Nervosität und Vorfreude
December 15, 2024 in India ⋅ ☀️ 12 °C
Endlich geht’s los!
Der Start war allerdings holprig: Zuerst unterschätze ich den Weihnachtsmarkt-Verkehr in Konstanz, bis Frank mich heldenhaft rettet und nach Zürich bringt – danke nochmal! Dann hänge ich wegen einer Flugverspätung fünf Stunden in Wien am Flughafen fest und vertreibe mir die Zeit mit Bier.
Im Flugzeug lande ich dann neben zwei Indern, darunter einem Yogi und genieße großartige Gespräche und einen kurzweiligen Flug.
Erste Eindrück:
Kaum angekommen, überwältiget mich die Größe und das Chaos – wie erwartet. Dank guter Vorbereitung umgehe ich jedoch die Touristenfallen und erreiche sicher und ohne ‚Scam’ mein Hotel.
Ich wohne in einem ruhigen Wohnviertel, das an einem Sonntag fast friedlich wirkt. Delhi erinnert an andere südostasiatische Metropolen – nur dass es ein Wohngebiet an einem Sonntag ist (siehe Video).
Meine Vorsätze? Bereits über Bord: Nach einer Stunde auf den Straßen von Delhi kann ich dem Streetfood nicht widerstehen. Der Kampf um einen paneer dosa (für ganze 1 €!) ist langwierig – aber es hat sich gelohnt, weil unglaublich lecker. Mal sehen, ob meine Verdauung das genauso sieht..
Spontan stolpere ich beim Laufen noch über ein UNESCO-Weltkulturerbe und nehme es gleich mit. Die Architektur des Mausoleums ist atemberaubend – und ja, Delhi hat auch ruhige Ecken. Man muss nur Eintritt bezahlen.
Ein vielversprechender Start! Heute Abend wird der weitere Plan geschmiedet..Read more
Rishikesh, Du bist kalt
December 16, 2024 in India ⋅ ☀️ 22 °C
Chaos, Kälte, Yogi
Delhi war mir zu laut, also sprang ich am nächsten Morgen in einen Sleeper-Bus nach Rishikesh, dem spirituellen Zentrum im Norden. Für nur 6 Euro und fünf entspannte Stunden Fahrt ein echtes Schnäppchen. Doch die Nacht war super kalt: Tagsüber angenehme 23 Grad, nachts frostige 11 – alle laufen hier in Winterjacken rum. Und die Ruhe? Fehlanzeige. Rishikesh ist genauso laut und chaotisch wie Delhi, nur in kleiner.
Am Nachmittag suchte ich Zuflucht auf der ruhigeren Seite des Ganges. Dort sitzt man am Ganges. beobachtet Badende, Kiffer – oder Leute, die beides kombinieren. Sinneserweiterung mal anders.
Zwischen entspannten Kaffee- oder Teepausen testete ich zwei Yogastunden in verschiedenen Schulen. Der zweite Lehrer, ein renommierter Yogi mit Ayurveda-Fokus, beeindruckte mich: Ein genialer Typ. Also änderte ich spontan meine Pläne und zog heute in einem ‚Ashram’ um und bleibe wohl noch mindestens zwei Nächte. Jetzt bekomme ich heute eine Privatstunde und hoffentlich noch gute Tipps. Beides unbezahlbar..
Am Abend aß ich, wie immer lecker, mit einem Franzosen, der seit 17 Monaten (!) durch Asien reist. Danach wurde es spannend: Wegen einer gesperrten Brücke und Nachtfahrverbot der Boote strandete ich im Dunkeln auf der falschen Flusseite. Zwei Inder auf Mopeds halfen mir aus – einer wollte ein bisschen Geld, der andere fuhr mich einfach so.
Rishikesh, ich bleibe wohl noch ein bisschen.Read more
Durch die Hölle in die heilige Stadt
December 21, 2024 in India ⋅ ☀️ 25 °C
Wir müssen flexibel bleiben
Die frostigen Nächte in den Bergen von Rishikesh, trotz inspirierender Yoga-Privatstunden und der Magie des Ortes, rauben mir die Entspannung. Deshalb beschließe ich, meine Pläne umzuwerfen: Statt die Yoga-Lehrerausbildung in den Bergen zu machen, ziehe ich hierfür nach Kerala ans Meer. Dort beginnt der Kurs allerdings erst am 7. Januar – genug Zeit, um das Land zu erkunden.
