Deep in the Jungle - Tag 2
21. november 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 29 °C
Donner, Blitze und Regen in der Nacht. Und es bleibt regnerisch. An diesem Morgen beim gemeinsamen Frühstück geht der Regen ohne Pause in die nächste Runde. Das volle Amazonasprogramm mit all seinen Facetten. Der Regenwald macht seinen Namen alle Ehre. Es ist einer dieser Tage an dem man zu Wissen glaubt, daß der Regen heute nicht mehr aufhört. In Gummistiefeln und schweren Regenponchos geht es also auf ins Boot zum nächsten Erlebnis. Besuch eines Dorfes im Amazonas. Es ist der Heimatort unseres Guides Ana. Diesmal wird ökologisch, umweltschonend stromabwärts gepaddelt und wir haben Glück.
Wir entdecken einen Kaimanen der auf Nahrung lauert. Nach ca. 60 Minuten erreichen wir einen Anlegeplatz und verlassen das Boot. Nein, Macheten werden nicht benötigt um zu Fuß durch den Urwald zu "stiefeln". Während dessen versorgt uns Ana mit Informationen über Flora und Fauna bis wir ihr Dorf erreichen. Zwischenzeitlich hat der Regen dann doch ein Ende gefunden. Insgesamt leben hier 60 Menschen, man hat eine eigene Sprache und eine Schule die wir als erstes besuchen. Der Besuch von Touristen ist für diese kleine Gemeinde die wichtigste Einahmequelle. Anschließend empfängt uns Ana's Mutter. Sie hat eine wichtige Funktion im Ort und ist für das backen von Brot zuständig. Doch zunächst werden wir mit einem "Snack" aus Bananen, Papaya und Yucca empfangen. Und auch ihr Vater hat eine aussergewöhnliche Stellung im Dorf. Er ist Schamane und weiht uns in die Heilkunst und Wirken seines Amtes ein. Vera und Silvia lassen sich von ihm mit einer Art Mistelzweig behandeln. Ihre schmerzverzerrten Gesichter lösen sämtliche Blockaden meiner kleinen Wehwehchen und machen deren Behandlung unnötig. Sein Angebot stattdessen in präventionaler Weise eine Mixtur mit alkoholartiger Wirkungsweise zu probieren kann dabei nicht abgelehnt werden. Sicherheitshalber noch 1 oder 2 "Gläschen" mehr, schließlich ist der letzte Tropfen zum Wohle von Pachamama. Ausgestattet mit neuer, positiver Energie geht es zurück zum Gemeinschaftshaus. Brot aus Yucca bzw. Maniok. Vom ausgraben, schälen, reiben und anschließendem Trocknen und auswringen geht es schließlich zum backen ohne Salz und Öl. Der kleine Kilian ist ein eifriger und erfahrener Helfer. Er kann mir einiges erzählen. 😉😂 In der Pfanne und nur mit der Hitze des offenen Feuers bindet das selbsthergestellte Mehl zu einem festen Fladen. Mit vorbereiteten Salat ist das Brot unser heutiges Mittagessen. Zurück geht es mit dem Motorkanuboot. In der Lodge ist das herstellen von Kakao unser nächstes Kochevent. Getrocknete Kakaobohnen in der Pfanne rösten, schälen und die Kerne mahlen. Verschiedene Varianten ausprobieren. Leicht gesüßt ist mein Favorit und der Kakao aus dieser Gegend hat seine eigene Note. Übrigens werden 7% des Welthandels in Ecuador hergestellt. Das ist nach Ghana und Elfenbeinküste der drittgrößte Hersteller. Noch vor dem Abendbrot geht es nochmal hinaus. Und wieder haben wir beim Suchen von Kaimanen im Taschenlampenlicht Glück. Ihre Augen glitzern im Schein der Lampen und machen sie damit leichter auffindbar. Zeit für das Abendbrot. Die Besucherzahl der Lodge hat sich heute drastisch erhöht. Doch während ich meine Erlebnisse niederschreibe ist keiner mehr zu sehen.Læs mere
Happy Birthday in the Jungle - Tag 3
22. november 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 28 °C
Nun ist er da der Jubiläumstag. Es ist nicht so, dass ich unbedingt mit grosser Vorfreude sechs Jahrzente darauf gewartet hätte. Aber OK, schließlich kann ich zum ersten Mal an einem Sommertag und bei über 30° Grad feiern. Tatsächlich gibt es hier über Sattelit ein schwaches Internetsignal. Ich freue mich riesig über all die Geburtstagsgrüße die mich hier an diesem abgelegenen Ort erreichen. Vielen lieben Dank an euch. Gleichzeitig gratuliere ich all diejenigen denen ich keine Geburtstagsgrüße gesendet habe. Die Notwendigkeit Speicherplatz für Fotos freizugeben hat unglücklicherweise dazu geführt Daten in meinem Kalender zu löschen.
