• Marc 'im' Polo
February 2025

2025 // Marokko (via Lisabon)

A 15-day adventure by Marc 'im' Polo Read more
  • Trip start
    February 9, 2025

    Stop over @ Lissabon

    February 9 in Portugal ⋅ ☁️ 16 °C

    Ein magischer Abend in Lissabon – Mein Reisebericht

    Es ist später Nachmittag, als mein Flugzeug in Lissabon landet. Die warme Luft empfängt mich, und ich spüre sofort das entspannte Flair dieser Stadt. Ich steige in den Bus und fahre zum Praça dos Restauradores, wo das Leben pulsiert. Von dort lasse ich mich treiben, tauche ein in die engen Gassen der Altstadt und schlendere durch das Viertel São Justa.

    Mein Ziel: der Elevador de Santa Justa. Dieser nostalgische Aufzug, der seit über 100 Jahren die Stadtbewohner befördert, bringt mich nach oben, wo sich mir ein fantastischer Blick über die Dächer Lissabons eröffnet. Die Sonne taucht alles in ein warmes Licht – der perfekte Moment, um kurz innezuhalten.

    Von dort mache ich mich zu Fuß auf den Weg zum Meer. Die Stadt verändert sich mit jedem Schritt: von historischen Fassaden hin zu modernem Hafentreiben. Als ich das Ufer erreiche, bietet sich mir ein unvergesslicher Anblick – die Sonne verschwindet langsam hinter der Ponte 25 de Abril, die im Abendlicht noch mehr an die Golden Gate Bridge erinnert.

    Doch der wahre Zauber beginnt, als ich einen kleinen Park entdecke. Dort spielt eine Straßenband mitreißende Samba-Rhythmen, und die Menschen um mich herum tanzen ausgelassen. Die Energie ist ansteckend, und ich gönne mir ein kühles Bier, während ich die Atmosphäre aufsauge.

    Schließlich mache ich mich auf den Rückweg, schlendere noch einmal durch die beleuchtete Stadt und nehme die Metro zurück zum Flughafen. Dort verbringe ich die Nacht – erfüllt von Eindrücken, Musik und der besonderen Magie Lissabons.

    Ein kurzer Besuch, aber einer, der in Erinnerung bleibt.
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  • TAP Lounge @ Lissabon

    February 10 in Portugal ⋅ ☁️ 12 °C

    Zwischenstopp in Lissabon – Eine Nacht am Flughafen

    Die Nacht am Flughafen von Lissabon zu verbringen, war eine interessante Erfahrung. Während es überall Sitzbänke und Wartebereiche gibt, entdeckte ich im ersten Obergeschoss des großen Saals tatsächlich einige gemütliche Liegen. Sie stehen etwas abseits, was für eine Spur mehr Privatsphäre sorgt – doch ein wirklich erholsamer Schlaf ist es dennoch nicht. Flughäfen sind eben nie ganz still, und die Ankunft neuer Fluggäste reißt einen immer wieder aus dem Dösen.

    Gegen 5:00 Uhr öffnet schließlich die TAP Portugal Lounge – genau zur richtigen Zeit. Ich gönne mir ein ausgiebiges Frühstück, genieße den ersten Kaffee des Tages und lasse die Nacht langsam hinter mir. Die Lounge bietet eine entspannte Atmosphäre, um noch einmal durchzuatmen, bevor es weitergeht.

    Gestärkt und bereit für das nächste Abenteuer mache ich mich schließlich auf den Weg zum Gate. Mein Ziel: Casablanca. Eine neue Stadt, ein neues Kapitel – und ich bin gespannt, was mich dort erwartet.
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  • Da hat wohl jemand seinen Teppich geparkt! 😉

    Casablanca @ Marokko

    February 10 in Morocco ⋅ ☀️ 18 °C

    Casablanca – Mehr als nur ein Name

    Nach einem relativ kurzen Flug lande ich in Casablanca, der größten Stadt Marokkos und dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes. Mit diesem Schritt bewege ich mich von Europa nach Afrika, und schon am Flughafen spüre ich, dass ich mich nun in einer völlig neuen Welt befinde. Casablanca, auch „Dar al-Baida“ genannt, bedeutet übersetzt „das weiße Haus“ – ein Name, der von den strahlend weißen Fassaden vieler Gebäude inspiriert wurde. Die Stadt ist bekannt für ihren geschäftigen Hafen, ihre koloniale Architektur mit französischem Einfluss und ihre Mischung aus Tradition und Moderne.

