Bad Sulza
September 20 in Germany ⋅ 🌧 18 °C
Vom Luxuspreis in die Soleluft – und einmal komplett durchgeweicht 🌧️💦
Grauer Himmel erwartet uns, als wir heute Morgen wach werden. Aber das wissen wir ja vorher: Dieser Sonntag fällt wettertechnisch eindeutig in die Kategorie „Kann weg.“ 🌧️
Bis 11 Uhr müssen wir unseren Platz verlassen, aber Stress haben wir keinen. Unser nächstes Ziel ist Bad Sulza und das liegt gerade einmal eine gute halbe Stunde entfernt. Also können wir in aller Ruhe frühstücken, einräumen, wegräumen und schließlich auschecken.
Nur mein Radsppiegel macht mir Sorgen. Den habe ich mir ja bei unserem kleinen Malheur kaputtgefahren und eigentlich sollte der Ersatz gestern ankommen. Ist er aber nicht. Und heute ist Sonntag – da wird wohl auch nichts mehr passieren. Jetzt muss ich mal sehen, wie ich das auf der Weiterfahrt geregelt bekomme. Irgendetwas ist auf dieser Reise ja immer. 😉
Beim Bezahlen staune ich allerdings nicht schlecht: 155 Euro für drei Tage und zwei Personen! Das ist wirklich ein Wort zum Sonntag. Campingplatz hin oder her – da muss man erst einmal schlucken.
Wir fahren Richtung Bad Kösen und dann weiter nach Bad Sulza. Irgendwann sind sich beide Navis plötzlich einig, dass wir unbedingt über eine kleinere Straße fahren sollen. Und natürlich führt die prompt durch einen dieser Orte, bei denen man mit einem acht Meter langen Wohnmobil kurz überlegt, ob die Häuser heimlich näher an die Straße gerückt sindl. 😅 Aber alles kein Problem.
An einer Baustellenampel müssen wir warten und vor uns stehen gleich drei Wohnmobile. Na, wo die wohl hinwollen?
Richtig. Alle zum Stellplatz in Bad Sulza.
Als kleine Karawane rollen wir dort ein. Meine Vermutung bestätigt sich: Am Sonntagvormittag sind viele bereits abgereist und es gibt reichlich freie Plätze. Der erste Versuch gefällt mir nicht so richtig, also noch einmal rangieren – und beim zweiten Mal passt es. Wir stehen schön mit Blick auf das Freibad. Das sieht allerdings bei diesem grauen Septemberwetter ein wenig so aus, als hätte jemand den Sommer über Nacht abbestellt.
Die Wetter-App kündigt ab 15 Uhr richtig heftigen Regen an. Also keine Zeit verlieren! Wir machen uns sofort auf den Weg zur Stadterkundung.
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Zunächst laufen wir ein Stück auf dem Weg, den wir vor zwei Tagen schon mit dem Fahrrad gefahren sind, und kommen zur Toskana Therme. Das große moderne Gebäude ist an diesem verregneten Sonntag natürlich gut besucht. Durch die Scheiben beobachten wir die Badenden. Musik, Licht und ein DJ sorgen drinnen für Stimmung – während wir draußen noch einigermaßen trocken stehen.
In der Cafeteria gönnen wir uns ein Eis. 🍦
Eis soll ja bekanntlich gegen Halsschmerzen helfen. Zumindest beschließen wir das jetzt einfach mal. Medizin kann schließlich auch lecker sein.
Danach schauen wir uns Bad Sulza genauer an. Wobei „Stadtbesichtigung“ vielleicht ein etwas großes Wort ist. Schon die Bäckereiverkäuferin hat uns neulich erklärt, dass es hier eigentlich keine richtige Innenstadt gibt. Eine Kirche, eine Sparkasse und ein paar Häuser – damit ist das Zentrum imk Wesentlichen beschrieben.
Dafür entschädigt uns der Kurpark. Hier gefällt es uns richtig gut.
Im historischen Inhalatorium ist heute die Tourist-Information untergebracht. Der Herr, der an diesem Sonntagnachmittag Dienst hat, scheint sich über zwei neugierige Besucherinnen ausgesprochen zu freuen. Und wir freuen uns über ihn, denn er nimmt sich richtig viel Zeit für uns.
