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Argentinien/Chile 22/23 Teil 2

Pengembaraan 36hari oleh Martin & Regine Baca lagi
  • Hin als Fisch, zurück als Sardine

    9 Januari 2023, Argentina ⋅ ☁️ 32 °C

    Mendoza, Montag, 9. Januar 2023

    Vor exakt zwei Monaten sind wir in Argentinien angekommen und das feiern wir mit einem Ausflug ins Spa (oder was wir uns darunter vorstellen) von Cacheuta, 45 km ausserhalb von Mendoza Richtung Andenkordilleren.
    Diesen Ausflug haben wir schon vor Tagen mit viel Aufwand über das Internet organisiert, weil sowohl die Plätze in den Bussen hin und zurück als auch jene in den Termas de Cacheuta äusserst begehrt und darum nur eingeschränkt verfügbar sind.
    Eigentlich wollten wir früh los, aber der erste Bus, in dem wir noch zwei Plätze buchen können, fährt erst um 10:30 Uhr vom Busterminal ab. Und leider fährt auch der letzte, der noch freie Plätze hat, schon um 15:45 Uhr in Cacheuta weg. Dazwischen bleiben für die hydrophile Regine gerade noch drei Stunden des köstlichen Nasses.
    Als wir nach gut einer Stunde Fahrt ankommen, bietet sich uns ein etwas anderes Bild, als man sich in deutschen Landen unter einem Thermalbad vorstellt: Es ist natürlich alles an der frischen Luft, was angesichts des Klimas hier nicht erstaunt. Aber vor allem herrscht schon am Eingang Partystimmung - ausser bei jenen, welche ohne Reservation angereist sind und draussen bleiben müssen :-(
    Neben lauter Musik nehmen wir vor allem den Geruch von Grillfeuer wahr; Ja klar, der Argentinier legt immer und überall gerne ein saftiges Stück Fleisch oder ein paar Würste (am besten beides :-) auf den Grill. Das Holz bringt die Kundschaft auch gleich mit.

    Die Therme selber bietet mehrere Wasserbecken mit Temperaturen zwischen 22 und 40 Grad. Die Becken sind in der engen Schlucht terrassenförmig angelegt, ganz oben die eher kleinen warmen, weiter unten die kühleren und grossen.
    Die argentinische Klientel tummelt sich mit Vorliebe in den warmen Becken und qualifiziert das grosse als „eiskalt“ ab. Rund um das „Kaltwasserbecken“ führt ein circa 2 Meter breiter Strömungskanal. Regine versucht, darin zu schwimmen, kommt aber wegen der anderen Badenden nicht vorwärts. Man merke: Der Argentinier schwimmt nicht, er badet…und hier im Strömungskanal lässt er sich „gehen“ bzw. vorwärts schieben, natürlich immer mindestens zu zweit, noch besser in einer grösseren Gruppe. Regine schafft es kaum, die Personen geschickt zu „umschwimmen“…immer versperren sie ihr den Weg!
    Auch ein aufziehendes Gewitter trübt unsere Stimmung nur kurzfristig, aber die argentinischen Grossfamilien richten besorgte Blicke nach oben: nicht, dass der Grill vorzeitig ausgeht!

    Schnell ist die Zeit vorbei und wir gehen zurück zur Bushaltestelle in Cacheuta, wo schon 25 - 30 Personen Schlange stehen. Bald wissen wir auch, wieso: Nur die wenigsten haben (so wie wir) Tickets mit reservierten Sitzplätzen. Die anderen drängeln sich, als der Bus einfährt, ganz „un-argentinisch“ vor. Denn der Bus ist schon voll besetzt angekommen und die hier Wartenden werden kaum Platz finden…
    Mit Schieben und Stossen kommen trotzdem alle rein, wir als fast die Letzten…Wir drängeln ja nicht!
    So müssen wir auf unsere Sitzplätze verzichten, denn an ein Durchkommen nach hinten im Bus ist nicht zu denken. Und schlussendlich sind wir froh, überhaupt Platz gefunden zu haben. Regine bekommt einen Sitzplatz angeboten, Martin - der offenbar noch einen zu jugendlichen Eindruck macht :-)) muss stehen. So fahren wir im schaukelnden Bus - zusammengepfercht wie Ölsardinen - zurück nach Mendoza.
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  • Ein Tag im Museum (…meistens draussen)

    10 Januari 2023, Argentina ⋅ ⛅ 28 °C

    Mendoza, Dienstag, 10. Januar 2023

    Nach dem gestrigen „Sporttag“ in den Thermen wollen wir es heute ruhiger angehen.
    Martin hat alle (laut Internet) geöffneten Museen abgegrast und zusammen entscheiden wir uns für drei: das Museo del Pasado Cuyano (vorkolombianische Geschichte der Provinz), das Museo del Area Fundacional (Geschichte der Stadt Mendoza, vorwiegend seit dem verheerenden Erdbeben von 1861) und Ruinas Jesuiticas (etwas vom Wenigen, was dem Erdbeben nicht zum Opfer fiel).
    Da das „Pasado Cuyano“ um 13:30 Uhr schliesst und nicht gerade um die Ecke liegt, machen wir uns per Stadtbus dahin auf und stehen gegen 11:30 Uhr vor verschlossenen Türen. Martin ruft die Nummer an, die auf dem Schild vor dem Museum angegeben ist: Es ist die der Stadtverwaltung. Leider bleibt Martin in deren Endlosschleife hängen. Im Web jedoch findet sich eine Direktnummer…. Es wäre einem Wunder gleichgekommen, wenn dort jemand abgenommen hätte!

