• Findus
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Der hohe Norden

Mit dem Wohnmobil über Dänemark, Schweden und Finnland ans nördliche Ende Norwegens und dann irgendwie südwärts.
Unterwegs auf Seitenstraßen und Trampelpfaden; dem Gefühl und dem Wetter folgend; täglich neue Pläne schmiedend und immer glücklich!
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  • Skylift Loen

    11. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 14 °C

    Nach einem wunderschönen Morgen brach ich auf nach Loen. Hier gibt es den Skylift, eine Gondelbahn, die einen innerhalb von 5 Minuten auf 1.000 m Höhe auf den Berg Hovden bringt. Oben spazierte ich dann noch etwas und genoss den Ausblick auf den wunderschönen Fjord und den See Lovatnet, der mein nächstes Ziel sein wird.Læs mere

  • Lovatnet

    11. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 16 °C

    Auf einer sehr engen Straße (etwa 3m breit mit einzelnen Ausweichbuchten bei Gegenverkehr) fuhr ich am See Lovatnet entlang. Eigentlich pausierte ich mehr als ich fuhr, aber das musste hier sein!
    Dadurch, dass er fast nur aus Gletscherwasser besteht, hat der Lovatnet eine wunderbare Türkisfärbung.
    Einfach atemberaubend, diese Schönheit!
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  • Kjenndalsbreen

    11. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 15 °C

    Selbst ich kann ja nicht immer mit Findus oder zu Fuß unterwegs sein... Also lieh ich mir ein Mountainbike (mit Helm!) und fuhr damit hinauf zur Gletscherzunge Kjenndalsbreen, die zu Norwegens größtem Gletscher gehört. Als ich mit dem Rad nicht mehr weiter kam, legte ich den Rest des Weges doch wieder zu Fuß zurück.
    Jetzt habe ich also auch endlich einen echten Gletscher gesehen...
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  • Bøyabreen

    12. juli 2022, Norge ⋅ ☁️ 15 °C

    Auf einem kleinen Parkplatz verbrachte ich die Nacht sehr schön in Blickweite einer weiteren Gletscherzunge des Jostedalsbreen. Einen Wasserfall in Hörweite und einen plätschernden Bach direkt hinter dem Auto schlief ich wunderbar.
    Außerdem hatte ich dank der hohen Berge gestern Abend noch einen ganz besonderen Sonnenuntergang.
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  • Klimaauastellung

    12. juli 2022, Norge ⋅ ☁️ 17 °C

    Im Gletschermuseum mit untergebracht ist eine beeindruckende und bedrückende Klimaausstellung. Beginnend beim Urknall, der mit einem Film und Spezialeffekten wie Vibrationen dargestellt wird, geht es durch die Zeit.
    Der nächste Raum thematisiert die Entstehung der Atmosphäre vor 40 Millionen Jahren mit Dschungeln überall. Es folgt ein größerer Sprung zur letzten Eiszeit vor 20.000 Jahren. Anschließend geht man durch einen Raum mit lauter Spiegeln (die Gegenwart?) und kommt dann in den Raum des Jahren 2040. Hier ist die Stimmung bedrohlich und bedrückend. Schlagzeilen hängen an den Wänden und Skulpturen weisen auf die Problematiken hin. Man geht nun weiter in zwei Räume des Jahres 2100: Einmal, wenn wir nichts ändern und einmal, wenn wir jetzt handeln.
    Diese Ausstellung war sehr beeindruckend!
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  • Gletschermuseum