Da unklar ist, ob ich je nach Rishikesh zurückkehre, nutze ich die Gelegenheit für ein Bad im heiligen Ganges. Der Fluss ist eisig, doch angesichts seines Ursprungs im Himalaya überrascht das kaum. Es ist ein Moment voller Symbolik – und Kälte.
7 Inder, 1 Deutscher und ein Übersetzer
Der nächste Schritt führt mich in die Heilige Stadt Varanasi. 17 Stunden Reisezeit, allerdings nicht ohne Hindernisse: Kurz vor Abfahrt wechselt die Plattform, und ich springe mit einer Gruppe Einheimischer in einen bereits rollenden Zug – eine haarscharfe Sache. Im Inneren irre ich wie ein Verlorener umher, bis ich mich frustriert in die Holzklasse setze – direkt neben einer siebenköpfigen indischen Familie, die kein Wort Englisch spricht. Es wird eine herzliche Begegnung: Zwei Stunden lang kommunizieren wir mit Händen, Füßen und Übersetzung-App. Immer wieder bekomme ich Essen und Trinken angeboten, ohne zu wissen, wie ich mich revanchieren kann.
Die Hölle ist nah
Um 21 Uhr bricht die Katastrophe über mich herein: Auf einem kleinen Umsteigebahnhof wird mir plötzlich schlecht. Auf der schäbigen öffentlichen Toilette übergebe ich mich mehrfach, während auch Durchfall einsetzt – eine Lebensmittelvergiftung, wie es scheint. Allein, mit Gepäck, in der Provinz, auf einem dreckigen Klo: Ein Albtraum. Zwei Stunden später schaffe ich es völlig erschöpft in den Nachtzug. Die zehnstündige Fahrt wird zur Zerreißprobe, doch zumindest bleibt alles in mir.
Ruhe ist von Nöten
In Varanasi finde ich am Vormittag ein schönes Privatzimmer in einem Hostel, wo ich mich langsam erhole. Schwach, aber optimistisch wage ich heute den ersten Schritt nach draußen, um Wasser und Bananen zu besorgen. Ich hoffe, dass ich schnell wieder auf den Beinen bin.Read more
Erholt und heilig in Varanasi
December 26, 2024 in India ⋅ ☀️ 27 °C
Nach vier Tagen in Varanasi fühle ich mich wieder völlig erholt – dank einer perfekten Mischung aus Schlaf und spannenden Entdeckungen. Diese Stadt ist ein Ort wie kein anderer: heilig, chaotisch und unvergesslich.
Zwischen Leben und Tod
Varanasi hat mich sprachlos gemacht. Keine Stadt, die ich bisher besucht habe, strahlt eine solche Spiritualität aus. Jerusalem mag heilig sein, aber Varanasi übertrifft alles. Warum? Ein paar Beispiele:
- Direkt am Ganges werden rund um die Uhr Verstorbene verbrannt – vor den Augen aller. Hindus glauben, dass ihre Seele so ins Nirvana aufsteigt, weshalb viele Ältere ihr Leben hier beenden möchten.
- Nur wenige Meter weiter baden die Gläubigen im heiligen Fluss, um sich zu reinigen oder in einen Tempel um Fruchtbarkeit zu erlangen. Während eines Festivals im August warten sie hierfür über zwei Tage in einer Schlange, um ins Wasser steigen zu dürfen.
- Jeder Hinterhof scheint einen Tempel zu beherbergen. Es ist unmöglich, durch die Stadt zu gehen, ohne auf Zeremonien zu stoßen. Die Lieder, die die Menschen voller Hingabe und Emotion singen, sind zutiefst beeindruckend. Und doch wirkt die Religiosität hier ungezwungen und offen.
In Varanasi hat alles eine Bedeutung. Die Energie dieser Stadt ist überwältigend, und selbst als Nicht-Hindu spürt man die Magie. Ob man alle Geschichten glauben möchte, bleibt einem selbst überlassen.
Erzählen lassen
Die Begegnungen mit Einheimischen haben meine Tage in Varanasi bereichert:
- Mohit zeigte mir bei einer kurzen Walking-Tour die Altstadt und ihre Geheimnisse.
- Mit Sagar erlebte ich bei Sonnenaufgang eine Bootsfahrt auf dem Ganges, während er mir von den heiligen Legenden erzählte.
- mein Highlight: Am letzten Tag nimmt mich Ashish auf seinem Scooter mit und führte mich ins ruhige Universitätsviertel – eine grüne Oase inmitten der geschäftigen Stadt.
