• Sutri

    14 giugno 2025, Italia ⋅ ☀️ 33 °C

    Trotz des Dorffests in Vetralla können wir mit Ohrstöpseln einigermassen schlafen. Relativ gut ausgeruht stehen wir wieder um 4:45 Uhr auf. Bereits um 5:30 Uhr verlassen wir das Dorf bei schwülwarmen Temperaturen. Nach 3 km Strassenweg geht es in den Wald. Viele kleine Fliegen schwirren uns um den Kopf, man traut sich kaum, den Mund zu öffnen. Wir versuchen, sie mit Wedeln loszuwerden, aber es funktioniert nicht. In den nachfolgenden Haselnussplantagen wird es wieder besser mit den Fliegen, aber es ist auch deutlich wärmer.
    Die zwei römischen Grabtürme und ein alter Kirchturm bei „Torri d’Orlando“ sichten wir etwa auf halber Wegstrecke. Ab dann geht es durchzogen entlang schattenspendender Hecken bis zum mittelalterlichen Städtchen Capranica. Bis auf das Stadttor gibt es jedoch nicht viel Sehenswertes. Alles ist mit Autos überstellt, die Bar und die Kirche sind auch geschlossen. Den Espresso haben wir etwas ausserhalb der Altstadt getrunken.
    Dann laufen wir eine Steilrampe hoch und sind wieder im Wald. Bald zweigt der Weg in ein Bachtal ab. Zuerst ist es noch recht offen, dann wird er zu einem schmalen Pfad entlang des Baches – ein wunderschöner Weg (etwa 5 km) in einem sich selbst überlassenen Wald, teilweise mit fast dschungelartigem Bewuchs. Lediglich umgefallene Bäume im Pfadbereich wurden zersägt.
    Kurz vor Sutri öffnet sich das Tal wieder und der Bach wird zu einer Art Auenlandschaft. Kaum aus dem Wald erschlägt uns die Mittagshitze und wir suchen wieder Schatten unter jedem Baum, Haus und Mauer.
    Wir sind sehr erfreut, mit Sutri wieder eine Stadt anzutreffen, die etwas zu bieten hat. Bereits um 12:15 Uhr, nach einer kühlen Cola, treffen wir Anna, unsere Appartement-Vermieterin, für den Bezug. Die Unterkunft ist super: kühl, ruhig gelegen und bietet alles, was man braucht.
    Am heissen Nachmittag besuchen wir den Naturpark mit der eindrucksvollen etruskischen Nekropole, dem römischen Amphitheater, der Villa mit Kirche und der 2000-jährigen Felsenkirche Madonna del Parto. Diese Kirche ist sehr beeindruckend mit ihren Fresken und dem Säulengang.
    Die Etruskergräber und die Felsenkirche wurden in Tuffstein gehauen, ebenso das Amphitheater, das komplett aus dem Tuffstein herausgehauen wurde.
    Im Gegensatz zur Altstadt Sutri, die auf Tuffstein gebaut wurde. In der Stadt sieht man überall Felsennischen für alle möglichen Zwecke, wie Garagen, Keller etc.
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  • Campagnano di Roma

    15 giugno 2025, Italia ⋅ ⛅ 31 °C

    Das Wetter ist uns heute gut gesinnt. Als wir um 5:30 Uhr loslaufen, ist es kühler als sonst und der Himmel bedeckt. Heute gibt es vor allem Asphalt- und Kiesstrassen, und das im offenen Gelände.
    Bis Monterosi haben wir teilweise Abschnitte mit schnurgeraden Strassen, rechts Felder mit Strohballen, links entweder Haselnussplantagen oder Olivenhaine. In Monterosi gibt es als Zweitfrühstück einen Espresso und ein Croissant. Auf dem weiteren Weg drückt langsam die Sonne durch die Wolken, und dann wird es wieder heiss. Auf den letzten drei Kilometern haben wir wieder etwas Schatten durch Hecken, da die Sonne noch nicht den Zenit erreicht hat. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn wir die 24 Kilometer in der prallen Sonne hätten zurücklegen müssen.
    Auf dem ganzen Weg gibt es auch nichts Aussergewöhnliches, das die Monotonie durchbrechen kann. Die Landschaft ist unverändert, wie schon mehrfach gesehen.
    Das mittelalterliche Städtchen Campagnano di Roma thront auf einem Hügel. Man sieht die Stadt vom Weg aus praktisch erst, wenn man an deren Fuss steht. Eine Steilrampe führt in das Städtchen.
    Das erste Restaurant, das wir sichten, steuern wir an. Uns läuft der Schweiss in Strömen herab. Aber der schmuddelige Eindruck, den dies bei uns hinterlässt, hat sich leider auch in der Stadt sowie in der Unterkunft widerspiegelt.
    Heute stimmt, bis auf das Wetter, irgendwie alles nicht so recht. Die drei Stunden Wartezeit in der Hitze für den Bezug der Unterkunft haben die Situation nicht verbessert. Im Städtchen gibt es bis auf die Kirche auch nichts Nennenswertes zu sehen.
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  • La Storta

