• Jürgen K.
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MittelgebirgeClassique 2026

A 10-day adventure by Jürgen Read more
  • Trip start
    July 28, 2026

    MGC 2026 Tag 1: Neustadt (Weinstraße) - Bühlertal

    July 28 in Germany ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach einem kurzen Intermezzo in der Heimat mit 3 Tagen durchschnaufen, viel Schlaf, gutes Essen und die Füße hochlegen (bis auf Wasserschleppen und Gießen 😀), ging es heute wieder auf Tour.
    Durch Zufall bin ich vor ein paar Monaten auf ein Ultrarennen gestoßen, und zwar das MittelgebirgeClassique:

    "Die festgelegte Route von MittelgebirgeClassique führt die Teilnehmer über rund 40 Pässe im Pfälzerwald, Schwarzwald, Jura und in den Vogesen.

    Die Strecke ist überwiegend asphaltiert und daher mit dem Rennrad gut zu bewältigen. Es wird jedoch auch einige (sehr) kurze Gravel-Passagen geben. Die höchsten Pässe in der Pfalz erreichen rund 600m, im Schwarzwald, Jura und den Vogesen steigen die Pässe auf über 1400m an.

    1120 Kilometer | 22,500 Höhenmeter"

    Der diesjährige Sieger benötigte für das Rennen etwas mehr als zwei Tage (51h 9min). Ich werde es aber etwas entspannter angehen und plane 10 Tage ein 😄

    Los gings heute morgen um kurz nach 5 Uhr zum Bahnhof in Osterburken. Die Morgendämmerung setzte gerade ein und ich kam ohne Probleme an. Jedoch war es noch ziemlich zapfig bei ca. 10 Grad 🥶 Schon nach 10 Minuten zeigte sich die Bahn wieder von seiner besten Seite: Signalstörung und 15min Pause.... Somit verpasste ich natürlich meinen Umstieg in Heidelberg und musste den nächsten Zug nehmen. Aber kein Problem, so ging es dann eben um Punkt 9 Uhr in Neustadt an der Weinstraße los.

    Durch den Pfälzerwald ging es zuerst am Hambacher Schloss vorbei, weiter durch unzählige Weinberge und es standen auch gleich die ersten beiden Pässe auf dem Programm, die jedoch sogut wie verkehrsfrei prima zu fahren waren. Danach folgte ein welliges Terrain, wo sich die Höhenmeter auch aufsummierten. Eine Straßensperrung (schockt mich nicht mehr 😂) mit frischem Teer konnte ich zum Glück auf dem gut zu fahrenden Radweg entlang der Straße umgehen. In Bad Bergzabern versorgte ich mich dann etwas in einer Bäckerei, machte eine kurze Mittagspause und buchte das Hotel für heute Nacht. Weiter gings dann über die französische Grenze nach Wissembourg und ein weiterer Pass folgte.
    Nun folgten knapp 50 flache Kilometer (so wie es aussieht vorerst die letzten für die nächsten Tage 😬😄) auf teils guten Radwegen, bevor es dann auf der Höhe von Rastatt wieder über den Rhein nach Deutschland ging. Zum Schluss ging es dann schon in den Schwarzwald und ein erster kleiner Anstieg wurde hier bezwungen, bevor es hinab in mein heutiges Etappenziel in Bühlertal ging.
    Schnell die Radsachen gewaschen und geduscht und ab zum Supermarkt um die Ecke, um ein paar Getränke und snacks zu kaufen. Das Restaurant im Hotel hatte heute Ruhetag, der Hotelwirt lobte jedoch das türkische Fachgeschäft nebenan und so freute ich mich mit knurrendem Magen auf einen Döner. Jedoch hatte der Laden heute aufgrund Reparaturarbeiten geschlossen 🙈 Also nochmal zum Edeka zurück und mich von der Bäckerei versorgt.

    Die morgige Etappe wird aufgrund der erwarteten Hitzewelle etwas kürzer ausfallen, nichtsdestotrotz ist der ein oder andere Schwarzwaldpass zu bezwingen 😀

    1/10 Etappen
    149/1120 Kilometer
    2250/22500 Höhenmeter
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  • MGC 2026 Tag 2: Bühlertal - Hausach

