Freude auf die Ruhe
50 minuti fa, Germania ⋅ ☁️ 23 °C
01.06.26
Von Hennef nach Bonn
Heute morgen um halb vier macht sich bei mir ein menschliches Bedürfnis bemerkbar. Und zwar äußerst dringend. Als hätte mein Körper festgestellt: Oh, ich habe ja gestern total vergessen zu schwitzen. Dann muss jetzt alles Überflüssige raus. Und zwar sofort! " Diese Situation ist mir bislang in den ganzen vier Wochen erspart geblieben. Draußen ist es dunkel, kalt, feucht und zum Waschhaus sind es 200 m. Ich habe aber keine Wahl. Ich muss aufstehen und überlege, anschließend gleich das Zelt abzubauen und loszuwandern. Aber allein das Anziehen ist in der Dunkelheit mit so viel Gekrame verbunden, dass ich davon Abstand nehme. Ich würde sonst wahrscheinlich die Hälfte meiner Ausrüstung verbaseln. Also krieche ich nach meiner Rückkehr wieder in den noch warmen Schlafsack und fühle mich ausgesprochen wohl. Das tue ich auch noch, als um 5 Uhr der Wecker klingelt. Nö, geht noch nicht. Erst um 6 Uhr schaffe ich es mehr oder minder widerwillig das Zelt zu verlassen. Nach dem Frühstück schaffe ich es immerhin, alles in 42 Minuten abzubauen. So langsam klappt das mit der Routine. (Ich weiß, dass andere darüber lachen).
Auf einem schönen Weg geht es dann in Richtung Bahnhof Merten und in Hennef angekommen versorge ich mich erst einmal beim Bäcker. Ich nehme den gleichen Weg zum Trail, den ich vorgestern gekommen bin.
Die Temperaturen sind angenehm. Heute besteht keine Regengefahr.
An einer Bergabpassage kurz vor Siegburg kommt mir ein wohlbeleibter Mann mit einem Kapuzenpulli bergauf entgegen. Die Kapuze trotz warmer Temperaturen über den Kopf gezogen. "Bergab ist es einfacher. "Das kann ich natürlich bestätigen. Er sieht den Weg wohl als sportliche Aufgabe. Er würde den Weg schon zum zweiten Mal machen aber sein Bauch ginge nicht weg. Den habe er auch über 30 Jahre mit Kölsch gut gepflegt. Lustiger Kerl. Ich habe das Gefühl, im Rheinland angekommen zu sein.
Ich erreiche dann das Ende des Natursteigs Sieg. Offiziell ist es der Startpunkt. Obwohl ich den Weg ja entgegengesetzt gegangen bin, ist mir nur eine einzige Fernwanderin entgegengekommen, die den Weg gewandert ist. Das wundert mich etwas, weil mir mehrere Einheimische erzählt haben, dass Sie den Weg schon gegangen seien. Der Weg hat in der Region eine gewisse Popularität. Ich hätte erwartet, dass ich mehr Leute treffen würde.
Eine Schulklasse geht nach und nach an meinem Rastplatz vorbei. Der Lehrer fragt nach meinem Ziel. Ich beschreibe meine Tour kurz. Ein Schüler, der daneben steht, bekommt große Augen. Ich sehe ihm förmlich an, dass er sich fragt , warum der alte Mann so etwas macht.
Das Zwischenstück zum Rheinsteig ist halt sehr städtisch. Aber dafür ist er sehr gut gekennzeichnet - ausschließlich mit NST-Aufklebern.
Unterwegs treffe ich Rico mit seiner Mutter. Rico ist ca. 4 Jahre alt und hat großes Interesse an meinen Trekkingstöcken und warum ich sie gerade nicht benutze. Ich unterhalte mich noch mit seiner Mutter über das Wandern , das Pilgern und Wunden am Knie. Rico kommt aber immer wieder auf die Stöcke zurück.
Kurz vor Beginn des Rheinsteigs verlasse ich den Trail. Mein Ziel ist eine Gaststätte mit eigener Brauerei in der Nähe. Laut Google hat sie auch montags geöffnet, aber ich bin da immer etwas skeptisch. Aber ich habe Glück. Ein tolles Lokal mit großem Biergarten und einem leckeren Rotbier. Und auch montags gut besucht. Einzig die Portionsgöße meines gegrillten Lachses wäre noch verbesserungsfähig. Die anderen Gerichte, die umzu serviert werden, sehen ausreichend aus. Ich brauche aber noch eine Portion Arme Ritter hinterher. Die waren aber auch richtig gut.
Ich freue mich auf den morgigen Ruhetag. Ich merke so ein paar Stellen an meinem Körper (linkes Knie , rechte Hüfte), denen eine Pause mal gut tun würde. Es lief alles so gut bisher . So soll es bleiben.Leggi altro
Ende Natursteig Sieg
Ieri, Germania ⋅ ☁️ 23 °C
Andere sagen, das sei der Anfang.
