• Gerhild Artelsmair
  • Franz Artelsmair
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Mit dem Rad von Tarvis nach Poreč

Entlang des Alpe Adria Wegs und der Parenzana und abseits davon radeln Franzi und ich als Radguides mit einer 20 köpfigen Gruppe. Read more
  • Trip start
    September 12, 2026

    Und los geht's

    Sep 12–13 in Italy ⋅ ☀️ 17 °C

    Mit dem Zug ist die Anreise wunderbar entspannt, besonders da ich ziemlich verkühlt bin und noch einigermaßen schlafen kann. Bis Tarvisio gibt es SEV und ich freue mich mit dem Rad die erste Etappe zu absolvieren. Es ist ein Harley Treffen in Villach und - Brigitte begleitet mich ebenfalls, während die Männer mit 4 Koffern und Bus unterwegs sind- wir müssen extrem viel Lärm ertragen. Der Radweg verläuft bis Thörl-Maglan beinahe ständig neben der Bundesstraße.

    Dann wird es idyllisch und mit stetem Blick auf die Julischen genießen wir die Sonne und das viele Grün bis Tarvis. Hier scheint es diese unsägliche Dürre, die wir erleiden mussten nicht gegeben zu haben.

    In Arnoldstein halten wir in einem Beisl aus und freuen uns über eine günstige Rechnung für Torte, Bier und SoZi.

    Um 5 treffen wir unsere Gruppe im recht hübschen Hotel Nevada. Es wird vermutlich relativ unkompliziert, da der Großteil gemeinsam unterwegs sind. Eine Naturfreundegruppe aus Wels. Zwei Vorarlberger und ein weiterer Gast verabschieden sich sofort. Es wollen praktisch alle individuell fahren. Sehr angenehm, da 22 Leute ohnehin schwierig sind auf den Radwegen. Allerdings appelliere ich, dass sie sich wegen abgeänderter Routen täglich bei mir melden sollten.

    Wunderbar speisen wir, wie immer in Tarvis, im Alpina.
    Traraaaa. Und morgen geht es los!
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  • Auf der Pontebbabahn nach Gemona

    Sep 13–14 in Italy ⋅ ☀️ 24 °C

    Die Welser Gruppe hängt sich bei mir und Frabzi an. So sind wir mit Erich und Brigitte und zwei deutschen Freunden- Frank und Christian- ein ganzer Haufen.

    Recht frisch ist es in der Früh noch, aber herrlich sonnig. Die genießen wir am Platzl in Pontebba im Bar- Café. 1,50 Euro das Glaserl Wein... wir sind in Italien angekommen!

    Der alte Bahnhof in Resiutta ist jetzt ein hübsches Café und lädt wieder zum Verweilen ein. Manfred von der Welser Naturfreundegruppe hat vorgeschlagen, dass wir- da wir noch viel Zeit und insgesamt wenige Kilometer haben einen "Schlenkerer" über Tolmezzo fahren könnten. Trotzdem es ca. 30 km mehr sind, stimmen alle zu.

    In Carnia biegen wir ins rechte Tolmezzotal ab. Von Weitem schon ist der riesige Brand zu erkennen, der tagelang in den Medien war, weil kein Wasser zur Verfügung stand. Bis zum Gipfel sind die verbrannten Bäume zu sehen. Tolmezzo war nicht betroffen, aber es war knapp.

    Komplett verschlafen liegt es In der Sonne. Wir genießen ein Eis und radeln dann wieder auf einem sehr unterhaltsamen Weg mit vielen Schupfen zur Route zurück.

    Das spannende Venzone lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen. Was sind das für großartige Menschen, die ihre Stadt aus Trümmern wieder zusammenbauen wie beim Puzzeln! Am besten ist das in der unglaublich schönen Kirche zu sehen. Heuer sind es 50 Jahre des Gedenkens an das Erdbeben und in Venzone wird das auch aktiv gehalten.

