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Kurztrip Luxemburg

Mal kurz übers Wochenende das Nachbarland erkunden Les mer
  • Reisens start
    22. mai 2026

    Übernachtung in der Nähe

    22. mai, Luxembourg ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute Abend bin ich nur schonmal in die Nähe des eigentlichen Ziels gefahren. Bei einem kurzen Einkauf musste ich feststellen, dass hier ja überraschend viel Französisch gesprochen wird! Ach du Schreck - das war mir bei der sehr spontanen Ausflugsplanung gar nicht bewusst...
    Anschließend übernachtete ich auf einem sehr schönen ruhigen Parkplatz vor den Toren der Stadt Luxemburg.
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  • Die Bock Kasematten

    23. mai, Luxembourg ⋅ ☀️ 20 °C

    Ich fuhr weiter bis zu einem kostenlosen P+R Parkplatz am Stadtrand und von dort weiter mit den kostenlosen Öffis ins Stadtzentrum - so etwas wünsche ich mir auch für deutsche Städte!
    In der Stadt angekommen führte mich mein Weg erst einmal zu den Bock Kasematten.
    Pünktlich zur Öffnung gehe ich hinein in den Bauch des Bockfelsens. Schon nach den ersten Schritten denke ich, das wäre vielleicht auch gut für den heißen Nachmittaggewesen. Die jetzt schon warme Pfingstsonne draußen verblasst und die Luft wird schlagartig kühl, ein bisschen feucht, und es riecht nach altem Stein und Abenteuer.
    ​Ich bin nun im längsten unterirdischen Festungssystem der Welt!
    ​Der Boden unter den Füßen ist uneben, direkt aus dem Schieferfels geschlagen. Links und rechts zweigen immer wieder schmale, düstere Stollen ab. Manche führen steil nach unten in tiefere Ebenen, andere enden abrupt vor massiven Steinwänden.
    Alle paar Meter öffnet sich der Fels zu den Seiten mit tiefen Schießscharten heran. Das Licht blendet kurz, aber dann ist der Ausblick atemberaubend: Früher standen genau hier tonnenschwere Kanonen, bereit, das Tal unter Feuer zu nehmen.
    ​Diese Ort wird auch „Gibraltar des Nordens“ genannt.
    ​Um zu verstehen, warum dieses unterirdische Schweizer-Käse-System entstand, drehe ich das Rad der Zeit zurück.
    ​Alles begann im Jahr 963, als Graf Siegfried eine kleine Burg auf diesem Felsen baute. Doch die strategische Lage Luxemburgs war so genial – im Herzen Europas, uneinnehmbar auf den Klippen –, dass im Laufe der Jahrhunderte jeder Herrscher diese Stadt besitzen wollte. Burgunder, Spanier, Franzosen, Österreicher und Preußen reichten sich hier die Klinke in die Hand.
    ​Jede Besatzungsmacht baute die Festung weiter aus. Die eigentlichen Kasematten wurden 1644 unter spanischer Herrschaft begonnen. Später setzte der französische Festungsbaumeister Vauban noch eins drauf, und die Österreicher vollendeten das Werk im 18. Jahrhundert. Am Ende war Luxemburg eine der am stärksten befestigten Städte der Welt – das „Gibraltar des Nordens“.
    ​Das Besondere: Als die Festung 1867 aufgrund eines Friedensvertrages geschleift, also abgerissen werden musste, stand man vor einem riesigen Problem. Hätte man die unterirdischen Kasematten gesprengt, wäre die gesamte Oberstadt darüber in sich zusammengestürzt! Also zerstörte man nur die oberirdischen Tore und Festungswerke und mauerte viele Zugänge einfach zu. Von einst 23 Kilometern unterirdischen Gängen sind deshalb heute noch stolze 17 Kilometer erhalten.
    In den Kasematten wurde nicht nur gekämpft, sondern auch gelebt. Im Ernstfall (bei Belagerungen) boten die Gänge Platz für Tausende von Soldaten und deren Pferde. Es gab unter der Erde eigene Bäckereien, Schlachtereien, Werkstätten und sogar Lazarette. Ein komplett autarkes Leben im Fels.
    Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs wurden die Bock-Kasematten und die benachbarten Pétrusse-Kasematten reaktiviert – allerdings nicht als Waffenlager, sondern als gigantische Luftschutzbunker. Bis zu 35.000 Menschen (fast die gesamte Stadtbevölkerung der damaligen Zeit) fanden hier bei Fliegerangriffen Schutz.
    ​Nach dem Abriss der Festung standen die Gänge lange Zeit leer. Was macht man also mit kilometerlangen, dunklen, feuchten Räumen mit konstanter Temperatur? Richtig: Pilze züchten! Ab den 1890er Jahren nutzte eine Luxemburger Gärtnerei die Kasematten jahrzehntelang sehr erfolgreich für die Zucht von Champignons.
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  • Durch die Stadt Luxemburg