    Während wir warten (und telefonieren), versuchen noch weitere Touristen ihr Glück, darunter auch ein Geschichtslehrer aus Buenos Aires, dem wir unser Leid klagen. Die Argentinier sind - was Öffnungszeiten angeht - abgebrühter oder einfach gelassener: Der Lehrer bedauert die Schliessung auch, geht aber dann frohgemut seiner Wege, obwohl er sich - wie er sagt - gerade aus beruflichen Gründen sehr für dieses Museum interessiert hätte.
    Wir belohnen unsere Geduld mit einem Eis bei Grido, unserer Lieblings-Eisdielenkette und bekommen zu unserer Überraschung jeder eine Riesenportion. Wie immer haben wir nur eine Kugel bestellt, aber vielleicht sieht uns die Eisverkäuferin unseren Frust an und will uns einfach nur was Gutes tun….Wer weiss das schon so genau...??

    Bis zum „Fundacional“ (Museum zur Stadtgeschichte) ist es eine Strecke und wir nehmen erneut den Stadtbus, wovon es gefühlt Tausende auf Hunderten von Linien gibt. Martin hat zur Sicherheit im Museum angerufen und ja, es ist offen, aber man kann die Tickets nur online lösen. Auf Homepage des Museums selber finden wir viel „Blabla“, aber keinen einzigen Hinweis zu den Eintrittskarten. Also einfach hin.
    Dort navigiert uns die Dame am Empfang durch ein Online-Reservationssystem, das wir nie und nimmer gefunden hätten (Es ist eine ganz spezielle Plattform, die man kennen muss) und nach der Eingabe sehr vieler Daten (Wir fragen uns wozu…?) bekommen wir die Tickets - zum Glück mit beträchtlichem Senioren-Rabatt :-)
    Auf die angesagte Führung müssen wir jedoch warten, weil sie nur dann stattfindet, wenn „genügend“ Personen Interesse bekunden (Wie viele es dann auch immer sein mögen….). So lange sollten wir uns doch schon mal selbst umschauen. Man werde uns rufen.

    Das Museum ist gut strukturiert und zeigt in vielen Bildern, Dokumenten und Fundstücken die Geschichte Mendozas, seit im 16. Jahrhundert die ersten spanischen Kolonisatoren auftauchten. Das Gebiet wurde vom Volk der Huarpes besiedelt, die vorwiegend Jäger und Sammler waren.
    Die Spanier liessen diese für sich arbeiten und schickten viele als Saisonarbeiter jedes Jahr über die Anden nach Chile, wobei unzählige durch Kälte und Hunger umkamen.
    Im Jahre 1861 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 Mendoza und machte es sprichwörtlich „dem Erdboden gleich“: Kein einziges Gebäude blieb stehen, nur die Ruinen des 1767 errichteten Jesuitenklosters überstanden die Katastrophe.
    Über 4000 der damals 11500 Einwohner starben und auch das gesamte Hab und Gut wurde vernichtet. Was nicht durch herunterfallende Trümmer zerstört wurde, wurde ein Opfer des Wassers, welche sich als Folge der Zerstörung aller Kanäle und Aquädukte unkontrolliert über die Stadt ergoss.
    In den nächsten knapp drei Jahrzehnten wurde die gesamte Stadt (!) in einem riesigen Kraftakt ausserhalb des ehemaligen Stadtgebietes wieder vollständig aufgebaut. Erst Ende des 19. Jahrhunderts konnten dank staatlicher Unterstützung aus Buenos Aires die letzten Überreste des Erdbebens endgültig beseitigt werden.
    Wir sind am Ende unseres fast zweistündigen Rundgangs angelangt und von der versprochenen Führung ist weit und breit weder zu hören noch zu sehen.
    Aber dafür entdeckt Regine am Ausgang des Museums ein Schild, auf dem steht: „Freier Eintritt!“ Da wir diesen ja online berappt haben, können wir ihn nicht mehr zurückfordern; Regine ärgert sich sehr, aber was soll‘s: Der Ärger bringt das verlorene Geld ja auch nicht zurück…

    Weiter geht es zu den Ruinas Jesuiticas, die (für uns schon fast selbstverständlich) auch geschlossen sind, obwohl sie laut Internet bis 18 Uhr geöffnet sein sollten. Wir beschliessen, noch ein wenig im Parque O‘Higgins herumzuspazieren, dem zweitgrössten Stadtpark, und Regine kommt es in den Sinn, dass hier in der Nähe das Acuario Municipal sein muss. Das steuern wir an und stellen fest: Es ist für Renovationsarbeiten geschlossen. Martin frotzelt: vermutlich seit und bis in Jahrzehnten oder - wie andernorts häufiger gehört: Die Pandemie ist schuld! Und wenn nicht diese, dann die Inflation. Irgendeine Entschuldigung findet sich gewiss!

