• Juliana Gries
Jun – Jul 2024

Camino Primitivo

Begleite mich auf meinen 3. offiziellen Camino de Santiago 🥾 Read more
  • Trip start
    June 23, 2024

    Abfahrt

    June 23, 2024 in Germany ⋅ 🌙 12 °C

    Gate 10 - wie vor zwei Jahren. Das weckt Erinnerungen. Jetzt geht es los und es gibt kein zurück mehr. Die Aufregung und der Respekt vor dem anstehenden Camino steigen. In 2h geht der Flieger. Der Rucksack ist trotz minimalistischem packen zu schwer, wie immer. Das wird spannend. Aber ich rocke das schon irgendwie 😋Read more

  • Tag 1: Oviedo nach Paladín

    June 23, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 21 °C

    Das Kantabrische Mittelgebirge. Jep, das hat es in sich. Aus den ursprünglich geplanten 12km zum Einstieg wurden heute 19.6km und ~580Höhenmeter. Und das mit sehr wenig Schlaf und Essen. Gestartet bin ich nach einem guten Kaffee in Oviedo an der Kathedrale. Zunächst ging es eine Stunde aus der Stadt raus. Da war sowieso tote Hose. Dann ging es überall lang, wo man es sich vorstellen kann. Schotterwege, Landstraße, Waldwege, Feldwege, Dörfer etc. Es ist so grün hier und die Landschaft im Tal unbeschreiblich. Man kann es kaum mir Bildern fest halten. Angekommen in meiner geplanten Unterkunft, musste ich mit bedauern feststellen, dass Vegetarisch hier noch immer ein Fremdwort ist in Galizien. Ich hatte die Wahl: bis morgen früh zum nächsten Café hungern oder 7 km weiter laufen. Also entschied ich mich natürlich für letzteres. Jetzt bin ich hier in Paladin angekommen. In einer High End unfassbar teuren Herberge. Nun ja, Hauptsache duschen und essen.
    Alles was ich heute mehr gelaufen bin, spare ich mir dafür morgen. Dann wird es also ganz entspannt. Gewappnet mit Sonnencremen, denn ich bin verbrannt. 😋
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  • Tag 2: Paladín nach Cornellana

    June 24, 2024 in Spain ⋅ ⛅ 22 °C

    17.7km und 520 Höhenmeter
    Nach einem langen aber schönen Abend mit allen Pilgern aus der Herberge ging es relativ spät am nächsten Morgen los. Der Weg war ähnlich wie gestern, aber weniger Kilometer an der Straße entlang. Teilweise ging es wieder echt steil bergauf oder steil bergab. Ein ewiges Wechselspiel. Aber das macht diesen Weg so einzigartig. Es ist SAU anstrengend. Nichtmals unbedingt des Weges wegen, sondern wegen der extrem hohen Luftfeuchtigkeit. Man ist keine 5min in Bewegung und alles ist nass. Aber pünktlich um 14 Uhr kommt die Sonne und das schwitzen wird weniger. Der Weg ist unfassbar leer, kein Vergleich zum portugues oder inglés. Noch bin ich in Begleitung aber ab morgen Nachmittag trennen sich unsere Wege. Ich bin gespannt, ob mir überhaupt noch ein Pilger über den Weg läuft. Die Etappen werden ab morgen länger. Wie ich das schaffen soll? Keine Ahnung 😂 Vorhin habe ich noch gemeinsam mit 3 weiteren Pilgern zu „Abend gegessen“. Naja, heute ist Feiertag und die Küchen haben ab 16 Uhr zu. Also gab es heute 2x tortilla 😅 Jetzt lassen wir noch den anstrengenden Tag ausklingen und dann geht’s morgen weiter nach La Espina.Read more

