• Tim Hallstein
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Mexiko-Belize-Guatemala

Der Jahresurlaub in Lateinamerika geht diesmal ab Mexiko-City über die Karibik Quintana Roo nach Belize und von dort nach Guatemala. Neben Teotihuacán soll auch der Popocatepetel und die Stätte um Tikal eine Rolle spielen. Sowie ein aktiver Vulkan… Læs mere
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    🇲🇽 Cancún, Mexiko

    Jahreswechsel in Cancún

    30. december 2025, Mexico ⋅ 🌬 24 °C

    Ich müsste die halbe USA und Kanada bereisen, so viele tolle Menschen habe ich hier kennengelernt. Ich stolpere hier in so viele Momente und kann Pool, Meer oder Essen als Plan kaum realisieren. Grand Park Hotel Cancun ist bereits im Visier für 2026. Ich hatte selten an einem Ort so viel Spass, Abwechslung, Luxus, Essen und Drinks auf außergewöhnlichem Niveau und der krasseste vorstellbare Strand direkt vor der Türe. Selbst die Leguane lieben das Hotel, da einmal zu Boden gefallenes Essen direkt wie aus dem Hinterhalt erbeutet wird.

    Als der 31. gekommen war begab ich mich also am Abend zum Buffet. Alternativ gab es ein a la Carte Silvestermenü in den Restaurants aber ich fühlte das Buffet mit der freien Auswahl mehr.

    Ok… damit hatte ich nicht gerechnet. Neben dem eigentlichen Buffet gab es zahlreiche Highlights. Von Spanferkel über Tuna, und Pulpo bis hin zu Hummer gab es wirklich alles. Die Hummer stapelten sich und wurden immer wieder aufgefüllt. Die wunderschönen Desserts mit Schatzkisten aus Schokolade und eine große Sushibar rundeten den Schmaus ab. Man würde das alles gerne probieren, aber so viel kann kein Mensch essen. Ich bin gerade am Ende meiner opulenten Mahlzeit angekommen als mein persönliches Highlight kommt: Mariachis betreten den Raum. Und kaum sind sie an meinem Tisch frage ich sie ob wir gemeinsam „El Rey“ singen können. Und im Nu stimmen Sie an: „Con dinero y sin dinero, yo hago siempre lo que quiero!“ Der! Song der Mexikaner und mein persönlicher Lieblingssong. - Mit oder ohne Geld ich mach immer das was mir gefällt.

    Gut genährt und glücklich blickte ich auf Karibik wo zahlreiche Kreuzfahrtschiffe vorbeiziehen.

    Der Abend im Conference-Center war zwar großartig dekoriert, doch an den vielen weiß gedeckten Tischen und dem Moet Champagner kam wenig Stimmung auf. Ich hatte den Drang mein DJ Equipment aufzubauen und einen Richtungswechsel der Party zu initiieren. Stattdessen bin ich fast an den Trauben erstickt,
    die man mit jeder Sekunde in den Mund steckt und man sich dabei was wünscht. Feliz año nuevo hieß es also und ich zog mich zeitig zurück um den Blick von meiner Veranda zu genießen. Es war dennoch die Party der großen Herzen und das herzlich gemeinte
    Happy New Year derer mit denen ich die letzte
    Woche verbracht habe war absolut ein toller
    Einstieg ins neue Jahr.

    Morgen geht es weiter nach Tulum und es geht zurück in die Realität und raus aus der Blase des krassen 5 Sterne Bunkers Grand Park Royal Cancún.
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  • Colorado, Docs, Feuershow und Leguan

    28. december 2025, Mexico ⋅ ☁️ 26 °C

    Ich starte meinen Tag mit einem leckeren Frühstück mit der frühen Sonne aus der von Osten auf mich zubrandenden Karibik. Was für ein Gefühl.