    July 29 in Germany ⋅ ☀️ 34 °C

    Bei der angekündigten Hitzewelle kam es mir sehr gelegen, dass es schon ab 6:30 Uhr Frühstück gab. Also früh aufgestanden und beim sehr guten Frühstücksbuffet (u.a. mit Lachs, Eiern, Antipasti und frischen Erdbeeren 😋) zugeschlagen.
    Abfahrt war dann kurz vor 8 Uhr und es ging sofort in den ersten Anstieg Richtung Hornisgrinde. Dieser war sehr angenehm zu fahren, sehr viel noch im bewaldeten Schatten, kaum Verkehr, moderate Steigungswerte und ich kam das erste Mal auf dem Trip über 1000m Höhe. Selbst auf dem kurzen Stück auf der Schwarzwaldhochstraße zum Mummelsee war der Verkehr noch sehr überschaubar. Den Gipfel ließ ich links liegen und begab mich gleich in die Abfahrt Richtung Oppenau.
    Hier ging es dann sogleich in den nächsten Anstieg zum Breitenberg und zur Renchtalhütte. Bisher gefällt mir die Route der Planer des Ultrarennens richtig gut: verkehrsarme bis teils verkehrsfreie Straßen mit meist gutem Straßenbelag, so kann es gerne weitergehen 🤗 Hintenraus wurde dieser Anstieg doch recht steil, aber bei noch viel Schatten stellte mich das noch vor keine großen Probleme :)
    Hinunter nach Bad Griesbach geschossen, wo ich meine Unterkunft für heute in Hausach buchte und meine Flaschen bei der Quelle vom Schwarzwaldsprudel auffüllen konnte. Dies war auch bitter nötig, da es so langsam immer heißer wurde und ich noch zwei knackige Pässe vor mir hatte 🥵
    Nun folgte der Anstieg zum Löcherbergwasen, 3,4km mit 319 Höhenmetern, also 9,4% im Schnitt, ein richtiges Brett, das ich aber auch knackte. Kurze Abfahrt nach Oberharmersbach, bevor dann der letzte Anstieg des Tages Richtung Brandenkopf folgte, der mich auch nochmal vor allem auf den letzten zwei Kilometern und 200 Höhenmetern ordentlich ins Schwitzen brachte 😬 Nach einem letzten kleinen Gegenanstieg ging es nur noch bergab ins heutige Ziel Hausach. Hier musste ich dann den ersten Materialschaden feststellen - siehe Bild 🧦🤣
    Ein paar Getränke und Snacks im Supermarkt gekauft, eine leckere Pizza (die Pizzeria hatte ich noch von meiner Westweg Wanderung 2021 gut in Erinnerung) und zwei Kugeln Eis gegessen.
    Beim Radfahren war die Hitze tatsächlich noch ganz gut auszuhalten. Im Tal jedoch war es draußen (vor allem in der prallen Sonne) unerträglich heiß, hat sich angefühlt wie im Glutofen 🥵🔥🫣

    Morgen heißt es also bei den erwarteten Temperaturen wieder früh starten - Frühstück gibt's glücklicherweise wieder ab 6:30 Uhr 🙏

    2/10 Etappen
    242/1120 Kilometer
    4500/22500 Höhenmeter
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  • MGC Tag 3: Hausach - Staufen

    July 30 in Germany ⋅ ☀️ 31 °C

    Wieder um kurz nach 6 Uhr aufgestanden, schon die ersten Vorbereitungen getroffen und dann um 6:30 Uhr pünktlich zum prima Gasthof-Frühstück bereit gestanden. Danach fertig gemacht, das Rad gesattelt und um 7:30 Uhr war dann Abfahrt. Geplant war diese Etappe eigentlich mit Constantin, der jedoch leider aufgrund der Hitze und auch leicht angeschlagen absagen musste 😬
    Zuerst mit schönem Rückenwind im Tal nach Haslach, bevor dann der erste kurze knackige Anstieg anstand. Mit kaum Verkehr, frischen Beinen und noch angenehmer Temperatur einwandfrei zu fahren. Erst ein Tal mit einigen typischen Schwarzwald Bauernhöfen und vielen Störchen entlang, bevor es am Ende noch kurz steil wurde.
    Danach folgte einige Schweinehügel durch ein richtiges Hinterland, hier und da mal ein paar Häuser, Scheunen und Ställe, dafür sogut wie verkehrsfrei und es war herrlich ruhig. Weiter ging es ins Simonswälder Tal, wo ich mich auch kurz in einem Supermarkt hydriert, da es so langsam wärmer wurde. Danach folgte ein längerer Anstieg mit moderater Steigung entlang der Wilden Gutach, der die meiste Zeit als richtiger Rollerberg bezeichnet werden konnte (auch mal nett zur Abwechslung kein brettharter Anstieg 😄). In einer schönen Abfahrt ging es dann hinab nach Kirchzarten, kurz in eine Bäckerei eingefallen, Wasser aufgefüllt und ab zum letzten Pass des Tages, dem Schauinsland (der Hausberg von Freiburg).
    Und dieser hatte es in sich 🙄 Der Start war noch harmlos, aber dann kam es knüppeldick: die Steigung zog enorm an und viel selten unter 10%, dazu gesellten sich die brutale Mittagshitze und fast die ganze Zeit voll in der prallen Sonne, vor allem unten mega viel Verkehr, ein feiner Gegenwind und dazu hatte ich noch brennende Fußsohlen (vermutlich aufgrund der Hitze und Belastung bei steilen Anstiegen, dehnen sich bei Wärme aus...) 🫣🥵🙈 Nichtsdestotrotz kämpfte ich mich Meter um Meter nach vorne bzw oben. Die Rettung kam dann 100 Höhenmeter vor der Passhöhe in Form eines eiskalten Kneippbeckens, das war richtig genial und nach dieser Pause war der restliche Anstieg nur noch Formsache 😍😄
    Die Belohnung für diese Strapazen folgte in der Abfahrt nach Münstertal - super Belag, wenige kurven und sausteil - da konnte man es richtig laufen lassen 🚀🥰 Nächste Aufgabe: eine Unterkunft finden. Da das Angebot in Münstertal sehr überschaubar und teuer war, sich ich schlussendlich auf Staufen aus, die zusätzlichen 5km weiter das Tal hinunter waren noch im Tank 😉
    Radklamotten gewaschen, geduscht und dann die Überraschung: es regnete ganz ordentlich - gutes Timing mal wieder 🤗 Nach dem Regen ins Städtchen gelaufen und mir einen leckeren Mühlenburger mit Pommes einverleibt, war auch bitter nötig 😋

