July - August 2018
  • Day21

    Chitina nach Valdez

    August 18, 2018 in the United States ⋅ ☁️ 12 °C

    Nachdem wir erst einmal richtig ausgeschlafen haben, gab es gegen 10 Uhr Frühstück. Anschließend wurde geduscht und der Camper fertig gemacht. Danach fuhren wir nach Valdez, einer Hafenstadt in deren Umgebung es viele Wildtiere geben soll. Der Weg führte über den sehr schönen Thomson Pass und anschließend durch eine lange Schlucht mit einigen Wasserfällen. In Valdez angekommen machten wir einen Spaziergang am Hafen entlang.

    Von hier aus werden diverse Bootstouren angeboten, die die Küste (hier Prince William Sound genannt) entlang führen zu zwei Gletschern und auch an beliebten Aufenthaltsorten von u.a. verschiedenen Walen, Ottern, Seelöwen, Adlern und Papageitauchern vorbei führen sollen. Die große Tour mit einer Dauer von 8,5 Stunden kostet pro Person 165 $ und die kleine Tour für 6 Stunden 132 $. Wir haben beschlossen hier im Ort für 45 $ einen Stellplatz zu beziehen auf einem privaten Campingplatz mit "Full Hook-up", also Vollverpflegung. Dieser Platz liegt gegenüber der Anbieter der Bootstouren. Wir werden uns für morgen früh einen Wecker stellen und je nach Wetterlage entscheiden, ob wir uns für 6-9 Stunden auf ein Boot begeben möchten oder weiterfahren werden.

    Jetzt erst einmal wird das Internet auf Neuigkeiten überprüft, bevor wir anschließend in einem Lokal am Hafen, welches wir auf unserem Spaziergang am Nachmittag entdeckt haben, essen gehen werden.
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  • Day20

    Chitina mit Gletscherblick ohne Shuttle

    August 17, 2018 in the United States ⋅ ⛅ 15 °C

    Nach dem Frühstück fuhren wir auf dem Glenn Highway weiter bis zur Abbiegung nach Chitina. Das Wetter war super, die Landschaft ganz nett. Als wir Chitina erreichten, suchten wir den überall beworbenen Shuttlebusservice nach Kennicott. Da wir nicht fündig wurden, fragten wir im örtlichen Hotel und bekamen eine Telefonnummer. Den Shuttleservice bestellt man ausschließlich per Telefon.

    Wofür brauchten wir einen Shuttlebus? Es gibt eine verlassene Goldgräberstadt namens McCarthy. Diese Stadt ist nur über eine alte und sehr kaputte Straße erreichbar, die in Teilen über einen alten Bahndamm führt, auf welchem jede Menge alte rostige Schrauben für kaputte Reifen sorgen sollen. Aus diesem Grund ist das Befahren mit unserem Mietauto untersagt bzw. wäre nicht versichert. Daher war der Plan, mit dem Shuttle nach Kennicott zu fahren, wo eine Fußgängerbrücke zu Fuß zu überqueren wäre und auf der anderen Seite ein weiterer Shuttlebus zu nehmen wäre. Da der Shuttlebusservice nur telefonisch bestellbar war, beschlossen wir neben dem Flugplatz von Chitina einen Stellplatz auf einem kleinen Campingplatz zu beziehen. Dank des "Full Hook-up" hatten wir Strom, Wasser und Entsorgung direkt am Stellplatz und sogar WLAN war verfügbar und das sogar zeitlich unbegrenzt. Das ganze kostete 33 $ für eine Nacht.

    Hier in Kanada und Alaska haben die Wohnmobile einen sog. Citywater-Anschluss. Man kann damit das Wohnmobil direkt am Wasserhahn am Stellplatz anschließen. Das Wohnmobil bezieht somit das Wasser direkt aus der Leitung, ohne den fahrzeugeigenen Wassertank hierfür zu verwenden. Auch anders ist die Entsorgung. Schwarz- und Grauwasser wird über einen am Wohnmobil angeschraubten Schlauch in ein kleines rundes Loch im Boden abgelassen. Eine sehr saubere und geruchsarme Variante.