    Kaum fertig mit dem Frühstück, welches mir aufs Zimmer serviert wurde kontaktierte mich der
    Representative des Hotels. Man würde sich freuen , mich auch nach meinem Checkout am 30. noch für 2
    Tage zu Sonderkonditionen begrüßen zu dürfen. Ehrlicherweise kommt das nicht von allein, sondern von der Rüge an die Rezeption am Vorabend. Dort war es wirklich schwierig schnell adäquat geholfen zu bekommen. Aber hat ja schließlich funktioniert. Ich nehme das Angebot an, denn in Cancún in einem solchen Hotel zum Jahreswechsel werden normalerweise horrende Summen fällig.

    Letztlich war die Verlängerung eine willkommene Geschichte und ich gehe nochmal wenige Schritte ans Meer und schwimme ein paar Runden in der brühwarmen Karibik. Gott hab ich mir den Pelz verbrannt. Aber das kenn ich ja schon: weiß-rot-weiß so entwickelt sich meine Urlaubsfarbe. Auf dem
    Rückweg stolpere ich über diesen riesigen Leguan. Ich nenne ihn Roberto - much potential -
    Etwas behäbig. Nicht böse - mit einem Augenzwinkern.

    Ich mache bei dieser Gelegenheit noch einen kurzen Stop bei Roberto, dem Hotelarzt um den gestrigen Fall nachzubesprechen. Er erzählt mir seine Geschichte vom Verlust seiner Existenz durch das Sinaloa Kartell und, dass er aus purer Not derzeit im Hotel als Arzt arbeitet. 50 Tage am Stück. Er zeigt mir sein Schlafkämmerchen in das gerade ein kleines Bett passt. Er erzählt mir von seinem monatlichen Verdienst und ich kann es kaum fassen. Die Preise die sein Arbeitgeber aufruft (z.B. Rezept ausstellen 80 USD - würden einen richtig guten Verdienst rechtfertigen - stattdessen nimmt man ihn komplett aus - und wenn ich mich mit ihm unterhalte stelle ich fest er hat eine richtig fundierte Grundausbildung. Mit etwas Erfahrung wird sicher ein toller Arzt aus ihm. Unfair, denke ich - was für eine Vergeudung eines potentiell guten Mediziners. So jemanden könnten wir in Deutschland sicher gut gebrauchen.

    Abends in der Bar springt mich unvermittelt eine mir bis dahin unbekannte Frau an - Sams Schwester - „You saved my brothers life…“, das Gleiche seitens der Mutter - offenbar kamen heute weitere Teile der Familie an - Mutter, Grossmutter,
    Schwester etc. - man lädt mich ein zum Dinner und wir verbringen einen sehr schönen Abend begleitet von einer beeindruckenden Feuershow.

    Die Einladung nach Colorado seitens der Familie steht. Keine Frage - das wird stattfinden. Schönes
    Erinnerungsfoto mit dem Ausruf: „You are part of our family now“. Tragik und wunderschöne Momente so nah beeinander. Das Leben schreibt mitunter sehr überraschende Geschichten. Ich bin dankbar für diese Momente.
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  • Update zu Sam - das war knapp

    27. december 2025, Mexico ⋅ ☁️ 26 °C

    Heute Morgen schreibt Amy, dass sie bis um 5:00 Uhr morgens im Krankenhaus gewesen sind. Sam wurde endoskopiert und tatsächlich zeigte sich ein Einriss der Speiseröhre, der behandelt wurde. Damit war die Behandlung absolut lebensrettend. Irgendwie hatte ich sowas im Gefühl, da er einen derartigen Schmerz hatte und die permanente Drangsituation etwas aus der Speiseröhre herauszubekommen. Genau das ist, wovor man Angst hat. Mallory-Weiss-Läsion - ein länglicher
    plötzlicher Riss der Speiseröhre, der schnell tödlich verlaufen kann - häufig spontan unter starkem Druck entstehend. Genau davon waren wir wohl in der Situation nur einen kleinen Moment weg. Ich kann mich nur erinnern, dass ich vom Erbrechen abgeraten habe, da solche erhöhten Drucksituationen die Speiseröhre schnell stark einreisen können. Möglicherweise war dieser Hinweis lebensrettend. Verrückt.

