Ab in die Natur
2025年7月30日, フェロー諸島 ⋅ ☁️ 13 °C
Nachdem ich halbwegs ausgeschlafen hatte, machte ich mich dann auf den Weg aus der Stadt raus - nach drei Tagen wird es wieder Zeit für Natur!
Auf der Fahrt erfreute ich mich an dem schönen Wetter und dem satten Grün der Berge.
Meinen ersten Zwischenstop machte ich dann am Fossá. Der ist mit 140 Metern der höchste Wasserfall der Färöer. Er stürzt wunderschön über zwei Felsvorsprünge den Berg hinunter ins Meer. Nach starkem Regen kann er angeblich bis zu 30 Meter breit sein, aber auch heute war er hübsch!もっと詳しく
Am Ende der Welt
2025年7月30日, フェロー諸島 ⋅ ☁️ 13 °C
Anschließend fuhr ich weiter in das kleine Dorf Trørnuvik am Ende der Welt. Hier führt nur eine kleine einspurige Bergstraße hin, die auf den letzten 2km so schmal ist, dass hier der Gegenverkehr durch eine Ampel geregelt wird, die alle 10 Minuten grün wird.
Im Dorf angekommen schnappte ich mir die Kamera und ging zum Strand. Um den besten Fotospot zu bekommen, musste ich ein kleines Stückchen durch das Meer waten - zum Glück war es heute ohnenin recht warm.
Von einer Sandbank aus fotografierte ich dann die Felsen Risin og Kellingin (71m und 69 m hoch). Die Sage berichtet, dass Island die Absicht hatte, die einsam im Nordatlantik schwimmenden Färöer zu sich heranzuziehen. Also beauftragte Island einen Riesen und dessen Frau, das Vorhaben zu vollenden. Beide erreichten auftragsgemäß den äußersten nordwestlichen Berg Eiðiskollur. Der Riese blieb im Meer stehen, während das Trollweib den Berg erklomm, um die Färöer zusammenzubinden und sie dann dem Riesen auf den Rücken zu schieben. Ihr erster Griff war so kräftig, dass der nördliche Teil des Berges Eiðiskollur sich abspaltete.
Daraufhin versuchte sie das Seil an einer anderen Stelle des Berges zu befestigen. Aber auch der Bergsockel war fest und die Inseln nicht leicht zu bewegen.
Es wird weiter berichtet, dass sich das Trollweib noch beim Morgengrauen auf dem Berg befand. Sie fürchtete die Tageshelle und deshalb beeilte sie sich, schnell zum Riesen hinunter zu kommen, welcher, noch im Meer stehend, auf sie wartete. Leider hatten sie für die Vorbereitungen zu viel Zeit benötigt, denn im selben Augenblick, als sie sich auf den Rückweg begaben, der Riese voran und hinter ihm das Trollweib, stieg die Sonne in vollem Glanze aus dem Meer empor und versteinerte beide.
Hier stehen sie heute noch und blicken sehnsüchtig ihrer Heimat entgegen, ohne sie wieder erreichen zu können.
Ähnlich weit am Ende der Welt liegt das kleine Dorf Saksun. Das Freiluftmuseum, dass ich hier eigentlich besuchen wollte, war leider wegen des Nationalfeiertags geschlossen (was ich nach der letzten Nacht gut nachvollziehen kann).
Also genoss ich nur so etwas die Aussicht und machte mich dann auf den Rückweg.もっと詳しく
Vestmanna Cliffs
2025年7月31日, フェロー諸島 ⋅ ☁️ 12 °C
Früh morgens (um 9 Uhr) startete ich eine Bootstour zu den Vestmanna Klippen. Auf einem recht vollen Boot ging es dann aufs Wasser raus, erst waren wir noch durch die Inseln geschützt, doch schließlich erreichten wir das offene Meer. Die Küste wurde gefühlt mit jedem Meter wilder, die hohen Klippen fielen steil ins Meer hinab. Dazu sah ich immer wieder Höhlen in den Felsen. Vor der Küste stechen bis zu 140m hohe Felsnadeln aus dem Wasser, teilweise durch Felsbrücken miteinander verbunden.
Wir kamen auch am "Elefantenfelsen" vorbei. Dieser freistehende Fels sieht tatsächlich ein bisschen aus wie ein Elefant - und auf seinem Kopf nisten Puffins...
Trotz des vollen Bootes hatte ich die Möglichkeit seeeehr viele Fotos von diesem wunderbaren Stück Erde zu machen.もっと詳しく
Eysturoy
2025年7月31日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 13 °C
Nach der Bootstour fuhr ich weiter auf die nächste Insel - Eysturoy. Hier hatte ich wieder einen tollen Blick auf die beiden versteinerten Risin og Kellingin.