    Von unserem Stellplatz aus hatten wir einen direkten Blick auf den Gletscher in der Abendsonne. Über das Internet brachten wir dann die Preise in Erfahrung für den Shuttlebus. Die Fahrt mir dem Shuttle hätte für die Strecke bis Kennicott (ca 60 Meilen, Dauer 2.15 Std.) pro Person 99 $ gekostet. Keine Ahnung, ob der zweite Shuttlebus auch noch etwas gekostet hätte. Das hätte man sicher auch vorher im Internet recherchieren können aber das hötte eine gewisse Planung vorausgesetzt und wir planen mehr oder weniger von Tag zu Tag. Daher haben wir kurzerhand unseren Plan geändert und beschlossen, nicht nach McCarthy zu fahren. Zum Abendessen gab es Steaks mit grünen Bohnen, Bacon und Zwiebeln.
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  • Day19

    Gletscher im Sonnenschein

    August 16, 2018 in the United States ⋅ ⛅ 7 °C

    Von unserem Stellplatz am Bach aus ging es auf den Sterling Highway zurück und weiter über den Seward Highway wieder vorbei am Abzweig nach Whittier und erneut nach Anchorage. Das Wetter war auf dem Rückweg deutlich besser als auf der Hinfahrt.
    Kurz vor Anchorage besuchten wir noch die Potter Marsch und schauten uns die dort lebenden Vögel an, an denen man auf einem Holzbohlenweg mit verschiedenen Aussichtspunkten vorbei gehen kann.

    Wir kauften nochmal bei Walmart in Anchorage ein und nutzten dort das freie WLAN für die Aktualisierung des Wetterberichts usw. Weiter ging es durch Palmer hindurch zum Matanuska Gletscher, wo wir einen öffentlichen Campingplatz aufsuchten. Neben dem Campingplatz war ein Aussichtspunkt von welchem man den Gletscher sehen kann. Nach dem Abendessen, zu dem es Nudeln mit Bolognese Soße gab, sind wir um dort noch hingegangen um Fotos zu machen.
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  • Day18

    Bärenkontakt im Hinterland und Lachs

    August 15, 2018 in the United States ⋅ 🌫 12 °C

    Nach unserer Übernachtung in Sterling fuhren wir noch einmal zu Fred Meyer, um die Ver- und Entsorgung zu nutzen sowie eine neue Gasflasche und einige Lebensmittel zu kaufen. Nun waren wir wieder für etwa drei Tage frei in der Stellplatzwahl. Wir fuhren den Sterling Highway zurück und kamen an den Bächen und Seen vom Vortag vorbei, wo wieder jede Menge Angler am Angeln waren. Der Vorteil an Strecken, die man wieder zurück fahren muss, ist, dass das Wetter erneut die Chance hat einem die Landschaft in ihren schönsten Farben zu zeigen.

    Wir bogen vom Highway auf eine Straße, die uns mehrere Meilen durchs Hinterland führte. Neben der Schotterpiste waren nur Wälder und Seen und ganz plötzlich ein am Straßenrand fressender Schwarzbär. Wir hielten sofort an, um ihn zu beobachten und zu fotografieren. Bereits beim fotografieren habe ich gemerkt, dass ich den schwarzen Bären im Gras quer durch die Windschutzscheibe nicht fokussiert kriegte. Leider änderten alle probierten Einstellungen nichts daran und ich habe leider kein wirklich scharfes Bild vom Bären bekommen. Aber was mich sehr gewundert hat war die Größe des Bären. Er wäre mir vielleicht bis zur Mitte des Oberschenkels gegangen und ich bin nur 1,60 m groß.

    Nachdem der Bär sich in den Wald zurückgezogen hatte, fuhren wir weiter. An einigen Aussichtspunkten war noch die Landschaft zu bestaunen, an den Bächen Angler zu beobachten und einige Vögel drehten hier ebenfalls ihre Runden. Dann waren wir erneut auf dem Highway unterwegs an dessen Seite ein Elch im Wasser stand und die vorbei fahrenden Autos zu bestaunen schien, bevor wir bei Cooper Landing erneut ins Hinterland abbogen über die Quartz Creek Road.

