslagen stöberte, ließ ich mich von der kleinen Galerie im Nebenraum inspirieren.

    Als wir wieder zusammentrafen, präsentierte sie mir stolz ihre Funde. Inmitten unseres Gesprächs mit der überaus freundlichen Inhaberin fiel mein Blick plötzlich auf ein echtes Juwel: eine Tasse mit Nordlichtmotiv, radikal reduziert von 20 € auf nur 5 €.

    Tine war sichtlich verblüfft: „Wo hast du die denn entdeckt? Ich bin hier ewig herumgelaufen und habe sie nicht gesehen!“ Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Tja, ich bin eben nicht nur ein Nordlichtjäger, sondern auch ein Schnäppchenjäger.“

    Mit guter Laune und Beute im Gepäck machten wir uns auf den Rückweg zum Stellplatz, um nach der Wäsche zu sehen. Die Geräte hatten ganze Arbeit geleistet – fast schon zu viel des Guten. Der Trockner meinte es so gut, dass die Kleidung reichlich verknittert zum Vorschein kam. Da Tine jedoch Wert auf eine glatte Hose legt, kam schließlich doch noch das Bügeleisen zum Einsatz. Als gut ausgestattete Wohnmobilisten sind wir natürlich auch auf solche Eventualitäten vorbereitet. Nun genießen wir die restliche Zeit und nutzen die frisch gewonnene Freiheit, die ein voller Kleiderschrank so mit sich bringt.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 0
    Start/Ziel: Hemnesberget
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  • Tag 31, Hemnesberget – Brønnøysund

    28. April in Norwegen ⋅ ☁️ 6 °C

    28. April 2026: Richtung Kystriksveien
    Auf zur nächsten Etappe! Wir halten Kurs Richtung Westen, direkt auf die legendäre Küstenstraße Rv17 zu. Die Kystriksveien erstreckt sich zwar über stolze 650 Kilometer von Steinkjer bis nach Bodø, doch für uns steht nur eine Teilstrecke auf dem Plan.
    Gegen Mittag verabschieden wir uns von unserem Stellplatz am Hafen von Hemnesberget. Kaum zurück auf der E6, nutzen wir die nächste Gelegenheit im Ort, um unsere Vorräte aufzustocken. Ein kurzer Zwischenstopp am Laksforsen bietet sich für eine ausgiebige Pause an.
    Jede Sekunde stürzen 700 Kubikmeter Wasser über die Felsen.

    Schließlich verlassen wir die E6 und biegen auf die Straße 76 ab. Die folgenden 80 Kilometer führen uns durch eine malerische Landschaft,
    bis wir endlich auf den Kystriksveien treffen. Der ursprünglich ins Auge gefasste Campingplatz entpuppt sich jedoch als kleine Hürde: Niemand ist vor Ort, und auch telefonisch bleibt unsere Suche nach einem Ansprechpartner erfolglos.

    Flexibilität ist alles – also werfen wir wie gewohnt einen Blick in die Stellplatz-App. Unser neues Ziel ist schnell gefunden: erneut ein Hafenplatz. Der Brønnøysund Bobilparkering liegt strategisch perfekt in der Nähe des Torghatten, den wir in den nächsten Tagen erkunden wollen.
    Das Highlight unseres heutigen Standorts: Nur wenige Meter von uns entfernt ziehen die Schiffe der Hurtigruten vorbei – fast direkt vor unserer Nase. Da das nächste Schiff erst spät in der Nacht erwartet wird, stehen Kamera und Stativ bereits in Startposition. Wir sind bereit für den perfekten Schnappschuss!

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 230
    Kosten: 18€/Tag
    Start/Ziel: Hemnesberget – Brønnøysund
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  • 29. April 2026: Ruhetag

    29. April in Norwegen ⋅ 🌧 7 °C

    Hier noch ein Update vom gestrigen Tag.
    Ein später Höhepunkt rundete den gestrigen Abend gegen 1:30 Uhr ab: Gerade als wir uns schlafen legen wollten, passierte die MS Kong Harald, ein Postschiff der legendären Hurtigruten, unsere Position. Wir genossen diesen besonderen nächtlichen Anblick als krönenden Abschluss des Tages und gingen anschließend zufrieden zu Bett.

    Den heutigen Tag verbrachten wir zum Großteil gemütlich im Wohnmobil. Tine widmete sich ihrer neuen Leidenschaft und strickte originelle Figuren, die nun schrittweise unser mobiles Zuhause schmücken.

    Ich nutzte die Ruhe, um mich intensiv mit der Technik meiner DJI Pocket und der Nikon Z6II auseinanderzusetzen. Obwohl beide Kameras schon länger zu meiner Ausrüstung gehören, gibt es in den verschachtelten Menüs doch immer wieder neue Einstellmöglichkeiten zu entdecken oder zu optimieren.

    Während draußen immer mal wieder Schiffe in unterschiedlichsten Größen an uns vorbeizogen, verging die Zeit wie im Flug. Von Langeweile keine Spur – im Gegenteil: Wir waren regelrecht überrascht, als sich der Tag plötzlich schon wieder dem Ende neigte.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 0
    Kosten: 18€/Tag
    Start/Ziel: Brønnøysund
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  • Tag 33, Brønnøysund – Skogmo

    30. April in Norwegen ⋅ ☁️ 10 °C

    30. April 2026: Wir sind in Südnorwegen
    Da das Wetter heute absolut nicht mitspielt, verschieben wir die Wanderung zum Torghatten auf unbestimmte Zeit. Bei diesem grauen Himmel lohnt sich nicht einmal der Abstecher für ein schnelles Foto des sonst so fotogenen Berges. Bevor wir den Stellplatz verlassen, nutzen wir routiniert die Ver- und Entsorgungsstation und füllen an der benachbarten Tankstelle direkt den Diesel auf. Dann geht es los.

