März - Oktober 2019
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  • Day514

    Ein Tag am Kanal

    August 18, 2020 in the Netherlands ⋅ 🌙 20 °C

    Fährt man Richtung Goes, führt einen die Autobahn durch den Vlaketunnel, unter dem Kanal durch Süd-Beveland hindurch. Manchmal sieht man dann so gerade eben Schiffe oben auf dem Kanal.

    Das machte uns neugierig, und da der kleine Ort Hansweert an der Schelde und am Kanal eine große Schleusenanlage hat, wollten wir uns dort mal umsehen.

    Was ist wohl geblieben von dem Städtchen, dass man früher "Kleines Antwerpen" nannte? Seit dem Jahr 1866 war Hansweert Knotenpunkt für die Schiffe von Rotterdam nach Antwerpen, der Ort blühte auf, es gab zuhauf Cafés, Bäckereien und Metzger. Die Skipper gaben ihre Post auf und nutzten das Telegrafenamt.

    Als 1970 der Rhein-Schelde-Kanal gebaut wurde, war Schluss mit dem Wohlstand. Hansweert verkümmerte.

    Geblieben ist ein kleines Städtchen im Naturschutzgebiet mit netten kleinen Häuschen hinterm Deich und freundlichen Menschen, die einem einen Spaziergang durch die alte Schleusenanlage empfehlen.

    Highlight ist jedoch, dass man stundenlang am Ufer der Schelde und des Kanals sitzen kann, um den großen Pötten hinterher zu schauen, die nach Antwerpen oder raus in die Nordsee wollen.

    Das haben wir ausgiebig getan. 😁
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  • Day507

    Gewittergeschichten für Hund und Halter

    August 11, 2020 in the Netherlands ⋅ 🌧 24 °C

    Nachdem wir Ende März Zeeland verlassen mussten, dauerte es 4 Wochen, bis der Platz hier zaghaft wieder öffnete. Die sanitären Anlagen blieben genau wie das Restaurant geschlossen, und es durfte sich nur hier aufhalten, wer autark leben konnte. Also eigenes Klo, Dusche usw.

    Seitdem waren wir die meiste Zeit hier. Anfangs beinahe allein, später mit weiteren Lockerungen und der Sonne kamen die Holländer, dann die Belgier, und nun zur Ferienzeit ist es doch recht voll hier. Aber man kann den Menschenmengen dennoch gut aus dem Weg gehen.

    Wohltuend ist hier in den Niederlanden, dass es keine Maskenpflicht gibt, außer in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Abstandsregel gibt es hier jedoch auch.

    Nach der tagelangen Hitzewelle gab es heute (von der App ignoriert!) ein mächtiges Gewitter⛈️, das von Antwerpen über uns wegzog. Und wer war mittendrin? Richtig! Biggi, Jürgen, Lucky und Sammy. 🏃💃🐕🐕

    Wir waren gerade am Deich, da brach es über uns herein, ohne Möglichkeit, irgendwo Schutz zu suchen. Im Nu stand alles unter Wasser, ich sah nichts mehr, weil mir die Brille beschlug, Lucky wollte partout nicht weiterlaufen, und so waren wir in nullkommanix nass bis auf den Schlüppi. Knöcheltief waren die Pfützen!

    Aber der Sonnenuntergang war schön.

    Musiktipp bei Gewittersturm: Sivert Hoyem mit My Thieving Heart. 😁
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  • Day369

    Ausweisung aus dem Paradies

    March 26, 2020 in the Netherlands ⋅ ☀️ 10 °C

    Kaum wach geworden - zu früh wegen der gestohlenen Stunde - erreicht uns die Hiobsbotschaft, dass nun in Zeeland keine touristischen Übernachtungen mehr erlaubt sind. Morgen bis 12 Uhr müssen wir fort. Das ist traurig. Ich hab mich hier sicher gefühlt.

    In den letzten Tagen hatten wir ein kleines Beet angelegt, meine Rosen Westerland eingepflanzt, den Leuchtturm aufgestellt und die Terrasse gekärchert. Sieht hübsch aus.

    Die Hunde hatten viel Freilauf hier. Es begegnen einem ja kaum Menschen oder Hunde. Lucky buddelt nach Muscheln, frisst die dann aber leider auch. Sammy durchquerte letztens einen Entwässerungsgraben. Wir waren froh, dass er da heil wieder raus kam. Er war danach wohl so aufgedreht mit stolzgeschwellter Brust, dass er noch einen Alleingang machte und erst nach längerem Rufen plötzlich fröhlich tänzelnd wieder auftauchte. Lucky dagegen ist wasserscheu und oft auf dem Rückhol-Ohr taub. Meist kommt er für Leckerchen zurück, aber dann - völlig unerwartet - trabt er zügig los und ist durch nichts von seiner Route abzubringen. "Eigenständiger Hund" sagt Hundeflüsterin Christiane dann.