Alle drei waren kluge, aufgeschlossene junge Männer mit ausgezeichnetem Englisch, die ihr Wissen mit mir geteilt haben. Man merkt, dass die Regierung viel Wert auf Bildung legt – mit Menschen wie ihnen hat dieses Land eine vielversprechende Zukunft.
Ankunft in Agra
Nach einer chaotischen Nachtbusfahrt bin ich in Agra angekommen. Hier wartet ein nicht unbeeindruckendes Bauwerk auf mich. Wir werden sehen..Read more
Kurzer TAJdown
December 26, 2024 in India ⋅ ☀️ 24 °C
In Agra bleibe ich nur eine Nacht – genügend Zeit für historische Bauten.
Don‘t TAJ me
Nach der Ankunft mit dem Nachtbus ist mein Zimmer noch nicht fertig, doch das hält mich nicht auf. Ich schnappe mir mein Bauchtäschchen und stürze mich zu Sonnenaufgang ins Gedränge. Normalerweise bin ich niemand, der Sehenswürdigkeiten zu hoch bewertet, aber: das Taj Mahal ist einfach überwältigend. Jede Linie, jeder Marmorstein scheint Perfektion auszustrahlen, und die Ästhetik dieses Bauwerks ist schlicht unvergleichlich. Trotz der Menschenmassen gelingt es mir, einen magischen Moment einzufangen und ein wirklich schönes Foto zu schießen.
Nach einem erholsamen Mittagsschlaf geht es am Abend weiter, diesmal zum Agra Fort, einem weiteren UNESCO-Weltkulturerbe. Die imposanten Mauern und die kunstvolle Architektur beeindrucken mich – auch wenn ich spüre, dass solche Bauwerke an Faszination verlieren, je mehr man sie sieht. Trotzdem ist es ein würdiger Abschluss in Agra.
Am nächsten Morgen, pünktlich um 8, verlasse ich Agra und steige in den Bus nach Jaipur, voller Vorfreude auf das nächste Kapitel meiner Reise in Rajasthan.Read more
Wieder krank & Genervt
Dec 27–31, 2024 in India ⋅ 🌧 19 °C
Was soll ich sagen..
Auf der Busfahrt von Agra nach Jaipur bekomme ich Fieber. Angekommen im Hostel, steigert sich das Fieber im Laufe des Abends auf 39,5 Grad Fieber und Durchfall sowie Schüttelfrost kommt hinzu. Wohl wieder ein Magen-Darm Infekt. Ich liege zwei Tage im Bett und bin unfassbar genervt davon und der ganzen Situation. Das Positive: So schnell wie die Krankheit kam, so schnell geht sie wieder. Am dritten Tag in Jaipur kann ich wieder einen halben Tag die Stadt besichtigen und fühle mich wieder ganz gut.
Indische Großstädte nerven
Allerdings ist Jaipur - das habe ich bisher noch nicht erlebt - geprägt von Scams und der Tatsache, dass du als Geldschein betrachtet wirst. Zusätzlich ist der Lärm und der Gestank indischer Großstädte für mich, noch angeschlagen, unerträglich. Jaipur hat ebenfalls wieder 4.5 Millionen Einwohner. Hier gibt es vor allem einen schönen Palast, für die ich mir für 1h eine Privatführung gönne und Tempel in den Bergen, bei denen Hindus und Affen zusammen leben und zelebrieren. Nachdem ich das Wichtigste in Jaipur besichtigt habe, beschließe ich auf das Land zu fahren und Ruhe zu suchen..
gibt es diese Ruhe in Indien überhaupt?Read more
Land & Liebe
January 1, 2025 in India ⋅ ☀️ 19 °C
Am nächsten Morgen starte ich voller Vorfreude, springe in einen Bus und mache mich auf den Weg ins ländliche Indien. Die Fahrt soll zwei Stunden dauern – zumindest in der Theorie. Doch die Busse hier sind eigenwillig. In meinem Fall wird kurzerhand die Strecke geändert, ich verpasse meinen Stopp und statt an meinem geplanten Ziel zu landen, finde ich mich in einer völlig anderen Kleinstadt wieder. Etwas genervt bleibt mir nichts anderes übrig, als den nächsten Bus zurück zu nehmen.
Bitte keine Öffis mehr
Wieder angekommen, entscheide ich mich für Plan B: Ich miete mir einen Roller. "Bist du wahnsinnig? In Indien zu fahren?", höre ich einige von euch vielleicht denken. Und jo, die Straßen hier sind chaotisch, die Regeln? Praktisch nicht existent. Doch wenn man genauer hinschaut, merkt man: Es gibt eine unausgesprochene Ordnung, ein Miteinander, das irgendwie funktioniert. Es ist wie ein Fußballspiel ohne Schiedsrichter – chaotisch, aber alle passen aufeinander auf, damit niemand ernsthaft verletzt wird.