    16 giugno 2025, Italia ⋅ ⛅ 33 °C

    In unserer Unterkunft, einer ausgebauten Garage, ist es so feucht und warm, dass es uns bereits um 4:15 Uhr aus dem Bett trieb. Sobald es hell wurde, sind wir losgelaufen. Im Dunkeln erschien uns das zu gefährlich, da man auf den Hauptstrassen zum Dorf hinauslaufen muss und die italienischen Autofahrer unberechenbar sind.
    Der Weg führte durch den Naturpark di Veio. Dieser unterscheidet sich von dem, was wir sonst kennen. Im Park gibt es Häuser, und die Wege sind meist breite Kies- oder Asphaltstrassen. Abgezäunte Bereiche, in denen Pferde und Kühe weiden, sind ebenfalls vorhanden. Auf den Schildern am Parkeingang sind neben einigen anderen Verboten auch Schiessverbote aufgeführt. Auf unserer Wanderung entlang der Via Francigena sind uns immer wieder zerschossene Schilder und viele leere Patronenhülsen begegnet. Einem Stier auf dem Weg konnten wir nicht ausweichen, also drückten wir uns mit einem mulmigen Gefühl respektvoll an ihm vorbei.
    Heute gibt es viele Schattenbereiche, aber kühl ist es trotzdem nicht. Ein leichter Wind fehlt, sodass wir dennoch stark ins Schwitzen geraten.
    In Formello legten wir nach zwei Auf- und Abstiegen einen Frühstückshalt ein. Am Morgen hatten wir in unserer Unterkunft nur eine Banane gegessen, da wir das italienische Frühstück mit abgepacktem Süsskram nicht vertragen. Nach einer langen offenen Strecke hatten wir das Glück, wieder auf einen Waldweg entlang eines Baches zu kommen. Doch bald folgten wieder offene Felder, die Sonne brannte, und es ging hinauf zum Zielort La Storta.
    Der Vorort von Rom ist ein langgezogenes Dorf mit vielen Autos und typischen aufgereihten Läden entlang der seit der Römerzeit bekannten, legendären Via Cassia. Es stinkt aus den Abfallcontainern am Strassenrand, und überall liegt Restmüll verstreut herum. Die Autos parken chaotisch auf den Randsteinen und Gehwegen, sodass Fussgänger einen richtigen Hindernislauf absolvieren müssen. Ein ansprechendes Zentrum gibt es nicht. Dafür haben wir heute wieder eine gute Unterkunft mit Klimaanlage.
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  • Vatikan

