• Tim Hallstein
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Mexiko-Belize-Guatemala

Der Jahresurlaub in Lateinamerika geht diesmal ab Mexiko-City über die Karibik Quintana Roo nach Belize und von dort nach Guatemala. Neben Teotihuacán soll auch der Popocatepetel und die Stätte um Tikal eine Rolle spielen. Sowie ein aktiver Vulkan… Read more
  • Trip start
    December 16, 2025

    Los geht’s-Lounges, Madrid, Flieger weg

    December 17, 2025 in Spain ⋅ ⛅ 6 °C

    Und so startet die alljährliche Reise in ferne Länder. 2025 … Was für ein Jahr. Beruflich und privat sind so viele Dinge passiert, dass es dringend Zeit ist das alles mal zu verarbeiten. Denn jetzt ist es Zeit für viele Eindrücke und Erinnerungen im Herzen. Die deutsche Sprache wird zumindest phonetisch am Eingang von Terminal 2 gelassen. Es geht los nach Madrid und sofort treffe ich auf allerlei spanisch sprechende Menschen. Ich switche um und freue mich auf das was da kommt.

    Nach dem Baggage drop fällt wie immer erstmal die große Last ab. Von jetzt an liegt es nicht mehr in meinen Händen. Erstmal zur Lounge. Leckeren Rotwein trinken und genießen das heute sicher kein Einsatz mehr kommt. Toll. Wie immer geht es in die Air France Lounge, die auch von Air Europa genutzt wird. Die Lounge ist mittelmäßig besucht. Es gibt leckeres essen - eine Art Hackfleischauflauf, einen sehr guten Rotwein und viel Entspannung - ich genieße die Ruhe, denn die Noise canceling Kopfhörer und das Tablet schalten all den Krach und das Alltagsgehetze aus.

    Das Essen an Bord war top und das Team von Air Europa wirklich nett. Sie gaben sich so viel Mühe deutsch zu sprechen aber nein - es sollte spanisch sein. Practicar, practicar!! Während ich mein Essen genieße kommt die Bordansage, dass von nun an Sandwiches (im Angebot) und Getränke gekauft werden können. Komische Welt, während mir ein Kaffee und Kekse gebracht werden, um die allzu süße Dulce de leche des Nachtischs auszugleichen - dazu spanischer Rioja.

    Schon um etwa 22 Uhr bin ich in Madrid. Ich war hier mittlerweile schon echt oft. Ich muss immer schmunzeln, wenn an den kleinen Ständen von der großen Keule Serrano Schinken hauchdünn abgeschnitten wird. Olé, denk ich mir.

    Von hier aus geht es am frühen Morgen weiter nach London. Jetzt heisst es irgendwie die Nacht rumbringen, was in einer 24h Lounge funktioniert hat. Dort gab es sogar sehr schöne Bäder in denen man duschen konnte, was ich direkt mal genutzt habe. Erfrischt, mit Kaffee und Frühstück versorgt denke ich mir: Alles top gelaufen - es kann nichts mehr schief gehn….

    Also geht es pünktlich zum Flieger. Nach London Heathrow wo es „überraschenderweise“ sehr neblig ist. Daher wird unser Flug delayed und nach einer Stunde erneut um 2 Stunden delayed. Es geht also weiter in 2 Stunden plus Flugzeit. Wasser wird an Bord gebracht und die Flugbegleiter bemühen sich die Leute bei Laune zu halten. Wenn ich in London ankomme ist mein Flieger nach Mexiko leider lange weg…

    Das wird also noch eine spannende und zehrende Anreise werden.
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  • Über dem Meer - Flug erwischt

    December 17, 2025, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 10 °C

    Nach über dreistündiger Verspätung war es tatsächlich für mich nicht mehr denkbar, dass ich jetzt noch den Flug bekommen habe. Gemeinsam mit Guillermo, welcher auch die Gänge entlanghetzt geht es zum Transit. Es wird schon seit 20 Minuten geboarded. Aber es klappt trotz Sicherheitskontrollen und Zugfahrt zum übernächsten Terminal.

    Rein in die 787. Endlich. Ich sitze neben Rafael, einem Mathematikstudenten und wir unterhalten uns angeregt über Mathe und Physik und schon sind wir in der Luft.

