• Katja G.
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West-Kanada 2026

A 18-day adventure by Katja Read more
  • Trip start
    August 31, 2026

    Fertsch!

    August 30 in Germany ⋅ ⛅ 26 °C

    Nachdem Heidi und ich am Nachmittag aus Görlitz zurück waren, drehen wir noch eine Runde am heimischen See.

    Und ja, ein bisschen Schwimmen muss auch noch sein 🏊🏻‍♀️

    Koffer und Rucksack sind bereits seit Mittwoch fertig gepackt.

    Nachdem ich Heidi bei Oma und Opa abgegeben habe, checke ich noch online schon mal beim kanadischen Zoll, der Lufthansa und der Autovermietung ein.

    Kann also morgen früh losgehen!
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  • DB vs. Lufthansa. Wer kann Verspätung besser?

    August 31 in Germany ⋅ 🌧 17 °C

    Kurz vor acht startet der ICE gen München. Dort komme ich mit lediglich 25 Minuten Verspätung an. Kein Problem, die Lufthansa sagt, der Flug startet auch 25 Minuten später…

    Check-In usw. laufen reibungslos. Selbstverständlich inklusive Sprengstoff-Test 🤷🏻‍♀️

    Nach dem Boarding passiert verdächtig lange einfach mal nichts. Irgendwann meldet sich der Kapitän sagt, wir müssen uns leider so etwa zwei Stunden gedulden.

    Für die Wartung ist ein bestimmtes Öl notwendig und das ist am MUC gerade nicht vorrätig und wird jetzt vom FRA eingeflogen 🤦🏻‍♀️

    Schlussendlich starten wir mit gut vier Stunden Verspätung, die wir fast vollständig im Flugzeug verbracht haben. Es gibt angenehmere Situationen.
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  • Welcome to Canada

    August 31 in Canada ⋅ 🌙 16 °C

    Der Flug verlief ruhig und die Crew hat es tatsächlich geschafft, eine halbe Stunde herauszuholen. Es sind trotzdem über vier Stunden Verspätung und ich beantrage mal fix eine Entschädigung.

    Die Einreise ist unkompliziert und ich bekomme auch noch meinen Mietwagen. Normalerweise wird der nämlich nur eine halbe Stunde reserviert, ich konnte aber telefonisch niemanden im Vorfeld erreichen.

    Mittlerweile ist es spät am Abend und so sehe ich von Calgary gar nichts 🤷🏻‍♀️

    Gegen Mitternacht liege ich im Bett und kann problemlos einschlafen.
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  • Bow Valley Provincial Park

    September 1 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    Ich schlafe gut und wache halb acht auf - ab sofort bin ich in der richtigen Zeitzone angekommen.

    Nun heisst es erst einmal Vorräte besorgen - es geht zu Walmart und Dollarama. Danach erwerbe ich das empfohlene Bärenspray bei Canadian Tires.
    Letzte Woche spülte mir der Algorithmus bei Insta einen hübsch gestalteten Outdoor-Laden in die Timeline. Auch dem statte ich einen Besuch ab, kaufe aber nichts.

    Dann geht es los in Richtung Westen. Nach einer halben Stunde tauchen die Rockie Mountains bereits am Horizont auf und ich fahre ab diesem Zeitpunkt durch ein Postkartenidyll.

    Da ich gut in der Zeit liege, mache ich einen Abstecher in den Bow Valley Provincial Park und kann hier auch schon zwei kurze Wanderungen machen. Zunächst einen Lehrpfad durch Wald und Wiese und danach einen Trail durch ein (fast) ausgetrocknetes Bachbett zu einem Wasserfall, der allerdings jetzt im Sommer nicht besonders viel Wasser führt. Zum Auffüllen der Trinkflasche reicht es jedenfalls.

    Und natürlich logge ich die ersten Caches 🙈

    Im nächsten größeren Ort tanke ich für 1,89 CAD (ca. 1,20€) und hole mir noch eine Erfrischung.

    Auf dem Weg zum Tagesziel passiere ich die kontinentale Wasserscheide und damit auch die Grenze zu British Columbia.

    Gegen halb sechs erreiche ich meinen Zeltplatz im Kootenay National Park direkt am Fluss.