    12. juli 2022, Norge ⋅ ☁️ 14 °C

    Das Gletschermuseum begann mit einem grandiosen Film über den Jostedalsbreen. So konnte man diese unglaubliche Landschaft bewundern, ohne eine anstrengende Wanderung zu machen...
    Im Folgenden ging es um Gletscher im Allgemeinen. Die Entstehung über Jahre hinweg aus Schnee und die Entstehung von Gletscherspalten wurden erklärt. Auch das "Kalben": so nennt man es, wenn große Stücke aus einem Gletscher abbrechen und ins Wasser fallen. Der bislang größte bekannte, so entstandene Eisberg war 295 km lang und 37 km breit und somit größer als Jamaika!
    Auch Ötzi hatte seine eigene Ecke in diesem Museum.
    Anhand eines Modells wurde erklärt, wie ein Gletscherkraftwerk funktioniert - ich wusste bisher nicht einmal, dass es sowas gibt...
    Damit aber begann der interaktive Teil des Museum mit viele Experimenten und Stationen zum Anfassen und Erleben. Unter anderem konnte man blau gefärbtes Wasser über einen Eisblock gießen um zu sehen, wie es sich in den kleinen Luftkammern verteilt.
    Danach gab es noch ein Gletschermodell, bei dem man völlig sicher und bequem erfahren konnte, wie es unter einem Gletscher aussieht. Weicher Lehmboden, Geräusche der Gletscherbewegungen und dunkles, blaues Licht waren dafür genauso dargestellt, wie Ötzis Hand, die aus der Decke ragte...
    Zuletzt gab es ein paar Zahlen und Fakten über den Jostedalsbreen hier:
    Fläche: 474 km²
    Maximale Eisdicke: 571 m
    Gesamterosion von Steinmaterial: 400.000 Tonnen/Jahr
    Gletschervolumen: 73 km³ = 300.000 Millionen gefüllte Badewannen = gesamter Wasserverbrauch Norwegens in 100 Jahren
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  • Fjord und Fjell

    12. juli 2022, Norge ⋅ ☁️ 8 °C

    Ich fuhr weiter, vorbei am traumhaft türkis-grünen Lustrafjord und dann über eine Serpentinenstraße hoch ins Sognfjell. Bis auf 1.434 m Höhe trug mich die Straße. Ich war weit oberhalb der Baumgrenze, die Landschaft hier war karg, durchzogen von Schneefeldern und Gletscher immer in Sichtweite.
    Der Wind hier war erbarmungslos, sodass ich draußen prompt wieder nur in langer Hose und Jacke unterwegs war.
    Entlang der Straße gab es immer wieder in kurzen Abständen große Steinmännchen. Ich erfuhr, dass diese den Weg über das Fjell markieren, der vor dem Bau der Straße 1939 lebenswichtig war. Es gab unterschiedliche Routen für Sommer und Winter, da der Weg über die Seen im Winter am einfachsten ist. Die Markierungen sind so dicht, dass man selbst bei Nebel immer die nächste erkennen konnte.
    Dennoch kam ich an einer Gedenkstätte mit 6 Steinen wie Grabsteinen vorbei - hier waren 6 junge Männer bei dem Versuch, die Berge zu überqueren erfroren.
    Ich flüchtete mich lieber schnell ins Warme in der Sognfjellhytta. Diese Hütte ist so grandios gebaut, dass man kaum weiß, ob man nun drinnen oder draußen ist. Also saß ich einige Zeit auf einer Picknickbank mit Rentierfell innerhalb des Gebäudes und genoss den Ausblick.
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  • Hinab zum Schlafplatz

    12. juli 2022, Norge ⋅ ☁️ 13 °C

    Aus dem hohen Gebirge musste ich nun auch wieder abwärts fahren. Es ging vorbei am Galdhøppingen, mit 2.469 m Norwegens höchster Berg, tiefen Tälern mit viele Schafen und natürlich Wasserfällen.
    Etwas abseits der Straße suchte ich mir dann einen wunderschönen Parkplatz für die Nacht - morgen geht es dann weiter...
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  • Leirdalen

    13. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 9 °C

    Die Straße führte mich immer entlang des Flusses Leira.
    In Elveseter besichtigte ich die Sagasøyla.
    Schon 1836 entstand die Idee, ein Denkmal für Norwegens Unabhängigkeit 1814 zu errichten. Das Monument sollte vor Norwegens Storting erbaut werden und den Namen „Eidsvollsøyla“ haben. Nach einer Ausschreibung gewann der Bildhauer Professor W. Rasmussen den Wettbewerb. Die Säule zeigt die Geschichte Norwegens seitdem das Land im Jahr 872 zu einem Reich wurde bis zur Reichsversammlung 1814. Bei Kriegsbeginn 1940 war die Säule halbfertig. Anschließend kümmerte sich niemand mehr um dieses Projekt, sodass Åmund Elvesæter sie schließlich auf seinem eigenen Grundstück fertigstellen ließ. Insgesamt ist die Säule 40 m hoch, davon sind 34 m oberhalb der Erde. Neben der Säule steht hier das alte Hotel Elveseter.Læs mere

