Leona Knobel

Joined September 2016
  • Day8

    Die Macht der Gedanken

    December 8 in Germany

    Nachdem der gestrige biografischen Eintrag bereits zeigte, dass man auch in sorgevollen Momenten das Positive sehen kann, soll es auch heute kurz um die damit den Gedanken zuschreibbare Macht gehen. Oder um "die Macht der inneren Bilder" wie es Neuropsychologe Gerald Hüther ausdrücken würde.
    Dementsprechend sagt auch ein guter Bekannte mir immer "Deine Gedanken formen die Realität". Und auch wenn ich damit nicht impliziere, dass man jegliche Negativität ignorieren oder unterdrücken und sich alles schön reden sollte, hilft ein gesunder Optimismus doch in jeder Lebenslage das Gute zu sehen.
    Demnach ist es oft auch nicht wichtig, was wir uns ansehen oder erleben, sondern WIE wir es erleben. Diese These lässt sich am besten auf das Reisen übertragen; Jemand, der in New York das Empire State building bestiegen hat wird von der Gesellschaft häufig beneidet oder wegen seiner Ach so spannenden Erfahrungen bewundert und als interessant bewertet.
    Ich finde es wesentlich bewunderswerter, wenn jemand einen Spaziergang durch den heimatlichen Wald als kleine Reise erlebt und in vollen Atemzügen genießen kann.
    Klar, wenn er die Möglichkeit hat mit einer solchen Einstellung auch das Empire State Building zu erfahren, ist das nicht minder bewundernswert. Doch es gibt auch viele, die die vermeintlich krassesten Sachen machen, sei es abgesehen von New Yorks Skyscraper Besuch die Bergbesteigung des höchsten Gipfels in Kreta, ein Fallschirmsprung an der australischen Gold Coast , eine Safari in Westafrika oder ein Backpacktrip durch Bali....
    Wenn der Erlebte all diese oberflächlich betrachtet fantastischen Dinge mit mieser Laune und Negativismus erlebt hat, ist es für mich fast schon wertlos. Klar, man ist nicht 24/7 gut drauf und aus schlechter Laune, Trauer, Wut oder Melancholie kann auch viel erwachsen. Aber wenn der Reisende all diese fabelhaften Dinge wegen seiner pessimisischen Einstellung nicht genießen kann, ist das durchaus schade.

    Da liege ich doch lieber mit Fieber im Bett und bin glücklich 😁 auch wenn es obstrus klingt, man kann wirklich in jeder noch so beschissen wirkenden Situation das Positive sehen.
    Nehmen wir, aus gegebenem Anlass, doch mal das Beispiel "ambulant im Krankenhaus". Stellt Euch vor, man hätte eine OP, die schmerzhaft vollzogen ist und muss trotz keiner Nachwirkungen eine Woche zur Beobachtung bleiben. Und stellt euch vor, das Essen schmeckt akzeptabel, was aufgrund des Beweise, dass meine Gourmet Oma dies in ihrem letzten Krankenhaus tatsächlich sogar lobte sogar möglich ist! (Keine Ahnung, was sie ihr in die Medikamente gemischt haben, aber sie ist sehr kochbegabt, essenskritisch und äußert normalerweise bei jedem Luxusrestaurant konstruktive Kritik;).
    Nun, so liegt man also eine Woche, wird rundum versorgt, morgens, mittags und abends eine Mahlzeit, wird stets nach seinem Wohlbefinden gefragt und wenn man auf den roten Knopf drückt, springen die Leute für einen, ganz wie in einem 5 Sterne Hotel. Möglicherweise bekommt man Besuch von Menschen, die eine nur aus Mitleid mit Blumen, Glückwünschen, Geschenken und noch besser Verständnis entgegen treten. Falls keiner kommt, auch gut. Endlich hat man Zeit Bücher zu lesen oder das aktuelle Fernsehprogramm kritisch zu zerreißen. Endlich Zeit sich über Gott und die Welt Gedanken zu machen, Briefe oder Hausarbeiten oder ToDo Listen zu schreiben, endlich mal stundenlang mit der Freundin oder Tante von der anderen Seite der Welt zu telefonieren, zu stricken, seine Lieblingsfilme zu schauen, empfohlene Hörbücher anzuhören oder die Lieblingsspotify Playlist mal durch zu hören und und und ....
    Außerdem unterliegt man nicht dem alltäglichen Schaffensdruck. Keine Angaben an Uni oder Arbeit müssen berücksichtigt werden, keine Termine wahrgenommen, keine To Do Listen erfüllt und mein Bewegungsdrang gestillt. Bequem liegt man da so mit viel Zeit, wenig Verpflichtungen, Erholungsphase, gutem Service und Verständnis von allen Seiten.
    Hm, gibt schlimmeres wie es scheint.
    Das Beispiel zeigt doch ganz gut, die Macht der Gedanken, die noch so viel mehr bewirken können.
    Das sollte an dieser Stelle jedoch genügen. In Zukunft werde ich Menschen nicht beneiden, wenn sie erzählen, dass sie das Empire State building betreten haben. Ich werde sie beneiden, wenn sie mit leuchtenden Augen und voller nachklingender Euphorie von Etwas sprechen. Und sei es vom Krankenhaus.

    2 Zitate dazu, die mir in Australien über den Weg gelaufen sind :
    It's not about where you are, it's about WHO you meet. It's not about what you see, it's about HOW you experience it 🌍 👫

    Song: Einer meiner Lielingssong
    "Testament" von Sarah Lesch, von der man sich übrigens auch ganze Spotify Playlisten anhören kann 😋
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day7

    Das Leben und anderer Sch***

    December 7 in Germany

    Auch, wenn ich ursprünglich heute das Thema künstliche Intelligenz anschneiden wollte, ist mir aufgefallen, dass heute der (unglückverheißende?) 7 Dezember ist. Eine Verkettung unglücklicher Umstände bestätigten in meinem Fall den Aberglauben zur 7. Und da das Leben sowieso die schönsten, dramatischsten und lehrreichesten Geschichten schreibt, ist hier nur ein winziger biografischer Eintrag, zumal es für Abwechslung in diesem Adventskalender sorgt (:

    [6.12..11:35] Leona Knobel: Meine Lage ist übrigens so, dass alle Ärzte sagen, mach dies nicht, und das nicht, bloß kein Alkohol, ja kein Zucker, keine warm-kalt-Exteme, keine Bewegung, kein zu scharfes oder zu saures Essen. Ach und ja kein Alkohol. Achso Alkohol geht gar nicht!