    Nachdem das Zelt steht, sortiere ich meine Einkäufe und den Inhalt meines Koffers, sodass ich in den nächsten Tagen schneller Zugriff auf alles habe. Damit verwandelt sich der Nissan aber auch in meinen Kleider- und Küchenschrank. Hauptsache ich weiß, wo ich was finde 😏

    Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Gemüse und dann krabbele ich in mein Zelt.
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  • Kootenay Nationalpark

    September 2 in Canada ⋅ ⛅ 11 °C

    Die Nacht war angenehm ruhig und am Morgen zeigt das Thermometer acht Grad an. Eine Katzenwäsche im Kootenay River muss trotzdem sein.

    Nach dem Frühstück packe ich das Zelt zusammen und fahre Richtung Radium Hot Springs. Dort habe ich eine Wanderung um den Sinclair Canyon geplant. Leider ist eine Teilstrecke wegen Bauarbeiten gesperrt, ich gehe trotzdem eine schöne Runde.

    Dann heißt es Mittagspause und nebenbei trocknet das Zelt in der Sonne auf dem Parkplatz.

    Ich mache mich auf den Weg zurück Richtung Banff und halte hier und dort an diversen Aussichtspunkten. Außerdem laufe ich erst noch zu den Paint Pots, eisenhaltigen Quellen, die die Umgebung rostig einfärben und entlang des Marble Canyons. Beides sind nur kurze Strecken und damit für die Allgemeinheit interessant, sodass ich hier doch vielen Menschen begegne.

    Begegnungen mit Tieren gab es auch: einerseits die allgegenwärtigen Squirrels (Eichhörnchen) und Chipmunks (Streifenhörnchen) und dann lief auf der Straße erst ein Dickhornschafbock sehr selbstbewusst herum und kurz darauf überquerte ein Elch die Straße. Den habe ich leider nicht mit der Kamera erwischt, aber somit kann ich diesen Punkt auf der To-watch-list schon mal abhaken.

    Auf dem Weg zum nächsten Nationalpark komme streife ich schon mal Lake Louise Village und schaue da schon mal im Besucherzentrum vorbei und schaffe es nun auch endlich mal, mir etwas Bargeld am Automaten zu ziehen. Ob ich es brauche, weiß ich nicht - ich denke, ich werde es wahrscheinlich einfach mit nach Hause nehmen.

    Mein Zelt steht heute auf einem Zeltplatz im Yoho Nationalpark am Kicking Horse River. Dieser ist tatsächlich mit warmen Duschen ausgestattet, sodass heute Abend wohl mehr als Katzenwäsche drin ist.

    PS: heute gab es nur einen Cache zu loggen.
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  • Yoho Nationalpark

    September 3 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C

    Es hat in der Nacht geregnet. Am Morgen hatte es aufgehört und bei neun Grad und Wolken bin ich nicht traurig, dass heute keine Körperreinigung im Fluss notwendig ist.

    Nach dem Frühstück geht es zum Takakkaw Wasserfall, dem drittgrößten Kanadas. Sehr schön, aber per kurzem Fußweg zu erreichen und deshalb trotz des Wetters gut besucht.

    Es wird heute wechselhaft bleiben und so kürze ich meine Wanderung um den zweiten Pass ein, gehe nur bis zum Yoho Pass (1840 m) und Yoho Lake und vollende dafür die Umrundung des Emerald Lake.
    Abseits von dessen Uferbereich treffe ich auch kaum auf andere Menschen. Während ich mich körperlich betätige, lässt sich mein Zelt von den paar Sonnenstrahlen auf dem Autodach trocknen.

    Auf dem Weg zum See gab es heute die erste Bärensichtung direkt an der Straße - eine Schwarzbären mit Jungtier. Und wie schon vor zehn Jahren im Yosemite erkennt man hier Bären an der Ansammlung von Leuten, die das mit dem Sicherheitsabstand irgendwie nicht kapiert haben. Ich begnüge mich mit einem Foto aus dem Seitenfenster und fahre weiter.

    Nach der Wanderung gibt es noch einen Stopp an der sogenannten Natural Bridge, wo sich der Kicking Horse River einen interessanten Weg durch das Gestein gebahnt hat.

    Für die Mitlesenden, die sich Sorgen wegen der Bären machen - mein Zeltplatz für heute und morgen ist mittels Elektrozaun gesichert.

    Nachtrag zu gestern: es gab Kartoffelpüree mit Creme-Mais. Heute Nudeln mit Thunfisch.

    PS: mein Gesicht ist heute der Beweis dafür, dass man sich auch bei Bewölkung einen Sonnenbrand einfangen kann.
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  • Banff National Park

    September 4 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C

    Nachts hat es ein wenig geregnet, als ich allerdings mal aus dem Zelt geschaut habe, konnte ich den Sternenhimmel sehen. Morgens ist es wieder bewölkt und es sind nur drei Grad… Willkommen in den Rockies.