    Die Landschaft bis zur ersten Fähre ist zwar reizvoll, doch der große „Aha-Effekt“ bleibt zunächst aus – und das liegt dieses Mal nicht nur am trüben Wetter. Erst nach der Überfahrt zeigt sich wieder das typische Norwegen-Phänomen: Innerhalb weniger Minuten wandelt sich die Kulisse von beinahe schlicht zu spektakulär und dramatisch.
    Obwohl ich am laufenden Band Motive entdecke, entstehen heute nur wenige Aufnahmen. Die Kombination aus Regen, Dunst und mangelnden Haltebuchten macht das Fotografieren schwierig.

    Die Fahrt verläuft daher ohne größere Highlights – bis Tine plötzlich einen Elch am Straßenrand erspäht. Sofort wende ich bei der nächsten Gelegenheit, in der Hoffnung auf einen Schnappschuss, doch der majestätische Waldbewohner hat sich bereits wieder in das dichte Grün zurückgezogen.

    Auf den letzten Kilometern zu unserem heutigen Etappenziel geschieht das Unerwartete: Der Himmel reißt auf, und plötzlich sind nur wenige Wolken zu sehen.

    So kommen wir gut gelaunt am Campingplatz an.
    Direkt nach dem Einchecken lassen wir uns auf einer Holzbank nieder und genießen das seltene Privileg, wieder draußen sitzen zu können.

    Man spürt deutlich, dass wir nun im Süden Norwegens angekommen sind – die Natur zeigt sich bereits im Frühlingsgewand und die Temperaturen sind spürbar milder.

    Die Route:
    Stellplatz: Bjøra Camping og Overnatting
    Gefahrene Kilometer: 173
    Kosten: 27 €/Tag
    Start/Ziel: Brønnøysund – Skogmo
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  • Tag 34, traumhafter Stellplatz in Steinvikholmen

    1. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 16 °C

    Nachtrag zu gestern: Ein unverhofftes Finale
    Bevor wir zum heutigen Bericht kommen, ein kurzes Update aus der vergangenen Nacht. Kaum war der Donnerstags-Post online, meldete sich mein Instinkt als Polarlichtjäger: Ich musste einfach noch einmal hinaus in die Nacht.
    Tine reagierte zunächst amüsiert – immerhin war es bereits nach Mitternacht, der erste Mai war angebrochen und die Dunkelheit hielt sich sichtlich in Grenzen. Doch die Neugier siegte und sie begleitete mich nach draußen. Und tatsächlich: So unglaublich es klang, die Polarlichter zeigten sich erneut. Zwar schimmerten sie vor dem bereits hellen Nachthimmel nur sehr dezent, doch sie waren unverkennbar da. Ein magischer Moment, der das Warten mehr als belohnt hat.

    Freitag, der 1. Mai
    Bei bestem Reisewetter ließen wir unseren alten Stellplatz hinter uns und steuerten ohne größere Pausen unser nächstes Ziel an. Die Vorfreude war groß, denn das Foto in der App versprach viel – und die Realität hielt locker stand.
    Die Überraschung war perfekt, als wir die E6 verließen und einer schmalen Nebenstraße folgten, die uns in eine malerische kleine Bucht führte. Unser neuer Standort liegt direkt am Wasser, auf einer Halbinsel, die von den eindrucksvollen Ruinen einer alten Burg gekrönt wird.
    Wir genießen die ungewohnt milden Temperaturen in vollen Zügen. Mit einem frischen Kaffee sitzen wir vor dem Wohnmobil, lassen die Seele baumeln und beobachten in aller Ruhe die Vögel bei ihrer emsigen Nahrungssuche. Es ist einer dieser friedlichen Momente, in denen man die Zeit einfach mal für einen Augenblick anhält.

    Besonders fasziniert hat uns die skandinavische Gelassenheit: Im kleinen Kiosk am Platz meldet man sich unkompliziert am Automaten an. Hier gibt es Eis, Kaffee und kleine Besorgungen – komplett ohne Personal. Man kann sich kaum vorstellen, dass ein solches Modell überall funktionieren würde; anderswo wäre die Eistruhe wohl schnell leer geräumt.

    Ähnlich beeindruckend war der Besuch im nahegelegenen Hofladen. Auch hier herrschte absolute Vertrauensbasis: Inmitten der Waren waren wir völlig auf uns allein gestellt. Wir haben uns für einen Kuchen entschieden, den wir ganz entspannt per Kreditkarte am Terminal bezahlten. Ein ehrliches System, das diesen idyllischen Ort nur noch sympathischer macht.

    Die Route:
    Stellplatz: Bjøra Camping og Overnatting, Fv17 50, 7863 Overhalla
    Gefahrene Kilometer: 181
    Kosten: 18 €/Tag
    Start/Ziel: Skogmo – Steinvikholm
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  • Tag 35, mal wieder zur Magalaupe

    2. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 5 °C

    Es geht wieder weiter. Während ich das Wohnmobil auf dem schmalen Weg wende, nutzt Tine die Gelegenheit, um am Kiosk unseren Müll zu entsorgen. Dort wird sie von einem Norweger angesprochen, der mit seinem alten Käfer unterwegs ist, um seinem Enkel die Burg zu zeigen.
    Ich geselle mich zu den beiden und es entwickelt sich schnell ein längeres Gespräch. Da der Norweger viele Jahre in der Schweiz gelebt hat, spricht er hervorragend Deutsch. Als ich beiläufig erwähne, dass ich einst Kfz-Mechaniker bei VW gelernt habe, ist er sichtlich begeistert. Stolz präsentiert er uns seinen 64er Käfer bis ins kleinste Detail und betont dabei mehrfach, dass sich alles – sogar die Lackierung – noch im absoluten Originalzustand befindet. Sowohl Tine als auch ich sind fasziniert, nicht nur von dem Fahrzeug selbst, sondern auch von dem zeitgenössischen Zubehör.