Er erzählt vom Weinanbau rund um Bad Sulza, von der Sole, von Wanderwegen und Einkehrmöglichkeiten und gibt uns Tipps für eine Weinprobe. Natürlich kommen wir auch auf die Gradierwerke zu sprechen. Und da wird es interessant: Die Schwarzdornbündel, über die die Sole rieselt, müssen regelmäßig erneuert werden. Bei riesigen Anlagen wie in Bad Kösen entstehen dabei enorme Kosten. Da versteht man schnell, warum Kurorte ihre historischen Anlagen nicht mal eben aus der Portokasse erhalten können.
Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen, Bad Kösen oder Bad Sulza – irgendwie kämpfen sie alle mit ähnlichen Problemen: wunderschöne Anlagen, viel Geschichte und immer die Frage, wer das alles bezahlen soll.
Als wir wieder vor die Tür treten, hat der Regen angefangen.
Erst ein bisschen.
Dann mehr.
Und dann meint Petrus offenbar: Wenn schon, denn schon! 🌧️🌧️🌧️
Bis zum Wohnmobil sind es ungefähr zwei Kilometer. Die Regenschirme liegem Regen geschützt im Wohnmobil..Natürlich haben wir Regenjacken an. Und natürlich sollen die uns vor Regen schützen.
Theoretisch.
Praktisch kommen wir am Wohnmobil an, als hätten wir unterwegs noch eine Runde im Freibad gedreht. Schuhe nass, Socken nass, Hosen nass – eigentlich ist nur das, was sich tief genug unter mehreren Kleidungsschichten versteckt, noch einigermaßen trocken. 😂
Aber jetzt zeigt sich, wie gut dieser Stellplatz ausgestattet ist. Im nagelneuen Sanitärgebäude gibt es nicht nur Toiletten und Duschen, sondern auch eine Küche mit Spülmöglichkeit sowie Waschmaschinen und einen Trockenraum. Zugang bekommt man mit einem Code.
Perfekt!
Unsere nassen Jacken, Hosen und Socken wandern direkt hinein und dürfen dort über Nacht trocknen.
Und jetzt kommt der Vergleich, der mich endgültig für den Platz begeistert: 13 Euro Stellplatzgebühr für diese Ausstattung alles inklusive, sogar die Kurtaxe. Nur Strom kostet extra einen Euro für vier Stunden.
Nach den 155 Euro für drei Tage auf dem Campingplatz in Bad Kösen fühlt sich das hier beinahe wie ein Schnäppchen an.
Auf Nachmittagskaffee haben wir inzwischen keine Lust mehr. Uns ist eher nach etwas Herzhaftem, also gibt es Käse und ein paar Kleinigkeiten. Danach verschwinde ich für einen gepflegten Mittagsschlaf im Bett. Meine Erkältung soll schließlich auch irgendwann begreifen, dass sie auf dieser Reise nicht eingeladen ist. 🤧😴
Gegen Abend hört der Regen tatsächlich auf.
Also noch einmal raus!
Wir drehen eine Runde um das Gradierwerk „Louise“. Direkt hinein können wir jetzt nicht mehr, denn die Anlage hat Öffnungszeiten und kostet Eintritt. Aber ein bisschen frische Luft und vor allem ein bisschen salzige Soleluft bekommen wir auch von außen ab.
Nach diesem nassen Tag tut das richtig gut.
Zurück im Wohnmobil gibt es Spaghetti mit Tomatensoße 🍝 und danach machen wir es uns gemütlich.
Draußen ist es dunkel, die nassen Sachen hängen zum Trocknen und wir sind wieder warm und trocken.
Und damit ist auch dieser Sonntag geschafft – ein Tag zwischen teurem Abschied, Soleluft, Eis gegen Halsschmerzen und einer unfreiwilligen Zwei-Kilometer-Dusche.
Morgen ist ein neuer Tag. Und wir haben schon einen Plan.Read more






































TravelerThe price is very favorable, compared with the holiday trip in China.
Traveler
Das sieht ja genau so aus, wie das in Weimar 😉