• Anja Jungbauer
  • Yvan Mochel
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Aventuras en Bolivia

Willkommen zu unserem großen Abenteuer in der höchsten Metropole der Welt: La Paz in Bolivien! Les mer
  • Incendios - es brennt!

    15. september 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 8 °C

    Die Karte zeigt es ziemlich deutlich: Ganz Südamerika ist von großflächigen Feuerherden bedeckt, 48% davon in Bolivien. Es brennt!

    Schuld daran sind die traditionelle Brandrodung und eine Gesetzeslage, die sog. "Brandschutzgesetze", die dies noch immer duldet. In Bolivien ist diese Praxis des „Chaqueo“ weit verbreitet. Die Ausmaße für Mensch, Umwelt und Ökosystem sind katastrophal:

    "Bolivien leidet unter einer der schlimmsten Umweltkrisen der letzten Jahre (...) [und] erklärte am Wochenende den „nationalen Notstand“ aufgrund von Waldbränden, die nach Angaben einiger privater Stiftungen mehr als 4 Millionen Hektar verwüstet haben (...). Aufgrund der hohen Luftverschmutzung haben die am stärksten betroffenen Departemente den Unterricht ausgesetzt und in einigen Fällen wurde der Flugbetrieb in den Städten im Osten des Landes wegen mangelnder Sicht eingestellt." *

    Tausende von Feuerwehrleuten sind rund um die Urmhr im Einsatz. So auch meine Kollegin Carmiña von der freiwilligen Feuerwehr in La Paz, die aktuell vom Dienst freigestellt ist und in 7-Tage-Schichten in den schwer betroffenen Gebieten rund um Santa Cruz im Löscheinsatz ist.

    Sogar auf 3600m hier in La Paz macht sich der Rauch deutlich bemerkbar: Über der ganzen Stadt hängt seit Wochen ein grauer Schleier, der die umliegenden Berge verhüllt. Die Luftqualität, die man über eine App anhand des Luftqualitätsindex (AQI) überprüfen kann, ist z T. sehr schlecht, körperlich haben viele Menschen Atemprobleme, die Augen Tränen, und man sollte das Haus wenn überhaupt dann nur mit Mundschutz verlassen.

    Auch wir an der Deutschen Schule haben uns deshalb am Mittwoch in der Schulleitungsrunde für den Distanzunterricht entschieden. Also sehe ich meine Klassen nun für unbestimmte Zeit erst einmal nur noch über den digitalen Bildschirm. Zum Glück sind selbst meine 5er seit der Pandemie schon mit diesem System vertraut, und es klappt bisher ganz gut. Jedoch hoffen alle, dass sich die Lage möglichst schnell verbessert, damit wir wieder zur Normalität zurückkehren können...

    *Quelle: https://www.abc.com.py/internacionales/2024/09/…
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  • Und wieder mal: Bloqueos

    16. september 2024, Bolivia ⋅ ☁️ 19 °C

    Erneut ist La Paz durch Straßenblockaden vom Rest der Welt abgeschnitten. Seit Mitternacht hat der Bauernverband "Ponchos Rojos" alle wesentlichen Zufahrtstraßen in die Stadt blockiert, um gegen die Politik des amtierenden Präsidenten Luis Arce zu protestieren und seinen Rücktritt zu fordern.

    Mutmaßlich wird diese Aktion von dessen ehemaligem Parteifreund und nun verbitterten politischen Kontrahenden und Vorgänger Evo Morales befördert, der bei den Wahlen im nächsten Jahr entgegen der gesetzlichen Bestimmungen für eine weitere Amtszeit kandidieren will.

    Da nicht absehbar ist, wie lange die Bloqueos diesmal andauern werden, haben wir uns vorsorglich mit Lebensmitteln eingedeckt. Mögen die Verhandlungen beginnen...

    https://youtu.be/RSQkikfAgKw?si=dL1oy68JkBphSNGx
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  • Galápagos

    29. sep.–7. okt. 2024, Ecuador ⋅ ☁️ 22 °C

    Die Frühlingsferien stehen an! Drei Flüge, zwei Busfahrten, ein Schiff und ein Taxi bringen uns nach 15 Stunden von La Paz nach Santa Cruz - nicht in Bolivien, sondern auf Galápagos im Ecuador.