    Das erste Mal rückwärts. Wow fühlt sich mega an und ist viel entspannter von den G-Kräften als vorwärts. Ich kann den Start richtig genießen und wenn ich aus meinen Fenstern schaue sehe ich den gesamten Flügel und die Triebwerke. Ein neuer Blick.

    Ein unglaublich netter Flugbegleiter bringt Champagner und Gin-Tonic und der Stress der letzten Stunden ist vergessen. Perfektes Internet, bequeme und geräumige Sitze und guter Service. So kann es die nächsten 11 Stunden weitergehen.

    Ob in Mexiko dann auch meine Koffer ankommen wird nochmal spannend.
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  • Mexico City - der konzentrierte Wahnsinn

    December 19, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 19 °C

    Da bin ich nun also erneut in Mexico City. Nach zunächst einem kompletten Ruhetag stürze ich mich ins Vergnügen. Da ich nun in Mexico City schon zum zweiten Mal bin, habe ich mir diesmal mein Hotel so ausgesucht, dass ich direkt im Centro bin. Das Centro Historico ist in Mexico City der Bereich, in dem so viel los ist, dass der Kopf des kaum verarbeiten kann.

    Schon wenige Meter entfernt vom Hotel drücken sich Menschenmassen in Richtung Plaza de la Constitutión. Es wimmelt von Menschen und überall wird laut die Ware feil geboten. Nicht aufdringlich, wie das in anderen Ländern der Fall ist, sondern einfach nur laut. Allerlei Tinneff, Klamotten, Spielzeuge… was man sich einfach nur vorstellen kann. Musiker, Künstler, Gaukler und Schauspieler, Mariachis, Hütchenspieler, Schuhputzer und Straßenhändler. Und Unmengen an Essen. Empanadas, Tacos, Quesadillas, Tamales, Papas Locas und ungefähr 50 weitere Sachen, die ich vorher noch nie gesehen habe. Die Luft ist geschwängert von Gerüchen nach leckerem Essen. Mein persönlicher Favorit zum zuschauen sind die Papas Locas. Was hier passiert, ist so typisch für die Mexikaner und ihr Gemüt - einfach Crazy. Im Wesentlichen wird eine Tüte mit Doritos aufgeschnitten und dann kommt alles mögliche hinein als Topping, bis die Tüte überläuft und Sossen und allerlei Gewürze und natürlich Limette. Wenn man bei uns eine Tüte Chips kauft dann isst man sie maximal mit einem dazu käuflichen Dip… aber nein, nicht im Mexikaner.

    Am Plaza de la Constitutión angekommen geht es los mit den Ritualen der Azteken. Überall sind Gruppen gekleidet wie aztekische Krieger und Heiler und es werden permanent Menschen mit Ästen und Rauch verprügelt. Dazu Getrommel und dazu das Geräusch der Totenkopf-Pfeifen, die den Schrei des Quetzals nachahmt. Eine herrliche Prozession - toll zuzuschauen. Das alles direkt auf den Ruinen von Tenochtitlán. Und die Luft ändert sich. Es riecht nach intensiven Räucheraromen. Aber es passt, denn genau hier waren sie einst, die Azteken, denn Mexico City ist direkt auf den alten Ruinen gebaut.

    Ach so geht es direkt zum Templo Mayor, dem großen Tempel, der direkt im Zentrum mit seinen Überresten steht.
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  • Tenochtitlan und Templo Mayor

    December 19, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 20 °C

    Durch die Massen gekämpft, komme ich am Plaza de la Constitutión an. Hier stehen überall Gruppen von prächtig angezogenen und geschminkten Azteken. Die Menschen lassen sich reihenweise für Geld auf ein Ritual ein. Bei den aztekischen Ritualen nutzt man dort Rauch, insbesondere den des Harzes Copal, zur rituellen Reinigung, Heilung und Kommunikation mit der Geisterwelt. Jene von denen das durchgeführt wird nennt man Curanderos (so heißen die Azteken-Heiler). Dazu hört man Trommeln und immer wieder die Totenkopf-Pfeife.

    Mein Ziel war es, diesmal Tenochtitlán, also die Stadt, die ein gutes Stück unter den heutigen Fundamenten von Mexico City liegt und ehemals eine prosperierende Metropole der Azteken gewesen ist. Man kann in Mexiko City die Überbleibsel häufig durch Glasfenster beobachten, die im Boden eingelassen sind. So hat man quasi einen Blick in die Vergangenheit.

