• Chelada Especial
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NST Section Norden

Von Sylt bis zur Grenze SH/HH auf dem NST (21 Tage / 555km) 🥾🏕️ Read more
  • Trip start
    April 29, 2026

    Los geht’s

    April 29 in Germany ⋅ ☀️ 8 °C

    Ich bin gestern mit der Bahn nach Sylt gefahren. Übernachtet habe ich in der nördlichsten Jugendherberge Deutschlands. Mein Bett war im Pipi Langstrumpf Haus und ich hatte das ganze Zimmer für mich. Nach einem Kaffee am Morgen bin ich dann 1h zum Trailhead gelaufen. Sylt begrüßt mich mit strahlendem Sonnenschein und einer leichten Brise Meeresluft. So kann es gerne weitergehen.Read more

  • Tag 2

    April 30 in Denmark ⋅ ☀️ 17 °C

    Weiter geht es bei strahlendem Sonnenschein über Sylt. Immer auf dem Deich entlang und in bester Gesellschaft. 🐑 Den ersten Tag spür ich kräftig in den Beinen. Die hikerlegs sind noch weit entfernt. Anschließend dann mit der Bahn aufs Festland. Der Teil war dann recht langweilig und asphaltiert. Jetzt bin ich auf einem Campingplatz in Dänemark, der hat sogar ein kleines Schwimmbad. Träumchen 🥳Read more

  • Tag 3

    May 1 in Germany ⋅ ☀️ 22 °C

    Auf dem Camping Platz gestern war noch irgendwo Party. So bin ich mit einem Mix aus Malle Songs und 80‘s eingeschlafen. Heute ging’s dann ein Stückchen durch Dänemark und anschließend wieder rüber nach Deutschland. Wenig Asphalt und sehr viel schöne Natur. Heute schlafe ich auf einem Zeltplatz vom Wilden Schleswig Holstein. Hier gibt’s sogar ein Floß mit dem man auf eine Mini Insel fahren kann. Wetter ist nach wie vor kaiserlich.Read more

  • Tag 4

    May 2 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute viele Wald- und Wiesenwege und ab und an Asphalt. Meine Beine haben langsam akzeptiert, dass wir hier jetzt wandern, begeistert sind sie davon aber noch nicht. Eigentlich wollte ich zu einer Bank und dort biwakieren. Da wohnen allerdings schon Füchse und Mäuse. Ich hab dann einfach die nächsten Anwohner gefragt ob sie ein Platzerl für mich frei haben. Und jetzt schlaf ich bei Darian und Mira im Garten. Die renovieren gerade ein Haus und er züchtet ostfriesische Hühner. Eier und einen Stuhl haben sie mir auch noch angeboten. Den Stuhl hab ich genommen, die Eier musste ich leider ablehnen. Ich hab ja nichts zum kochen dabei.Read more

  • Tag 5

    May 3 in Germany ⋅ 🌧 16 °C

    Morgens Nebel, dann Regen, nachmittags relativ trocken. Viel Asphalt auf dem Weg nach Flensburg. Mental bisher die anstrengendste Etappe für mich. Zur Aufmunterung gibt es Burger King und Abends Pizza. Heute mal kein coldsoaking. Belohnt werde ich mit der Ostsee. In Flensburg hab ich dann noch die Chance genutzt und meine Klamotten im Waschsalon gewaschen. Ich schlaf heute bei der Familie Brix im Garten. Die machen beim Wilden SH mit und bieten einen Zeltplatz im Garten an. Weil es die ganze Nacht regnen soll, hab ich mich aber für eine alte Liege unter der Pergola entschieden. Der Reiner schläft auch hier. Der ist 65 und fährt mit dem Fahrrad bis ans Nordcap. Langer Tag. Ab ins Bett.Read more

  • Tag 6

    May 4 in Germany ⋅ ☀️ 12 °C

    Detlef sagt in der Nacht kamen 16l/m2 runter. Da war die alte Liege mit Dach über dem Kopf definitiv die Beste Wahl. Morgens kommt aber schon wieder die Sonne raus und das Wetter ist ideal. Der Weg führt mich raus aus Flensburg und schon bald werden aus geteerten Straßen Feldwege und Trails. Die Landschaft heute war, abgesehen von der Stadt, echt traumhaft. Seit Gestern laufen der NST und der E1 zusammen. Und das geht jetzt die meiste Zeit bis Hamburg auch so weiter. Als ich gerade auf einer Bank Pause machte, erschienen auf einmal zwei Hiker am Horizont. Thomas und Rene (Trailname Snickers). Thomas läuft wie ich den NST als Sectionhike bis Hamburg. Snickers ist Thru-Hiker und läuft den E1. Nachdem wir eine Weile gequatscht haben, laufen wir die letzten Kilometer zusammen. Thomas entscheidet sich für den Campingplatz, Snickers und ich schlagen unsere Zelte bei Hütte 7 auf.Read more