    Für viele ist Casablanca jedoch auch untrennbar mit dem legendären Hollywood-Klassiker “Casablanca” (1942) verbunden. Der Film mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman zählt zu den größten Werken der Filmgeschichte und erzählt die dramatische Liebesgeschichte zwischen Rick Blaine und Ilsa Lund vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Obwohl der Film den Namen der Stadt trägt, wurde er fast vollständig in den Studios von Warner Bros. in Kalifornien gedreht. Dennoch hat Casablanca durch ihn eine gewisse mythische Aura erhalten – auch wenn sich Fans hier vergeblich auf die Suche nach „Rick’s Café“ aus dem Film machen.

    Auf dem Weg ins Hotel erlebe ich das pulsierende Leben Casablancas hautnah. Der Verkehr wird zunehmend intensiver, und Verkehrsregeln scheinen hier eher als grobe Orientierung zu dienen. Hupen ersetzt den Blinker, und an Kreisverkehren herrscht kreatives Chaos – doch irgendwie funktioniert alles.

    Nach dem Einchecken im Hotel nutze ich die Zeit für einen ersten Erkundungsspaziergang. Gleich um die Ecke entdecke ich einen Souk, auch Medina genannt – das traditionelle Handelsviertel der Stadt. Die Medina von Casablanca ist jünger und geordneter als die verwinkelten Altstädte anderer marokkanischer Städte, aber dennoch voller Leben. Hier wird wirklich alles gehandelt: frischer Fisch, exotische Gewürze, handgefertigte Schuhe, bunte Stoffe und traditionelle Teekannen. Besonders beeindruckend finde ich die winzigen Läden, von denen manche kaum größer als ein Quadratmeter sind – wie der Schuster, der inmitten seiner Lederwaren sitzt. Diese Szenerie erinnert mich an Aladdin und die Märchen aus 1001 Nacht.

    Mein nächstes Ziel ist die imposante Hassan-II.-Moschee, das Wahrzeichen Casablancas und eine der größten Moscheen der Welt. Direkt am Atlantik gelegen, ragt ihr Minarett 210 Meter in den Himmel – das höchste der Welt. Die kunstvolle Architektur mit feinen Mosaiken und Marmorverzierungen fasziniert mich. In der Abendsonne strahlt sie eine fast magische Schönheit aus. Von hier aus spaziere ich weiter entlang der Küste, genieße die frische Meeresbrise und lasse die Eindrücke auf mich wirken.

    Zurück im Hotel treffe ich meine Reisegruppe – eine bunte Mischung aus Australiern, Kanadiern und einem Schweizer. Unterschiedliche Kulturen, verschiedene Geschichten – perfekte Voraussetzungen für spannende Gespräche. Casablanca, das moderne und zugleich traditionelle Herz Marokkos, hat mich bereits in seinen Bann gezogen. Ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen werden. “Here’s looking at you, kid.”

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    Casablanca – Das wirtschaftliche Herz Marokkos

    Casablanca, die größte Stadt Marokkos, ist eine pulsierende Metropole an der Atlantikküste. Sie ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes und bekannt für ihre moderne Architektur, den geschäftigen Hafen und die Mischung aus westlichem Einfluss und marokkanischer Tradition.

    Allgemeine Informationen:
    • Einwohnerzahl: ca. 3,5 Millionen
    • Lage: Westküste Marokkos, direkt am Atlantischen Ozean
    • Bedeutung: Wichtigstes Finanz- und Handelszentrum Marokkos
    • Klima: Mediterran mit milden Wintern und warmen Sommern

    Sehenswürdigkeiten in Casablanca:
    • Hassan-II.-Moschee:
    Die größte Moschee Marokkos und eine der größten der Welt. Sie liegt direkt am Meer und hat mit 210 Metern das höchste Minarett der Welt. Ein Teil der Moschee ragt über das Wasser hinaus, und der Gebetsraum fasst bis zu 25.000 Gläubige.
    • Medina von Casablanca:
    Anders als in Städten wie Marrakesch oder Fès ist die Altstadt von Casablanca vergleichsweise modern und übersichtlicher. Dennoch findet man hier typische Souks mit engen Gassen, kleinen Läden und orientalischem Flair.
    • Corniche Ain Diab:
    Eine beliebte Strandpromenade mit Cafés, Restaurants und Nachtclubs. Hier trifft sich die wohlhabendere Bevölkerung Casablancas zum Flanieren oder für ein Abendessen mit Meerblick.
    • Rick’s Café:
    Ein Restaurant, das dem berühmten Hollywood-Klassiker Casablanca (1942) nachempfunden wurde. Es wurde 2004 eröffnet und zieht viele Filmfans an, obwohl der Film selbst nie in Marokko gedreht wurde.

