Germany
Fohn-See

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Travelers at this place
  • Day73

    Tag 71: Von Ebersbach nach Penzberg

    June 19 in Germany ⋅ ☀️ 30 °C

    Der junge Mann dreht sich mit verbissenem Mund und wütendem Blick noch einmal um und zeigt den Stinkefinger. Er verlässt gerade das ehemalige Konzentrationslager Dachau und ist offenbar total geschockt von den dort verübten Greueltaten.
    Ich habe lange überlegt, ob ich dort einen Stopp einlegen möchte. So habe ich mich bisher fast nur von den schönen Dingen leiten lassen und nur ab und zu einen Blick in dunkle "Kapitel" gewagt. Als ich aber heute morgen in dem kleinen Städtchen Dachau unweit von München eintreffe, ist die Entscheidung klar.
    Doch, wo liegt das ehemalige Lager? Hinweisschilder zum Schloss, zum Marktplatz, zur Stadtkirche...alle vorhanden....nur nicht zur düsteren Vergangenheit des Ortes. Erst ein Blick in die Karte hilft mir weiter. Nur 10 Minuten entfernt vom Stadtzentrum....und erst dort treffe ich auf die Schilder, die ich erwartet habe.
    Mein Weg führt mich an den Unterkünften der Bayerischen Bereitschaftspolizei vorbei. Schöne alte Gebäude, wunderbar hergerichtet, nur mit einem Maschendrahtzaun gesichert. Es sind die ehemaligen Unterkünfte der SS...unmittelbar angrenzend an das Lager.
    Es war das erste Konzentrationslager überhaupt, bereits nur wenige Wochen nach Hitlers Machtübernahme im März 1933 für politische Gefangene errichtet. Erst 12 Jahre später, am 29.04.1945, befreiten US-amerikanische Truppen die Überlebenden....
    Obwohl ich es weiß, dass der so zynische und die Opfer verhöhnende Spruch "Arbeit macht frei" am Eingangsportal des Lagers steht, werde ich von meinen Gefühlen überwältigt. Wut, Entsetzen, Trauer...so setze ich mich erstmal auf eine steinerne Bank am Rande des so überdimensionierten "Exerzierplatzes" (hier mussten jeden Morgen die vielen Gefangenen antreten und bis zu einer Stunde starr stehen...) und habe das Gefühl, den hier ehemals untergebrachten und maltretierten Menschen Respekt und Anerkennung geben zu wollen. Ich halte inne und verharre eine Zeit lang in meinen Gefühlen. Das tut gut.
    Da tut es auch gut zu wissen, dass in unmittelbarer Nähe zu Dachau nach dem Krieg versucht wurde, zumindest ein wenig Wiedergutmachung zu leisten.
    In Indersdorf, im dortigen Kloster, gaben die Ordensfrauen der "Barmherzigen Schwestern" im Auftrag des UN-Flüchtlingswerks Hunderten von KZ-überlebenden jüdischen Kindern und Jugendlichen so lange vorübergehend ein Zuhause, bis sie zu nach Israel reisen konnten.
    Ich verlasse Dachau durch ein Industriegebiet und komme am Aldi vorbei. Eigentlich nichts Besonderes, hier dann aber doch. Wohlgemerkt, es ist Sonntag. Und draußen vor den geschlossenen Türen Aufsteller und Körbe mit vielem, was das Herz so begehrt. Seien es Pizzateller, Blumentöpfe, Gartengeräte, Putzutensilien oder Blumenerde, alles wird mit Preisetikett präsentiert. Kein Schloss, kein Zaun, ich könnte einfach nur zugreifen und mitnehmen. Kaum zu glauben, wie heil die Welt hier noch zu sein scheint.
    Von nun an geht es nur noch durch die Natur. Erst eher öde durch "plattes Land" mit Getreide- und Maisfeldern soweit das Auge reicht, dann aber immer schöner und leicht hügelig werdend. So erreiche ich das kleine Flüsschen Würm, deren Verlauf mich bis an den Starnberger See begleitet. Obwohl ich an ihm durch den westlichen Rand Münchens fahre, merke ich von der großen Stadt überhaupt nichts. Durch kleine Flussauen und schöne Waldgebiete führt mich der Weg, mal ab und zu eine Villa der hier wohl eher wohlhabenden Münchner. Es bringt Spaß hier zu fahren, bis...ja bis ich den Starnberg erreiche. Völkerscharen, die sich hier tummeln, ein Vorankommen ist fast nicht mehr möglich.
    Und es wird auch nur wenig besser, während ich am Ostufer des Sees gen Süden radel. Scheinbar haben sich heute alle Münchner überlegt, mal im See baden zu gehen. Ist bei 38 Grad!! vielleicht auch nachvollziehbar....aber schön und erholsam??? Ob es da wohl wirklich so begehrenswert ist, in einem der riesigen herrschaftlichen Anwesen zu wohnen?...
    Ich bin zumindest echt froh, dass ich unbeschadet an den vielen parkenden oder gerade an- oder abfahrenden Luxuskarossen vorbeikomme, keins der vielen über den Weg rennenden Kinder erwische oder sich eine Ladung Eis oder Pommes der vielen unaufmerksamen Badegäste über mich ergießt.
    Einmal muss ich allerdings anhalten. Ich sehe die Alpen! Zwar nur ganz verschwommen im Dunst der Hitze, aber ich sehe sie! Nun bin ich also fast an meinem Ziel angekommen. Zumindest fühlt es sich so an. Mit dem Blick auf die Alpen wird mir klar: nun ist sie fast vorbei, meine Reise...
    Die wenigen Kilometer vom Örtchen Seeshaupt am Südzipfel des Sees bis nach Penzberg, wo Helmis Tochter Annika mit ihrem Freund Moritz wohnt, ein Klacks.
    Doch, Stopp, Was für ein liebevolles Meisterstück! Mit ganz viel Liebe ist am Rande des Weges, zwischen Felder und Wiesen, eine Eisenbahnlandschaft geschaffen worden. Sicherlich ein bisschen in die Jahre gekommen und auch nicht mehr in Betrieb, aber dennoch wunderschön.
    Heute Abend dann noch ein kurzer Fußmarsch zum Biergarten "Gut Hub". Und, ja, da ganz verschwommen ist sie von dort zu erkennen, die Zugspitze!
    So werde ich also morgen zusammen mit Helmi zu meiner letzten Radeletappe meiner Reise aufbrechen...
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    Sabine Ruhmhofer