    Und so ging ich zum Templo Mayor, der tatsächlich unweit des heutigen Regierungspalast noch immer in seinen Ruinen besteht. Für 100 Pesos (etwa 5 Euro) bekommt man Zugang zu der Tempelruine und zu einem wirklich beeindruckenden Museum mit unglaublich vielen wunderschönen Artefakten aus dieser Zeit. Über Stunden wird man durch einen Rundkurs geführt… Riesige Steinscheiben und Reliefs, Figuren, Szenen und Kunsthandwerk aus einem Kulturkreis, der uns sehr fremd ist. Mit jedem Schritt fühle ich mich mitten im Film Apocalypto und mit der authentischen Kulisse, den Geräuschen und der schön inszenierten Umgebung ist sie zu greifen, die einstige Azteken Siedlung.

    Absolute Empfehlung für jeden der Mexico City besucht. Kleine Randnotiz: Ich kann mir nicht den Gedanken verkneifen, dass solche Altertümer, wie sie eben auch in Ägypten stehen, besucht werden können, ohne dass ein jemand auf die Nerven geht und man von vorne bis hinten abgezockt wird. Hier konnte ich in aller Ruhe für fünf Euro die alten Ruinen genießen - in Stille und Demut mit dem befassen, was damals hier vor sich ging.

    Noch einmal einen Blick nach oben, wo die Menschenmassen sich durch die Innenstadt bewegen und ich trete über die Treppen aus der Ruine hervor und bin wieder mitten im Getümmel der mexikanischen Großstadt (nein… Megastadt).
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  • Teotihuacan - Pyramiden und Jaguare

    December 20, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 21 °C

    Teotihuacan - „Wo man zu Gott wird.“

    So geht es nun also zu, den berühmten Pyramiden von Teptihuacan. Nicht Chichen Itza in Yucatan ist das Highlight in Mexico, sondern eben diese alte, riesige Stadt mit der Sonnen- und der Mondpyramide. Man muss mit dem Taxi ca. 1,5 Stunden nordöstlich fahren um dorthin zu gelangen. Vorbei an den Cable Cars und den gebirgigen Ausläufern der Metropole. Hier sind auch die ganzen Armenviertel zu sehen, wenn auch farbenprächtig sieht man eindeutig welcher Teil der Bevölkerung hier lebt.

    Angekommen gibt es für lediglich 100 Pesos (also 5 Euro) Zugang zu dem riesigen Areal. Während in Yucatan bei Chitchen Itza mit Fahrt mal schnell 70-80 Euro fällig werden und man sich durch Menschenmassen quält nur um diese eine, recht kleine Pyramide zu sehen. Nicht so in Teotihuacan. Klar gibt es hier auch jede Menge Besucher, aber bei der Grösse des Areals verläuft sich das eher und es kommen eben nicht permanent riesige Busladungen aus Cancun oder Tulum an mit den Touristen, die bei 2 Wochen Pauschalurlaub im Hotel mal eben noch Chitchen Itza mitnehmen und dann natürlich „ganz Mexico“ gesehen haben. Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen: lieber den eigenen Weg gehen - das Abenteuer ist unbeschreiblich viel größer.

    Am Eingang bieten Händler ihre Sombreros an, denn die Sonne brennt wirklich sehr heftig hier oben. Allerlei Handwerkskunst, typisch für Teotihuacan von Obsidiandolchen (ich überlege kurz ob ich die im Handgepäck durch die Kontrolle bekäme) bis hin zu den Jaguarpfeifen (eine solche sollte später nach harter Verhandlung für 120 Pesos - 6 Euro - in meinen Rucksack wandern).

    Gute 2 Kilometer erstreckt sich der Weg vom Eingang bis zur Mondpyramide, die man am Ende auch besteigen konnte. Vorbei an unzähligen Bauten und diese beeindruckend breite Straße (die Straße der Toten), die nur erahnen lässt wie viele Menschen hier einst lebten. Zur präkolumbianischen Hochzeit, etwa 500 nach Christus, geht man von ca. 250.000 Einwohnern aus - irre. Damit war sie zu jener Zeit eine der größten Metropolen der Welt auf ca. 250 Hektar und größte Stadt des amerikanischen Kontinents.