    Dafür hat es gegenüber ein „Serpentario“, also einen Ort, an dem Schlangen ausgestellt sind. Der Eintrittspreis ist für hiesige Verhältnisse mit 4 Euro zwar hoch, aber es ist eben ein Privatmuseum und jetzt, wo wir schon mal hier sind…
    Die armen Viecher vegetieren in kleinen Terrarien, in denen wir nichts sichten ausser Sägespänen, einem Gefäss mit Wasser und einem Stück Holz. Wir sind schockiert! Es gibt kein Grün und keinen einzigen Stein, hinter oder unter dem sich die Schlange verstecken könnte, geschweige denn grosse Terrarien für Schlangen, die bis 6 oder 7 Meter lang werden können.

    Da hilft nur noch religiöser Beistand :-) und tatsächlich hat Regine ganz in der Nähe die Iglesia de la Merced (Kirche der Gnade) entdeckt, welche gemäss Internet über ein prächtiges Kirchenschiff und eine noch beeindruckendere Kuppel verfügen soll.
    Die Kirche liegt in Richtung unseres Heimwegs und deshalb machen wir einen Abstecher dorthin, nur um festzustellen: Sie ist geschlossen! :-(
    Die Frage nach der „Erfolgsquote“ am heutigen Tag erübrigt sich!
    Nachdem wir nun sieben Stunden - und viel zu Fuss - unterwegs waren, gönnen wir uns beim Abendessen einen „Malbec“-Wein der besseren Sorte.
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  • Mit dem Zug (!) zu Wein und Öl

    11 Januari 2023, Argentina ⋅ ⛅ 28 °C

    Mendoza, Mittwoch, 11. Januar 2023

    Mendoza ist DAS Weinanbaugebiet von Argentinien und Martins Hauswein in der Schweiz, ein Malbec, stammt aus dieser Region.
    So haben wir zwei gute Gründe, mindestens eine Bodega aufzusuchen und mit diesem Besuch gleichzeitig unsere Kenntnisse über die Geschichte des Weinanbaus und über die Produktion von Olivenöl zu vertiefen. Denn über beides wissen wir bis jetzt sehr wenig!

    Am naheliegendsten erweist sich ein Ausflug nach Maipú, nach Luján de Cuyo DER Ort in der Region mit der grössten Weinproduktion. Wir haben eine Gratis-Besichtigung in den „Bodegas López“ gebucht und fahren mit dem Zug dorthin.
    Es handelt sich um eine der wenigen Bahnen, die vom fast flächendeckenden Netz in Argentinien noch übrig geblieben ist. Für uns ist es jedoch eher eine kurze Strassenbahn, die sich bescheiden auch so nennt: Metrotranvia.
    Diese bringt uns vom Zentrum von Mendoza in knapp 20 Minuten nach Maipú. Da Martin vergessen (!) hat, die genaue Adresse der Bodega herauszusuchen und sich blind auf Google Maps verlässt, müssen wir uns durchfragen und kommen mit 2 (!) Minuten Verspätung am Treffpunkt an. Eigentlich sind wir „just in time“ - trotz einiger Umwege.
    Hier müssen wir allerdings noch 10 Minuten auf den Start der Führung warten… :-) Ja, der Begriff „Pünktlichkeit“ ist dehnbar!
    Die Firma „Bodegas Lopez“ ist eine der ganz grossen im Geschäft und bewirtschaftet in der Gegend um Mendoza 13 Quadratkilometer Weinreben, wovon sie pro Jahr 20 Millionen Flaschen Rotwein, Weisswein, Champagner und Sherry produziert. 15% davon werden exportiert, der Rest ist für argentinische Kehlen bestimmt.
    Wir bestaunen die 35000 l-Eichenfässer und erfahren, dass sich nur die europäische Eiche für den Premium-Rotwein eignet, weil die amerikanische zu grosse Poren hat, wodurch zu
    viel Sauerstoff ins Fass eindringt. Die Holzfässer werden nach jeder Leerung von aussen durch eine äusserst schmale Öffnung „betreten“, um sie von innen leicht reinigen zu können, ohne die Patina zu beschädigen.
    Der grösste Teil des Weines - jener für das breite Fussvolk - wird jedoch in riesigen Aluminiumtanks gelagert und von dort nach entsprechender Reifung über dicke Schläuche in Tanklastwagen verladen.
    Zum Abschluss der Führung gibt es noch eine kleine Degustation eines Rotweins (Malbec-Traube) des gehobeneren Segments und eines weissen Süssweins (Torrontés, Chenin und Moscatel), dem Regine gerne stärker zugesprochen hätte. Aber die verabreichten Portionen sind eher bescheiden: Eine 0,7 l - Flasche muss für circa 30 Gäste reichen!
    Wir kaufen als Geschenk für Regines chilenische Freunde eine Flasche des Rotweins und fahren dann mit dem Bus weiter zum Museo Nacional del Vino y la Vendimia (Nationales Weinbaumuseum).
    Wir stellen uns Grossartiges vor, müssen aber schnell erkennen, dass der Name Schall und Rauch sein kann. Die Führung einer sehr netten und lustigen Dame in unserem Alter bezieht sich ausschliesslich auf das Gebäude, worin sich „das Museum“ befindet.
    Dieses ist eine wahre Pracht aus dem frühen 20. Jahrhundert (…und Martin erfreut‘s): Ein Schweizer namens Gargantini aus dem Kanton Tessin liess es mit Materialien aus Frankreich, Italien und England (!) erbauen. Mit all seinen modernen Errungenschaften wie elektrischem Licht, fünf Badezimmern und Zentralheizung muss es zwischen den Lehmhütten von Maipú damals mächtig Eindruck gemacht haben.
    Den ganzen Zauber hat der Schweizer Emigrant mit seinem in kurzer Zeit angehäuften Reichtum finanziert. Dieser stammte aus seiner Idee zur Industrialisierung der Weinproduktion.
    In der Blütezeit produzierte Gargantini mit seinem italienischen Kompagnon und Schwager Juan Giol pro Saison 42 Millionen Liter Wein, wovon er dank der kurz zuvor in Betrieb genommenen Eisenbahn einen Grossteil nach Buenos Aires transportieren liess. Bald war es ihm in Maipú verleidet und er kehrte in die Schweiz zurück, wo er sich am Lago di Lugano fünf Palazzi erbauen liess.
    Die Weinproduktion und mit ihr die Marke „Toro Viejo“ zerfielen nach und nach, so dass vom ehemaligen Imperium heute nur noch das edle Wohnhaus inmitten eines grossen Parks übrig blieb. Es ist im Besitz der Stadt Maipú und wird von dieser „unterhalten“.
    In der oberen Etage sind zwar auf Schautafeln einige Allgemeinplätze zum Wein zu lesen, auch etliche alte Gegenstände aus der Weinproduktion können wir in Augenschein nehmen, aber unter einem „Nationalen Museum“ stellen wir uns etwas anderes vor.
    Der Rundgang im Haus ist aber trotzdem interessant und mit der einen oder anderen Anekdote, die uns die Dame erzählt, vergehen rasch eineinhalb Stunden.