    Dort wartet schon eine besondere Spezies auf uns - mein Schwesterherz Pauline hat sich auf die weite Reise aus Deutschland gemacht und wird uns auf unserer Erkundungstour und zurück nach La Paz begleiten.

    Gemeinsam erkunden wir in einer Woche die zwei Inseln Santa Cruz und San Christobal. Es gibt Vieles zu entdecken, wobei man meist zu Wasser per Boot oder Flossen unterwegs ist - Seetüchtigkeit ist da ratsam.

    Die Artenvielfalt an diesem einmaligen Ort ist beeindruckend: Zu Land begegnen uns riesige Schildkröten, Iguanas, die berühmten Darwinfinken, Flamingos, Fregattvögel und die emblematischen blaufüßigen Boobies. Unter Wasser treffen wir auf riesige Fischschwärme, Delfine, Rochen, Haie, Meeresschildkröten und Seehunde, die mit uns um die Wette schnorcheln. Dieses Spiel ist absolut faszinierend - nur vor den Seehund"machos" mit ihren durchdringenden Rufen nehmen wir uns lieber in Acht, denn die können auch schon mal unangenehm werden.
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  • Tag der Deutschen Einheit

    3. oktober 2024, Bolivia ⋅ ☁️ 18 °C

    Auch an der Deutschen Schule Mariscal Braun wird der Tag der Deutschen Einheit feierlich begangen. Dafür versammelt sich die gesamte Schulgemeinschaft um 08.00 Uhr morgens in der Turnhalle zur Versammlung, dem Acto Cívico.

    Der Abiturjahrgang der S6 hat die Turnhalle mit Absperrband in zwei Hälften geteilt: Ost und West. Vier Schülerinnen verkörpern Churchill, Stalin, De Gaulle und Roosevelt, die sich einen Schlagabtausch zur Aufteilung der deutschen Gebiete liefern.

    Dann erfolgt der Mauerbau (repräsentiert durch Sportkästen auf der Bühne, manchen schon aus Sportunterricht als schier unüberwundbares Hindernis bekannt) und eine anschauliche Demonstration für das Schülerpublikum, was es wohl bedeutet haben muss, in der jeweiligen Zone zu leben: Während die SchülerInnen im Osten zur körperlichen Schwerstarbeit herangezogen werden, regnet es im Westen Bonbons. 

    Beim anschließenden Mauerfall fallen sich auseinandergerissene Familien nach Jahren der Trennung etwas melodramatisch in die Arme. Es wikt ein wenig rührselig. Aber der Eindruck der gelebten Geschichte hallt wohl bei vielen noch lange nach.
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  • Día de Muertos

    1. november 2024, Bolivia ⋅ ☁️ 19 °C

    Am 1. und 2. November zieht es die Paseños wie vielerorts weltweit auf den Friedhof, um ihrer Toten zu gedenken. Mit unseren Spanischlehrern Franck und Vivi begeben wir uns auch dorthin, um Zeuge dieser Tradition zu werden:

    Der Tag, an dem die Seelen zur Erde herabsteigen, ist alles andere als morbide und traurig: Es wird geneinsam gefeiert, denn die Verstorbenen besuchen ihre Angehörigen auf Erden.

    Familien dekorieren die Gräber ihrer Liebsten mit Blumen und Miniaturausgaben ihrer Leibspeisen, z.B. Süßigkeiten, Salteñas oder auch Alkohol, um sie für den Weg ins Jenseits zu stärken. Auch sehen wir Fußballmerchandize und andere persönliche Gegenstände. Oft braucht es dazu Leitern, um die letzten Ruhestätten ganz oben in den Mauern zu erreichen.

    Vor den Gräbern wird ein üppiges Picknick auf dem Boden angerichtet, und jeder, der ein Gebet für die Verstorbenen spricht, bekommt etwas ab: Brot wird in Form von T'anta Wawa (Repräsentanten der verstorbenen Seelen) und Himmelsleitern gereicht. Fremde und Freunde sind dabei willkommen, und ärmere Familien haben so schnell ihre Monatsration an Lebensmitteln zusammengebetet. Auch werden die Seelen mit Musik der zahlreichen Bandas begrüßt, die durch die Friedhöfe ziehen.