    Nur ein paar Kilometer weiter, aber insgesamt sind wir ca. 90 geradelt, erreichen wir recht müde Gemona.

    Wir haben uns ein gutes Abendessen verdient, das wir nach einer Bergwertung hinauf in die Altstadt auch finden.
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  • Über die Dörfer und Cividale nach Udine

    Sep 15–16 in Italy ⋅ ☀️ 27 °C

    Alpe Adria kann jeder. Und genauso viele radeln da herum. Also nehmen wir eine andere, interessante Route über Tarcento, von dem wir nur die berühmten Villen am Fuße der Julischen Ausläufer von der Ferne sehen- nach Cividale del Friuli.

    Durch Felder, Weingärten- teilweise auf Schotter, ein bisschen Strada Statiale zum Passo Crocce hinauf, erreichen wir Cividale genau richtig zum Mittagessen.

    Es ist eine wunderschöne, absolut sehenswerte Stadt, die auch eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Nur 10 km von der slowenischen Grenze entfernt liegt sie eng angeschmiegt über dem Tal des Natisone. Die Teufelsbrücke überquert im Süden die tiefe Schlucht. Keltische artifizelle Höhlen - Hypogäum - der Zweck wurde nie definiert- befinden sich mitten in der Stadt.

    Bereits seit der Frühgeschichte ist sie eine bedeutende Siedlung.

    Am Weg nach Udine entscheiden wir uns recht einhellig für eine Abkürzung von ca. 5 km. Wie immer... Abkürzungen funktionieren selten, stecken wir mitten in einem trockenen Bachbett fest. Mit vereinten Kräften ziehen wir die Räder über einen Abbruch hinauf und erreichen wieder den richtigen Weg.

    In Udine schlafen wir mitten in der Stadt und so ist ein gemütlicher Abend gewährt.
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  • Von Udine nach Monfalcone über Grado

    September 15 in Italy ⋅ ☀️ 23 °C

    Und wieder, einfach geht auch. Aber nicht bei uns. Heute geht es wieder an die 90er Grenze.
    Einen Stopp machen wir in Palmanova. Die Welser/Marchtrenker Gruppe fährt heute alleine. Es ist herrlich in der Bar am riesigen Platz schon vormittags ein Gläschen zu genießen. Ewig könnte man das Dahuckn und Dahinsinieren aushalten. Italienische Bars sind solche Zauberplätze wo die Welt rund und gut wird und alles im Einklang ist.

    Wir radeln die 30km nach Grado durch. Zu herrlich ist die Aussicht auf einen Platz am Meer.

    Christian findet den auch. Es ist plötzlich wie Urlaub. Mitten am Strand, das Meer vor uns, ein leichtes Winderl. Ein Traum. Brigitte und ich müssen das ausnutzen und ins Wasser gehen. Es sind nur mehr wenige Kilometer nach Monfalcone! Da können wir uns Zeit lassen.

    Schnell haben wir diese Distanz auch geschafft und bei der Ortstafel hat Franzi einen Platten. Ein Dorn! 5, 6x pumpt er den Reifen auf und wir rasen- mehr oder weniger- durch den Verkehr zum Bahnhof.

    Mit dem Zug geht es nach Triest und von dort in der gleichen Weise zum Hotel... die wilde Horde mit dem Patschen 🙈🤣👍💪
    Zögern und Zaudern geht da nicht sondern einfach wie die Triester- Augen zu und durch. Durch das Aufblasen kann Franzi mit hoher Geschwindigkeit immer wieder ziemlich weit fahren.