    Der Wegbeschreibung des Anglers vom Vortag folgend fuhren wir die Straße hinauf, am ersten Campingplatz vorbei und weiter bergauf als wir dann an einem kleinen Bachlauf kamen, wo- wie von dem Mann berichtet - jede Menge Fische flussaufwärts schwammen. Es waren richtig viele große Lachse, die sich mit großer Mühe sich den Fluss hinauf arbeiteten. Der ein oder andere wurde von der Strömung mitgerissen auch wieder einige Meter zurück gezogen. Das Spektakel war echt spannend zu beobachten.

    Direkt neben dem Bach war ein weiterer Campingplatz, auf dem wir einen Stellplatz am Bachlauf bezogen und noch eine Weile die Fische beobachteten und natürlich fotografierten. Von einem Regenschauer wurden wir dann unterbrochen und kochten uns unser Abendessen. Es gab Minutensteaks mit Salat. Nach dem Essen stoppte auch der Regen wieder und wie kamen beim Sichern unserer Fotos auf die Idee, mit der GoPro Unterwasseraufnahmen von den Fischen zu machen. Und so waren wir wieder gut beschäftigt mit dem Fischen bevor es dann Zeit war ins Bett zu gehen.
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  • Day17

    Auf nach Kenai und Sterling

    August 14, 2018 in the United States ⋅ ⛅ 12 °C

    Als wir Whittier nach dem Frühstück verließen, mussten wir am Tunnel warten, weil gerade ein extrem langer Zug hindurch fuhr. Der Güterzug wurde immerhin von drei Lokwagen gezogen. Es war noch immer regnerisch in Whittier und Umgebung aber es war eine bessere Sicht als am Vortag und so standen wir, nachdem wir den Tunnel hinter uns gelassen hatten, vor zwei kleinen Gletschern. Nach einem kurzen Fotostopp ging es weiter auf den Sterling Highway in Richtung Kenai.

    Auf unserem Weg lagen viele Parkplätze und wir hielten auf so ziemlich jedem an. Entweder um ein Foto zu machen oder weil eine schöne Aussicht ausgeschildert, tatsächlich aber nicht vorhanden war. Das ist uns nun leider schon mehrfach passiert. Dort, wo es besonders schön ist, ist keine sichere Haltemöglichkeit und dort, wo ein Parkplatz mit schöner Aussicht ausgeschildert ist, war nachher alles zugewachsen und nichts mehr sichtbar. Im Regen und bei überall präsenter Warnung vor Schwarzbären, die vermehrt in der Gegend gesichtet wurden, geht man dann auch nicht auf lange Wanderschaft vom nächsten Parkplatz aus.

    Auf unserem Weg kamen wir aber wieder einmal durch eine sehr schöne Landschaft und wir hatten Glück, das Wetter wurde plötzlich richtig gut und so fuhren wir bei blauem Himmel mit ein paar weißen Wolken und vereinzelt Sonne auf dem Highway durch Wälder, über Berge, durch Täler und an etlichen Seen vorbei. Am Fluss Kenai, der parallel zum Highway verläuft, waren viele Angler in Booten, Wathosen oder an Land in Gummistiefeln zu sehen. An einem Anglerparkplatz machten wir eine Pause und einer der Angler gab uns den Tipp, wo wir unser Glück versuchen könnten, Lachse zu beobachten, wie diese flussaufwärts schwimmen. Außerdem wies er uns darauf hin, dass an den Hängen der Berge derzeit viele Schafe zu finden sind. Schafe konnten wir nicht erkennen und die Stelle zur Lachsbeobachtung lag erst auf unserem Rückweg und so fuhren wir weiter in Richtung Kenai.