  • Stavkirke Lom

    13. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 13 °C

    Die Stabkirche wurde erstmals 1270 schriftlich erwähnt, der Bau begann vermutlich um 1158. Da sie von Beginn an als wichtige Pilgerkirche geplant war, wurde sie besonders groß und prächtig gebaut.
    Im Innenraum findet man feine Schnitzereien von Blättern, Blumen, Tieren und vor allem Drachen. Besonders fällt der farbig angemalte Altarraum auf. Im Mittelschiff hängen Kronleuchter und eine historische Fahne, deren Motiv die Bewässerung der Felder der Umgebung darstellt. Die vielen Gemälde im Innenraum stammen höchstwahrscheinlich vom Pfarrerssohn Eggert Munch und werden in Norwegen als eine bedeutende Kirchenbildsammlung angesehen.
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  • Gudbrandsdalen

    13. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 16 °C

    Auf dem Weg nutzte ich zunächst eine sehr saubere Ver- und Entsorgungsstation in Otta. Leider hatten noch mehrere Menschen die Idee und so musste ich dort eine ganze Weile warten.
    Ich fuhr auf die E6 auf und es ging weiter südwärts. Die Straße ist hier so gut ausgebaut, dass man auf Teilabschnitten sogar 90 km/h fahren darf!
    Kurz vor Lillehammer fand ich dann einen wunderbaren Rastplatz, auf dem ich eine Mittagspause machte. Der Platz lag unterhalb der Straße, sodass der Verkehr kaum noch zu hören war. Außerdem gab es neben super sauberen Toiletten auch noch einen kleinen Fußballplatz, ein Beachvolleyballfeld und einen kleinen Sandstrand am See Losna. Achja - kostenfreies WLAN gab es natürlich auch...
    Dieser Rastplatz war also besser ausgestattet als so mancher Campingplatz, ein echtes Juwel!
    Die Straße führte die meiste Zeit durch das Gudbrandstal. Man merkte deutlich, dass hier die lieblichste Landschaft Norwegens ist. Die Straße war breit und gut ausgebaut, die Steigungen minimal, kaum Kurven und rechts und links viele Felder und Höfe - kurz gesagt: langweilig...
    Ich merkte, dass ich kaum zum Fotografieren anhalten wollte, weil es einfach nicht so besonders war. Dennoch fand ich abends einen wunderschönen Rastplatz mit Aussicht.
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  • Drammen

    14. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 19 °C

    Wo ich schon mal dort vorbei fuhr, wollte ich mir auch mal die Stadt Drammen ansehen.
    Mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern ist sie eine für Norwegen sehr große Stadt vor den Toren von Oslo.
    Ich musste allerdings feststellen dass sie keine sehr besondere Stadt ist... Außer einem hübschen Platz im Zentrum gibt es hier nichts zu sehen.
    Also fiel mein Besuch sehr kurz aus und ich fuhr weiter.
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  • Kjøsterudjuvet

    14. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 18 °C

    Es gibt in Drammen gleich zwei ganz besondere Möglichkeiten, auf den benachbarten Berg zu kommen. Die eine wäre der Spiraltunnel. Hier ist korkenzieherförmig eine Straße in den Fels gesprengt, die einen in sechseinhalb Runden zu einem Parkplatz mit schöner Aussicht bringt - grandiose Baukunst, aber irgendwie langweilig...
    Also wählte ich die andere Möglichkeit: die Wanderung in der Kjøsterudjuvet. Hier wandert man direkt entlang eines Baches (und manchmal auch darin) eine tiefe Schlucht hinauf. Ab und zu wird das Vorankommen erleichtert durch Seile und Leitern - ein grandioses Abenteuer! Die Schlucht ist vor etwa 10.000 Jahren durch Schmelzwasser von Gletschern entstanden und hat bei gerade einmal 5-14m Breite senkrechte Wände mit bis zu 50m Höhe.
    Zurück nahm ich dann den Weg oben entlang der Schlucht, sodass ich immer mal wieder schöne Blicke in die Tiefe hatte.
    Nach ein paar Metern beschloss ich jedoch, dass dieser Weg mir zu anstrengend ist, und nahm bergab den Sessellift.
    Dieser ist im Winter für Skifahrer und im Sommer für Downhill-Fahrer in Betrieb.
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  • Bergwerksmuseum Kongsberg