    Abends lassen wir uns vom Gewühl anstecken und genießen ein gutes Abendessen mit einem super Kellner!
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  • Von Triest nach Koper, Piran und Portorose

    September 16 in Slovenia ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute genießen wir eine kleine Fährfahrt von Triest nach Muggia. In dem bezaubernden Fischerdorf bereiten wir uns mental mit einem herrlichen frischen Gläschen Wein auf die Parenzana vor. Da wir bereits drei Platte hatten gehen Franzi und Manfred Pneus kaufen. Ich fahre mit den anderen nach Koper. Wir verbinden zwei entspannte Stunden in dieser zauberhaften Stadt.
    Es ist sehr warm und wunderschön. Herrlich das Stück entlang des Meeres bis man Izola erreicht. Weiter geht es bis Strunjan auf dem gut ausgebauten Radweg.
    Dort biegen wir ab um direkt nach Piran zu fahren.

    Eine Perle des Mittelmeers. So eine schöne Stadt! Direkt an der Mole kann man wunderbar baden und etwas trinken. Ich freue mich über meine "allein Zeit" während die Gruppe irgendwo sitzt und den Ausblick auf den Hauptplatz bewundern.

    Viel zu bald radeln wir wieder weg und erreichen in wenigen Kilometern Portorose. Wir wohnen in einem sehr elegantem Hotel.

    Ein bisschen getrübt wir der Abend durch viel Spekulation über das morgige Wetter. Aber.... wie's kommt so kommts...

    Die Laubers und wir essen in einer vornehmen Marina sehr stimmungsvoll.
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  • Genau heute- der knackige Abschnitt der Parenzana

    September 17 in Slovenia ⋅ 🌧 20 °C

    Heute soll es von Portorož nach Motovun gehen. Alle sind schon seit 2, 3 Tagen aufgeregt. Es gibt immerhin zwei Sperren durch Murenabgängen auf diesem doch recht schwierigen Stück. Ab Kroatien ist der Radweg uncharmant, unentspannt und mit voller Konzentration zu fahren.
    Dann der 1000 ste Wettercheck am Handy obwohl der Blick aus dem Fenster selbstredend ist. Heute wird es ungemütlich!

    Während des Frühstücks tobt es dann auch los. Wie ein wild gewordenes Tier donnert der Regen herunter.
    Hoffungslos!

    Wir beschließen uns zu teilen und in einer Regenpause schnell loszufahren.
    Kein Gedanke mehr an das Picknick bei Florentin und Rosa, auf ein Glas Bier in Oprtalje hoch über den Weinbergen mit Blick auf Motovoun. Kein Gedanke mehr an Grosnjan und die Umleitung....

    Es heißt einfach am kürzesten Weg nach Motovoun!
    Franzi schnappt sich die Biobiker, ich radle mit den anderen los. Unseren restlichen Radler/innen, die alleine fahren wollen geb ich unsere 2 Varianten und warne sie eindringlich die Parenzana zu fahren.

    Manfred versucht uns immer wieder auf die Parenzana zu lotsen was zum Fahren aber völlig unmöglich ist. Ich habe eine Variante ausgewählt, die ich im Juni auch geradelt bin über die kleinen Verbindungsstraßen ohne viel Verkehr.
    Während die 4er Biogruppe direkt auf der schwer befahrenen Straße radelt, traue ich mich das mit meiner großen, teilweise unsicheren Gruppe nicht.

    Wie durch ein Wunder bleiben wir trocken. Leider wird jedes Stehenbleiben zum Herumkramen genutzt und aus- oder anziehen....
    Bei Buje stehen wir kostbare 20 Minuten herum bis die Kramerei wieder vorbei ist.

    Ich versuche halbwegs schnell nach Grosnjan zu kommen. 1 km noch und dann schlägt das Gewitter über uns die Hände zusammen. Wir stecken mitten in der Zelle. Ein paar Kastanienbäume helfen nur bescheiden. Im Nu sind wir bis auf die Knochen nass. Immer wieder nähert sich das Gewitter, der Regen wäre uns egal, aber meine Leutchen wollen beim Gewitter nicht fahren. 500m wären es noch gewesen und wir hätten Grosnjan trockenen Fußes erreicht.
    Brrrrr.
    Dann müssen wir los, es wird auch schon kalt. Von Grosnjan steil hinunter ins Tal Richtung Livade hoffe ich nur, dass keiner ausrutscht, keiner die Kontrolle verliert.