    In direkter Nähe zu meinem Zeltplatz liegen Lake Louise und Moraine Lake. Die kann man allerdings seit diesem Jahr nur noch per Bus-Shuttle erreichen. Und den muss man weit im Voraus inklusive Abfahrtszeit buchen. Darauf hatte ich keine Lust und hatte diese beiden Touristen-Hotspots schon im Vorfeld meiner Reise von der Liste gestrichen.

    Für heute hatte ich eine Wanderung zum Roundbound Lake auf 2240 m geplant. Trotz des wechselhaften Wetters erweist sich diese Entscheidung als richtig. In den fünf Stunden, die ich unterwegs bin, treffe ich nur fünfmal auf andere Menschen - und das im meistbesuchten Nationalpark Kanadas.

    Was ich heute auch abgehakt habe: ich hatte mir vorgenommen, in wenigstens einem kanadischen See zu schwimmen. Und da ich den Roundbound Lake fast für mich alleine hatte, habe ich diesen Vorsatz hier umgesetzt. Außerdem war ich bisher noch nie auf über 2000 m schwimmen. Beim nächsten Mal wäre ein bisschen besseres Wetter nicht schlecht.

    Nach dem Abstieg gebe ich mir dann doch noch einen Touristen-Hotspot: Johnston Canyon. Auf das Anstehen für einen besseren Blick auf den Wasserfall verzichte ich dann aber doch. Schließlich musste ich mir zuvor den Silverton Wasserfall nur mit einem einzigen älteren Herrn teilen…

    Zurück auf dem Zeltplatz koche ich mir heute Nudeln mit Bolognese.
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  • Icefield Parkway

    September 5 in Canada ⋅ ☁️ 7 °C

    Es hat in der Nacht wieder einmal etwas geregnet und ich wache bei fünf Grad auf. Ganz kleine Flecken blauer Himmel lassen sich erahnen.

    Heute geht es über den Icefield Parkway nach Norden Richtung Jasper. Die Kanadier haben ein langes Feiertagswochenende und sind damit zusätzlich zu den Touristen unterwegs.

    Das macht sich sowohl auf der Straße als auch a den Aussichtspunkten bemerkbar. Trotzdem ist es zumindest auf der Straße entspannt, keiner drängelt, keiner hupt.
    Ein erster längerer Stopp führt mich zum Peyto Lake. Während ich mich in Richtung Lookout bewege, trocknet mein Zelt wieder auf dem Autodach.
    Nach dem ersten Aussichtspunkt wird es dann zum Glück wesentlich weniger frequentiert und vom Ziel der Wanderung habe ich einen schönen Blick zum Bow Lake. Endlich gab es auch das seit Tagen versprochene Murmeltier zu sehen.
    Beim Abstieg mache ich noch Halt an einem Spot hoch über dem Peyto Lake - der tatsächlich so türkis ist, wie es Instagram versprochen hat 😏

    Zurück auf dem Parkway halte ich immer wieder an, um die Aussicht zu genießen.

    Ein weiterer etwas längerer Halt führt mich zum Mistaya Canyon. Noch weiter nördlich laufe ich zum Ende des Athabasca Gletschers. Erschreckend zu sehen, wie stark er auch nur in den letzten zwanzig Jahren geschrumpft ist. Bald wird er wohl verschwunden sein.
    Vor Ort erinnere ich mich dann auch wieder an Grund-, Seiten- und Endmoräne und kann sie hier in echt betrachten.

    Als ich auf den Parkway einbiege, sehe ich plötzlich einen Barkas auf einem Anhänger. Ich brauche einen Moment, um zu realisieren, dass der eigentlich hier nicht hingehört. Und als das Gespann an der nächsten Abfahrt rausfährt, folge ich neugierig. Um dann auch noch zu sehen, dass der Barkas aus Meuchen/Lützen stammt. Das kann doch gar nicht sein. Ich klopfe an der Scheibe des Zugfahzeugs und frage den Fahrer, wie er denn zu dem Objekt auf seinem Anhänger kommt. Es stellt sich heraus, dass er ihn in Eisenach gekauft, dann erstmal nach Großbritannien gebracht und nun nach Kanada verschifft hat, um ihn hier zu restaurieren. Sachen gibt’s 🤷🏻‍♀️ Als ich ihm sage, dass ich ganz in der Nähe von Lützen wohne, ist er sehr excited.