    So wird der Tod nicht als endgültig angesehen - Jenseits und Diesseits werden Eins.
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  • CDMX - Ciudad de Mexico

    10.–21. des. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 26 °C

    Auf geht's zur nächsten Entdeckungsreise: Mexico nos llama!

    Kaum in CDMX angekommen, sind wir schon schockverliebt in diese atemberaubend schöne Stadt mit ihrer Farbintensität, dem Weihnachtsschmuck überall und ihren kulturellen und kulinarischen Highlights.

    Wir kommen dankenswerterweise bei Lisa, einer Freundin aus dem Vorbereitungskurs, in ihrer schnuckelig Wohnung im hippen Viertel Roma unter. Von dort aus lässt es sich wunderbar alles erkunden, und wir dürfen sogar mit zum Weihnachtskonzert an ihrer Deutschen Schule.

    Das Timimg ist perfekt, wir haben zusammen mit Millionen von Pilgern am 12. Dezember die Gelegenheit, die Wallfahrt zur Basilica de la Virgen de Guadaloupe zu erleben. Scheinbar war einem jungen Hirten hier anno dazumal die Jungfrau persönlich erschienen. Skeptiker sehen darin einen schrägen Marketinggag der katholischen Kirche, um die indigenen "Heiden" zum Christentum zu bekehren.

    Sei's drum: Auch Jahrhunderte später zieht das Spektakel eine aberwitzige Anzahl an Gläubigen an, die die kilometerlange Strecke bis zur Basilika teils auf Knien bewältigen. Aber auch Vertreter verschiedenster indigene Kulturen versammeln sich auf dem riesigen Vorplatz, um ihre rituellen Tänze und Reinigungsrituale durchzuführen. Ein Synkretismus, der hier scheinbar niemanden stört.

    Nachdem wir uns auf eine kulinarische Radtour begeben und einmal quer durch die Tacos- und Tamalesstände und Foodiebloggerlisten der Stadt gefuttert haben, führt uns ein Tagesausflug in aller Frühe zu einem weiteren Highlight: Im 50 km entfernten Parque Nacional de Mariposa Monarca machen die Riesenfalter Halt auf ihrer Migrationsroute und sammeln sich zu Tausenden in den Bäumen. Der eineinhalbstündige Aufstieg auf 3700m ist etwas beschwerlich, und die Flatterviecher sind am frühen Morgen ob der relativen Kälte im wunderschönen Nebelwald noch etwas flatterfaul, doch der Anblick der riesigen Ansammlungen in braunen Trauben, die von den Bäumen hängem, ist dennoch die Reise wert.

    Zurück in CDMX besuchen wir das Geburtshaus der wohl größten Ikone der Stadt, Frida Kahlo, das Museo de las Culturas Mayas mit seinen Tausenden Artefakten sowie eine Darbietung folklorischer Tänze im Palacio del Arte, dem wunderschönen Opernhaus der Stadt. Jedes für sich ein eindrucksvolles Erlebnis.

    Ein absolutes Highlight, das bei keinem Besuch der Stadt fehlen darf: Der Besuch eines Wrestlingmatches der weltbekannten Lucha Libre. Die Mexikaner sind verrückt nach den knochenbrecherischen Stunts und humoristischen Showeinlagen der masketragenden Muskelprotze. Und fast schon stehlen ihnen ihre weiblichen Pendants in ihren schrillen Latexkostümen die Show.

    Zudem begeben wir uns auf eine Reise in die ferne Vergangenheit: Eine Busstunde von CDMX entfernt befindet sich die sagenumwobene Mayastadt Teotihuacan, heute Ausgrabungsstätte und Tourimagnet. Wie winzig und unbedeutend man sich doch fühlt, im Anblick der jahrtausendealten Tempel und im Schatten der Geschichte zu wandeln.