Zeit für ein Geständnis
31 maggio, Germania ⋅ ☁️ 23 °C
31.05.26
Von Merten nach Eitorf
Es ist Zeit für ein Geständnis. Ich habe eine Etappe ausgelassen. Durch das hin und her mit den Öffi-Fahrten zu und von meinem Campingplatz hatte ich nicht realisiert , dass mein Campingplatz - obwohl er zu Eitorf gehört - fast schon bei der nächsten Etappe in Merten liegt. Der Natursteig ist ja so konzipiert , das man für einen Weg , den man 8 Stunden erwandern muss , mit dem Zug nur drei Minuten braucht . Den Abschnitt von Eitorf nach Merten bin ich noch gar nicht gegangen. Das muss also nachgeholt werden. Und weil der öffentliche Nahverkehr am Sonntag nur eingeschränkt zur Verfügung steht , wandere ich ihn heute in die umgekehrte Richtung von Merten nach Eitorf.
Gestern waren auf dem Campingplatz noch eine Menge Leute angekommen , auch einige Gruppen . Ich habe meinen riesigen Gruppenzeltplatz aber weiterhin ganz für mich alleine. Als ich so in meinem Zelt liege, höre ich entfernt jemanden auf der Gitarre spielen. Unter anderem "Mein kleiner grüner Kaktus", eines meiner Lieblingsstücke aus alten Zeiten. Ich muss schmunzeln und es entsteht der Wunsch , dass ich wieder anfange, Musik zu machen , wenn ich wieder zu Hause bin.
Nachts hatte es noch etwas geregnet , aber diesmal ist alles trocken geblieben. Da es heute auch gewittern soll , stehe ich früh auf. Ich halte mich aber noch ein wenig auf , um etwas Wäsche , die ich gestern noch durch gewaschen hatte im Zelt zum Trocknen aufzuhängen. Bin gespannt, ob das klappt.
Gerade als ich los will , fängt es erst an zu donnern und dann zu regnen. Ich muss den Rucksack also erst wieder absetzen und die Regenklamotten anlegen. Den Schirm lasse ich erstmal weg. Ich habe nichts wichtiges im Rucksack und ich möchte wissen , ob die Schutzhülle vielleicht reicht.
Nach kurzer Zeit blitzt es mehrfach und es fängt an in Strömen zu gießen. Ich komme gerade an einer Brücke vorbei , setze mich darunter und schreibe schon mal an dem Entwurf zu diesem Tagebucheintrag.
Als es aufhört zu regnen, ziehe ich wieder los. Der dicht bewachsene Weg nässt meine Schuhe und Socken schnell durch. Es suppt bei jedem Schritt. Das hatte ich noch nicht einmal bei meinen Regenwanderungen in Schleswig-Holstein. Aber das macht nichts. Es herrscht eine angenehme After-Rain-Atmosphäre und ich genieße sie. Genießen tue ich dann auch die Aussicht an der schönen Storfer Hütte, wo ich versuche meine Schuhe und Klamotten zu trocknen. Aber die Sonne kommt nicht so richtig durch. Ich muss auf nassen Sohlen weiter.
Irgendwann komme ich an den Abzweig, der nach Eitorf runterführt. Zunächst an einer Straße durch Bohlscheid entlang. Dort findet eine Art Dorfflohmarkt statt. Vor einigen Häusern sind Verkaufsstände aufgebaut, an denen die Bewohner Flohmarktsachen anbieten. Nervig ist, dass die meisten Interessenten keine Lust haben, die steile Straße zu Fuß rauf oder runter zu gehen. Es herrscht daher reger Autoverkehr. Der Abzweig ist nicht mehr ausgeschildert. So nehme ich auf eigene Faust einen Weg durch den Wald. Vermutlich war das auch der Richtige. Er birgt auch einige kleine Überraschungen für Kinder um ihnen die Bewohner des Waldes näherzubringen. Irgendwann bin ich an der Stelle angelangt, an der ist schon vorgestern vorbeigekommen bin. Den Weg in die Innenstadt von Eitorf kannte ich noch nicht. Er führt 1,5 km durch einen Park. In der Fußgängerzone gönne ich mir erstmal ein Stück Obstkuchen mit Sahne. Der Weg heute war weder lang noch schwer. Aber trotzdem habe ich mir das verdient. 😘
Ich schaue mir noch die Kirche. Für den Ort ist sie ziemlich groß. Und ihre Fensterbilder beeindrucken mich.