    23. mai, Luxembourg ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach den Kasematten setzte ich meinen Weg durch die Stadt fort. Da es hier doch sehr bergig ist, war ich froh über den Panoramaaufzug, der mich aus der Unterstadt mühelos 65m höher in die Oberstadt brachte.
    Hier schlenderte ich durch den Stadtpark und machte im Schatten eine kurze Pause. Wie gut, dass es hier überall Trinkbrunnen gibt - so langsam wird es richtig warm...
    Nach dem Park kam ich in die Innenstadt und schlenderte vorbei an Läden und Cafés. In der Kathedrale Notre Dame de Luxembourg suchte ich Zuflucht vor der Hitze und ruhte mich hier ein bisschen aus.
    Anschließend führte mich der Weg weiter am Palais Grand-Ducal vorbei. Hier residiert Großherzog Guillaume aus dem Haus Nassau-Weilburg. Luxemburg ist das weltweit einzige verbliebene Großherzogtum und eine parlamentarische Demokratie in Form einer konstitutionellen Monarchie. Anschließend entdeckte ich die ewige Flamme zum Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkrieges und zur Erinnerung an den Widerstand und die Solidarität des Luxemburger Volkes gegen die nationalsozialistische Besatzung.
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  • Stadtteil Grund

    23. mai, Luxembourg ⋅ ⛅ 28 °C

    Nun ging ich durch steile Gassen aus der Oberstadt runter in den Stadtteil Grund. Die tiefe, grüne Schlucht der Alzette offenbart ein Bild wie aus einem romantischen Gemälde des 19. Jahrhunderts: Schiefergedeckte, pastellfarbene Häuser, die sich eng an die schroffen Klippen schmiegen, ein sanft dahinfließender Fluss und alte Steinbrücken, die von Weidenbäumen gesäumt werden. Das ist der Grund (luxemburgisch: Gromm), das unbestrittene, malerische Herz der Unterstadt.
    Während des Abstiegs hatte ich immer wieder einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Kasematten. Unten angekommen bekam ich doch langsam Hunger und setzte mich in ein sehr schönes kleines Café mit Sandwiches in selbstgebackenem Fladenbrot.
    Gestärkt setzte ich meinen Weg fort zur Abtei Neumünster. Wo im 17. Jahrhundert Benediktinermönche beteten, im 19. Jahrhundert die Preußen eine Kaserne einrichteten und später ein Gefängnis untergebracht war, pulsiert heute das kulturelle Leben der Stadt. Die riesigen Innenhöfe und historischen Säle dienen als Bühne für Konzerte, Ausstellungen und Theater.
    Ich spaziere entlang der Alzette mit Blick auf den Festungsfelsen und durch den Kreuzgang, wo ich ganz spontan noch ein Highlight entdeckte.
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  • Den Demokratie Labo

    23. mai, Luxembourg ⋅ ☀️ 32 °C

    Im Kreuzgang der ehemaligen Abtei lockte mich das Wort "Demokratie" in eine kleine Ausstellung. Vom luxemburgischen Institut für politische Bildung gab es hier Politik und Demokratie zum Anfassen. An über 50 Stationen konnte man demokratische Prozesse kennenlernen, Entscheidungen treffen und Meinungen austauschen.
    Leider war die Ausstellung eigentlich so gestaltet, dass man sie mindestens zu zweit besuchen soll - alleine ist das Diskutieren so schwer...
    Glücklicherweise sprach der Betreuer der Ausstellung aber sehr gut deutsch und außer mir waren keine anderen Besucher da. Also diskutierte ich mit ihm und lernte so auch viel über die politische und gesellschaftliche Situation in Luxemburg (über die ich bislang gar nichts wusste...).
    Anschließend füllte ich meine Wasserflasche zum xten Mal auf (wie gut, dass es hier überall solche Stationen gibt) und spazierte noch etwas am Fluss entlang, kühlte meine Füße darin und suchte mir dann die nächste Bushaltestelle, um erschöpft zurück zum Camper zu kommen. Übrigens gehören hier Wendeltreppen in ehemaligen Burgtürmen zu den ganz normalen Fußwegen...
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  • Kein einsamer Stellplatz