    Im Bus geht es dann weiter zum nächsten Halt in Oaxaca, wo wir die Weihnachtsfeiertage verbringen.
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  • Oaxaca

    21.–26. des. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 24 °C

    Weihnachten verbringen wir in der farbenfrohen Hauptstadt der Mole, Oaxaca, und werden dort Zeuge einer skurrilen Tradition:

    Beim 156. Festival de Rabanos wird dem Rettich gehuldigt. Ganze Altäre werden aus dem scharfen Wurzelgemüse gebaut, Gesichter und Figuren geschnitzt, um den heiß begehrten ersten Platz für die schönsten Skulpturen abzusahnen. Die fertigen Produkte werden dann stolz am 23. Dezember auf dem Socalo ausgestellt.

    Die ganze Stadt ist überdies navideñisch herausgeputzt, in Weihnachtsbeleuchtung getaucht und überall nett anzusehen. Hier lässt man es sich gutgehen und gut schmecken ebenfalls. Genau richtig, um zu Flanieren, zu Verweilen und ein schönes Weihnachtsfest zu verbringen.

    Einen Besuch statten wir noch dem Baum mit dem größten Stammdurchmesser weltweit ab: Seit schätzungsweise 2000 Jahren wächst und gedeiht etwas außerhalb der Stadt dieser massive Vertreter der Ahuehuete, der sagenumwobene Arbol de Tule (Baum der Erleuchtung). Seinen Umfang könnten 30 Menschen mit ausgebreiteten Armen kaum umfassen. Das lässt uns angesichts des eigenen weihnachsbedingt etwas angewachsen Unfangs schon gleich besser fühlen.
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  • Mayastadt Chichén Itzá

    7. januar 2025, Mexico ⋅ ☀️ 26 °C

    Und hier die wohl berühmteste Ausgrabungsstätte: die eindrucksvolle Mayastadt Chichén Itzá!

    Wen es interessiert: Auch die Maya haben schon Ball gespielt. Im Video sieht man, wie das ausgesehen haben muss. Ob nun Captain und Team der Verlierer oder der Gewinner den Göttern als Menschenopfer dargebracht wurden, darüber scheiden sich heute jedoch die Geister.Les mer

  • Aniversario: ein Jahr Bolivien!

    8. januar 2025, Bolivia ⋅ ☁️ 14 °C

    Resümee:

    1 Jahr
    1 neue Heimat
    1 (Auto-)Golpe
    1 Census
    1. Hochzeitstag
    2 Geburtstage
    4 Mal kein Benzin
    5 Fußballspiele der Tigres
    6 Mal Distanzunterricht
    8 Besucher
    9,9% Inflation
    12 Monate
    12+ Reisen
    20 Bloqueos
    28 "Ohje"-Momente
    31 Salsaparties
    35 Parapenteflüge
    39 Mal Teleferico fahren
    40. Geburtstag
    49 neue Bekannt- und Freundschaften
    57 Liter Chuflay
    96 Tassen Cocatee
    121 Stunden Spanischkurs
    179 Mal Illimaniblick
    224 Salteñas
    349 Llamitas
    365 Tage und Nächte
    462 "Aha"-Momente
    872 Moskitostiche (manche von uns)
    2749 Fotos
    3600m Höhe
    5826 unbezahlbar Momente
    525600 Minuten
    3153600 Sekunden

    Unendliche Dankbarkeit: te agradacemos infinitamente, Bolivia!!!
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  • Carnaval de Oruro

    1. mars 2025, Bolivia ⋅ ⛅ 17 °C

    In aller Herrgottsfrühe machen wir uns auf mit unserem Fahrer Daniel und Freunden im Schlepptau in die vier Autostunden entfernte Carnavalshochburg Oruro.

    Dieses Spektakel muss man einmal selbst erlebt haben: Zu Tausenden ziehen die bunt gekleideten Tänzerinnen, Tänzer und Bandas durch die Straßen, die Tribünen sind vollgestopft mit Zuschauern und die Stimmung kocht.

    Es werden zahlreiche traditionelle Tänze aus verschiedenen Regionen Boliviens dargeboten, die allesamt ihre eigene Geschichte erzählen:

    Beim Tinku liefern sich zwei verfeindete Dörfer einen verbitterten Kampf, bis die Frauen diesem blutigen Treiben Einhalt gebieten, der Saya Afroboliviana entstand unter der afrobolivianischen Bevölkerung während der Sklaverei in der Kolonialzeit, es gibt Llamahirten (la Llamerada), Stiere (Waca Waca) und Teufelinnen (la Daiblada).

    Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Osos (Bären), die lautstark von der Menge angefeuert werden. Im Bedarfsfall wird der Ruf "OSO, OSO!" auch mal schnell in "BESO, BESO!" abgewandelt, nämlich dann, wenn besonders attraktive Tänzerinnen und Tänzer vorbeiziehen. Wie praktisch.

    Der Carporales erhält einen besonderen Status: Er wird vornehmlich von großgewachsenen, hellhäutigen Angehörigen der Mittel- und Oberschicht getanzt. Der Tanz repräsentiert den Vorarbeiter (Corporal), der seine schwarzen Untergebenen mit Stiefeln und Peitsche vorantreibt. In Anbetracht der kolonialistischen Vergangenheit Boliviens und der noch immer vorherrschenden tiefen Kluft in der Klassengesellschaft kommt man beim Anblick der energiegeladenen Sprünge der Tänzerinnen und Tänzerinnen doch ein wenig ins Grübeln.

    Und noch etwas erstaunt: Jeder Tänzer und jede Tänzerinnen bezahlen bis zu 1500 Dollar, um beim Carnaval ihr Können unter Beweis zu stellen - im von Inflation und Wirtschaftskrise gebeutelten Bolivien eine schier unvorstellbare Summe! Warum nur, fragt man sich?

    Zunächst einmal werden die Kostüme handgefertigt, die Proben kosten Geld und auch die Banda will bezahlt sein. Da kommt schon etwas zusammen. Es ist eine große Ehre, beim Carnaval tanzen zu dürfen. Aber die Hauptmotivation ist religiöser Art: Nach vollbrachter Teilnahme am Spektakel ist man in der Vorzugsposition, die Virgen de Socavón, Schutzheilige der Minenarbeiter (Mineros), um einen Gefallen zu bitten. Die dürfte nach Carnaval ganz schön viel zu tun haben...
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  • Vamos a elaborar cerveza: Illimaniglanz

    8. mars 2025, Bolivia ⋅ ☁️ 16 °C

    Was macht man so als Deutsche in Bolivien?

    Richtig: Man braut sein eigenes Bier!

    Eine erlauchte kleine Gruppe hat sich zusammengetan, diesem deutschesten aller deutschen Kulturgüter nachzugehen - natürlich streng nach Reinheitsgebot und mit professionellem Equipment. Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier.

    Zusammen wird das Malz gemalen und aufgekocht. Die Höhe auf 3600m macht das Ganze nicht einfach (hier kocht Wasser schon bei 80 Grad), sodass immer wieder nach Trial- and Error-Facon an den Temperaturen geschraubt wird, bis die perfekten Einstellungen gefunden werden. Dann kommen verschiedene Arten Hopfen dazu, alles genau getimed und abgewogen. Wahrlich: Bier brauen ist eine Wissenschaft für sich! Und da wir auch eine Schwäbin und einen Bäcker mit an Bord haben, wird aus den Treberresten Brot gebacken, das im Lehrerzimmer zum Verkauf angeboten wird. Es verkommt nix!

    Und so wird hoffentlich in einigen Monaten der kühle Gerstensaft mit dem schillernden Namen "Illimaniglanz" verkostet werden können.
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  • Día del Mar

    21. mars 2025, Bolivia ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute wurde am Colegio Alemán feierlich der Día del Mar begangen.

    "Bolivien und Meer? Ist das nicht das einzige lateinamerikanische Land, das ohne Meerzugang auskommen muss?", fragt man sich zurecht.

    Das stimmt, war aber nicht immer so: Bis ins 19. Jahrhundert nannte Bolivien einen Küstenstreifen bei Calama sein Eigen, bis dieser am 23.03.1879 während des Salpeterkriegs von chilenischen Truppen vereinnahmt wurde. Die bolivianische Armee konnte dem wenig entgegensetzen, sodass das Gebiet schließlich von Chile annektiert wurde.

    Bis zum heutigen Tag trauert Bolivien also um diesen herben Verlust und erinnert seine Bevölkerung und jeden, der es hören will, an das widerfahrene große Unrecht. Seither muss die bolivianische Marine (ja, die gibt es!) bei ihren Manövern mit dem Titicacasee vorliebnehmen - welche Schmach!