    Sammy hat übrigens ein Loch in der Hecke entdeckt und die junge Familie am Ende des Weges besucht. Der Knirps mit dem Fahrrad fährt immer hier rum und redet auf niederländisch auf uns ein. Bisher verstand ich nur "lekker chocolade" und nach Sammy Besuch "een hond voor de deur". Doei, kleiner Mann.
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  • Day365

    Im Westen nichts Neues

    March 22, 2020 in the Netherlands ⋅ ☀️ 8 °C

    Ein ruhiger Sonntag, der mit einer Warnung aufs Handy begann. "Bleiben Sie zu Hause. Ansonsten halten Sie unbedingt 1,5 m Abstand." Ähnlich dem, was Frau Merkel am Abend verkündete.

    Wir waren kreativ. Statt Steinen habe ich Muscheln bemalt, und Jürgen hat seinen Leuchtturm vollendet.

    Menschen waren heute weniger unterwegs als Gestern. Abstand halten ist somit nicht schwer.

    Abends gab's Bratkartoffeln.
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  • Day364

    Klussen und Klopapier

    March 21, 2020 in the Netherlands ⋅ 🌙 6 °C

    In der Nacht sank die Temperatur draußen auf 1,5°, drinnen auf knapp 11°. Aber morgens begrüßte uns endlich die Sonne mit einem strahlend blauen Himmel. Und windig war es.

    Heute kamen noch ein paar Holländer auf den Platz. Zum Klussen. Man hörte es hämmern und sägen. Auch in Deutschland sind die Baumärkte gut besucht, hörten wir in den Nachrichten.

    Gestern waren wir noch schnell beim Aldi. Es ist ein rechter Hindernislauf da im Laden, wenn man niemandem zu nah kommen will. Anschließend schnell Hände desinfizieren und zügig wieder in unsere sichere Abgeschiedenheit.

    Klopapier gibt es übrigens auch hier nicht mehr. Gut, dass wir vor 3 Wochen bei unserem letzten Besuch hier ein Voordeelpakket mit 20 Rollen gekauft hatten. Spätestens wenn die verbraucht sind, müssen wir nach Hause.

    Bei unserer Gassirunde am Nachmittag waren deutlich mehr Menschen unterwegs als sonst. Viele nutzen das schöne Wetter. Seltsam ist es. Wenn man jemandem begegnet, geht jeder ein Stück zur Seite, um genug Abstand zu bekommen. Ob in den Niederlanden eine Ausgangssperre angedacht ist, weiß ich gar nicht. In Deutschland wird sie wohl kommen, denke ich.

    Die Nachrichten aus Italien sind besonders erschreckend. So viele Tote. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, ob es sich bei uns auch so entwickeln könnte.

    Ich glaube, unsere Welt wird wird sich sehr verändern durch Corona.
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  • Day362

    Kleine Flucht vor Corona

    March 19, 2020 in the Netherlands ⋅ ⛅ 10 °C

    Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir nach Scherpenisse fahren sollen oder nicht. Letztlich half ein Anruf. Ja, man darf herkommen, wenn man sich an Regeln hält. Für sich bleiben, keine sozialen Kontakte. Das machen wir sowieso schon fast eine Woche.

    Restaurants sind komplett geschlossen, die Rezeption sowie die Sanitäranlagen auch. Aber die brauchen wir nicht, wir haben ja alles im Mobilheim.

    Wir haben nur wenig Gesellschaft hier. Vier oder fünf andere Wagen sind noch besetzt. Man hält sich fern, werkelt im Garten und lüftet den Wintermuff in der Hoffnung, dass man später den Sommer hier genießen darf.

    Beim Gassigehen (ja, wir sind auf den Hund gekommen) begegnet uns niemand. Das ist zu Hause anders. Da zieht immer eine ganze Karawane an den entsprechenden Stellen längs.

    Wir hoffen, dass wir eine Weile hier bleiben können. Hier ist es so ruhig und einsam, da könnte man Corona beinahe vergessen. Die Nachrichten dagegen sind immer sehr bedrückend.

    Passt auf euch auf und bleibt gesund.
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  • Day208

    Tauben- und Sonnenbaden

    October 17, 2019 in the Netherlands ⋅ ⛅ 13 °C

    Es hatte beinahe die ganze Nacht geregnet. Auf dem Weg vor unserem Häuschen luden die Pfützen und erste Sonnenstrahlen eine Taube zum Baden ein.

    Dies - und der Wetterbericht - stimmte uns optimistisch. Außerdem wollten wir sowieso noch zu IKEA, um einen Hocker passend zu den Wohnzimmersesseln zu kaufen. Was liegt da näher, als sich das Städtchen Breda auf diesem Wege mal näher anzuschauen? Schließlich wurde Breda als Stadt mit dem schönsten Stadtzentrum der Niederlande ausgezeichnet.

    Nun ist Breda mit seinen mehr als 180.000 Einwohnern eine Großstadt und von daher nicht so malerisch wie Zierikzee oder Veere. Aber nett ist es dennoch.

    Als erstes fällt natürlich die Grote Kerk, die Liebfrauenkirche, auf. Wohin man auch spaziert, wenn man sich umschaut, ist sie da. Schließlich ist der Turm fast 100 m hoch.