    Morgen steht dann ein "Ruhetag" mit nur 70 Kilometern an 🤪

    3/10 Etappen
    353/1120 Kilometer
    6783/22500 Höhenmeter
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  • MGC 2026 Tag 4: Staufen - Rheinfelden

    July 31 in Germany ⋅ ☁️ 31 °C

    Nach einer richtig erholsamen Nacht und einem prima Frühstück auf der Terrasse (mit 🍳) ließ ich es heute gemütlich angehen und startete erst um kurz vor 9 Uhr.
    Erst ein paar Kilometer leicht bergauf nach Münstertal, bevor es dann auf den ersten Pass des Tages ging, dem Kreuzweg. Bei angenehmer Steigung und sogut wie verkehrsfrei gingen die 700 Höhenmeter locker von der Hand bzw vom Bein 🦵 Danach ging es gleich in eine wunderbar zu fahrende Abfahrt auf einer perfekten Asphaltdecke nach Badenweiler.
    Hier dann an einem Brunnen kurz die Flaschen aufgefüllt und es ging vorbei an der Cassiopeia-Therme (wo laut quaeldich "Jan Ullrich früher angeblich so gerne entspannte" 😀) in Richtung Hochblauen, dem Hausberg des Markgräflerlandes. Wieder sogut wie kein Verkehr, dafür etwas steiler und der Asphalt war sehr mitgenommen, was bergauf jedoch kein Problem darstellte. Dazu noch recht viel im Schatten. Den Abzweig zum Gipfel ließ ich rechts liegen (war nicht auf der Originalroute und war aufgrund Straßenrenovierung eh gesperrt 🚧) und ab gings wieder auf perfektem Belag (die Routenplaner haben sich echt was bei der Erstellung der Route gedacht 🙏😄) durchs Wiesental Richtung Schweizer Grenze. Ein letzter kurzer Anstieg musste kurz vor meinem Zielort Rheinfelden noch bewältigt werden, bevor ich um kurz vor 14 Uhr in meiner Unterkunft ankam. Hier bot mir die Pensionswirtin dann nur eine offene Überdachung im Hinterhof für mein Rad an - nach kurzer Diskussion durfte ich das Rad dann zum Glück mit ins Zimmer nehmen (sicher ist sicher... 😬).
    Kurz frisch gemacht und dann hatte ich mal richtig Lust auf Fastfood, also ab zum Burger King um die Ecke und hier zugeschlagen 🍔🍟🍦😄 Danach bei richtig schwülem Wetter in der Unterkunft ausgeruht (die Hitze macht einen einfach mürbe... "Ruhetag" heute kam genau richtig 😄), im Supermarkt etwas Verpflegung gekauft, kurz durch Rheinfelden geschleudert (richtiger Kulturschock nach den schönen kleineren Städtchen im Schwarzwald... 🙄🫣) und eine Pizza zum Abendessen geholt (Fußweg von der Unterkunft 10m, direkt im nächsten Haus 🤣). Richtig lecker :)

    Morgen geht's dann in die Schweiz. Plan ist wieder ziemlich früh zu starten, da die Hitze das größte "Problem" darstellt (laut Wettervorhersage soll es morgen "nur" 30 Grad warm werden 😄) - 100km und 2700 Höhenmeter sind angepeilt 🤗

    4/10 Etappen
    424/1120 Kilometer
    8347/22500 Höhenmeter
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  • MGC 2026 Tag 5: Rheinfelden - Grenchen 🇨🇭

    August 1 in Switzerland ⋅ ⛅ 29 °C

    Grüezi mitenand 🤗 Heute ging es in die Schweiz und schonmal vorab: Es war die mit Abstand schönste Etappe bisher 😍

