• „Federweißer, Blasmusik und ein Radweg im Gebüsch“

    September 19 in Germany ⋅ ☁️ 18 °C

    Die Nacht ist leider wieder ziemlich vom Husten geprägt. 🤧 Irgendwann gegen halb vier sind wir beide wach und überlegen, wie wir diesen blöden Husten endlich eindämmen können. Da fällt mir meine homöopathische Hausapotheke ein. Ich suche nach dem passenden Mittel – und siehe da: Danach können wir tatsächlich beide wieder einschlafen. Ob es nun daran liegt oder einfach Zufall ist, ist uns in dem Moment ziemlich egal. Hauptsache schlafen! 😴

    Der Morgen begrüßt uns mit vielen Wolken. Hin und wieder nieselt es ein bisschen, aber richtig kalt ist es eigentlich nicht. Zum Draußenfrühstücken ist es uns trotzdem zu ungemütlich, also bleiben wir im Wohnmobil, frühstücken in Ruhe und schmieden unseren Plan für den Tag.

    Vorher stehen natürlich die üblichen Wohnmobilarbeiten an. Die Kassette muss geleert werden, ein bisschen Ver- und Entsorgung hier, ein bisschen Aufräumen da – das gehört eben auch zum Wohnmobilleben. 😉 Dann schwingen wir uns auf die Räder und fahren zunächst nach Bad Kösen zum Einkaufen.

    Viel brauchen wir nicht. Ein bisschen Wasser und ein paar Kleinigkeiten wandern in den Einkaufswagen. Und endlich werden wir auch unser angesammeltes Leergut los. Erstaunlich, was sich im Wohnmobil innerhalb weniger Tage so an Plastikflaschen ansammelt.

    Nachdem alles verstaut ist, beginnt die Suche nach dem Saaleradweg Richtung Weinberge. Und die gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die Ausschilderung ist, sagen wir mal, ausbaufähig. 😅 Wir fahren hierhin, wieder zurück, suchen und rätseln – bis plötzlich aus einem Gebüsch eine ganze Horde Radfahrer auftaucht.

    Na, wenn die da herauskommen, müssen wir da wohl hinein!

    Und tatsächlich: Da versteckt sich unser Radweg. 😂

    Von nun an wird es richtig schön. Wir radeln an der Saale entlang und später direkt an den Weinbergen vorbei. Weit müssen wir allerdings gar nicht fahren, denn unser Ziel ist das Federweißerfest auf einem Weingut. Schon von Weitem sehen wir die vielen Fahrräder und Autos entlang der kleinen Straße. Hier sind wir richtig! 🍇🍷

    Wir stellen unsere Räder ab und gehen in den hübsch geschmückten Garten. Live-Musik spielt, die Stimmung ist gemütlich und wir ergattern einen Tisch. Natürlich darf ein Federweißer nicht fehlen. Schließlich sind wir ja genau deswegen hier. 😉

    Inzwischen meldet sich auch der kleine Hunger. Kein Wunder, die Mittagszeit ist längst da. Die Auswahl kann sich sehen lassen: Kartoffel und Kürbis-Suppe, Flammkuchen, Käsespieße, Schmalzbrote und später natürlich auch Kaffee und selbst gebackener Kuchen.

    Weil der Wind inzwischen ganz schön kräftig und vor allem kalt um die Ecke pfeift, entscheide ich mich für eine heiße KartoffelSuppe. Zumindest denke ich, dass sie heiß ist. 😂 Leider ist sie eher lauwarm. Aber egal – Hauptsache etwas Warmes im Bauch.

    Nach ungefähr anderthalb Stunden verabschieden wir uns von dem schönen Fest und radeln weiter ins Weindorf Roßbach. Dort soll an diesem Wochenende Kirmes sein, und wenn wir schon einmal hier sind, wollen wir natürlich schauen, was dort los ist.

    Schon bei unserer Ankunft hören wir Blasmusik. 🎺🥁 Eine Kapelle steht gerade bei einem der Weingüter und spielt kräftig auf. Besonders lustig: Die Musiker ziehen anschließend mit einem Bollerwagen voller Getränke und allerlei Proviant durchs Dorf weiter.