Mit dem Roller - übrigens geliehen mit drei Geldscheinen und per Handschlag - ohne Vertrag oder Übergabeprotokoll - erkunde ich die nächsten zwei Tage das nordöstliche Hinterland von Rajasthan, auch bekannt als Shekhavati. Die Landschaft ist ruhig, das Leben hier entspannt, und die Sehenswürdigkeiten quasi nicht existent. Es gibt einige Havelis, alte Handelshäuser mit beeindruckenden Wandmalereien. Sie wirken wie kleine, in die Jahre gekommene Schlösser – ein Hauch von vergangener Pracht in der ich die letzte Nacht auch verbringe.
Doch das Highlight meiner Reise ist nicht das, was ich sehe, sondern das, was ich erlebe: authentische Begegnungen und das echte Leben jenseits der Stadt. Eine typische Szene, die ich hier immer wieder erlebe, möchte ich euch erzählen.
Begegnungen
Es beginnt stets gleich: Zuerst werde ich von den Menschen fragend angestarrt. Dann laden mich ein paar Männer freundlich ans Feuer ein – die Nächte und Morgen sind hier wirklich kalt – und kaum habe ich mich hingesetzt, halte ich schon eine dampfende Tasse Masala-Chai in den Händen. Einer der Männer kann ein wenig Englisch und stellt die unvermeidlichen Fragen: "Woher kommst du?", "Bist du verheiratet?", "Hast du Kinder?", "Was arbeitest du?". Die Gespräche sind simpel, aber herzlich. Und wenn es nichts mehr zu sagen gibt, bedanke ich mich, verabschiede mich und fahre weiter. Es ist nicht tiefgründig, aber genau das macht es aus: die Freude der Menschen über den kurzen Austausch und das Gefühl, willkommen zu sein.
Eine andere Begegnung bleibt mir besonders im Gedächtnis. Mitten auf der Autobahn halten mich zwei Männer auf einem Motorrad während der Fahrt mit Handzeichen an. Im ersten Moment schießt mir ein negativer Gedanke durch den Kopf: "Was wollen die wohl?" Doch es ist nichts Beunruhigendes, ganz im Gegenteil. Sie wollen nur ein paar Worte wechseln, sich unterhalten, und am Ende wird natürlich ein obligatorisches Selfie gemacht, bevor jeder wieder seiner Wege fährt.
Diese Momente sind wunderbar, auch wenn sie anstrengend sein können. Aber genau dafür bin ich hier. Am Ende werde ich von den Jungs des Rollerverleihs noch zum Bus gefahren.
Und jetzt? Jetzt freue ich mich sehr auf das Meer.Read more
Ruhe nach dem Sturm
Jan 3–7, 2025 in India ⋅ ⛅ 32 °C
Endlich am Meer! Und vor allem: endlich Ruhe. Ich habe mir eine kleine aber schöne Hütte abseits des Trubels gesucht – mit einem traumhaften Blick auf einen See.
Endlich relaxen
Die letzten drei Tage habe ich hauptsächlich damit verbracht, die Seele baumeln zu lassen. Morgens gibt’s erst mal Yoga, dann viel Lesen, gutes Essen und auf einsamen Stränden herumstromern. Um die Gegend zu erkunden, habe ich mir wieder einen Roller gemietet und bin täglich 2-3 Stunden durch die Region gebraust. Und was ich dabei entdeckt habe! Verlassene Strände mit Fischerhütten und kaum Menschen (Video). Es wäre alles so wunderschön, ohne den ganzen Müll, der überall rumliegt..Heute habe ich mir außerdem eine Ganzkörper-Ayurvedamassage gegönnt. War anders als die Massagen bei uns – eine ganz andere Erfahrung, die ich euch lieber persönlich erzähle.
Ein anderes Indien
Was die kulturellen Unterschiede zum Norden Indiens angeht, so kann man sagen: Der Unterschied ist riesig. Klar, Varkala ist bekannt für Ayurveda und Yoga und zieht viele Touristen an (vor allem Inder), aber der Kontakt zu den Locals ist hier einfach superherzlich. Alle winken einem beim Vorbeifahren zu, die Verkäufer sind total nett, und man fühlt sich richtig authentisch willkommen. Alles wirkt moderner und liberaler – ein echter Kontrast zu den hektischen und traditionellen Städten im Norden, den ich froh bin zu erleben.