    Auf unserem Weg kamen wir durch Soldotna, wo wir beim Supermarkt Fred Meyer anhielten. Aus einer unserer zahlreichen Broschüren wussten wir, dass an diesem Supermarkt die Ver- und Entsorgung kostenlos möglich war. Da uns so langsam das Wasser ausging, kam diese Möglichkeit mehr als passend. Anschließend kauften wir dort gleich noch ein und nutztendas freie WLAN. Auch Feuerholz bekamen wir dort. Auf kanadischen Campingplätzen gab es überall kostenloses Feuerholz, welches man sich nach Bedarf aus einer überdachten Kistenehmen konnte. In Alaska musste man sich bislang auf jedem Campingplatz selbst mit Holz versorgen. Fred Meyer war ein sehr großer Supermarkt mit Frischeabteilung, Apotheke, Juwelier, Gartencenter, Tankstelle und natürlich allem, was man an Bürobedarf, Wäsche und Haushaltswaren so braucht. Und es gab endlich eine Auswahl an Mineralwasser mit Kohlensäure, was in anderen Märkten hier echt schwer zu bekommen war. Ein Laden, der sich uns rundum gut präsentierte.

    Nach dem Einkauf fuhren wir weiter bis nach Kenai. Auf dem Weg zur Altstadt von Kenai, in der einige alte russische Gebäude - u. a. eine russische Kirche - standen, kamen wir am Wildlife Refugium vorbei. Auf dem dort angelegten Parkplatz hatten wir einen richtig tollen Blick über die Landschaft, die von einem Fluss durchzogen wurde und auf die am Horizont von der Sonne in Szene gesetzte Bergkette. Im Fluss schwammen einige Seehunde und etliche Vögel am Himmel vervollständigten das Bild. Auf genau sowas hatten wir all die letzten Tage im Regen gehofft.

    Anschließend drehten wir eine kurze Runde durch Kenai, bevor wir den Rückweg antraten. Wir fuhren bis nach Sterling und richteten uns dort auf dem öffentlichen Campingplatz für die kommende Nacht ein. Es gab Spaghetti Carbonara zum Abendessen und dann wurde ein wenig Wäsche gewaschen.

    Inzwischen war es recht spät und erstmals so richtig wieder dunkel. In den letzten Nächten war es nie so ganz dunkel geworden. Jetzt standen wir auf einem Stellplatz mitten im Wald und man konnte nichts sehen. Blöderweise waren unsere Kameras noch vorne im Fahrzeug. Wir beeilten uns, diese nach hinten zu holen und ich beschloss, noch einmal nach vorne zu gehen, um auch den Thermobecher für unseren Kaffee zu holen, als es hinter mir im Wald plötzlich knackte. Unglaublich wie schnell und wach man bei akuter Bärenwarnung bei einem Knacken sein kann. Ich ging zügig direkt wieder zurück in den Aufbau und schloss sie Tür hinter mir. Ob es wirklich ein Wildtier war, vielleicht sogar ein Bär, weiß ich nicht. In der Dunkelheit wollte ich das aber auch lieber nicht herausfinden...
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  • Day16

    Whittier

    August 13, 2018 in the United States ⋅ ☁️ 12 °C

    Nachdem wir auf dem Parkplatz von Cabela's wach würden, gab es wie immer ein leckeres Frühstück. Der Parkplatz war relativ ruhig in der vergangenen Nacht mit Ausnahme der darüber startenden Flugzeuge. Aber der Lärm hielt sich in Grenzen. Nach dem Frühstück gingen wir bei Cabela's shoppen. Wenn man dort schon kostenlos übernachten darf gehört es sich m. E. den Platz sauber zu hinterlassen und dem Laden auch einen Besuch abzustatten. Leider machte das außer uns glaub ich keiner. Cabela's selbst ist ein recht großer und gut sortierter Laden für Outdoorartikel aller Art. Vor allem hat er eine große Campingabteilung. Wir kauften einen Campingtoaster und ein Hemd. Ab heute gibt es das Brot getoastet und nicht als Weißbrot 🤗

    Was mich schon bei Walmart beschäftigt hat und auch bei Cabela's wieder beschäftigte war die Tatsache, dass dort eine unglaubliche Menge an Waffen zu kaufen ist. Das geht von Pistolen und Messern über Armbrüste bis zu halbautomatischen Waffen. Meinem Sicherheitsempfinden ist es nicht zuträglich zu wissen, dass sich jeder neben Milch und Käse auch noch ne Waffe einkaufen kann. Ja, es mag Jäger geben, die eine Waffe benötigen aber die werden sie sicher nicht im Einkaufsmarkt erwerben...