    Weiter gen Jasper komme ich dann in das Gebiet, was 2024 einem riesigen Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Kilometerweit fahre ich a den verkohlten Bäumen vorbei.

    Kurz vor Jasper steht wie bestellt eine Wapiti-Familie am Straßenrand. Viele Menschen wollen unbedingt ein Foto machen. Und die Rangerin vom NPC hat schon mal mit dem Paintball-Gewehr (oder auch Markierer) Stellung bezogen, um den Bullen abzuwehren, sollte der schlechte Laune bekommen.

    Die Wapiti-Bullen werden hier als ebenso gefährlich eingestuft wie die Bären…

    Mein Zeltplatz ist dem Feuer von 2024 auch zum Opfer gefallen, was den Vorteil hat, dass alles neu ist. Bloß blöd, dass er zuvor erst im Jahr 2019 saniert wurde. Und dass es jetzt keinen Schatten mehr gibt, dafür freie Sicht auf die umgebenden Berge.

    Im Übrigen herrscht auf den Zeltplätzen a den langen Feiertagswochenenden absolutes Alkoholverbot. In Deutschland undenkbar.

    Zum Abendessen gibt es Hühnchen mit Kartoffeln und Erbsen.
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  • Jasper Nationalpark

    September 6 in Canada ⋅ ☁️ 13 °C

    Morgens sind um die fünf Grad, es hat in der Nacht nicht geregnet. Durch den fehlenden Baumbestand ist das Zelt aber ordentlich feucht vom Kondenswasser.

    Während ich telefoniere und frühstücke, macht sich ein vorwitziges Eichhörnchen in meinem Auto zu schaffen, später klettert es auf meinen Tisch, um was Essbares abzugreifen.

    Außerdem habe ich Besuch von einer Gruppe Kanadagänse.

    In den Sanitärhäusern gibt es die Möglichkeit, die Handys und andere Geräte aufzuladen. Die Asiaten nutzen die Steckdosen schon am Morgen für ihre Reiskocher…

    Zuerst geht es zum Valley of five lakes. Hier hat vor zwei Jahren der Waldbrand gewütet. Trotzdem gibt es jede Menge Pflanzen, nur keine Bäume mehr 🤷🏻‍♀️
    Auch diese Seen strahlen türkis und leuchtend grün.

    Als Nächstes geht es ins Maligne Valley. Die Wapiti-Familie hält auch heute den Verkehr auf. Dir laut Reiseführer enge und kurvenreiche Strasse ins Tal erweist sich als Reisebus-tauglich. Ich hatte schon eine Gravel Road wie in Neuseeland erwartet. So etwas gibt es in Nordamerika natürlich nicht.

    Am Maligne Lake ist die Hölle los. Er gilt als einer der meistfotografierten Plätze Kanadas. Und die Rundfahrt zur berühmten Spirit Island kostet 190 Dollar, etwa 120€. Das ist aus verschiedenen Gründen keine Option. Ich gehe stattdessen zum Moose Lake, sehe dort aber weder die versprochenen Elche noch die angekündigten Bären. Auf dem Rückweg lande ich dann doch am Ufer des Maligne Lake. Ein ganzes Stück vom Parkplatz entfernt, ist hier gar niemand. Und so nutze ich die Chance, mit Blick auf die umliegenden Berge ein bisschen zu schwimmen.

    Auf dem Rückweg gibt es noch einen Stopp am Medicine Lake, wo ich ein paar Murmeltiere zu Gesicht bekomme.

    Es ist nun schon später Nachmittag und ich nutze die Zeit, in Jasper selbst ein paar Caches zu suchen. Die Stadt war auch vom Brand betroffen und man sieht die Schäden noch heute: eine abgebrannte Kirche, eine zerstörte Tankstelle. Überall werden neue Häuser gebaut. Ganz viele Menschen müssen aber noch in Trailern und Containern leben. Die waren mir gestern schon aufgefallen, aber erst heute ist mir der Zusammenhang klar geworden. Es erinnert mich an die Abruzzen in Italien, wo die Menschen noch Jahre nach dem Erdbeben dort in ihren Interimsunterkünften wohnten.