    „Wo geht’s denn jetzt hin?“, fragen wir.

    „Zum nächsten Weinbauern!“

    Na klar! 😂

    Und tatsächlich: Beim nächsten Ausschank wird wieder Halt gemacht und weitergespielt. So zieht die Kapelle von Winzer zu Winzer durchs Dorf. Das hat was!

    Wir schauen uns Roßbach noch ein bisschen genauer an, die Kirche, die hübschen Häuser und natürlich die kleinen Weinstuben. Ein richtig nettes Weindorf. 🍷

    Anschließend fahren wir hinunter zum Festplatz. Dort ist allerdings noch nicht viel los. Der Tanz beginnt wohl erst am Abend, und so lange wollen wir nicht warten.

    Also geht es zurück an die Saale. Wir wechseln die Flussseite und radeln wieder Richtung Bad Kösen. Auf der Saale herrscht heute richtig Betrieb. Klar – es ist Wochenende. Überall sind Kanus und Schlauchboote unterwegs, und auch auf dem Radweg sind deutlich mehr Menschen als in den letzten Tagen. 🚣‍♀️🚲

    Nur den richtigen Weg nach Bad Kösen finden wir wieder einmal nicht so ganz. Irgendwann landen wir auf einer kilometerlangen Schotterpiste direkt neben der Bahnlinie.

    Na prima.

    Aber auch dieser Weg führt bekanntlich irgendwann nach Rom – oder zumindest nach Bad Kösen. 😂 Schließlich landen wir an Kleingartenanlage "Grüne Gurke" wieder an der Saale und können uns von dort aus Richtung Innenstadt orientieren.

    Da fällt uns ein, dass wir für heute Abend ja noch etwas zu essen brauchen. Also kaufen wir Lachs und fertige Kartoffelpuffer. Damit ist das Abendessen schon einmal gerettet.

    Direkt gegenüber liegt das hübsche Café, das uns bereits gestern aufgefallen ist. Also nichts wie hinein. ☕🍰 Allerdings ist hier Geduld gefragt. Sehr viel Geduld. Es dauert gefühlt eine Ewigkeit, bis Kaffee und Kuchen vor uns stehen.

    Inzwischen bin ich durch den kalten Wind und meine Erkältung so durchgefroren, dass ich eigentlich nur noch eines möchte: zurück ins warme Wohnmobil.

    Also treten wir den Heimweg an.

    Dort angekommen, wärmen wir uns erst einmal ordentlich auf. Später kommt tatsächlich noch einmal die Sonne heraus. 🌤️ Also stellen wir die Stühle draußen in die letzten Sonnenstrahlen und genießen noch ein bisschen den Nachmittag.

    Zum Abendessen kommt meine neue Induktionsplatte samt Pfanne wieder zum Einsatz. Die fertigen Reibekuchen sind ruckzuck gebraten und werden mit Lachs beziehungsweise Apfelmus gegessen.

    Einfach, schnell und richtig lecker! 😋

    Lange hält es uns danach allerdings nicht mehr draußen. Sobald die Sonne verschwindet, wird es wieder richtig frisch. Zum Glück haben wir vor Einbruch der Dunkelheit schon die Fahrräder verladen und fast alles für morgen vorbereitet. Tisch und Stühle sind verstaut, ein paar Kleinigkeiten müssen noch festgezurrt werden und morgen früh bekommt der Keller noch ein bisschen Ordnung.

    Ansonsten sind wir schon wieder fast reisefertig. 🚐

    Morgen geht es weiter. Unser Plan ist Bad Sulza. Da für morgen Regen angekündigt ist, wollen wir zur Therme fahren. Dann haben wir wenigstens eine ziemlich angenehme Schlechtwetteralternative: warmes Wasser statt kaltem Gegenwind. 🛁😉

    Und nach dem heutigen Tag klingt das gar nicht mal so schlecht.
    Read more