Ich navigierte Findus vorsichtig über die Passstraße und hatte immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die Berge und das Meer dazwischen.
Für eine noch bessere Aussicht lief ich den Wanderpfad am Hvithamar. Über morastigen Untergrund, aber immerhin relativ ebenerdig, ging ich zum ersten Aussichtspunkt. Dabei hatte ich auch einen schönen Blick auf Funnigur, das älteste Dorf der Färöer.
Danach wollte ich auch noch auf den Gipfel des Berges. Von unten sah das gar nicht so steil aus, aber oben angekommen war ich doch schon ganz schön außer Atem... Aber von hier aus hatte ich dann auch eine tolle Aussicht auf mein morgiges Wanderziel: den Leuchtturm Kallur an der Spitze einer der Nordinseln.
Der Weg nach unten war dann nicht viel leichter - es ging einfach gerade den Berg hinunter mit etwa 50% Gefälle!もっと詳しく
Gjøgv
2025年7月31日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 13 °C
Anschließend fuhr ich weiter in das kleine Dorf Gjøgv an der nördlichen Spitze von Eysturoy.
Das Dorf ist vor allem für den natürlichen Hafen in einer tiefen Schlucht im Dorf bekannt, nach der es auch benannt ist, aber es gefiel mir allgemein sehr gut. Ein malerischer Bach führt mitten durch den Ort und die Häuser sind hübsch dekoriert.
Um nach dem ganzen Laufen etwas durchzuatmen, holte ich mir dann am örtlichen Café einen Kaffee und ein Eis - bei dem herrlichen Sonnenwetter genau das Richtige!
Das Dorf Gjøgv wird erstmals 1584 erwähnt, aber man geht davon aus, dass es sehr viel älter ist.もっと詳しく
Elduvík
2025年7月31日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 14 °C
Einen letzten Zwischenstop für heute machte ich dann noch in dem Dorf Elduvik. Auch hier liegt eine Schlucht nahe des Ortes, in der ein kleiner Hafen angelegt wurde. Dieser wird inzwischen wohl hauptsächlich von Tauchern genutzt, die hier in das Wasser einsteigen und dann in die tiefe Schlucht tauchen.
Außerdem gibt es hier im Ort eine Skulptur des Künstlers Hans Dauli Olsen mit dem Namen "Marmennilin". Laut der Sagen sieht der Meermann aus wie ein Mensch, ist aber kleiner und hat lange Finger. Er lebt auf dem Meeresboden und verletzt Fischer, indem er Köder von den Angelhaken löst und die Haken auf den Meeresboden schleudert, sodass die Handleine reißt. Wenn der Meermann an einem Haken hängen bleibt, gelingt es ihm, die Haken vom Vorfach zu lösen, und so wird er davor bewahrt, wie ein Fisch ins Boot gezogen zu werden.
Einmal jedoch hatte er Pech: Er wollte dem Bauern Anfinn einen Streich spielen, aber dieser war schneller und hakte stattdessen die Hand des Meermanns ein. Der Meermann konnte sich nicht mehr losreißen und wurde an die Oberfläche geholt und Anfinn nahm ihn mit nach Hause.
Anfinn hielt den Meermann bei sich im Haus, neben dem Kamin. Jeden Abend musste er das Zeichen eines Kreuzes über die vier Ecken des Kamins machen, damit der Meermann ruhig blieb. Der Meermann fraß nur noch Köder und begleitete die Fischer sogar aufs Meer. Wenn sie über einen Fischschwarm ruderten, lachte und spielte der Meermann im Boot, und wenn sie die Handleine auswarfen, fingen sie viele Fische, besonders wenn der Meermann seinen Finger ins Meer tauchte. Anfinn behielt den Meermann lange Zeit. Eines Tages, als es starken Wellengang gab, fuhren sie mit dem Boot hinaus, um fischen zu gehen, aber sie vergaßen, das Kreuzzeichen über dem Meermann und dem Boot zu machen. Nachdem sie eine Weile gerudert waren, glitt der Seemann über Bord, und sie fanden ihn nie wieder.もっと詳しく
Ausflug nach Kalsoy
2025年8月1日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 12 °C
Heute morgen stand ich wirklich früh auf, um die Fähre um 8 Uhr zur Insel Kalsoy zu nehmen. Das klappte auch alles wunderbar und ich döste noch ein wenig auf dem Autodeck der Fähre. Eigentlich schien dieses Schiff wohl mal nur für Autos gewesen zu sein, aber jetzt waren nur Fußgänger an Bord. Im Hafen angekommen stieg ich direkt um in den Bus, der mich an die Nordspitze der Insel brachte. Bei der Straße hier war ich heilfroh, dass ich nicht selbst fahren musste!