  • Tag 7

    May 5 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Die Nacht im Wald war super, zwischendurch hat ein Hirsch Radau gemacht, ist dann aber wieder weiter gezogen. Ich bin auf den ersten Kilometern ein wenig unachtsam gewesen und bin umgeknickt. Bin glaube ich mit nem blauen Auge davon gekommen. Mein Außenband hat bisschen was abbekommen, sollte aber nicht all zu schlimm sein. Beim Laufen habe ich es leicht gemerkt. Lief dann auch richtig gut. Habe Thomas und Snickers wieder getroffen und zusammen mit einem alten Holländer, der gerade von Norddänemark nach Hause läuft, haben wir am See alle zusammen gegessen und gequatscht. Die letzten Kilometer bis Schleswig sind wir dann noch alle zusammen gelaufen. Waren dann doch wieder 23km. Ich hab mich dazu entschieden, hier meinen ersten Zero zu machen. So können meine Bänder heilen und mein Körper kann sich von den Strapazen der letzten Tage etwas erholen. Hab mich für 2 Tage im Domhotel einquartiert. Einfach aber alles da was man braucht. Jetzt lieg ich hier mit nem Bierchen im Bett und gleich geht Champions League los.Read more

  • Tag 8 - Zero

    May 5 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Heute ist nicht sonderlich viel passiert. Ich hab meinen Mülleimer umfunktioniert und mir ein Fußbad gemacht. Kaltes Bad für den linken Fuß, hilft gegen Schwellungen der Bänder. Warmes Bad für den rechten Fuß damit der sich entspannen kann. Ansonsten fühle ich mich wieder fit und möchte gerne weiter. Meinem Fuß zu Liebe bleibe ich aber bis morgen hier. Schnell wird mir langweilig und ich überlege meine Ausrüstung zu optimieren. Meine Daunenjacke, meine Handschuhe und ein T-Shirt bringe ich zur Post und schick es nach Hause. Hab die Sachen bisher nicht gebraucht und spare mir so nochmal ca 500g ein. Essen trage ich auch die ganze Zeit viel zu viel mit mir herum. Also wird sortiert, geplant und aussortiert. Insgesamt bin ich jetzt bestimmt 1kg leichter als vor dem Zero. Super Sache! Ansonsten liege ich im Bett und schaue YouTube. Freue mich schon, dass es morgen wieder weiter geht!

    Kleines Fazit der ersten Woche:
    Kilometer: 171
    Blasen: 0
    Trailmagic: 1
    Getroffene Hiker: 3
    Wildlife (no birds): Fasane, Rehe
    Fitness: 5/10
    Read more

  • Tag 9

    May 7 in Germany ⋅ ☀️ 15 °C

    Um halb 7 klingelt mein Wecker und kurze Zeit später verlasse ich motiviert mein Hotel. Endlich wieder laufen. Und hoffentlich machen die Füße wieder gut mit. Nach wenigen Kilometern verlasse ich die Stadt und laufe schön idyllisch an mehreren Seen entlang. Anschließend folgen langweilige Teerstraßen denen ich 10km folge. Zum Glück kann man meist ganz gut im Grünstreifen daneben laufen. Meine Füße danken es mir. Dann wird der Weg wieder spannender und ich kämpfe mich durch einen Irrgarten aus Waldpfaden. Mit kleinen Umwegen erreiche ich das Ende des Waldes und mache an einem kleinen See ausgiebig Pause. Zum Abschluss erklimme ich noch den Heidberg. Hat zwar nur 99m, ich bin aber über jeden Höhenmeter und Singletrail dankbar. Mein Zelt schlage ich bei Rüdiger im Garten auf. Er bietet das über das Wilde SH als Trekkingplatz an. Super netter Kerl. Als ich gerade mein Zelt zwischen den Apfelbäumen aufbaue kommt Thomas um die Ecke. Er hat wie ich einen Zero in Schleswig gemacht. Das Wetter ist nach wie vor traumhaft und ich genieße es jeden Tag!Read more

  • Tag 10

    May 8 in Germany ⋅ ☀️ 12 °C

    Um halb 7 bin ich losgelaufen. Ich mag es morgens zu laufen. Hat irgendwie was. Aber frisch war‘s. Die Strecke heute hat mir bisher am besten gefallen. Erst viel durch den Wald und über Felder. Währenddessen noch kurz die 200km feiern. Dann einen kleinen Zwischenstopp beim Edeka in Osterby und ordentlich Brotzeit gemacht. Weiter geht’s einmal um das Windebyer Noor herum und ab nach Eckernförde. Einmal quer durch die Fußgängerzone. Die letzten Kilometer schlender ich über den Strand und genieße den tollen Tag. Hab heute das erste mal die 30km geknackt. Fühlt sich gut an. Im darauffolgenden Wald wollte ich dann nach einem Platz für mein Nachtlager suchen. Stellte sich schwieriger dar als gedacht. Überall nur Nadelbäume und darunter dorniger Farn. Nach endlosem Suchen habe ich jetzt einen Platz gefunden. Mitten im Unterholz. Nicht sehr komfortabel, aber für eine Nacht wird es reichen. Ich lieg hier glaub ich auf einem Tierpfad. Ich hoffe heute Nacht rennt kein Reh gegen mein Zelt.Read more