    Nach der ausführlichen Oldtimerbesichtigung, machen wir uns auf den Weg. Wir nehmen die E6 welche auf dem Streckenabschnitt keine Besonderheit für uns bereithält. So halten wir nur mal an, um Gas zu tanken und etwas einzukaufen. Ja auch heute am Sonntag haben die Läden hier in Norwegen geöffnet. Oft ist nur ein bestimmter Teil der Läden zugänglich, damit man das Nötigste bekommt. Wir sind verwundert, dass uns auf der E6 so viele Autos und auch Wohnmobile entgegenkommen. Aber da auch hier der 1. Mai ein Feiertag ist, sind das bestimmt Reiserückkehrer. Diese Vermutung bestätigt uns später die freundliche Campingplatzbesitzerin von unserem heutigen Ziel. Wir sind abermals am Campingplatz an der Magalaupe. Der Platz liegt günstig in der Mitte zwischen unserem vorherigen Platz und unserem nächsten Ziel. Außerdem gefällt es uns hier immer sehr gut. Die nur wenige hundert Meter entfernte Schlucht Magalaupe überrascht immer wieder mit unterschiedlich starkem Wasserdurchfluss. Wir haben die Schlucht schon bei wenig, aber auch mit sehr starker Strömung erlebt.
    Morgen werden wir zur Schlucht spazieren, mal sehen, wie stark die Strömung ist. Als wir hier am Campingplatz ankommen, werden wir freundlich von der Besitzerin empfangen und nach einem kurzen Plausch mit der Deutsch sprechenden Chefin, beziehen wir unseren Platz. Dort kommen uns gleich einige neugierige norwegische Ziegen entgegen. Die mit Glocke, GPS und virtuellem Weidezaun ausgestattet sind.

    Ein virtueller Weidezaun ist ein GPS-basiertes System zur Weidetierhaltung, das physische Zäune durch Halsbänder und App-Steuerung ersetzt.
    In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Tiere die virtuellen Grenzen schnell lernen und der Stresspegel nicht höher ist als bei traditioneller Zäunung.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 172
    Kosten: 32 €/Tag
    Start/Ziel: Steinvikholm – Magalaupe
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  • Tag 36, Magalaupe

    3. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 5 °C

    Wie gewohnt starten wir mit einem ausgiebigen Frühstück in den Tag. Während zu Hause meist eine gesunde Routine dominiert, pflege ich hier in Skandinavien eine liebgewonnene Tradition: Fladenbrot mit Geitost und Marmelade.

    Ansonsten genießen wir die herrliche Ruhe und lassen einfach die Seele baumeln – während ganz nebenbei Waschmaschine und Trockner des Campingplatzes die Arbeit für uns erledigen. Am Nachmittag zog es uns hinaus zu einem Spaziergang entlang der beeindruckenden Magalaupet.
    Aus dem Englischen übersetzt: Mågålaupet ist eine 100 Meter lange, zickzackförmige Schlucht im Fluss Driva in der Gemeinde Oppdal im Kreis Trøndelag, Norwegen. Es liegt im Drivdalen-Tal, etwa 12 Kilometer südlich des Dorfes Oppdal. Die schmalste Stelle ist 1,5 Meter breit. Wikipedia (Englisch)

    Nach einem netten Gespräch mit der Platzbesitzerin ließen wir den restlichen Abend entspannt im Wohnmobil ausklingen. Als wir jedoch zu später Stunde noch einmal kurz vor die Tür traten, trauten wir unseren Augen kaum: Leise hatte es zu schneien begonnen, der Winter hat uns wieder eingeholt.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 0
    Kosten: 32 €/Tag
    Start/Ziel: Magalaupe
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  • Tag 37, Aufbruch zum Trollstigen

    5. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 2 °C

    Dovrefjell und Wasserfälle

    Unsere Reise geht weiter, und das nächste Ziel steht fest: das Trollstigen Camping and Gjestegård. Der Platz liegt strategisch günstig kurz vor dem berühmten Trollstigen und verfügt über einen kleinen Kiosk. Da wir dort übernachten, können wir morgen nach dem Frühstück ganz entspannt die Serpentinen hinauffahren und die Aussichtsplattform genießen. Obwohl wir schon mehrfach hier waren, ist ein Besuch des Trollstigen für uns jedes Mal ein absolutes Muss, wenn wir in der Gegend sind.

    Nachdem wir den Campingplatz an der Magalaupe verlassen haben, dauert es nicht lange, bis wir den ersten Stopp einlegen. Die beeindruckenden Wasserfälle bieten ein fantastisches Fotomotiv, das ich mir nicht entgehen lasse.

    Die anschließende Fahrt durch das Dovrefjell ist uns zwar bestens bekannt, doch die raue Schönheit dieser Landschaft fasziniert uns immer wieder aufs Neue. Aufgrund der Höhenlage und der aktuell niedrigen Temperaturen liegt hier stellenweise noch Schnee und verleiht der Kulisse einen besonderen Reiz. In Dombås füllen wir unsere Vorräte auf, bevor wir nach einigen Kilometern eine Kaffeepause einlegen. Direkt am Parkplatz lockt mich das sanfte Plätschern eines Baches zu einem weiteren malerischen Motiv.

    Bevor wir unser Ziel erreichen, halten wir noch an einer alten Eisenbahnbrücke.
    Die 59 m hohe und 76 m lange Steinbrücke aus Gruo Granit wurde in den Jahren 1913 bis 1921 erbaut. Sie ist eine der berühmtesten Bahnbrücken Norwegens und zugleich Wahrzeichen der Raumabane. Quelle Wikipedia

    Eine unfreiwillige Gefangenschaft in Verma

    Zu diesem Ort gibt es noch eine längere, aber ausgesprochen amüsante Geschichte zu erzählen: Da Tine ihr Knie – das leider schon seit einiger Zeit Sorgen bereitet – etwas schonen wollte, verzichtete sie auf den steilen Abstieg zum Fotopunkt der Brücke. Ich schlug ihr stattdessen vor: „Schau dich doch in der Zwischenzeit in dem kleinen Laden hier um.“
    Zuerst war ihre Begeisterung verhalten, doch als sie an der Hauswand liest, dass es hier handgearbeitete Utensilien gibt, siegt die Neugier: „Ach, ich werfe doch mal einen Blick rein.“ Während ich mich also auf den Weg zum Fotopunkt machte, betrat Tine den Laden: Verma Nærbutikk.