Im Dorf Trøllanes bezahlte ich dann die auf den Färöern obligatorische Wandergebühr von rund 27€ (was ich immer noch unverschämt finde) und startete meinen Aufstieg auf den Berg.
Mitten durch die Schafe schlängelte sich der Trampelpfad. Obwohl nunmal leider eine ganze Busladung gleichzeitig hier ankam, verteilten sich die Menschen durch die enorme Steigung sehr schnell und ich hatte wieder meine Ruhe.もっと詳しく
James Bond
2025年8月1日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 12 °C
Obwohl ich den Leuchtturm Kallur - das eigentliche Ziel dieser Wanderung - schon im Blick hatte, bog ich zur Seite ab und stieg noch weiter hinauf. So erreichte ich den (symbolischen) Grabstein von James Bond.
Im letzten Film "Keine Zeit zu sterben" ist genau hier an der nördlichen Spitze von Kalsoy Safins Giftgarten. Als dieser dann durch Raketen zerstört wird, steht Bond an dieser Stelle mitten in den Explosionen und kehrt nie zurück. Daniel Craig war allerdings nie selbst hier, sondern wurde nachträglich in die Szenerie geschnitten. Dennoch haben die Bewohner hier einen Grabstein errichtet - als Anerkennung und sicherlich auch zur Förderung des Tourismus...
In den Stein ist auch ein Zitat von Ralph Fiennes‘ M am Ende des Films graviert: „Der eigentliche Sinn des Menschen ist es zu leben. Nicht zu existieren“.
Hier erholte ich mich nun etwas von dem Aufstieg und genoss die Aussicht auf die anderen Inseln. Auch das Dorf Gjøgv, in dem ich gestern war, sah ich von hier aus.もっと詳しく
Leuchtturm Kallur
2025年8月1日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 12 °C
Nach der kurzen Verschnaufpause ging ich weiter zum Leuchtturm. Dahinter führte noch ein kleiner Weg auf einem sehr schmalen Grat zu einem wunderschönen Aussichtspunkt, dort machte ich dann auch eine längere Pause und aß mein Lunchpaket.
Danach wanderte ich noch etwas weiter auf dem nördlichen Grat, von wo aus ich einen tollen Blick auf Cape Enniberg, den nördlichsten Punkt der Färöer, hatte. Ich hatte noch überlegt, da auch noch hinauf zu wandern, aber die Wolke, die sich hartnäckig dort am Gipfel, hielt sah von hier aus doch sehr viel schöner aus - da möchte ich ungerne drinstehen...もっと詳しく
Ureinwohner und Trøllanes
2025年8月1日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 13 °C
Beglückt von diesen Ausblicken trat ich dann den Rückweg an, mitten durch die "Ureinwohner" der Färöer - die Schafe. Völlig unbeeindruckt von den Menschen standen die teilweise mitten auf dem Weg. Ein Schaf kam direkt auf mich zu und schubberte sich an meinem Bein - danach hatte ich zur Hälfte eine Wollhose. 😂
Unten im Dorf angekommen hatte ich noch Zeit bis zur Abfahrt des Busses und so erkundete ich die Umgebung noch etwas.
Der Legende nach erhielt das Dorf seinen Namen aus der Zeit, als die Trolle in der Dreikönigsnacht zum Tanz ins Dorf kamen. Die Dorfbewohner flohen nach Mikladalur, doch die alte Gyðja versteckte sich, weil sie zu gebrechlich war. Man sagt, sie habe die Trolle mit den Worten „Jesus, erbarme dich meiner“ vertrieben, und die Trolle seien danach nie wieder zurückgekehrt. Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes findet sich 1584, es wird aber viel älter geschätzt. Die ursprüngliche Siedlung lag nördlich des Dorfes, wo noch Spuren davon sichtbar sind.
Es wird gesagt, dass mehrere Felsen in Trøllanes bewohnt sind. Der bekannteste ist Trallasteinur, der sich im Zentrum des Dorfes befindet. Angeblich hörte der alte Rosenmeyer Walles früher Geräusche aus dem Stein, als die Trolle ihre Pfeifen an den Wände ausklopften.
Der "Kiosk am Ende der Welt" wurde 2007 von der Bäuerin Maud eröffnet und verkauft unter anderem Kaffee. Hier kehrte ich auch ein und unterhielt mich noch mit der (inzwischen längst erwachsenen) Tochter der Besitzerin über das Leben und Aufwachsen in dem Dorf, in dem aktuell gerade mal 15 Menschen leben.