    Die ganze Behandlung hat 11.000 $ gekostet. Sam geht es gut. Aber jetzt zeigt sich wie wichtig es ist eine Auslandskrankenversicherung zu haben. Und es zeigt sich erneut, wie schlecht die Amerikaner insgesamt sozialversichert sind.
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  • Essen mit Amy und Sam wird zum Notfall

    26. december 2025, Mexico ⋅ ☁️ 26 °C

    Am Abend sitze ich an der Bar und treffe
    auf Amy und Sam aus Colorado. Wir verstehen uns gut und gehen gemeinsam essen. Tolle Pasta, Lachs- und Rindercarpaccio und Rotwein in guter Gesellschaft. Im Hintergrund ist der übliche Hotelanimationstanz mit Salsa, Samba, Bachata usw. Was für ein entspannter Abend. Dachte ich.

    Während ich meine Pasta genieße fängt Sam plötzlich an zu Husten und nach Luft zu ringen. Sofort sind die Notfall-Lampen im Kopf an und ich versuche Sam zu helfen. Er bekommt gut Luft aber produziert eine Menge Schleim - gut erstmal denke ich - da sich die Situation aber nach Minuten nicht bessert und jeder geringste Schluck Wasser
    die Situation verschlimmert löse ich einen medizinischen Notfall aus. Ob der Bolus in Luft- oder Speiseröhre liegt weiß zu diesem Zeitpunkt niemand. Der Hotelarzt Roberto kommt, ein junger und recht unerfahrener Kollege, der zwar keinerlei Intervention machen kann, jedoch auf Spanisch die richtigen Weichen stellen kann. Anrufen in der Klinik, Paramedics und hoffentlich eine rasche Endoskopie - Noch! Ist alles gut… Hoffen wir das beste.

    Und ich setze mich besorgt aber ein wenig erleichtert an die Bar. Mal sehen wann es eine Rückmeldung gibt…. Mit Roberto hab ich Nummern getauscht - Kollegen weltweit zu haben schadet nie. Es gibt eben Momente in denen Urlaub Nebensache wird.
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  • Cancún

    26. december 2025, Mexico ⋅ ☀️ 29 °C

    In Cancún angekommen, bin ich zunächst für drei Tage in einem super schönen Hotel in der Stadt, welches the Hive heißt. Hier gibt es super schöne Zimmer für wenig Geld auf zwei Etagen mit einem eigenen Rooftop Pool. Nach der anstrengenden Reise springe ich also spät am Abend noch in das warme Wasser und genieße den Blick zum Himmel.

    Natürlich muss man, wenn man in Cancún ist, unbedingt auch an die sagenhaften Strände. Somit entschließe ich mich ein Hotel direkt am Strand zu buchen in der Zona Hotelera. All Inclusive geht es in ein wunderschönes, großes Zimmer mit Aussicht aufs Meer direkt am Strand. Es ist noch etwas Zeit für den Checkin, also bekomme ich mein All Inclusive Bändchen und kann erstmal im Fischrestaurant mit Blick aufs Meer aller feinste Cuisine genießen. Krabbencocktail, Hummersuppe, Muschelsuppe, Wolfsbarschfilet und leckeren Kuchen. Und während dieser Zeit wurde mein Weinglas permanent aufgefüllt. Sehr aufmerksam. Vorbei geht’s an mehreren Bars und einem Eiscafé wo es ein Caramel Latte in meine Hand schafft.

    Kaum eingecheckt. Und im Zimmer angekommen, werde ich von allerlei Details überrascht. Eine Flasche Rotwein, ein wunderschöner Hut und ein Fächer als Präsent. Voller Kühlschrank, Kaffeebar.
    Plötzlich bekomme ich eine WhatsApp von meinem „Butler“ Alejandro. Dieser kommt sodann vorbei und zeigt mir das komplette Hotelzimmer. Er erklärt mir die Funktionen der einzelnen elektrischen Anlagen inklusive der Toilette. Zum Glück. Da ich das erste Mal auf dem Klo war, weiss ich jetzt was ich machen muss. Ich bestelle für den Morgen Frühstück und Kaffee auf mein Zimmer, welches ich direkt mit Blick aufs Meer genießen kann. Eine wunderschöne Terrasse darf ich mein Eigen nennen.