Dann komme ich an einem freien Platz in einem Eiscafé vorbei. Und ich kann nicht anders. Ich habe heute zum ersten Mal so richtig viel Zeit. Habe sogar vorhin im Café zum ersten Mal länger in meinem Buch gelesen. Und bislang habe ich auf der gesamten Tour viel zu wenig Eis gegessen. Also: 3 Kugeln mit Sahne.😋
Auf dem Rückweg habe ich Glück, weil die S-Bahn Verspätung hat und ich den Zug deshalb noch kriege. Zurück auf dem Campingplatz ist hier nichts mehr los. Habe so ziemlich alles für mich alleine. Ich koche mir noch was Selbstgemachtes und gönne mir ein Bierchen aus dem Automaten. Es ist irgendwie eine ganz eigenartige Atmosphäre hier. Wo die letzten Tage lauter Kinder hin und her wuselten, und für eine -für mich angenehme - Geräuschkulisse sorgten, herrscht nun eine große Stille. Aber es gibt ja noch die Bahnlinie.
Dieser Tag hatte etwas sehr entspannendes. Kurze Wanderung bei angenehmen Temperaturen, jede Menge Zeit und das schöne Gefühl, morgen einen weiteren Abschnitt zum Ende zu bringen.
Das war es dann auch mit dem bequemen Wandern. Morgen werde ich diesen lieb gewonnenen Platz verlassen und auch meine komplette Ausrüstung mitnehmen müssen. Ich fahre dann mit dem Zug von Merten nach Hennef und beende den Natursteig Sieg.
Mal sehen, wie weit ich dann noch komme. In Bonn werde ich in jedem Fall einen Zero-Day einlegen. Ich muss so einiges an Ausrüstung ersetzen müssen.Leggi altro
Disziplinlosigkeiten
30 maggio, Germania ⋅ ☁️ 25 °C
30.05.26
Von Eitorf nach Hennef
Am Abend hat es noch kräftig gewittert und geregnet . Obwohl mein Zelt geschützt steht, musste ich es gegen kräftige Windböen etwas von innen unterstützen. Mein Zelt hatte ich zwar regenfest gemacht, aber mein Rucksack schwamm in der Abside im Wasser . Einige Sachen sind klatschnass , aber keine wichtigen.
Packe wieder mein leichtes Gepäck und los geht's. Das Wandern ist nicht nur deshalb so schön , weil der Rucksack nichts wiegt. Durch den Regen liegt eine Frische in der Luft . Der Himmel ist noch bedeckt und der Weg weist so gut wie keine Steigung auf. Meine n heutiges Ziel kenne ich noch nicht. In Blankenberg werde ich mal gucken , wie es weitergeht. Zwischenzeitlich regnet es mal leicht. Ich habe aber keine Lust auf Regenschirm und Rock und schauere mich unter einem Baum.
In Süchterscheid gibt es einen tollen Biohof , der für Wanderer eine Pausentation eingerichtet hat. Verschiedene Instant-Kaffees, Tee, Kekse und Kaltgetränke stehen zu einem Wertschätzungsetrag zur Verfügung. Ich entscheide mich für einen Dinkelkaffee. Einen Fehler kann man ja mal machen. Apfelschorle muss auch noch sein. Und dann im Bioladen gegenüber noch einen gesunden Apfel erstanden. Dabei erfahre ich auch noch etwas über Schneckenbekämpfung. In der biologischen Landwirtschaft verwendet man anscheinend ein schlichtes Messer.😯
An der Burg Blankenberg ist eine Umleitung nötig . Mauersanierung. Später komme ich an eine richtig heftige Steigung. Meine Uhr navigiert nicht mehr korrekt und die App ist an einer Gabelung auch überfordert. Wegzeichen sind auch nicht zu erkennen. So entscheide ich mich für eine Richtung um nach einiger Zeit festzustellen, dass ich mich vom Weg etwas entfernt habe. Runter und wieder rauf kommt für mich aber nicht in Frage. Wie war der Spruch? Alle Wege führen nach oben. Also kraxel ich weiter hoch und komme irgendwann an einen Klettersteig. Dort ist auch wieder ein Wegzeichen zu sehen. Oben angekommen werde ich für meine Mühen belohnt. An einem Abflugplatz für Gleitschirmflieger steht eine tolle Hütte mit einer super Aussicht.
Danach kommt die Sonne durch und es wird schwül. Bei den Anstiegen fließt der Schweiß etwas schneller. Lediglich der Wald bringt etwas Kühle. In Bröl gehen Navigation und Wegkennzeichnung auseinander. Ich folge den Kennzeichnungen. Gute Wahl.
Ich gehe mit den Abzweig zur Innenstadt und zum Bahnhof von Hennef. Ein ganz toller, sehr grüner Weg und kaum bin ich in der Stadt, begegnet mir schon ein türkisches Café. Gastronomisch habe ich heute mal so richtig Glück.