    Du hast es geschafft,, Gratulation ❤️🍀🍀👍

    6/19/22Reply
    Norbert Pohl

    Super, fast geschafft, gut das du dich nicht gescheut hast dich in Dachau der grausamen NS-Greueltaten zu stellen. Vorübergehen kann auch heißen ignorieren, oder vergessen. Darf nicht sein. Wie ich, vor wenigen Tagen im ehemaligen KZ Sachsenhausen, ist ein Besuch dort auch, Zivilcourage. Ich wünsche euch morgen eine Genussfahrt nach Grainau. Auf das Dach Deutschlands geht's dann, wenn ihr wollt, ohne Rad. Meinen ehrlich gemeinten, tiefsten Respekt vor deiner LEISTUNG. Es wird Dir immer bleiben.

    6/19/22Reply
    Mechtild Heidrich

    Dann wünsche ich dir eine wunderschöne und glückliche letzte Etappe. Die wirst du sicher besonders bewusst genießen 😍

    6/20/22Reply
    5 more comments
     
  • Day347

    Wash day!!

    May 17, 2017 in Germany ⋅ ☀️ 22 °C

    The small pleasures are the best . Field-fresh strawberries direct from the producers and wash day!

    Thankfully we survived the night at the scout campsite. It was a lovely location but the open hut that smelt like it hadnt been used in years was slightly creepy. (I've watched too many "cabin in the woods" style horror films!). Its still fairly cold at night and we're waking up in the morning with so much condensation in the tent that we need to dry everything out before packing it..or at least stopping somewhere nice (like the palace park in Kempten yesterday) to dry it out. Hopefully its just the seasons and that it'll get drier as we get into summer. (Peter is finding it very amusing to blame sweatiness and incontinence for the daily need to dry our the tent...it's not!) We've changed the orientation that we sleep in the tent to see if it helps ventilation, heads at the door end, as well as spanning a bungee at the back of the tent to hold it aloft somewhat. Trials of the road eh!

    The day has also come for me to buy some "practical" sandals to cycle in! Acquired in the children's department of Kern shoe shop in Schongau. Peter is already encouraging me to wear them with socks 😀
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    Robin Sibson

    Sounds brilliant, nice tee shirt Sarah, and sandals !

    5/18/17Reply
     
  • Day21

    Tag 21 - Zusammenfassung

    December 22, 2021 in Germany ⋅ ⛅ -3 °C

    Heute Morgen ging es von den Skiern wieder zurück auf das Rad.
    In der Nachschau war ich überrascht: ich hätte gedacht, dass das Skifahren total locker wird (wegen der starken Beinmuskulatur) aber ich musste lernen, dass beim Radeln doch wieder andere Muskeln im Vordergrund stehen als beim Skifahren. Am ersten Tag Skifahren haben meine Beine sehr sehr wehgetan. Am 2. Tag ging es viel besser.
    Heute hatte ich eine schöne - aber eher unspektakuläre Route mit wenig Höhenmetern. Meine Beine waren gut - sehr gut sogar und ich fühlte mich wirklich fit. Ich hätte bestimmt auch bis Wessling durchziehen können (Marco Pantani Beine / Grüffelo - siehe unten).
    Aber ehrlich gesagt genieße ich es jetzt wirklich sehr noch ganz in Ruhe meinen letzten Nachmittag/Abend dieser 22-tägigen Tour zu begehen und einen persönlichen Abschluss zu finden.
    Und so gibt es bayrische Gasthof-Schmakerl und Kellerbier und gleichzeitig freue ich mich schon sehr auf meine Familie Morgen zum Beginn der Weihnachtszeit…
    Eine unglaublich intensive Zeit geht zu Ende und ich will keinen Tag missen!