    Aber der Reihe nach: Obwohl ich ziemlich fertig war, konnte ich lange nicht einschlafen bei dem sehr schwülen Temperaturen, dann begann es zu regnen und es prasselte vor meinem Fenster auf ein Blechdach. Irgendwann fand ich dann doch noch ein paar wenige Stunden unruhigen Schlaf bis ich um 5 Uhr aufgewacht bin. In der Pension gab's kein Frühstück, jedoch einen Kaffeevollautomat. Am Abend zuvor hatte ich mir schon im Supermarkt was zum frühstücken gekauft und so konnte ich heute schon gehen 6:30 Uhr aufbrechen.
    Zuerst ging es über den Rhein ins schweizerische Rheinfelden - und es erwartete mich ein himmelweiter Unterschied 😬 Ich fuhr durch ein richtig schönes Städtchen, es war alles sauber und gepflegt und bessere Radwege kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Dazu war um diese frühe Uhrzeit sogut wie niemand auf den Straßen. Zum Warmup ging es ca 300 Höhenmeter gemütlich über ein kleines Pässchen und anschließend hinunter nach Sissach.
    Als nächstes stand der Anstieg zum Chilchzimmersattel an, laut quaeldich "der klassische Ausflugsberg der Basler – die Ferraridichte ist an Wochenenden extrem hoch." zu dieser frühen Uhrzeit konnte ich das überhaupt nicht bestätigen, die Autos konnte man an einer Hand abzählen 😄 Die 500 Höhenmeter bei 9% Steigung gingen so richtig locker von der Hand, es war ein richtiger Genuss. Der frühe Start hatte auch seine Vorteile, da es noch richtig angenehme Temperaturen waren. Danach ging es mit einem kurzen Zwischenanstieg hinunter nach Mümliswil und dann gleich weiter Richtung Scheltenpass. Hier überholte mich dann ein anderer Rennradler und ich klemmte mich in seinen Windschatten. Wir kamen dann ins Gespräch und so fuhr ich mit Roman aus Aarau den Anstieg. Bei kurzweiligen Gesprächen verflogen die Höhenmeter wie nichts 😀 Wir hatten auch Glück dass Wochenende war, da der Pass unter der Woche wegen Holzfällarbeiten gesperrt ist 😬 Nach der Abfahrt trennten sich dann unsere Wege, da Roman weiter nach Basel fuhr. Hier machte ich dann auch eine kurze Pause und stellte fest, dass hier schon die französischsprachige Schweiz ist - man wurde mit Bonjour begrüßt 😄
    Es lief einfach prima und nach zwei weiteren kurzen Anstiegen stand ich vor einer letzten Härteprüfung, die es in sich hatte: dem Weissensteinpass. Die Daten: 5 km | 547 Hm | 10,9 % und der letzte km mit 14% im Schnitt. Am Einstieg in den Pass war eine Ampel auf rot und ein Schild "Fahrverbot an Sonn- udn Feiertagen von 9-16 Uhr", aber nicht für Radfahrer gültig. Es war ja eh Samstag und mir kam auch ein Radfahrer entgegen. Das sollte auch die letzte Begegnung bis zur Passhöhe bleiben, ich sah absolut keine Menschenseele 😍 Bis zum letzten Kilometer war der Pass einigermaßen gut zu fahren, aber dann kam es knüppeldick. Im kleinsten Gang und Zickzackkurs im Wiegetritt konnte ich die letzten 140 Höhenmeter gerade so bewältigen. Oben angekommen traf ich auf ein paar Wanderer ("Ich würds net schaffe") und sie teilten mir mit, dass heute am 1. August der Schweizer Nationalfeiertag ist. Deswegen war der Pass auch verkehrsfrei 😄
    Urplötzlich fing es an zu regnen und ich stellte mich kurz unter. Es hörte aber nach ein zwei Minuten wieder auf und ich stürzte mich in die waghalsige Abfahrt, welche noch steiler ist (laut Schild bis zu 22% 😵) als die Nordauffahrt. Hier könnte bzw musste man die Bremsen definitiv mal einem Extremtest unterziehen, es war einfach unfassbar steil, aber bei zum Glück gutem Belag kam ich sicher runter. Nach ein paar weiteren flachen Kilometern auf perfekten Radwegen erreichte ich dann schon gegen 13 Uhr mein Hotel in Grenchen.
    Aufgrund des Feiertags hatten natürlich fast alle Läden geschlossen, in einer Tankstelle konnte ich mich dann jedoch etwas mit dem nötigsten eindecken und ich kam endlich auch mal zu einem Döner XXL (für knapp 15€ auch mit XXL Preis 😀).

    Alles in allem ein Traumtag, die Schweiz hat definitiv nicht enttäuscht 🥰 Nun ist Halbzeit, von Kilometer und Höhenmeter habe ich ca die Hälfte hinter mir. Die Motivation ist nach wie vor groß, die Beine fühlen sich noch ziemlich frisch an und Regen ist auch keiner in Sicht. Einzig die Hitze wird wohl in den nächsten Tagen nochmal herausfordernd 🥵

    Frühstück im Hotel gibt's morgen am Sonntag leider erst um 8 Uhr (sonst 6:30...). Nicht optimal, da ich gerne wieder früh starten will und eine längere Etappe ansteht, in der es nach Frankreich geht, aber nichts zu machen 😬

    5/10 Etappen
    526/1120 Kilometer
    11010/22500 Höhenmeter
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  • MGC 2026 Tag 6: Grenchen - Pont-de-Roide 🇫🇷