Drei Wochen alleine
Ich hatte zwar viele nette Begegnungen während meiner Zeit in Indien, jedoch wenig tiefgründige Gespräche oder Reisebegleitungen. 95 % der Zeit verbringe ich alleine. Indien bestärkt mich in meiner Meinung: Ich würde lieber zu Zweit reisen, auch weil ich der Meinung bin, dass Erlebnisse potenziert werden, wenn man sie gemeinsam erlebt. Andererseits fällt es mir wieder auf, dass ich sehr gerne Zeit mit mir selbst verbringe. Ich genieße die Zeit alleine - außer als ich krank war - und empfinde (noch) keine Einsamkeit und habe auch keinen großen externen Mitteilungsdrang. Dafür bin ich sehr dankbar..
Morgen ziehe ich in die Yogaschule um. Ein bisschen nervös bin ich schon, aber mindestens genauso gespannt auf das, was die nächsten Wochen für mich bereithalten!Read more
7 Yogis am Meer
January 7, 2025 in India ⋅ ☀️ 29 °C
Leben mit Meeresrauschen
Vier intensive Tage meiner Yogalehrer-Ausbildung sind geschafft – und ich sehne mich nach einer wohlverdienten Pause. Doch zuvor ein paar Eindrücke:
Die Entscheidung, nach Varkala ans Meer zu fliegen und genau diese Schule zu wählen, war goldrichtig. Trotz der heißen Nächte, die das Einschlafen erschweren, genieße ich das Leben direkt am Meer in vollen Zügen. Rund 80 % unseres Tages verbringen wir in der „Yoga-Hall“, nur etwa 30 Meter vom Meer entfernt. Zwischendurch gibt es immer wieder genügend Gelegenheiten für erfrischende Badepausen. Das stetige Rauschen der Wellen im Hintergrund verleiht allem eine fast magische Atmosphäre.
Unsere kleine Gruppe besteht aus sechs Frauen und mir: Drei Deutsche, eine Schweizerin, eine Australierin und eine Slowakin. Der Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis ist großartig. Zusätzlich ist der Leiter der Schule super witzig und hilft uns bei allen Fragen.
8 Stunden harte Arbeit
Unser straffer Zeitplan sieht sechs Tage die Woche so aus:
* 6:00 bis 8:00 Uhr: Hatha-Yoga und Atemübungen
* 8:00 Uhr: Frühstück
* 10:00 bis 13:00 Uhr: Theorieunterricht
* 13:00 Uhr: Mittagessen
* 16:00 bis 17:00 Uhr: Theorieunterricht
* 17:00 bis 18:30 Uhr: Asthanga-Yoga
* 19:00 bis 19:30 Uhr: Meditation
* 20:00 Uhr: Abendessen
Die zwei täglichen Yogaeinheiten (immer schwer körperlich) fordern meinen Körper bis an seine Grenzen, während der Theorieunterricht meinen Geist auf Hochtouren bringt. Heute spüre ich, wie sehr ich diese Pause brauche – ab Tag 3 hatte ich wieder Rückenschmerzen - mein Körper und mein Geist schreien förmlich danach. Trotzdem, es macht großen Spaß, mal wieder so herausgefordert zu werden und ich blicke mit Vorfreude auf die kommenden drei Wochen und bin gespannt, was sie noch für mich bereithalten.Read more
Bestanden!
February 1, 2025 in India ⋅ ⛅ 30 °C
Da ist das Ding!
Der große Tag war endlich gekommen: Examenstag. Am Morgen stand ich alleine vor der Gruppe und leitete eine volle Stunde – ein Moment, der sich anfühlte wie ein Sprung ins kalte Wasser. Doch es hat (fast) alles geklappt und ich hatte viel Spaß. Danach folgten die schriftlichen Prüfungen. Die letzten Tage waren intensiv, jede Minute ausgefüllt mit Lernen und Üben. Umso größer war die Erleichterung, als alles geschafft war. Ein Stein, so groß wie ein Felsbrocken, fiel mir vom Herzen. Jetzt sitze ich mit einem Kaffee am Meer, lasse den Blick über das Wasser schweifen und genieße meinen letzten Tag in dieser besonderen Umgebung.