Die dekorative Steinschule wurde 1944 erbaut. Während des Zweiten Weltkriegs wuchs die Bevölkerung in Trallanes aufgrund der Bombenangriffe in Klaksvik stark an. Daher wuchs auch der Bedarf an einer Schule. Heute ist die Schule das Gemeindehaus.もっと詳しく
Mikladalur
2025年8月1日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 13 °C
Mit dem Bus fuhr ich zurück in das Nachbardorf Mikladalur. Es hätte auch einen Wanderweg gegeben, vor der Fertigstellung des Tunnels der einzige Zugangsweg, aber ich zog eine 10-minütige Busfahrt dann doch dem Wanderweg von 5km mit 620 Höhenmetern vor...
Allerdings sind Busreisen doch eher nichts für mich. Rund 60 Leute wurden hier gleichzeitig mit mir ausgespuckt und dann begann der Run auf die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes. Ohne mich also erst einmal in Ruhe umzusehen, lief ich durch den Ort und hastete am Hafen die über 100 Treppenstufen hinunter zur Statue der Selkie, um noch Fotos ohne die ganzen Menschen im Weg zu machen.
Ich schaffte es und setzte mich danach erst einmal hin und las die Geschichte hinter dieser Statue - es gibt hier ja nichts ohne Legende...
Selkies sind Fabelwesen aus dem Meer – Robben, die ihre Haut ablegen und sich in Menschen verwandeln können. In manchen Überlieferungen heißt es, sie seien Seelen verstorbener Menschen, die sich das Leben nahmen, indem sie sich im Meer ertränkten.
Der Legende nach versammeln sich einmal im Jahr, am Vorabend der Heiligen Drei Könige, die Selkies an der Küste von Mikladalur. Sie steigen aus dem Meer, streifen ihre Robbenhäute ab und tanzen und spielen die ganze Nacht am Ufer und in einer Höhle.
Ein junger Mann aus Mikladalur hatte von diesem Brauch gehört. Neugierig machte er sich an besagtem Abend auf den Weg zur Höhle, um zu sehen, ob die Geschichte wahr sei.
Er versteckte sich hinter einem Felsen. Nach Sonnenuntergang sah er viele Robben heranschwimmen. Sobald sie das Ufer erreichten, streiften sie ihre Häute ab und wandelten sich in Menschen.
Fasziniert beobachtete der junge Mann das Geschehen. Besonders fiel ihm ein wunderschönes Mädchen auf, das ihre Haut ablegte. Er verliebte sich augenblicklich. Er prägte sich ein, wo sie ihre Haut ablegte, schlich sich hervor, nahm sie an sich und versteckte sich wieder.
Die Selkies tanzten die ganze Nacht hindurch. Doch mit dem ersten Licht des Morgens wollten sie ihre Häute wieder anlegen und ins Meer zurückkehren. Das schöne Mädchen jedoch konnte ihre Haut nicht finden, obwohl sie verzweifelt suchte. Als die Sonne fast aufging, roch sie schließlich ihre Haut in der Nähe und fand den jungen Mann mit ihrem Fell. Sie flehte ihn an, es ihr zurückzugeben – doch er weigerte sich. Stattdessen ging er hinauf zu seinem Haus, und sie konnte ihm nur folgen.
Er machte sie zu seiner Frau. Sie lebten gut miteinander, doch er versteckte ihre Haut sicher in einer Truhe, deren Schlüssel er stets an seinem Gürtel trug.
Eines Tages ging er zum Fischen. Beim Einholen eines Fisches bemerkte er erschrocken, dass der Schlüssel fehlte. In Verzweiflung rief er:
„Heute werde ich ein Mann ohne Frau!“
Sofort ruderten alle Männer zurück nach Mikladalur. Als der Mann heimkam, war seine Frau verschwunden. Die Kinder saßen still auf der Küchenbank. Damit ihnen nichts geschah, hatte die Selkie das Feuer gelöscht und alle scharfen Gegenstände weggeräumt.
Dann war sie ans Ufer geeilt, hatte ihre Haut angezogen und war ins Meer zurückgekehrt. Sie hatte den Schlüssel gefunden, die Truhe geöffnet – und konnte nicht anders. Daher das (färöische?) Sprichwort:
„Er kann sich nicht besser beherrschen als eine Selkie, die ihre Haut sieht.“
Kaum war sie im Wasser, erschien der Robbenbulle, ihr früherer Gefährte, an ihrer Seite. Gemeinsam schwammen sie davon. All die Jahre hatte er an der Küste auf sie gewartet.
Immer wenn die Kinder, die sie mit dem Mann aus Mikladalur hatte, ans Ufer gingen, sahen sie eine Robbe, die sie ansah – man glaubte, es sei ihre Mutter.