    17 giugno 2025, Città del Vaticano ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute ist es soweit: die letzte Etappe nach Rom. Wir sind nun 64 Tage unterwegs, davon 60 Wanderetappen und 4 Ruhetage. Gesamthaft haben wir auf unserer Pilgerreise bisher über 1'600 km zurückgelegt.
    Heute sind wir wieder um 4.45 Uhr aufgestanden, um 5.30 Uhr loszugehen. Zuerst etwa 4 km entlang der Hauptstrasse nach Rom – nochmals eine etwas gefährliche Sache. Die Italiener fahren im Morgenstress mit 80 km/h durch bewohnte Gebiete, überfahren doppelte Sicherheitslinien und mehr. Guido wurde einmal fast angefahren. Dann endlich in die Natur: Ein schöner Weg führt uns entlang eines Baches durch ein offenes Tal zum Vorort Monte Mario.
    Nach dem Durchlaufen dieses Ortes geht es in einen bewaldeten Hügel von Rom. Oben angekommen sieht man weit über die Stadt hinweg mit dem markanten Petersdom. Von dort führt eine tremolamässige, gepflasterte Rampe in die Stadt hinunter. Unten angekommen führt wiederum eine 2 km lange Strasse direkt auf den Petersplatz. Im Zentrum für Pilger holen wir den letzten Stempel für unseren Pilgerpass. Der deutschsprachige Pfarrer erklärt uns, wo wir das Zertifikat holen können und wie wir ohne Anstehen in den Dom kommen. Gesagt, getan – eine halbe Stunde später stehen wir im Dom.
    Er ist sehr beeindruckend, aber es hat auch sehr viele Besucher. Alles ist planmässig durchorganisiert.
    Vor dem Bezug unserer Wohnung in Nähe der Engelsburg haben wir wieder einmal ein richtiges Mittagessen genossen. Die Wohnung ist riesig und wir können es uns fünf Tage lang gut gehen lassen und die Stadt geniessen.
    Wir schätzen uns glücklich, dass wir – abgesehen von kleinen Blasen, Muskelschmerzen und zeitweise Knieschmerzen – nie krank gewesen sind. Dass wir uns, bis auf kleine Querelen, immer gut verstanden und uns gegenseitig aufbauen und unterstützen konnten. Diese Reise hat uns aber auch körperlich gefordert.
    Herausfordernd waren die Wärme im südlichen Bereich, der Schnee über den grossen Sankt Bernhard, die tägliche Unterkunftssuche und -buchungen, die Organisation der Verpflegung und die dauernde Last der Rucksäcke auf unseren Rücken, das ständige Einrichten an einem neuen Ort und nie zu wissen, was uns am nächsten Tag erwartet.
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  • Rom

    18 giugno 2025, Italia ⋅ ☀️ 23 °C

    So richtig ausschlafen ist noch nicht möglich. Wir sind noch im Frühmodus. Nach einem ausgiebigen Frühstück schlendern wir ziellos der Nase nach in die Altstadt. Schon bald sitzen wir in einem Café in einer Nebengasse.
    Beim Laufen findet man an jeder Ecke eine Kirche. Rom hat gemäss Stadtführer etwa 900 bis 1'000 Kirchen. Wir fragen uns bald: Wollen wir diese Kirche auch noch anschauen? Meistens siegt die Neugier, aber ein kurzer Blick hinein zeigt, ob sie sehenswert ist.
    Beim Durchstreifen der Stadt stossen wir auf die römische Anlage Largo di Torre Argentina und anschliessend auf das Viktor-Emanuels-Denkmal – es ist sehr imposant.
    Später geht es auf die Piazza Navona mit ihren drei Brunnen. Dazwischen besichtigen wir immer wieder mal eine Kirche. Es ist heiss. Wir beschliessen, in der Wohnung etwas zu essen und eine Siesta zu machen.
    Gegen vier Uhr laufen wir los, mit dem Ziel, den Trevi-Brunnen, die Spanische Treppe und die Krypta der Kapuziner zu besichtigen. Dabei kommen wir beim Pantheon vorbei, wo abartig viele Menschen auf Einlass warten. Wir verziehen uns umgehend. Das ist auch bei der Spanischen Treppe und dem Trevi-Brunnen so. Ein kurzer Fotohalt – und nichts wie weg.
    Im Museum und in der Krypta der Kapuziner ist es ruhiger. Im Museum ist sogar ein Originalbild von Michelangelo zu besichtigen. Die Krypta ist sehr speziell: Sie wurde mit den Gebeinen von 3'600 Mönchen verziert und gestaltet.
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  • Rom