    Die Fahrt im strömenden Regen entlang der mega befahrenen Straße zur Abzweigung Motovoun ist durch die Gischt der Autos und LKWs noch einmal super arg. Aber es ist der kürzeste Weg.
    Kurz vor Livade hat Manfred einen Patschen. Ich lasse ihn allein, die Gruppe muss ins Hotel. Dringend. Hoch hinauf nach Motovun. Die "Rettung" von Manfred müssen wir von dort aus organisieren.

    Eine Challenge ist das glitschige Pflaster bis zum Hotel.
    Als wir ankommen sind die Zimmer fertig, aber die Koffer natürlich lange nicht da. Und leider stellt das Hotel keine Bademäntel udgl zur Verfügung um den Wellnessbereich benutzen zu können.

    Franzi hat inzwischen die Idee aus meinem Rad den Hinterreifen auszubauen und in den von Manfred einzubauen sodass er wenigstens den Rest der ca 7km fahren kann. Franzi fährt mit Brigittes Rad und meinem Reifen zu Manfred und Veronika, die brav mit ihm mitgelatscht ist. Sie schaffen es und erreichen glücklich das Hotel.

    Wie gut, dass Franzi als technischer Experte mit ist! Es ist der 4. Platte!

    Den Abend verbringen wir im Hotel und mit Wäsche trocknen.

    Für den nächsten Tag ist ein bisschen schöner angesagt. Wir werden auf jeden Fall Parenzana versuchen.
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  • Und der letzte Tag... von Motovoun nach Poreč

    September 18 in Croatia ⋅ ☁️ 22 °C

    Die schwerste Entscheidung wenn man eine Gruppe leitet ist wie man es schafft möglichst nicht nass zu werden. Die vermaledeiten Apps verführen zu dunklen Prognosen. Alle sind unterschiedlich. Jeder ein Experte.

    Aber wir schaffen es um 9.30 beim anderen Hotel zu sein und alle sind einverstanden, dass wir die Parenzana fahren.
    Bei dem Gatsch und den glatten Steinen, tiefen zusammengeschobenen Schotter ganz schön hart für einige.

    Wir handeln uns von einer Unterstellmöglickeit zur nächsten und erreichen mit ein paar fetten Tropfen Vizinada. Wir verschlüpfen uns unter die Markise. Ganz schwarz ist es in "unserer" Richtung.
    Aber, irgendwann müssen wir los.

    Recht kurze Zeit nach unserer Pause beginnt der Untergrund völlig unbefahrbar zu werden. Dicker roter Lehm vsrmischt mit Geröll lässt uns "schwimmen " und manche erleiden totalen Stillstand, da sich der Belag zwischen Kotschutzer und Reifen so verdichtet, dass sich das Rad nicht mehr bewegen lässt.
    Sobald wir wieder eine Asphaltstrasse erreichen treffe ich die Entscheidung, dass wir den Rest auf der Straße nach Poreč zurücklegen. Wildschweine, die sich im Dreck wälzen sind sauberer aus wir. Spritzer im Gesicht, komplett versteckte Beine, Hosen, Jacken... roter Kot! So zach!

    So kommen wir in unserem noblen Hotel BO Palazzo an. Wirklich schlimm.

    Inzwischen scheint die Sonne, es ist unglaublich warm. Wir sind unglaublich froh, dass wir angekommen sind.

    Aus. Ende. Viel Abenteuer. Viel Abwechslung.

    Der Nachmittag und Abend in Poreč ist traumhaft und wohlverdient.

    Ausser 4 Platten und 2 Blessuren am Schienbein und Ellbogen ist nichts passiert.

    Morgen geht es nur mehr heim mit dem Bus und Zug und einem Sack voller Erfahrungen und Erinnerungen
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    Trip end
    September 19, 2026