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Kashmir / Pakistan 2.0

Es geht nochmals nach Pakistan! Im Fokus stehen dieses Mal die in Gilgit-Baltistan (Kashmir) befindlichen Bezirke Skardu, Ghanche und Astore - Heimat von fünf 8.000er. Die Wanderschuhe stehen bereit!
Ein wenig Kultur gibt es zum Schluss in Lahore.
Okumaya devam et
  • Lahore -> Islamabad / Airport

    5 Ekim 2025, Pakistan ⋅ ☁️ 19 °C

    In der Business-Class Lounge am Busterminal in Lahore lässt es sich aushalten. Vollklimatisiert, inklusive leckeren Kaffee - keine Ahnung, wie die den machen.
    Obwohl ich schon um 15 Uhr da bin, vergeht die Zeit wie im Flug. Gegen 18:15 Uhr kommt etwas Stress auf. Eigentlich sollte das Boarding für meinen "First Class" Bus nach Islamabad losgehen. Der ist aber nicht da! Das Bodenpersonal spricht kaum Englisch und eine meint, der Bus kommt später oder gar nicht 🫣.
    Mir wird das zu bunt und gehe zum Ticketschalter. Dort versteht man mich und bestätigen die Abfahrt des Busses, jedoch um 20 Minuten leicht verspätet.
    Na also, geht doch.
    Und tatsächlich, um kurz vor 19 Uhr fährt der "First Class" Bus ein und verlässt gut besetzt den Terminal kurz nach 19 Uhr.
    Der Bus ist schon 'ne Wuch. Es gibt nur 3 Sitze pro Reihe und man hat super Beinfreiheit.
    Nach den ersten 30 km gibt es einen kurzen Stopp und ein Beamter mit Videokamera läuft durch den Gang, um die Gäste festzuhalten. Nicht, dass noch einer verloren geht.
    Um kurz nach 21 Uhr ist dann die erste Pause für die Gäste, um die Beine zu vertreiben. Danach gibt es Essen im Bus. Man glaubt es kaum, aber es gibt Burger und einen kleinen Muffin. Dazu Softdrinks.
    Bin schwer beeindruckt, von diesem Bus!

    Ansonsten verläuft alles ruhig und wir fahren um 23:40 Uhr am Busterminal in der Nähe der "N5 Metrostation" in Islamabad/Rawalpindi ein. Super, somit bin ich näher am Airport, als wenn er ganz nach Islamabad reinfahren würde.
    Ich organisiere mir eines der Taxen und vereinbare einen Preis von 1.500 PKR für die 10 km zum Airport. Ein Pakistani vom Bus warnt mich noch vor der Abzocke und möchte mir ein billigeres Taxi über Careem buchen. Ich lehne dankend ab, ich muss ja meine restlichen Rupies los werden 😆.
    Dann geht es mit der Schrottkarre von Taxi zum Airport. Am ersten Check-Point vor dem Flughafen springt die Karre nicht mehr an. Der Fahrer versucht es mit Anschieben. Hilft nix. Dann wird die Motorhaube aufgemacht und an einem Seilzug, der bis zum Fahrersitz reicht, gerüttelt.
    Läuft wieder.
    Beim zweiten Check-Point kommen wir ohne Aussetzer durch. Gegen Mitternacht erreichen wir den Abflug-Terminal. Ich gebe meinem Fahrer 2.000 PKR und er ist überglücklich.
    Hab' wohl ein paar Karmapunkte gesammelt 😉.

    Läuft heute! 👍🙋🏽
    Okumaya devam et

  • ISB -> IST -> DUS

    6 Ekim 2025, Almanya ⋅ ☁️ 15 °C

    In diesem Jahr lassen mich die Sicherheitsbeamten am Eingang gleich um Mitternacht in den ISB Airport rein, obwohl mein Flug erst in 5 1/2 Stunden startet. Letztes Jahr war das erst 3 Stunden vor Abflug möglich.
    Die Bordkarten gibt's dann am Schalter von Turkish Airlines. Die Dame fragt noch, ob ich mit der zugewiesenen Platzwahl beim online check-in zufrieden wäre? Na, wenn das so ist, bitte ändern auf eine vordere Sitzreihe. Kein Problem, ich rutsche von Reihe 24 auf 10! Bombe!
    Bei der zweiten Sicherheitskontrolle werden meine Steine nicht angemeckert. Keine Ahnung, was die am Skardu Airport wollten. Flüssigkeiten müssen auch nicht gesondert gescannt werden. Das schert hier keinen.
    Die Passkontrolle ist etwas zäh und unkoordiniert - typisch Pakistan. Von der Seite kommen immer wieder andere Fluggäste, die den Offiziellen ablenken.