    Es geht noch mal direkt ins Meer, denn dieses wunderschöne glasklare und türkisblaue Meer mit weißem Sandstrand kann man sich nicht entgehen lassen.

    Also warmes Wasser, Beachclubs, Beats und Sunset. Alles Perfekt - Life‘s good.
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  • Auf geht’s zur Küste

    23. december 2025, Mexico ⋅ ☀️ 29 °C

    Unglaublich dieser extreme Verkehr in Mexico City. Stau wohin man blickt. Die Stadt ist ein einziges Verkehrschaos. Also immer die doppelte
    Zeit einplanen wenn man einen Bus oder Flug erwischen muss - egal was Uber sagt.

    So geht es erneut mit dem Busunternehmen ADO, die in ganz Mexiko riesige Terminals haben und von dort geht geht es stündlich in alle größeren Städte. Dabei sind die Busse absolut bequem und eignen sich sehr zum Reisen. 3 verschiedene Busse
    gibt es ADO normal, GL und Platinum. Ich konnte zweimal GL und einmal Platinum Tickets ergattern. Und so geht es nun zunächst nach Coatzacoalcos, dann nach Villahermosa und von dort nach Cancún. Eine ca. 29 stündige Reise in die Karibik.

    Nachts um 2 in Coatzacoalcos am Golf von mexico wo ich umgestiegen bin angekommen sind um die 10 Busse da, die abfahren. Das geht hier rund um die Uhr in alle Richtungen in zig Depots mit Gepäckaufgabe und allem Drumherum.

    Nach Endlosen weiteren 2 Stunden und dann 14 Stunden bin ich endlich in Cancún, in der Karibik angekommen. Unterwegs gabs noch einen halt in der Nähe von Villahermosa zu leckeren Tacos mit Huhn und mit Schweinebauch.
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  • Teotihuacan - Pyramiden und Jaguare

    20. december 2025, Mexico ⋅ ☀️ 21 °C

    Teotihuacan - „Wo man zu Gott wird.“

    So geht es nun also zu, den berühmten Pyramiden von Teptihuacan. Nicht Chichen Itza in Yucatan ist das Highlight in Mexico, sondern eben diese alte, riesige Stadt mit der Sonnen- und der Mondpyramide. Man muss mit dem Taxi ca. 1,5 Stunden nordöstlich fahren um dorthin zu gelangen. Vorbei an den Cable Cars und den gebirgigen Ausläufern der Metropole. Hier sind auch die ganzen Armenviertel zu sehen, wenn auch farbenprächtig sieht man eindeutig welcher Teil der Bevölkerung hier lebt.

    Angekommen gibt es für lediglich 100 Pesos (also 5 Euro) Zugang zu dem riesigen Areal. Während in Yucatan bei Chitchen Itza mit Fahrt mal schnell 70-80 Euro fällig werden und man sich durch Menschenmassen quält nur um diese eine, recht kleine Pyramide zu sehen. Nicht so in Teotihuacan. Klar gibt es hier auch jede Menge Besucher, aber bei der Grösse des Areals verläuft sich das eher und es kommen eben nicht permanent riesige Busladungen aus Cancun oder Tulum an mit den Touristen, die bei 2 Wochen Pauschalurlaub im Hotel mal eben noch Chitchen Itza mitnehmen und dann natürlich „ganz Mexico“ gesehen haben. Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen: lieber den eigenen Weg gehen - das Abenteuer ist unbeschreiblich viel größer.