    Zurück am Zeltplatz koche ich mein heutiges Abendessen: Nudeln mit Fleischbällchen.
    Dabei kann ich gut beobachten wie die mexikanische Familie versucht, im
    Halbdunkel ihr nagelneues Zelt aufzubauen.
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  • Wells Gray Provincial Park

    September 8 in Canada ⋅ ☀️ 21 °C

    Morgens sind acht Grad, die Sonne scheint und ich hatte eine angenehme Nacht in meiner Cabin. Frühstück mache ich mir heute in der Gemeinschaftsküche.

    Dann geht es südwestlich auf dem Highway in Richtung des heutigen Tagesziels. Während der Fahrt lohnt der ein oder andere Stopp für einen Cache. Einer führt an einen kleineren Fluss, in dem ich heute zum ersten Mal laichende Sockeye Lachse beobachten konnte. Es geht also los…

    In Clearwater angekommen, gehe ich zuerst in das Visitor Center, um zu schauen, was sich heute anzuschauen lohnt. Hier sehe ich zum ersten Mal Toiletten mit Wasserspartaste - eine absolute Seltenheit hier in Nordamerika. Offenbar haben die noch nicht verstanden, wie wertvoll Trinkwasser ist.

    Ich entscheide mich für eine Wanderung auf den Pyramid Mountain (1094 m), einen schon ewig erloschenen Vulkan. Ich treffe nur eine weitere Wanderin. Die Aussicht auf dem Gipfel zeigt kein überwältigendes Panorama, aber man bekommt ein ungefähres Gefühl für die gewaltigen Ausmaße der kanadischen Wälder.

    Irgendwann auf den letzten Wanderungen hatte ich den Gedanken, wie schön es doch hier in Kanada ist ohne Schlangen und dass man nicht auf jeden Schritt achten muss. Heute liegt doch prompt so ein Tier quer über dem Weg und lässt sich erst nach einiger Zeit davon überzeugen, sich zu weg zu bewegen. Die Recherche am Abend zeigt, dass es sich um eine harmlose Gewöhnliche Strumpfbandnatter handelte.

    Der Wells Gray Park gilt als Park der Wasserfälle und so besuche ich noch zwei davon. Und ein paar Caches gibt es auch noch 😏

    Meine Unterkunft ist ein Motel und nun habe ich nicht nur Bett und Heizung, sondern sogar ein eigenes Bad und einen Fernseher - zum ersten Mal seit Beginn meiner Reise.

    Ich muss nochmals im Supermarkt ein bisschen frisches Obst besorgen. Die nette Dame an der Kasse des hiesigen “Edeka” fragt mich nach meiner Kundenkarte, als ich sage, ich hätte keine, gibt sie mir trotzdem die 15 Prozent Rabatt. Freundlich können die Canadians.
    Ein Abendessen gönne ich mir in der benachbarten Old Caboose, einem klassischen Diner.
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  • Fahrtag

    September 9 in Canada ⋅ ☀️ 25 °C

    In meinem Motel gibt es heute sogar ein echtes Frühstück. Naja, so im nordamerikanischen Stil. Bagels, Toast und Waffeln. Ich habe keine Lust und halte es auch nicht für nachhaltig, aus Plastebechern zu trinken und vom Pappteller zu essen und benutze einfach mein eigenes Geschirr. Dafür werde ich etwas seltsam beäugt 😬

    Dann geht es auf den Highway, denn ich habe eine etwas längere Strecke vor mir. Ich schlage jetzt nochmal einen Bogen Richtung Berge, die Columbia Mountains. Die Geologen sind sich nicht so richtig einig, ob die nun zu den Rockies gehören oder nicht - die Kanadier sagen nein, die Amis sagen ja 🤷🏻‍♀️

    Ich komme durch Farmland und sehe auch, woher/wohin die ganzen riesigen Trucks mit den Baumstämmen fahren. Hier wird Holz noch auf dem Wasserweg transportiert.

    Ein Stopp zum Beine vertreten ist im Tsútswecw Provincial Tag drin. Hier soll es in diesem Jahr ganz besonders viele laichende Lachse geben (das passiert wohl alle vier Jahre und 2026 ist es wieder soweit), aber aktuell lassen sie sich noch nicht blicken. Es ist trotzdem ein schöner Spaziergang durch den Wald und am Adams River entlang.

    Ausserdem halte ich später nochmal in Salmon Arm an. Hier gibt es jetzt endlich mal ein Eis für mich, denn das Thermometer zeigt 26 Grad an.

    Auf den 350 Kilometern, die ich heute fahre, habe ich endlich mal Gelegenheit den sechsteiligen Peter Thiel Podcast des Deutschlandfunks zu hören, der mir letztes Jahr in Montenegro von ein paar netten Leuten empfohlen wurde. Ich kann ihn definitiv auch empfehlen!