    Vor dem Flug mache ich mich noch etwas frisch und sammle Karmapunkte, indem ich restliche Rupies an den Putzmann im Waschraum verschenke.
    Um kurz nach 2 Uhr gönne ich mir einen Cappuccino + Muffin - natürlich zu europäischen Preisen. So gewöhnt man sich wieder an die Heimat. Außerdem muss ich bis 5:25 Uhr wach bleiben.

    Der Airbus 330-300 startet sehr pünktlich in Islamabad. Nach Erreichen der Reisehöhe gibt es Frühstück und Tee. Danach ist Schlafpause.
    Die Reisezeit wird mit 6 Stunden angegeben - ca. 30 Minuten länger als geplant. Es gibt mächtigen Gegenwind mit bis zu 200 km/h. Die "Groundspeed" liegt bei nur 700 km/h. Dafür fliegen wir auf fast 12.000 m.
    So bleiben mir in Istanbul nur noch knapp 90 Minuten, um den Anschlussflug nach Düsseldorf zu bekommen.
    Die Landung ist um 9:15 Uhr und dann 10 Minuten zum Terminal rollen.

    Auf dem Weg zum Gate D17 sehe ich schon, dass mein Flug nach DUS verspätet ist. Für den Transfer zu Fuß brauche ich inklusive Sicherheitskontrolle und Frischmachen, ca. 40 min. Istanbul ist schon ein Trümmer.
    Der Anschlussflug nach DUS verspätet sich um ca. eine Stunde. Die Verpflegung im A330 macht das aber wieder wett! Kurz vor halb drei lande ich mit knapp einer Stunde Verspätung ziemlich müde in DUS!
    Die vollautomatischen Zollkontrolle für EU-Bürger, an der so gut wie keiner ansteht, verläuft reibungslos. Am Schalter für Nicht-EU Bürger sieht es verheerend aus! Ich schätze mal, das 95% der 200x Passagiere sich hier anstellen müssen.
    Nach 10 min bin ich schon am Skytrain, der mich in ein paar Minuten zum DB Bahnhof bringt.
    Die deutsche Bahn hat ihren Fahrplan auf meine verspätete Ankunft angepasst. Mein Zug kommt mit 25 min Verspätung um 15 Uhr an. Gemütlich geht es nach Köln!

    Mit knapp 22 Stunden ohne viel Schlaf ist die Rückreise Lahore - ISB - IST - DUS deutlich besser gelaufen, als die Hinreise nach Pakistan.
    Dieses Mal komme ich auch ohne Magenverstimmung an 😆!

    Schön war's in Pakistan 👍🙋🏽.
    Okumaya devam et

  • Pakistan ... was bleibt?

    6 Ekim 2025, Almanya ⋅ ☁️ 13 °C

    :: Zweimal Pakistan in 2024 & 2025
    :: Je 3 Wochen
    :: Innerhalb der letzten 14 Monate

    Wie fasst man diese beiden Reisen in den Norden von Pakistan am besten zusammen?

    • Spektakuläre Landschaften, tolle Täler, einige 8000er. Zum Teil schwer zugänglich bis mühsam und man braucht etwas "Ausdauer" und "Willenskraft", sie zu erreichen.
    • Die Infrastruktur ist "lausig". An Bargeld zu kommen kann schwierig sein und der Transport von A nach B ist im Voraus oft nicht planbar! Ein Grund mehr, per Anhalter weiter zu kommen 😉.
    • Ein angenehmes, stolzes und hilfsbereites Volk, auch wenn es in der Öffentlichkeit überwiegend von Männern dominiert wird.

    Die zwei Pakistan-Reisen in die Provinz "Khyber Pakhtunkhwa" und das Sonderterritorium "Gilgit-Baltistan", haben geholfen, mich noch mehr auf meine Intuition bzw. mein Bauchgefühl zu verlassen. Auch wenn am Morgen eines Reisetages nicht klar war, wie ich ans Ziel komme, wo ich schlafen werde und wie ich Essen finde, hat sich durch die Hilfsbereitschaft der Menschen alles immer zum Positiven entwickelt. Wahrscheinlich ist das keine "Pakistan-Kiste", sondern lässt sich auf die meisten anderen Länder dieser Erde übertragen - die Menschen sind prinzipiell hilfsbereit!
    Hinzukommt, dass Pakistani besonders stolz auf Reisende aus reichen Nationen sind, die IHR armes, verlottertes und korruptes Land besuchen. Als Alleinreisender, der individuell durch das Land tingelt, hat man dann noch u. U. einen Sonderbonus 🫣.