  • 3. Tag: Cornellana nach La Espina

    June 25, 2024 in Spain ⋅ ⛅ 23 °C

    19,6km und 1071 Höhenmeter
    Was eine Strecke. Wir (meine zwei Mitläufer und ich) hatten beim Start eine Luftfeuchtigkeit von 100%. Ich dachte wirklich ich bin im Regenwald. Von der Landschaft hätte es auch gepasst. Es folgte mehrfach ein auf und ab. Ich habe geschwitzt, als gäbe es kein Morgen mehr und beim Italienerfreund sieht es aus wie ein einfacher Spaziergang. Nach der heutigen Etappe weiß ich, ich bin alles andere als sportlich. Ich habe riesigen Respekt vor den nächsten Tagen. Die Strecken werden nämlich ab morgen länger. Das kann man kaum umgehen. Meine Herberge für morgen hat meine Reservierung storniert. Problematisch, denn viele Optionen gibt es nicht mehr. Nun darf ich mir morgen ein Bett mit meiner anderen Mitläuferin teilen. Die beiden haben mich heute ein Ort früher übrigens verlassen. Und ich? Ich habe gerade mit einem Spanier die gesamte Herberge für uns alleine. Auch mal nett. Aber ebenso einsam. Ich hoffe wir drei finden morgen alle wieder zusammen. Denn alleine ist der Weg hier wirklich steinig und schwer. Selbst nach 3 Tagen kommt man schnell an seine mentale (von der körperlichen ganz zu schweigen) Grenze. Aber „geht nicht, gibts nicht“. Niemand fragt danach, wie schnell du bist. Und wenn ich 10 Stunden brauche, dann brauche ich eben 10 Stunden. Let’s go for it!Read more

  • 4. Tag: La Espina nach El Espin

    June 26, 2024 in Spain ⋅ ⛅ 22 °C

    26,4km und ~850 Höhenmeter
    Der Abend zuvor war durchwachsen, ich musste sehr lange auf mein Essen warten. Die Nacht war auch eher weniger gut, obwohl ich alleine in der Herberge war. Nachts ging es mir nicht ganz so gut und ich vermute ich hatte etwas Fieber, weil ich dehydriert war oder einen Hitzschlag hatte. Nach einer Ibuprofen bin ich dann um 2 Uhr endlich eingeschlafen. Ich dachte bereits ich müsste den Camino abbrechen aber nach dem ersten Kaffee ging es mir besser. Ich habe meinen Italiener und Deutsche mit Sonnenstrahlen empfangen. Es ging gleich hoch aber die ersten 12km haben sich einfach laufen lassen. Dann gab es die erste Pause, die zweiten waren etwas knackiger. Wir sind viel Berg hoch gegangen. Der höchste Punkt lag bei 920m. Zum Ende ging es Kilometerweit an einer Hauptstraße lang, in der prallen Sonne. Mein Sonnenbrand war gerade weg, nun ist er wieder da. Zum Abschluss mussten wir uns noch für die nächsten 30km eindecken, denn es kommt auf der nächsten Etappe kein Versorgungspunkt. Morgen soll die schwerste Etappe sein: die Hospitales Route. Vielleicht kann sich der ein oder anderen denken was das sein soll. Heute Abend bin ich in einer Spendenherberge untergekommen und kann wieder dieses wunderbare Camino Gefühl genießen. Um 20 Uhr werden wir bekocht, um 7 Uhr gibt es Frühstück und sogar die Wäsche wird von uns gewaschen 🥲 Und nun muss ich meinen Zeh versorgen und die Füße hochlegen 😋Read more

  • 5. Tag: El Espin nach Berducedo

    June 27, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 22 °C

    26,7km und 1154 Höhenmeter
    Heute war es soweit. Die härteste Etappe über die Hospitales Route stand an. Die härteste, weil man innerhalb 7km 500 Höhenmeter bewältigen musste. Wir sind im Nebel gestartet und der hat sich auch bis zum Abstieg gehalten. Ich habe für diese Etappe nicht viele Worte. Wow! Es war einfach nur krass. Krass anstrengend. Krass spektakulär. Obwohl ich durch den Nebeln nichts gesehen habe, war es einfach einzigartig. Teilweise konnte ich keine 5 Meter weit gucken und bin von Symbol zu Symbol getrottet. Oben auf der Spitze bei rund 1230 Metern zog dann ein Sturm auf. Das war kurz beängstigend aber legte sich auch schnell. Die Landschaft hier in dem Gebirge ist einfach unfassbar überwältigend. Nach rund 6km habe ich meine Mitläufer verloren und bin die letzten 20km alleine weiter gezogen. Das tat aber auch gut, ganz für sich zu sein und den Moment der Stillens genießen. Die Wege waren krank anstrengend, steil bergauf und steil bergab. Zum Ende kam die Sonne und hat mich auch ins schwitzen gebracht. Ich war unendlich dankbar, als ich endlich in Berducedo angekommen bin. Leider hat sich der Zustand meines Zehs verschlechtert 🥲Read more