Viele Jahre vergingen, bis eines Tages die Männer von Mikladalur planten, in eine Höhle zu gehen, um Robben zu jagen. In der Nacht vor der Jagd erschien dem Mann die Selkie im Traum. Sie bat ihn, den Bullen vor der Höhle zu verschonen – das sei ihr Gefährte. Auch zwei Jungtiere tief in der Höhle sollten verschont werden – sie seien ihre Söhne. Sie beschrieb ihm ihr Aussehen.
Doch der Mann schlug die Warnung in den Wind. Gemeinsam mit den anderen tötete er alle Robben in der Höhle. Als seinen Anteil erhielt er den Bullen sowie die Vorder- und Hinterflossen der beiden Jungen. Der Kopf des Bullen und die Flossen wurden zum Abendessen gekocht.
Als das Fleisch aus dem Topf geholt wurde, ertönte ein lautes Poltern – die Selkie betrat als furchterregender Troll den Raum. Sie schnüffelte am Topf und rief mit düsterer Stimme:
„Hier liegt der Kopf meines Mannes, die Hand von Hárekur und der Fuß von Fríðrikkur.
Ihr habt eure Rache gehabt – nun wird Rache über die Männer von Mikladalur kommen.
Manche werden im Meer ertrinken, andere von den Klippen stürzen.
Und so wird es weitergehen,
bis so viele gestorben sind, wie es braucht,
um sich Hand in Hand um die ganze Insel Kalsoy zu stellen.“
Nach diesen Worten verschwand sie unter lautem Tosen – und wurde nie wieder gesehen.
Noch heute hört man immer wieder von tragischen Unglücken in Mikladalur: Männer, die bei der Vogeljagd von den Klippen stürzen oder auf See ums Leben kommen.
Unten im Hafen machte ich noch Rast an einem kleinen Wasserfall.
Wieder oben im Dorf entdeckte ich noch: Marjuns Hebestein" - einen 287,5 kg schweren Felsblock.
"Ich weiß, was mich erwartet. Der Tod lauert mit Sicherheit. Dieser Stein wird ein Beweis meiner Stärke sein." Dies waren die Worte des Hausmädchens Marjun aus Norðnástova, das unehelich schwanger wurde, zu einer Zeit, als dies mit dem Tod bestraft wurde. Marjun war mit den anderen Milchmädchen auf dem Weg entlang des Flusses Áargil, als sie auf den Stein stießen. Sie blieb stehen und hob ihn ganz alleine hoch.
Diese Geschichte reicht 300 bis 400 Jahre zurück. Seit Marjuns Heldentat haben viele ihre Kraft an diesem Stein versucht.
Anschließend fuhr ich dann mit Bus und Fähre wieder zurück nach Klaksvik.もっと詳しく
Erholungsfahrt
2025年8月1日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 13 °C
Meine Beine gaben mir sehr deutlich zu verstehen, dass sie jetzt auch mal langsam Urlaub machen möchten. Also fuhr ich weiter nach Norden und gönnte mir ein (sehr) kühles Fußbad am Strand von Árnafjørður. Angeblich soll man hier auch den Fußabdruck eines Riesen sehen, den er hinterließ, als er versuchte, zwischen den Berggipfel oberhalb von Árnafjørður zu springen Als ihm der Sprung misslang, setzte der Riese einen Fuß in den Fluss direkt unter der Straße. Es wird vermutet, dass der Fußabdruck des kleineren Riesen weiter oben am Berg hinterlassen wurde, als seine Frau ihm folgte. Ich konnte hier aber beim besten Willen keine Abdrücke erkennen...
Ich fuhr noch weiter auf die nördlichste der Inseln, Viðoy, und blickte von unten auf den Berg, der das Cape Enniberg bildet. Allerdings hatte ich mir fest vorgenommen, mich nicht mehr weiter als 20m vom Camper zu entfernen und so ging ich lieber nicht auf die Wanderung, die in 2km pro Strecke den 728m hohen Berg hinauf führen würde...
Stattdessen genoss ich auch noch den bequemen Ausblick auf die Inseln Svínoy und Fugloy. Während Svínoy auch mit einer Fähre erreichbar ist, kann man nach Fugloy nur mit dem Linien-Helikopter fliegen, der hier zum öffentlichen Nahverkehr gehört (aber für Touristen recht teuer ist...).