    Auch an der Schule wird dem Volkstrauertag mit einer großen "desfila" (Parade) gedacht. Der Unterricht kommt zum Erliegen, Schüler und Lehrkräfte versammeln sich auf dem Pausenhof, die Banda hält Einzug mit ihren Trommlern und Blechbläsern und wird dabei von Jefe de Banda und Jefe de Tambores angeführt. Die Promo 2025, der Abitursjahrgang, marschiert andächtig hintendrein, allen voran die Fahnenträgerinnen, also die Jahrgangsbesten. Alle haben sich herausgeputzt, tragen Uniform und führen die komplexe Zeremonie mit Stolz aus.

    Dann folgen die obligatorischen Nationalhymnen und Reden, beide Flaggen werden gehisst.

    Was uns Deutschen vielleicht zunächst etwas befremdlich erscheinen mag, wird hier generationsübergreifend zelebriert, sodass auch wir uns ein wenig vom Pathos mitreißen lassen. Und ich erinnere mich daran, dass ich unbedingt endlich den Text der bolivianischen Nationalhymne lernen will. Die nächste Gelegenheit, diese mitzusingen, lässt bestimmt nicht lang auf sich warten...
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  • Perú - the day the literature died

    12.–20. apr. 2025, Peru ⋅ ☁️ 26 °C

    Die Osterferien stehen an und wir fliegen nach Lima. Dort treffen wir unsere frankfurter Freunde Alena, Roland und meine peruanische Freundin Cristina mit ihrem Partner Matthias aus der Schweiz.

    Zusammen erkunden wir zumindest einen Teil der großen Metropole am Pazifik, denn das Ausmaß der Stadt ist unglaublich. Lima hat viel Flair, Geschichte und auch kulinarisch einiges zu bieten. Neben Causa, Ahi de Gallina, Lomo Saltado und natürlich Ceviche lassen wir uns auch den einen oder anderen Pisco Sour schmecken (ganz schön stark, das Zeug!).

    Eine geführte Tour durch die pittureske Altstadt mit ihren wunderschönen weißen Kolonialbauten zieht jedoch folgenschwere Konsequenzen nach sich: Unser Guide lässt sich lautstark über Mario Vargas Llosas scheinbar mangelhafte Schreibkünste aus. Keine Stunde später verstirbt der wohl berühmteste peruanische Literat und Literaturnobelpreisträger in der Stadt. Die Fahne hängt fortan auf Halbmast, eine Staatstrauer wird verhängt. Nur ein Zufall? Wer weiß... Tags darauf spazieren wir an seinem ehemaligen Domizil in Baranco vorbei. Der Leichenwagen steht makabrerweise vor der Tür, bereit, den berühmten Schriftsteller zu seiner letzten Ruhestätte zu überführen.

    Von Lima aus fliegen wir ins auf 3400m hoch gelegene Cusco und sind schwer angetan von der hübschen Stadt aus Kolonialzeiten, in der es sich wunderbar flanieren lässt. Vieles erinnert uns an La Paz und Bolivien, wir entdecken jedoch auch viele Besonderheiten der peruanischen Kultur.

    Von Cusco aus reisen wir dann mit Bus und Zug zum absoluten Highlight der Reise: Auf zum neuen Weltwunder Machu Picchu!

    Bereits um 5 Uhr morgens brechen wir vom Hotel auf, um die Ruinenstadt noch vor dem großen Massenandrang und im Morgengrauen zu erleben. Und es lohnt sich: Machu Picchu ist wahrlich ein Speltakel!

    Die Bilder sprechen wohl für sich: Die uralte Ruinenstadt, hoch abgeschieden in den Bergen in scheinbar unberührter Natur gelegen, verzaubert uns schon beim ersten Anblick. Und wir haben Glück, denn die Ruinen zeigen sich bei blauem Himmel und Sonne von ihrer schönsten Seite. Wir staunen ehrfürchtig und verlieren uns bei diesem Anblick angesichts der jahrtausendalten Geschichte und mystischen Erscheinung.
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    Reisens slutt
    31. desember 2026