    Und mein Leben brüllt mich an "es ist Ing Schulen party. TANZ ! kostenloser Glühwein, TRINK! Du hast einen Tee Adventskalender, TRINK HEISS! Yeah, Weihnachtsmarkt, KÄLTE ! Mit Arbeitskollegen das Trinkgeld auf den Kopf hauen, also wieder kostenloser Glühwein. SAUF ! Und morgen ist deine lang ersehnte Einweihungparty bei der du wochenlang auf das von dir konzipierte Trinkspiel hinfieberst. SPIEL! Ach und dieser Currywurststand der ist hier schließlich nur einmal im Jahr und du wolltest schon die letzten drei Jahre mal über Stufe vier hinaus gehen. STUFE 8! MIHAHAHAHAHAHAHAHA!!!! "

    Ach und dann meldet sich dieser Geist der Weihnacht zu Wort und sagt so:"hey, alles gut. Heute ist fabelhafterweise Nikolaus. Entspann dich erstmal. Erfreue dich an den guten Gaben der Großzügigkeit und beiß in deinen Schoko Weihnachtsmann rein, dann sieht die Welt wieder wunderbar aus" und ich so, ok, Beiß, AUA.. schmeckt nach nix, AUTSCH, oh doch - Blut! das war mein gestern gezogener Zahn und das war Schokiweihnachtsmann in der f****** Wunde 😖🎅

    [8.12. 07:18] Leona Knobel: Und dann mein Leben so... Immerhin siehst du nicht mehr auf wie n 7 jähriges Kind, was seinen Milchzahn verloren hat. Und du hast dieses Hihtech Provisorium in Form einer einfach entfernbaren Zahnspange mit einem Zahn vorne dran. Und wie geil ist das denn, du kannst simulieren zu stürzen und kurzerhand dieses Ding raus machen, sodass alle Umstehenden denken, dir wäre der Zahn just in diesem Moment raus gefallen. Geilooo, prank day started. Und dann mein Schicksal so, jou. Lass das Ding mal an Tag 1 auf dem Weihnachtsmarkt verlieren, hast zu wenig Probleme im Moment.
    Und mein Frust so, es ist Ing Schulen Party. Zeig deine Drecksschicksal, dass du trotzdem Freude haben kannst, an diesem regnerischen unglückstriefenden 7. Dezembertag. TANZ !
    Und mein Schicksal so. So, nicht mein Freundchen. Zur Strafe klau ich dir dein Handy, B****! Ach und dein Rucksack, inklusive Wichtelgeschenke, Nikolausgeschenke, sämtliche ärztlich verschrieben unabdingbare Medikamente BUHAHAHAAA und deinen 2 Bankkarten, 50€, Allen Ausweisdokumenten, deinem Uni Hausaufgabenheft und Jahresplaner 2018/29! HEHEHEHEH. Ach und damit s richtig wehtut bei dem riesendeln fieselnden Regenmonster draußen nehme ich dir noch die Jacke weg. BAM! Samt Haustürschlüssel deiner 4 möglichen Zufluchtsorte! Du OPFAAA.

    Und ich so 😑.

    Life sucks.

    Aber hey ich bin immerhin in den Genuss der Unterstützung geliebter Menschen, die mich ohne Zahn teilweise sogar süß finden, gekommen. Grinse alles und jeden dadurch an.
    Hab nix mehr zu verlieren (außer diese Menschen) und Schraube meine sonst luxuriösen Bedürfnisse, soweit runter, dass ich einfach froh bin, nicht auf der Straße schlafen zu müssen. Und hab gemerkt, dass ich mit mehr geöffneten Augen durch die Welt gehe, ohne mich in öffis nur mit meinem Rucksack oder Handyinhalt zu beschäftigen.
    Abgesehen davon ist mir 1€ Garderobengeiz nun entferner als je zuvor. Und das in den letzten Tagen formulierte "einfach Mensch sein" schien ohne materielle Abhängigkeit so simpel. Und die Dramatik dieser materiellen Abhängigkeit, die die meisten Menschen vermutlich bloß in Bezug auf Laptop oder Handy kennen, wurde mir schmerzhaft vor Augen geführt.
    Free your soul ✨

    Und die Moral von der Geschicht?
    Ob du das Schicksal annimmst, hinterlistest oder nicht
    Wichtig sind nur deine Gedanken, wichtig ist nur deine Sicht!

    Songempfehlung: weniger harmonisch winterlich aber durchaus angemessen, wenn das Schicksal einem mal wieder zeigt, wo s langgeht und man einfach nur Verzweiflung oder Wut raus pogen will
    "Komplett im Arsch" von Feine Sahne Fischfilet ✌

    PS: er ist wieder da, also mein Kram ;) 🐤
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  • Day6

    Yey, der 6. Dezember. Der für Kids lang ersehnte und für mich trotz gestriger Vorwarnung zu plötzlich gekommene Nikolaustag!
    Sicher hat der ein oder andere gestern Abend noch fleißig seine Schuhe geputzt oder Päckchen gepackt um heute morgen seine Liebsten zu beschenken oder selbst beschenkt zu werden.
    Und was war in Deinem Schuh?

    Ein Milkanikolaus (an der Stelle danke ich Mami ;) oder die Lieblingsschoki ist doch nicht aus einem wünschenswert gefüllten Schuh wegzudenken. Oder?
    Auch wenn ich dieses Privileg heute morgen genießen durfte, seh ich einige Dinge problematisch, aber dazu gleich mehr.
    Unter Bezugnahme der gestrigen Thematik wollte ich nochmal auf die problematischen Essgewohnheiten, wie sie sich in der globalisierten, konsumistisch kapitalistischen Gesellschaft des 21.Jhdt. Eingeschlichen haben, eingehen.
    Wer jetzt denkt "oh nee, nicht schon wieder so n möchtegern missionarischer Beitrag einer indirekt vorwurfsvollen Veganerin" darf trozdem sehr sehr gerne weiterlesen. Denn das dachte ich auch häufig bei Konfrontation mit vermeintlich Belehrenden. Und dann hab ich mir die Position mal angehört.
    Und nach und nach gemerkt, meine Argumente "aber Fleisch schmeckt doch so gut", "ich hab da einfach nicht so viel Selbstkontrolle wie du", "ohne Wurst und Käse fehlen mir doch voll wichtige Stoffe oder!?" zerschepperten an den logisch schlüssigen Veganerargumentationen, die letztlich meine sämtliche Sichtweise positiv beeinflussten.
    Man mache sich nur Mal eben folgende Facts & Figures bewusst :

    45% der Welterdoberfläche wird für Tierhaltung zwecks Fleischproduktion verwendet
    33% der gesamten Wasserproduktion fließen ebenfalls in Fleischproduktion
    70% des Amazonas Regenwaldes würde hinsichtlich Tiernahrung und Weideflächen abgeholzt
    Und 15% (14,6) des gesamten vom Menschen produzierten CO2 Austoßes hat seinen Ursprung in der Massentierproduktion.
    Jegliche Transportmittel, einschließlich Flugzeuge (!), tragen weltweit zusammengefasst vergleichsweise zu knapp 14% des Treibhausgaseffektes bei.