    Am Eingang bieten Händler ihre Sombreros an, denn die Sonne brennt wirklich sehr heftig hier oben. Allerlei Handwerkskunst, typisch für Teotihuacan von Obsidiandolchen (ich überlege kurz ob ich die im Handgepäck durch die Kontrolle bekäme) bis hin zu den Jaguarpfeifen (eine solche sollte später nach harter Verhandlung für 120 Pesos - 6 Euro - in meinen Rucksack wandern).

    Gute 2 Kilometer erstreckt sich der Weg vom Eingang bis zur Mondpyramide, die man am Ende auch besteigen konnte. Vorbei an unzähligen Bauten und diese beeindruckend breite Straße (die Straße der Toten), die nur erahnen lässt wie viele Menschen hier einst lebten. Zur präkolumbianischen Hochzeit, etwa 500 nach Christus, geht man von ca. 250.000 Einwohnern aus - irre. Damit war sie zu jener Zeit eine der größten Metropolen der Welt auf ca. 250 Hektar und größte Stadt des amerikanischen Kontinents.

    Interessanterweise haben nicht die Azteken die Stadt erbaut, sondern nur als rituelle Kultstätte verwendet. Ob von Maya erbaut oder sonstige kulturelle Einflüsse ist höchst umstritten. Sicher ist nur, dass Sonnenpyramide und Mondpyramide mit den klassischen Treppen und die Straße der Toten den morbid rituellen Maya Bräuchen stark ähneln.

    Die nicht begehbare Sonnenpyramide ist gewaltig und unglaublich beeindruckend. Von der begehbaren Mondpyramide hat man einen tollen Blick bis weit in die Ferne - es lädt zum Verweilen und dazu ein sich vorzustellen, was einst hier passiert ist. Dazu hört man regelmäßig das Geräusch des Jaguars (Pfeife) und das Klatschen der Touristen, die durch Schallreflexion das Geräusch des Quetzal (Vogel) erzeugen.

    Spektakulärs Erlebnis - abgerundet mit einem leckeren Essen und natürlich Tacos am Abend.
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  • Tenochtitlan und Templo Mayor

    19. december 2025, Mexico ⋅ ☀️ 20 °C

    Durch die Massen gekämpft, komme ich am Plaza de la Constitutión an. Hier stehen überall Gruppen von prächtig angezogenen und geschminkten Azteken. Die Menschen lassen sich reihenweise für Geld auf ein Ritual ein. Bei den aztekischen Ritualen nutzt man dort Rauch, insbesondere den des Harzes Copal, zur rituellen Reinigung, Heilung und Kommunikation mit der Geisterwelt. Jene von denen das durchgeführt wird nennt man Curanderos (so heißen die Azteken-Heiler). Dazu hört man Trommeln und immer wieder die Totenkopf-Pfeife.

    Mein Ziel war es, diesmal Tenochtitlán, also die Stadt, die ein gutes Stück unter den heutigen Fundamenten von Mexico City liegt und ehemals eine prosperierende Metropole der Azteken gewesen ist. Man kann in Mexiko City die Überbleibsel häufig durch Glasfenster beobachten, die im Boden eingelassen sind. So hat man quasi einen Blick in die Vergangenheit.

    Und so ging ich zum Templo Mayor, der tatsächlich unweit des heutigen Regierungspalast noch immer in seinen Ruinen besteht. Für 100 Pesos (etwa 5 Euro) bekommt man Zugang zu der Tempelruine und zu einem wirklich beeindruckenden Museum mit unglaublich vielen wunderschönen Artefakten aus dieser Zeit. Über Stunden wird man durch einen Rundkurs geführt… Riesige Steinscheiben und Reliefs, Figuren, Szenen und Kunsthandwerk aus einem Kulturkreis, der uns sehr fremd ist. Mit jedem Schritt fühle ich mich mitten im Film Apocalypto und mit der authentischen Kulisse, den Geräuschen und der schön inszenierten Umgebung ist sie zu greifen, die einstige Azteken Siedlung.