  • Tag 11

    May 9 in Germany ⋅ ☀️ 14 °C

    Die Nacht war erholsamer als gedacht und mich hat kein Tier besucht. Um 06:00 Uhr klingelt der Wecker, ich pack meine Sachen und mach mich auf den Weg. Relativ bald bin ich schon am Strand entlang und genieße die ersten kräftigen Sonnenstrahlen. So schön es ist, so anstrengend ist es auch. Am Wasser nur große Steine, für mich bleibt nur der tiefe Sand. In 8km rechts abbiegen. Uff na gut. Ich bin froh als ich den Strand wieder verlasse. Jetzt laufe ich auf den Klippen direkt darüber, immer auf perfekten Single Trails. So hab ich mir das vorgestellt mit dem Wandern. Ich beobachte die vorbei fahrenden Boote und erreiche den Leuchtturm Bülk. Zum ersten Mal kann ich jetzt bis nach Kiel sehen. Auf der anderen Seite der Bucht begrüßt mich das Marinen-Ehrenmal Laboe. In Strande an der Marina mache ich Pause, schaue das Augsburg Spiel und genehmige mir ein Bier. Um mich herum großer Trubel. Samstag bei bestem Wetter ist hier einiges los. Nach dem Spiel gehe ich noch kurz zu Rewe Lebensmittel kaufen und laufe die letzten Kilometer zum Campingplatz Kiel-Falkenstein. Meine Füße sind ganz schön mitgenommen. Übermorgen komme ich an einem Intersport vorbei, da besorge ich mir Einlagen für die Schuhe. Meine jetzigen sind an den Ballen nur noch so dick wie ein Blatt Papier. Die Strecke heute war grandios. Kein Asphalt, tolle Trails und immer mit Blick auf die Ostsee.Read more

  • Tag 12

    May 10 in Germany ⋅ ☁️ 13 °C

    Den Tag gehe ich ganz entspannt an. Ausschlafen, gemütlich frühstücken und gegen 10 Uhr laufe ich vom Campingplatz los. Die ersten Kilometer verlaufen schön idyllisch durch Wälder. Dann steh ich vor dem Nord-Ostsee-Kanal, die kleine Fähre erblicke ich am anderen Ufer. Aja da muss ich also rüber. Ich überquere den NOK und mache auf der anderen Seite eine kurze Pause. Schiffe gucken. Als ich genug gesehen habe laufe ich jetzt auf asphaltierten Wegen durch ein Industriegebiet, bis ich direkt am Wasser rauskomme. Ich beobachte eine Regatta und nach ein paar Kilometern sehe ich schon meinen nächsten Fähranleger. Erstmal mache ich Pause und genieße das Treiben. Auf einmal kommt eine kleine Demo vorbei und bleibt ein Stückchen weg von mir stehen. Das war’s mit der Ruhe. Das Gebäude hinter mir sieht aus wie ein Museum. Mal auf Google schauen. Oh… ist der Landtag. Jetzt macht das auch Sinn dass die Demo hier endet. Irgendwann habe ich genug von dem Trubel und nehme die Fähre. Auf der anderen Seite bin ich irgendwie noch an einem Döner Laden hängen geblieben. Der gibt mir aber nochmal richtig Energie und ich laufe noch ein ganzes Stück weiter. Immer an der Schwentine entlang. Schön ist es hier wieder. Nix mehr mit Stadt. Ab und an ein Fußgänger oder Kanu Fahrer, sonst nur ich und ganz viel Laubwald. So mag ich das. Mein Zelt habe ich in einem Laubwald aufgeschlagen. Morgen geht’s dann erstmal die Einlagen besorgen. Hoffe das klappt.Read more

  • Tag 13

    May 11 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    Als ich im Zelt aufwache merke ich ein Zwicken an meiner rechten Beininnenseite auf Höhe des Knies. Hoffentlich geht das wieder weg. Auf den ersten Kilometern versuche ich es wegzulaufen, muss aber immer wieder anhalten und mich dehnen, damit es wieder bisschen besser wird. Zudem regnet es heute. Mist. Was ist denn das jetzt? Vielleicht einen Tag Pause machen? Nach 6 Kilometern komme ich nach Preetz. Jetzt kümmer ich mich erstmal um meine Einlagen. Dann schauen wir weiter. Mit Bus und Bahn fahre ich nach Schwentinental und stehe vor einem riesigen Intersport. Hab am Samstag schon hier angerufen gehabt und gefragt ob sie Einlagen haben. Ich muss mich auf ein Brett stellen und mit dem Abdruck meines Fußes und meiner Beinstellung finden wir die richtigen Einlagen für mich. Dann sehe ich das Preisschild. 49,99€. Ja guten Morgen. Ich wollte Einlagen, keine Schuhe kaufen. Müssen wohl die Ferraris unter den Einlagen sein. Aber hilft ja nichts. Als ich die Einlagen in meinen Schuhen im Laden teste, fühlt es sich gut an. Noch schnell bezahlen und mit dem Bus wieder zurück nach Preetz. Hier suche ich in der maroden Bahnhofshalle erstmal Schutz vorm Regen. Jetzt muss ich überlegen wie ich weiter mache. Mein Bein schmerzt immer noch. Erstmal googeln. Das Internet erzählt mir was von einer Überreizung von Bändern, kleine Schritte soll ich machen und viel Stockeinsatz. Also probieren wir das mal. Ganz vorsichtig laufe ich los. Behutsam und bedacht. Immer in kleinen Schritten. Langsam laufe ich durch Preetz. Einmal überholt mich sogar ein Rentner. Ist mir aber egal. Hauptsache ich bin unterwegs. Und das mit den kleinen Schritten funktioniert. Immer wieder dehne ich mich mal. Und so laufe ich langsam dahin. Hab ja Zeit. Und irgendwie macht das Spaß. Ich schau mir die Landschaft an und genieße den Nieselregen. Hinter Preetz folgen leider bald über 10km Asphalt. Da konnten meine Ferraris mal zeigen was sie können. Und ich muss sagen, die können was, die Ferraris. Bis jetzt bin ich zufrieden. Mein Lager hab ich auf einer Liegewiese am Trammer See aufgeschlagen. Hier stör ich hoffentlich keinen. Als ich das Lager aufschlage, stell ich fest, dass ich über 300km gelaufen bin. Der halbe Weg bis Hamburg ist geschafft. Aufregender Tag gewesen heute.Read more