    14. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 19 °C

    Der Bergbau ist seit je her lebenswichtig für die norwegische Industrie und auch weltweit. Noch heute werden hier für den Alltag wichtige Rohstoffe abgebaut.
    In Kongsberg wird vor allem Silber abgebaut. Als der Abbau schneller voran gehen musste, weil der Bedarf stieg, fehlten jedoch die Fachkräfte vor Ort. König Christian III. rekrutierte 1539 deshalb Bergmänner aus Schneeberg (Sachsen), die dann nach Norwegen kamen und dort neue Silberminen anlegten. Ab dem 20. Jahrhundert wurden auch neue, mit Druckluft angetriebene Bohrer genutzt. Ursprünglich war die Bohrspitze fest mit dem Bohrer verbaut. Da diese sich aber schnell abnutzte, musste jeder Bergmann pro Schicht 20-40 Bohrer mit sich führen. Um 1950 wurden dann erstmals separat aufschraubbare Bohrkronen mit harter Legierung verwendet - davon brauchte man nur noch drei bis vier pro Schicht.
    Ich wusste bisher gar nicht, wie seltsam Silber vor dem Einschmelzen aussieht. Hier im Museum wurden verschiedene Stücke ausgestellt und teilweise auch deren Form interpretiert - ähnlich wie beim Bleigießen. Der größte gediegene Silberklumpen der Welt wurde hier in Kongsberg gefunden und wird ebenfalls hier ausgestellt.
    Eine weitere Abteilung des Museums war das 'Geolab', in dem man Spannendes zu verschiedenen Elementen erfahren konnte. Dazu gehörte ein großes Periodensystem, in dem zu jedem Element eine Probe oder ein Verwendungszweck hinterlegt war (außer zu den radioaktiven Stoffen...). Per Knopfdruck wurde dann aktiviert, welche Elemente beispielsweise im menschlichen Körper vorkommen oder sich in einem Smartphone befinden.

    Zuletzt gab es - wohl aus Lokalpatriotismus - noch eine Ausstellung über die Skispringer aus Kongsberg - diese sind seit Jahrzehnten die Besten. Dazu wurde auch ein Zeitungsartikel über den Worldcup in Lahti 1938 ausgestellt, der in etwa besagte: "Kongsberg war die beste Nation - Norwegen auf Platz zwei". Es gab auch zwei Räume, in denen "nur einige" der Weltcup- und Olympiamedallien und Pokale ausgestellt waren...
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  • Nachtplatz bei Kongsberg

    14. juli 2022, Norge ⋅ ☁️ 12 °C

    Ich entdeckte in Kongsberg noch ein seltsames Gebilde, das vermutlich Kunst sein soll: eine kleine Kirche aus Spiegeln.
    Meinen Nachtplatz fand ich etwas außerhalb an einem Badesee. In direkter Nachbarschaft befindet sich eine Silbermine, die ich mir dann morgen von innen ansehen werde.
    Abends um 22.30 Uhr lag ich dann eigentlich schon im Bett, als ich aus dem Fenster einen wunderschönen Sonnenuntergang sah. Also musste ich noch mal aufstehen und das Schauspiel genießen!
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  • Silbermine Kongsberg