    August 2 in France ⋅ ☀️ 32 °C

    Vive la France! 🇫🇷 Heute hieß es schon wieder Abschied nehmen aus der schönen Schweiz, hoffentlich bis bald 🤗
    Heute wieder einwandfrei geschlafen, schon um 7 Uhr aufgewacht und alles soweit gerichtet, bevor ich dann um 8 Uhr pünktlich zum Frühstück auf der Matte stand, das eher unterdurchschnittlich war, aber besser wie nichts...
    Abfahrt war dann um 8:30 Uhr, also 2h später als gestern, und das merkte man schon gewaltig. Es ging gleich einen kleinen Pass hinauf und der Schweiß drückte schon aus allen Poren 🥵 Also schnell weiter in die kühlende Abfahrt und danach gings auch schon in den Anstieg zum Dach meiner Tour, dem Col du Chasseral (1600m). Erst ein richtiger Rollerberg, hintenraus jedoch bei 3km mit 10% doch ein ordentlicher Brocken. Immerhin war einiges im Waldschatten und so war der Pass noch sehr gut zu fahren. Es herrschte reger motorisierter Verkehr, was man wohl dem Sonntag zuschreiben kann 😬 Am Ende ging es dann noch ca einen Kilometer zu einem Sendeturm, von wo man herrliche Blicke ins Tal hatte und man sah den Bielersee, Murtensee und Neuenburgersee 😍 Danach ging es in eine rasante Abfahrt nach Saint-Imier, wo ich leider keinen Brunnen oder geöffneten Supermarkt fand und so ging mir im Aufstieg zum nächsten Pass, dem Mont Soleil das Wasser aus 🫣 Und dieser war kein Zuckerschlecken, 4,5km bei knackigen 9,7%. Immerhin war hier überhaupt nichts los und ich schraubte mich an langgezogenen Geraden nach oben.
    Nach einer kurzen Abfahrt und ca 10km fand ich die Erlösung schlussendlich in einem kleinen Städtchen auf dem Friedhof - hier gibt es bekanntlich ja immer Trinkwasser fürs Blumengießen 💧😋 Weiter gings in einer einsamen und wilden Abfahrt hinunter zum Fluss Le Doubs (den ich später nochmal näher kennen lernen durfte 😉), wo dann auch der Grenzübergang zu Frankreich war.
    Ich wusste nicht genau, was mich nun auf dem folgenden Anstieg erwartet, da dieser nicht auf quaeldich aufgeführt ist. Dass es steil wird konnte man in komoot schon erahnen, aber was dann kam haute mich fast aus den Socken 😵 Danach fand ich auf quaeldich folgenden Kommentar:

    "Die Auffahrt von La Goule ist für Rennräder sehr grenzwertig, extrem steil und der Asphalt löst sich gerade auf. Das die Straße noch dazu sehr schmal ist bleibt auch kein Spielraum nach links oder rechts. Trotzdem lohnt es sich, diese Doubsquerung bei La Goule zu machen, Einsamkeit und Wildheit sind garantiert."

    Es war einfach brutal steil und in der Mitte lag oft einiges an Gravel, was Schlangenlinien fahren erschwerte. Am Anschlag und mit letzter Kraft (auch für die Arme heftig 🫣) schaffte ich es gerade so ohne abzusteigen nach oben. Immerhin gar kein Verkehr bis auf ein Auto hinter mir, das ich in einer Serpentine vorbei lassen konnte.
    Danach ging es nur noch bergab Richtung dem heutigen Ziel. In der Ortschaft davor hatte eine Bäckerei am Sonntag geöffnet, in die ich einfiel und mir Schokocroissant, ein Magnum, Cola und eine Orangina reinstellte 😋 Damit waren die letzten 5km zum Hotel nur noch ein Klacks.
    Auf Google maps hatte ich eine Badestelle im Fluss Le Doubs entdeckt, die vielversprechend aussah und in 5min zu Fuß auch gleich um die Ecke war. Und ich wurde wahrlich nicht enttäuscht! Bei dem Wetter war es einfach herrlich, sich im Fluss abzukühlen 🥰 Das Wasser war von der Temperatur genau richtig und auch sehr sauber - das hat gut getan nach der Hitzeschlacht heute 😋 Es gab sogar einen Sprungturm, der gut frequentiert wurde. Dann geduscht und noch etwas durchs Städtchen geschlendert (ziemlich viel Leerstand, zu verkaufen Schilder und heruntergekommen 🙄). Zum Abendessen hatte ich dann die Wahl zwischen 3 Dönerläden... Einer sah passabel aus und hatte auch noch mehr auf der Speisekarte. So fiel meine Wahl heute auf eine Pizza Calzone - ganz gut, aber leicht verbrannt. Aber der Hunger hats definitiv reingetrieben 😄

    Morgen geht es dann in eine meiner Lieblingsregionen in Frankreich, den Vogesen 😊 Und es wird definitiv wieder früher gestartet, habe das Frühstück im Hotel schon abgelehnt, das es erst um 7:30 Uhr gegeben hätte...