    Zurück auf dem Trans-Canada Highway wieder nach Osten. Tagesziel heute ist der Glacier Nationalpark, hier übernachte ich wieder für zwei Nächte auf dem Campingplatz im Wald.

    Zum Abendessen gibt es Gnocchi mit Fleischbällchen.

    PS: über den Tag verteilt, kam dann doch ein Dutzend Caches zusammen.
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  • Glacier Nationalpark

    September 10 in Canada ⋅ ⛅ 9 °C

    Es hat in der Nacht mal wieder geregnet. Als ich aufstehe, sind es acht Grad, aber durch den Wind fühlt es sich ein kleines bisschen kühler an. Ab und zu nieselt es ein wenig und so beschließe ich, im Kitchen-Shelter zu frühstücken. Netterweise hat auch schon jemand den Ofen angeheizt.

    Nach dem Frühstück bin ich nach wie vor etwas unentschlossen, was die Planung für den Tag angeht und so fahre ich erstmal hinauf zum Rogers Pass und nutze dort den Mobilfunk-Empfang für ein bisschen Internet-Zeit und Telefonate.

    Mittlerweile sieht das Wetter besser aus - gegen die ganz große Wanderung hatte ich mich schon gestern entschieden, heute cancele ich die andere Variante und entscheide mich spontan für den Aufstieg zum Marion Lake 😏
    Am Ende sind es dann doch 10 Kilometer und gut 600 Höhenmeter. Und fünf Caches waren auch noch zu holen 😊

    Für das Abendessen gehe ich wieder in den Kitchen-Shelter. Ich bin zuerst da und heize den Ofen an. Ab dann wird es gemütlich und es gibt Nudeln mit veganer Bolognese.
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  • Mt. Revelstoke Nationalpark

    September 11 in Canada ⋅ ⛅ 15 °C

    Die Nacht war sternenklar, das Thermometer im Auto zeigt zwei Gead an, trotzdem sind die Scheiben gefroren. Heißt für mich: Frühstück im beheizten Shelter trotz Sonnenschein.

    Ich mache mich auf den Weg zum benachbarten Mt. Revelstoke Nationalpark. Meine letzte Wanderung hier in den Bergen wird nochmal etwas umfangreicher (19 km) und führt mich zum Eva Lake und Miller Lake. Und als ob die nicht schon postenkartenkitschig schön genug sind, haben die beide auch noch eine kleine Insel, die das Ganze noch bezaubernder macht.
    Auch das Wetter meint es nochmal richtig gut, die Sonne strahlt und da macht es auch nichts, dass es nur so um die zehn Grad sind.

    Der Campingplatz liegt wieder im Nationalpark, allerdings heute nur auf 600 m, was die kommende Nacht trotz wolkenfreiem Himmel zumindest frostfrei machen sollte.

    Beim Einchecken habe ich noch einen netten Plausch mit dem Ranger, der vor einigen Jahren mal einen Sommer lang als Touristguide in Dresden gearbeitet hat und deshalb auch Leipzig und Görlitz ganz toll findet. Er versucht auch tapfer, das Gespräch auf deutsch zu führen.

    Zum Wochenende sind auch wieder viele Einheimische hier auf dem Platz, ein paar Jungs spielen im Dunkeln Fußball (der übrigens leuchet). Ich sehe Max quasi mit dabei 😏

    Ich mache mir heute ein Lagerfeuer an (so ganz ohne Brandbeschleuniger), die ganzen Jahre Training in Annín und Spickendorf machen sich bezahlt!

    Es gibt Gnocchi mit Thunfisch.

    Morgen heißt es nun endgültig von den Bergen Abschied zu nehmen, denn es geht nach Westen Richtung Vancouver, wo ich am Nachmittag die Fähre gebucht habe.
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  • 🎶 Go West 🎶

    September 12 in Canada ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Nacht ist sternenklar, aber nicht so kalt wie die letzte und so mache ich bei acht Grad noch fix Morgenspaziergang im Wald hinterm Zeltplatz für drei Caches. Gestern waren es übrigens zwei und für die interessierten Mitlesenden: damit habe ich die 700 überschritten.

    Kurz nach halb zehn geht es auf den Trans-Canada Highway und nach etwa acht Stunden und 600 Kilometern stehe ich am Pazifik. Ein klitzekleiner Stopp an irgendeinem Fluss inklusive kurzer Abkühlung (es waren mittlerweile 26 Grad) war zum Glück zeitlich auch noch drin.