    Ich war gerade unten am Aussichtspunkt angekommen, als mein Handy klingelte. Tine war am Apparat, klang dezent verzweifelt und erklärte mir, dass sie den Laden nicht mehr verlassen könne. Etwas irritiert fragte ich nach: „Wie, du kommst nicht mehr raus?“ Doch sie meinte es vollkommen ernst. Also hieß es für mich: Kommando zurück, den ganzen Weg wieder bergauf, um meine Liebste aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

    Wie es dazu kommen konnte? Nun, der Verma Nærbutikk AS ist ein modernes Selbstbedienungsgeschäft, das völlig ohne Personal auskommt. Um hineinzugelangen, muss man normalerweise seine Kreditkarte am Eingang scannen. Erst nach dem Bezahlen erhält man mit der Quittung einen Code, der die Tür für den Ausgang entriegelt.

    Tine war jedoch ein technisches Detail zum Verhängnis geworden: Da ihr beim Eintreten zwei Herren freundlich die Tür aufgehalten hatten, wurde sie vom System schlichtweg nicht erfasst. Da sie zudem nichts kaufte, blieb der rettende Code aus. Für das System war der Laden offiziell leer – und die Tür blieb für Tine verriegelt. 😂

    Ankunft im Basecamp

    Gut eine Stunde später erreichen wir schließlich das Trollstigen-Basecamp. Der Platz ist fast verwaist; lediglich ein paar Wohnwagen stehen hier, ansonsten sind wir – wie so oft – die einzigen Gäste. Offiziell beginnt die Saison erst am 10. Mai, weshalb heute keine Menschenseele anzutreffen ist. Dennoch sind sämtliche Anlagen inklusive der Waschmaschinen bereits in Betrieb.

    Nachdem wir uns eingerichtet haben, genießen wir die Ruhe bei einem Abendspaziergang. Später, während wir es uns im Wohnmobil gemütlich machen, gesellen sich noch zwei Vans zu uns. So verbringen wir die Nacht nun doch nicht ganz allein – auch wenn uns die Einsamkeit keineswegs gestört hätte.

    Stellplatz: Isterdalsvegen 535, 6300 Åndalsnes
    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 172
    Kosten: 25€/Tag
    Start/Ziel: Magalaupe – Trollstigen
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  • Tag 38, Trollstigen – Geiranger

    6. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 0 °C

    Auf bekannten Pfaden zum Trollstigen

    Heute zieht es uns zurück auf vertraute Wege. Wir verlassen den Campingplatz, nicht ohne uns vorher ausgiebig mit einem jungen ungarischen Paar auszutauschen, das sich auf der Reise zum Nordkap befindet.
    Bereits nach wenigen Minuten erreichen wir unser erstes Etappenziel: den Trollstigen. Auch wenn wir diese Route schon oft befahren haben, bleibt sie jedes Mal ein beeindruckendes Erlebnis. Heute sind wir gleich doppelt begünstigt:

    Ruhe auf der Straße: Da wir fast allein unterwegs sind, können wir die Auffahrt in vollen Zügen genießen und ganz entspannt nach oben fahren.
    Spektakuläres Wetter: Während die Umgebung auf über 600 m ü. NN noch tief in ihr weißes Winterkleid gehüllt ist, präsentieren sich die Straßen bereits schnee- und eisfrei.
    Besonders faszinierend ist der Blick zurück ins Tal, wo die Landschaft bereits in sattem Frühlingsgrün leuchtet – ein herrlicher Kontrast zum winterlichen Hochplateau.

    Nachdem wir die kurvenreiche Fahrt gemeistert haben, erkunden wir die Aussichtsplattformen. Wir lassen die schneebedeckte Bergwelt auf uns wirken, halten die Szenerie auf den obligatorischen Fotos fest und statten dem Souvenirshop einen kurzen Besuch ab. Dort werden wir beide fündig: Eine neue Tasse für meine Sammlung und ein Stofftier für Tine ziehen in unser Reisegepäck ein.

    Ein verborgener Schatz: Die Øvstestølbrua

    Unser Weg führt uns weiter zum nächsten Ziel – einem Ort, den wir bereits gut kennen und der dennoch leicht zu übersehen ist. Es handelt sich um einen unscheinbaren Parkplatz, der für sich genommen kaum auffällt. Doch das wahre Highlight liegt nur wenige Schritte entfernt.
    Sobald man die kleine Brücke direkt am Parkplatz überquert, eröffnet sich ein fantastischer Ausblick: Das reißende Wasser des Flusses trifft hier auf die historische Steinbrücke Øvstestølbrua. Zusammen mit der markanten Silhouette des Berges im Hintergrund ergibt sich ein Postkartenmotiv, wie man es sich schöner kaum vorstellen kann.
    Wir legen eine kurze Kaffeepause ein und warten geduldig auf einen Moment, in dem die Sonne die Szenerie für das perfekte Foto flutet. Da uns dieser Wunsch heute jedoch verwehrt bleibt, fange ich die besondere Atmosphäre eben bei bewölktem Himmel ein. Auch das diffuse Licht hat seinen ganz eigenen Reiz und unterstreicht die raue Schönheit der norwegischen Natur.

    Zwischenstopp an der Gudbrandsjuvet

    Nur wenige Kilometer weiter, kurz vor unserer Fährüberfahrt, legen wir noch einen Halt an der Gudbrandsjuvet ein. Dieses Mal präsentiert sich die Schlucht jedoch von ihrer ruhigen Seite: Der Fluss führt ungewöhnlich wenig Wasser, wodurch das Naturschauspiel weniger spektakulär wirkt als gewohnt. Dennoch gehört dieser Ort fest zu unserer Reise dazu, und so halten wir den Moment – der Vollständigkeit halber – auch heute auf einem Foto fest.