Unsere Lodge hat seit gestern über 20 Besucher. Und dies macht sich in der Lautstärke und Unruhe bemerkbar. Entgegen dem Plan von gestern bleibt unsere kleine Gruppe zusammen und wir fahren nach dem Frühstück, mit dem Boot hinaus zu einer weiteren Wanderung durch den Dschungel. Selbst hier hat man eine Säule errichtet die auf den Äquator hinweist. Ana hat wieder Informationen über Tiere und Pflanzen für uns. Ameisentermiten eignen sich hervorragend als Moskitoschutz. Während man sie über die Hand laufen lässt und verreibt, haben sie einen schon etliche Minipiekser verpasst. Sie sondern einen angenehme Duft ab der Moskitos fernhält. Die Gefahr von Malaria ist in dieser Gegend auch eher gering. Auch die Pflanzen töten die Moskitos wobei sie ins Wasser fallen. Dennoch ist Zimmer und Bett mit Moskitonetz abgesichert und Schutzspray ein ständiger Begleiter. Bei Dunkelheit im Schein der Taschenlampen sieht man unzählige Mücken über dem Wasser fliegen. Die Wanderung war länger als geplant aber es bleibt noch genug Zeit für ein Bad in der Laguna Grande. Danach geht es zum Mittagessen zurück zur Lodge. Und dann zur Überraschung, eine Geburtstagstorte und Ständchen. Ein Verdauungsnickerchen und nochmal zur Laguna Grande. Und diesmal haben wir doppeltes Glück. Ein Faultier hoch oben im Baumwipfel. Mit dem Fernglas deutlich zu erkennen, dass der vermeintliche Nachwuchs auf dem Rücken nur ein Färbung des Felles ist. Und dann Rosa Delphine. Diesmal ist ihre Farbe deutlich zu erkennen. Die gängigste Theorie der Forscher ist, dass ihre Haut mit dem Alter immer dünner und durchsichtiger wird, und es das Blut darunter durchscheinen lässt. Im Gegensatz zu Albinos werden die Jungen dunkel geboren und erst mit den Jahren rosa. Besonders bei der Jagd erscheint die pinke Farbe intensiver. Anschließend noch ein Sprung ins Wasser und zurück zum Abendessen in die Lodge. Na klar, wir stoßen mit einem Bier an und das bolivianische Nationalgetränk Sin Singate, welches immer noch in meinem Gepäck ist, muss endlich vernichtet werden.Læs mere
Deep in the Jungle - Tag 4
23. november 2023, Ecuador ⋅ ⛅ 23 °C
Vera, Silvia und Rolf reisen heute ab. Peter hat den fünftägigen Aufenthalt gebucht und ich entscheide mich dafür den Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. So bleiben wir beide übrig. Es geht heute morgen sehr früh los. Treffpunkt um 6 Uhr zum Birdwatching. Mit über 1600 Spezies ist Ecuador ein Vogelbeobachtungsparadies. Doch zunächst machen die "Coloured Monkeys" einen Lärm wie ein aufbrausender Orkan. Die Affenfamilie steckt mit dem Gebrüll, der über mehrere Kilometer zu hören ist, ihr Revier ab. Als Warnung an alle anderen. Und dann ein rosa Delphin. Er ist auf Jagd. Deutlich sieht man seine Färbung. Aber es gelingt mir nicht ein spektakuläres zu "schießen". Ist halt nicht Flipper der rücklings auf der Schwanzflosse durch das Wasser reitet. Schade. Fliegende Tucans, Anhingas, Fledermäuse und andere buntfarbende Vögel gehören zum Amazonasbild. Bevor es zurück zur Lodge zum Frühstück geht, gibt es noch eine Demonstration wie man Piranhas angelt. Ja, als Köder benutzt man rohes Fleisch. Ein Schwarm besteht in der Regel aus 20 bis 50 Tiere . Nein, sie stürzen sich nicht alle gleichzeitig auf den kleinen Bissen. Und sie haben den Köder schneller vom Haken abgeknabbert als man reagieren kann. Fazit, kein Fisch zum Frühstück. Auch nicht schlimm. Das Frühstück ist auch so abwechslungsreich. Nachdem wir uns von den anderen verabschiedet haben, sind es Ana, Peter und ich die anschließend durch kleine Wasserstraßen paddeln um eine andere Lagune zu erreichen, die für Motorboote verboten ist. Wir kommen einigen Affen so nah wie sonst nirgends bevor. Einheimische nennen sie Clowngesichter. Es ist schon fast magisch wie wir drei von den Geräuschen der Natur begleitend durch das Wasser paddeln. Die Tierlaute von Tucan und Co. begleiten uns. Auch diese Lagune hat aus dem Wasser ragende Bäume die sich im fast glattem Wasser spiegeln. Da hier Kaimane, Anaconda und Co. tummeln verzichten wir auf den Sprung ins Wasser obwohl die Temperaturen dazu einladen. Wir versuchen uns nochmal im Piranhaangeln. Es ist eher Zufall und ein Versehen, dass es mir gelingt einen weißen Piranha ins Boot zu holen. Er ist zu klein und so lassen wir ihn wieder in die Freiheit ohne ihm die Gelegenheit zu geben uns in den Finger zu beißen. Zurück auf dem "Hauptkanal" nimmt uns ein Motorboot ins Schlepptau bis zur Lodge. Mittagessen und etwas ausspannen. Dann geht es nochmal zur Grande Laguna. Auf dem Weg dorthin entdecken wir nochmals Faultiere bewegungslos in den Bäumen kauernd. Ein ungeübtes Auge hat keine Chance sie zu entdecken. Noch einmal schwimmen in der Lagune bevor ich mich von diesem Ort endgültig verabschiede. Am Horizont erhellen Blitze den inzwischen dunklen Himmel. Zeit für die Rückfahrt. Und der Horizont holt uns ein. Regen prasselt hernieder. OK, nass sind wir eh schon aber bei der Bootsfahrt fühlt es sich dann doch kalt an in nassen Klamotten. Das letzte Abendessen. Und danach noch eine Überraschung. Noch eine Geburtstagstorte für einen weiteren Gast der diese Woche Geburtstag hat und mich. Perfekter Abschluß. Peter und ich sitzen noch mit unseren Guides am Tisch und praktizieren Spanisch, Englisch und Deutsch. Um 10 Uhr wird der Generator abgestellt und man entzündet eine Kerze auf meinem Tisch während ich diese Zeilen schreibe. Zeit ins Bett zu gehen. Das Abenteuer Amazonas geht dem Ende entgegen. Gute Nacht.Læs mere