    Ich habe während der Fahrt reichlich Zeit, um erst einen mehrteiligen Elon Musk Podcast und dann eine Reihe 9/11-Podcasts sowie die neuen Alben von Farin U. und Frau Louisan zu hören.

    Die Fähre startet pünktlich auf die Minute in Richtung Vancouver Island und Sonnenuntergang. Während der Überfahrt bekomme ich tatsächlich wie erhofft mehrere Wale zu sehen. Zwar in einigem Abstand, aber die schwimmen da draußen wirklich einfach rum. Vielleicht habe ich auf dem Rückweg noch einmal Glück.

    Kurz nach acht rolle ich von der Fähre und eine Viertelstunde später komme ich schon an meinem Airbnb an.

    Der Abend endet mit ein bisschen Fernsehen und Macaroni’n’cheese.
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  • Vancouver Island - Pacific Rim National Park

    September 13 in Canada ⋅ ⛅ 16 °C

    Nach dem Frühstück mache ich mich auf zum Pacific Rim National Park. Dafür muss ich einmal quer über die Insel an die Westküste.

    Im Hafenstädtchen Ucluelet gehe ich den Wild Pacific Trail und habe herrliche Aussichten über die felsige Küste. Es riecht nach Salzwasser, Kiefern und Seetang. In einer kleinen Bucht gehe ich zumindest bis zu den Knien ins Wasser des Pazifik - schwimmen will ich im Ozean dann doch nicht, ich habe Respekt vor den Strömungen hier.

    Danach besuche ich kurz das Kwisitis Visitor Center - das beste Besucherzentrum von allen, die ich mir angeschaut habe. Das können die US-Amerikaner definitiv besser. Es folgt ein Spaziergang am Strand, der jetzt nicht mehr felsig, sondern klassisch sandig ist.

    Nächster Stopp: Rain Forest Trail. Den Küstenregenwald habe ich ja bereits auf der Olympic Peninsula vor zwei Jahren gesehen, dennoch ist er immer wieder bezaubernd. Und mit den Farnen und vielen Grüntönen erinnert er mich außerdem an Neuseeland.

    Nun ist es bereits Zeit, das Zelt aufzubauen und für das Abendessen - Kartoffelmus mit Schweinefleisch und Champignons.

    Und dann setze ich mich zum Sonnenuntergang an den Strand. Mittlerweile ist Ebbe und der Strand erscheint wahnsinnig breit.

    Vor fast genau zwei Jahren, am 14. September, saß ich etwa 200 Kilometer weiter südlich am Kalaloch Beach auch mit dem Blick aufs Wasser am Strand und habe damals den Pazifik und mir versprochen, bald wiederzukommen. Das Versprechen habe ich gehalten und gebe es uns nun erneut. Ich habe heute nicht zum letzten Mal den Sonnenuntergang am Pazifik gesehen!
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  • Vancouver Island

    September 14 in Canada ⋅ ☁️ 15 °C

    Über den heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten.

    Die Nacht war trocken und relativ warm, morgens sind 13 Grad. Ein letztes Frühstück auf meinem Stellplatz, ein letztes Mal das Zelt einpacken und dann nochmal kurz an den Strand.

    Ich fahre kurz zur Grice Bay, beobachte ein wenig die Krabben und kann sehen, wie die Flut langsam einsetzt. Ein Cache führt mich zu einem kleinen Friedhof im Wald.

    Dann geht es zurück an die Ostküste, ich halte nochmal an einer Ansammlung von riesigen Douglasien und Rotzedern in der Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park. Einige dieser Bäume sind über 800 Jahre alt. Mich beeindrucken diese Lebewesen immer wieder. Und es ist schön, dass sie der Forstwirtschaft nicht zum Opfer gefallen sind.

    Dann heißt es schon, zum Fährhafen aufzubrechen. Die kurze Wartezeit verbringe ich im Souvenir-Shop des Terminals und werde vom Verkäufer auf das Wahlergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt angesprochen. Die 44 Prozent haben es also bis nach Kanada geschafft 😔

    Die Überfahrt ist wieder ruhig. Ich sehe heute keine Wale, nur vereinzelte Baumstämme und viel mehr Schiffe als am Samstag. Nach einer halben Stunde bin ich schon in meiner Unterkunft für die letzten beiden Nächte angekommen.