    Und jetzt, wo wir schon einmal hier sind, wollen wir auch noch das Museo del Olivo anschauen. Auf Nachfrage bescheidet man uns, dass dieses „Museum“ eigentlich eine Bar mit etwas Olivenproduktion und übrigens geschlossen sei! Dafür offeriert man uns über die Internetseite der Stadt einen ganzen Oliven-Parcours quer durch Maipú.
    Wir entscheiden uns für die Olivícola Laur, allein schon wegen des Namens.
    Denn Laur ist der Mädchenname von Regines Mutter, und der Bruder von Regines Opa (Gottlob Laur) ist in den Zwanziger-Jahren des 20. Jahrhunderts nach Argentinien ausgewandert; dies ohne dass die Daheimgebliebenen Weiteres von ihm zu berichten wissen. Martin findet, der Zufall könnte hier zuschlagen und Regine die verlorene Spur wieder aufnehmen!
    Leider ist dieser Laur ein Franzose aus dem Loire-Tal, aber wir geniessen trotzdem die ausgezeichnete, wenn auch kurze Führung. Wir erfahren einiges über die Produktion, Fermentierung und Lagerung von Olivenöl. Dazu liegt die Firma Laur mit ihrem ausschliesslich kalt gepressten Öl seit Jahren auf Platz 1 des EVOO (Extra Virgin Olive Oil) - Rankings (was Martin für 2022 nachgeprüft hat).
    Hier kaufen wir für die chilenische Freundin eine Seife aus Olivenöl.
    Mit Bus und Zug, pardon: Strassenbahn, fahren wir dann zurück nach Hause, essen und trinken unsere Reste, weil wir morgen wieder einmal umziehen. Es sind zwar nur 250 Meter von hier, aber gepackt werden muss ja trotzdem…
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  • Wohnungswechsel und Schoko-Degustation