    Als wir den Platz bei Cabela's verließen war das Wetter noch in Ordnung. Wir beschlossen weiter südlich durch das Gebiet Kenai Peninsula zu fahren, weil wir hiervon schon viel gelesen und tolle Bilder gesehen hatten. Es ist ein Nationalpark mit schöner Landschaft und sehr vielen Wildtieren, die man beobachten können soll.

    Wir fuhren also los. Auf unserem Weg lag der Ort Whittier. Um diesen zu erreichen muss man einen gebührenpflichtigen Tunnel passieren. Nach der Entrichtung von 13 $ Gebühr darf man dann den einspurigen Tunnel durch den Berg passieren.

    Inzwischen hatte sich das Wetter stark verschlechtert. Es war grau und regnete unentwegt. Wir erreichten den örtlichen Campingplatz, suchten uns einen Stellplatz und warteten eine Weile ab, ob der Regen aufhörte. Der Gefallen wurde uns nicht getan und so verpackten wir uns wind- und wasserfest und machten einen Spaziergang durch Whittier. Der Ort selbst ist sehr klein. Es ist ein Hafenort, der kleinen Booten- zumeist Angelbooten - einen Liegeplatz bietet, einen Anleger für kleine Kreuzfahrtschiffe hat, Ausflugsfahrten zu den nahegelegenen Gletschern bietet, zwei Hotels hat und einige Militärbaracken aus dem Kalten Krieg. Heute lebt der Ort vom Tourismus, der Fischindustrie und dient als Containerhafen.

    Da es weiterhin nicht zu regnen aufhörte, krochen wir wieder zurück ins beheizte Wohnmobil und machten uns Steak mit Gemüse zum Abendessen.
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  • Day15

    Anchorage

    August 12, 2018 in the United States ⋅ 🌧 11 °C

    Heute fuhren wir nach Anchorage. Als wir starteten regnete es genau wie die gesamte Nacht zuvor. Als es dann kurz vor Anchorage aufhörte zu regnen, machten wir an einem kleinen Rastplatz halt und gingen um den See auf einem kleinen beschilderten Rundwanderweg von etwa einer Meile Länge. Das ist genau das richtige als Pause zwischendurch. In Anchorage angekommen stellten wir fest, dass diese Stadt am ehesten mit einer europäischen Stadt vergleichbar ist. Es gab Bürgersteige, asphaltierte Straßen und Hochhäuser. Mit unserem Eintreffen in Anchorage kam auch die Sonne wieder raus und der Regen hörte auf. Wir gingen ein wenig durch die Stadt. Auf unserem Weg machten wir unter anderem an einer Wildlife-Ausstellung
    halt. Der Zugang war von bewaffneten Security-Angestellten bewacht und wir mussten uns einer Kontrolle wie am Flughafen unterziehen, um drinnen ausgestopfte Tiere sehen zu können. Schon irgendwie komisch.

    Weiter ging es zur Touristeninformation, wo wir das freie Wifi nutzen und deren Sammlung unterschiedlichster Banknoten aus aller Welt betrachten konnten. Wir gingen eine Weile spazieren und in den ein oder anderen Laden und stellten fest, dass hier Sommer ist. Wo wir bei 18 Grad und starkem kalten Wind gerade einmal die Jacke auszogen, dann aber noch immer lange Hosen und Pullover trugen, waren die Frauen aus Anchorage in Tops oder Minikleidern unterwegs, die Herren trugen T-Shirts, Shorts und Sandalen. Wir machten Pause in einem französischen Café und gingen anschließend zum Auto zurück da der Wind stärker und der Himmel dunkler wurde. Wir fuhren zum nächsten Walmart und kauften dort ein. Anders als beim Walmart in Whitehorse fanden wir in dem amerikanischen Läden auch immer frische Lebensmittel und natürlich freies WLAN.