    Die ersten Eindrücke, die im Stadtverkehr auffallen: es gibt Oberleitungsbusse wie auch in Seatlle und auf den Radwegen gibt es Überholspuren. Und jedes 3. Auto scheint ein Tesla zu sein.

    Abendessen macht neue David Hasselhoff, sprich: ich bestelle mir heute was per Uber Eats.
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  • Vancouver - Stanley Park

    September 15 in Canada ⋅ ⛅ 17 °C

    Heute geht es also in die große Stadt. Mein ursprünglicher Plan war, mit dem Fahrrad reinzufahren, aber es gibt eine Helmpflicht in British Columbia und die Leihräder haben leider keinen dabei. Dafür aber die Scooter - also nehme ich einen davon.

    Zuerst zieht es mich Richtung Stanley Park. Wobei Park aus meiner Sicht die falsche Bezeichnung ist - stellenweise besteht der „Park“ aus recht ursprünglichem Wald, nicht vergleichbar mit Central Park in NY, Golden Gate Park in SF oder gar Clara-Park 😏
    Ich genieße also nochmal die Zeit zwischen den Bäumen und am Wasser.
    Nach knapp vier Stunden und über zehn Kilometern zu Fuß (wie gesagt, es ist nur ein „Park“), geht es dann endlich weiter in die Innenstadt.
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  • Vancouver - Downtown

    September 15 in Canada ⋅ ☀️ 19 °C

    Es zieht mich kreuz und quer durch die Straßen, zuerst Richtung Robson Street. Dort gibt es den Robson Public Market. Den betrete ich nur, weil der Reiseführer ihn empfiehlt und ich glaube auch, dass er die besten Jahre hinter sich hat. Da es aber endlich Zeit wird, mal was zu essen, bestelle ich mir Dumplings. Die sind überraschend gut und die Auszeichnungen an der Wand des Imbisses sind also durchaus gerechtfertigt.
    Als Nachtisch gibt es ein paar Blocks weiter ein Softeis.
    Kurzer Shopping-Stopp bei Victoria‘s Secret (was muss, muss) und dann stehe ich an der Waterfrint dort hake ich noch Tim Horton‘s auf der To-do-Liste ab - sozusagen das Dunkin‘ Donuts Kanadas.

    Nach siebzehn Kilometern Fußmarsch setze ich mich in den Bus und komme wieder in meiner Unterkunft an.

    Ich kämpfe eine knappe Stunde mit meinem Gepäck, aber schlussendlich passt alles doch wieder in die Taschen und ich mache mir einfach die zweite Portion Donair des gestrigen 2-für-1-Deals von Uber Eats warm.
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  • YVR - FRA - Gaschwitz

    September 16 in Canada ⋅ ☀️ 18 °C

    In zwanzig Minuten erreiche ich den Flughafen und gebe nach etwas mehr als 3000 Kilometern meinen Nissan wieder ab. Er wird jetzt direkt in den Verkauf gehen, sagt die Mitarbeiterin.

    Dann gebe ich schon mal mein Gepäck auf und mache mich per Sky-Train nochmal ins nahegelegene Outlet auf. Nach weniger als einer Stunde habe ich alles abgeklappert und mehr als eine Mütze landet nicht im Einkaufskorb. Irgendwann hat man halt wirklich mal alles, was man braucht.

    Zurück im Flughafen gibt es noch einen recht leckeren Salat von Wendy‘s.

    Der Flughafen ist wirklich hübsch und so vergeht die Wartezeit recht schnell.

    Der Flug hat erst 20 Minuten, dann 50 Minuten Verspätung. Nützt ja nichts. Allerdings bedeutet das, dass mein Zug nach Leipzig nicht mehr erreichbar sein wird. Ich rufe meinen Telefonjoker an - Danke nochmal, Alex - und entschließe mich, den Zug nicht zu stornieren und mal zu schauen, was auf mich zukommt.

    Der Flug ist ruhig, ich schaffe zweieinhalb Filme.

    Nach der Landung teilt mir die DB mit, dass wegen eines Zugausfalls die Zugbindung aufgehoben ist - auf die Bahn ist halt doch Verlass 😏

    Mein Gepäck ist auch in FRA angekommen und ich mache mich erstmal auf den Weg zum Hauptbahnhof. Und weil auch hier die DB jedes Klischee bedient, sitze ich dann doch in meinem ursprünglichen ICE, weil der verspätet abfährt 😬
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    Trip end
    September 17, 2026