    Über die Adlerstraße zum Geirangerfjord

    Kaum haben wir die Fähre verlassen, trennen uns nur noch 24 Kilometer von einem der wohl spektakulärsten Aussichtspunkte der Region: dem Ørnesvingen. Von hier oben bietet sich uns ein atemberaubendes Panorama über den weltberühmten Geirangerfjord, den Ort selbst und sogar den Campingplatz, der unser heutiges Tagesziel markiert. Wir nehmen uns die Zeit, diesen sagenhaften Ausblick in Ruhe zu genießen, bevor wir uns an die Abfahrt in den Ort machen.
    Am Campingplatz angekommen, bestätigt sich unsere Hoffnung: Wie zu dieser Jahreszeit üblich ergattern wir einen Platz in der ersten Reihe, direkt am Wasser. Auch wenn dieser Ort preislich etwas gehobener ist, kehren wir immer wieder voller Vorfreude hierher zurück.
    Besonders Tine genießt den Aufenthalt in Geiranger jedes Mal aufs Neue. Es ist die charmante Mischung aus der imposanten Natur und den vielen kleinen Souvenirläden im Ort, die für sie den besonderen Reiz ausmacht und zum Bummeln einlädt.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 77
    Kosten: 37 €/Tag
    Start/Ziel: Trollstigen – Geiranger
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  • Tag 39, Ruhetag am Geiranger Fjord

    7. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 1 °C

    Nach dem ausgiebigen Frühstück standen zunächst einige Handgriffe am und im Wohnmobil an. Am frühen Nachmittag machten wir uns schließlich auf den Weg nach Geiranger – ein beschaulicher Ort mit lediglich 200 Einwohnern, dessen Herzschlag fast vollständig vom Tourismus bestimmt wird. Während Tine ausgiebig durch die Souvenirläden stöberte, nutzte ich die Gelegenheit, die wenigen verbliebenen nostalgischen Häuser fotografisch festzuhalten.

    Nachdem wir zum Wohnmobil zurückgekehrt waren, beschloss ich, den Wasserfallsteig zum Norwegischen Fjordzentrum zu erklimmen. Da der Aufstieg rund 320 Stufen umfasst, blieb Tine lieber am Fahrzeug zurück, um ihr Knie noch ein wenig zu schonen.

    Nach meiner Rückkehr ließen wir den Tag gemeinsam mit unseren Wohnmobilnachbarn ausklingen, die wir bereits an der Magalaupe flüchtig kennengelernt hatten. Ein gemütlicher Grillabend bildete schließlich den perfekten Abschluss für diesen ereignisreichen Tag.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 0
    Kosten: 37 €/Tag
    Start/Ziel: Trollstigen – Geiranger
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  • Tag 40, Landschaftsroute Sognefjellet

    8. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 10 °C

    Die Reise geht weiter: Wir verlassen unseren Stellplatz mit der beeindruckenden Aussicht und machen uns wieder auf den Weg. Ein festes Ziel haben wir für heute nicht eingeplant. Da wir die Strecke bereits mehrfach gefahren sind, wissen wir in etwa, was uns erwartet.
    Unsere erste Etappe führt uns nur wenige Kilometer weit zum Aussichtspunkt Flydalsjuvet, von dem aus sich ein fantastisches Panorama über den Geirangerfjord eröffnet.

    Unser nächstes Ziel, ein Stück Geschichte, ein Teilstück der alten Straße samt Brücke, ist ein faszinierendes Relikt vergangener Tage. Es vermittelt ein unmittelbares Gefühl dafür, wie schmal die Verkehrswege früher beschaffen waren – eine authentische Zeitreise in die Geschichte des Straßenbaus. Es ist erfreulich, dass diese baulichen Zeitzeugen bewahrt und nicht einfach dem Abriss preisgegeben wurden.

    Der nächste Halt befindet sich direkt in einer Straßenkehre. Dort gibt es eine kleine Ausbuchtung, die einen Blick auf den Forfriskendefossen bietet. Allerdings ist die Landschaft noch tief verschneit, sodass der eigentliche Verlauf des Wasserfalls unter der Schneedecke kaum auszumachen ist.

    Weiter führt uns die Route zunächst über die Straße 15. Dort halten wir noch im Ort Bismo an einem Campingplatz. Hier stehen einige uralte Traktoren, welche sich förmlich als Fotomotiv anbieten.

    Anschließend geht es zu unserem heutigen Höhepunkt: der Rv55. Die Norwegische Landschaftsroute Sognefjellet erstreckt sich über 108 Kilometer zwischen Lom und Gaupne und markiert den höchsten Pass Nordeuropas.
    Der Kontrast ist beeindruckend: Von saftig grünen Wiesen schlängelt sich die Straße durch das Tal hinauf in eine hochalpine Winterlandschaft, bis sie schließlich ihren Scheitelpunkt auf 1434 Metern über dem Meeresspiegel erreicht.

    Wir überlegen kurz, direkt oben auf dem Pass zu übernachten, verwerfen diesen Gedanken jedoch schnell wieder. Die Strecke wird nach der Wintersperre üblicherweise erst am 1. Mai freigegeben; danach kann es jedoch vorkommen, dass sie nachts oder bei plötzlichem Wetterumschwung kurzfristig wieder gesperrt wird.

    Bei der Suche nach einer Alternative über die Stellplatz-App entsprechen die ersten Optionen leider nicht unseren Vorstellungen. So kommt es, dass wir deutlich weiterfahren als ursprünglich geplant und erst gegen 19 Uhr unser Ziel erreichen: einen Stellplatz direkt am malerischen Lustrafjord.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 199
    Kosten: 28 €/Tag
    Start/Ziel: Trollstigen – Lustrafjord
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  • Tag 41, Lustrafjord – Sæbø Camping

    9. Mai in Norwegen ⋅ 🌧 4 °C

    Mit viel Schwung verlassen wir unseren Stellplatz – eine notwendige Maßnahme, da der nächtliche Regen den Boden aufgeweicht hat und die Räder des Wohnmobils leicht eingesunken sind. Dank der Ausgleichskeile gelingt das Manöver jedoch reibungslos: Wir lassen uns einfach herunterrollen und nutzen den Impuls, um die nasse Wiese ohne Probleme zu überwinden.
    Unsere Reise führt uns weiter durch die beeindruckende norwegische Natur. Dass die Landschaft spektakulär ist, versteht sich hier fast von selbst – sie ist schlichtweg der Standard. Da uns der Regen heute allerdings dauerhaft begleitet, bleibt die Kamera für Landschaftsaufnahmen in der Tasche. Stattdessen steht die beeindruckende Ingenieurskunst im Fokus: die zahlreichen Tunnel.