Ich habe meinen Verbleib auf dem Campingplatz um einen weiteren Tag verlängert. Dieses Wandern mit leichtem Gepäck bringt noch mal so viel Spaß.
Vor der Rückfahrt noch mal kurz zu Rewe. Ich war zwar gestern erst einkaufen, habe aber festgestellt, dass ich noch Porridge und Studentenfutter brauche. Trotzdem kaufe ich hier noch was für das kalte Abendessen und dann noch was für das morgige Frühstück und dann muss ich auch noch beim Fünferpack Snickers zugreifen. Obwohl ich weiß, das Schokolade bei der Hitze keine gute Idee ist. Ich muss unbedingt an meiner Disziplin arbeiten.
Die nächste Etappe wäre dann ja die nach Siegburg. Wenn dann nicht... 🤔. Aber dazu morgen mehr.Leggi altro
Beinbruch - aber es geht weiter
29 maggio, Germania ⋅ ☁️ 29 °C
29.05.26:
Von Herchen nach Eitorf
Der Campingplatz Happach ist super. Das hatte ich schon geschrieben. Er hat aber einen Nachteil: Er wird durch eine Eisenbahnlinie zweigeteilt. Und auf einer Eisenbahnlinie fahren nun mal Züge. Auch nachts. Und 50 m Abstand sind nicht so viel. Es wird daher manchmal sehr laut. Aber sonst ist es toll hier. Vor allem, weil mein Zelt nachmittags schön im Schatten steht.
Ich frühstücke und ziehe mir einen Kaffee aus dem Automaten. Ist ganz okay. Der Bus zum Bahnhof hat etwas Verspätung und ist vollgepackt mit Schülern. Aber die müssen mich aushalten. Dann geht's mit dem Zug zurück nach Herchen.
Ich möchte denselben Weg zum Trail gehen, den ich gestern gekommen bin. Da werde ich aber von einer Dame , die gerade mit dem Auto losfahren will, zurückgepfiffen. Dies sei ein Privatweg, wie man sehen könnte. Ich müsste wieder runter und an anderer Stelle wieder rauf. Schade um die Höhenmeter.
Aber: Ich bin ja mit leichtem Gepäck unterwegs, weil der größte Teil meiner Ausrüstung auf dem Zeltplatz steht. 😊 Es ist sehr angenehm, so zu wandern. Ich wusste gar nicht mehr, wie sich das anfühlt.
Diesen Vorteil weiß ich umso mehr zu schätzen, als heute wieder Temperaturen über 30° herrschen und der Weg auch viele Sonnenseiten hat.
In einem Hofladen, der ziemlich abgelegen ist, in dem aber der Bär los ist, kaufe ich mir zwei Äpfel und eine überteuerte Packung Kekse, weil ich Bock drauf hatte.
Ich komme am Thingplatz von Herchen vorbei, ein theaterähnlicher Versammlungsort, den die Nazis zur Verbreitung ihrer Propaganda gebaut haben. "Als Deutscher geboren, als Kämpfer gelebt, als Held gestorben, als Volk auferstanden". So die Inschrift.
Wenig später das Desaster: Als ich in gebückter Haltung Wasser aus einem Bach filtere und aufstehe, höre ich das Knacken von Carbon. Bin ich doch auf meinen Trekkingstock getreten. Ich habe sozusagen einen Beinbruch erlitten. Wäre ich nicht gerade in einer Lebensphase voller Gelassenheit, wäre das ein Schockmoment. Denn heute habe ich nur leichtes Gepäck. Und der Rheinsteig kommt erst noch. Aber ich esse erst einmal einen Apfel und sehe mir das Ganze anschließend an. Die Bruchstelle ist dort, wo zwei Stockteile zusammengesteckt werden. Der Stock lässt sich wieder richten. Mit Leukosilk verbinde ich ihn notdürftig, so dass er wieder einsatzfähig ist. Allerdings sind hohe Belastungen zu vermeiden.
Ich erreiche den NST-Halfwaypoint, eine schöne Schutzhütte mit einem Bettgestell davor. Das Kopfteil hat die Aufschrift: Gute Nacht
9 Stunden später hätte ich mein Nachtlager hier aufgeschlagen. Aber nicht jetzt bei der Mittagshitze.
200 Meter weiter kommt mir eine Wanderin mit leichtem Gepäck entgegen. Wir grüßen, gehen aneinander vorbei und dann höre ich einen Ruf: " Halt! ". Es ist Woma. Sie hat mich anhand meines NST-Hangtags identifiziert. Sie war vor vier Tagen am Haldenwanger Eck und hatte den NST in fünf Jahren fast vervollständigt. Es fehlte ihr aus bestimmten Gründen aber noch ein teilstück von 1,5 km. Das holt sie gerade nach. Und so kurz vor dem Ziel begegnen wir uns.