  • 6. Tag Berducedo nach Grandas de Salime

    June 28, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 15 °C

    0km und 0 Höhenmeter
    Da mein Zeh nicht gut aussieht und ich nicht in meinen Wanderschuhe laufen kann ohne es zu verschlimmern, habe ich die heutige Etappe ausgesetzt. Also bin ich mit dem Taxi zum nächsten Etappenziel und dort zum Arzt. Jetzt habe ich ein Antibiotikum und desinfizierenden Verband bekommen und halte heute die Füße still. Ich habe gestern Abend einen super lieben Mann getroffen, der Schulbusfahrer ist und mich netterweise für wenig Geld nach Grandas gefahren hat. Unterwegs hat er sogar für Fotos angehalten und ist mit mir auf eine Aussichtsplattform gegangen ☺️
    Hoffentlich sieht die Welt morgen schon anders aus und ich kann einen Versuch wagen weiter zu laufen. Ich brauche ganz viele gedrückte Daumen, dass ich den Weg hier fortsetzen kann. Aufgeben ist für mich eigentlich keine Option. Zum Glück, habe ich etwas Puffer eingebaut 🙏🏼
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  • 7. Tag: Grandas de S. nach A Fonsagrada

    June 29, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 17 °C

    25.8km und ~960Höhenmeter
    Nennt mich verrückt, aber ich bin die gesamte Etappe in Sandalen gelaufen und das ging erstaunlich gut. Irgendwann taten zwar die Fußsohlen weh, aber der Zeh hat mit gemacht. Das war das wichtigste.
    Die Etappe heute war eigentlich entspannt. Zwar einige Höhenmeter aber nur zwei mal wirklich steile lange Anstiege. Ansonsten ging es gemächlich weiter. Das Wetter ließ zu wünschen übrig. Es war wieder einmal bedingt durch die Höhe sehr nebelig und feucht und kalt! Viel gesehen hat man dadurch zu Beginn nicht. Aber nach dem überqueren der Grenze von Asturien zu Galicien klarte der Himmel etwas auf und man konnte die Aussicht der Gipfel geniessen. Gerade sitzen wir noch in einer Bar und schauen Fußball. Später startet noch ein Tapas Festival. Mal sehen ob ich das besuchen werde 😄
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  • 8. Tag: A Fonsagrada nach O Cádavo

    June 30, 2024 in Spain ⋅ ⛅ 19 °C

    24,5km und ~900 Höhenmeter
    In der heutigen Etappe gab es zwei wirklich lange und harte Anstiege. Generell zog es sich heute extrem in die Länge. Ich hatte keinen guten Tag. War die ersten 12km extrem schlapp, weil ich kein Frühstück hatte. Dann hatte ich wieder etwas Energie, nach dem Stop in einem echt coolen Café. Es lief sich heute extrem mühselig in den Sandalen. Die Beine und Füße waren schwer. Nach 20km fingen die Fußsohlen an extrem weh zu tun. Ich kämpfte mich noch 1.5km weiter und habe mich dann am Straßenrand nieder gelassen. Ich konnte nicht einen Schritt mehr in den Sandalen machen. Ich hatte höllische Schmerzen. Ich musste dringend meine Schuhe anziehen, damit ich ein Fussbett habe. Also hatte ich keine Wahl und musste das Risiko eingehen, dass mein Zeh wieder schlechter wird. Nur 3km dachte ich. Perfekt zum antesten für morgen. Denn in Sandalen geht es nicht mehr. Alleine im sitzen war es schon so ein gutes Gefühl in den Schuhen. Zumindest für den rechten Fuß. Beim Laufen ging ich doch ordentlich in Schonhaltung, aus Angst, dass es wieder schlimmer wird. Laufen konnte ich aber eigentlich gut. Dann bin ich endlich im nächsten Zielort angekommen. Und was steht nun wie immer an? Essenssuche!! 😄Read more