  • Tag 14

    May 12 in Germany ⋅ ☁️ 10 °C

    Mein Wecker klingelt um 00:07 Uhr. Es regnet. Kurz das Wetter checken. Soll in 2h aufhören. Also leg ich mich nochmal hin. Im Regen aufstehen und raus ins Nasse ist schon bääh. Aber hilft ja nichts. Und als ich mein klitschnasses Zelt gerade einpacke hört es auf zu regnen. So wie vorhergesagt. Also latsche ich so halb motiviert los. Die ersten Kilometer muss ich Obacht geben, dass ich mich bei dem ganzen Schlamm nicht auf die Nase lege. Nach ein paar Kilometern erreiche ich Plön und hole mir in der Innenstadt einen Kaffee und was zum Frühstück. Einmal quer durch Plön und dann immer an irgendwelchen Seen entlang. Meist schöne Waldwege und breitere Trails. Das Wetter hält, nur kalt ist es heute. Meine Pausen bleiben deshalb überschaubar und ich laufe so dahin. Immer in kleinen Schritten damit mein Bein nicht meckert. Den Weg selbst konnte ich heute nicht so sehr genießen. Podcast an und los geht’s. Ein paar Kilometer lang musste ich durch Horden von Fliegetierchen laufen. Sie haben zum Glück nicht gestochen, aber nervig waren die schon. Und irgendwann war ich dann in Eutin. Heute übernachte ich auf dem Naturpark-Camping Prinzenholz. Wirklich sehr nette Leute hier. Während mein Zelt trocknet geh ich erstmal heiß duschen und esse einen Falafelteller. Als mein Zelt dann endlich trocken ist, schlüpfe ich in meinen warmen Schlafsack.Read more

  • Tag 15

    May 13 in Germany ⋅ ☀️ 10 °C

    Mein Wecker klingelt, ich pack mein klitschnasses Zelt zusammen und mache mich auf zum Bahnhof. Ich hab heute nämlich einen Termin. Hat man ja sonst eher nicht auf einem Trail. Emily macht mit ihrer Familie Urlaub und die Abreise beginnt in Hamburg. Und da das nicht sonderlich weit weg ist hocke ich um 08:30 Uhr in der Regio und fahre über Lübeck nach Hamburg. Gegen 10:30 Uhr kommen sie mit dem ICE an. Vorher noch schnell ein paar Riegel und Tabule im Roßmann besorgt. Dann noch eine Blume. In unseren 7 Jahren Beziehung waren 2 Wochen das Längste, was wir von einander getrennt waren. Man hab ich sie vermisst. Während Ariane Noel und Fynn sich die Stadt angucken gehen, sitzen wir bei Hans im Glück und essen was. Wir haben uns einiges zu erzählen und lachen viel. Anschließend bringt Emily mich zum Zug und ich nehme den Zug zurück nach Eutin. Man hat das gut getan. Das gibt mir neue Motivation für die nächsten Tage. Nach einem kurzen Nap im Zug stehe ich um 15:30 Uhr wieder in Eutin am Bahnhof. Das Wetter ist besser geworden, die Sonne blitzt immer wieder zwischen den Wolken durch. Auf schönen Wegen laufe ich am Eutiner See entlang. Mein Ziel heute ist der Bungsberg. Die größte Erhebung Schleswig-Holsteins. Satte 168m über 0. Der Weg auf den „Berg“ ist allerdings öde und hässlich. Über 10 Kilometer folge ich einspurigen geteerten Landstraßen, auf denen mehr Verkehr ist als erhofft. Alle 10 Sekunden überholt mich ein Auto. Hoffentlich ist es „oben“ wenigstens schön. Auf den letzten Metern biege ich von der Teerstraße ab durch den Wald. Und dann steh ich da. Vor dem hässlichsten Turm den ich je gesehen habe. Passt perfekt in diese Idylle hier. Hier steht auch noch ein alter Turm aus 1864 rum. Der sieht schon schöner aus. Weniger Meter weiter finde ich bei der Aussichtsplattform meinen Trekkingsplatz. Beim Bauernhof um die Ecke melde ich mich noch an. Denen gehört der Platz. Mein Wasser kann ich auch noch auffüllen. Ich baue mein Zelt auf und während es trocknet genieße ich die tief stehende Sonne. Ist schon ganz schön hier oben.Read more