In Eitorf mache ich einen Abstecher und schicke ein paar Sachen, die ich nicht mehr brauche, zurück nach Hause. Ich gönne mir noch eine
Eisschokolade und gehe noch was einkaufen.
Auf dem Campingplatz gibt's kalte Küche und ein Bier. Dann zieht ein Gewitter auf und ich schaffe es gerade noch, mein Mahl zu beenden und das Zelt regenfest zu machen. Ich krieche ins Zelt und dann geht der Regen los. Ich finde das ja sehr gemütlich. In einer Regenpause kann ich mir dann im 100m entfernten Waschhaus die Zähne putzen. Auf dem Rückweg fängt es an zu tröpfeln und ich schaffe es gerade noch, ins Zelt zu kommen bevor der Regen noch mal richtig trommelt. Gemütlich. 🌛Leggi altro

ViaggiatoreAuf den letzten Metern noch einen NST-Hiker zu treffen und im Anschluss noch einmal am Halfwaypoint im Hüttenbuch schmökern zu dürfen waren für mich zwei wunderbare Abschiedsgeschenke des NST. Dir wünsche ich alles Gute und Happy Trails.

Sirius.Danke Woma! War schön, dich getroffen zu haben, vor allem in diesem für dich doch so bedeutenden Moment. Viel Spaß beim Planen und Abwandern deines Süd-Nord-Trails. Happy Trails

ViaggiatoreHerzlichen Dank. Zunächst werde ich einige Fernwanderwege, die im NST nur teilweise enthalten sind, komplettieren, bevor ich mich ab Oberstdorf auf den selbst gebastelten Rückweg in den Norden begebe.
Es reift eine Idee
29 maggio, Germania ⋅ ⛅ 29 °C
28.05.26
Von Dattenfeld nach Herchen
Um 5 Uhr stehe ich auf. Im Bad ist schon Betrieb. Ich packe meine Sachen und gehe zum Bahnhof. Da stelle ich fest, dass mein Zug ausfällt. Ich bin früh da und kann noch reagieren. Es gibt noch einen Bus, der sogar früher fährt als der Zug gefahren wäre. Und nicht nur das. Ich kann sogar 100 m vor dem Trail aussteigen. Mit dem Zug hätte ich noch 1,5 km gehen müssen. So starte ich tatsächlich um 6 Uhr. Und es ist herrlich.
Als ich aber aus Dattenfeld rauskomme, sehe ich dass es dort einen Campingplatz gibt. Den habe ich nicht auf dem Schirm gehabt. Denn Campingplätze sind rar.
Nach einer halben Stunde mache ich mir mein Frühstück an einem tollen Pavillon mit grandioser Aussicht.
Zwei Wanderer, die mir entgegenkommen, erzählen von einem Campingplatz in Eitorf. Da kommt mir doch eine Idee.
Der Weg führt längeres Stück an der Sieg entlang, die an der Stelle sehr schnell fließt. Ansonsten ist der Trail wieder sehr schön und verläuft weitgehend im Schatten. Die ersten vier Stunden habe ich kaum geschwitzt.
Dann treffe ich noch die erste Fernwandererin, die mit leichtem Gepäck unterwegs ist, weil sie den Shuttlezug in Anspruch nimmt, womit meine Idee weiter reift.
An einer Quelle, deren Wasser einer Sage nach heilende Wirkung haben soll, fülle ich mein Wasser auf und sehe dort Molche.
In einer Pause setze ich meine Idee dann in die Tat um. Ich buche einen Platz auf dem Campingplatz Happach für zwei Nächte. Ich werde bis Herchen wandern und dann mit dem Zug nach Eitorf fahren. Von dort mit dem Bus zum Campingplatz. Am nächsten Tag fahre ich mit Zug zurück nach Eitorf und wandere dann mit leichtem Gepäck.
Dann ist es soweit. Der NST nimmt den Natursteig Sieg in Beschlag. Von jetzt an zählt wieder jeder Kilometer.
Auf dem Weg zum Bahnhof werde ich dann etwas unruhig. Der Trail geht nicht etwa weiter nach unten, sondern ich gewinne immer mehr an Höhe. Ich kann unten den Bahnhof sehen und gehe dran vorbei, aber ich komme nicht runter. Aber es gilt der alte Pilotenspruch "Runter kommt man immer ", und tatsächlich gibt es doch noch einen Abzweig.
Eitorf könnte ganz schön sein. Aber es herrscht ein gewaltiger Straßenverkehr. Ich komme nicht über die Straße, ohne eine Ampel zu Hilfe zu nehmen. Den Bus hatte ich gerade verpasst. So bleibt noch Zeit für einen Kurzeinkauf bei DM und ein Eis.