    Interessanterweise haben nicht die Azteken die Stadt erbaut, sondern nur als rituelle Kultstätte verwendet. Ob von Maya erbaut oder sonstige kulturelle Einflüsse ist höchst umstritten. Sicher ist nur, dass Sonnenpyramide und Mondpyramide mit den klassischen Treppen und die Straße der Toten den morbid rituellen Maya Bräuchen stark ähneln.

    Die nicht begehbare Sonnenpyramide ist gewaltig und unglaublich beeindruckend. Von der begehbaren Mondpyramide hat man einen tollen Blick bis weit in die Ferne - es lädt zum Verweilen und dazu ein sich vorzustellen, was einst hier passiert ist. Dazu hört man regelmäßig das Geräusch des Jaguars (Pfeife) und das Klatschen der Touristen, die durch Schallreflexion das Geräusch des Quetzal (Vogel) erzeugen.

    Spektakulärs Erlebnis - abgerundet mit einem leckeren Essen und natürlich Tacos am Abend.
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  • Auf geht’s zur Küste

    December 23, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 29 °C

    Unglaublich dieser extreme Verkehr in Mexico City. Stau wohin man blickt. Die Stadt ist ein einziges Verkehrschaos. Also immer die doppelte
    Zeit einplanen wenn man einen Bus oder Flug erwischen muss - egal was Uber sagt.

    So geht es erneut mit dem Busunternehmen ADO, die in ganz Mexiko riesige Terminals haben und von dort geht geht es stündlich in alle größeren Städte. Dabei sind die Busse absolut bequem und eignen sich sehr zum Reisen. 3 verschiedene Busse
    gibt es ADO normal, GL und Platinum. Ich konnte zweimal GL und einmal Platinum Tickets ergattern. Und so geht es nun zunächst nach Coatzacoalcos, dann nach Villahermosa und von dort nach Cancún. Eine ca. 29 stündige Reise in die Karibik.

    Nachts um 2 in Coatzacoalcos am Golf von mexico wo ich umgestiegen bin angekommen sind um die 10 Busse da, die abfahren. Das geht hier rund um die Uhr in alle Richtungen in zig Depots mit Gepäckaufgabe und allem Drumherum.

    Nach Endlosen weiteren 2 Stunden und dann 14 Stunden bin ich endlich in Cancún, in der Karibik angekommen. Unterwegs gabs noch einen halt in der Nähe von Villahermosa zu leckeren Tacos mit Huhn und mit Schweinebauch.
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  • Cancún

    December 26, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 29 °C

    In Cancún angekommen, bin ich zunächst für drei Tage in einem super schönen Hotel in der Stadt, welches the Hive heißt. Hier gibt es super schöne Zimmer für wenig Geld auf zwei Etagen mit einem eigenen Rooftop Pool. Nach der anstrengenden Reise springe ich also spät am Abend noch in das warme Wasser und genieße den Blick zum Himmel.

    Natürlich muss man, wenn man in Cancún ist, unbedingt auch an die sagenhaften Strände. Somit entschließe ich mich ein Hotel direkt am Strand zu buchen in der Zona Hotelera. All Inclusive geht es in ein wunderschönes, großes Zimmer mit Aussicht aufs Meer direkt am Strand. Es ist noch etwas Zeit für den Checkin, also bekomme ich mein All Inclusive Bändchen und kann erstmal im Fischrestaurant mit Blick aufs Meer aller feinste Cuisine genießen. Krabbencocktail, Hummersuppe, Muschelsuppe, Wolfsbarschfilet und leckeren Kuchen. Und während dieser Zeit wurde mein Weinglas permanent aufgefüllt. Sehr aufmerksam. Vorbei geht’s an mehreren Bars und einem Eiscafé wo es ein Caramel Latte in meine Hand schafft.

    Kaum eingecheckt. Und im Zimmer angekommen, werde ich von allerlei Details überrascht. Eine Flasche Rotwein, ein wunderschöner Hut und ein Fächer als Präsent. Voller Kühlschrank, Kaffeebar.
    Plötzlich bekomme ich eine WhatsApp von meinem „Butler“ Alejandro. Dieser kommt sodann vorbei und zeigt mir das komplette Hotelzimmer. Er erklärt mir die Funktionen der einzelnen elektrischen Anlagen inklusive der Toilette. Zum Glück. Da ich das erste Mal auf dem Klo war, weiss ich jetzt was ich machen muss. Ich bestelle für den Morgen Frühstück und Kaffee auf mein Zimmer, welches ich direkt mit Blick aufs Meer genießen kann. Eine wunderschöne Terrasse darf ich mein Eigen nennen.