Zwischen Fernweh und Heimkehr
Heimweh? Fehlanzeige. Trotzdem freue ich mich darauf, wieder nach Hause zu kommen. Auf mein eigenes Bett, die vertrauten Routinen, die mir Struktur geben. Nach den intensiven Wochen sehne ich mich nach Entschleunigung – und genau das wird es zu Hause geben: einen sanften Übergang zurück in den Alltag. Was mich allerdings weniger begeistert, ist der Gedanke, die warme Sonne gegen Schnee einzutauschen. Von 30 Grad ins winterliche Grau? Darauf könnte ich verzichten.
Meine Veränderungen als angehender Yogi:
Asana-Wissen – Der Teufel steckt im Detail
Ein Großteil unserer täglichen Praxis drehte sich um Asanas – nicht nur um das Ausführen, sondern auch um die richtige Modifikation für weniger fortgeschrittene Yogis - dazu zähle ich mich selbst. Rund 50 bis 60 Asanas haben wir erlernt, jede einzelne mit ihren eigenen Feinheiten. Und genau diese Kleinigkeiten machen den Unterschied. Meine Praxis hat sich extrem verbessert. Es ist faszinierend, wie winzige Anpassungen eine Asana transformieren können. Ich brenne darauf, dieses Wissen weiterzugeben und anderen Yogis zu zeigen, wie viel Tiefe in jeder Haltung steckt.
Yoga-Teaching – Meine erste Stunde
Klar, heute lief nicht alles perfekt. Aber das Gefühl, eine Sequenz selbst zu gestalten, Menschen anzuleiten und ihnen Hilfestellung zu geben, hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Überraschenderweise fühlte ich mich in dieser Rolle wohler, als ich je gedacht hätte. Diese Erfahrung hat in mir den Wunsch bestätigt, das Unterrichten auch zu Hause fortzusetzen.
Meditation – Stille finden, die bleibt
Täglich standen 30 Minuten Meditation und 30 Minuten Pranayama - Atemübungen - auf dem Plan. Anfangs war es eine Herausforderung, aber nach und nach stellte sich eine ungeahnte Ruhe ein. In der letzten Woche erlebte ich Momente von völliger Klarheit – Gedanken verschwanden, der Körper schien sich aufzulösen. Ein Gefühl von grenzenloser Weite. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie kraftvoll Meditation sein kann. Deshalb werde ich diese Praxis auch zu Hause weiterführen, fest entschlossen, noch tiefer einzutauchen.
Spiritualität – Erwartung und Realität
Wenn ich ehrlich bin, hat mich der spirituelle Teil des Trainings etwas enttäuscht. Ich hatte gehofft, tiefer in die Philosophie einzutauchen, mehr über Chakras, Energien und die spirituelle Praxis zu erfahren. Stattdessen blieben wir oft an der Oberfläche. Vielleicht ist das einfach der Natur des 200-Stunden-Teacher-Trainings geschuldet. Echte Spiritualität lässt sich eben nicht im Schnellverfahren vermitteln. Sie ist ein Weg, den man selbst weitergehen muss. Und genau das werde ich tun.
Körperliche Veränderungen – Kraft und Flexibilität
Die intensive Praxis hat Spuren hinterlassen – und das im besten Sinne. Mein Körper fühlt sich offener und flexibler an, ich komme in Haltungen, die mir vorher verschlossen blieben. Auch wenn die Fortschritte in der Beweglichkeit nicht so rasant waren, wie man bei zwei Yoga-Sessions täglich erwarten könnte, hatten unsere Lehrer uns das bereits angekündigt: Die größten Effekte zeigen sich oft erst nach einer Pause. Was mich dagegen wirklich überrascht hat, ist die gewonnene Kraft. Zwei Einheiten täglich? Kein Problem mehr. Besonders im Core-Bereich habe ich eine Stabilität entwickelt, die mich selbst erstaunt. Kopfstand und Balance-Posen? Halte ich jetzt mühelos für mehrere Atemzüge. Und optisch? Trotz der fehlenden Krafttrainingseinheiten habe ich kaum Muskelmasse verloren – außer vielleicht ein wenig an den Armen. Für acht Wochen reines Yoga finde ich das mehr als beeindruckend.
Ich bin traurig und freue mich gleichzeitig auf Zuhause..Read more






























































































































Traveler
Wie schön 🤩
Traveler
007 unterwegs