    Nach dem Einkauf fuhren wir zu Cabela's, einem Laden für Outdoor-Aktivitäten. Vom YouTube-Kanal The Sunbyside wussten wir, dass Kunden des Ladens hier übernachten dürfen auf einem Teil des Parkplatzes. Als wir dort ankamen, standen dort auch schon jede Menge Camper. Der Parkplatz ist sogar mit einer Dump-Station ausgestattet, die man nach Zahlung einer Gebühr von 5 Euro nutzen kann. Wir suchten uns eine freie Parklücke und dann wurde ich bekocht. Es gab Pulled Pork mit Krautsalat. Es schmeckte besser als es aussieht... 😀

    Neben dem Stellplatz befindet dich übrigens noch ein Supermarkt namens Target, der seinen Kunden ebenfalls freies WLAN bietet.
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  • Day14

    Talkeetna

    August 11, 2018 in the United States ⋅ ☁️ 12 °C

    Nach einer sehr ruhigen Nacht wachten wir nach über 10 Stunden gut erholt auf dem Parkplatz des Denali Nationalparks auf. 10 Stunden ist momentan unsere durchschnittliche Schlafdauer, wenn wir nicht gerade vom Highway am schlafen gehindert werden.

    Wir wechselten unseren Stellplatz und fuhren auf den Parkplatz für Tagesparker, wo wir erst einmal gemütlich frühstückten und uns fertig machten. Nach dem duschen setzten wir uns noch eine Weile in die Busstation und nutzten das freie WLAN zum Hochladen des gestrigen Berichts sowie zum checken der Mails. Anschließend ging es weiter. Wir fuhren auf dem Park Highway weiter in Richtung Süden. Auf dieser Strecke sollte man noch mehrfach einen freien Blick auf den Denali / Mount McKinley haben. Allerdings war heute keine gute Sicht. Es war stark bewölkt und regnete nahezu den ganzen Tag. So bekamen wir keinen zweiten Blick mehr auf den Berg, der sich uns gestern noch bei blauem Himmel wolkenfrei präsentierte. Man kann halt nicht alles haben.

    Irgendwann bogen wir dann rechts in die Petersville Road, die laut Info auf unserer Alaska Karte aus der Touristeninformation durch eine schöne Landschaft, über Bäche und Schluchten und vorbei an Wasserfällen führen sollte. Die Straße zog dich sehr lang hin, ging irgendwann in eine Schotterpiste über und bot zwar Tine Kette Sumpflandschaft aber nichts von dem sonst in der Karte versprochenen. Die Straße endete für uns irgendwann am Schild "Road closed". Wir waren nicht sicher, ob die Straße tatsächlich gesperrt war oder jemand dort ein zusätzliches Schild entfernt hatte, immerhin kamen uns noch Autos entgegen, probieren wollten wir es dann aber doch nicht. So kehrten wir um zurück zum Parks Highway, von dem wir kurze Zeit später in Richtung Talkeetna abbogen. Auf der Straße nach Talkeetna entdeckten wir am Straßenrand einen jungen Elch, der gerade am fressen war. Er ließ sich problemlos fotografieren, schaute an und an mal hoch, fraß aber völlig unbeeindruckt weiter.

    Talkeetna war ein Ort, in dem richtig viele Menschen auf den Straßen waren. Es gab zahlreiche Restaurants und Cafés sowie etliche Souvenirshops und Eventanbieter. Wer auf Action im Urlaub aus ist, findet bei hier angebotenen Aktionen von Angeln, Mountainbiken, Wandern, Wildwasserrafting, Kanutouren bis hin zu Flügen mit Gletscherlandung oder ATV-Touren sicher was passendes. Neben diesen ganzen Angeboten ist der Ort- wie eigentlich die ganze Region - für den dort möglichen Blick auf die Alaska Tante bekannt. Wir gesagt aber nur bei guter Sicht...