Kolumbien
24. november 2023, Colombia ⋅ 🌧 29 °C
Der Regen ist noch heftiger als beim letzten Mal. Gestern Abend war die Nachtwanderung ausgefallen und heute morgen das Birdwatching. Gut, dass wir beides schon gemacht haben. So lässt sich entspannt frühstücken und die Tasche packen. Und pünktlich zur Abfahrt mit dem Boot stellt der Regen seine Aktivität ein. 12 Personen verlassen heute die Lodge. Ein leicht wehmütiger Abschied vom Amazonas. Gedankenverloren sind die Blicke in das Grün am Rande des Ufers. Blaue Schmetterlinge begleiten uns. Aber sie sind zu aktiv um ein Foto zu machen. Nach einer 1,5-stündigen Fahrt erreichen wir die Brücke. Anscheinend bin ich nicht der einzige der auf den öffentlichen Bus wartet. Der Busfahrer einer der organisierten Bustransfers bietet meinen Mitwartenden an, mitzufahren. Und sie sorgen dafür, dass auch ich mitfahren kann. Zurück im Hostel wartet Blue und eine Klimaanlage im Zimmer. Alle meine Sachen sind noch da und müssen wieder neu umgepackt werden. Nochmal in den Ort. Essen und reichlich Eis und Getränke. Es ist schwül und warm. Ich bereite meine Abreise für morgen vor. Ecuador ist ein "kleines" Land und hat sich zu meiner Überraschung als große Wundertüte entpuppt. Und es gibt noch einiges zu entdecken. Doch das nächste Land wartet bereits auf mich. Kolumbien. Ich habe nur Gutes gehört und bin gespannt. Nach einer entspannten Nacht kann ich an diesem Morgen in Ruhe frühstücken. Die Grenze ist ca. eine halbe Stunde entfernt. Und heute vormittag ist nicht viel Betrieb. Erstmal abmelden in Ecuador, in Kolumbien anmelden. Blue in Ecuador abmelden. Der Beamte schaut auf das Nummernschild, Stempel drauf und fertig. Anmelden in Kolumbien ist etwas aufwendiger. Es gibt einen kleinen Shop und die Dame hilft beim ausfüllen der Online Dokumente. Fotokopien, etc. Nur die Bestätigungsmail kommt nicht. Der Zollbeamte hilft und hat die Idee eine andere emailadresse zu verwenden. Klappt. Nach ca. 2 Stunden ist alles erledigt. Ohne, dass meine Taschen kontrolliert werden. Die hier stationierte Polizei spricht mich an und macht Fotos. Hmmmm. Erst jetzt kann ich eine SOAT Versicherung abschließen. Diese ist zwingend erforderlich. Kostet Geld wenn man sie nicht hat und kann einen sogar ins Gefängnis bringen. Im nächsten größeren Ort soll es Agenturen geben. OK. Ohne Geld, keine aufgeladene SIM Karte aber vollem Tank geht es weiter. Alles ist mal wieder auf Reset. Der nächstgelegene Bankomat funktioniert nicht und eine Agentur für die SOAT nicht zu finden. Es geht weiter und weiter in der Hoffnung auf keine Polizei zu treffen. Nach ca. 150 KM erstmal zu einer Tankstelle und nach einem Bankautomat fragen. 10 Minuten entfernt in Puerto Asis finde ich alles. Es ist ein größer Ort. Mehrere Geldautomaten. SIM Karte aufladen. Agentur für die SOAT gegunden. Aber das System hat Wochenende. Nichts zu machen. Auch Online-Agenturen, die von anderen Reisenden erprobt sind, wollen es entweder sehr teuer verkaufen oder haben ein digitales Bezahlsystem deren Ablauf mir noch nicht bekannt ist. Es ist eh schon spät. Man empfiehlt mir ein Hotel für 8 Euro in der Nähe. Ich glaube ich entspann mich bis Montag und klapper dann die Agenturen ab. Hier gibt es reichlich Shops, Kaffee und Backwaren, Eis und Straßengeschäfte. Motorräder, Roller, hohe Temperaturen und am Sonntag bis spät nachmittags kein Strom im Hotel. Schönes Wochenende.Læs mere

RejsendeMoin aus der Heimat 😊es ist interessant was du berichtest und schon überquerst du die Grenze in ein anderes Land 👍 . Du erlebst Land und Leute Faszination pur . Fotos, Video ungewöhnliche Tiere das ist unglaublich. Wir verfolgen deine Reise immer wieder gerne und du erlebst es live 👍👍 . Wir wünschen dir und Blue weiterhin auf all euren Wegen Glück , Gesundheit und allzeit eine gute Fahrt. Bis bald 👋
Warten
27. november 2023, Colombia ⋅ 🌧 29 °C