Anschließend fuhr ich dann zurück nach Elduvik und parkte für die Nacht direkt am Wasser.もっと詳しく
Nationalmuseum
2025年8月2日, フェロー諸島 ⋅ 🌬 13 °C
Heute morgen schlief ich erst einmal aus und machte mich dann auf dem Weg nach Tórshavn. Auf dem Weg erlebte ich direkt schon ein Highlight: den weltweit einzigen Unterwasserkreisel. Als der Tunnel 2006 fertiggestellt wurde, war er mit 10km Länge das größte Bauwerk der Färöer, inzwischen wurde er vom Sandoyartunnilin abgelöst. Der Unterwasserkreisel ist die erste Anlage dieser Art weltweit und liegt rund 73m unter dem Meeresspiegel. An seiner tiefsten Stelle befindet sich der Eysturoyartunnilin 189 Meter unter der Wasseroberfläche. Der Kreisel befindet sich nahe des geographischen Zentrums der Färöer und wurde von einem Künstler mit einer 80 Meter langen Lichtskulptur dekoriert. Ein Stahlring aus sich die Hände reichenden Menschenfiguren umschließt einen Fels und erinnert an den traditionellen färöischen Kreistanz. Die wechselnden Farben der Installation lassen die Skulptur wie eine leuchtende Tiefseequalle erscheinen.
In Tórshavn angekommen besuchte ich dann das Nationalmuseum - bei Regen verzog ich mich doch lieber nach drinnen. Dort erfuhr ich, dass ich eigentlich in Grönland bin - nur leider 55 Millionen Jahre zu spät... Vor so langer Zeit lagen die Inseln noch direkt neben Grönland, bis die Kontinantalplatten auseinander drifteten. Die Landmasse der Färöer entstand auch durch Vulkanausbrüche. Der rhythmische Lavafluss bewirkte dabei, dass die Berge teilweise treppenartig aussehen. Sie wurden aus etwa 36 Lavaströmen geformt, die durchschnittlich 10 m dick sind.
Als die vulkanische Aktivität nachließ, begann sich das Plateau abzusenken. Durch den Spannungsabbau entstanden kilometerlange, fast senkrechte Risse im Basalt, wodurch eine neue Öffnung zur Magmakammer entstand und ein Druckabfall, der das Magma erneut „erweckte“. Lava konnte nach oben drücken und die offenen Risse erneut füllen. Als die Seiten des Risses abkühlten, bildeten sich kleine horizontale Säulen senkrecht zur vertikalen Seitenwand des Risses. An der äußersten Wand erstarrte die Schmelze schnell und wurde zu dichtem, glasigem Basalt. In der Mitte kühlte die Schmelze jedoch langsam ab, und der Basalt wurde kristalliner und kompakter. Dieser kompaktere Basalt kann den Erosionskräften der Natur besser widerstehen als das umgebende Gestein.
Er sticht heute als Erhebung in der Landschaft hervor wie ein Steinzaun.
Die Bewegung entlang der ursprünglichen Spalte könnte noch lange nach dem Erstarren der Schmelze angehalten haben. Der Basalt im Gang reißt der Länge nach und wird „weich“, so dass er leichter zerbricht als das umgebende Gestein. Der Gang wird zu einer Schlucht oder einem tiefen Einschnitt in der Küstenlinie.
Die kulturelle Geschichte der Färöer wurde (zumindest teilweise) anhand eines Wandteppichs mit 12 Bildern erzählt.
Das Wachstum der Gesellschaft und Wirtschaft ist eng mit der Seefahrt und der Fischerei verknüpft. Der in Deutschland geborene Christian Ludvig Ulrich von Born (1744–1805) diente beim dänischen Militär. Von 1782 bis 1796 befehligte er die Festung von Tórshavn. Während seines Militärdienstes wurde er in Kartierung und Vermessung ausgebildet. Es gelang ihm, die Färöer innerhalb von 4 Jahren zu kartieren. Die Born-Charta war über 100 Jahre lang in Gebrauch.
Darüber hinaus zeigen die Vignetten der Karten die raue färöische Landschaft, Natur sowie das Volksleben und die Volksindustrie des späten 18. Jahrhunderts.
Auch die Fährverbindung mit der Smyril-Line gehört zu den Errungenschaften der Färöer. Hier war ein Werbeplakat aus dem Jahr 2000 ausgestellt, das die damalige Route zeigte.
Zur heutigen Kultur wurden die Hintergründe der traditionellen Tracht erklärt. Bei den Farben und Mustern gibt es (im Gegensatz zu beispielsweise Norwegen) keine regionalen Standards, sondern sie richten sich frei nach der aktuellen Mode. Allerdings finden sich hier religiöse Symbole. Diese Symbole sind alt und haben durch Mundpropaganda überlebt. 10 Knöpfe an der Hose, 5 an jedem Hosenbein, symbolisieren die 10 Gebote. 12 Knöpfe auf jeder Seite des gestrickten offenen Pullovers der Männer repräsentieren die 12 Apostel Jesu.