    Ein besonderes Highlight war der berühmte Lærdalstunnel, der mit stolzen 24,51 Kilometern als längster Straßentunnel der Welt gilt. Doch er war bei weitem nicht die einzige Röhre auf unserer heutigen Etappe. Eine kurze Bilanz verdeutlicht die Dimensionen:

    Gesamtstrecke: 222 km (inkl. Fähre)
    Tunnelanteil: ca. 80 km
    Vergleich: Das entspricht in etwa der Distanz zwischen Würzburg und Nürnberg – nur eben unter Tage.
    Besonders faszinierend war der Moment, als wir von der Hardangerbrücke unmittelbar in einen Tunnel einfuhren, dort einen Kreisverkehr passierten und direkt im nächsten Tunnel verschwanden.

    Gegen 17 Uhr erreichen wir schließlich unser Ziel: den Sæbø Campingplatz. Da wir bereits mehrfach hier waren und uns die Anlage sowie die Umgebung immer wieder begeistern, haben wir uns entschieden, direkt für zwei Nächte einzuchecken und die Atmosphäre zu genießen.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 222, davon ca. 80 Kilometer im Tunnel.
    Kosten: 32 €/Tag
    Start/Ziel: Lustrafjord – Sæbø Camping, Eidfjord
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  • Tag 42, Sæbø Camping, Eidfjord

    10. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 2 °C

    Zwischen Naturkunde und Grillglück am Hardanger

    Da sich das Wetter heute eher bescheiden präsentierte, verbrachten wir viel Zeit in unserem Wohnmobil. Am Nachmittag stand jedoch ein fester Programmpunkt an: Wie bei jedem Besuch in dieser Region besuchten wir das Norsk Natursenter Hardanger.
    Das moderne Museum beeindruckt stets aufs Neue mit seinen interaktiven Exponaten zur Naturgeschichte und faszinierenden Fossilien. Den berühmten Panoramafilm ließen wir dieses Mal aus – nachdem wir ihn bereits dreimal gesehen haben und sogar eine Kopie auf USB-Stick besitzen, kennen wir jede Einstellung. Dennoch bleibt er unsere uneingeschränkte Empfehlung für jeden Erstbesucher.

    Ein erfolgreicher Abstecher und familiäre Grüße
    Im Souvenirshop auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden wir – wie eigentlich immer – fündig. Tine machte ein echtes Schnäppchen und ergatterte einen hochwertigen Funktionsmantel. Den anschließenden Rückweg nutzte ich für einen ausführlichen Gruppenvideoanruf mit meinen Geschwistern, um unserer Mutter gemeinsam zum Muttertag zu gratulieren.

    Timing ist alles
    Zurück am Wohnmobil genossen wir Kaffee und Kuchen. Zwar mussten wir aufgrund der Witterung drinnenbleiben, doch die fantastische Aussicht entschädigte uns vollends. Für den Abend hatte ich fest geplant, zu grillen, was Tine nur mit einem skeptischen „Das wird wohl ein nasses Vergnügen“ kommentierte.

    Ich gab mich siegessicher: „Ein guter Grillmeister wartet eben auf den richtigen Moment.“

    Dass ich damit so goldrichtig liegen würde, hätte ich selbst kaum geglaubt. In einer Regenpause baute ich den Grill auf und bereitete alles vor. Punktgenau in dem Moment, als ich mit dem fertigen Grillgut wieder ins Trockene schlüpfte, setzte der Regen erneut ein. Perfektes Timing!

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 0
    Kosten: 32 €/Tag
    Start/Ziel: Sæbø Camping, Eidfjord
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  • Tag 43, Eidfjord – Kongsberg

    11. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 7 °C

    Auf zu unserem nächsten Ziel: dem Wohnmobilstellplatz in Kongsberg. Ursprünglich wollten wir die Nordost-Route entlang der Hardangervidda nehmen, doch aufgrund der Vorhersagen für Regen und Wind haben wir uns für die Norwegische Landschaftsroute Hardangervidda zwischen Eidfjord und Haugastøl entschieden.

    Diese führt über die größte Hochebene Nordeuropas und passiert mit dem Vøringsfossen eine der spektakulärsten Attraktionen des Landes – ein gewaltiger Wasserfall, der in eine dramatische Schlucht stürzt.
    Mit einer Passhöhe von 1.250 Metern über dem Meeresspiegel ist der Winter hier oben zurückgekehrt; es ist spürbar kälter als im Tal. Obwohl es uns indessen Richtung Süden zieht, genießen wir die Fahrt durch die verschneite Bergwelt, zumal die Straßen weitgehend trocken geblieben sind.

    In Geilo biegen wir auf die malerische Straße 40 ab, die durch das idyllische und waldreiche Numedal führt. Das Tal ist bekannt für seine hohe Dichte an mittelalterlichen Bauwerken – ein Erbe der jahrhundertelangen Abgeschiedenheit dieser Region. Allein entlang der R40 befinden sich vier der rund 30 verbliebenen Stabkirchen Norwegens. Da wir die meisten bereits von früheren Reisen kennen, legen wir dieses Mal nur an der Stabkirche in Uvdal einen Stopp ein, bevor wir unsere Fahrt nach Kongsberg fortsetzen.

    Die etwa 28.000 Einwohner zählende Stadt Kongsberg ist hauptsächlich für ihre historischen Silberminen berühmt. Wir steuern den dortigen Stellplatz für die Übernachtung an.
    Ob wir einen Tag länger bleiben, lassen wir noch offen, doch da die Wetterprognose für Norwegen eher verhalten bleibt, bewegen wir uns langsam, aber stetig weiter nach Süden.