    12 Januari 2023, Argentina ⋅ ⛅ 21 °C

    Mendoza, Donnerstag, 12. Januar 2023

    Wir haben es nicht geschafft, alle 10 Tage in Mendoza in derselben Unterkunft zu buchen. Das ist schade, denn es hat uns bei Nicolas sehr gut gefallen.
    Dazu kommt, dass wir spätestens um 10 Uhr die Wohnung räumen müssen, aber erst um 13 Uhr die neue beziehen können.
    Zu allem Unglück schüttet es wie aus Kübeln, als wir am Morgen aufstehen. Das wird dann lustig mit all dem Gepäck und zudem: Wo sollen wir die drei Stunden verbringen…?
    Aber erstens hört es um 10 Uhr auf zu regnen und zweitens hat Regine die gute Idee, bis zur Avenida San Martin zu gehen, wo es genügend Cafés gibt und wohin es nur 500 Meter sind.
    Kaum sitzen wir dort im „Lakshmi“ bei Kaffee und Medialunas (süsse Hörnchen), meldet sich der neue Vermieter mit der Frage, wann wir denn einziehen möchten? Die Kommunikation mit WhatApp funktioniert in Argentinien hervorragend: Die meisten Menschen haben ihr „celular“ (Handy) neben sich und antworten in Sekundenschnelle.
    Wir marschieren also den Weg wieder zurück, denn die neue Ferienwohnung liegt nur 200 m von der alten entfernt :-). Regine hatte wie immer ein gutes Händchen bei der Buchung; jetzt sind wir dem Stadtzentrum noch näher und dazu kommt - wie zuvor auch -, dass die Bleibe sehr ruhig ist, und nicht zur Strasse hin liegt. Für den Nachtschlaf ist dies nicht unerheblich!!
    Wir richten uns im neuen Domizil ein und besprechen verschiedene organisatorische und finanzielle Fragen, so dass die Zeit am Nachmittag wie im Fluge vergeht.
    Martin organisiert zwischenzeitlich telefonisch einen Besuch in der Schokoladenfabrik „Chocolezza“ auf 17:30 Uhr. Die Führung sei kostenlos, teilt man uns mit.
    Zuvor machen wir auf dem Paseo Alameda (Avenida San Martin) einen Spaziergang zum Bücherflohmarkt, wo Martin für 400 Pesos (2,80 Euro) zwei dünne Bücher kauft (Die dicken passen nicht in den Rucksack!) und ein Weilchen mit dem Händler einen kurzen Plausch hält. Dieser fragt - wir sind es schon gewohnt - , woher wir denn kommen und weshalb Martin fliessend Spanisch spricht. Er ist erstaunt - ebenso wie viele andere Argentinier - über die winterliche Kälte in unserer Heimat (wobei wir nicht sagen, dass es momentan gar nicht sooooo kalt ist!) und lässt sich dann über die Inflation aus (momentan 94 Prozent!!) und über den Drogenkonsum der Leute…wo auch immer in Argentinien. Wir gehen nicht weiter darauf ein und zudem nähert sich auch ein weiterer Bücher-Interessent.
    Anschliessend flanieren wir bei milden 22 Grad der Avenida San Martin entlang unter Bäumen zur 2,5 km entfernten Schokoladen-„Fabrik“. Wir sind gespannt auf die Führung durch die Produktion…

    Diese entpuppt sich als Verkaufsshow für angekarrte Touristengruppen, die mit roten Haarnetzen versehen (Wir bekommen interessanterweise weisse….) in einen Produktionsraum geführt werden, wo der Chef (oder nur der einzige männliche Angestellte unter all den Frauen?) einen Vortrag über die Firma und deren weltweite Erfolge hält (Nummer 1 bei den Alfajores mit 80% Kakaoanteil, usw.) und mit diesen Zahlen das Publikum regelrecht „anheizt“.
    Dazu dient auch eine Mini-Degustation von einem Viertel eines Alfajors (waffelartiges mit Schokolade überzogenes und mit Crème gefülltes Gebäck), dazu ein noch kleineres Schlückchen eines süssen Weissweins und dann wird das Publikum in die Verkaufsräume geführt, wo vor allem Damen gesetzteren Alters Süssigkeiten in ihre Einkaufskörbe füllen - wobei die Menge meistens proportional zu ihrer Körperfülle steht :-)
    Wir kaufen uns eine eher bescheidene Auswahl (vermutlich als einzige) und können nach der ersten Nascherei zu Hause (mit Orange bzw.. mit Feige gefüllte Alfajores) bestätigen, dass sie tatsächlich sehr lecker sind.

    Auf dem gemütlichen Heimweg kaufen wir bei verschiedenen kleinen Tante-Emma-Läden Lebensmittel ein und geniessen ein herrliches Abendessen mit Merluza (Seehecht), Reis mit Gemüse und einem grossen gemischten Salat.

    Später am Abend entlädt sich noch ein heftiges Gewitter über der Stadt und wir hoffen, dass unser Ausflug morgen in die Alta Montaña (Hochgebirge Richtung Chile) nicht sprichwörtlich „ins Wasser fällt“.
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  • „Tour de Alta Montaña“ mit Highlight