    Sämtliche Vorwürfe, denen reiselustige Veganer, die man oder ich zumindest heutzutage zu genüge trifft, trotzen müssen bzgl. Des Fliegens, was ja ach so kitisch zu sehen ist, relativieren diese Zahlen ganz gut.
    Außerdem besteht ein Unterschied zwischen Vegan Leben (in der heutigen Welt quasi unmöglich) und vegan essen 🍴

    Und ja, ich muss gestehen, dass die Fakten dem Film "End of meat" entnommen wurden und zahlreiche Erkenntnisse auch den Vegan Heften (online unter govegan oder provegan) zu finden sind, doch sie beinhalten empirisch belegte Studien und geprüfte Artefakte. Die vegan Hefte kann ich insofern empfehlen, dass sie auch die gesundheitlichen Folgen für Individuuen differenziert ansprechen, wobei sich zeigt, dass oben genannte Sorge Nr. 3 Unsinn ist.

    Genauso ist mir die Gefahr bewusst, die vegan populistische Einstellungen, Veröffentlichungen und Organisationen mit sich bringen.
    Soya wird zur Monokultur und in armen Ländern angebaut und aufgrund weiter Exportwege auch nicht gerade unwettschonend . Wobei das meiste Soya für Tierfutter verwendet wird und in veganen Produkten oft und bestenfalls lokal angebautes genutz wird. Nicht so bei Großkonzernen, wie etwa alpro oder sogar Wiesenhof. Ein Fleischkonzern, der sich den Konsumentenanfragen anpasst hat, aber der ursprünglichen Idee der Bewegung, die faires, moralisches und umweltfreundliches Essen fordert l, nicht gerecht wird. So können Einnahmen durch vegane Produkte weiterhin für brutale Tierschlachtungen genutz werden.
    Das ist ungefähr so schlüssig, wie meine These, die ich bei großem Heißhunger auf ein McFlurrySmartiesmitextraschokosoße be McDonalds zugegebenermaßen häufig nutzte : Mit einem Furry begünstigte ich ja Amazonas Abholzung und Hühnermord zur Chicken Wing Produktion nicht direkt. Aber eben ein Konzern der dies macht.
    Bei der zunehmenden Kommerzialisierung von Veganismus ist also stets auf Quelle, Bedingungen und Inhaltsstoffe zu achten.
    Nicht Veganismus ist die alleinige Lösung sondern Bewusstheit und Transparenz!

    Und was hat das jetzt mit meinem Nikolaus oder Kartoffelpuffern zu tun? Naja mit dem Milka Nikolaus geht quallvolle Milchproduktion von medikamentös überbehandelten Kühen einher (für Stadtkinder: nein, sie sind nicht lila, aber gesund sich meist nicht wirklich).
    Und bei genauerer Überlegung welche ethisch vertretbare Konsumoption mir bei dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt übrig bleibt, komme ich ausschließlich auf die Pfannkuchen mit Apfelmus. Wenn man annimmt dass die darin verarbeiteten Kartoffeln und Apfel biologisch und lokal angebaut sind. Hm wenn.
    Die Quinoa und Palmöl Problematik mal ganz ausgespart.
    Bei solchen Aussichten bleibt doch eigentlich nur der Griff zur Flüssignahrung, oder!?
    Prost!

    Genial passender Song des Genres Alkopop: Mett Tourette von Suchtpotenzial
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  • Day5

    Tierische Weihnachten

    December 5 in Germany

    Der 5. Dezember und thematisch die dritte gedanklichen Reise zur Frage nach dem Mensch.
    Dieser wird oftmals im Vergleich zum Tier definiert.

    In Zeiten, in denen Vegetarismus und Veganismus (keine Sorge, das wird hier vorerst nicht thematisiert) boomt wie nie zuvor, stellt sich doch des Öfteren die Frage, inwieweit man den Mensch vom Tier unterscheiden sollte. Oder ob wir gemäß der revolutionären Gedanken Darwins (1859) tatsächlich nichts anderes sind, als evolutionär weiterentwickelte Tiere.
    Doch was in diesem Zusammenhang meines Erachtens noch spannend ist, sei das unfassbar, irrational ambivalente Verhältnis von den Menschen zu unterschiedlichen Tieren.
    Was rechtfertigt die gebratene Weihnachtsgans auf unseren Tellern während wir dem geliebten Hund Lessie einen sündhaft teueren Adventskalender mit Leckerlis aus Enten, Hühner und vermutlich Pferdefleisch schenken 🐕💕🐐🍴
    Manch einer sieht den Unterschied zwischen den Lebewesen, zwischen Tierarten sozusagen und bemisst demnach den Wert eines Haustieres wie Lassie höher als den Wert des "Federviehs". Nach dem neuzeitlichen Philosoph Peter Singer, welcher die zentralsten und umstrittensten Argumente zur Tierrechtsdiskussion aufbrachte, ist das nichts anderes als "Spezieismus", also das Hervorheben der eigenen Spezies nur aufgrund der Zugehörigkeit zur Spezies sieht er als negativ, weil es vom Prinzip her doch dem problematischen Sexismus oder Rassismus gleichkommt. Stattdessen solle ein Individuum, ob Mensch oder Tier nach den individuellen Eigenschaften betrachtet werden. Gemäß dem Utilitaristen Jeremy Bentham ist in diesem Zusammenhang, also wenn es um Wertbestimmumg von Mensch und Tier und die Frage nach der Berechtigung der Weihnachtsgans geht, der einzige entscheidende Faktor die Schmerzempfindsamkeit eines Lebewesens.

    Nicht die Haut- oder Federfarbe, nicht die Intelligenz, nicht die Fertigkeiten und auch nicht der Nutzen für jemand, etwas oder die Welt.
    (Man überlege wozu es führen würde wenn man die einzelnen aufgezählten Aspekte aufheben würde ;)

    Diese Ansicht entspricht der pathozentrischen Weltanschauung (siehe Bild) , die besagt, dass jedes schmerzempfindsame Lebewesen geachtet und geschützt werden sollte.
    Eine Steigung dieser Anschauung ist die biozentrische, die noch erstrebenswerter ist, wenn man sich für seinen ökologischen Fußabdruck interessiert. Dieser bemisst die moralische Achtung an der Eigenschaft von allen Lebewesen.Und dann gibts die guten alten Holisten, hin und wieder auch als Hippies abgestempelt, die keiner Fliege, ja eigentlich keinem Blatt oder Stein was zu Leibe tun, da sie die Natur als holistisch, sprich als Ganzes moralisch achten. Und es gibt diese Einwände, dass wir als Menschen ja nicht beurteilen könnten, wem etwas wie weh tut. Diese Argumentation ist zwar einerseits eine schöne Rechtfertigung dafür, auch Steine gleichermaßen wie die gebratene Gans, Lassie oder die eigene Mutter zu werten und schützen. Andererseits kann der Einwand, dass der Mensch sich als achsotollesvernunftbegabteswesen zu viel rausnimmt und nicht über andere zu urteilen in der Lage ist, benutzt werden, um zu sagen, dass man sich der tierischen Reaktionen, die wir als Schmerzausdruck interpretieren, nicht sicher sein kann. Weswegen dieses Argument nicht gelten kann zumal es eh ein sogenanntes Totschlagargument ist auf dessen Basis keine ethisch notwendigen Moralvorsätze diskutiert werden können. Übertragen auf das anfängliche Beispiel würde es außerdem die Weihnachtsgans befürworten, was wider meiner Zuneigung zur biozentrischen oder gar holistischen Ethik läuft.
    Aber das nur am Rande. Warum wir Tiere nicht in Massenhaltungen und Tierversuchen quälen nicht in unnatürlich schmerzbringenden Zoos, Zirkussen und anderen Shows ausnutzen und letztlich nicht brutal abschlachten sollten, ist deren den Menschen gemeine Schmerzempfindung.