    Der öffentliche Campingplatz in Talkeetna selbst war leider nur für die Zeltnutzung bestimmt. Wohnmobile sind dort verboten. So machten wir uns weiter auf die Suche nach einem geeigneten Stellplatz für die kommende Nacht. An einigen privaten Campingplätzen fuhren wir vorbei, da diese direkt an der Straße lagen und uns die so laute Nacht am Highway noch zu gut in Erinnerung war. Als wir wieder auf dem Parks Highway waren, entdeckten wir nach einigen wenigen Meilen einen öffentlichen Campingplatz, der im Gegensatz zu den bisherigen sehr gut besucht war. Wir bekamen aber noch einen Platz und entrichteten die für öffentliche Campingplätze recht hohe Gebühr von 25 $. An der Gebührenstation am Eingang hing ein rotes Schild, das über Bärenbesuche in jüngsterVergangenheit informierte und alle Nutzer aufforderte, dich entsprechend vorsichtig zu verhalten. Schräg gegenüber von uns stand ein riesiges Wohnmobil mit davor aufgebautem Zelt, bewohnt von zwei Erwachsenen und mindestens zehn Kindern. Die Kinder rannten trotz Bärenwarnung im Regen bei etwa 10 Grad Celsius allein bis spät abends über den Platz in kurzen Hosen, T-Shirt und Schlappen und spielten am Wasser und in den Büschen. Die kommen wohl von hier... 😊

    Wir kochten Nudeln mit Tomatensoße und machten es uns mit der Heizung, unseren Bildern vom Denali Nationalpark bei aufs Dach prasselndem Regen gemütlich, bevor es ins Bett ging.
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  • Day13

    Denali Nationalpark

    August 10, 2018 in the United States ⋅ ☁️ 12 °C

    Um 6.30 Uhr klingelte unser Wecker. Wir hatten extrem schlecht geschlafen. Im Gegensatz zu den letzten Nächten, wo wir bei absoluter Stille im Wald oder an Seen standen, war auf diesem Campingplatz eine Geräuschkulisse wie auf der Autobahn. Wir waren froh, dass wir nur eine und nicht gleich zwei Übernachtungen gebucht hatten. Angesehen von der Lautstärke war der Platz zwar gepflegt aber sehr eng. Das beworbene "Free Wifi" war eine einmalige, halbstündige Internetnutzung - vorausgesetzt, man hat bei dem Telefonanbieter einen Account oder legt ihn dort an. Für 45 $ je Übernachtung kein wiederholungsbedürftiges Ereignis.

    Wir frühstückten, nutzen die Ver- und Entsorgung und machten uns auf den Weg zum Denali Bus Stop. Es war schönes Wetter, wenn auch etwas kühl mit nur 3 Grad Celsius. Unser Bus kam pünktlich und wir bekamen unsere Wunschplätze vorne direkt hinter dem Fahrer mit Fenster. Der Himmel war blau, die Wetterprognose gut und so starteten wir mit Wayne, unserem Busfahrer, in die Natur. Was ne war ein erfahrener Fahrer und er bot und an, ein wenig über den Park zu erzählen vorausgesetzt, alle wären still wenn er redete. Das war prima, da hinter und im Bus eine achtköpfige japanische Famile saß, deren Mutter so fürchterlich quiekend viel redete. Als Wayne also allgemeines über den Park berichtete war Stille im Bus, die auch anhielt, weil die gesamte Familie bei Waynes Erzählungen eingeschlafen war.

    Wir waren noch nicht weit im Park, da sichteten wir das erste Tier. Es war ein kleiner Fuchs und der Bus hielt, sodass wir ihm eine Weile zusehen konnten. Weiter ging es mit allgemeinen Verhaltenshinweisen bei Wildtierkontakt tiefer in den Nationalpark hinein. Die Busfahrt ist so geplant, dass der Bus ohne Erzählungen seine Stecke abfährt, an festgelegten Haltestellen 10 Minuten Pause macht, wo die Fahrgäste den Bus auch verlassen dürfen und bei Tiersichtungen auf freier Strecke darf der Bus zwar anhalten aber niemanden aussteigen lassen. Wayne gab uns Informationen zum Park, erzählte Wissenswertes zu den Tieren, die wir sahen, machte zahlreiche Fotostopps und erzählte Geschichten über verunglückte Personen, Tierbegegnungen, einem Flugzeugabsturz usw. Es war eine tolle Fahrt bei der wir außer den Fuchs noch Rentiere, Greifvögel, Bären und eine Ziege zu sehen bekamen. Mit dem jungen Ziegenbock fieberten wir gemeinsam mit Wayne mit. Er hatte sich von seinen Artgenossen getrennt und rannte quer über die freie Fläche über einige Hügel und war dabei gut sichtbar. Wayne berichtete, dass er sich geradewegs auf das Tal zubewegt, wo die Wölfe ihr Revier haben. Die Chance, dass die Ziege die Überquerung überleben würde, schätze er als sehr gering ein. Wir beobachteten den kleinen Kerl also weiter, hielten gemeinsam die Luft an, wenn er gerade einmal nicht sichtbar hinter Büschen verschwunden war und freuten uns, wenn er irgendwo unbeschadet wieder auftauchte. Zudem hielten wir Ausschau nach den Wölfen. Das waren einige Minuten absoluter Spannung und letztlich hatte der kleine Ziegenbock riesiges Glück und konnte nach der Durchquerung des Tals seinen Weg ohne Verfolger weiter fortsetzen. Derartige Wege sollte er sich allerdings nicht öfter aussuchen 😀