    Absolute Empfehlung für jeden der Mexico City besucht. Kleine Randnotiz: Ich kann mir nicht den Gedanken verkneifen, dass solche Altertümer, wie sie eben auch in Ägypten stehen, besucht werden können, ohne dass ein jemand auf die Nerven geht und man von vorne bis hinten abgezockt wird. Hier konnte ich in aller Ruhe für fünf Euro die alten Ruinen genießen - in Stille und Demut mit dem befassen, was damals hier vor sich ging.

    Noch einmal einen Blick nach oben, wo die Menschenmassen sich durch die Innenstadt bewegen und ich trete über die Treppen aus der Ruine hervor und bin wieder mitten im Getümmel der mexikanischen Großstadt (nein… Megastadt).
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  • Mexico City - der konzentrierte Wahnsinn

    19. december 2025, Mexico ⋅ ☀️ 19 °C

    Da bin ich nun also erneut in Mexico City. Nach zunächst einem kompletten Ruhetag stürze ich mich ins Vergnügen. Da ich nun in Mexico City schon zum zweiten Mal bin, habe ich mir diesmal mein Hotel so ausgesucht, dass ich direkt im Centro bin. Das Centro Historico ist in Mexico City der Bereich, in dem so viel los ist, dass der Kopf des kaum verarbeiten kann.

    Schon wenige Meter entfernt vom Hotel drücken sich Menschenmassen in Richtung Plaza de la Constitutión. Es wimmelt von Menschen und überall wird laut die Ware feil geboten. Nicht aufdringlich, wie das in anderen Ländern der Fall ist, sondern einfach nur laut. Allerlei Tinneff, Klamotten, Spielzeuge… was man sich einfach nur vorstellen kann. Musiker, Künstler, Gaukler und Schauspieler, Mariachis, Hütchenspieler, Schuhputzer und Straßenhändler. Und Unmengen an Essen. Empanadas, Tacos, Quesadillas, Tamales, Papas Locas und ungefähr 50 weitere Sachen, die ich vorher noch nie gesehen habe. Die Luft ist geschwängert von Gerüchen nach leckerem Essen. Mein persönlicher Favorit zum zuschauen sind die Papas Locas. Was hier passiert, ist so typisch für die Mexikaner und ihr Gemüt - einfach Crazy. Im Wesentlichen wird eine Tüte mit Doritos aufgeschnitten und dann kommt alles mögliche hinein als Topping, bis die Tüte überläuft und Sossen und allerlei Gewürze und natürlich Limette. Wenn man bei uns eine Tüte Chips kauft dann isst man sie maximal mit einem dazu käuflichen Dip… aber nein, nicht im Mexikaner.

    Am Plaza de la Constitutión angekommen geht es los mit den Ritualen der Azteken. Überall sind Gruppen gekleidet wie aztekische Krieger und Heiler und es werden permanent Menschen mit Ästen und Rauch verprügelt. Dazu Getrommel und dazu das Geräusch der Totenkopf-Pfeifen, die den Schrei des Quetzals nachahmt. Eine herrliche Prozession - toll zuzuschauen. Das alles direkt auf den Ruinen von Tenochtitlán. Und die Luft ändert sich. Es riecht nach intensiven Räucheraromen. Aber es passt, denn genau hier waren sie einst, die Azteken, denn Mexico City ist direkt auf den alten Ruinen gebaut.

    Ach so geht es direkt zum Templo Mayor, dem großen Tempel, der direkt im Zentrum mit seinen Überresten steht.
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  • Über dem Meer - Flug erwischt

    17. december 2025, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 10 °C

    Nach über dreistündiger Verspätung war es tatsächlich für mich nicht mehr denkbar, dass ich jetzt noch den Flug bekommen habe. Gemeinsam mit Guillermo, welcher auch die Gänge entlanghetzt geht es zum Transit. Es wird schon seit 20 Minuten geboarded. Aber es klappt trotz Sicherheitskontrollen und Zugfahrt zum übernächsten Terminal.