    Ob man sie zur Erhaltung der eigenen Spezies töten und verzehren muss, ob wir überhaupt auf sie angewiesen sind oder dementgegen als einzige verstandsgeleitete Moralswesen eine Verpflichtung den instiktgeleiteten Lebewesen oder gar der Natur als Ganzes gegenüber haben, sei dahin gestellt. Das kann vielleicht jeder für sich selbst entscheiden.
    Obwohl Schnitzel, Gehacktes und die Gudde Ahle Wurscht zu meinen Lieblingsspeisen gehör(t)en und ich wohl kaum zu Omas teuer erworbenen, liebevoll zubereiteten Gans nein sagen werden kann (aber das ist ein anderes Thema/Sitte), ekelt mich ebenso wie die sich verbreitendem Vegetarier und Veganer der spezieistische Egoismus und brutale Mord von Menschenhand an.
    Nicht viel weniger ekelt mich pathetischer Tierhype in Form von Adventskalender fürs Hündchen an, während man anderem Leben gegenüber ignorant und kriminell begegnet.

    Warum?

    Aber jedem das seine. Leben und leben lassen (wogegen das gerade erwähnte ja ebenso wie meine Ansicht dem gegenüber verstößt- Sorry). Man sollte sich das ein oder andere eben nur bewusst machen und kann nach ausreichender Überprügung eingeschlichender Handlungsmuster andere Thesen und Grundsätze für sich bilden.

    Füttert mich gerne mit Gegenargumenten für diese leider etwas zu wertende Darstellung des heutigen 5. Dezembers.
    Or put yourself in my shoes. Actually don't❗
    Just clean them as it's St. Nicolas tomorrow 🎅
    Hohoho✴
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  • Day4

    Das Wunschzettelproblem

    December 4 in Germany

    Der 4. Dezember, das bedeutet weniger als 3 Wochen bis zur Geschenkeschlacht. Und die allmähliche, das verzweifeln der Geschenkewahl ausdrückende aber unterm Vorhang freundlicher Heiterkeit versteckte Forderung von Großeltern, entfernten Tanten und Onkels "doch mal einen Wunschzettel abzugeben".
    Während man sich früher noch das in der Werbung gesehene Kinderspiel wünschte, dann die elektrische Spielekonsole und schließlich Geld verschieben sich die Prioritäten zunehmends zu dem simplen Wunsch netter Kinder oder braver Enkelkinder. Interssant, was das wohl über uns sagt. Gestern haben wir nach dem Wesen des Menschen im Allgemeinen und von möglichst isoliert objektiver Sichtweise gefragt. Heute möchte ich mal schauen, wie es mit dem Selbstverständnis des Menschen auch in Bezug zu Besitz und Haben aussieht und welche Rolle der oft umgangssprachlich missverständlich gebrauchte Begriff des EGOs da spielt.

    Du bist was du isst. sagt man bei uns im Volksmund.
    Ein spanisches Sprichwort klingt etwas gewagter: du bist so viel wert, wie du hast. Und du hast so viel, wie du wert bist. (allein darüber könnte man mehr Worte verlieren und mit Bezugnahme auf angeborene Ungleichheit zwischen den Menschen, die in manchen Ethnien als fair, gottgegeben oder schlichtweg als Karma angesehen wird, diskutieren. Aber dass soll hier nicht Thema sein)
    Auch Philosoph und Staatstheoretiker John Locke sieht Eigentum und Besitz sowie spannende Beziehungen vom einen zum anderen als untrennbaren Teil des Menschen an.

    Dieses ständige Wunschzettelschreiben, dieses andauernde Ansammeln alter Gegenstände und das Begehren von Neuen, dieses oft Sicherheit gebende Ausfüllen von Steckbriefen und Freundschaftsbuchseiten. Dass alles gibt uns, auch wenn wir es bestreiten und gern mehr Sinn darin sehen würden, das gibt uns das simple Gefühl uns definierten zu können
    Den Triumph einer Identität.
    Aber was ist schon eine Identität die auf Messitum, materiellem Hedonismus oder dem Aufschreiben von Lieblingsaktivitäten konstituiert?
    Und was ist das hier? Ich schreibe und hoffe, dass es Menschen lesen, was mir ganz umgangssprachlich kunstlos ausgedrückt nichts andres als n Egopush gibt. Ich kann mich also gewiss nicht ausklammern. Und da wären wir beim EGO.
    Diesem großen, mächtigen, ungreifbaren und umstrittenen Wort, was für die meisten wahrscheinlich gar nicht so groß und mächtig erscheint, kennen sie es doch nur aus dem alltäglichen Gebrauch, in Konnektion mit -ismus oder in gerade verwendetem Zusammenhang des Egopushes.
    Tja, Spiritisten hingegen kritisieren am Ego, dass wir schlechte Charakterfixpunkte (vgl. "Das Enneagramm") mit ihm zu begründen versuchen, wo wir uns viel eher von ihm lösen sollten. Denn das Ego ist der Ursprung allen Übels, jeglicher unerfüllbarer Wünsche (vgl. Wunschzettel ;) , der Ursprung von Frust und Laster.
    Wer an dieser Stelle aufhorcht, ist dazu anzuhalten sich genauer mit beispielsweise dem Enneagramm und der Befreiung des vergiftenden Egos zu beschäftigen, denn dieser äußerst komplexen und bahnbrechenden Idee kann ich mit der hier nierdergelegten Simplifizierung nicht gerecht werden.
    Doch es passt gut zu dem buddhistischen Prinzip der Anhaftung, das jegliche auch gerade erwähnten Schlechtigkeiten in dem Drang der Menschen, alles besitzen und halten zu wollen, begründet. Stattdessen solle man sich von den Dingen lösen..
    Ähnlich wie mir es in Schweden 2016 erging:
    Als ich einmal mit gut 20 Leuten auf einem erlebnispädagogischen Trip in einem Waldcamp in Schweden 2 Wochen zubrachte, überkam mich dort das Gefühl einer plötzlichen Identitätlosigkeit. 20 Menschen, alle mit demselben minimalistischen Gepäck und der vereinenden Mission das blanke Überleben zu sichern und die Natur zu erleben. Plötzlich war es egal, wer ein Gesellschaftsspiel zu Weihnachten bekommen hatte, wer ein IPhone, wer die coolsten Sprüche kloppte und wer die dicksten Eier hatte. Es ging bloß darum, wer die dicksten Eier fand und kochen konnte.
    Alle waren wieder "nur" Mensch.