    Neben den Tieren war natürlich die Landschaft im Nationalpark der absolute Wahnsinn. Aufgrund des guten Wetters hatten wir - was wohl sehr selten der Fall ist - das Glück, den Mount McKinley, der seit wenigen Jahren Denali heißt, komplett wolkenfrei sehen zu können. Ein wirklich beeindruckender Anblick. Zum Glück waren wir auch mit der richtigen Ausrüstung unterwegs. Ich hatte beide Spiegelreflexkameras dabei, auf einer das 24-105 mm Objektiv, auf der anderen das 70-200 mm mit 1,4x Konverter. Da ich damit aber ziemlich beladen war, habe ich wenige Fotos mit dem Handy machen können. Ich reiche nach meiner Rückkehr dazu noch Bilder aus der Kamera nach 😀

    Nach 8 Stunden, die sehr schnell vergingen, kamen wir wieder am Busdepot an. Wir waren ziemlich platt, wollten aber die freie Strecke der Denali Parc Road noch einmal fahren. Auf unserem Weg standen plötzlich jede Menge Autos und aufgeregte Menschen auf der Straße. Der Grund war ein riesiger Elch, der direkt am Wegesrand stand und fraß. Ein irres Gefühl, wenn man dem in recht geringer Entfernung gegenüber steht und einem klar wird, dass kein Zaun ihn aufhalten würde, würde er sich auf einen zu bewegen. Dieser Elch aber nahm wie Fotografen lediglich kurz zur Kenntnis und fraß ungestört weiter.

    Wir hatten inzwischen auch Hunger, fuhren zum Ende der öffentlich befahrbaren Straße und machten uns auf dem dort gelegenen Parkplatz schnell Kartoffelpüree und Spiegelei. Nach dem Essen stellten wir fest, dass es bereits spät war und in unmittelbarer Nähe kein öffentlicher Campingplatz war. Hier waren am Vorabend bereits am frühen Abend alle Plätze ausgebucht und zudem schließen die Plätze hier relativ früh. Wir überlegten, wo wir nun übernachten sollten. Wir erinnerten uns, dass auf dem Parkplatz der Busstation "overnight parking and Camping" verboten war, als wir an einem weiteren Parkplatz vorbei kamen, wo Schilder standen "only overnight parking" und "overnight camping forbitten" stand. Nachdem wir alle Interpretationsmöglichkeiten durchgespielt hatten, beschlossen wir uns dort zwischen die anderen parkenden Fahrzeuge zu stellen und direkt ins Bett zu gehen. Der Parkplatz ist wohl für Wanderer und Radfahrer gedacht, die im Park übernachten. Außer uns standen noch weitere drei Wohnmobile dort, die ebenfalls bemüht waren, einem unvewohnten Eindruck zu machen. Wir gingen ins Bett und schliefen direkt tief und fest. Was für ein toller und aufregender Tag! 😊

    Ich kann den Park nur jedem empfehlen, der hier zufällig einmal in der Nähe ist. Die Bustour war auch gut, unbedingt Plätze hinter dem Fahrer für die Hinfahrt und auf der anderen Seite für die Rückfahrt wählen. Zudem gibt's in der Busstation freies WLAN.
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