Es gibt nicht wirklich viel zu tun in Puerto Asis. Aber hier gibt es einige Bäckereien. Und man kann endlich mal wieder Kaffee trinken und Kuchen essen an einem Ort. Und wenn man will, dann sogar mitten in der Nacht. Denn einige Cafes haben 24 Stunden geöffnet. Netter Zeitvertreib neben all dem Strassenfood. Es fühlt sich an als ob der kalorienreiche Zeitvertreib seine Spuren hinterlässt. Darum ist es gut, dass endlich Montagmorgen ist. Doch meine Euphorie bekommt erstmal einen Dämpfer. Die erste Agentur bei der ich endlich meine SOAT besorgen kann, kann mir keine verkaufen. Denn sein System kann keine Ausländer aufnehmen. Aber sein Helfer bringt mich zur nächsten Agentur. Man winkt von weitem ab. Der nächste gibt zu verstehen, dass das System erst ab 9.30 Uhr arbeitet. Aber zweifelt ob man mir eine SOAT verkaufen kann. Um 9.30 Uhr bin ich in einem anderen Shop. Die nette Dame hat einen weiteren Agenten am Telefon der die Daten aufnimmt. Rückfragen, Kopien und warten. Nach 1,5 Stunden passiert nichts. Wahrscheinlich eingeschlafen, überfordert oder durch Hitzschlag verstorben. Nebenbei nochmals mein WhatsApp Onlinekontakt angefragt welche Bezahlmöglichlkeiten es sonst noch gibt. Nequi oder Daviplata sagt mir nichts. Und als Nichtkolumbianer habe ich auch keine Steuernummer oder Wohnsitz um diese Dienste zu nutzen. Bancolombia heißt das Zauberwort. Nein, hier in der Bank kann ich nicht bezahlen und überweisen aber es gibt Bezahlagenturen. Nennt sich Corresponsal Bancaria Bancolombia. Und siehe da, es läuft. Und nach einer Stunde habe ich was ich brauche. Aber halt, die Versicherung beginnt erst um Mitternacht. Also noch ein Tag mit Kaffee und Kuchen und andere Schlemmereien. Ach ja, trotz Nachfrage konnte ich nicht aufklären ob der Agent am anderen Ende der Leitung noch lebt. Und jetzt beginnt der Regen und zeitweise ist wieder kein Strom. Kein Problem, es gibt Bäckereien die 24 Stunden geöffnet haben. Endlich Dienstag. Noch einmal ein Frühstück in meiner "Stammbäckerei", dort weiß frau was ich will. Da genügt ein Lächeln, ein kurzer Blick und Kopfnicken. Heftig beginnt es zu regnen. Egal, als der Regen nachlässt beginnt die Reise. Doch der Regen ist ein ständig wiederkehrender Begleiter. Und die physikalischen Eigenschaften von Wasser haben die unangenehme Eigenart sich einen Weg ins innere meiner Kombi zu suchen und zu finden. In San Agustin ist Schluß. Es hat aufgehört zu regnen und es wird Zeit aus den Klamotten zu kommen. Eigentlich hatte ich mir eine andere Umterkunft ausgesucht. Doch vor Ort erkennt man, daß sie ziemlich weit außerhalb gelegen ist. Auf dem Weg dorthin drehe ich um und sehe ein anderes Hostel. War wohl Mitleid als man mir ein Zimmer zu einem sehr guten Preis gibt. Erstmal duschen, Essen und hoffen, dass es morgen besser wird.Læs mere
Geheimnisvolles San Agustin
29. november 2023, Colombia ⋅ ☁️ 23 °C
Die Tag beginnt mit Sonnenschein und einem Frühstück. Bevor ich mich auf dem Weg mache um den Geheimnissen dieses Ortes zu erkunden, nimmt sich die Besitzerin Zeit mir den Hof und die kleine Kaffeerösterei zu zeigen. Kleine Schweine, Hühner, Enten und Gänse tummeln sich auf dem kleinen Hof. Aber es gibt auch eine kleine Plantage mit eigenen Kaffeepflanzen, Orangen- und anderen Bäumen. Es ist Erntezeit und der Duft von frisch gerösteten Kaffee ist angenehm dominant. Wie schön, wenn am Morgen Kaffeeduft die Geruchssinne stimuliert. Meine heutige Fahrt führt mich in den Archälogischen Park, dass seit 1955 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Ein Museum und eine Parkanlage mit mehr als 500 Statuen, Sarkophage, Monolithen und Felszeichnungen. Hier verschmelzen Tier und Mensch in eigenartige Lebewesen.
Die Erschaffer stammen aus eine vorinkanische Kultur. Keiner kennt ihren Namen und fast alles, was über diese Kulturgesellschaft bekannt ist, stammt aus Interpretationen der Statuen und Ruinen. Es war der deutsche Konrad Theodor Preuss der die rätselhaften Steinfiguren von San Agustín erstmals umfassend dokumentierte und somit die Grundlage für spätere systematische archäologische Grabungen und die Sicherung der Skulpturen legte. Nun ja, seine Aktion 21 monumentale Skulpturen für das Königliche Museum für Völkerkunde nach Berlin verschiffen zu lassen war dann wohl nicht ganz rechtmäßig. Der Aufenthalt und die Besichtigung hat mich länger in den Bann gezogen als gedacht. So ist es schon später Nachmittag als ich die Parkanlage verlasse. Noch ein Abstecher nach La Chaquira. Dabei setzt Regen ein und ich verpasse die Sicht auf die Felszeichnung. Das Tal wird in einem grau vom Regen verwandelt. Zurück zur Unterkunft. Ich überlege meinen Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. Es gibt noch 2 Standorte mehr die in dem EIntrittspreis inbegriffen sind. Mal sehen.Læs mere
Geheimnisvolles San Agustin 2
30. november 2023, Colombia ⋅ ☁️ 22 °C