  • Tag 16

    May 14 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    Die Nacht war super. Gegen 08:00 Uhr komme ich los. Entgegen der Vorhersage regnet es auch nicht. Der Abstieg vom Bungsberg ist wesentlich schöner als der Aufstieg gestern. Eigentlich laufe ich den ganzen Tag durch Buchenwälder. Mal ist der Trail breiter, mal schmaler. Ein paar Kilometer vor Neustadt erreiche ich Gut Sierhagen. Uralt und recht schön. Nur leider ist hier gerade Frühlingsfest. Viele Stände mit Kunst und Essen. Und ganz schön Trubel. Ich werde schwach und hol mir einen kleinen Snack. Sogar Pony Reiten war im Angebot. Ich hab aber keine Zeit dafür und gehe weiter. Als ich den Gutshof wieder verlasse bin ich wieder für mich alleine. Ein paar Kilometer später erreiche ich Neustadt. Da kommen Erinnerungen hoch. Was ich hier alles erlebt habe. Ich hol mir im Supermarkt noch was zu essen und dann wartet da ein Auto auf mich. Lucas und Julia, gute Freunde aus Neustadt holen mich ab und wir fahren zum Bundespolizeihafen. Hier liegt ihr Segelboot, auf dem ich heute schlafen darf. Vor 3 Jahren haben wir uns das letzte Mal gesehen. Wir trinken ein paar Bierchen und quatschen über alte Zeiten, was sich alles so verändert hat und was es alles neues gibt. Ich freu mich riesig die beiden zu sehen. Sogar eine Bialetti haben sie mir mitgebracht, damit ich morgen Kaffee machen kann. Einfach ein Traum. Gegen Abend fahren die beiden wieder und ich genehmige mir noch eine heiße Dusche. Lange war ich nicht mehr auf einem Segelboot. Fühlt sich gut an.Read more

  • Tag 17

    May 15 in Germany ⋅ ☁️ 12 °C

    Man hab ich gut geschlafen. Der Wecker klingelt und ich dreh mich nochmal um. Heute habe ich Zeit. Ich will eh nur 22km laufen. Ich öffne die Schiffsluke und sehe blauen Himmel. Die Sonne strahlt mich an. Ich mache mir Kaffee und frühstücke an Deck in der Sonne. Einfach herrlich! Danke nochmal an Lucas und Julia für diesen geilen Schlafplatz! Bis ich loskomme ist es 09:30 Uhr. Auf dem Weg durch die Kaserne werde ich zwei Mal nach meinem Ausweis gefragt. Verübeln kann ich’s ihnen nicht. Ich seh momentan halt eher aus wie ein Obdachloser als wie ein Polizist. Ich verabschiede mich von der Ostsee, das war’s mit dem Meer auf dem NST. Über Teer- und Feldwege geht’s jetzt Richtung Lübeck. Das Wetter ist grandios. Heute vergeht die Strecke wie im Flug. Kurz vor Pansdorf erreiche ich die 400km Marke. Juhuu! Weiterlaufen macht dann aber keinen Sinn, sonst komme ich nicht mehr mit den Öffis nach Lübeck. Da hab ich mir für zwei Nächte ein Bett in der Jugendherberge gebucht. In Lübeck gehe ich erstmal zum nächsten Waschsalon und wasche meine stinkenden Klamotten. Das ist wirklich dringend nötig. Dann geht’s zur Jugendherberge. Morgen gibt’s nen Zero. Auch wenn ich wesentlich fitter bin als zu Anfang merke ich, dass meine Beine eine Pause brauchen. Außerdem kommt morgen Bundesliga.Read more

  • Tag 18

    May 16 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    Meinen Zero verbringe ich in Lübeck. Lange bleibe ich im Bett liegen. Irgendwann ziehe ich los, setze mich in die Altstadt und esse etwas. Nebenbei Leute gucken. Übergangsjacken überall. Nach einer Weile fängt es an zu regnen und ich verkrieche mich wieder in der Jugendherberge. Um 15 Uhr geht’s dann ab in die Sportsbar um die Ecke. Letzter Bundesligaspieltag. Ich bekomme gerade noch so eine Platz. Die Stimmung ist super. Auf 5 Bildschirmen laufen 4 verschiedene Spiele. Hier und da ein Wetteinsatz auf einem Bierdeckel. Nach einem fantastischen letzten Spieltag verabschiede ich mich. Ich pack noch meine Sachen für den nächsten Tag und geh früh ins Bett.Read more