    13 Januari 2023, Argentina ⋅ ☀️ 28 °C

    Mendoza, Freitag, 13. Januar 2023

    An einem Freitag, dem 13. sollte man ja keine gefährlichen Reisen unternehmen! Aber wir sind nicht abergläubisch und in Argentinien ist nicht der Freitag, sondern der Dienstag der Unglückstag.
    Also ist alles klar für unsere Tour in die Anden (Tour de Alta Montaña - Hochgebirgstour) in Richtung Chile. Diesen Ganztagesausflug haben wir vor einigen Tagen im Internet gebucht und nach ein paar Schwierigkeiten in der Kommunikation (Wo und wann steigen wir zu?) klappt der Start mit mehr als einer Stunde Verspätung :-) dann aber doch noch.
    Im Kleinbus sind alle 24 Plätze besetzt und neben vielen ArgentinierInnen, drei Gästen aus Brasilien sowie zwei jüngeren Mädchen aus England ist auch ein junges deutsches Paar aus Braunschweig mit an Bord.
    Raúl, der Fahrer in gesetzterem Alter, fährt im Tempo eines gehetzten Affen und vollzieht immer wieder gewagte Überholmanöver. Aber da er wohl all die Jahre als Berufsfahrer ohne Blessuren überlebt hat (….und es sieht zumindest danach aus!), scheint uns das Risiko überschaubar…
    Zuerst geht es etwa eineinhalb Stunden bergauf zum 121 km entfernten und 2039 m hoch gelegenen Touristenort Uspallata. In der halbstündigen Pause (die bei den lateinamerikanischen Mitfahrern circa 50 Minuten dauert) gönnen wir uns leckere Medialunas aus Maismehl (süsse Hörnchen).
    Dann fahren wir weiter und Marta, eine Reiseführerin in vorgerücktem Alter, wird nicht müde, uns Fahrgäste auf Spanisch und Englisch per Mikrofon mit vielen Informationen zu versehen: über die Überreste der Eisenbahnlinie, die den Betrieb 1965 eingestellt hat, über die grosse Raffinerie ausserhalb von Mendoza und über die Wasserknappheit, weil es hier seit Jahren zu wenig schneit (80% des Trinkwassers in der Region stammen vom Schmelzwasser).
    Während wir weiter hoch fahren, ändert sich die Landschaft schnell und die Vegetation wird immer spärlicher.
    Der nächste Halt ist an der „Puente del Inca“ (Inka-Brücke), einem natürlichen Übergang über den Rio de las Cuevas, der durch Erosion entstanden ist. Bekannt geworden ist der Ort in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Thermalquellen, die Badehungrige aus ganz Argentinien mit der Bahn besucht haben. Heute ist er Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes und ein Touristenmagnet.
    Nun geht es weiter zum eigentlichen Höhepunkt unserer Reise, dem Nationalpark Aconcagua. Seinen Namen hat er vom gleichnamigen Berg, dessen Gipfel mit 6961 m die höchste Erhebung in ganz Süd- und Nordamerika ist. Schon bei der Anfahrt haben wir etliche schneebedeckte Gipfel bestaunt, aber der Aconcagua (In der Sprache der Quechua heisst dies „Steinerner Wächter“.) ist mit seinen zwei Gipfeln und den riesigen Gletschern (bis zu dreihundert Meter dick) das absolute Highlight.
    Wie in allen Nationalparks muss man sich vor oder bei der Anreise registrieren (Name, Anschrift, Nationalität, Passnummer) und Eintritt bezahlen. Wir haben aber Glück, denn Rentner sind frei. Dass diese Regelung auch für ausländische Senioren gilt, überrascht uns sehr!
    Raúl fährt uns mit dem Bus vom Eingang 1,5 km zum Beginn des Wanderwegs und wir werden von Marta ermahnt, pünktlich nach einer Stunde zurück zu sein, sonst würde man uns hier bis zur Rückfahrt gegen 16 Uhr sitzen lassen.
    Der Blick auf den Aconcagua ist phantastisch - auch für bergverwöhnte Schweizer Augen!
    Die Entfernung von der Aussichtsplattform bis zum Gipfel beträgt zwar immer noch fast 18 km, aber wir sind total beeindruckt. Nie hätten wir gedacht, den Aconcagua so nahe und so lange bewundern zu können. Schon allein dafür hat sich der heutige Ausflug gelohnt!
    Für die Familie und die Freunde in Deutschland und der Schweiz nehmen wir vor dem Hintergrund des Aconcagua ein etwas „schräges“Video auf und eilen dann zurück zum Bus, wo es auch sofort weitergeht: nämlich zum Mittagessen um 14:45 Uhr im einzigen Restaurant in Las Cuevas, dem letzten Ort (3 Einwohner!) vor der chilenischen Grenze.
    Mit Anni und Patrick aus Braunschweig setzen wir uns an die Strasse (Eine Bank suchen wir vergeblich.), essen unser mitgebrachtes Sandwich und versuchen uns im tosenden LKW-Verkehr (1500 pro Tag) zu verständigen.
    Um 15:30 Uhr sitzen alle schon wieder im Bus und Marta möchte den Heimweg antreten, denn der letzte Programmpunkt sei laut der offiziellen Webseite leider geschlossen: Es ist der „Cristo Redentor“ (Christus, der Erlöser), eine Friedensstatue oben auf der Passhöhe (auf fast 4000 m) und genau an der Grenze zu Chile. Heute ist dieser Übergang einem Tunnel unten im Tal gewichen.
    Aber einige argentinische Mitreisende protestieren lauthals und sagen, sie hätten aktuelle Bilder von Gästen dort im Internet gesehen… Marta ruft irgendjemanden an und bestätigt: Die Zufahrt ist offen, das Internet lügt (wieder einmal :-).
    Also führt uns Raúl in rasendem Tempo über die 8 km lange und schmale Schotter-und Staubpiste in unzähligen Serpentinen 1100 m hoch. Wir bewundern seinen sicheren Fahrstil und geben uns Mühe, vor allem bei Kurven und engen Stellen nicht in den Abgrund zu schauen!
    Oben gibt es Applaus für ihn! Es weht ein kräftiger und eiskalter Südwind (was uns an unsere zukünftigen Tage in Patagonien mahnt), aber die Aussicht auf beide Seiten (nach Chile und Argentinien) ist atemberaubend. Der Nervenkitzel hat sich gelohnt.
    Lange bleiben wir nicht, denn wir müssen für den Rückweg wieder 220 km zurücklegen. Nach einem Pinkelstopp - wieder in Uspallata (und wieder mit Medialunas :-) - geht es zurück nach Mendoza.
    Martin schläft fast den ganzen Weg und später verpassen wir es, uns von Anni und Patrick zu verabschieden. Aber Regine hat mit ihnen zuvor schon die WhatsApp-Nummern ausgetauscht und so bleiben wir in Kontakt.
    Raúl hält direkt vor unserem Haus. Wir verabschieden uns von den Mitreisenden und für Marta und den Fahrer gibt es ein extra Dankeschön: Das war ein super Tag - Freitag, der dreizehnte!
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  • Chillen und Planen in Mendoza