Der Campingplatz ist super. Der Betreiber lässt mich auf einem Gruppenplatz im Schatten mein Zelt aufbauen, weil der Platz am Wochenende nicht besetzt ist.
Es gibt sogar einen Getränkeautomaten, wo man noch gegen Ausweiskontrolle ein Bier bekommt. Am Wochenende hat sogar ein Kiosk auf, der auch Pizza im Angebot hat.
Ich freue mich auf die morgige Wanderung.
P.S.
Vergessen, den Footprint in Herchen zu setzen. Darum hole ich das hier nach.Leggi altro
Back on the NST
28 maggio, Germania ⋅ ⛅ 23 °C
Hier nimmt der NST den Natursteig Sieg in Beschlag. Von jetzt an zählt wieder jeder Kilometer.
Dattenfeld
27 maggio, Germania ⋅ ☀️ 25 °C
Die Nacht auf der Bank unter dem Blätterdach der Buchen war in der ersten Stunde etwas unruhig. In den zwei Stunden, während der ich dort schon gesessen hatte, waren Mücken kein großes Problem. Aber kaum wollte ich in meinen Schlafsack kriechen, kamen sie in Scharen. Die erste Stunde hatte ich ein ständiges Sirren in den Ohren. Eigentlich war es noch viel zu warm, um den Schlafsack vollends zu schließen. Aber es musste sein. Wegen meines Gesichts vertraute ich auf mein Moskitonetz. Ich übte mich in Selbstbeherrschung und versuchte, meine Situation zu genießen. Es war schließlich das erste Mal, dass ich eine Nacht unter freiem Himmel verbrachte. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei. Ich schlief ein , wurde ein paar Mal wach und jedes Mal bekam ich beim Blick ins Blätter Dach oder auf die Wiese ein Lächeln ins Gesicht.Das Moskitonetz hat dicht gehalten. Ich habe die Nacht ohne Mückenstiche überstanden.
Um 6 Uhr bin ich dann aufgestanden und habe aus Wassermangel auf Frühstück und Zähneputzen vorerst verzichtet. Sachen zusammengepackt und los.
Nach einer Weile komme ich an einen kleinen Bach, nicht groß, nicht tief, aber es reicht, um den Wasserfilter vollzuschwenken (tolles Wort). Also die Flaschen aufgefüllt und weiter. Für eine kurze Katzenwäsche war noch Zeit. In Hurst kann ich dann auf einer Dorftratschbank frühstücken und anschließend die Zähne putzen.
Nächster größerer Bach. Ich nutze die Hitze aus. Nassgeschwitztes T-Shirt und Mütze gründlich ausgespült und gleich wieder angezogen. Unheimlich erfrischend. Trocknet ja schnell wieder.
Nächster Bach. Ideal zum Füße kühlen und Socken ausspülen. Die können auch gleich wieder angezogen werden.
Es ist geringfügig kühler als gestern. Es weht auch eine leichte Brise und mein Weg hat mehr schattige Passagen als gestern. Aber es geht munter rauf und runter. Teilweise sehr steil und manche Wege sind eng und von Brennesseln und Brombeerranken gesäumt. Ich könnte ja mit langer Hose laufen – aber nö. Hier müssen die Stöcke ihre Arbeit verrichten.
Der Natursteig Sieg schlängelt sich an den Ortschaften vorbei und um sie herum. Das hat natürlich zur Folge dass man öfter mal den Straßenlärm hört, auch wenn man auf wilden, verwunschenen Wegen unterwegs ist. Auf die Hauptverkehrsstraßen führt der Weg selbst immer nur kurz. Schnell ist man wieder im Wald.
Gastronomisch habe ich heute einmal Glück gehabt. Vor einem kleinen Laden, der auch Kaffee und Kaltgetränke verkauft, stehe ich zunächst vor verschlossenen Tür trotz gültiger Öffnungszeiten. Ich will schon weitergehen, da hält ein Auto an und die Betreiberin steigt aus. So komme ich doch noch zu einem Vitamalz.
Hinsichtlich der Unterkunft beschließe ich bis nach Dattenfeld zu gehen und dann nach Schladern zurückzufahren. Dort habe ich mir in einem Low Budget Hotel ein Zimmer gebucht. Mir kommt der Gedanke, den Shuttlezug in Anspruch zu nehmen. Die Orte sind bestens miteinander verbunden. Ich könnte das Zimmer für zwei oder drei Tage buchen und immer mit dem Zug zurückkommen. Dabei würde ich mit leichtem Gepäck wandern.
Also verlasse ich den Trail und gehe in Dattenfeld an der Sieg entlang zum Bahnhof. Es herrscht eine tolle Atmosphäre. Es gibt dort mehrere Badestrände, vor einiges los ist.