  • 9. Tag: O Cadavo nach Lugo

    July 1, 2024 in Spain ⋅ ☀️ 20 °C

    8,6km und 171 Höhenmeter
    Gestern Abend gab es vegane Paella und meine ersten Pimientos de Padron hier in Galizien. Letzteres war leider eher ein überteuerter Reinfall, aber die Paella war essbar. Ich bin zeitig ins Bett und dachte ich könnte gut schlafen aber die Matratze war so hart, dass ich genauso gut hätte auf dem Boden schlafen können. Ich bin zeitig los, weil ich nicht wusste wie schnell ich zu Fuß bin, um den Bus im nächsten Ort zu bekommen. Die ersten zwei Kilometer ging es in Schonhaltung voran. Irgendwann tat dann mein Knöchel von der merkwürdigen Schonhaltung weh. Dabei schmerzte mein Zeh gar nicht so. Für mich endetet die heutige Etappe bereits nach 8,6km in Castroverde. Dort habe ich dann auf den Bus gewartet, um die restlichen 22km der ursprünglichen Etappe zu überspringen. Dieser stellte sich als Bummelbus für Rentner heraus mit merkwürdiger Musik. Sicher angekommen bin ich trotzdem 🙏🏼 In Lugo angekommen musste ich irgendwie 4h bis zum Check in überbrücken. Habe hier und da gesessen, etwas gefrühstückt und war mit meinem Italiener etwas trinken (der ist nämlich die 30km quasi geflogen). Endlich wird auch hier das Wetter besser und ich kann die Sonne genießen!
    Jetzt bin ich in meinem eigenen Zimmer mit eigenem Bad. Denn den Luxus habe ich mir hier mal gegönnt. Ich habe zwei Nächte in Lugo und kann morgen ganz entspannt die Stadt erkunden und über die 2km lange Stadtmauer laufen. Meinem Zeh geht es unverändert 😄 Heute Abend gehe ich mit ein paar anderen Pilgern noch etwas essen. Alles wie immer also!
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  • 10. Tag: Lugo

    July 2, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 14 °C

    Heute war Pausentag. Ich hatte den ganzen Tag Zeit, um Lugo zu erkunden. Nach 1.5 Stunden war ich fertig 😄 Ich bin kreuz und quer durch die Stadt, über die 2km lange Stadtmauer, bin hier und da durch die Gassen und ja, das war’s. Viel zu sehen gibt es hier nicht. Im Großen und Ganzen erinnert es mich hier etwas an Santiago und Vigo. Wahrscheinlich sehen einfach alle größeren Städte in Galizien so aus. Gerade gab es noch einen leckeren veganen Burger. Mal zur Abwechslung nach all den ganzen Tortillas und parates bravas (ich kann es nicht mehr sehen) 😄 Morgen geht es dann wieder zu Fuß weiter nach Ferreira 🙏🏼Read more