7 Knöpfe an der Weste spiegeln die 7 Gebetsanliegen im Vaterunser wider.
Es gibt eine ungeschriebene Regel, dass der Rock der Frauen mit 13 Falten auf jeder Seite aus der mittleren Schicht genäht werden soll. Dies symbolisiert Jesus und seine 12 Apostel. Ebenso hat der traditionelle färöische Hut der Männer 13 Falten.もっと詳しく
Letzter Tag in Tórshavn
2025年8月3日, フェロー諸島 ⋅ 🌬 13 °C
Heute war mein letzter Tag auf den Färöern.
Ich begann den Tag mit dem Besuch des Gottesdienstes im Dom von Tórshavn. Für einen normalen Gottesdienst war es wirklich voll, etwa 200 Menschen - und obwohl ich nichts verstand, war es doch schön, dabei zu sein. Auch das Mitsingen der Lieder klappte ganz gut, da hat sich die Übung beim Mitternachtssingen doch bezahlt gemacht.
Anschließend wollte ich den Freiluftbereich des Nationalmuseums besuchen, allerdings war der heute wegen Krankheit geschlossen. So lief ich also nur über das Gelände und konnte leider nicht in die Häuser schauen.
Danach tankte ich Findus noch einmal randvoll - ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal Diesel für 1,30€ gesehen habe!
Nachmittags ging es für mich dann auch schon zur Fähre.もっと詳しく

旅行者Liebe Martina, wegen mir kannst du noch weiter mit Findus reisen und mich mit deinen tollen Berichten und unglaublich schönen Fotos beglücken. Danke

FindusWenn es nach mir ginge, könnte ich das wohl auch 😍 Aber irgendwann ist leider jede Reise vorbei - auch wenn es bestimmt bald wieder auf Tour geht!

旅行者Liebe Martina, ich bin dir all die Wochen auf deiner wunderbaren Reise in Bild und Wort gefolgt. Danke! Das war für dich gewiss eine ganz beglückende Reise. Als stiller „Mitteisender“ habe ich mich allabendlich auf deine wunderschönen Fotos und spannenden Reiseberichte gefreut. Ich wünsche dir eine entspannte Heimreise (wenn es in deinen Zeitplan passt, bist du herzlich zu einer Visite in Thorup Strand eingeladen). Bleibe weiterhin auf deiner großartigen Reise gesund und behütet! Liebe Grüße - auch von Heike, dein Johann
Fähre nach Hause
2025年8月3日, フェロー諸島 ⋅ ⛅ 13 °C
Ursprünglich war die Abfahrt der Fähre erst für 23.30 Uhr heute geplant. Allerdings bekam ich gestern dann eine SMS, dass wir schon um 19 Uhr abfahren würden. Auf der Suche nach dem Grund dafür, checkte ich direkt das Wetter für die Strecke. Ein starker Sturm sollte uns genau treffen. Da war eine frühere Abfahrt eindeutig sinnvoll, so würden wir gerade noch vor dem Sturm wegfahren und unbehelligt in Dänemark ankommen können.
Ich fuhr also zum Check-in und reihte mich in die Warteschlange ein. Vorsichtshalber machte ich Findus doch seefest: Ich verstaute alles hinter Klappen oder band es fest...
Auf der Fähre angekommen bezog ich meine Kabine - diesmal keine Liege im Keller, sondern eine "echte" Kabine mit Betten. 😉 Die Kabinen sind hier alle jeweils einem Vogel gewidmet - ich wohnte im Habicht.
Ich beobachtete noch das Auslaufen aus dem Hafen und verabschiedete mich von den Färöern.
Was eigentlich nur als Zwischenstop auf dem Weg eingeplant war, ist zum kulturellen Erlebnis geworden! Auch landschaftlich gefielen mir die Färöer gut, auch wenn sie da leider nicht mit Island mithalten können... Das Highlight hier war für mich allerdings, dass ich hier so hautnah an der Ólavsøka teilnehmen konnte.
Abends machte ich es mir dann in meiner Kabine gemütlich und schlief tief und fest...もっと詳しく
Ankunft in Dänemark
2025年8月5日, デンマーク ⋅ 🌬 17 °C
Am Montag fuhren wir sehr früh morgens an den Shetland-Inseln vorbei. Nachmittags dann fuhren wir entlang der Küste von Norwegen. Das nutzte ich, um ein bisschen Mobilfunknetz abzugreifen und selbst noch einmal das neuste Wetterupdate zu checken. Mit 21 Knoten, also rund 40 km/h gab das Schiff alles und tatsächlich waren wir vor dem größten Sturm davongekommen. Dennoch wurde es jetzt stürmischer und oben an Deck war es schwierig, sich auf den Beinen zu halten. Später bei einer Windgeschwindigkeit von etwa 22m/s (rund 80 km/h) wurde das Oberdeck auch gesperrt.