    Rein in die 787. Endlich. Ich sitze neben Rafael, einem Mathematikstudenten und wir unterhalten uns angeregt über Mathe und Physik und schon sind wir in der Luft.

    Das erste Mal rückwärts. Wow fühlt sich mega an und ist viel entspannter von den G-Kräften als vorwärts. Ich kann den Start richtig genießen und wenn ich aus meinen Fenstern schaue sehe ich den gesamten Flügel und die Triebwerke. Ein neuer Blick.

    Ein unglaublich netter Flugbegleiter bringt Champagner und Gin-Tonic und der Stress der letzten Stunden ist vergessen. Perfektes Internet, bequeme und geräumige Sitze und guter Service. So kann es die nächsten 11 Stunden weitergehen.

    Ob in Mexiko dann auch meine Koffer ankommen wird nochmal spannend.
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  • Los geht’s-Lounges, Madrid, Flieger weg

    17. december 2025, Spanien ⋅ ⛅ 6 °C

    Und so startet die alljährliche Reise in ferne Länder. 2025 … Was für ein Jahr. Beruflich und privat sind so viele Dinge passiert, dass es dringend Zeit ist das alles mal zu verarbeiten. Denn jetzt ist es Zeit für viele Eindrücke und Erinnerungen im Herzen. Die deutsche Sprache wird zumindest phonetisch am Eingang von Terminal 2 gelassen. Es geht los nach Madrid und sofort treffe ich auf allerlei spanisch sprechende Menschen. Ich switche um und freue mich auf das was da kommt.

    Nach dem Baggage drop fällt wie immer erstmal die große Last ab. Von jetzt an liegt es nicht mehr in meinen Händen. Erstmal zur Lounge. Leckeren Rotwein trinken und genießen das heute sicher kein Einsatz mehr kommt. Toll. Wie immer geht es in die Air France Lounge, die auch von Air Europa genutzt wird. Die Lounge ist mittelmäßig besucht. Es gibt leckeres essen - eine Art Hackfleischauflauf, einen sehr guten Rotwein und viel Entspannung - ich genieße die Ruhe, denn die Noise canceling Kopfhörer und das Tablet schalten all den Krach und das Alltagsgehetze aus.

    Das Essen an Bord war top und das Team von Air Europa wirklich nett. Sie gaben sich so viel Mühe deutsch zu sprechen aber nein - es sollte spanisch sein. Practicar, practicar!! Während ich mein Essen genieße kommt die Bordansage, dass von nun an Sandwiches (im Angebot) und Getränke gekauft werden können. Komische Welt, während mir ein Kaffee und Kekse gebracht werden, um die allzu süße Dulce de leche des Nachtischs auszugleichen - dazu spanischer Rioja.

    Schon um etwa 22 Uhr bin ich in Madrid. Ich war hier mittlerweile schon echt oft. Ich muss immer schmunzeln, wenn an den kleinen Ständen von der großen Keule Serrano Schinken hauchdünn abgeschnitten wird. Olé, denk ich mir.

    Von hier aus geht es am frühen Morgen weiter nach London. Jetzt heisst es irgendwie die Nacht rumbringen, was in einer 24h Lounge funktioniert hat. Dort gab es sogar sehr schöne Bäder in denen man duschen konnte, was ich direkt mal genutzt habe. Erfrischt, mit Kaffee und Frühstück versorgt denke ich mir: Alles top gelaufen - es kann nichts mehr schief gehn….

    Also geht es pünktlich zum Flieger. Nach London Heathrow wo es „überraschenderweise“ sehr neblig ist. Daher wird unser Flug delayed und nach einer Stunde erneut um 2 Stunden delayed. Es geht also weiter in 2 Stunden plus Flugzeit. Wasser wird an Bord gebracht und die Flugbegleiter bemühen sich die Leute bei Laune zu halten. Wenn ich in London ankomme ist mein Flieger nach Mexiko leider lange weg…

    Das wird also noch eine spannende und zehrende Anreise werden.
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    Start på rejsen
    16. december 2025