  • 11. Tag: Lugo nach Ferreira

    July 3, 2024 in Spain ⋅ ☀️ 25 °C

    27,2km und 715 Höhenmeter
    Auf den letzten 100km geht es los, dass die geführten Truppen unterwegs sind und sich ihre Köfferchen vorschicken lassen und in den Bus einsteigen, ein paar Kilometer fahren und dann wieder ein paar Kilometer laufen usw. Unfassbar und meiner Meinung nach, hat das nichts mit Pilgern zu tun. Dazu klein die Betten und sind laut. Suuuuuper nervig 😩
    Die letzte lange Etappe ist geschafft. Die Höhenmeter werden langsam weniger. Rund die Hälfte der Etappe ging auf oder neben der asphaltierten Straße entlang. Schön war das nicht unbedingt. Erst die letzten 8km wurden netter. Erst dachte ich, dass es heute keine nennenswerten Anstiege gibt aber die gab es dann zum Ende der Etappe zu genüge. Klar, dann wenn man nicht mehr kann.
    Noch 72.5km bis Santiago und jetzt fängt mein Knie an rumzumurren. Dafür sieht der Zeh super aus. Und das Wetter ist herrlich! Warum können sich die 27 grad nicht bei uns genauso anfühlen. Es lässt sich wirklich gut aushalten. Auch beim Laufen. Auch wenn man verbrennt, da die Sonnencreme nach 10 Minuten weggeschwitzt ist. Die heutige Herberge ist ein Reinfall, zumindest die Badezimmer. Schimmel und Wasser wo man nur hin guckt 😮‍💨 Ich hoffe, dass das Essen wenigstens gut ist.
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  • 12. Tag: Ferreira nach Melide

    July 4, 2024 in Spain ⋅ ☀️ 26 °C

    20km und 450 Höhenmeter
    Die Etappe ging so schnell rum, was sind denn 20km? Es ging heute viel Berg hoch aber immer angemessen, keine super steilen Anstiege. Leider wieder viel auf der Straße aber zwischendurch gab es auch kurze Abstecher durch verlassene Dörfer oder Waldstücke. Den 1. Kaffee gab es morgens aus dem Automaten ~5km weiter, weil wir keinen in unserer Herberge trinken wollten. Nach dem 1. Kaffee läuft es sich meistens besser 👍🏼 Unterwegs lud nicht viel zum Pause machen ein, aber dann kam eine schicke neue Bar; die nichtmal in meinem Wanderführer erwähnt wurde. Gott sei dank! Denn langsam wurde es echt heiß und ich habe mich nach einem kalten Getränk gesehnt. Man freut sich irgendwann so sehr über die kleinen Dinge und alles schmeckt so viel besser wenn man sich so sehr danach sehnt. In Melide angekommen war ich sehr enttäuscht. Super hässlich das Dörfchen mit nichtmal 10000 Einwohnern. Galizien ist echt arm! Die Herberge ist dafür echt super! Der Herbergsvater hat uns noch ein Restaurant empfohlen und ich habe mich noch nie so sehr über ein Teller voll Gemüse gefreut. Das tat so gut endlich einfach Gemüse zu essen. Es war so unfassbar lecker 😍
    Morgen steht eine richtig kurze aber relativ knackige Etappe an. Ich habe aber alle Zeit der Welt.
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  • 13. Tag: Melide nach Arzúa

    July 5, 2024 in Spain ⋅ ☀️ 25 °C

    14.5km und 337 Höhenmeter
    Heute hatte ich quasi nur einen kleinen Spaziergang vor mir. Bei der Wärme dann doch irgendwann anstrengend. Obwohl es nur eine so kurze Etappe war, war ich froh dann angekommen zu sein. Da ich noch nicht einchecken konnte, bin ich noch mit meiner Mitläuferin etwas essen gegangen bevor sich unsere Wege für den Rest des Tages trennten. Später als gedacht! Aber morgen versuchen wir ein paar Kilometer zusammen zulaufen. Da ich recht früh in der Herberge war, hoffte ich auf eine gute saubere Dusche. Leider sah es 1 Stunde nach Öffnung schon aus wie Sau und mich schüttelt es nur so. Wie kann man die Duschen und Klos so widerlich hinterlassen? Auf dem Weg sah man einige Pilgerscharen mit Turnbeutel/ Tagesrucksack. Es nervt mich einfach so sehr. In meinem Zimmer in der Herberge stehen reihenweise riesige Koffer. Hauptsache das Outfit sitzt. Ich versuche mich davon abzukapseln, aber mich verlässt langsam der Pilgercharme. Vielleicht sollte ich morgen schon um 6 Uhr loslaufen, um den Massen zu entkommen 😄 Die letzten 100km sind echt anders wild. Im Vergleich zu den ersten 200km, wo man kaum bis wenig Menschen gesehen hat.
    Heute Abend wollte ich mir Tortellinis mit
    Pesto machen und es läuft im 18 Uhr das Fußballspiel hier im Gemeinschaftsraum. Mal sehen, ob ich einen Platz abbekomme 👍🏼
    Noch 39km bis Santiago 🫶🏼
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  • 14. Tag: Arzúa nach O Pedrouzo