    6/10 Etappen
    646/1120 Kilometer
    13601/22500 Höhenmeter
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  • MGC 2026 Tag 7: Pont-de-Roide - Ranspach

    August 3 in France ⋅ ⛅ 32 °C

    Der Wecker klingelte heute wieder früher um 6 Uhr. Der Plan war ja, was zum Frühstücken in der Bäckerei nebenan zu kaufen. Bin gestern Abend aber zum Glück noch vorbei gelaufen - geschlossen wegen Urlaub 🫣 Den Weg konnte ich mir somit sparen und das Frühstück viel dementsprechend spartanisch aus: Eine Banane und ein paar Nüsse+Rosinen, mehr hatte ich nicht mehr 🫣
    Kurz vor 7 Uhr gings dann los. Zuerst ein kleiner Hügel zum warm werden und danach folgten 50 ziemlich unspektakuläre Kilometer, eine typische "Überführungsetappe" bis dahin vom Jura zu den Vogesen. Was jedoch auffiel, war mal wieder die hervorragende Routenplanung des MittelgebirgeClassique über einsame und verkehrsarme bis -freie Straßen. Außerdem sind einfach alle Felder und Wiesen gelb bzw. braun und das eigentlich seit Beginn der Reise. Und die Blätter mancher Bäume werden schon bunt und fallen ab, kommt mir sehr früh vor Anfang August... 😬 Nach 15km erreichte ich den ersten Supermarkt und deckte mich hier mit Wasser und Pain au chocolat ein, von denen ich auch gleich zwei verputzte 😋
    Nach 60km erreichte ich den Einstieg zum ersten Pass des heutigen Tages, dem Ballon de Servance (und ließ die Planche des Belles Filles rechts liegen 😄), ca 13km bei 5%. Klingt angenehm, jedoch steigt es am Anfang nur leicht an, bevor es am Ende dann doch oft wieder Richtung 10% ging 🥵 Dazu auf feinstem Vogesen-Asphalt, also recht ruppig 😄 Immerhin fast alles im Waldschatten und mir begegneten mehr Radfahrer als Autos 👌Danach hinab in die Abfahrt, die man auch nicht mit full speed nehmen konnte, da der Straßenbelag nicht der beste war 😬 Beim Abzweig nach Le Thillot gab es in einer kleinen Wirtschaft ein leckeres Schinkensandwich, Cola und Wasser.
    Danach legte die Route noch einen kleinen Schlenker über eine herrliche Höhenstraße entlang etlichen Seen ohne Verkehr ein, richtig schön 🥰 Nun folgte die Abfahrt ins Tal und es ging auf den Radweg einer alten Bahntrasse. Der nächste Stop war dann bei der boulangerie Pinot, die die Gebrüder Öhrle und ich schon 2019 gefeiert hatten und die immer noch genauso gut ist wie damals 😄 Nach einem Pizza Stück, Orangina und noch etwas, was Verpflegung für unterwegs ging es gestärkt weiter, leicht ansteigend und mit etwas Gegenwind bis Bussang. Nun musste ich noch über den letzten Pass des Tages, den Col du Page, eigentlich auch ein sehr schöner Pass mit nur 350 Höhenmetern, nicht zu steil und mal wieder für die Vogesen typisch ohne Verkehr, aber in der prallen Sonne und Mittagshitze verlangte mir dieser nochmal einiges ab 🥵 Einem letzten kurzen Mini-Anstieg zum Col d'Oderen folgte eine herrliche Abfahrt ins Tal, wo ich mich noch kurz in einem Supermarkt mit Getränken und Snacks eindeckte, bevor ich meine Unterkunft bezog.
    Geduscht, gewaschen, einen Kaffee getrunken und etwas ausgeruht, bevor es dann um 19 Uhr zum einzigen Restaurant im Städtchen ging, das heute laut Pensionswirtin und Google geöffnet hat. 15min zu Fuß hin und was musste ich feststellen? Wegen Urlaub im August geschlossen 🙄🙈 Also nochmal kurz geschaut und noch ein weiteres Restaurant gefunden, das weitere 15min entfernt ist. Dieses hatte dann auch offen und es gab mal keine Pizza etc, sondern Schweineschulter mit Bratkartoffeln, sehr lecker 😋

    Neben der teils schwierigen Versorgungslage bleibt die anhaltende Hitzewelle die größte Herausforderung, was ich nach 7 Tagen mittlerweile auch merke. Aber fühle mich nach wie vor gut, versuche mich so gut wie möglich zu verpflegen und durch frühe Starts der größten Hitze am Nachmittag so gut es geht zu entkommen.
    Frühstück gibt's morgen in der Pension zum Glück schon ab 6 Uhr und ich kann wieder einen Frühstart hinlegen 😀

    7/10 Etappen
    784/1120 Kilometer
    15808/22500 Höhenmeter
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  • MGC Tag 8: Ranspach - Sainte-Marie-aux-Mines

    August 4 in France ⋅ ⛅ 31 °C

    Das einfache französische Frühstück war schon um 6 Uhr gerichtet, war aber ausreichend und so konnte ich um kurz nach 7 Uhr starten.