  • Tag 19

    May 17 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C

    Um 06:20 Uhr klingt eigentlich mein Wecker. Ich bin allerdings vorher schon wach. Ich hab richtig Lust weiter zu laufen. Also noch schnell frühstücken in der Jugendherberge und dann ab zum Bahnhof. Um 07:40 Uhr stehe ich wieder auf dem Trail und latsche los. Alles nicht so spannend heute. Erst relativ viel Asphalt, dann Waldwege. Zwei mal verpasse ich den Abzweig und muss einen Umweg laufen. Egal. Meine Beine fühlen sich wieder frisch an, irgendwie gut. Gerade als ich an einem Fluss ankomme und den Blick durch die Natur schweifen lasse, übersehe ich ein Loch im Boden und knicke um. Wieder mein linker Fuß, wieder mein Außenband. Fuck. War’s das jetzt? Schnell halte ich meinen Fuß ins kalte Wasser zum kühlen. Bitte bitte bitte. Nachdem ich mich ein paar Minuten über mich selbst aufrege und fluche, gehe ich vorsichtig weiter. Ich spüre mein Band zwar, aber es tut nicht weh. Den restlichen Tag kann ich so weiter laufen. Der Knöchel schwillt zum Glück auch nur leicht an. Schon um 14:00 Uhr erreiche ich den Herrentunnel. Hier nehme ich den Shuttelbus einmal unter der Trave hindurch. Auf der anderen Seite werde ich bei der Marina am Stau rausgelassen. Da kenn ich doch jemanden. Hier liegt der Katamaran von Laura und Chris, auf dem die beiden auch leben. Ich hatte mich vorher schon angekündigt. Ich freu mich riesig die beiden wieder zu sehen. Seit über 3 Jahren haben wir uns nicht mehr gesehen. Wir trinken Kaffee und haben uns einiges zu erzählen. Sie laden mich zum Abendessen bei ihnen ein und fragen, ob ich heute nicht auf dem Boot schlafen möchte. Ich bin happy. Die beiden wollen mit dem Boot in 1,5 Jahren über den Atlantik segeln, und Emily und ich werden sehr wahrscheinlich Teil der Crew sein. Da gibt es einiges zu bereden und zu planen. Dann fall ich nur noch in meine Koje. Mein Knöchel sieht auch ok aus, sollte denke ich gehen.Read more

  • Tag 20

    May 18 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C

    Um 06:30 Uhr klingelt der Wecker. Ich frühstücke noch mit Laura, dann lauf ich los. Heute möchte ich mal versuchen etwas mehr zu laufen. Die Strecke ist oft recht eintönig. Lange Waldwege und immer wieder Asphalt. Irgendwann verlasse ich Schleswig Holstein und laufe für unfassbare 3,5km in MV. Dann bin ich aber schon wieder zurück. Aus dem nichts taucht auf einmal Heide und Sand auf. Nanu? Bin ich denn schon in der Lüneburger Heide? Nein, leider nicht. Aber schön ist der kleine Fleck trotzdem. Ich mache den Tag zu einem kulinarischen Erlebnis. Zwei mal komme ich an einem Supermarkt vorbei. Ich schlender durch die Gänge und such mir was leckeres aus. Als ich auf dem Gehweg an einer Landstraße entlang laufe, bemerke ich einen Buldog, der am Straßenrand Mäharbeiten durchführt und stelle fest, dass er die exakt gleiche Geschwindigkeit fährt, die ich laufe. Insgesamt 6km laufe ich an der Straße entlang und beobachte, wie der da so arbeitet. Gibt ja sonst nichts spannendes hier. Das geht bestimmt 45 Minuten so. Kurz vor Schluss will ich es dann doch wissen und lege einen Zahn zu. Langsam aber stetig ziehe ich an ihm vorbei. Yes, ich hab ihn! Die letzten Kilometer werden dann doch etwas zäh. Um 19 Uhr ist ein Gewitter angekündigt, deshalb kann ich nicht viele Pausen machen. Um 18:20 Uhr bin ich am Campingplatz. Ein Naturcampingplatz direkt am Ratzeburger See. Idyllisch hier. Gefällt mir. Auf meiner Reise war das mit 40km die bisher längste Etappe. Mal schauen was meine Beine morgen dazu sagen.Read more

  • Tag 21

    May 19 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C

    Die Nacht schlaf ich wie ein Stein. Um 04:15 Uhr klingelt der Wecker. Ich muss los. Um 06:12 Uhr geht mein Zug in Ratzeburg. Bis dahin muss ich noch gute 5km laufen. Also Sachen packen und los. Es ist sogar schon so hell, dass ich keine Stirnlampe mehr brauche. Ich hol mir noch schnell was beim Bäcker und ab zum Zug. Über Lübeck fahr ich nach Neustadt. Ich werde heute zum Polizeihauptmeister befördert. Vorher habe ich abgeklärt, dass die den Papierkram hier hoch schicken, damit ich für die Beförderung nicht nach Bayern fahren muss. Mir wurde gesagt, ich soll die besten Klamotten anziehen, die ich dabei habe. Also entscheide ich mich heute für meine Altras, meine kurze Hose und meinen Lieblingspulli. Wie jeden Tag… Ich bin gestern extra noch auf eine Campingplatz, damit ich duschen kann. Das muss reichen. Nachdem da alles erledigt ist hocke ich wieder im Zug Richtung Ratzeburg. Ich hol mir noch ein zweites Frühstück im Supermarkt und laufe gemütlich los. Erst einmal um den Küchensee und dann immer durch Wälder. Mal ein Buchenwald, mal ein Mischwald. Richtig schön hier. Kilometer lang sehe ich niemanden. Nur einmal kommen mir zwei rucksackreisrende Ponys entgegen. Ob die wohl auch den PCT laufen? Irgendwann spuckt mich der Wald dann wieder aus und ich stehe in Mölln. Noch schnell bisschen Proviant besorgt, da kommt nämlich mal kein Supermarkt morgen und übermorgen. Ich setzte mich ans Wasser auf eine Bank und schütte den Couscous und so in meine Tüten um. Neben mir sitzt ein Mann, so Mitte dreißig und kifft. Neben ihm sein altes Fahrrad und darauf eine improvisiert befestigte Sporttasche. Er spricht mich an und wir unterhalten uns ein bisschen. Er erzählt, dass er fristlos gekündigt wurde, seine Wohnung verloren hat und jetzt seit 3 Wochen mit dem Fahrrad unterwegs ist. Er erzählt, dass er schon überall gearbeitet hat und jetzt versucht auf Bitcoins zu setzen. Er spekuliert immer ob der Kurs fällt oder steigt. Vielleicht wäre das ja auch was für mich. Es ist offiziell. Ich habe meinen ersten Verrückten auf dieser Reise kennengelernt! Ich sage ihm, dass ich arbeiten gehe. Als er fragt was ich denn arbeite, erzähle ich ihm, ich sei bei der Gemeinde und mache da alles was so anfällt. Ich sage ihm dass ich weiter muss und will mich aus dem Staub machen. Dann erzählt er mir, dass er heute einen Stein gefunden hat, der glitzert und vermutlich hunderte von Euro wert ist. Er muss den mal schätzen lassen. Das finde ich schon bisschen witzig und sage ihm er soll ihn mir zeigen. Er kramt kurz in seiner Tasche und präsentiert mir einen stink normalen Stein. Der glitzert nicht mal. Ich muss mir das Lachen wirklich verkneifen… so jetzt aber weg hier. Was ein Typ! Ich lauf noch ein paar Kilometer am See entlang und lande auf einem Campingplatz am Lütauer See. Der liegt sogar so halb im Wald. Naja wieder viel erlebt heute.Read more