Ich genoss also die frische Luft lieber windgeschützter auf dem Achterndeck und setzte mich gemütlich ins Café.
Wir passierten einige Fischerboote und sogar eine Edda (die Edda Flora) fuhr in unserer Nähe - die Reederei erkenne ich doch sofort an der Lackierung. 😉
Obwohl wir teilweise in weniger als 5km Abstand an der norwegischen Küste vorbeifuhren, konnte ich wegen des Wetters leider gerade mal die Südspitze dieses wunderbaren Landes am Lindesnes Fyr sehen. Hier bogen wir dann auch nach Süden ab und verließen die Küste, um nach Dänemark zu kommen.
Nach einem ausgiebigen Abendessen war das für mich nun auch der Zeitpunkt, noch etwas Schlaf zu tanken. Das klappte nicht ganz, da es um 22 Uhr an meiner Tür klopfte - ich wurde als Medic ins Hospital bestellt. Dort angekommen traf ich auf den First Officer und einen Deutschen und erfuhr, dass weniger meine fachliche Expertise als meine muttersprachliche Überzeugungskraft gefragt war. Der Patient war umgeknickt und sein Sprunggelenk geschwollen. Daher verlangte er jetzt sofort einen Rettungshubschrauber - bei mittlerweile 25 m/s Wind und 6m Wellen... Ich fühlte zwar sehr mit ihm, erklärte ihm aber doch sehr deutlich, dass das nicht nur unmöglich, sondern auch extrem unnötig wäre und schließlich stimmte er einem in den Hafen bestellten Rettungswagen zu - was der First Officer und ich auch noch übertrieben fanden, aber immerhin besser als der Hubschrauber...
Um Mitternacht dänischer Ortszeit mussten wir dann auch die Kabinen verlassen und die Lichter von Hirtshals waren schon am Horizont sichtbar.
Um 1 Uhr kamen wir dann dort an und wurden auf die Straße entlassen.
Nachdem ich die Berichte aus Irland und Schottland über den Sturm Floris sah, war ich doch sehr froh über unsere frühere Fahrt!
Nach der kurzen Nacht war ich überraschend fit und fuhr direkt durch nach Hause, wo ich dann gegen 9 Uhr ankam.もっと詳しく
Once in a Lifetime
2025年8月5日, ドイツ ⋅ ☁️ 17 °C
Was nun von dieser unglaublichen Reise bleibt, sind viele unvergleichliche Erinnerungen.
Ich hörte ab und zu die Aussage: "Du machst aber auch alles!"
Ja genau!
Ich habe bewusst Island und die Färöer bereist, als würde ich nie wieder dort hin kommen - wobei das für Island bestimmt nicht wahr ist...
Ich habe unfassbare Natur erlebt, Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung und sehr nah, einzigartige Naturphänomene und Nationalkultur.
Ich habe Findus viel abverlangt (Schotterpisten, Schlaglöcher, Sandpisten, Steigungen bis zu 18% und sogar eine kleine Bachquerung) und er hat das alles gemeistert - auch die Grenzen meiner Fahrfähigkeiten haben sich etwas verschoben.
Ich habe die Freiheit genutzt und genossen, trotz (oder auch wegen) guter Vorplanung täglich und manchmal auch stündlich neu zu entscheiden, was ich als nächstes machen möchte.
Auch das Wetter hat größtenteils mitgespielt und ich hatte nur selten richtig starken Regen.
Das war eine wunderbare Reise!
Danke auch euch allen, die ihr mitgelesen habt und quasi mit mir gereist seid! Danke für die vielen lieben Kommentare, aber auch fürs stille Mitlesen 😉
Bald geht es bestimmt wieder auf die Reise, aber nun warten erstmal Wäscheberge, Findus will etwas gepflegt werden und ich muss mich auch von den vielen Eindrücken erholen.もっと詳しく
















































































































































































































































旅行者Regenbogen im Wasserfall - sehr schön eingefangen