    Es geht noch mal direkt ins Meer, denn dieses wunderschöne glasklare und türkisblaue Meer mit weißem Sandstrand kann man sich nicht entgehen lassen.

    Also warmes Wasser, Beachclubs, Beats und Sunset. Alles Perfekt - Life‘s good.
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  • Essen mit A. und S. wird zum Notfall

    December 26, 2025 in Mexico ⋅ ☁️ 26 °C

    Am Abend sitze ich an der Bar und treffe
    auf A. und S. aus Colorado. Wir verstehen uns gut und gehen gemeinsam essen. Tolle Pasta, Lachs- und Rindercarpaccio und Rotwein in guter Gesellschaft. Im Hintergrund ist der übliche Hotelanimationstanz mit Salsa, Samba, Bachata usw. Was für ein entspannter Abend. Dachte ich.

    Während ich meine Pasta genieße fängt S. plötzlich an zu Husten und nach Luft zu ringen. Nach zunächst noch klassischer „Ich hab mich verschluckt“-Situation wird es zunehmend ernster. Sofort sind die Notfall-Lampen im Kopf an und ich versuche S. zu helfen. Er bekommt gut Luft aber produziert eine Menge Schleim - gut erstmal denke ich - da sich die Situation aber nach Minuten nicht bessert und jeder geringste Schluck Wasser
    die Situation verschlimmert löse ich einen medizinischen Notfall aus. Ob der Bolus in Luft- oder Speiseröhre liegt weiß zu diesem Zeitpunkt niemand. Der Hotelarzt Roberto wird hinzugezogen, ein junger und recht unerfahrener Kollege, der zwar keinerlei Intervention machen kann, jedoch auf Spanisch die richtigen Weichen stellen kann. Anrufen in der Klinik, Paramedics und hoffentlich eine rasche Endoskopie - Noch! Ist alles gut… Hoffen wir das beste.

    Und ich setze mich besorgt aber ein wenig erleichtert an die Bar. Mal sehen wann es eine Rückmeldung gibt…. Mit Roberto hab ich Nummern getauscht - Kollegen weltweit zu haben schadet nie. Es gibt eben Momente in denen Urlaub Nebensache wird.
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  • Update zu S. - das war knapp

    December 27, 2025 in Mexico ⋅ ☁️ 26 °C

    Heute Morgen schreibt A., dass sie bis um 5:00 Uhr morgens im Krankenhaus gewesen sind. Sam wurde endoskopiert und tatsächlich zeigte sich ein Einriss der Speiseröhre, der behandelt wurde. Damit war die Behandlung absolut lebensrettend. Irgendwie hatte ich sowas im Gefühl, da er einen nicht zu einer reinen Bolusituation Schmerz hatte und die permanente Drangsituation etwas aus der Speiseröhre herauszubekommen. Genau das ist, wovor man Angst hat. Mallory-Weiss-Läsion - ein länglicher
    plötzlicher Riss der Speiseröhre, der schnell tödlich verlaufen kann - häufig spontan unter starkem Druck entstehend. Genau davon waren wir wohl in der Situation nur einen kleinen Moment weg. Ich kann mich nur erinnern, dass ich vom Erbrechen abgeraten habe, da solche erhöhten Drucksituationen die Speiseröhre schnell stark einreisen können. Möglicherweise war dieser Hinweis lebensrettend. Verrückt. Wichtig aber eben dieses Wissen zu verbreiten.

    Die ganze Behandlung hat 11.000 $ gekostet. S. geht es gut. Aber jetzt zeigt sich wie wichtig es ist eine Auslandskrankenversicherung zu haben. Ich habe rasch nochmal meine gecheckt. Passt alles.
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  • Colorado, Docs, Feuershow und Leguan

    December 28, 2025 in Mexico ⋅ ☁️ 26 °C

    Ich starte meinen Tag mit einem leckeren Frühstück mit der frühen Sonne aus der von Osten auf mich zubrandenden Karibik. Was für ein Gefühl.