Aufenthalt verlängert. Nach dem Frühstück und Kaffee des Hauses geht es zunächst nach Alto de los Idolos. Dieser Park mit den einzigartigen Denkmälern, die es sonst nirgends auf der Welt gibt gehört ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe. Genauso wie der Park Alto de las Piedras. Aber bei genauerer Betrachtungsweise kommen bei mir erste Zweifel. Haben die Experten und Wissenschaftlicher etwas übersehen? War keiner von denen je im Emsland? Die Art und Bauweise der Gräber erinnert doch stark an unsere Hünengräber. Vielleicht sollten wir in der Umgebung der Hünengräber noch etwas buddeln und wir entdecken auch ein paar unbekannte Fabelwesen in Stein gehauen. Wäre doch eine wissenschaftliche Sensation. Ich mach sicherheitshalber noch ein paar Bilder mehr und überleg es mir nochmal mit dem rumbuddeln. Es geht erstmal ab ins Gelände. Genauer gesagt zum Salto de Bordones. Für eine Trekkingtour ist es zu spät. Es wird ein längerer Spaziergang. Um dem Naturschauspiel näher zu kommen müssen etliche Naturstufen herabgestiegen werden. Das donnernde Getöse des Wasserfalles ist auch aus der Entfernung nicht zu überhören. Es wird Zeit weiterzureisen. So werde ich am nächsten Tag freundschaftlich verabschiedet und meine Reise geht Richtung Norden. Ich komme bis nach Rivera wo es Thermalbäder geben soll. Die Preise für Unterkünfte in dieser Gegend sind dann doch um einiges höher. Und das anvisierte Hostel nicht zu finden. Einheimische sind behilflich und bringen mich zu einer Unterkunft die eher meiner Budgetplanung entsprechen. Hat einen seltsamen Flair obwohl die Rezensionen positiv sind. Nun gut, für eine Übernachtung reicht es. So geht es bei 31 Grad Aussentemperatur in ein Thermalbad welches gefühlte 40 Grad hat. Aber interessanterweise ist der Gesichtsausdruck und die Körpersprache die selbe, als ob man mit einer Körpertemperatur von 37 Grad in 23 Grad kaltes/warmes Wasser steigt. Lustig anzuschauen. So vergeht die Zeit im Flug und es gibt auch keine Einschlafprobleme. Gute Nacht.Læs mere
Wiedersehen in der Tatacoa Wüste
2. december 2023, Colombia ⋅ ⛅ 34 °C
Weiter geht die Reise Richtung Norden. Knapp eine Stunde später haben Blue und ich unser Ziel bereits erreicht. Villavieja. Eingangstor zur Wüste "Desierto del la Tatacoa". Streng genommen ein Trockenwald aber offiziell Wüste genannt. Es gibt die Möglichkeit auf einem der Campingplätze in der Wüste zu übernachten. Ich bevorzuge aber eine Unterkunft mit Ventilator in diesem kleinen Dorf. Die Temperatur steigt auf 36° Grad während man sich zu Hause an Grünkohl und Pinkel erwärmt. Da lassen wir es ruhig angehen mit leichter Kost und reichlich Flüssigkeit bevor es am Nachmittag durch die Wüste geht. Dort sind einige Möglichkeiten um durch die 20m tiefen Canyon zu wandern. Aber bei den Temperaturen keine Option. Und hier in der Wüste treffe ich Sebastian wieder. Zusammen waren wir im Mai durch die Catamarca in Argentinien gereist. Er ist auf einem der Campingplätze und hatte mir seinen Standort geschickt. Wir verabreden uns für später. So fahren Blue und ich weiter durch die Wüste die dann doch einiges abverlangt bei den Temperaturen. Am Abend dann der Besuch in einem Observatarium. Hier hatte ich mich mit Sebastian verabredet. Der einstündige Vortrag ist nur auf spanisch. Aber jetzt weiß ich wie Saturn, Jupiter, eine ferne Galaxie und andere Sterne durch Teleskope aussehen. Die Gegend ist einfach zu heiß und so verabreden wir uns am nächsten Tag um gemeinsam weiterzureisen.Læs mere

Hast du überhaupt keine Angst vor Überfällen? Gerade Kolumbien/Ecuador soll ja nicht ungefährlich sein 🤔 [Lara]

RejsendeHallo Lara. Wirklich gefährlich ist hier der Verkehr. Es gibt Regionen und Städte die ich meide wenn mich die Einheimischen warnen. Und ich vermeide es Nachts zu fahren. Und ja, man muss auf seine Sachen aufpassen. Aber das ist ähnlich wie bei uns. LG
Ibague
3. december 2023, Colombia ⋅ ☀️ 34 °C
An diesem Morgen bin ich mit Sebastian verabredet, der mich in meinem Hostel abholt. Es ist später Vormittag aber die Temperaturen steigen schon wieder in die Höhe. Bevor wir die asphaltierte Hauptstraße erreichen geht es noch einige Zeit durch die abgelegene Landschaft. Ich überlasse Sebastian die Führung und die Navigation und es zeigt sich, dass Google Maps nicht nur bei mir manchmal Verwirrung stiftet. Gut wenn man einen spanisch sprechenden Guide hat. So geht es später entspannt über die sehr gut ausgebaute Schnellstraße bis nach Ibague. Wir sind mit Chemo verabredet. Er gehört zum führenden Kopf der MAI. Eine Vereinigung der Motorradfahrer in Kolumbien. Ja, Motorradfahrer sind eine große Familie. Und man hilft wenn man Unterstützung braucht. Chemo holt uns ab. Denn selbst für Sebastian ist es nicht einfach die Adresse zu finden. Ein herzlicher Empfang im Haus von Chemo. Wir sind zum Essen eingeladen. Gemütliches zusammensitzen und Unterhaltung. Und in manchen Städten hat die MAI auch Unterkünfte für ihre Mitglieder. So auch in Ibague. Eine private Unterkunft. Matratzen, eine Dusche und sicherer Parkplatz für unsere Motorräder. Was braucht der reisende Motorradfahrer noch mehr? Und die Kontakte falls man Hilfe braucht. Morgen geht die Fahrt weiter. Guten Nacht.Læs mere