    19 giugno 2025, Italia ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute besichtigen wir die Engelsburg am Morgen, noch bevor die grossen Touristenströme eintreffen. Die Burg war ursprünglich ein Mausoleum eines Kaisers. Jahrhunderte später wurde sie als Burg umgerüstet, im Mittelalter war sie dann Wohnsitz der Päpste und später wurde sie als Gefängnis genutzt. Heute ist sie ein beliebter Aussichtspunkt und auch Museum. Sie imponiert mit ihrer Grösse, den Ausstellungen und den Wandmalereien, die sehr ungewohnt sind.
    Anschliessend durchstreifen wir die Altstadt Richtung Judenviertel. In einer noch typischen italienischen Bar trinken wir einen Espresso und haben eine Begegnung mit einem pensionierten deutschen Pfarrer, der zeitweise in Italien, der Schweiz und Deutschland lebt.
    Ein längeres Gespräch über Gott und die Welt kam in Gang. Es ist eine gute Begegnung, da wir solche Gespräche auf der Wanderung etwas vermisst hatten. Auf die teilweise sehr pompösen Kirchen angesprochen, meinte er, dass die reichen Familien sich mit dem Bau und der Ausstattung der Kirchen immer übertrumpfen wollten.
    Weiter geht’s Richtung der zwei römischen Tempel, dann zum Circo Massimo, der mit Festinstallationen überbaut ist, und dann zum Kolosseum. Eine Besichtigung ist für uns wegen der Hitze und der Menschenmassen keine Option. Also weiter entlang des Foro Romano zur Piazza Venezia und zwischen den einzelnen Zielen immer noch Kirchenbesichtigungen.
    Durst und Hunger trieben uns schlussendlich in ein kühles Restaurant. Man wird müde von den vielen Eindrücken, also zurück ins Appartement. Den vom Vermieter offerierten Prosecco öffneten wir und genossen ihn mit Chipsbeilage. Es tat auch gut, die Füsse hochzulegen.
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  • Rom

    20 giugno 2025, Italia ⋅ ☀️ 27 °C

    Bereits kurz nach acht Uhr sind wir unterwegs. Wir gehen in Richtung Aussenstadt, ins Viertel Testaccio, um dem Touristenrummel etwas zu entgehen. Als Erstes besichtigen wir das Mausoleum des Cestius, eines reichen Römers, das als Pyramide im ägyptischen Stil vor über 2000 Jahren erbaut wurde. Angegliedert ist der reformierte Friedhof. Hier sind Gräber von Verstorbenen aller Nationalitäten und von allen, die nicht dem katholischen Glauben angehören.
    Dann folgt der Besuch im nahegelegenen Museo Capitolini Centrale Montemartini. Ein spezielles Museum mit eindrücklichen Exponaten. Die Ausstellung ist in einer industriearchäologischen Kulisse untergebracht – es war einmal ein Kraftwerk zur Stromerzeugung. Gezeigt werden vor allem römische Statuen, Reliefs, Sarkophage und Mosaikfragmente.
    Und zu guter Letzt besichtigen wir noch die St.-Pauls-Basilika. Ein gewaltiger Bau mit je zwei seitlichen Säulengängen und einem offenen, quadratisch angeordneten Säulengang vor dem Eingang. Durch eine kleine Scheibe kann auch der Sarkophag des Hl. Paulus besichtigt werden.
    Es wird ein langer Marsch bei heissen 34 °C zurück zur Wohnung, mit einem Zwischenhalt für ein spätes Mittagessen und anschließendem Einkauf für das Frühstück am nächsten Morgen.
    Heute haben wir 20 km in der Stadt zurückgelegt und dabei ständig die Strassenseiten gewechselt, um jeden kleinen Schattenabschnitt zu nutzen.
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  • Rom