    Ich kann das Land nur empfehlen - egal ob individuell oder in einer kleinen Gruppe, gebucht aus Deutschland. Veranstalter gibt es genug.

    Zum Schluss noch ein paar generelle Dinge, die manchen vielleicht langweilen könnten - dann hier aufhören zu lesen 😉.

    Einreise:
    Seit August 2024 ist die Einreise/Visum deutlich verbessert worden. Für Deutsche ist sie nun kostenlos und das online beantragte Blanko-Formular für das "Visa on Arrival" hat man nach etwas 24 h in seinem Email-Postfach. Bei der Einreise in PAK gibt es nur noch einen Stempel in den Pass und auf das Blanko-Formular 👍. Letzteres habe ich abfotografiert und an den Check-Points immer vorgezeigt. Das reichte, inklusive Smalltalk.

    Geld:
    In Pakistan gilt "Cash is Money". Alles wird in bar bezahlt - außer in großen Hotels, wie z. B. in Lahore. Umgetauscht haben ich dieses Jahr insgesamt 600 € direkt nach der Ankunft am Airport ISL. Im Norden ist es oft schwierig an Geld zu kommen - so meine Erfahrung aus dem letzten Jahr. Es gibt zwar ATMs, jedoch werden westliche Debit- und Kreditkarten oft nicht akzeptiert.
    Das dicke Bündel aus 5.000er und 1.000er Scheine ist im übrigen gar nicht so einfach zu verstauen - es sprengte fast mein Portemonnaie. Ich habe immer 5.000 PKR in kleinen Scheinen in meiner Hosentasche aufbewahrt und den dicken Batzen in Innentaschen "gut" versteckt.

    Wohnen:
    Zimmer vor Ort zu finden, war für mich nie ein Problem. Die Preise lagen in meinem Fall zwischen 2.000 - 4.000 PKR (1 € = 310 PKR) und sind immer verhandelbar. Der Standard dieser "Low Budget Zimmer" ist jedoch mit unserem nicht zu vergleichen. Es geht aber deutlich familiärer zu, was mir als Alleinreisender sehr entgegen kommt und Spaß macht.
    In den größeren Städten, wie Gilgit, Skardu, Lahore und Islamabad findet man in der Regel europäischen Standard für 30 - 50 US$ mit kaum Spielraum zum Handeln. Beim Verlassen des Hotels, ist der "Kulturschock" dann um so größer 🫣.

    Essen:
    Das war manchmal schwierig! Oft habe ich an der Straße gegessen für weniger als ein Euro. Die Auswahl ist nicht groß an einem Stand. Meistens gibt es nur ein Gericht. Da die Mengen überschaubar sind, tingelt man von einer Frittenbude zur nächsten. Bäckereien sind ein krönender Abschluss eines jeden Gerichtes. In den großen Hotels sind meistens Restaurants angeschlossen, mit Tischtuch und Weingläsern auf dem Tisch. Wein gibt es jedoch nicht! Ich bizda nie reingegangen, da ich die Straßenbuden viel kommunikativer empfand.

    Transport:
    Das ist meiner Ansicht nach der unvorhersehbarste Teil auf meiner Reise. Man weiß nie, wann das Fahrzeug seinen Dienst quittiert.
    Bikes sind die billigste Lösung, um sich fortzubewegen. Man muss es sich nur trauen. Den Preis zu verhandeln ist Pflicht! Ich bin damit bis zu 100 km am Stück gefahren und es war immer ein kleines Abenteuer. An steilen Passagen oder Bachüberquerungen muss man auch schon mal absteigen und zu Fuß weiter gehen.
    Minibusse sind für mich eine kleine Herausforderung, da man in der Regel wie die Hühner auf der Stange mit kaum Beinfreiheit sitzt. Ich bin immer froh, das Fahrzeug zu verlassen. Wenn möglich, nutze ich die etwas größeren "Coaster", die aber in den ländlichen Regionen nicht verkehren.
    Überlandbusse starten hauptsächlich von großen Städten wie Islamabad, Peshawar oder Lahore und überbrücken größere Distanzen, oft über Nacht. Faisal Movers scheint die besten Busse zu haben. Aber auch die staatliche NATCO ist immer eine Überlegung Wert.
    Die kommunikativste Transportmöglichkeit ist immer noch per Anhalter durch das Land zu reisen 😉.