    Da komme doch Fragen auf...
    ...Wo beginnt die Identität, wo nimmt sie Überhand in Form eines ungesunden Egos. Wo ist Besitz untrennbarer Teil des Menschen und wo nur Prestige und Zierde?

    Und, was steht auf deinem Wunschzettel und warum?

    Passender Song: only human - christina perri
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  • Day3

    Wintermagie macht nett wie nie

    December 3 in Germany

    Der dritte Dezember und so langsam zeigt sich, wie die Menschen plötzlich netter zueinander werden. In den Innenstadtgassen blühen Straßenmusiker auf, wie die Rapsfelder im Hochsommer. Die Menschen sind auf einmal großzügiger denn je, spenden hier, helfen da.
    Das veranlasst die Frage, wie der Mensch ursprünglich eigentlich ist...

    Aber für Lyrikfans ein literarischer Einstieg:

    🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽🔽 Da wo gut gelaunte euphorisch Glühweintassen heben
    Die Kinder vor der Winterlandschaft der Schaufenster kleben
    Wo alles beseelt scheint
    Wo Liebe und Mitgefühl in den Menschen keimt
    Wo sich das Märchenkarussell zauberhaft dreht
    Wo ein Mandel und Punschduft und damit ein ganz anderer Wind plötzlich weht
    Leuchtend und prächtig die Tanne auf dem Marktplatz steht
    Voll Segen
    Wenn Menschen über Festessen reden
    Voll Segen
    Wenn sie weniger bösartige Gedanken regen
    Voll Segen
    Zieht die Macht der Weihnacht an den Marionettenfäden
    Wo sich Menschen achtsam in der Masse bewegen
    Wo sich sonst mürrische Gemüter nun gutmütig regen

    Wo in warmen Farben alles erstrahlt
    Und noch wärmer die Augen des Kindes das selig Wunschzettel ausmalt
    Wo Glockengeläut
    Die Menschen erfreut
    Und Weihnachtsgeschichten die man flüsternd erzählt
    Statt anfälliger Kommentare und Feindseligkeit, die sonst die Menschen quält

    Das ist wohl der Geist der Weihnacht
    Wie in jener Dezembernacht
    Sie unversehens entfacht

    Während ein anderer das Spektakel begutachtet
    Nur über die Unechtheit lacht
    Und erkennt, heute
    Ist ein Tag voller Seligkeit
    Voller Hilfsbereitschaft und Mitleid
    Voller Geborgenheit, Liebe und Gemütlichkeit
    Voller Gewaltfreiheit
    voller Frieden

    Aber was ist uns davon morgen noch geblieben?
    Was ist morgen?
    🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼🔼

    Das wirft zwei konzeptionell verschiedene Menschenbilder auf.
    Gemäß dem englischen Philosophen Thomas Hobbes, der den Menschen im Naturzustand als egoistischen und kriegerischen Agresseur beschreibt, der bloß eigene Interessen verfolgt, zeigt sich auch in unserer (vermeintlich entwickelten) modernen Gesellschaft immer wieder starker Egoismus und der Hang zum Gegeneinander statt Miteinander.
    Wenn man gemäß dem Philanthropen Rousseau eher vom Mensch als ursprünglich friedlicher Einzelgänger ausgeht, steht man dem tierische Konzept Hobbes entgegen. Auch nicht unerwähnt sollte gemäß dem Gedicht die Mitleidsethik Schopenhauers bleiben. Dieser ist der Ansicht, dass jegliches moralisches Handeln des Menschen auf dessen Mitgefühl und das Hineinversetzen in andere zurück geht.
    Da bleibt die Frage, ob wir tierisch aggressiver Natur sind oder Verstandesgeleitete Moralwesen (Kant) oder bloß vom Mitleid Geleitete.
    Wobei die Differenzierung, dass Hobbes und Rousseau den Menschen im Naturzustand betrachten und Schopenhauer an dieser Stelle nur dessen Ethik untersucht nicht zu vergessen ist.
    Allerdings interargiert das Wesen des Menschen ja unmittelbar mit dessen Handlungsweisen.

    Da viele rousseauähnelnde Philantrophen und auch Soziologen den Menschen von Grund auf als gut bezeichnen, liegt für sie das Übel der Menschen (welches an Weihnachten plötzlich durch Barmherzigkeit ersetzt zu werden scheint) in der Gesellschaft als Konstrukteur sozialer Probleme, Ungleichheiten und Konflikte.

    Da steht man, bloß wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht, doch tagtäglich dem Zweifel gegenüber, ob und inwiefern der Mensch ursprünglich gut oder böse ist. So sieht man schon beim Beobachten einer von Kindern veranstalteten Schneeballschlacht kriegerische Auseinandersetzung, Machterlangung und Hinterlist in seiner reinsten und spielerischsten Form.

    Ist eine Schneeballschlacht Resultat der Welt in die Kinder reingeboren werden?
    Oder Urinstinkt?
    Ist es bloß destructio Trieb nach Freud?
    Oder simpler, nicht kritisch zu betrachtender Spaß?

    Who knows.

    Song des Tages: Alle Songs vom spirituellen, Philanthropen Xavier Rudd z.B. Spirit Bird
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  • Day2

    Weihnachtszeit- Geschenkezeit

    December 2 in Germany

    Was ein verrgenet mummliger 2. Dezember und zugleich 1. Adventssonntag. Das optimale Wetter, um sich unter Bettdecken zu verkriechen, für Kerzenschein und Familienfrühstück, für DVD Abende, Geborgenheit und die zu lange zur Seite gelegte Lieblingslektüre. Die in der Luft liegende Gemütlichkeit eignet sich allerdings auch hervorragend für die ersten Geschenküberlegungen. Und für die Überlegung zum Schenken.
    Denn während früher der Glauben noch die Weihnachtszeit kennzeichnete, wird die besinnliche Dezemberzeit doch zunehmend Konsumschlacht und Geschenkestress. Nix neues.
    Was längst in Norm und Brauchtum übergegangen ist, ist das Konzept des Schenkens. Mindestens an Weihnachten und zum Geburtstag.
    Gerade bei Geburtstagen stellt sich mir stets die Frage, warum man jemanden beschenken soll. Einfach weil er eine bestimme, willkürlich festgelegte Zeit lebt. Wow, da verdient man sich doch n Geschenk. Gut, man muss Geschenke vll. Nicht zwangsläufig verdienen, schließlich ist es eine liebevolle Geste des Schenkenden, aber das sei dahin gestellt. Schlimm wird das mit den Erwartungen dann, wenn das Geburtstagskind Geschenke und Gratulation erwartet. Und nun an dem eigentlichen Geburtstag. Denn wir werden doch jeden Tag einen Tag älter.
    Und Jesus auch. Den feiern wir also auch mit dem gegenseitigen Beschenken von meist Gegenständlichem.. Wo erneut meine gestrige Behauptung, dass es wesentlich Persönlicheres und Herzlicheres gibt, zutrifft.

