Zwischen Weinbergen und Unstrut
September 14 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C
Tag 2 – Angekommen zwischen Weinbergen und Unstrut
Nach dem Dauerregen gestern zeigt sich der Morgen heute deutlich versöhnlicher. Erste blaue Streifen schieben sich zwischen die Wolken und im Laufe des Vormittags entwickelt sich daraus tatsächlich richtig schönes Spätsommerwetter. ☀️
Eigentlich könnten wir also voller Tatendrang Richtung Saale-Unstrut starten.
Eigentlich.
Denn da ist ja noch unser kleines Malheur von gestern. 🙈 Das muss erst einmal geregelt werden und dafür heißt es für mich: noch einmal mit dem Wohnmobil hinein nach Erfurt. Nicht unbedingt das, was man sich für einen entspannten Urlaubsmorgen wünscht, aber wat mutt, dat mutt.
So kommen wir erst gegen 13 Uhr vom Stellplatz los.
Zunächst geht es über die A71 Richtung Sangerhausen und anschließend – wie soll ich es ausdrücken? – quer durch die Walachei. 😂
Die Landschaft: wunderschön.
Die Straßen: unterirdisch.
Manche fühlen sich an, als hätten sie die Wende persönlich miterlebt und warteten seitdem auf eine Renovierung. Wo die Soli-Gelder geblieben sind – hier jedenfalls nicht. 😉
Dafür bekommen wir landschaftlich einiges geboten. Es geht ordentlich bergauf und bergab, teilweise mit acht bis zehn Prozent Gefälle und anschließend natürlich wieder genauso steil hinauf. Mit unserem großen E-Liner habe ich jedenfalls gut zu tun.
Wir sind wohl mitten im Thüringer Wald unterwegs. Irgendwann taucht auch ein Wegweiser Richtung Oberhof auf – und damit sind wir endgültig im Wintersportland. Skispringen, Biathlon, Langlauf – im Winter muss hier richtig was los sein.
Heute aber: grüne Wälder, Berge und wir mittendrin.
Je näher wir dem Burgenland kommen, desto kleiner werden die Straßen und Dörfer. Enge Ortsdurchfahrten, schmale Gassen – und meine beiden Navis sind sich natürlich mal wieder überhaupt nicht einig.
Das eine sagt links.
Das andere rechts.
Und ich denke nur: Könnt ihr euch vielleicht einigen, bevor ich mit acht Metern Wohnmobil irgendwo feststecke?
Seit unserem gestrigen Abenteuer traue ich Emma sowieso nicht mehr blind. Wenn mir eine Strecke merkwürdig vorkommt, schaue ich lieber zusätzlich auf die Verkehrsschilder.
Und irgendwann ist es dann so weit:
Die ersten Weinberge! 🍇
Da sind sie endlich – die neuen Weinberge, wegen denen wir überhaupt losgefahren sind.
Wir kommen durch Naumburg und nähern uns Freyburg. Nur an der richtigen Abfahrt – da fahren wir natürlich erst einmal geflissentlich vorbei. 🙄
Zum Glück kommt zwei Kilometer später ein kleiner Rastplatz, auf dem ich mit unserem Dickschiff drehen kann. Und wenn wir nun schon einmal dort stehen, genießen wir wenigstens die Aussicht: Weinberge, Landschaft und die Neuenburg hoch über Freyburg.
Spätestens jetzt ist klar:
Wir sind im Saale-Unstrut-Weinland angekommen.
Also wieder zurück, über die Unstrut und hinein nach Freyburg.
Unser Stellplatz „Schleusenblick“ liegt wunderbar direkt an der Unstrut. Was auf der Beschreibung allerdings nicht ganz so deutlich rüberkommt: Bis dahin muss man erst einmal durch die kleinen, teilweise ziemlich engen und bergigen Straßen von Freyburg.
Und dann stehe ich vor der Einfahrt.
Großes Tor.
Schmale Zufahrt.
Autos davor.
Ich sehe das Tor an.
Ich sehe unser acht Meter langes Wohnmobil an.
Das soll da durch?
Aber ich muss mir heute tatsächlich einmal selbst auf die Schulter klopfen: Ich würge unseren E-Liner da durch. 😅
Wie ich ihn irgendwann wieder herausbekomme, darüber denke ich heute lieber noch nicht nach.
Gegen 15:30 Uhr stehen wir endlich.
Strom dran, Stühle raus – angekommen!
Ein paar Schritte weiter fließt die Unstrut direkt am Stellplatz vorbei. Mit unserem großen Wohnmobil können wir zwar nicht unmittelbar unten am Wasser stehen, aber unser Platz auf dem Hof ist völlig in Ordnung.
Gitty marschiert gleich los zum Netto auf der anderen Seite der Unstrut und kommt mit Kuchen zurück. Und so sitzen wir wenig später tatsächlich draußen in der Sonne, trinken Kaffee und lassen den anstrengenden Fahrtag langsam hinter uns.
Herrlich. ☕☀️
Gegen 16:30 Uhr machen wir uns noch zu Fuß auf den Weg, Freyburg ein wenig zu erkunden.
Und da ist plötzlich dieses Gefühl, das ich so gut von unseren Reisen an Mosel und Rhein kenne: kleine Straßen, hübsche Häuser, Weinberge rundherum und überall dreht sich irgendwie alles um den Wein.
Natürlich führt unser Weg auch zur Rotkäppchen Sektkellerei. Für die Erlebniswelt sind wir heute zu spät dran, aber den beeindruckenden historischen Bau müssen wir uns trotzdem anschauen. Von hier oben haben wir einen wunderschönen Blick über Freyburg, auf die Weinberge und hinüber zur Neuenburg.
Die Führung bei Rotkäppchen wird nachgeholt – morgen oder übermorgen. Schließlich sind wir zum Entdecken hier. 🥂
Danach geht es gemütlich zurück zum Stellplatz.
Und was braucht man am ersten Abend im Saale-Unstrut-Weinland?
Natürlich eine Flasche Wein aus der Region. 🍷
Wir entscheiden uns für einen Rosé, dazu gibt es etwas Käse. Wir sitzen draußen, unterhalten uns mit den anderen Wohnmobilisten und stoßen auf unsere Ankunft an.
Langsam wird es dunkel über der Unstrut.
Und plötzlich ist der ganze Stress des Tages ziemlich weit weg.
Die engen Straßen.
Die Schlaglöcher.
Die widerspenstigen Navis.
Die steilen Berge.
Und das Nadelöhr von Stellplatzeinfahrt.
Alles geschafft.
Jetzt sind wir hier.
Mitten im Saale-Unstrut-Weinland. 🍇🍷
Hier bleiben wir erst einmal bis Donnerstag.
Morgen kommen die Räder raus und es geht Richtung Naumburg. Die Stadt wollen wir uns anschauen. Außerdem steht natürlich die Neuenburg noch auf unserer Liste und auch Rotkäppchen wartet noch auf uns.
Zu tun gibt es also genug.
Aber für heute ist Schluss.
Füße hoch, entspannen und den Abend genießen.
Denn unsere Reise auf der Suche nach neuen Weinbergen hat jetzt so richtig begonnen. ❤️Read more


































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Womofriends-on-tourWir bleiben ca 2,5 Wochen on der Gegend ind die Himmelscheibe von Nebra steht auch auf dem Proramm. 🌌🔭✨ Wangen ist mir neu werden wir machen. 🗺️🚶♂️😊 Waldhotel .. kehren wir ein 🌲🍽️🍷
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