Vor dem Hotel empfangen mich zwei ausländische Arbeiter die vor einer Palette Dosenbier sitzen. Einer erklärt mir, wo mein Zimmer sein könnte. Die Besitzerin ist nicht da. Das Zimmer ist mit dem nötigsten ausgestattet, aber das Gemeinschaftsbad hat noch nicht mal Klopapier. Nicht mal eine Halterung dafür.
Ich dusche und gehe eine Pizza essen. Als ich zurückkomme, sitzen einige Leute auch Frauen, die etwas aufgebrezelt aussehen, vor der Tür und leeren die Palette. Sind aber ganz nett. Es wird noch längere Zeit laute Musik gespielt. Und ich sehne mich nach meiner Bank von gestern zurück.Leggi altro
Irgendwo bei Windeck
26 maggio, Germania ⋅ ☀️ 27 °C
Ich habe es tatsächlich geschafft, um 5:15 Uhr aufzustehen. Die Betreiberin des Campingplatzes hatte mir den Schlüssel für die Wanderzimmer überlassen, obwohl ich so ein Zimmer gar nicht nutze, aber da steht ein Wasserkocher, der mich in die Lage versetzt Brennstoff zu sparen. Also volles Frühstücksprogramm. Und anstatt meine Sachen zu packen und früh auf den Trail zu gehen sitze ich um 5:30 Uhr auf der Terrasse und genieße die Ruhe auf dem Campingplatz bevor die ersten Camper pinkeln gehen. Die Zeit gönne ich mir und bereue sie nicht.
Meine Sachen zusammenzupacken dauert immer noch etwas lange aber die Handgriffe sitzen schon etwas besser.
Um 7:30 Uhr bin ich dann auf dem Steig. Vom Campingplatz geht es gleich auf einen wunderschönen Single Trail. Es ist ziemlich dunkel und es herrscht eine mystische, fast märchenhafte Atmosphäre, die noch verstärkt wird durch große Holzskulpturen, die richtig Eindruck machen, wenn man auf sie zugeht.
Anschließend wechselt sich der Weg mit freien Stücken in der Sonne und engen Single trails ab.
In Wissen versorge ich mich dann an einer Packstation, die nah am Trail liegt, und tausche noch meine Wasserflaschen beim Aldi aus.
Dadurch ist mein Rucksack natürlich wieder etwas schwerer geworden. Da ich sowieso nicht ultraleicht unterwegs bin, merke ich das Gewicht deutlich. Und die Temperaturen um 30° C machen das Wandern doch ziemlich anstrengend. Besonders macht mir ein steiler Singletrail zu schaffen, bei dem ich gefühlt alle zwei Höhenmeter eine kurze Pause einlege.
In Bitzen soll es eine Milchbude geben. Ich freue mich schon auf ein kühles Getränk oder ein Eis , werde dann aber enttäuscht. Der Pavillon bietet Schatten, aber keine Milch, noch nicht mal ein Bier. Trotzdem raste ich dort längere Zeit, muss allerdings fast durchgängig den Motorenlärm einer Straßenbau- Baustelle.
Der Weg führt zunächst heraus aus dem Ort offgrid durch hohes Gras. Die Wege sind kaum zu erkennen. Es lässt sich aber ein Trampelpfad erahnen. Da komme ich an eine Schutzhütte der besonderen Art. In einem kleinen Kabuff sind Sitzmöbel wild übereinander gestapelt. Ich suche mir zwei Klappstühle mit verstellbarer Rückenlehne heraus und mache es mir richtig gemütlich. Ich glaube ich habe sogar ein bisschen geschlafen.
Erst um 16 Uhr geht es weiter. Am Friedhof fülle ich meinen Wasservorrat auf und nutze die Gelegenheit zu einer Katzenwäsche. Ich weiß nicht ob es sich ziemt, mit freiem Oberkörper auf einem Friedhof zu stehen, aber danach ging es mir besser.
Ich habe immer noch keine Unterkunft geplant und gehe erstmal weiter. Campingplätze gibt es meines Wissens keine weiteren am NS Sieg. Es ist geringfügig kühler und ich kann mehr im Schatten laufen. Und irgendwie komme ich in einen flow. Obwohl die Tour bis jetzt sehr anstrengend war sind meine Beine noch relativ frisch. Ich verzichte auf die letzte Gelegenheit, mir ein Hotelzimmer in Au zu buchen.
Es folgen noch Abschnitte auf recht zugewachsenen Wegen und ich mache mir Sorgen um meinen Wasservorrat. An einer Bank vor einer Wiese entscheide ich mich dann zunächst für eine längere Rast und dann auch dazu hier zu schlafen. Das Zelt baue ich nicht auf. Einmal auf meiner Tour wollte ich ja mal unter freiem Himmel schlafen.