  • Tag 22

    May 20 in Germany ⋅ 🌧 15 °C

    Ich merke dass ich eine Mütze Schlaf brauche. Die gönne ich mir. Tut richtig gut. Bis ich den Campingplatz verlasse ist es 08:40 Uhr. Zunächst geht es durch den Wald und immer an irgendwelchen Weihern entlang. Nach einer Weile erreiche ich die 500km Marke und mache Pause. Zeit für Frühstück. Fühlt sich schon gut an 500km gelaufen zu sein. Motiviert geht es weiter. Heute sehr viel Wald, ab und an mal kleine Dörfer. Plötzlich sehe ich jemanden, der sich auf einem Gaskocher etwas zubereitet. Kann das ein NST’ler sein? Als ich seinen Regenrock sehe bin ich mir sicher. Ich quatsche ihn an. Sirius heißt der gute. Ich habe seine Einträge in ein zwei Hütten gesehen, er kennt mich von Snickers. Den hat er vor ein paar Tagen getroffen. Er läuft den Abschnitt von Hamburg bis Lübeck gerade NoBo. Wir quatschen eine Weile. Tut gut sich auszutauschen. Nach einer Weile ziehe ich weiter. Als ich auf einem breiten Waldweg laufe, zeigen auf einmal zwei X nach links auf eine kleinen Pfad. Da lang? Das kann nicht richtig sein. Schnell am Handy nachschauen. Doch, passt! Und so habe ich ein paar Meter feinsten Singletrail vor mir. Ich bin hochauf begeistert! Aber schneller als mir lieb ist bin ich wieder auf einem großen Weg. In Talkau mache ich dann auf einem Spielplatz Mittagspause. Im letzten Ort vor meinem Schlafplatz fülle ich am Friedhof noch schnell mein Wasser auf. Als ich weiter ziehen will, schaue ich auf eine dunkle Wand. Kurz das Wetter checken. 10l/m2 in den nächsten 40 Minuten. Also suche ich mir die nächste Bushaltestelle und Wetter ab. Gerade als ich es mir bequem mache, fängt es an zu regnen. Eine gute halbe Stunde später ist der Spuk vorbei und ich zieh weiter. Die letzten Kilometer verlaufen recht langweilig auf geteerten Straßen. Mein Zelt baue ich auf einem alten Fußballfeld auf. Um mich herum überall Pferdekoppeln. Sogar eine überdachte Sitzbank gibt es. Ich muss allerdings noch eine Weile warten bis mein klitschnasses Zelt getrocknet ist, ehe ich mich darin verkrieche. Sollte aber zeitlich alles passen, um 21 Uhr geht Fußball los. 41km ✅Read more

  • Tag 23

    May 21 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Ich wache morgens auf und bin ganz schön erledigt. Ich packe meine Sachen und laufe los. Die ersten 10km vergehen sehr schnell. Ich laufe immer an der Bille lang. Auf feinsten Singletrails. Traumhaft. Doch dann komme ich so langsam nach Hamburg. Und auf einmal ist da ein Schmerz in meinem Schienbein, der nicht mehr weg geht. Relativ schnell wird mir klar, dass ich so nicht weiterlaufen kann. Was nun? Zwei Tage Pause? Ich checke die Hotels in Hamburg. Aufgrund des Pfingstwochenendes sind die Preise utopisch. Auf 3 Nächte Jugendherberge habe ich allerdings auch keine Lust. Und so langsam schleicht sich mir der Gedanke ein, dass ich ja heim zu Emily fahren könnte. Erstmal drüber nachdenken, nichts überstürzen. Ich humpel so dahin. Und treffe für mich eine Entscheidung. Ich wollte bis Hamburg laufen, das war mein Ziel. Auch wenn ich bis zum Trailhead des Heidschnuckenwegs wollte, irgendwie bin ich jetzt in Hamburg. Und ich bin müde. Müde von den anstrengenden Tagen und der Vorstellung jetzt zwei Tage lang durch eine Großstadt laufen zu müssen. Und ich vermisse Emily schon sehr. So lange wie jetzt waren wir in 7 Jahren Beziehung noch nie von einander getrennt. Also ist die Entscheidung gefallen. Ich fahr heim. Es wäre zu einfach zu sagen, dass es wegen meinem Schienbein ist. Es sind viele Dinge die zusammen kommen und mich die Entscheidung treffen lassen. Irgendwie fühlt es sich wie eine Niederlage an, aber ich weiß dass es das Richtige ist. Und hey, ich bin 555km gewandert. Ich bin verdammt stolz auf mich und dankbar für alle Erinnerungen, die ich auf dem Trail sammeln durfte. NST, ich komme wieder!Read more