    Morgen mehr….
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    Tanja Treisch

    Wir freuen uns auf dich ❤️❤️❤️ Ist dann jetzt auch gut 💋

    12/22/21Reply
     
  • Day22

    Tag 22 - der letzte Tourtag beginnt

    December 23, 2021 in Germany ⋅ ⛅ -5 °C

    … und ich hab immer noch Arschcreme übrig ….

    Marcel Glapski

    Well done, mein Lieber! Die Arschcreme kannst du sicher noch gebrauchen… Frohe Weihnachten 🎄🎁

    12/23/21Reply
     
  • Day24

    Rückflug nach München

    August 31, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 2 °C

    Die Abgabe des Campers ging ohne Probleme über die Bühne.
    Wir sitzen nun am Flughafen es geht leider wieder zurück 😂 diesmal über Island. Aber nicht schlecht, man wird hier mit Livemusik verabschiedet!
    Die Stuppy’s sagen Ciao 👋 Kanada 🇨🇦
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    Christine Angerer

    Wir freuen uns mit Euch, dass Ihr einen superschönen Urlaub hattet und dass wir aus der Ferne mit dabei sein durften. Schön, dass Ihr wieder gut zurückgekommen seid. Welcome back in Allach!

    9/1/18Reply
     
  • Day5

    Wanderung um die Osterseen ab Iffeldorf

    July 31 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C

    Gestern Abend hat sich meine Schwester Annette gemeldet und gefragt, ob wir heute Lust hätten, etwas mit ihr zusammen zu unternehmen. Sowohl Luisa als auch Annette haben diese Wanderung schon unternommen: Die Umrundung der Osterseen ab Iffeldorf, eine schöne Wanderung für die ganze Familie, auch mit Kinderwagen. Sie verläuft auf durchweg guten Wegen und bietet immer wieder eine schöne Aussicht auf die Alpen. Am See selbst geht man zwar nur selten direkt entlang, Natur und Fauna sind aber trotzdem definitiv einen Spaziergang wert. Zudem lädt das “Frohnseestüberl“ am Fohnsee zur Einkehr ein. Unterschätzen sollte man die knapp 11 km lange Wanderung aber dennoch nicht, auch wenn sie fast keine Steigungen besitzt.

    Komoot-link:
    https://www.komoot.de/tour/865894037?ref=itd
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  • Day4

    Silvester

    December 31, 2021 in Germany ⋅ 🌙 7 °C

    Das Silvestermenu hatten wir in unserem Hotel gebucht und geschmacklich war das inklusive der begleitenden Weine seinen Preis wert. Für später hatte man einen DJ für die ersten Neujahrsstunden organisiert und die Räume beleuchtungsmäßig eingefärbt. Mit einigen der übrigen Gäste kamen wir nett ins Gespräch, aber nochmal werden wir Silvester hier sicherlich nicht feiern.Read more

  • Day2

    Am Starnberger See

    December 29, 2021 in Germany ⋅ ☁️ 7 °C

    Nachmittags kamen wir an unserem Domizil für die nächsten vier Tage am südlichen Zipfel des Starnberger Sees an. Das Hotel liegt unmittelbar am See und unser Zimmerausblick ging auch dorthin. Der Service dort war wirklich sehr gut, das Zimmer ebenfalls und das Bett ausgesprochen angenehm. Einen Durchbruch zum Badezimmer kannten wir in der Form bisher noch nicht, aber dadurch wirkte sowohl der Schlafbereich als auch das Badezimmer größer.

    The Starnberg Hideaway / St.-Heinricher-Straße 111 / 82402 Seeshaupt
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  • Day3

    Next Stopp: Starnberger See

    July 23, 2013 in Germany ⋅ ⛅ 30 °C

    Heute soll es an den Starnberger See gehen. Ganz im Süden gibt es ein kleines Örtchen mit dem Namen St. Heinrich und dort haben wir den Campingplatz beim Fischer gebucht. Die Fahrt dauert nicht so lange und wir kommen auch ohne große Staus und Komplikationen dort an. Abgesehen von einer Sache war die Fahrt sogar richtig gut. Rainer kommt mit dem Cookie immer besser zurecht und das Fahren macht uns beiden großen Spaß.

    Auf dem Campingplatz "Beim Fischer" in St. Heinrich (Werbung unbezahlt) haben wir uns ein Plätzchen reserviert.
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Fohn-See

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