Salento
4. december 2023, Colombia ⋅ ☁️ 19 °C
Bevor es weitergeht, geht es mit unserem Gastgeber erstmal in die Stadt Ibague. Vorher hatte seine Frau uns mit Kaffee und Frühstück überrascht. Und in der Stadt wartet ein Energieshot auf uns. Für Blue gibt es Kettenpflege und Ölcheck. Dann wird es Zeit aufzubrechen. Eine herzliche Verabschiedung und eine Einladung sollten wir wieder einmal nach Ibague kommen. Unser Ziel ist Salento. Denn die höchsten Palmen der Welt stehen nicht in Dubai, Dom-Rep oder Brasilien. Nein, der Nationalbaum Kolumbiens, die Quindío-Wachspalme, ist mit einer Höhe von bis zu 60 Metern die höchste Palme der Welt. Und sie wächst hier in 2000 bis 3000m Höhe. Hier im Kaffeedreieck " Eje Cafetero", der Kaffeeachse. Wir parken im Sichtfeld eines Kontrollhäuschen und vertrauen unser Gepäck der Aufsicht an. So können wir uns umziehen und den Park genießen. Gigantische Palmen die bei längerer Betrachtungsweise Nackenschmerzen verursachen können. Ideale Kulisse für ein Fotoshooting. Cinderella nutzt auch die Gelegenheit und hat ihr Fotostudio hier aufgeschlagen. Und auch der kleine Ort lädt zur Übernachtung ein. Wir finden eine passende Unterkunft und im angrenzenden "Biergarten" gibt es die wahrscheinlich besten Empanadas weit und breit. Bummeln durch den kleinen Ort bevor es ins Reich der Träume geht.Læs mere
Good bye
5. december 2023, Colombia ⋅ ☀️ 22 °C
An diesem Morgen trennen sich auch schon wieder die Wege von Sebastian und mir. Seine Zeit ist begrenzt. Er möchte Anfang Januar in Cartagena sein um sein Motorrad zu verschiffen. Sein Abenteuer endet Mitte Januar am 1. Februar muss er wieder arbeiten. Anfangs die ganze Pan Americana als Ziel, dann bis Mittelamerika nach Mexico. Letzendlich ist in Kolumbien Schluß für ihn.
Mich zieht es erstmal Westwärts. Donkey Sunrise. So der Name eines Campingplatz der immer wieder positiv erwähnt wird. OK. Ich werde mir den Campingplatz mal anschauen. Die Fahrt geht durch die Kaffeeachse. Zunächst ist Filandia mein Ziel. Der dortige Mirador Colina Iluminado befindet sich im Umbau und der Turm ist deshalb geschlossen. Weiter geht es über gut ausgebaute Asphaltstraßen nach La Union. Zwischendurch ein Kaffeepäuschen. Die Temperaturen sind sommerlich. Und am frühen Nachmittag erreichen Blue und ich den Campingplatz. Hier haben der Holländer Tim und seine Frau Isa aus Venezuela ein kleines Bikerparadies erschaffen. Schon beim betreten der Anlage spürt man die angenehme Atmosphäre. Ich entscheide mich für die Campingvariante und kann mein Zelt geschützt unter einem überdachten Platz aufbauen. Hier wird mein Basecamp für die nächsten Tage sein.Læs mere
Entlang der Karibikküste
29. jan.–1. feb. 2024, Colombia ⋅ ☀️ 29 °C
Heute verlassen Blue und ich unseren Zeltplatz unter Bananenpflanzen und verabschieden uns aus dem Tayrona Nationalpark an der Karibikküste Kolumbiens. Die Idee zum nördlichsten Punkt Südamerikas zu fahren verwerfe ich. Es ist dort heiß, die Armut extrem hoch und am Ende wartet eine Sandwüste. Somit ist das nächste Ziel eine Stadt namens Cucuta. Dort werden wir die Landesgrenze nach Venezuela überschreiten. Diese Land stand nie auf meiner Liste aber nun soll diese Reise ein neues Abenteuer erhalten. Bis dahin sind es noch einige Tage mit hohen Temperaturen. Zunächst geht es entlang der Karibikküste. Hier bestimmen teilweise noch Palmen und Bananenpflanzen am Straßenrand das Landschaftsbild. Mit Blick auf die Bergketten der Sierra Nevada de Santa Marta geht es entlang der Landesgrenze südwärts. Kolumbiens höchste Gipfel sind mit jeweils 5775 m der Pico Cristóbal Colón und der Pico Simón Bolívar. Die Gipfel liegen nur 45 km von der Karibikküste entfernt. Die Bergkette gilt damit als höchstes Küstengebirge der Welt.
Außergewöhnliche Tiere, z. B. Krokodile oder Ameisenbären, die auf Hinweisschildern am Straßenrand abgebildet sind, bleiben meinen Augen verborgen. Und trotzdem zähle ich mich zu den glücklichsten Menschen. Ein Gefühl der Glückseligkeit begleitet mich auf diesem Weg. Ich bin dankbar für jeden Tag und jede Stunde die ich auf meiner Blue verbringen darf. Und mir ist das Privileg bewußt, in diesem Moment ein Leben zu führen welches mich absolut glücklich macht. Nach 3 Tagen erreichen Blue und ich unser Ziel. Cucuta. Wir beziehen bei Rosana eine Airbnb Unterkunft. Da mir hier eine Küche zur Verfügung steht nutze ich die Gelegenheit zum Kochen und mich mit Obst einzudecken. In Cucuta bin ich mit dem Österreicher Thomas und dem Venezolaner Frank verabredet. Thomas hatte ich auf dem Weg von El Jardin nach La Union kennengelernt. Zusammen hatten wir die Weihnachtstage auf dem Campingplatz Donkey Sunrise verbracht. Dort entstand die Idee gemeinsam durch Venezuela zu reisen. Während er zunächst den Süden Kolumbiens bereiste zog es mich nordwärts.