    21 giugno 2025, Italia ⋅ ☀️ 24 °C

    Unser Schlafrhythmus ist immer noch unverändert. Am Morgen sind wir nach wie vor früh wach, also nutzen wir die Zeit für Besichtigungen in den kühleren Morgenstunden. Es geht Richtung Piazza del Popolo mit dem Obelisken, den Doppelkirchen und der Kirche Santa Maria del Popolo. Anschliessend durchstreifen wir den Park Borghese. Er ist vor allem für Hundebesitzer interessant – kein Besucher ohne Hund, ausser er ist Tourist oder Jogger. Der Park bietet nicht viel ausser Schatten und wirkt nicht sehr gepflegt. Zudem ist er von grossen Stadtstrassen durchzogen, die einem etwas befremdlich erscheinen, da sie den Park völlig zerstückeln.
    Weiter geht es mit einem Kaffeehalt im Quartier Coppedè. Ein Gebiet mit vielen Prunkbauten in einer etwas besseren und sauberen Gegend. In einem Haus hat ein Architekt diverse Baustile vermischt. Bereits um 10.00 Uhr haben wir gesehen, was wir uns für heute vorgenommen hatten. Was tun, um nicht in den Touristenrummel eintauchen zu müssen? Museums- oder Ausstellungsbesuch.
    Das MACRO öffnete erst am Mittag, also entscheiden wir uns für die Mucha-Ausstellung im Palazzo Bonaparte. Daher zwängen wir uns nun doch durch den Rummel der Touristen. Kaum waren wir dort, hiess es, dass die Ausstellung geschlossen sei – sehr ärgerlich, da sie eigentlich geöffnet hätte sein sollen.
    Also dann: ein kleines Mittagessen um die Ecke, anschliessend Richtung Wohnung mit einer kleinen Shoppingtour auf dem Weg.
    In Rom gibt es wirklich viel zu sehen, aber bei 34° und dem Hitzestau in der Stadt steht man nicht gerne in einer Schlange oder wartet an der Verkehrsampel. Alle zwängen sich in den Schatten und weichen nur ungern aus. Gegen Abend zieht es uns dennoch nochmals raus.
    Bei einem Apéro und Strassenmusik warten wir auf das Abendessen. Erst um 19.30 Uhr öffnen die meisten Restaurants.
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  • Rom

    22 giugno 2025, Italia ⋅ ☁️ 27 °C

    Heute steht die Heimreise an. Wir starten den Tag ruhig – mit einem reichhaltigen Frühstück und dem Ausmisten von Dingen, die wir nicht mehr brauchen: fast durchgescheuerte Socken, leere Kosmetikartikel, durchgelaufene Schuhe usw.
    Um 8.30 Uhr verlassen wir das Appartement mit geschultertem Rucksack zum letzten Marsch in Richtung Bahnhof Termini. Wir wollen vorher noch die Basilica Papale di Santa Maria Maggiore und die Cappella Spada mit der Grabstelle der Familie besichtigen – am liebsten ohne Gepäck. Also geben wir unsere Rucksäcke im Bahnhof ab.
    Beim Besuch der Basilica haben wir Glück: Noch stehen nur wenige Leute an, und wir kommen bald hinein. Die Kirche beeindruckt, doch viele Bereiche sind wegen der laufenden Sonntagsmesse gesperrt, und man sieht nicht allzu viel.
    Die Kapelle der Familie Spada fällt durch ihre besonderen Granitintarsien auf, durch Marmorengel mit hölzernen Flügeln, eine moderne, helle Eingangstür und eine violette Kassettendecke. Sie ist nur sonntags geöffnet. Also nehmen wir den Weg in die Innenstadt nochmals in Kauf. Unterwegs sehen wir vieles wieder, was wir in den letzten Tagen bereits gesehen haben – aber auch neue Details entdecken wir.
    Mit einem Mittagessen bei einem Chinesen schliessen wir unseren Romaufenthalt ab. Pünktlich um 14.20 Uhr fährt der Frecciarossa vom Bahnhof Termini in Richtung Mailand ab. Nach Umstiegen in Mailand und Bellinzona erreichen wir gegen 22:00 Uhr unser Zuhause in Luzern.

    Während der Zugfahrt wird einem erst richtig bewusst, was wir alles zu Fuss zurückgelegt haben. Der Zug fährt in gerader Linie mit 240 km/h Richtung Norden – wir hingegen sind Kurven, Höhenmeter und lange Strecken gegangen.
    Unsere Wanderung (Pilgerwanderung) führte uns zuerst westwärts über Lausanne. Dann folgten verschiedene Schlaufen, Berge und Hügel. Ein Höhepunkt war sicher die Überquerung des Grossen Sankt Bernhard im Schnee. Danach ging es durch das Aostatal ins Piemont und weiter durch die Lombardei in die weiten Ebenen des Po. Später führten uns die Wege durch die hügeligen Landschaften der Emilia-Romagna, der Toscana und schliesslich Latiums – bis wir in Rom ankamen.
    Es erstaunt uns selbst, wenn wir feststellen, dass wir insgesamt rund 1'750 Kilometer zu Fuss zurückgelegt haben – mit einem Rucksack von 9 bis 10 Kilogramm auf dem Rücken.
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    Fine del viaggio
    22 giugno 2025