    Wir blicken dennoch zufrieden auf die letzten Wochen zurück, denn der April hat uns mit deutlich besserem Wetter verwöhnt als erhofft. Dass es nun unbeständiger wird, trübt unsere Stimmung kaum – wir treten den Rückweg einfach etwas früher an. Ob wir in Schweden, Dänemark oder Norddeutschland noch einige Tage verweilen, entscheiden wir ganz spontan nach Lust, Laune und Wetterlage.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 251
    Kosten: 0 €/Tag
    Start/Ziel: Sæbø Camping, Eidfjord – Kongsberg
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  • Tag 44, Kongsberg – Elgåfossen Rastplatz

    12. Mai in Norwegen ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute gibt es wenig Spektakuläres zu berichten – ein klassischer Fahrtag. Wie gewohnt verließen wir gegen Mittag den Stellplatz und machten uns auf den Weg in Richtung schwedische Grenze. Überraschend war jedoch das enorme Verkehrsaufkommen: Selbst für unsere Verhältnisse, die wir diese Strecke bereits zu verschiedensten Jahreszeiten befahren haben, war die Dichte ungewöhnlich hoch. Ein kurzer Check im Internet nach potenziellen Feiertagen blieb ergebnislos, also fügten wir uns schlicht in die Situation.

    Ein kurzer Zwischenstopp am Supermarkt für eine gezielte Besorgung bescherte uns zudem eine kuriose Entdeckung: einen verlängerten Volvo. Es ist immer wieder faszinierend, welche Fahrzeug-Unikate hier im Norden anzutreffen sind.

    Kurz vor 17 Uhr erreichten wir schließlich unseren Zielort, den Parkplatz am Wasserfall Elgåfossen. Dort leisteten uns bereits ein norwegisches und ein niederländisches Wohnmobil Gesellschaft. Auch wenn wir uns allein nicht unwohl gefühlt hätten, vermittelt diese kleine Gemeinschaft doch ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit.

    Das Highlight dieses Stellplatzes ist seine Lage: Er befindet sich an einer kaum befahrenen Straße direkt neben dem Wasserfall. Eine Brücke führt dort über den Fluss und markiert eine Besonderheit – exakt in der Mitte verläuft die Staatsgrenze zwischen Norwegen und Schweden. Diesen Moment hielten wir natürlich fest: ein Foto, auf dem wir uns gegenüberstehen, während jeder von uns in einem anderen Land steht.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 222
    Kosten: 0 €/Tag
    Start/Ziel: Kongsberg – Elgåfossen rasteplass
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  • Tag 45, Fahrtag

    13. Mai in Dänemark ⋅ ☁️ 9 °C

    Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht verlassen wir unseren Stellplatz heute bereits um 11:00 Uhr. Kaum einen Kilometer später überqueren wir die Grenze nach Schweden. Schon nach wenigen hundert Metern zwingt mich ein bekanntes Motiv zum Zwischenstopp: eine alte Tankstelle, die wir bereits von früheren Besuchen kennen. An solchen Szenerien kann ich einfach nicht vorbeifahren, ohne sie fotografisch festzuhalten. Das dazugehörige Gebäude steht übrigens zum Verkauf – wer also mit dem Gedanken spielt, auszuwandern, fände hier die ideale Gelegenheit.

    Die restliche Fahrt verläuft angenehm unspektakulär. Abgesehen von kurzen Pausen und Tankstopps gibt es kaum nennenswerte Vorkommnisse. Das Wetter ist zum Fahren ideal: Es ist windstill, trocken und die dichte Bewölkung sorgt dafür, dass die Sonne nicht blendet. So fliegen wir förmlich über die schwedische Autobahn.

    Bei einer Kaffeepause realisieren wir überrascht, dass uns nur noch 300 Kilometer von Korsør in Dänemark trennen. Einen potenziellen Übernachtungsplatz in Schweden haben wir schlichtweg verpasst und bemerken es erst, als wir bereits 30 Kilometer daran vorbeigefahren sind. Also entscheiden wir uns für unsere bewährte Taktik: Schweden in einem Rutsch zu durchqueren – natürlich ohne Stress und mit ausreichend Pausen.

    Der Höhepunkt ist wie immer die Überquerung der Öresundbrücke so gegen 18:00 Uhr. Um 19:30 Uhr erreichen wir schließlich unseren Stellplatz und sind erstaunt, wie gut besucht er bereits ist. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Hafen widmen wir uns der Vorbereitung des Abendessens. Da ich hier schon früher stimmungsvolle Sonnenuntergänge fotografiert habe, zieht es mich auch heute wieder nach draußen. „Ich gehe mal eben die untergehende Sonne einfangen“, sage ich zu Tine. Sie pflichtet mir bei: „Ja, mach das, der Himmel sieht vielversprechend aus.“

    Doch das Glück ist nicht auf meiner Seite: Pünktlich zum Moment der Aufnahme schiebt sich eine dicke, schwarze Wolke direkt vor die Sonne und beendet das Spektakel vorzeitig.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 576
    Kosten: 23 €/Tag
    Start/Ziel: Elgåfossen rasteplass – Korsør Lystbådehavn
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  • Tag 46, ein entspannter Tag mit geschichtlichem Fl

    14. Mai in Dänemark ⋅ ☀️ 11 °C

    Da wir heute vor Ort bleiben, lassen wir es ruhig angehen. Erst am Nachmittag machen wir uns auf, die nähere Umgebung zu erkunden. Obwohl wir schon oft hier waren, diente uns der Platz meist nur als strategisch günstiger Zwischenstopp auf dem Weg in den Norden oder zurück nach Hause.
    Heute jedoch nehmen wir uns die Zeit für die beeindruckende Festung, die nur gut einen Kilometer von unserem Stellplatz entfernt liegt. Nach der Besichtigung bummeln wir gemütlich durch den Ort und treffen dabei zufällig unsere Stellplatznachbarn. Auf dem gemeinsamen Rückweg entwickelt sich ein langes und sehr nettes Gespräch.