Ich bin gespannt.Leggi altro
Campingplatz im Eichenwald
25 maggio, Germania ⋅ ☀️ 21 °C
Ich hatte mir ja vorgenommen auszuschlafen, um mich von der gestrigen anstrengenden Etappe etwas zu erholen. Das Hotelzimmer war nix dolles , hatte aber immerhin einen Wasserkocher. So konnte ich das volle Frühstücksprogramm Porridge, Kaffee und Tee durchziehen.
Erst um 9:30 Uhr ging es los. Um aus Betzdorf heraus zum Trail zu kommen, hatte ich mir auf komoot einen schönen "grünen" Weg ausgeguckt. Das gelang auch ganz gut, bis die nötige Abzweigung nicht mehr begehbar war. Da konnte schon seit zehn Jahren niemand mehr gegangen sein. Umkehren zwecklos, also einige unnötige Höhenmeter mitnehmen und eine längere Strecke parallel zum Trail gehen. Nach 4 km war ich endlich wieder auf dem Steig.
Es war wieder sehr heiß, und das gastronomische Angebot auf einem Natursteig ziemlich rar. Die vielen Möglichkeiten sind zum größten Teil Geschichte. Viele Lokale haben aufgegeben oder haben ihre Öffnungszeiten so eingeschränkt dass ich als Wanderer immer zur falschen Zeit am richtigen Ort bin.
Umso erfreuter war ich, als ich an der Dickendorfer Mühle zwar kein offenes Café vorfand, aber immerhin - wie schon gestern in Freusdorf - eine Mühlenrast einlegen konnte. Ein Kühlschrank mit eisgekühlten Getränken ist bei diesen Temperaturen ein Traum. Ich wollte da gar nicht mehr weg.
Der Weg selbst wird immer schöner. Herrliche Ausblicke, die ich leider mit meiner Handykamera nicht einfangen kann und schön gestaltete Pausenplätze. Es ist nur immer schade, wenn man gerade 100 m vorher auf einer einfachen Bank seine Pause gemacht hat.
Heute gab es auch die ersten Single trails, teilweise an der Sieg entlang. Das wird noch sehr schön.
Am Campingplatz rächte sich dann mein später Start. Um 17:45 Uhr an der Rezeption. Um 18 Uhr ist das Lokal geschlossen. Eine leicht kühle Orangenbrause aus dem Automaten ist da kein Ersatz.
Morgen gehe ich früher los. Versprochen!Leggi altro
Betzdorf
24 maggio, Germania ⋅ ☁️ 19 °C
Mudersbach
24 maggio, Germania ⋅ ☁️ 19 °C
Siegen
23 maggio, Germania ⋅ ☀️ 27 °C
Nachdem ich den ersten Teil meiner Reise erfolgreich beendet habe, war heute ein reiner Reisetag angesagt. Die Bahnfahrt nach Siegen verlief problemlos. Zwar bin ich noch einmal kurz durch die Stadt gegangen, aber so richtig hat mich nichts interessiert.
Zurück ins Apartment und morgen geht es dann ab Mudersbach auf den Natursteig Sieg.Leggi altro
Finish Teil 1
22 maggio, Germania ⋅ ☁️ 21 °C
Hier hatte ich den Trail am Himmelfahrtstag verlassen. Jetzt bin ich wieder hier und habe zwei Bundesländer durchwandert.
Naturcamping Buchholz
21 maggio, Germania ⋅ ☁️ 19 °C
Mölln
21 maggio, Germania ⋅ ☁️ 15 °C
Campingplatz am Gudower See
19 maggio, Germania ⋅ ☁️ 14 °C
Irgendwo bei Kuddewörde
18 maggio, Germania ⋅ 🌧 12 °C
Landesgrenze HH-SH
18 maggio, Germania ⋅ ☁️ 18 °C
Hamburg-Bergedorf
16 maggio, Germania ⋅ ☁️ 12 °C
Hamburg
15 maggio, Germania ⋅ ☁️ 12 °C
Trailhead Heidschnuckenweg
15 maggio, Germania ⋅ ⛅ 10 °C
Europäische Großereignisse erfordern eine spontane Umplanung der Route. Ab jetzt geht's nordwärts. Lübeck, ich komme!
Abzweig in Lübeck
14 maggio, Germania ⋅ ☁️ 11 °C
Heidelandschaft in Lübeck
14 maggio, Germania ⋅ ☁️ 11 °C
Auf dem Weg nach Grammersdorf
13 maggio, Germania ⋅ ☁️ 8 °C
Irgendwo muss man ja schlafen.













































