Am nächsten Abend gibt es dann ein Wiedersehen mit Thomas und ich lerne Frank kennen. Gleichzeitig beginnen die Vorbereitungen für das Abenteuer Venezuela. Bargeld ist in Venezuela knapp. Die Benutzung von Geldautomaten somit fast ausgeschlossen. Neben dem Bolivar ist der US-Dollar das offizielle Zahlungsmittel. Das bedeutet, wir müssen uns im Voraus mit ausreichend Bargeld versorgen. Es gibt hier verschiedene Banken aber die Akzeptanz und Auszahlungssummen und somit Gebühren bringen die ersten Schwierigkeiten. Zum Glück gibt es eine Wechselstube mit einem akzeptablen Wechselkurs. Dennoch reicht es noch nicht für einen längeren Aufenthalt. Wir wollen am nächsten Tag die Grenze überschreiten und müssen vorher nochmals versuchen Geld zu wechseln. Noch eine letzte Nacht in Kolumbien und dann beginnt das Abenteuer Venezuela.Læs mere
Venezuela
2. februar 2024, Venezuela ⋅ 🌧 27 °C
Heute beginnt das Abenteuer Venezuela. Doch was weiß ich über Venezuela? Wo ich es geografisch finde ist mir zwischenzeitlich klar geworden. Was hat das Land zu bieten? Kamen die meisten "Miss Universum" nicht aus Venezuela? Das einzige was in meinem Kopf haftet ist, es ist gefährlich. Geh lieber nicht dorthin. Und trotz aller Bedenken ist Venezuela plötzlich auf meiner Reiseroute.
Zunächst verabschiede ich mich aus meiner Airbnb Unterkunft mit einem Frühstück für Rosana und ihrer Mutter. Rührei und Power Vitamin Smoothie für alle. In der Stadt sind Thomas, Frank und ich verabredet. Nochmal schnell US-Dollar besorgen. Schnell? Die Kreditkarten können heute morgen kein Geld abheben. 24-Stundensperre. Mehrfache Versuche bei verschiedenen Banken sind erfolglos oder die Auszahlungsbeträge zu niedrig bei hohen Kosten. Dank der Hilfe von Thomas und Paypal finden wir eine Lösung. Frank ist bereits zur Grenze gefahren.
Die letzten Grenzübergange waren alle einfach gewesen. Aber heute ist es irgendwie anders. Ausgerechnet die Ausreise aus Kolumbien gestaltet sich sehr zeitaufwendig. Im System hatte man vermerkt, dass Thomas nach Ecuador ausreisen wird. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis man das System überzeugen kann, das er nach Venezuela will. Und zum ersten Mal erlebe ich, wie man mit Kohlepapier die Fahrgestellnummer kopiert. Wir treffen Frank wieder. Er und Thomas fahren voraus zum Grenzübergang Venezuela. Meine Ausreise gestaltet sich dafür zügig. Bei der Einreise die nächste Hürde. Man verlangt eine Einladung oder ersatzweise eine bestätigte Hotelbuchung. Frank sei Dank. Er fährt zum nächsten Ort und besorgt eine Einladung per Email. Für ihn als Venezolaner kein Problem. Und wir sparen viel Zeit. Ohne Taschenkontrolle dürfen wir passieren. Aber der Papierkram ist damit noch nicht erledigt. Wir brauchen ein Gesundheitszeugnis und eine Versicherung. An einem Verkaufsstand, der eher an einem Strassengemüsehändler erinnert, bekommen wir die nötigen Dokumente. Und da Frank uns unterstützt, gibt es keinen Anlass zur Zweifel und alles ist legal und sogar günstig. Versicherung für ein Jahr. Und im Gesundheitspass wird u. a. die Blutgruppe und weiteres vermerkt. Nein. Kein Arzt der einen untersucht. Alles einlaminiert und fertig. Geschafft? Nein, wir müssen Blue, Thomas seine "Suzi" und uns noch registrieren lassen. Die Registrierungsstelle im nächsten Ort schließt in Kürze. Und zu allem Überfluß fängt es an zu regnen. Und dann eine gute Nachricht. Man wird auf uns warten. Und tatsächlich, alle sind sehr freundlich. Jeder lächelt und Handshake. Jetzt heißt es endgültig, "Herzlich Willkommen" in Venezuela.
Zu dritt fahren wir weiter nach San Cristobal. Und Venezuela begrüßt uns weiterhin mit Freudentränen. Die erste Unterkunft ist die Posada La Estancia de Bólivar. Der Besitzer ein begeisterter Motorradfahrer. Besitzer mehrerer BMW, Harley, Goldwing, etc. Stolz präsentiert er seine Honda Trike. Na klar, werde mich mal von ihm kutschieren lassen. Ungewohntes Gefühl. Frank hat Magenprobleme und verabschiedet sich. In der Nachbarschaft gibt es ein Restaurant und wir lassen uns Pizzen servieren. Und eines wird zum ersten Mal deutlich. Die Menschen sind sehr freundlich aber das Preisniveau ist deutlich höher als z. B. in Kolumbien. Und auch die Energieversorgung leidet in diesem Land. So wird zwischendurch die Stromversorgung für 4 Stunden abgestellt und in dieser Stadt auch mal die Wasserversorgung.