    Casablanca im Vergleich zu anderen marokkanischen Städten:

    Während Städte wie Marrakesch oder Fès für ihre verwinkelten Altstädte und jahrhundertealten Traditionen bekannt sind, steht Casablanca eher für Moderne, Geschäftswelt und Urbanität. Die Stadt hat eine starke französische Prägung, was sich in der Architektur, den breiten Boulevards und den eleganten Art-déco-Gebäuden zeigt.

    Kulinarische Highlights:

    Casablanca bietet eine vielfältige Gastronomie, von traditionellen Tajines und Couscous bis hin zu moderner internationaler Küche. Besonders beliebt sind frische Fischgerichte, da die Stadt einen der größten Häfen Afrikas hat.

    Casablanca mag nicht so romantisch und mystisch sein wie andere marokkanische Städte, doch sie ist das moderne Gesicht Marokkos – dynamisch, international und voller Kontraste.
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  • Marokkanisches Essen @ Casablanca

    February 10 in Morocco ⋅ 🌙 17 °C

    Erstes marokkanisches Abendessen – Eine kulinarische Entdeckung

    Nach einem ereignisreichen ersten Tag in Casablanca trifft sich unsere Gruppe am Abend, um gemeinsam traditionell marokkanisch essen zu gehen. Die meisten aus der Gruppe sind dabei, und die Stimmung ist gelöst – alle freuen sich darauf, die lokale Küche zu entdecken.

    Ich entscheide mich für ein Chicken Tajine mit Zitrone, eines der bekanntesten Gerichte Marokkos. Tajine ist ein Schmorgericht, das langsam in einem speziellen Tontopf gegart wird. Als das Essen serviert wird, steigt mir sofort der Duft von Gewürzen, Zitronen und zartem Hühnchen in die Nase. Das Fleisch ist unglaublich saftig, und die Kombination aus herzhafter Würze und der leicht säuerlichen Note der eingelegten Zitrone macht das Ganze zu einem echten Geschmackserlebnis.

    Dazu bestelle ich einen Avocado-Orangensaft – eine Kombination, die mich erst einmal stutzen lässt. Avocado und Orange? Das klingt ungewohnt. Doch schon nach dem ersten Schluck bin ich begeistert. Der Saft ist unglaublich cremig, fast wie ein Smoothie, und schmeckt vor allem nach frischer Orange, nur mit einer samtigen, leicht nussigen Note der Avocado. Man kann sich das Ganze wie einen besonders weichen, fast samtigen Orangensaft vorstellen – und es ist überraschend lecker.

    Während wir essen, tauschen wir Reiseerfahrungen aus, lachen viel und genießen die entspannte Atmosphäre des Restaurants. Die marokkanische Gastfreundschaft zeigt sich nicht nur im Essen, sondern auch im freundlichen Service. Nach diesem ersten kulinarischen Erlebnis bin ich gespannt, welche Geschmackswelten Marokko in den nächsten Tagen noch zu bieten hat.
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  • Hassan II. Moschee @ Casablanca

    February 11 in Morocco ⋅ 🌙 13 °C

    Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca: Ein Meisterwerk der islamischen Architektur

    Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca ist eines der beeindruckendsten religiösen Bauwerke der Welt. Mit ihrer majestätischen Architektur, ihrer kulturellen Bedeutung und ihrer Rolle im modernen Marokko zählt sie zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Nordafrikas. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehungsgeschichte, die architektonischen Besonderheiten und die heutige Bedeutung dieses beeindruckenden Bauwerks.