    15 Januari 2023, Argentina ⋅ ⛅ 28 °C

    Mendoza, Samstag, 14. und Sonntag, 15. Januar 2023

    Wir sind von unserem Ausflug ins Hochgebirge noch etwas erschöpft, obwohl wir ja weitgehend im Bus sassen und sich unsere Wanderungen auf ein Minimum beschränkten! Aber auf den Beinen waren wir von 6 Uhr morgens bis kurz vor Mitternacht.
    Martin schläft in der Nacht neun Stunden und macht am Nachmittag nochmals eine Stunde Siesta. Dafür ist sicherlich die dünne Luft am Freitag verantwortlich . Immerhin waren wir auf 3000m und anschliessend auf 4000 m…..Höhenkoller! :-)
    Am späten Nachmittag machen wir uns doch noch auf den Weg in Richtung Zentrum: Regine möchte sich ein klitzekleines Souvenir erstehen (In den Rucksack passt aber so gut wie nichts mehr rein!) und die Aussicht auf die Stadt geniessen - und zwar vom 8. Stock des Sitzes der Stadtregierung aus.
    Aus beidem wird dann allerdings nichts: Die Aussichtsplattform ist laut Google Maps „temporär“ geschlossen, was auf argentinisch heisst: auf unabsehbare Zeit, und den Erwerb von Mitbringseln verschieben wir aus logistischen Gründen ans Ende unserer Reise.
    Martin hat mit seinem „Projekt“, ein (weiteres) Buch zu kaufen, mehr Glück: Auf dem Bücher-Flohmarkt wird er zwar nicht fündig, dafür hat schon die erste aufgesuchte Buchhandlung den Titel vorrätig, den er im Auge hat: „Facundo o Civilización o barbarie en las pampas argentinas“ von Domingo Faustino Sarmiento, ein Klassiker aus dem 19. Jahrhundert.
    Zum Trost (für Regine) gibt es dann ein Eis (für uns beide!) bei Grido, das wir im nahegelegenen Parque de Independencia verspeisen und dabei den vielen Familien und einigen Artisten bei deren Darbietungen zuschauen.
    Dann spazieren wir zurück, denn es ist schon spät (22 Uhr) und wir wollen noch etwas zu Abend essen. Dafür haben wir schon am Nachmittag in einem kleinen “Eine-Frau-Laden” Empanadas und eine Gemüse-Tarte eingekauft. Die Besitzerin hat sie extra auf unseren Wunsch hin frisch gebacken.
    Im Tante-Emma-Laden nebenan haben wir uns noch von Leonardo verabschiedet, bei dem wir fast schon zur Stammkundschaft zählten. Seine Rotwein-Empfehlung aus Mendoza trinken wir nun am Abend.