    Warum nicht am 3. Januar Omi was schenken, weil man zufällig ihre Lieblingsbonbons entdeckt?
    Warum sich an Weihnachten einen abmühlen, um ja ein akzeptables Präsent für die Großmutter aufzutreiben.

    Schenken sollte ein Akt des Wollens und nicht des Müssen sein. Es sollte erfolgen, wenn ein Schenker Anlass dazu sieht und nicht wenn gesellschaftlicher Zwang ihn in diese Position drängt.
    Schenken sollte Freude und nicht Last bereiten.
    Das ist ja nix neues aber in dem Strudel aus Algorithmenwerbung auf Social Media, Schaufensterausstellungen und Geschenkestress vergisst man dies doch allzu häufig.

    Song des Tages: Passen zum schlammigen Wetter "Dirty Paws" of Monsters and Men
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  • Day1

    Hallihallo!

    Du fragst Dich vermutlich, was das hier soll und warum Du hier gelandet bist.
    Also lass mich das Ganze kurz erklären:
    Dies ist der phileologische, leologistische, kolumnistische Adventskalender! Dabei ist Phileologisch ein von mir geschaffener Leologismus aus den Worten Philosophie, Leo und Logik.
    Das kolumnistische geht auf Bibi Blocksbergs rasende Reporterin Karla Kolumna zurück und soll zugleich anzeigen, dass es sich hier um kurze kolumnenartige Texte handelt.
    Leologismus ist übrigens ein Neologismus, der von Leo stammt. Jede Wortneuschöpfung von mir.
    Und davon mache ich gar nicht wenige. Sei es aus Hektik, Unkonzentriertheit, Rumstrebern. Auch wenn meist andere fragen "ob gerade Gesagtes ein exitierndes Wort sei?" sag ich immer "Jetzt schon". Denn hey. Wir haben die Freiheit in unserer Sprache zu sprechen. Fantasievolles zu erfinden. Offen zu sein. Und Offenheit beginnt für mich im Ausdruck. Denken wir bloß in den Grenzen der gelernten Artefakte, der eingeflösten Werte und Normen und in den Grenzen unserer Sprache, sind wir nicht offen. Also, brecht Grenzen auf. Bildet Neologismen. Lest Leologistisches.

    Ansonsten funktioniert dieses leologistische Ding wie ein herkömmlicher Adventskalender. 24 Tage - 24 Texte. Jeden Tag ein neues Thema, das dem Titel entsprechend meist philosophische oder Logik erfordernde Themen bereithält.
    Gerade in der oft so gemütlichen Winterzeit sollte doch Platz für ein paar dezemberlich kuschelige Denkanstöße sein.
    Oder für spannende Diskussionen zwischen den Glühweinständen.

    Ein gut gemeintes Wort, ein Insidertipp, ein freundschaftlicher Rat, eine Buchempfehlung oder das Teilen der Lieblingsband ist in der heutigen Zeit des materiellen Überflusses doch viel mehr wert, als alles Gegenständliche.
    Btw, zur aristotelischen Zeit gab es wohl eine Phase, in der sämtliche Gäste einer Party weder Drinks noch Essen mitbrachten. Stattdessen trug jeder ein Thema oder Gedicht vor, welches ihn selbst bereichert hatte.
    Gibt es etwas intimeres und verbindenderes als das?
    Felicitas von Lovenberg, die Autorin des Buches "Gebrauchsanweisung fürs Lesen" würde das bejahen und entgegen, dass das direkte Lesen ohne Zwischeninstanz einen intimen Einblick in die persönlichsten Gedanken des Autoren gibt. Hm, stimmt wohl.
    Und hiermit möchte ich Dich einladen. Auf eine Reise. In meine Gedanken. In Zukunft, Gegenwart, Wissenschaft, Philosophie und Spiritualität. Nach Amerika, Indien und in meinen Kopf sowie Hinterkopf, in dem folgendes stets präsent ist...

    We don't travel to escape life, we travel life to not escape us.

    PS: Warst Du heute an einem besonderen Ort?
    The most beautiful place of the day ist immer der als Standort ausgewählte.

    PPS: Songempfehlung des Tages:

    Sixto Rodriguez - Sugarman
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  • Day448

    Hallo, alle spirituell Angehauchten unter euch und die, die es gern wären :D
    Ihr kennt das Phänomen, dass die besten Texte aus der Krise heraus entstehen. Blöd, ich befinde mich nämlich in alles anderem als einer Krise, weswegen der folgende Text möglicherweise untypisch kunstlos klingen wird, aber egaaaal...
    Ich dachte ich melde mich mal aus Kassels Welt, aus dem Dorf mit Straßenbahnen, der Documenta Metropole, dem Herkules Beherberger. Eine Stadt, die im Sommer mit steigendem Temperaturen und Laune der Menschen aufblüht, als wäre die durch Winterfrustration eingedämmte Lebenslust jedes Einzelnen endlich am explodieren!
    Hier war heute nämlich Tag der Erde und für mich in einer Zeit persönlicher Festigung und geringfügiger, positiver Veränderung in der Lebensführung eine optimale Gelegenheit geerdet zu werden.

    Klingt zu esoterisch? Keine Sorge, ich hab nicht zu viel die happiness oder flow gelesen, aber ich sag einfach mal wie's ist...

    Die Sonnenstrahlen locken nicht nur seit einigen Tagen die Menschen an Fulda, Buga, in Biergärten und Geselligkeit, sondern haben vor allem heute zahlreiche Leute in dir Straßen und Gassen rund um die Uni am HoPla gebracht.
    Dort fehlte von Second Hand Markt und Kleidertausch sowie food sharing und internationale Speisen über politische Info- und Aktionsstände bis hin zu Marktbuden mit Rächerstäbchengeruch und Hippie Kleidung nix. Während ich den Geruch des Sommers und den Flair dieses Szenarios inhalierte, schlenderte ich mit meiner gingerhaarfarbigen Begleitung über den Markt und hatte wohl zum ersten Mal jemand um mich, der bei den selben Ständen wie ich Dinge wie diese losließ: "Oha, da muss ich hin!" "Omg, Federohrringe!" "Alternative Schulkonzepte?!"
    Der Plan, den ganzen Markt in den 2 letzten Stunden (da alles schon gegen 18 Uhr schließt und wir spät dort waren) komplett abzuklappern, scheiterte an der Horizonterweiterung, die an jeder Ecke winkte.
    Die Food Sharing Mission des AStA und das Konzept der Sudbury School of Kassel löste neben dem Wonderlandfestival bereisenden Klamottenstand die größte Faszination in uns aus. Ganz unverkennbar war demnach die Energie, die gen Mittag nur so zwischen den Menschen funkte, wodurch ein vibrantes Umfeld geschaffen wurde, in dem zu Reggae oder elektronischen Klängen keine Seele still stand.