    Wir waren natürlich drin, und ich fand die Kirche auch innen sehr imposant. Es gab eine Ausstellung mit Bildern von Budapester Fotografen, aber mich beeindruckten vor allem die menschengroßen Marmorfiguren auf dem Grab von Engelbrecht II. von Nassau und seiner Frau Cimburga von Baden.

    Es gibt sehr viele Cafés und Restaurants, die auch gut besucht waren. Die Sonne hatte viele Menschen rausgelockt.

    Man kann ganz entspannt schlendern in Breda, Gedränge gab es nicht. Ein bisschen vermisst habe ich die kleinen Geschäfte, in denen man stundenlang einfach nur stöbern kann, aber wir waren auch nicht in allen Gassen. Es gibt nette Second-Hand-Shops, Läden mit interessantem Schmuck und außerdem eine Brauerei. Die Food-Hall war leider noch geschlossen.

    Wahrscheinlich müssen wir nochmal hin, schauen, was es sonst noch gibt.

    Der Rückweg führte uns über Stavenisse. Ein bisschen am Wasser sitzen und sich von der Sonne wärmen lassen musste einfach noch sein.
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  • Day204

    Kurzer Besuch der Sonne

    October 13, 2019 in the Netherlands ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute kämpfte sich die Sonne durch die Wolken.

    Das nutzten wir, um im Garten aufzuräumen, den Lavendel einzupflanzen und den Wassertank zu leeren, damit er im Winter nicht platzt.

    Nachmittags gingen wir dann zum Deich und wollten die Sonne ☀ genießen. Pustekuchen! Die verschwand flugs wieder hinter Wolken.

    Der Wind 🌬️ allerdings hatte auch ein paar Kite-Surfer aufs Wasser gelockt, und wir haben eine Weile zugesehen.

    Wieder zurück gab es Tee ☕ und Kekse. Und Regen. 🌧️
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  • Day203

    Saisonende im Regen

    October 12, 2019 in the Netherlands ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute fuhren wir wieder nach Gorishoekse. Eigentlich hatten wir noch auf einen Goldenen Oktober gehofft, um die Saison hier für uns ausklingen zu lassen. Doch das soll wohl nicht sein, und Tholen empfing uns mit Nieselregen und Dunst.

    Dafür war der Empfang auf dem Platz um so herzlicher. Die Nachbarn kamen und wollten natürlich wissen, wie es in Afrika war. Einen neuen Nachbarn gegenüber gibt es auch.

    Später kam Charles noch vorbei, um sich für dieses Jahr zu verabschieden. Er hat sein Mobilheim winterfest, um hier zu schlafen ist es ihm zu ungemütlich. Im nächsten Frühjahr wollen wir uns gesund und munter wiedersehen.

    Es sind allgemein nicht viele da. Das Wetter lockt nun mal nicht.

    Wir dekorierten das Schlafzimmer weiter, machten ein Mittagsschläfchen und sind ansonsten faul. 😁
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  • Day154

    Veere unter Kanonendonner

    August 24, 2019 in the Netherlands ⋅ ☁️ 26 °C

    Das Thermometer kletterte wieder auf 30°. Da wir die vergangenen zwei Tagen das Schlafzimmer im Mobilheim aufhübschten, durfte ich heute ein "Reiseziel" aussuchen. Ich wählte Veere. Da ist es immer schön.

    Wir hatten ja eigentlich gedacht, die Ferien seien hier vorbei, aber auf der Autobahn Richtung Goes war der Bär los. Oder besser gesagt, der Wohnwagen. Ein Caravan reihte sich an den nächsten, sodass wir schon umkehren wollten.

    Gott sei Dank taten wir das nicht. In Veere parken wir immer an der Schleuse, und schon dort hörten wir den Kanonendonner.

    An der großen Kirche gab es ein Biwak, in dem die Akteure für die Schlacht von 1809 campierten. Dort wird genauso gelebt, gegessen und geschlafen wie vor 210 Jahren. Das allein ist schon ein toller Anblick.

    Die Landung der Engländer haben wir verpasst, der Kampf war schon in vollem Gange.

    Niederländer und Franzosen kämpften gegen die Engländer. Damals hatten diese Walcheren mit 400 Schiffen und 40.000 Soldaten erobern wollen, um in Antwerpen Werften zu zerstören und die Franzosen am Bau von Kriegsschiffen zu hindern.

    Geklappt hat es nicht, denn die englischen Truppen wurden schnell von einem "unsichtbaren Feind", dem Fieber, dahingerafft, und man orderte die Truppen zurück, als mehr an der Krankheit als durch Kampfgetümmel starben.

    Heute macht man daraus in Veere ein richtig tolles Spektakel. Verwundete werden im Lazarett gepflegt, hübsche Meisje winken den Soldaten zu und sogar die Kinder sind verkleidet.

    Einen Hut habe ich mir dieses Mal nicht gekauft. 😁
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