    Am Sonntag schlafen wir erneut lange aus: Offenbar sind wir doch von unseren vielen Erlebnissen in den letzten beiden Monaten müder als gedacht- oder es ist unser fortgeschrittenes Alter! :-)
    Dann setzen wir uns aufs Sofa und planen wieder einmal ausgiebig: dieses Mal bereits die Rückreise im April ab Buenos Aires! Denn wir wissen, dass die Auswahlmöglichkeiten dazu mit der Zeit immer kleiner, die Kosten dafür aber immer grösser werden.
    Wir haben zwei Optionen: entweder einen Flug von Buenos Aires nach München (wie im November über Madrid) oder mit einem Kreuzfahrtschiff ab Süd- oder Nordamerika zurück nach Europa. Das zweite ist selbstverständlich unsere Wunschvariante, weil wir das schon vor zwei Jahren so machen wollten und auch so gebucht hatten (als die ganze Reise wegen Corona abgesagt werden musste).
    Ein Flug ist schnell gefunden, aber auch das ist - wie alles in Argentinien - teurer geworden! Dann machen wir uns auf die Suche nach der Schiffsreise.
    Es gibt zwar eine Kreuzfahrt ab Buenos Aires, sie ist jedoch mit Abfahrtsdatum Mai für uns aber zu spät. Darum schauen wir weiter und finden sowohl Fahrten ab Nordamerika (Miami und New York) als auch ab Südamerika.
    Im April gibt es aber nur Reisen ab Brasilien (Sao Paulo und Rio de Janeiro) - entweder nach Southampton, Zeebrügge oder Lissabon.
    Portugal ab Rio gefällt uns am besten und wir planen mal damit. Wir müssen zuerst einen Flug von Buenos Aires nach Rio de Janeiro finden, dort eventuell eine Unterkunft für eine Nacht; dann einen Flug von Lissabon möglichst in die Nähe von Tettnang (oder Zürich).
    Der preislich passende Flug aus Portugal geht aber von Porto aus ab und das erst zwei Tage nach der Ankunft des Schiffes in Lissabon. Das bedeutet, dass wir auch einen Aufenthalt in Lissabon (oder Porto) sowie den Transport von Lissabon nach Porto planen müssen.
    In Deutschland ankommen würden wir dann am Flughafen in Memmingen, der 70 km von Tettnang entfernt ist. Da wird uns dann sicher (hoffentlich :-) jemand abholen können…
    Nach sechs Stunden rauf und runter im Internet sind wir zwar nicht wirklich am Ende, aber die Köpfe rauchen ob all der Optionen und Bedingungen, die zu berücksichtigen sind.
    Deshalb machen wir das, was sicher auch ein Argentinier machen würde: Wir verschieben die Lösung auf ein späteres Datum… :-))

    Und dann gibt es noch eine höchst unangenehme Überraschung: Unsere Gastgeber schreiben uns (zum wiederholten Male), dass wir morgen (bei Abreise) in US-Dollars bezahlen müssen. Normalerweise begleichen wir die Rechnung zu Beginn; dieses Mal jedoch war die Vermieterin beim Einchecken nicht zugegen.
    Bislang haben wir auf die Dollar-Forderung nicht geantwortet, aber jetzt reden wir Klartext: Wir zahlen IMMER und AUSSCHLIESSLICH in argentinischen Pesos in bar, genau so, wie es Booking vorschreibt. Darauf werden sie (ein Geschwisterpaar) zuerst etwas ungehalten, dann frech und zum Schluss beleidigend. Als sie uns weiter bedrängen, beschliessen wir, den Booking-Support einzuschalten.
    Nach vielen telefonischen Eingaben, Buchungs- und PIN-Nummern meldet sich eine Isabel aus Argentinien und hört sich unser Anliegen an. Dann nimmt sie sich viel Zeit, um das Problem abzuklären; wir bleiben so lange in der Warteschleife.
    Als sie dann wieder in der Leitung ist, erklärt sie Martin, dass die Vermieter Recht hätten und wir in Dollars bezahlen müssten. Begründung von Isabel: Diese hätten uns geschrieben (was stimmt), dass wir in Dollars bezahlen müssten und wir hätten das nicht schriftlich abgelehnt (was ebenfalls stimmt).
    Martin wird jetzt ungehalten und erklärt Isabel, dass dies erstens absurd sei, zumal wir es nicht bestätigt haben, zweitens wir - seit wir in Argentinien sind - immer in Pesos bezahlt hätten und das ohne Schwierigkeiten und drittens Booking es ja selber so definiert habe. Dafür haben wir eine entsprechende Stelle bei Booking gefunden (weil wir schon einmal Schwierigkeiten hatten wegen des korrekten Wechselkurses).
    Als sich Isabel etwas taub stellt, dreht Martin auf und verlangt ihren vollständigen Namen (den sie natürlich nicht herausrückt), womit ihr offenbar klar ist, dass wir uns nicht so schnell abwimmeln lassen.
    Sie nimmt sich nochmals eine Auszeit und verspricht, uns anschliessend schriftlich über das Resultat zu informieren… Jetzt sind wir aber echt gespannt.
    Nach einer halben Stunde - welch` Wunder - teilt sie über den Chat der Booking App mit, dass wir in argentinischen Pesos bezahlen können; der Vermieter sei jetzt damit einverstanden!
    Dann schreibt uns der Vermieter noch, dass er morgen um 07:30 Uhr, wenn wir abreisen, nicht anwesend sein werde. Wir sollten das Geld (in Pesos :-) auf den Tisch legen und den Schlüssel durch das Fenster werfen und dieses dann zuziehen.
    So werden wir das machen… und sind auch froh, die ganz un-argentinisch unfreundlichen Vermieter nicht noch einmal treffen zu müssen!
    Auf diesen Ärger hin lassen wir uns bei einer Tasse Kaffee zwei Alfajores aus der Schokoladen-Fabrik schmecken!
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    Tamat perjalanan
    15 Januari 2023