    July 6, 2024 in Spain ⋅ ☀️ 20 °C

    19.3km und ~440 Höhenmeter
    Die vorletzte Etappe ist geschafft. Ich hätte noch weiter laufen können, aber in dem nachfolgenden Ort sind die Betten in den Herbergen ausgebucht. Das Risiko war mir zu groß, nachher kein Bett zu bekommen. Also bleibe ich hier in Pedrouzo, wo ich mein Bett sicher habe. Heute Morgen wurde ich quasi um 5:30Uhr von diesem furchtbaren hellen Baustellenstrahler und den unfassbar rücksichtslosen „Pilgern“ (oder wie sie sich nennen mögen) geweckt. Gezwungenermaßen bin ich also wirklich um 6 Uhr aufgestanden. Die Churreria in der ich frühstücken wollte, hatte Samstags geschlossen. Natürlich! Geregnet hat es auch noch. Was ein Start in den Tag. Zum Glück hatte aber ein anderes Café in der Stadt geöffnet, in dem ich wenigstens eine Kleinigkeit frühstücken konnte bevor es los ging. Ich bin die ersten 8km quasi gerannt, um zügig bei dem Ort meiner Mitläuferin anzukommen. Dadurch war ich heute wieder extrem früh im Zielort. So habe ich genug Zeit für ein Mittagsschläfchen :)
    Der Weg heute war relativ unspektakulär: viele Schotterwege durch „Wälder“ oder zwischen Feldern. Fotos habe ich kaum welche gemacht. Dafür ist mein Ausblick aus der Herberge ganz nett.
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  • 15. Tag: O Pedrouzo nach Santiago

    July 7, 2024 in Spain ⋅ ⛅ 18 °C

    19.4km und 400 Höhenmeter
    Es ist vollbracht. Nach 15 Tagen und 310km mit 11000 Höhenmetern, bin ich nach vielen Höhen und leider auch Tiefen, einem beinahe Abbruch, zahlreichen Verbandswechseln, 24 Antibiotikatabletten, 42 km mit Bus und Taxi, 50km in Sandalen und vielen schlaflosen Nächten in Santiago angekommen. Zum 3. (bzw 4.) mal stehe ich nun hier auf dem Platz, wo alle Pilger aus allen Richtungen ankommen. So wirklich emotional wie beim ersten Mal ist es nicht mehr. Dennoch ist man froh, es dann geschafft zu haben. Wobei, so richtig realisiert habe ich es dieses Mal nicht. Noch immer denke ich, dass ich morgen weiter laufen werde. Ich glaube, das wird mir fehlen. In Santiago hat unser Italiener auf uns gewartet. Ein tolles Wiedersehen und alleine einlaufen musste ich bzw wir somit nicht. Denn meine Mitläuferin habe ich 10km nach meinem Startort heute wieder eingeholt. Dadurch dass ich um 06:30 Uhr nach einer schlaflosen Nacht los gelaufen bin, musste sie auch gar nicht lange auf mich warten. Jetzt liege ich hier in meinem Hotelzimmer - ALLEINE- und lasse die letzten Tage noch einmal Revue passieren. Morgen habe ich dann genug Zeit hier rumzubummeln bevor es Dienstag wieder Richtung Heimat geht 😭Read more

  • 16./17. Tag Santiago

    July 9, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 17 °C

    Meinen letzten Tag in Santiago habe ich ganz ruhig angehen lassen. Ich bin ein wenig durch die Gassen gebummelt und hab mir ein neues Nach-Hause-Outfit gekauft, weil ich meine Sachen nicht mehr sehen konnte. Jetzt sitze ich bereits in Santiago am Flughafen und warte auf mein Check In nach Bilbao. Heute Abend bin ich dann wieder zu Hause 🫶🏼Read more

    Trip end
    July 9, 2024