    Kaum fertig mit dem Frühstück, welches mir aufs Zimmer serviert wurde kontaktierte mich der
    Representative des Hotels. Man würde sich freuen , mich auch nach meinem Checkout am 30. noch für 2
    Tage zu Sonderkonditionen begrüßen zu dürfen. Ehrlicherweise kommt das nicht von allein, sondern von der Rüge an die Rezeption am Vorabend. Dort war es wirklich schwierig schnell adäquat geholfen zu bekommen. Aber hat ja schließlich funktioniert. Ich nehme das Angebot an, denn in Cancún in einem solchen Hotel zum Jahreswechsel werden normalerweise horrende Summen fällig.

    Letztlich war die Verlängerung eine willkommene Geschichte und ich gehe nochmal wenige Schritte ans Meer und schwimme ein paar Runden in der brühwarmen Karibik. Gott hab ich mir den Pelz verbrannt. Aber das kenn ich ja schon: weiß-rot-weiß so entwickelt sich meine Urlaubsfarbe. Auf dem
    Rückweg stolpere ich über diesen riesigen Leguan. Ich nenne ihn Roberto - much potential -
    Etwas behäbig. Nicht böse - mit einem Augenzwinkern.

    Ich mache bei dieser Gelegenheit noch einen kurzen Stop bei Roberto, dem Hotelarzt um den gestrigen Fall nachzubesprechen. Er erzählt mir seine Geschichte vom Verlust seiner Existenz durch das Sinaloa Kartell und, dass er aus purer Not derzeit im Hotel als Arzt arbeitet. 50 Tage am Stück. Er zeigt mir sein Schlafkämmerchen in das gerade ein kleines Bett passt. Er erzählt mir von seinem monatlichen Verdienst und ich kann es kaum fassen. Die Preise die sein Arbeitgeber aufruft (z.B. Rezept ausstellen 80 USD) würden einen richtig guten Verdienst rechtfertigen - stattdessen nimmt man ihn komplett aus - und wenn ich mich mit ihm unterhalte stelle ich fest er hat eine richtig fundierte Grundausbildung. Mit etwas Erfahrung wird sicher ein toller Arzt aus ihm. Unfair, denke ich - was für eine Vergeudung eines potentiell guten Mediziners. So jemanden könnten wir in Deutschland sicher gut gebrauchen.

    Abends in der Bar springt mich unvermittelt eine mir bis dahin unbekannte Frau an - S. Schwester - „You saved my brothers life…“, das Gleiche seitens der Mutter - offenbar kamen heute weitere Teile der Familie an - Mutter, Grossmutter,
    Schwester etc. - man lädt mich ein zum Dinner und wir verbringen einen sehr schönen Abend begleitet von einer beeindruckenden Feuershow.

    Die Einladung nach Colorado seitens der Familie steht. Keine Frage - das wird stattfinden. Schönes
    Erinnerungsfoto mit dem Ausruf: „You are part of our family now“. Tragik und wunderschöne Momente so nah beeinander. Das Leben schreibt mitunter sehr überraschende Geschichten. Ich bin dankbar für diese Momente.
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  • Jahreswechsel in Cancún

    December 30, 2025 in Mexico ⋅ 🌬 24 °C

    Ich müsste die halbe USA und Kanada bereisen, so viele tolle Menschen habe ich hier kennengelernt. Ich stolpere hier in so viele Momente und kann Pool, Meer oder Essen als Plan kaum realisieren. Grand Park Hotel Cancun ist bereits im Visier für 2026. Ich hatte selten an einem Ort so viel Spass, Abwechslung, Luxus, Essen und Drinks auf außergewöhnlichem Niveau und der krasseste vorstellbare Strand direkt vor der Türe. Selbst die Leguane lieben das Hotel, da einmal zu Boden gefallenes Essen direkt wie aus dem Hinterhalt erbeutet wird.

    Als der 31. gekommen war begab ich mich also am Abend zum Buffet. Alternativ gab es ein a la Carte Silvestermenü in den Restaurants aber ich fühlte das Buffet mit der freien Auswahl mehr.

    Ok… damit hatte ich nicht gerechnet. Neben dem eigentlichen Buffet gab es zahlreiche Highlights. Von Spanferkel über Tuna, und Pulpo bis hin zu Hummer gab es wirklich alles. Die Hummer stapelten sich und wurden immer wieder aufgefüllt. Die wunderschönen Desserts mit Schatzkisten aus Schokolade und eine große Sushibar rundeten den Schmaus ab. Man würde das alles gerne probieren, aber so viel kann kein Mensch essen. Ich bin gerade am Ende meiner opulenten Mahlzeit angekommen als mein persönliches Highlight kommt: Mariachis betreten den Raum. Und kaum sind sie an meinem Tisch frage ich sie ob wir gemeinsam „El Rey“ singen können. Und im Nu stimmen Sie an: „Con dinero y sin dinero, yo hago siempre lo que quiero!“ Der! Song der Mexikaner und mein persönlicher Lieblingssong. - Mit oder ohne Geld ich mach immer das was mir gefällt.