    Und es stand gleich ein legendärer Vogesenpass an, der vor gut 2 Wochen auch bei der Tour de France gefahren wurde (vermutlich nach Alpe d'Huez mit den größten Zuschauermassen). Es ging von Saint-Amarin zuerst nach Geishouse, bevor es dann auf einem neuen Radweg hinauf zum Col du Haag ging. Noch sehr angenehme Temperaturen, absolut kein Verkehr und tolle Blicke auf den Grand Ballon machten die Auffahrt zu einem wahren Vergnügen (anders als 2019 mit Constantin und Sebastian bei Nebel, Nieselregen, Kälte und der alten schlechten Straße 😀). Es war so ruhig, dass einmal 50m vor mir eine ausgewachsene Wildsau über die Straße rannte 🐗😄 Obenraus dann doch gut steil, aber nach manchen Pässen der letzten Tage konnte mich das wahrlich nicht mehr schocken 🤗
    Nun ging es auf der Kammstraße weiter zu Le Markstein und dann eine mega Abfahrt hinunter zum Einstieg in den nächsten Pass, dem Petit Ballon. Weiterhin sogut wie verkehrsfrei und ein richtiger Rollerberg bei ziemlich konstanten 6%. So standen dann nach 45km schon wieder knapp 1600 Höhenmeter zu Buche 🙄 Und weitere 1000 sollten heute noch folgen.
    Nach einer tollen Abfahrt durch einen dichten, dunklen Wald auf bestem Asphalt fiel ich kurz in einer Bäckerei ein und tankte auf. Hier veränderte sich dann die Landschaft merklich, welche wieder durch viel Weinbau geprägt war.
    Zum nächsten Pass ging es hinauf nach Trois-Épis, keine große sportliche Herausforderung (400 Höhenmeter bei 5-6% ohne Rampen, jedoch ging es auf Mittag zu und die Sonne stand in ihrem Zenit 🥵 Nach einer weiteren kurzen Abfahrt in einem Supermarkt nochmal Wasser aufgefüllt und dann gleich ab zum nächsten Rollerberg, dem Col de Fréland, den ich ohne Probleme meisterte. Da einige Wolken aufzogen, begab ich mich gleich in die Abfahrt zum heutigen Etappenziel in Sainte-Marie-aux-Mines. Und tatsächlich fing es an zu regnen und ich bekam einige Tropfen ab. Hielt sich aber in Grenzen und ich erreichte noch ziemlich trocken meine Unterkunft 😊 Diese hat einen schönen großen Garten, wo es sich in einer Hängematte im Schatten einigermaßen aushalten ließ 🔥😀 Zum Abendessen gab es dann ein Elsässer Cordon Bleu mit Pommes 😋

    Morgen gleiches Spiel wie immer: Frühes Frühstück um 6:30 Uhr und die Mittagshitze sogut es geht vermeiden. Es soll zum Glück etwas abkühlen, aber evtl auch mal kurz regnen.

    8/10 Etappen
    897/1120 Kilometer
    18470/22500 Höhenmeter
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  • MGC 2026 Tag 9: St-Marie-aux-Mines - Petite-Pierre

    August 5 in France ⋅ ⛅ 30 °C

    Kein Regen in Sicht und so klingelte der Wecker wieder um 6 Uhr, Frühstück bei den netten Gastgebern gab's um 6:30 Uhr und eine gute Stunde später war Abfahrt.
    Heute standen 120km mit 2300 Höhenmetern auf dem Programm, da heute jedoch "nur" um die 30 Grad gemeldet waren, sollte es machbar werden. Zuerst wieder auf einem tollen Radweg einer ehemaligen Bahntrasse leicht bergab, bevor nach ca 10km schon das erste Pässchen kam, der Col de Fouchy (7km mit 5%). Schön zum warm werden bei Steigungen, die nie zweistellig wurden und den verkehr konnte man an einer Hand abzählen (insgesamt 3 Autos und 1 Motorrad 😀).
    Nach kurzer Abfahrt ging es dann das letzte Mal auf über 1000m Höhe, und zwar auf den Champ du Feu (1099m). Nochmal ein letzter größerer Brocken mit 12km und 800 Höhenmeter und die Steigungen lagen oft um die 8-9%, dafür aber konstant recht gut zu fahren. Hier kamen mir verteilt auf einige Kilometer bestimmt um die 50 kleine Mopeds mit Gepäck entgegen 🛵😂 Nun folgte eine herrliche Abfahrt, mal wieder durch dichten Wald entlang eines kleinen Flüsschen. In einem kleinen Supermarkt in Oberhaslach schnell Cola und Wasser aufgetankt und ein Gespräch von einer Mitarbeiterin und einer älteren Kundin an der Fleischtheke belauscht. War französisch mit einem elsässischen Einschlag und ich hörte dann nur raus "... et un Fleischwurschd" 😂
    Weiter gings zum letzten Pass des heutigen Tages, dem Col des Pandours, einem Rollerberg wie er im Buche steht (12km und 400 Höhenmeter). Danach kamen nur noch einige Schweinehügel bis es dann hinab nach Saverne ging. Das Städtchen sah beim Durchfahren auf den ersten Blick sehr ansehnlich aus, aber ich kehrte nur kurz in einen Supermarkt ein, füllte Wasser auf und dazu gab es Eistee, ein Magnum Mandel und Minidonuts 🍩
    Die letzten ca 20km mit welligem Terrain bis zu meiner heutigen Unterkunft in La Petite-Pierre (auf deutsch Lützelstein) waren dann nur noch Formsache. Man merkte dann doch, dass es nur noch um die 30 Grad hatte, ein himmelweiter Unterschied zu den Tagen davor 🙏 Glücklicherweise hatte das Hotel eine Sauna, in der ich dann bei zwei Saunagängen noch zu meinem gewohnten täglichen Schweißausscheidungen kam 🧖😄
    Da die Pizzeria im Ort ihren einzigen Ruhetag natürlich heute am Mittwoch hat, lief ich ein paar Minuten zum "Le Biergarten". Hier wurde ich ziemlich schroff abgewiesen, da sie voll besetzt waren und ich nicht reserviert hatte. Also blieb als fast letzte Option das französische Restaurant in meinem Hotel. Am letzten Abend des Trips gab es dann auch ein feines Rinderfilet mit Pommes und zum Nachtisch zwei Kugeln Eis 🤗😋