    Die Entstehung der Hassan-II.-Moschee

    Die Moschee wurde auf Wunsch des marokkanischen Königs Hassan II. erbaut, der eine monumentale Stätte schaffen wollte, die Marokkos kulturelle und religiöse Identität widerspiegelt. Die Bauarbeiten begannen 1986 und dauerten bis 1993, sodass die Moschee pünktlich zum 60. Geburtstag des Königs eingeweiht werden konnte. Der Standort wurde bewusst gewählt: Direkt an der Atlantikküste erbaut, steht die Moschee symbolisch auf dem Wasser – eine Anspielung auf den Koranvers, der besagt, dass der Thron Gottes auf dem Wasser errichtet wurde.

    Der Bau stellte eine enorme Herausforderung dar. Tausende Handwerker aus ganz Marokko arbeiteten an den kunstvollen Details, darunter Mosaike, Stuckarbeiten und Holzschnitzereien. Die Finanzierung erfolgte größtenteils durch Spenden aus der Bevölkerung.

    Architektonische Besonderheiten

    Die Hassan-II.-Moschee ist ein wahres Meisterwerk islamischer Architektur
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  • Rabat @ Marokko

    February 11 in Morocco ⋅ ☀️ 18 °C

    Reisebericht: Rabat und die Kasbah des Oudaias

    Ankunft in Rabat

    Rabat, die Hauptstadt Marokkos, liegt an der Atlantikküste und ist eine faszinierende Mischung aus moderner Stadt und historischer Tradition. Im Gegensatz zu den belebteren Metropolen wie Marrakesch oder Fès strahlt Rabat eine gewisse Ruhe aus, während es gleichzeitig eine beeindruckende kulturelle Tiefe bietet.

    Eines der schönsten und historisch bedeutendsten Viertel der Stadt ist die Kasbah des Oudaias, eine Festungsanlage, die hoch über dem Atlantik thront und einen atemberaubenden Blick auf das Meer und den Fluss Bou Regreg bietet.

    Die Lage der Kasbah des Oudaias

    Die Kasbah liegt strategisch günstig auf einer Anhöhe an der Mündung des Bou-Regreg-Flusses, der Rabat von seiner Schwesterstadt Salé trennt. Diese Lage machte sie zu einem wichtigen Verteidigungspunkt, da sie sowohl das Meer als auch den Fluss überblickt. Heute ist sie eine der romantischsten Ecken Rabats und bietet eine wunderbare Mischung aus Geschichte, Kultur und einem einzigartigen Panorama.

    Die Herkunft der Kasbah des Oudaias

    Die Ursprünge der Kasbah gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als die Almoraviden eine Festung errichteten, um die Küste gegen Eindringlinge zu schützen. Später wurde sie von den Almohaden weiter ausgebaut und diente zeitweise als Militärbasis.

    Ihren heutigen Namen erhielt die Kasbah im 17. Jahrhundert, als die berberische Sippe der Oudaias (Udayas) sich hier niederließ. Diese Krieger wurden von den Alawiden, der heutigen Herrscherdynastie Marokkos, als Schutztruppe eingesetzt. Während dieser Zeit diente die Kasbah auch als Zufluchtsort für andalusische Muslime, die nach der Reconquista aus Spanien flohen.

    Ein Spaziergang durch die Kasbah

    Der Eingang zur Kasbah erfolgt durch das imposante Bab Oudaia, ein riesiges Tor aus Sandstein, das ein Meisterwerk der Almohaden-Architektur ist. Dahinter erstrecken sich verwinkelte Gassen mit weiß-blauen Häusern, die an die Architektur von Chefchaouen erinnern.

    Highlights der Kasbah:
    • Die blau-weißen Gassen: Sie verleihen der Kasbah eine malerische Atmosphäre, die fast mediterran wirkt.
    • Der Andalusische Garten: Eine ruhige Oase mit Palmen, Orangenbäumen und kunstvoll gestalteten Brunnen.
    • Das Café Maure: Hier kann man bei einem Glas Minztee den spektakulären Blick auf den Atlantik und die Stadt Salé genießen.
    • Die Aussichtsterrasse (Plateforme du Sémaphore): Ein perfekter Ort, um den Sonnenuntergang über dem Meer zu beobachten.