    Und wer braucht schon einen Plan des weiteren Vorhabens.. Warum auf das Mögliche versteifen, und das unmittelbar Geschehene demnach weniger genießen? Statt dem stupiden Abklappern des ganzen Marktes, der mit einsetzendem Gewitter pünktlich um 6 abbaute, ließen wir uns mit dem Regen durch die Straßen spülen, ungewiss was kommen mochte, nix erwartend und auf alles gefasst.
    So strandeten wir im Schlachthof, wo wir zu schlecht gemixter Musik, die dennoch in Fleisch und Blut überging, abzappelten. Dabei machten wir, wie den ganzen bisherigen Tag und die letzten Tage in Kassel, einige Interessante Bekanntschaften, mit denen es uns anschließend ins Kanak trieb, wo mit Lounge, Psytracks und Rap Improvisation die Hoola Hoop schwingenden Leute auf Trab gehalten wurden.
    Bekanntschaft Matthias fasste ganz hervorragend in einen spannenden Gespräch zusammen, was er ihn mir sah und welche Veränderung ich derzeit bestreite. Denn gerade durch den Einfluss der gedreadlockten Gingerhaarfarbenen und gemeinsamen Aktivitäten wie Skaten, Kunst und Kultur genießen, sich kreativ ausleben, Gitarre spielen und Musicalsongs feiern, eröffnen sich mir völlig neue Leidenschaften. Beziehungsweise teile ich alte mit jemand neuem. Von wegen sowas passiert nur auf Reisen in die Ferne. All das Potenzial, um sein eigenes Potenzial zu erkennen und auszuschöpfen liegt direkt vor uns. Und welche Zeit des Jahres wäre besser, um neue Erfahrungen zu machen und Gitarre zu lernen bei trautem Feuer unter Frühlingsgefühlen und Anbruchsstimmung. Oder am sonnenbeschienenen und trotzdem arschkalten See wie der Buga. Denn dort und in der gesamten Aue sprießen die Menschen in Picknickkreisen aus dem Boden wie die Osterglocken es Mitte März tun. Erstmals mit dem Fahrrad durch Kassel tourend erlebt man diese Stadt, für die viele Leute nicht mehr als die im Eingangssatz erwähnten Assoziationen übrig haben, Kassel mit ganz neuem Charme. Wenn man etwa die Fulda entlang braust, die Goetheanlage passiert oder einfach durch die Aue cruist und der Weg von Sport- zur allgemeinen Uni in rasenden 10min. geschafft ist. Beinttraining inklusive.
    Auch ein nächtlicher Ritt ins Dorf Spiekershausen war prägend. Dort trafen sich Menschen zu einem Saunawagenevent, Lifemusic, die ich durch den ausgedehnten Fahrradritt verpasst hatte, Lagerfeuer und nach dem saunieren in der Fulda schwimmen. Neu gewonnene Bekanntschaften trifft man so hier und da, ob im Café Neu, an der Buga oder beim Psychedelic Laboratory - eine ganz neue, verrückte Veranstaltungsreihe, zu dem 3 Infos genügen: ▶️selbsternannte Künstler, Soziologen und Philosophen in ▶️Sofaatmospähre auf ▶️Nintendo DS produzierte Musik tanzend und diese genießend.

    Tolle Menschen hab ich auch bei dem neuen Nebenjob als Gamemasterin bei den Lockbusters - Escape Rooms um mich.
    Diese hießen mich bereits beim ersten gemeinsamen Frühstück mit dem Chef und der folgenden Rallye durch die Stadt herzlich willkommen, bei der wir unsere eigenes Spiel testeten und mit IPad und Equipment , viel Witz und Motivation als Weltretter durch Kassel streiften. Super lustig, diese spielaffinen Menschen.
    Doch auch auf der Arbeit oder beim privaten Horrorspielabend sind sie stets für einen Lacher zu haben. Dabei wird sich meist ein Insider nach dem anderen über den snack- und drinksbeladenen Tisch geschmettert. Da ist Freude vor dem nächsten Arbeitstag vorprogrammiert.
    Dann heißt es als Gamemasterin Menschen in das Spiel einzuführen, indem man eine kurze Einleitung und Background Geschichte liefert, bevor man 1h im "Big Brother is watching you" Style dafür sorgt, dass die Menschen einem nicht die Möbel zerpflücken und auch ja ordentlich die Rätsel lösen. Das ist quasi Gesellschaftsanalyse pur. Und wenn eine Gruppe nach 50 Minuten nicht mal in dem 2. Raum ist, was sich ruckzuck mal als extremer Stressfaktor für den empathischen Gamemaster erweist, dann freut man sich auf ein Bierchen danach. Oder auf einen Abstecher zur Backfactory oder in die Innenstadt. Denn dort geht es kommendes Wochenende bei der Casseler Freyheyt mittelalterlich zu, dann ist ja bald das Frühlingsfest.. Oder die Silence Party, die Freunde vom mir ins Leben riefen. Zahlreiche Geburtstage und Treffen mit den Wolfhager Bienen. Und eh man sich versieht, befindet man sich mitten in die Festivalzeit katapultiert- herrlich, der Frühling und der Sommer! 🌞

    Klingt nach zu viel Freizeit und Freiheit?
    Dabei bin ich eine der wenigen Studenten, die ich kenne, die sich darüber sorgen, dass sie nicht genug Veranstaltungen dieses Semester haben, weil sich alles überschneidet und ungünstig aufeinander aufbaut. Wenn ich jemanden besorgt erzähle, ich habe nur 10 Wochenstunden wird mir meist verständnislos mitgeteilt" Entspann dich, ich habe nur 6!"
    Also, mit so einem Studentenleben kann ich leben.

    Euphorische, beschwingte Grüße
    #Just do it!
    #hashtagsindsomöchtegernoder?!
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  • Day1

    Hey, habt ihr euch schon mal mit dem Naturzustand beschäftigt?
    Oder mit Hobbes und Rousseau, die wohl bekanntesten Philosophen und Staatstheoretiker der Neuzeit... Mag sein, dass euch das einen Scheiß interessiert, was für mich ebenso unvorstellbar ist, wie Leute, die die Natur hassen; denn... Philosophie, was übrigens altgriechisch ist und "Die Lehre zur Weisheit" bedeutet, ist quasi wie dir Natur : alles umgebend, Fragen, Rätsel und Wunder dieser Welt beantwortend und dabei noch tausend mehr aufwerfend, alles und jeden betreffend!

    Lange Rede kurzer Sinn, nachdem ich im Zuge meines Philosophiestudiums ein Seminar zur Thematik hatte und bedauerlicherweise meine Untalentiertheit bzgl. Hausarbeitschreiben feststellte, wollte ich zumindest hier mal etwas über die beiden Herrschaften und ihrer Idee vom Naturzustand berichten.