    23. mai, Luxembourg ⋅ ☀️ 27 °C

    Ich verließ die Stadt Luxemburg und fuhr auf einer wunderschönen Landstraße ins Müllerthal, wo ich morgen dann wandern möchte.
    Laut App habe ich mir einen "romantischen einsamen Waldparkplatz" ausgesucht. Hier angekommen, würde ich es schon fast als Campingplatz bezeichnen 😅
    Trotzdem ein sehr schöner Platz! Den Fluss gleich hinterm Auto, auf der anderen Seite steile Felsen - ich freue mich schon darauf, das morgen weiter zu erkunden!
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  • Märchenhaftes Müllerthal

    24. mai, Luxembourg ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach einer sehr erholsamen Nacht brach ich zu meiner Wanderung durch das Müllerthal auf.
    Bei den ersten Schritten fühle ich mich schon wie in den Kulissen eines Fantasy-Epos - wie weit noch bis Lothlorien oder Rivendell? Ein tief eingeschnittenes Tal, in dem die kristallklare "schwarze Ernz" murmelt, dichte, moosbewachsene Wälder und allen voran gigantische, bizarre Formationen aus Sandstein, die wie versteinerte Riesen aus dem Waldboden ragen.
    ​Nicht umsonst trägt die Region seit dem 19. Jahrhundert den Beinamen „Kleine Luxemburger Schweiz“.
    ​Das architektonische Fundament dieser Region wurde vor rund 200 Millionen Jahren gelegt. Damals, im Zeitalter des Unteren Lias (Lias-Kreide), war das heutige Luxemburg von einem tropischen Meer bedeckt. Am Grund dieses Meeres lagerten sich gigantische Mengen von kalkhaltigem Sand ab, die im Laufe der Jahrmillionen zu mächtigen Schichten aus Luxemburger Sandstein zusammengepresst wurden.
    ​Als sich das Land später hob und das Meer zurückwich, begann die eigentliche Arbeit der Natur:
    ​Flüsse wie die Schwarze Ernz, die Lauterbornerbach oder die Aesbach gruben sich tief in das Plateau ein.
    ​Da Sandstein starr ist, brach er unter den tektonischen Spannungen in riesige Blöcke. Wasser und Frost drangen in diese Risse ein, wuschen das weichere Material heraus und hinterließen die heute so spektakulären, engen Felsschluchten, tiefen Höhlen und freistehenden Felsnadeln.
    ​Das Müllerthal besitzt ein ganz besonderes botanisches Phänomen: das sogenannte Schluchtenklima. In den engen, tiefen Felsspalten kommt selbst im Hochsommer kaum direktes Sonnenlicht an. Die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch, und die Temperaturen bleiben konstant kühl.
    Das merke ich sofort! Trotz der angenehmen Temperaturen schwitze ich sofort.
    Das Klima schafft die perfekten Bedingungen für eine Pflanzenwelt, die man sonst eher in feuchten Bergwäldern oder atlantischen Regionen findet.
    ​Die Felswände sind oft von einem dicken, smaragdgrünen Teppich aus Moosen und Flechten überzogen. Auf den kargen Sandsteinrücken dominieren knorrige Kiefern und Heidekrautgewächse, während in den feuchten Tälern prächtige, schattenspendende Buchen- und Schluchtwälder (mit Eschen und Ahorn) gedeihen. Hier darf der Wald an vielen Stellen noch wild wachsen; Totholz bleibt liegen und bietet die Lebensgrundlage für unzählige Pilzarten.
    ​Die Unberührtheit der Wälder und die unzähligen Höhlen machen das Müllerthal zu einem wertvollen Refugium für bedrohte Tierarten.
    ​Die tiefen Felsspalten und alten Sandsteinhöhlen sind ein Paradies für Fledermäuse. Zahlreiche geschützte Arten, darunter das Große Mausohr und die Wasserfledermaus, nutzen die Spalten als Winterquartier oder Tagesversteck.