    Sicherheit:
    Ein heißes Eisen! Ich persönlich habe mich nur einmal etwas unwohl gefühlt, als letztes Jahr in Gilgit bewaffnete Pickups mit schwarzen Fahnen durch die Straßen fuhren. Verkehrsunfälle habe ich in den 2x 3 Wochen keine gesehen, was nicht heißt, dass es sie nicht gibt. Wenn es dann mal kracht, geht es sicherlich übel aus. Es gibt keine Sicherheitsgurte, es werden keine Helme getragen und Leitplanken gibt es nur selten.
    Die generelle Sicherheitslage ist in Gilgit- Baltistan nach meinem subjektiven Empfinden recht stabil, kann aber immer schnell kippen. Menschenansammlungen sind generell zu meiden!
    In der Provinz KPK ist die Grenze zu Afghanistan "spürbar" und die Lage etwas angespannter. So z.B. in Peshawar, wo in der Eingangshalle meines Hotels jeden Abend zwei bewaffnete Polizisten abgestellt wurden.

    Und es gibt noch viel mehr an erlebten Geschichten, die hier den Rahmen sprengen würden.
    Alle Angaben sind persönliche Erfahrungen aus meiner sehr begrenzten "Perspektive" und natürlich Erzählungen von Einheimischen. Einen Faktencheck habe ich nicht durchgeführt - zu schlechtes Netz 😄!
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  • CO2 Footprint - Fliegen

    2 Kasım 2025, Almanya ⋅ ☁️ 14 °C

    Sicher hat sich (fast) jeder schon mal die Frage gestellt, welchen Einfluss seine Flugreise auf unseren Planeten hat. Der vom Menschen verursachte Klimawandel rückt ja immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Flugreisen sind besonders klimarelevant und stehen besonders im Kreuzfeuer. Seit 1980 hat sich das weltweite Aufkommen an Passagierkilometern alle 15 Jahre verdoppelt und 2018 lag der Beitrag des Luftverkehrs zur vom Menschen verursachten CO2-Emission weltweit bei 2 - 3 %, so das Bundesumweltamt in einem Bericht aus 2023.

    Ich habe meinen sog. "Flight CO2 Footprint" für diese Reise durchexerziert. Insgesamt waren es sechs Flüge mit unterschiedlichem Fluggerät, Sitzkonfiguration (C = Business, Y = Economy) und Streckenlänge:

    :: DUS -> IST (A330-200/C24Y255): 2008 km
    :: IST -> ISB (B777-300ER/C28Y372): 3941 km
    :: ISB -> KDU (A320-200/Y174): ............ 298 km
    :: LHE -> ISB (A320-200/Y180): ............. 435 km
    :: ISB -> IST (A330-300/C28Y261): .... 3941 km
    :: IST -> DUS (A330-300/C10Y261): . 2008 km
    ---------------------------------------------------
    ...................................................................... 12.631 km

    Für die Berechnung/Abschätzung der CO2 Emission aus der Kerosinverbrennung nutze ich den Rechner der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO (International Civil Aviation Organisation). Er greift auf öffentlich zugängliche Daten zurück, um verschiedene Faktoren wie Flugzeugtypen, routenspezifische Daten, Passagierlastfaktoren und beförderte Fracht zu berücksichtigen. Die tatsächlichen Daten werden von den Airlines in der Regel nicht veröffentlicht, weshalb Annahmen/Mittelungen wie folgt gemacht werden:

    :: Treibstoffverbrauch: gemittelt über verschiedene Flugzeugtypen, die diese Strecke bedienen.
    :: Distanz: Großkreisdistanz zwischen den Airports + streckenabhängiger Faktor für Routenabweichungen (<550 km: + 50 km / 550 - 5500 km: + 100 km).
    :: Passagierauslastung: Inner-Europa = 82% / Europa-Mittlerer Osten: 75%
    :: Frachtauslastung: Inner-Europa = 96% / Europa-Mittlerer Osten: 77%

    Daraus ergeben sich für meine Flüge eine CO2-Emission pro Person wie folgt:

    :: DUS -> IST (2008 km): ..... 184 kg
    :: IST -> ISB (3941 km): ......... 233 kg
    :: ISB -> KDU (298 km): ........... 51 kg
    :: KDU -> LHE (435 km): ........ 59 kg
    :: ISB -> IST (3941 km): ......... 233 kg
    :: IST -> DUS (2008 km): ..... 184 kg
    ---------------------------------------
    ......................................................944 kg

    Das ist aber nur die "halbe" Wahrheit, da ein Großteil der Klimawirkung auf Nicht-CO2-Effekte zurückzuführen sind. Besonders klimarelevant sind Stickoxide (Ozonbildung) und die Bildung von Kondensstreifen in hohen Höhen durch die Emission von Wasserdampf und Aerosole wie Rußpartikel als Kondensationskeime (1 kg Kerosin -> 3,15 kg CO2 + 1,25 kg H2O). Sie sind bei Jettriebwerken ab einer Flughöhe von >9 km zu berücksichtigen. Diese Effekte sind in der Summe zwei- bis fünfmal klimarelevanter, als die alleinige Wirkung von CO2.
    Um sie mit der Klimawirkung von CO2 vergleichen zu können, werden sie in sogenannte CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet. Die Wissenschaft ist sich jedoch noch nicht einig, welcher Faktor für die Nicht-CO2-Effekte angesetzt werden kann. Offensichtlich gibt es zwischen den beiden Effekten keinen linearen Zusammenhang. Der CO2e-Rechner des Umweltbundesamts (UBA) nimmt dennoch einen festen Faktor und multipliziert die reine CO2 Emission mit einem Faktor von drei, den ich so übernehme. D.h. die Klimawirkung des Flugverkehrs von Düsenjets besteht zu 1/3 aus der CO2 Emission und zu 2/3 aus Nicht-CO2-Effekten (ab einer Höhe von 9000 m).
    Hört sich alles kompliziert an - ist es auch!

    Nimmt man also die 944 kg CO2 aus meinen Flügen minus der zwei kurzen Inlandsflüge (Flughöhe < 9 km), so ergeben sich noch 834 kg CO2. Multipliziert man es mit dem Faktor 3, so ergeben sich für mich ca. 2.500 kg CO2e plus die 110 kg aus den Inlandsflügen!
    Mein Güte, 2,6 Tonnen COe für eine Reise! Das sind schon 25% des durchschnittlichen Verbrauchs eines Deutschen, so das UBA.

    Was kann man dagegen tun?
    Klar, einfach nicht mehr fliegen. Das wird sich aber mit angrenzender Sicherheit nicht durchsetzen. Die Frage ist, ist eine emissionsfreie Luftfahrt möglich? Die DLR hat dazu ihre Strategie zum "European Green Deal" veröffentlicht, wie energieeffizientere und emissionsärmere Flugzeuge bis voraussichtlich 2050 zur Klimaneutralität beitragen können.

    Handlungsmöglichkeiten für Reisende gibt es natürlich auch - so das UBA und Greenpeace:
    > Direktflüge ohne Zwischenlandung(en) sind deutlich klimaschonender wegen weniger Treibstoff-intensiveren Starts.
    > Economy anstatt Business Class wählen.
    > Fluglinien nutzen mit modernen Flugzeugen, alternativen Treibstoffen - z.B. bietet der Airport IST sog. "Sustainabe Aviation Fuels" (SAF) an.
    > Mittlerweile können die Emissionen freiwillig durch Gutschriften (sog. Zertifikate oder offsets) für z.B. Windkraftanlagen, Aufforstungsprojekte usw. kompensiert werden. Jedoch gibt es eine Menge undurchsichtige Anbieter im Netz mit zweifelhaften ökologischen und sozialen Eigenschaften. Viele seriöse Airlines bieten es aber direkt bei der Buchung an.

    So, das war's zu einem etwas schwierigen Thema, das uns und alle nachfolgenden Generationen zunehmend betrifft!
    Vielleicht bewegt es ja so manchen, zu einem etwas achtsameren Handeln - einschließlich mich!

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    Quellen:
    > https://icec.icao.int/calculator
    > http://www.uba.co2-rechner.de/de_DE/
    > https://www.airliners.de/basiswissen-co2-effekt…
    > https://www.dehst.de/SharedDocs/downloads/DE/ab…
    > https://commission.europa.eu/strategy-and-polic…
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    Gezinin sonu
    6 Ekim 2025