Wir haben gemütliche Zimmer und Blue und Suzi stehen sicher. Die erste Nacht in Venezuela wartet auf uns. Gute Nacht.Læs mere
San Cristobal - La Azulita
3.–4. feb. 2024, Venezuela ⋅ ☁️ 28 °C
Das erste Erwachen in Venezuela. Nein, keiner wurde erschossen und Blue und Suzi sind auch noch da. Zuerst eine kalte Dusche, Rambo lässt grüßen, irgendwann bin ich abgehärtet. Seit Wochen gibt es nur Kaltwasser in der nördlichen Region. Es ist sowieso warm und heiß hier. Also kein Problem, Hauptsache wir haben Wasser. Frank wird uns heute verlassen und weiter nach Valencia, seiner Heimatstadt fahren. Hier in der Posada gibt es auch eine kleine Werkstatt. Thomas checkt seine Suzi. Hatte er doch einen Ölfleck entdeckt. Nach einer gründlichen Reinigung und Durchsicht entpuppt sich der Verdacht als Fehlalarm.
Der Nachbar unserer Posada wird zu einer Art Stammrestaurant. Dort gibt es Frühstück für uns. Der Besitzer ist sehr nett und Unterhaltungsfreudig. Er begleitet uns sogar, damit wir eine SIM Karte kaufen können. Man empfiehlt uns Digitel. Aber die Verkäufer winken ab, das Netz ist heute nicht verfügbar. Besser ist es eine Karte zu kaufen wenn das Netz wieder funktioniert. Na gut. Nutzen wir den Tag um uns etwas umzuschauen. Eines ist offensichtlich, es gibt nicht sehr viele Highlights und der Mangel an finanzielle Möglichkeiten spiegelt sich im Zustand der Gebäude wieder. Aber es mangelt nicht an Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Nach einer weiteren entspannten Nacht verabschieden wir uns aus San Cristobal. Es ist Sonntag. Die Tankstellen haben geschlossen. Der Sohn der Posada führt uns zu einem vertrauenswürdigen privaten Anbieter. Wir werden noch einige private Strassenverkäufer sehen, die ihre in Colaflaschen abgefüllten Benzinflaschen verkaufen wollen.
Benzin ist in diesem Land unglaublich günstig und mit umgerechnet 0.50 Dollar billiger als eine Flasche Wasser. Wir verlassen die Stadt nordwärts über die Nationalstraße 1. Diese als "Autobahn" errichtete Straße versprüht einen denkwürdigen Charme. Gibt es hier ein Sonntagsfahrverbot? Kaum Verkehr und die Natur ist in Begriff sich die Straße zurückzuerobern. Bäume und Gras fangen an die Straße zu bedecken. Eine Szenerie wie in einem Apokalypse Film. Endzeitstimmung. MAD Max Feeling oder sind wir Teil der Dreharbeiten des nächsten "The Walking Dead"- Staffel?
Es geht nicht nur mir so, auch Thomas sieht es als eine treffende Beschreibung. Und irgendwann sehen wir Menschen die anfangen mit Macheten die Straße wieder freizulegen. Unser Tagesziel ist La Azulita. Wir hatten von den Catumba Lightnings gelesen die hier in der Nähe sein sollen. Bei einem Zwischenstopp treffen wir auf den Italiener Gian. Er ist allein mit seiner Transalp durch Brasilien gereist und jetzt auf den Weg nach Kolumbien. Am späten Nachmittag erreichen wir die Posada von Alejandra und Franklin in La Azulita. Ein überaus herzlicher Empfang und eine Posada die einige Überraschungen bietet. Unter anderem zeigt Franklin uns eine Plattform, die damals der Vorbesitzer errichten ließ. Hier tanzten nicht die Puppen aber die Damen der Miss World und Miss Universum Veranstaltungen präsentierten sich hier. Zusammen mit Alejandra und Franklin fahren wir in das Dorf damit wir in einem Restaurant essen gehen können. Und hier zeigen die beiden uns noch eine Skulptur mit fließendem Wasser. Wer daraus trinkt wird hier seine Frau finden und für immer bleiben. Nun, nach eigener Aussage hat es bei Franklin gewirkt. Glücklich sehen die beiden jedenfalls aus.Læs mere





































































































































































































































































RejsendeHallo Dieter das sind Wahnsinnige Erlebnisse am Amazonas die ich mir immer im Fernsehen ansehe aber das kann man ja nicht vergleichen wenn man das vor Ort erleben darf das wäre auch was für mich gewesen so ein Abenteuer aber schön das ich durch deine Berichte das miterlebe bleib gesund und grüße aus den kalten und regnerischen barssel
RejsendeDanke Wolfgang. Ich freue mich, dass meine Erlebnisse hier, dir den Amazonas näher bringen. Schicke dir Grüsse von hier. Hier beginnt der Sommer.