    Die meiste Zeit verbringe ich am Schiessentümpel - Luxemburgs berühmtesten Wasserfall. Dementsprechend viele Menschen sind hier auch... Durch den Fluss watend und auf Felsen kletternd versuche ich, die besten Foto-Blickwinkel zu finden.
    Weiter entlang der Schlucht laufe ich direkt an der senkrecht emposteigenden Felswand entlang.
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  • Spontan nach Trier

    24. mai, Tyskland ⋅ ☀️ 34 °C

    Nachdem mein nächster Wanderparkplatz leider auch komplett zugeparkt war, wollte ich eigentlich schon nach Hause fahren. Kurz vor der Grenze noch einmal vergleichsweise günstig vollgetankt und ab nach Deutschland. Auf dem Weg sah ich dann die Beschilderung nach Trier - eine Stadt, die ich mir ja auch noch einmal angucken wollte.
    Also bog ich spontan ab und fand einen praktischen Parkplatz. In der Stadt war dann der erste Anlauf die Touristinformation, die mir aber auch nicht mehr Tipps geben konnte als eine erste kurze Recherche.
    Die Porta Nigra befand sich leider hinter einem Gerüst - dann muss ich wohl irgendwann wieder kommen...
    In der Fußgängerzone gab es dann angesichts des Wetters Spaghettieis zum Mittag. Bei einem Besuch im Dom genoss ich die kühle Luft und anschließend den herrlichen Blick vom Kreuzgang aus auf das imposante Gebäude.
    Weiter ging es zur Konstantin-Basilika. Das Gebäude selbst ist ebenfalls gigantisch, aber ganz anders als der Dom - komplett nüchtern und fast wie eine Fabrikhalle der industriellen Revolution. Das mag auch daran liegen, dass sie mit ihren 3m dicken Wänden zunächst als römische Kaiseraula, Lazarett, Kaserne und vieles mehr verwendet wurde. Die ehemalige Marmorverkleidung von Boden und Wänden ist inzwischen weg - was meiner Meinung nach den Reiz erst ausmacht.
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  • Die Kaiserthermen

    24. mai, Tyskland ⋅ ☀️ 34 °C

    Bei dieser Hitze suchte ich mir die nächste kühle Sehenswürdigkeit. Unter der Erde ist es meist besonders gut, also besuchte ich die Kaiserthermen.
    Als Trier um das Jahr 250 während des Tetrarchats Kaiserliche Residenzstadt des römischen Reiches wurde, wurden neben dem Palast auch andere Prunkbauten erweitert und erneuert. Außerdem wollte man hier die prächtigste Thermenanlage im ganzen Reich schaffen.

    Über der Erde ragen noch die bis zu 19m hohen, beeindruckenden Bogenbauten in die Luft. Schon irre, wie sicher und beständig die römer bauen konnten...
    Unter der Erde, in den ehemaligen Botengängen, nehme ich als aller erstes die kalte Luft wahr. Herrlich!
    So kann ich gleich viel begeisterter durch die rund 1700 Jahre alten Gänge laufen teilweise sind noch die Reste von Kanälen oder der Konstruktion der Fußbodenheizung zu erkennen.

    Die Thermenanlage wurde nie fertiggestellt. Mitte des 4. Jhd. ruhte der Bau aufgrund der internen Konflichte im Reich. Anschließend wurde der Rohbau zur Kaserne der berittenen kaiserlichen Leibgarde umgebaut und als solche genutzt.
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  • Weitere Römer und der Schlafplatz

    24. mai, Tyskland ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach dem Besuch in den Kaiserthermen lief ich noch durch die Stadt. Wegen der Hitze ging ich lieber ohne große Umwege zu den Barbarathermen.
    Offiziell war diese Ruinenanlage schon geschlossen, aber die Tore des Besucherstegs waren noch offen. Also schaute ich mir auch hier noch die Überreste der Antike an. Schon irgendwie seltsam, wie hier so alte Gemäuer mitten in der neuen Stadt zu finden sind...
    Danach ging ich an der Mosel entlang, vorbei an der Römerbrücke und einem alten Zollkran, zurück zum Camper.
    Mein Nachtlager schlug ich dann schon zurück in der Eifel auf. Auf einem sehr schönen kostenlosen Stellplatz am Ortsrand von Deudesfeld fand ich einen Platz mit Aussicht über das Tal und fing erstmal an, die ganzen Kamerafotos der letzten beiden Tage zu bearbeiten...
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    Reisens slutt
    25. mai 2026