    Zurück am Platz fallen uns zwei alte Motorräder ins Auge, deren Besitzer dort gerade eine Pause einlegen. Ich tippe auf Maschinen des Herstellers Ural, bin mir aber nicht ganz sicher. Falls jemand von euch mehr weiß: Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

    Nach dem Abendessen zieht es mich, „bewaffnet“ mit meiner Kamera, noch einmal nach draußen. Der strahlend blaue Himmel verspricht einen spektakulären Sonnenuntergang. Doch leider wiederholt sich das Schauspiel von gestern: Pünktlich in den Minuten, bevor die Sonne den Horizont berührt, ziehen dichte Wolken auf. Dennoch sind ein paar ansehnliche Aufnahmen entstanden …

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 0
    Kosten: 23 €/Tag
    Start/Ziel: Korsør Lystbådehavn
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  • Tag 47: Über die Storebæltbrücke in die Lüneburger

    15. Mai in Deutschland ⋅ ⛅ 13 °C

    Es geht weiter Richtung Süden, und die Heimat rückt langsam wieder näher. Nach dem Frühstück beschließen wir, Kurs auf die Lüneburger Heide zu nehmen, um dort das anstehende Wochenende zu verbringen. Unsere Wahl fällt auf den Stellplatz am Lopausee in Amelinghausen: Er liegt fahrtechnisch ideal auf der Route, ist angenehm ruhig und zudem erfreulich günstig.
    Gleich nachdem wir unseren Übernachtungsplatz am Hafen verlassen haben, steht auch schon das erste Highlight des Tages an: die Überquerung der beeindruckenden Storebæltbrücke (Große-Belt-Brücke) bei sehr starkem Wind.

    Faszinierende Technik: Die Große-Belt-Brücke im Überblick
    Gesamtlänge: Rund 18 Kilometer, aufgeteilt in die Ostbrücke, die Westbrücke und den Osttunnel.
    Das Herzstück: Die Ostbrücke zählt mit ihrer imposanten Hängekonstruktion zu den längsten Brücken ihrer Art weltweit und bietet Schiffen eine gewaltige Durchfahrtshöhe.
    Nach dieser spektakulären Überfahrt rollt es fantastisch. In knapp zweieinhalb Stunden haben wir Dänemark – inklusive einer kurzen Pause – bereits durchquert. Kaum passieren wir jedoch die deutsche Grenze, empfängt uns das Wetter mit einem wolkenbruchartigen Regen. Glücklicherweise lässt der wolkenbruchartige Niederschlag bald wieder nach, sodass wir anschließend auf den Autobahnen gut vorankommen.

    Gegen 18:00 Uhr erreichen wir schließlich Amelinghausen. Nach einem kurzen Zwischenstopp für den fälligen Einkauf beziehen wir unseren Stellplatz am Lopausee. Zu unserer positiven Überraschung ist der Platz deutlich leerer und entspannter als im Vorfeld erwartet – einem ruhigen Ausklang des Tages steht also nichts im Wege.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 428
    Kosten: 7.-€/Tag
    Start/Ziel: Korsør Lystbådehavn – Stellplatz am Lopausee
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  • Tag 48, Ruhetag in der Lüneburger Heide

    16. Mai in Deutschland ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute bleibt das Wohnmobil mal wieder stehen – wir genießen das herrliche Wetter hier in der Lüneburger Heide. Endlich wieder draußen sitzen und die Sonne im Gesicht spüren!
    Am Nachmittag machen wir uns auf, um den kleinen Ort ein wenig zu erkunden.
    Da es hier unter anderem einen KiK gibt, zieht es Tine natürlich magisch an. Und wie sollte es anders sein: Sie ergattert das eine oder andere Fundstück. Mit vollen Taschen geht es schließlich zurück zum Wohnmobil.

    Am Abend werfen wir mal wieder den Grill an. Das Timing ist dieses Mal absolut perfekt: Kaum haben wir aufgegessen und den Grill samt Zubehör wieder in der Garage verstaut, setzt auch schon der Regen ein. Glück muss man haben!

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 0
    Kosten: 7 €/Tag
    Start/Ziel: Stellplatz am Lopausee
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  • Tag 49: entspannter Tag und erste Heimreisevorbere

    17. Mai in Deutschland ⋅ ☁️ 16 °C

    Der heutige Tag verläuft ähnlich wie der gestrige: Wir verbringen viel Zeit im Freien und genießen einfach das gute Wetter. Am Nachmittag zieht es uns für einen kleinen Spaziergang hinaus in die Heide, wo wir u. a. dem historischen Schafstall einen Besuch abstatten.
    Zwischen alten Eichen und weiten Heideflächen liegt der über 200 Jahre alte, reetgedeckte Schafstall.

    Wieder zurück am Stellplatz, lassen wir den Tag gemütlich bei Kaffee und Kuchen vor dem Wohnmobil ausklingen. Später beginnen wir bereits damit, die ersten Sachen im Reisemobil zusammenzusuchen, die nach unserer Heimkehr wieder zurück in die Wohnung wandern. Nach acht Wochen auf Achse haben viele Utensilien zwar ihren festen Platz im Wohnmobil gefunden – bis zur nächsten großen Reise werden sie nun aber erst einmal wieder zu Hause verstaut.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 0
    Kosten: 7 €/Tag
    Start/Ziel: Stellplatz am Lopausee
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  • Tag 50, Auf Etappen nach Hause

    18. Mai in Deutschland ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir treten die Heimreise an. Da die Strecke von Amelinghausen bis ins heimische Erlangen fast 600 Kilometer misst, beschließen wir, sie entspannt in zwei Etappen aufzuteilen. Die Distanz an einem Tag durchzufahren, wäre zwar an sich kein Problem, aber da wir ohnehin Zeit haben, lassen wir es lieber ruhig angehen. Ob wir nun am Montag oder erst am Dienstag wieder daheim ankommen, spielt für uns überhaupt keine Rolle.

    So steuern wir für die letzte Übernachtung dieser Reise einen altbekannten Favoriten an: den Wohnmobilstellplatz am Weserstein in Hann. Münden. Gegen 16:30 Uhr kommen wir an. Da das Wetter gut ist, nutzen wir den späten Nachmittag direkt für einen ausgiebigen Spaziergang, bevor wir den Tag gemütlich im Wohnmobil ausklingen lassen.

    Die Route:
    Gefahrene Kilometer: 253
    Kosten: 15 €/Tag
    Start/Ziel: Stellplatz am Lopausee – Wohnmobilstellplatz Hann. Münden.
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