    Das Spannende ist nämlich, dass Rousseau dem guten alten Hobbes immer als Konträrperson gegenüber gestellt wird.. Betrachtet man sich allerdings einige Aussagen Rousseau s etwas genauer, ist darin mehr Hobbesartigkeit zu finden als man es zuvor zu glauben vermochte.

    Aber erstmal zu den Basics :
    Der Naturzustand (NZ) ist ein von unterschiedlichen Philosophen hypothetisch gedachter Zustand des wilden Menschen im Ursprung, vor dessen gesellschaftlichem Sein geschweige denn sozialen Stämmen- der Mensch wir als isolierter Solitär betrachtet und analysiert, um letztlich seine wahre Bestimmung oder auch die Notwendigkeit einer Gesellschaftsgründung daran festzustellen.

    Mit seiner super bekannten Aussage: "Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf" bringt Hobbes sein pessimistisches Menschenbild auf den Punkt. Der Mensch sei von seinen egoistischen Bedürfnissen, die, weil alle Menschen im Prinzip gleich sind, mit denen der Mitmenschen kollidieren einer ständiger Konkurrenz und demnach einem ständigen Kriegszustand aller gegen aller ausgesetzt, da jeder gleichermaßen nach Macht und Sicherheit zugunsten der Selbsterhaltung strebt.
    Rousseau sagt zwar ebenfalls, dass ein uns angeborenen Trieb die Selbsterhaltung, aber gleichermaßen auch das Mitleid sei. Ganz im Gegenteil zu Hobbes gloriiziert der romantisch-dramatische Franzose den Naturzustand. Denn er betrachtet den Menschen neutral als allein herumstreunernden Solitär, der in völliger Freiheit ohne Abhängigkeit einsam lebt, mal hier rumvögelt und mal dort einen Apfel vom Baume pflückt, zumal er doch von Natur aus ein Vegetarier sei (dieser Aspekt wird hingegen typisch Rousseauischer Argumentationsweise leider nicht ausführlich ausgeführt oder gar begründet). Jener tierartig Umhergwandelnde denke nicht bis morgen und hat keinerlei Bedürfnis längere Zeit mit Artgenossen zu verweilen. Und hier ist der spannende Unterschied der beiden Philosophen, die übrigens auch in ihrer grundsätzlichen Methodik und Stil widersprüchlicher nicht sein könnten; während der französischen Rousseau in mehreren Werken, wie unter anderem dem "Diskurs über den Ursprung und die Ungleichheit unter den Menschen" einschließlich unzähliger Anmerkungen, Fußnoten (wer liebt sie nicht?) und Einschübe seine ausschweifend behandelte Argumentation niederlegt, fasst der mechanisch und rationaldenkendere Engländer Hobbes seine Theorien im Leviathan gebündelt zusammen und schafft so gar den Ach so groß in der Philosophie diskutieren Begriff der FREIHEIT in einem Satz abzuhaken 😃 aber zurück zum Thema :

    Während Hobbes den NZ als verlassenswert ansieht und aufgrund der brutal kriegerischen Welt einen Ausweg in Vertragsschließungen und letztlich in einem absoluten Herrscher aka Leviathan, der die Bedürfnisse aller Untertanen repräsentiert, sieht, scheint dieser NZ für Rousseau der Himmel auf Erden zu sein. Erst die zufälligen Begegnungen zwischen den Menschen hätten neben Fähigkeiten wie Soziliabilität und Perfektibilität zu gegenseitigen Abhängigkeiten geführt. Mit der Entwicklung des Verstandes und der Sprache entstanden Gruppen unter den Menschen, die sich wegen der natürlichen Ungleichheit (die Hobbes so ja nicht erwähnt, geht er doch von einer Gleichheit aus) zu vergleichen beginnen ; Hass, Habsucht und Neid entstehen, all die Laster und Übel zu denen die vermehrte Entwicklung in Richtung Gesellschaft beiträgt. Während der Mensch im NZ nach Rousseau bloß Sicherheit und Weibchen begehrt habe, erschafft er sich plötzlich "künstliche Bedürfnisse", metaphysische Nöte wie etwa die Wissenschaft und Künste, die laut Rousseau unnötig seien. Zurück zur Natur wäre seine liebste Forderung, doch da das dem in gesellschaftlichen Ketten liegenden Menschen nun nicht mehr möglich ist, sieht auch Roussau ein, dass ein Vertrag her muss. Auch wenn er anders als Hobbes keine konkreten Rechtsgrundlagen und Handlungsanweisungen gibt, sondern bloß theoretisch die Sache betrachtet.
    Es ist verrückt, wenn man sich Rousseau''s Werk (oben erwähntes so wie die "Abhandlung über die Wissenschaft und Künste" aus dem 18.Jhdt) als zivilisierter Mensch ansieht und bemerkt wie ein Gelehrter plötzlich die Wissenschaft argumentativ zerreißt und quasi für eine Rückkehr in einen vorgesellschaftlichen Zustand, in meiner Meinung nach tierische Primitivität plädiert. Zumal er neben der Verherrlichung des NZ andererseits die Robustheit und spartanisch brutale Lebensweise der Menschen aufgreift, die aber gleichermaßen beschönigt beschreibt: Selektion juhuuu!
    Und daran zeigt sich die spannende und häufig übersehene Parallele zu Hobbes, der survival of the fittest mäßig den NZ schildert. Denn ist das Wort Selektion nicht nur ein beschönigender Ausdruck für Überleben des Stärkeren?
    Also auch Rousseau greift versteckt diese Brutalität des NZ auf, sieht sie aber weniger als zerstörerische Kraft und damit Gefahr für den Menschen als er es dem zivilisatorischen Fortschritt zuschreibt.
    Obwohl die beiden Philosophen so unterschiedlich schreiben und die Notwendigkeit eines Staates begründen -
    Für Hobbes der austritt aus dem Krieg aller vs. Aller
    Und für Rousseau die Lösung der durch erste Stämme und Gemeinschaften entstandenen Problematiken
    - haben Sie doch sehr ähnliche Vorgehensweisen und Argumente, die ebenso nur anders gewertet und gewichtet werden.
    Grundverschieden ist allerdings auch der Ausgangspunkt von ungleichen Menschen bei Rousseau und gleichen, Interessenkonflikte herbeiführenden Menschen bei Hobbes.
    Wo finden wir uns da wieder?

    Zeigt sich nicht Hobbes Menschenbild beim simplen Betrachten von spielenden Grundschulkinder während einer Schneeballschlacht? Oder während selbsterfundenen, zerstörerischen Spielen, die dem von Freud begründeten destructio Trieb gerecht werden? Aber sind das noch ursprüngliche Kinder oder von der Gesellschaft bereits Verdorbene?
    Ist es überhaupt noch möglich in den Naturzustand jemals zurück zu kehren? Oder erstrebenswert?

    Who knows... Würde mein Philosophieproffesor da sagen 😉
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