    15. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 18 °C

    Nachdem ich gestern im Museum alles Theoretische über den Abbau von Silber gesehen habe, ging es für mich heute in eine alte Silbermine hinein. Die "Kongens gruve" ist die größte Silbermine Norwegens.
    Mit dem Grubenzug ging es 2,3 km hinein. Der tiefste Punkt der Mine ist 1068 m unter der Oberfläche (510 m unter dem Meeresspiegel).
    Man merkt immer noch deutlich den Einfluss der deutschen Bergmänner: es gibt einen Ort hier in der Nähe, der Sachsen heißt und der Eingang zur Grube heißt "Mundloch". Der Begriff "Zechenhaus" wurde etwas angepasst, das heißt hier jetzt "Sakkerhusene".
    Die Grubenbahn hatte Waggons mit je etwa 2,5 m², in denen jeweils 8 Personen saßen - man kam sich hier also schon näher ;)
    Die Fahrt war etwas holprig, aber gut machbar. Bei Ankunft im "Bahnhof" bekamen wir Helme und es gab erst einmal eine Einführung. Der Bahnhof selber wurde im 2. Weltkrieg als Bunker benutzt, um Wertgegenstände wie Gemälde von Munch, die Verfassung und ähnliches zu schützen.
    Ursprünglich entdeckt wurde das Silber hier von zwei Farmern, die es heimlich einschmolzen und in kleinen Stücken auf dem Markt verkauften. Sie wurden wegen Diebstahls verhaftet und mussten dann zugeben, dass sie es gefunden haben. So wurde das hiesige Silbervorkommen entdeckt.
    Auf der Rundtour entdeckten wir alte Fahrstühle, Stollen, Tunnel und Stützkonstruktionen. All das wurde von den deutschen Bergleuten errichtet und ist damit deutschen Minen sehr ähnlich. Auch all die Vorteile wie Gesundheitsvorsorge, soziale Absicherungen und Gehälter brachten die deutschen Arbeiter mit.
    Bis heute gibt es noch Silber in den unteren Stollen. Allerdings ist die Mine zu großen Teilen mit Wasser voll gelaufen und der Abbau würde sich finanziell nicht mehr lohnen. Das Besondere hier ist, dass sich hier Calcit- und Sulfitadern treffen. Dadurch kann Silber in so seltsamen Formen entstehen, wie ich es gestern im Museum gesehen habe.
    Einer der logistisch wichtigen Tunnel musste mit einer besonderen Technik gegraben werden. Das Gestein war hier so hart, dass man ursprünglich nur 20 cm pro Monat voran kam. Daher legte man Feuer und erwärmte das Gestein auf etwa 300°C, wodurch es weicher wurde. So schaffte man dann etwa 3-4 m pro Monat. Um jedoch dem Rauch zu entgehen schuf man eine zweite Ebene - oben war der Rauch und unten die Menschen. Damit im Brandfall nicht die gesamte Holzzwischendecke abbrannte, waren immer wieder Teile gemauert. Als man nach 70 Jahren etwa 2,4 km Tunnel geschlagen hatte, kam dann die Industrialisierung und alles wurde einfacher.
    Eine sehr interessante Tour!
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  • Versöhnung mit dem Abschied

    15. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 13 °C

    So langsam sind meine Urlaubstage hier gezählt und der Abschied fällt mir wieder einmal schwer - vier Wochen sind immer noch zu kurz!
    Den Nachmittag verbrachte ich bei herrlichem Sonnenschein lesend am Badesee.
    Abends überraschte dann ein starker Schauer, der jedoch einen traumhaften Regenbogen in den Himmel zauberte!
    Vor lauter tollen Fotos konnte ich mich unmöglich entscheiden...
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  • Stabkirche Heddal