    Gut genährt und glücklich blickte ich auf Karibik wo zahlreiche Kreuzfahrtschiffe vorbeiziehen.

    Der Abend im Conference-Center war zwar großartig dekoriert, doch an den vielen weiß gedeckten Tischen und dem Moet Champagner kam wenig Stimmung auf. Ich hatte den Drang mein DJ Equipment aufzubauen und einen Richtungswechsel der Party zu initiieren. Stattdessen bin ich fast an den Trauben erstickt,
    die man mit jeder Sekunde in den Mund steckt und man sich dabei was wünscht. Feliz año nuevo hieß es also und ich zog mich zeitig zurück um den Blick von meiner Veranda zu genießen. Es war dennoch die Party der großen Herzen und das herzlich gemeinte
    Happy New Year derer mit denen ich die letzte
    Woche verbracht habe war absolut ein toller
    Einstieg ins neue Jahr.

    Morgen geht es weiter nach Tulum und es geht zurück in die Realität und raus aus der Blase des krassen 5 Sterne Bunkers Grand Park Royal Cancún.
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  • Tulum, Chetumal, Belize San Pedro

    January 3 in Belize ⋅ ☀️ 29 °C

    Ein kurzes Intermezzo in Tulum ist sehr ernüchternd. Angekommen am Taxistand des ADO Terminals ist klar: Hier wird man direkt ausgenommen. Umgerechnet 10 Euro für 5 Minuten fahrt. Nicht mit mir. Also schleppe ich mein Gepäck ca. 25 Minuten Fußweg über nicht vorhandene Straßen und Wasserlöcher. Der Plan ist die Ruinen am
    Strand und eine Cenote zu besuchen. Mit der App InDrive kann ich zumindest einen einigermaßen passablen Preis erhalten. Leider sind die Ruinen geschlossen…. Also schlendere ich durch die Stadt und stelle fest: Tulum ist nichts für mich. Der Strand ist komplett verbaut mit Hotels, die Bars und Restaurants und die Stadt ist voller Jugendlicher, Hippies und Aussteiger - Hauptsache anders sein. Ich bin genervt davon.

    Also zurück zum Hotel, kurz mein Chitinhaltiges Haustier streicheln, und den Trip nach Chetumal und Belize gebucht. Mein Rat: Tulum kann man getrost skippen.

    Am Busterminal verfüttere ich meine Steakreste vom Abend zuvor an drei goldige Straßenhunde. Wohl der beste Moment hier.

    Von Chetumal aus buche ich die Fähre nach San Pedro, Belize. Eine vorgelagerte Insel im Riff. Von dort soll es nach Belize City weitergehen.

    Dort treffe ich auf zwei grossartige Jungs aus Alaska. Da unsere Fähre gecancelt wurde kommt es uns gerade recht, dass wir und zusammentun. 40 Euro Ausreisegebühren, eine Fahrt im Schrotttaxi aber einem saulustigen Fahrer, der sich Segundo nennt, und eine tolle Fahrt auf einem Speedboat folgen. Die Sonne prallt auf unser Boot und wir genießen die 2 stündige Überfahrt durch die Karibik.
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  • Über Belize City-San Ignacio nach Flores

    January 6 in Guatemala ⋅ 🌙 30 °C

    Für 5 Dollar geht es durch ganz Belize. Also von Belize City nach San Ignacio in einem zeitweise brechend vollen Bus. Ich war wirklich der einzige Touri in dem Bus. Es war heiß und eng aber es war authentisch. Die Dame neben mir spricht den Belize Dialekt der irgendwas zwischen Englisch, Spanisch und Kreolisch ist. Ich verstehe sie nur halb. Trotz 28 Grad ist es in dem Bus, in dem alle Fenster offen sind eher frisch. Kein Wunder so wie der Fahrer heizt.