    Morgen führt die letzte Etappe dann zurück nach Neustadt an der Weinstraße, zum Abschluss nochmal 140km und 2100 Höhenmeter. Wie gehabt wird ein früher Start angepeilt (um es bestenfalls um 19:30 Uhr zum Stammtisch in Eberstadt zu schaffen 😄).

    9/10 Etappen
    1019/1120 Kilometer
    20797/22500 Höhenmeter
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  • MGC 2026 Tag 10: Petite-Pierre - Neustadt Weinstr

    August 6 in Germany ⋅ ⛅ 27 °C

    Ein letztes Mal hieß es also früh aufstehen 😀 Um 5:45 Uhr klingelte der Wecker, das Frühstück im Hotel ab 6:30 Uhr war mir zu spät und so holte ich mir um 6 Uhr Kaffee, Brezel und Schokocroissant in der boulangerie um die Ecke. Dazu gab's noch eine Banane zum Frühstück und ich kam um Punkt 7 Uhr los.
    Zuerst ging es 40km wellig bis zur deutschen Grenze, bevor hier ein kleines Grenzpässchen zu bewältigen war. Kurz in einem Supermarkt Verpflegung für den Tag eingekauft und die einzige richtige Pause eingelegt. Weiter ging es recht flach und teils auf tollen Radwegen zum letzten steilen Brett hinauf zum Hermersbergerhof. Hier gab es nochmal 500m mit 12% Steigung, aber danach wurde es deutlich flacher. Danach folgten ca 15km leichtes auf und ab auf einer herrlichen Hochebene im Pfälzerwald 🌲🌳, eine Abfahrt ins Tal und anschließend ging es hinauf auf den Großen Kalmit, den ich am ersten Tag schon von der anderen Seite als allerersten Pass fahren durfte. Am Anfang nochmal "feinster" Vogesenasphalt (da war selbst die Auffahrt kein Vergnügen 🫣😄) und den ganzen Anstieg ein herrlicher Duft nach Nadelbäumen (hat teilweise an Malle erinnert 😀). Danach sofort in die letzte längere Abfahrt, bevor nun tatsächlich der letzte Anstieg des Trips anstand: Hinauf zum Hambacher Schloss, nochmal recht knackige 200 Höhenmeter auf 2,5km. Begrüßt wurde ich oben von Touris mit "Des is eine Sackgasse" 😄 Kurz ein Foto gemacht und hinab zum Bahnhof in Neustadt gerollt. Hier erreichte ich dann den angepeilten Zug nach Osterburken in die Heimat.

    Alles in allem ein herrlicher Bikepacking Trip, der auch bedingt durch die teils enorme Hitze sportlich herausfordernd war. Hatte außer am ersten Tag, als ich zum Bahnhof nach Osterburken fuhr (und da war es arschkalt 🥶😂), nicht einmal die Windjacke etc gebraucht 🙄 Das Material hielt bestens und ich hatte keine Panne oder technische Probleme. Auch die Di2 (elektronische Schaltung) hatte am Ende noch 10% Ladung, hält also gut 1000km (auf der Rückfahrt von Osterburken fiel die Ladung auf 5% und dann funktioniert der vordere Umwerfer nicht mehr 😀). Teils war die Versorgung in den ländlicheren Gegenden schwierig, aber das war mit etwas Planung gut machbar.
    Wie schon gesagt bin ich von der Route des MittelgebirgeClassique richtig begeistert, da waren definitiv Profis am Werk 😊 Super geplant mit tollen Pässen, zumeist guter bis sehr guter Straßenbelag und kaum Verkehr, oft auf Nebenstraßen und Radwegen. Highlights waren der erste Tag in der Schweiz und auch die südlichen Vogesen 🥰

    Zum Schluss zitiere ich noch einen Radfahrer aus den USA, den Constantin und ich 2022 beim Anstieg zum Col de l'Iseran getroffen hatten, das ich nun auch unterschreiben kann:

    "I'm sick of climbing" 😄

    10 Etappen
    1161 Kilometer (116 pro Tag)
    22759 Höhenmeter (2276 pro Tag)
    55h37min (5h34min pro Tag)
    20,9 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit
    40 Pässe
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    Trip end
    August 6, 2026