    16. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 17 °C

    Die Stabkirche Heddal ist mit rund 20 m Länge und 26 m Höhe die größte Stabkirche der Welt. Sie ist immer noch eine aktive Gemeindekirche. Der Sage nach erbaute der Troll Finn das Gotteshaus im Laufe von nur drei Tagen - Wissenschaftler halten das jedoch für unwahrscheinlich...
    Einzelne Säulen der Kirche konnten auf das 10. Jahrhundert zurück datiert werden, der größte Teil wurde aber wahrscheinlich um 1240 erbaut. Aufgrund ihrer Größe und der Vielzahl der sich überlappenden Dächer wird die Stabkirche gelegentlich als „gotische Kathedrale aus Holz“ bezeichnet.
    Die Eingangsportale der Kirche weisen wertvolle Schnitzereien heidnischen Ursprungs auf. Diese wurden bewusst gewählt, um der Bevölkerung anhand bekannter Geschichten und Symbole das Christentum begreiflich zu machen. Am heutigen Hauptportal im Westen sind besonders starke Schnitzereien. Ursprünglich wurden hier nur die Täuflinge in die Kirche gebracht und da diese noch nicht unter Gottes Schutz standen, musste das Böse als umso mehr draußen gehalten werden. Dafür sieht man auf der linken Seite einen Löwen als Zeichen für den siegenden Christus und auf der rechten zwei im Kampf verbissene Bären - wie das Böse, das im Kampf gebunden ist.
    Um die Kirche herum führt ein Laubengang. Er diente zum Einen als Schutz vor Wind und Wetter, während die Bevölkerung auf den Gottesdienst wartete. Aber auch Menschen, die die Kirche nicht betreten durften - Infektiöse, Straftäter und Ungetaufte - konnten hier den Gottesdienst hören und durch eine Klappe zum Altarraum sogar die Kommunion erhalten. Durch das Südportal betraten ursprünglich die Männer die Kirche. Hier sieht man links die Schnitzerei eines verlorenen Menschen im Schlund eines Ungeheuers und auf der rechten einen gesegneten Menschen, der "frei wie ein Vogel" ist. Dies sollte die Transformation beim Betreten der Kirche symbolisieren. Neben dem Portal befindet sich eine Runenschnitzerei, die bis heute nicht ganz gedeutet werden kann, da sie keinem bekannten Runenalphabet entspricht. Man vermutet jedoch die Buchstaben "MR", da diese Kirche ursprünglich Maria geweiht war.
    Im Innenraum befanden sich früher Wandgemälde von Heiligen. Nach der Reformation wurden diese übermalt mit einem Rosenmuster. Im 19. Jahrhundert wurden die Innenwände modern vertäfelt und mit einer Isolierschicht versehen. Als man dies um 1950 wieder abnahm, um den Originalzustand wieder herzustellen, ging an einigen Stellen die Bemalung ganz verloren, am Übergang tauchten Teile der Bemalung mit Heiligen wieder auf.
    Das Lesepult hier ist eine Replik - das Original steht in Oslo im Museum. Es zeigt die Sagengestalt Siegfried, wie er einen Drachen ( = das Böse) besiegt mit dem Löwen ( = Christus), der ihm den Rücken stärkt. Der Bischofsstuhl ist noch original erhalten und zeigt ebenfalls Motive aus der Nibelungensage.
    Alle vier Jahre wird die Kirche komplett mit Teer aus Kiefernholz lackiert, um sie vor Witterungsschäden zu schützen.
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  • Die Sigurd-Saga

    16. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 21 °C

    Während ich noch vor der Kirche in der Sonne saß, bekam ich unverhofft eine sehr humorvolle Kurzaufführung der Sigurd-Saga zu sehen.
    Hinter dem Café entdeckte ich zudem eine Ausstellung zu selbiger:
    Sigurd wächst ohne seine Eltern auf, in der Obhut des Schmiedes Regin. Regin macht ein mächtiges Schwert und Sigurd beginnt sein Leben voller Abenteuer. Er rächte seinen Vater, erschlug den Drachen Fåvne und erlangte einen großen goldenen Schatz. Sigurd verliebte sich in die Schildmaid Brynhild, heiratet aber Gudrun. Brynhild heiratet Gudruns Bruder Gunnar. Die Schwierigkeit der Liebe ist ein Schlüsselelement in der Geschichte. Unter den Schätzen von Sigurd ist ein verfluchter Ring und einer nach dem anderen stirbt, wenn er in seinen Besitz kommt. Am Ende ist fast jeder der Hauptcharaktere einem gewaltsamen oder tragischen Tod erlegen.
    Diese Geschichte kommt dem ein oder anderen vielleicht sehr bekannt vor: im Deutschen ist sie als Nibelungenlied bekannt mit dem Helden Siegfried. Zwischen beiden Erzählungen gibt es große Ähnlichkeit, auch wenn die Sigurdsage im heidnischen Norden und das Nibelungenlied im christlichen Mittelalter beheimatet ist.
    In diesem Museum wurde sogar die Parallele zu Tolkiens Herr der Ringe behandelt.
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  • Kyststien

    16. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 18 °C

    Ich fand einen schönen kleinen Wanderparkplatz zum Übernachten. Da von hier aus auch ein kurzer Rundweg ausgeschildert war, zog ich ein letztes Mal die Wanderstiefel an und lief los.
    Ich muss zugeben: auch hier im Süden kann die Landschaft wundervoll sein. Zunächst ging es durch dichten Wald und dann immer an der Steilküste entlang. Ich erhaschte Blicke auf wunderschön türkisfarbenes Wasser.
    Nach recht steilen Abstiegen kam ich zu einer Felszunge, die ins Meer hinein ragte. Hier war die Brandung so bezaubernd, dass ich dafür einen eigenen Footprint erstellen musste.
    Glücklich über diese schöne Abschlusswanderung ging ich zurück zum Parkplatz und genoss den letzten Abend in Norwegen.
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  • Goodbye...