    Nach einem kurzen Stop in San Ignacio geht es von dort aus mit einem kleinen Shuttlebus zur Grenze von Guatemala. 2 Stunden haben wir in praller Hitze im Dschungel auf den Shuttle gewartet…. An der Grenze passieren wir für 40 Belize Dollar Wegegeld pro Person (ca. 20 Euro) die Grenze und sind in Melchor de Mencos. Es ist tropisch heiß und der Transfer dauert bereits 4,5
    Stunden. Angedacht waren 3 insgesamt und wir sind noch lange nicht da.

    Nach mehr als 5,5 Stunden endlich in Flores (Guatemala) angekommen. Auf einer kleinen Insel mit wenigen Straßen umgeben von einem See ist direkt ein anderer Vibe. Die Preise sind günstig, der Empfang herzlich. Ab in eine Bar - Cocktails für ca. 3 Euro. Nehm ich. Tikal ist für den Folgetag gebucht.
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  • Tikal (Im Regenwald Guatemalas)

    January 7 in Guatemala ⋅ ☀️ 29 °C

    Ein absolutes Highlight war die Maya Stadt Tikal. Von Flores aus geht es mit einem Shuttle und Guide bis nach Tikal in ca. 2 Stunden. Vor Ort starten wir in einem kleinen Restaurant, in dem man Sandwiches ganz authentisch von einer lokalen Köchin in der Küche geschmiert bekommt. Es wird zudem ein Burger bestellt für nach dem Besuch, da der Weg ziemlich anstrengend ist (viele Treppen, etwa 10km Fußweg).

    Tikal ist vor rund 2800 Jahren entstanden. Das riesige Areal beherbergt viele Strukturen von denen noch ca. 85% mit Erde bedeckt sind. Man sieht die Strukturen oft nur schemenhaft. Sehr gut zu sehen sind die 4 spitzen und hohen Tempel, die aus dem Dschungel hervorragen. Die Szene wurde in Star Wars von George Lucas verwendet.

    Es ist eine Stätte die mitten im Dschungel liegt. Überall hört man Vögel, Brüllaffen und sieht allerlei Tiere. Es ist extrem schwül und der Weg durchaus anstrengend. Jede der erklimmbaren Strukturen hat bis zu 200 Stufen. Der Ausblick insbesondere vom letzten Tempel ist jedoch absolut umwerfend. Der Blick tief in den Dschungel und man sieht die Spitzen der anderen Tempel herausragen - kein Wunder, dass es als Filmkulisse diente. Selbst das Klatschen mit dem Geräusch des Quetzal klappte. - Typischerweise reflektieren alle Maya-Tempel wenn man klatscht das Geräusch des Quetzals - bei vielen Besuchern nicht immer wirklich zu hören - hier aber top.

    Unser Guide Eddie hat selbst einen Maya Hintergrund, redet teils viel, aber teils nützliche Infos. Manchmal kann ich die Erklärungen nicht ganz glauben - aber das darf bei all den alten Stätten ohnehin jeder selbst entscheiden.

    Tikal war absolut Mega. Von Flores aus ein ca. 8 Stunden Trip der knapp 15 Euro Eintritt und 25 Euro Tour und Guide kostet. Absolut sein Geld wert.
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  • Popocatépetl und Massenproteste

    January 9 in Mexico ⋅ ☀️ 26 °C

    Endlich habe ich einen Anflug mit perfektem Blick auf den Popocatépetl. Jenen 5500m hohen aktiven Vulkan direkt am Rand von Mexiko City. Im Video ist die irrsinnige Größe der Stadt sowie der Vulkan in direkter Nähe gut zu sehen.

    Am Abreisetag wird mein Hotel komplett abgeriegelt und verrammelt. Es wurden Proteste angekündigt. Für Venezuela, gegen Trump. Am Hotel ziehen tausende Menschen vorbei mit deutlichen Flaggen und sogar Trump Piñatas. Es bleibt friedlich. Fragt sich wie lange noch…

    Und damit geht die Reise zu Ende. Vieles habe ich erlebt, einiges ausgelassen, unerwartete Dinge sind passiert und es bleiben die Eindrücke dreier Länder in Mittelamerika, die nur einen Schluss zulassen: Der Flug in den Urlaub kann nur in den Westen sein. Vielleicht nächstes Mal nach Kolumbien oder Venezuela. Aber definitiv wieder nach Lateinamerika.

    El fin.
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    Trip end
    January 11, 2026