  • Hitchhike nach Hause

    May 22 in Germany ⋅ ☀️ 18 °C

    Bis ich mich dazu entschieden habe, den Trail zu verlassen ist es 14 Uhr. Die meisten Züge sind ausgebucht, alle anderen überfüllt und die Tickets sind teurer als mit dem Flugzeug zu fliegen. Das will ich aber nicht. Und auf das Chaos bei der Bahn hab ich jetzt wirklich keine Lust. Ich wollte schon immer mal durch Deutschland trampen. Ich hab sowieso auf meinem NST bisher noch keinen einzigen Hitchhike gemacht. Als wenn nicht jetzt, wann dann? Als erstes fahr ich mit dem Bus in die Nähe der Autobahn. Einfach mal probieren. Nach einer Weile nicht mich ein Mann mit. Allerdings nur eine Ausfahrt. Er sagt er lässt mich an einer Tankstelle raus, da nimmt mich bestimmt jemand mit. Super denke ich. Dass die Tankstelle aber mitten in der Stadt und 5km von der Autobahn weg ist, wusste ich nicht. Und so steh ich wieder mitten in der Stadt. Na hier nimmt mich bestimmt keiner mit. Ich wollte schon aufgeben, mir ein Hotel buchen und morgen die Chaos-Bahn nehmen. Aber wage dann doch nochmal einen Versuch. Ich schnappe mir den Bus nach Hamburg Harburg. Von hier noch eine halbe Stunde laufen bis zur Autobahn. Na super. Auf einmal steht ein E-Scooter vor mir. Schnell die App downloaden, einscannen und los geht’s. Und kurze Zeit später stehe ich an der Autobahnauffahrt zur A1.

    Nach ein paar Minuten nimmt mich der erste mit. Es ist inzwischen 16:50 Uhr. Wir unterhalten uns und er lässt mich in Soltau raus. Wenige Minuten später sitze ich im zweiten Auto bis nach Hannover. Ein 19 jähriger Bub, der bei Bosch arbeitet, auf Montage war und jetzt nach Hause fährt. Wir sind auf einer Wellenlänge und quatschen viel. Er macht Musik an und ab sofort laufen biblische Hymnen und Lieder. Er summt dazu mit. Ok! Hab ich jetzt so nicht kommen sehen. Als wir uns verabschieden wünscht er mir noch Gottes Segen. Kann man immer gebrauchen, danke dir! Als Nächstes sitze ich bei einem Zimmerer im Auto. Netter Kerl. Die Fahrt dauert aber nicht all zu lange. Auf meinen vierten Hitch warte ich über 1h. Ein Mann, Mitte 30, fährt nach Stuttgart um seine Kinder für die Ferien abzuholen. Checkpot! Die nächsten Stunden unterhalten wir uns und scheppern konstant mit über 200kmh über die Autobahn. Ein ganz schöner Kontrast zum langsamen Wandern. Er lässt mich an einer großen Raststätte raus. Es ist inzwischen 23:30 Uhr und dunkel. Ich probiere trotzdem mein Glück. Ein LKW Fahrer hält nach einer halben Stunde an. Schnell stellt sich heraus, dass er in die andere Richtung fährt. Ob ich Lust habe mit ihm einen Tee zu trinken fragt er mich. Er muss jetzt eh Pause machen. Und so hocke ich eine halbe Stunde bei Mohammed im Lkw, wir trinken Tee, essen Kekse und reden über Gott und die Welt. Zum Abschluss schenkt er mir noch Trauben und einen Riegel. Nein sagen geht nicht. So ein herzlicher Mensch der Mohammed. Da kann ich mir mal eine Scheibe abschneiden. Ich stehe noch bis 01:00 Uhr draußen aber mich nimmt niemand mit im Dunkeln. Also suche ich mir ein nettes Stück Wiese und Cowboy campe ein wenig. Morgens um 6 Uhr probiere ich wieder mein Glück. Nach 2,5 Stunden warten nimmt mich jemand mit. Ich bin heilfroh. Ein älterer Franzose aus der Normandie. Ist doch Geschichtslehrer. Und so lerne ich auf der Fahrt nach Augsburg so einiges über die französische Geschichte. Um kurz vor 10 Uhr bin ich in Augsburg. Emily hat gerade Uni aus und sammelt mich auf dem Heimweg ein. Was ein Trip!
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    Trip end
    May 21, 2026