    17. juli 2022, Norge ⋅ ⛅ 20 °C

    ... und bis bald!
    Findus und ich sind fertig für die Fähre zurück nach Dänemark. Die einzige Hilfe um den Abschied zu verkraften ist, dass mein Dezember-Urlaub in Norwegen schon gebucht ist. Nach vier Wochen hier fühle ich mich immer noch pudelwohl und habe noch so viel mehr, das ich sehen und erleben möchte...Læs mere

  • An Bord der MS Stavangerfjord

    17. juli 2022, Danmark ⋅ ☁️ 16 °C

    An Bord des Schiffes suchte ich zunächst meinen gebuchten Tisch am Commander-Buffet auf. Ich aß mich von vorne bis hinten durch, von Salat über Minischnitzel und Kartoffelsalat bis zu herrlichem Lachsfilet. Ich nutzte sogar die Gelegenheit des Buffets und probierte Kaviar - nette Erfahrung, reicht dann auch...
    Die Zwischenmahlzeit bestand aus Käse, Knäckebrot und Rotwein (leider nur ein Glas, ich muss ja noch fahren). Abgerundet wurde dieses Festmahl von einem Cappuccino mit Waldbeer-Käsekuchen und Softeis.
    Beim Essen genoss ich die ganze Zeit einen wundervollen Ausblick vom Heck des Schiffes.
    Später genoss ich den heftigen Wind an Deck und ließ mich ordentlich durchpusten.
    Der starke Gegenwind war auch verantwortlich für eine verspätete Ankunft in Hirtshals. Das Schiff nutzte nicht nur den umweltfreundlichen Betrieb mit LPG, sondern auch den Zusatz-Dieselmotor. Dadurch hielt sich die Verspätung halbwegs in Grenzen und um 19.30 verließ ich das Schiff.
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  • Wieder in Deutschland

    18. juli 2022, Tyskland ⋅ ☁️ 17 °C

    Nach etwa 7.000 km Reise und rund 100 Stunden Autofahrt (das reicht übrigens für die kompletten Hörbücher Das Silmarillon, Der Hobbit, und Der Herr der Ringe) bin ich nun wieder in Deutschland und verbrachte die Nacht bei Flensburg. Der Platz hier ist rappelvoll, aber Findus ist ja klein, da fand sich noch eine kleine Ecke.
    Was für ein Erlebnis hatte ich doch!
    Ich kann noch gar nicht sagen, was das Highlight der Reise war, es gab so viel Spektakuläres, Beeindruckendes, Interessantes und Schönes. In jedem Fall ist Norwegen ein Land der Extreme. Ich war am nördlichsten Punkt Europas, am größten Festlandgletscher Europas, am stärksten Gezeitenstrom der Welt, in der größten Stabkirche der Welt und in der schönsten Natur der Welt. Okay, Letzteres ist nicht ganz offiziell, aber meine Fotos sollten als Beweis reichen...
    Zudem habe ich auch alle möglichen Wetterlagen erlebt: von Regen bis Sonne, von viel zu heißen 32°C auf Senja bis zu eiskalten 4°C mit beißendem Wind am Polarkreis, von Wanderungen im Schnee bis Abkühlung im Fjord.
    Und obwohl ich fast vier Wochen Zeit hatte (und diese wirklich ziemlich gut genutzt habe) , steht jetzt noch mehr als vorher auf meiner Liste der Sehenswürdigkeiten in Norwegen.
    Es hilft also Nichts: ICH KOMME WIEDER!
    Danke Norwegen für diese tolle Zeit ♥️🇳🇴
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    Slut på rejsen
    18. juli 2022