    Fazit

    Die Kasbah des Oudaias ist eines der Juwelen von Rabat. Sie erzählt die Geschichte von Berberkriegern, andalusischen Flüchtlingen und marokkanischen Dynastien, während sie gleichzeitig einen der schönsten Ausblicke des Landes bietet. Wer Rabat besucht, sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, durch die engen Gassen der Kasbah zu schlendern und die ruhige, fast märchenhafte Atmosphäre dieses einzigartigen Ortes zu genießen.
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  • Unfertige Moschee @ Rabatt

    February 11 in Morocco ⋅ ☀️ 21 °C

    Die Unfertige Moschee und der Hassan-Turm – Ein unvollendetes Meisterwerk

    Die Unfertige Moschee ist eines der eindrucksvollsten Bauprojekte der Almohaden-Dynastie. Sie wurde Ende des 12. Jahrhunderts unter Sultan Yaqoub al-Mansour begonnen, der plante, hier die größte Moschee der islamischen Welt zu errichten. Doch nach seinem Tod im Jahr 1199 wurden die Arbeiten eingestellt, und was übrig blieb, sind die riesigen Säulenstümpfe und der Hassan-Turm, der ursprünglich doppelt so hoch werden sollte.

    Der Hassan-Turm

    Der Hassan-Turm ist das markanteste Relikt der unvollendeten Moschee. Geplant waren 86 Meter Höhe, doch er wurde nur 44 Meter hoch. Trotzdem beeindruckt das Minarett durch seine kunstvollen Almohaden-Ornamente und die massive Bauweise aus rötlichem Sandstein. Besonders faszinierend ist, dass sein Design viele Ähnlichkeiten mit der Giralda in Sevilla und der Koutoubia-Moschee in Marrakesch aufweist – Bauwerke, die zur gleichen Zeit errichtet wurden.

    Die weite Fläche vor dem Turm ist mit unzähligen Säulenfragmenten bedeckt, die einst die Gebetshalle stützen sollten. Beim Spaziergang durch diese Ruinen kann man erahnen, wie monumental die Moschee hätte werden sollen.

    Das Mausoleum von Mohammed V – Ein Ort der Würde und Stille

    Direkt neben den Ruinen der Moschee befindet sich das prächtige Mausoleum von Mohammed V, eines der wichtigsten Bauwerke des modernen Marokkos. Hier ruhen König Mohammed V, der als Vater der Unabhängigkeit des Landes gilt, sowie seine beiden Söhne, König Hassan II und Prinz Abdallah.

    Das Mausoleum wurde in den 1960er Jahren errichtet und verbindet marokkanische Tradition mit beeindruckender Handwerkskunst:
    • Die Außenfassade besteht aus weißem Marmor, kunstvoll verziert mit geometrischen Mustern.
    • Das Dach ist mit grünen Ziegeln gedeckt, der symbolischen Farbe des Islam.
    • Im Inneren beeindrucken die mit Gold und Mosaiken verzierten Wände, die ein Gefühl von Erhabenheit vermitteln.

    Im Inneren des Mausoleums herrscht eine respektvolle Stille. Die Grabmäler liegen in der Mitte der Halle, umgeben von kunstvollen Säulen und goldenen Verzierungen. Besucher können die Gräber von einer erhöhten Galerie aus betrachten, während marokkanische Wachposten in traditioneller Uniform das Mausoleum bewachen.

    Ein Ort zwischen Vergangenheit und Gegenwart

    Der Kontrast zwischen der unvollendeten Moschee und dem perfekten Mausoleum macht diesen Ort besonders faszinierend. Während der Hassan-Turm an eine ambitionierte, aber unvollendete Vision erinnert, symbolisiert das Mausoleum den vollendeten Traum eines modernen Marokkos.

    Ein Besuch dieser Stätte ist ein Muss für jeden, der die Geschichte und Kultur Marokkos verstehen möchte. Die ruhige, fast meditative Atmosphäre lädt dazu ein, innezuhalten und die Schönheit und Bedeutung dieses historischen Ortes zu würdigen.
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  • Meknes @ Marokko

    February 11 in Morocco ⋅ ☀️ 21 °C

    Meknès – Die unterschätzte Königsstadt Marokkos

    Einleitung

    Meknès, eine der vier historischen Königsstädte Marokkos, steht oft im Schatten von Marrakesch oder Fès. Doch wer die Stadt besucht, entdeckt ein faszinierendes Erbe aus der Zeit des Sultans Moulay Ismail, beeindruckende Stadtmauern, prachtvolle Tore und eine entspannte Atmosphäre.

    Die Geschichte von Meknès

    Meknès wurde im 11. Jahrhundert von den Almoraviden gegründet, doch ihre Blütezeit begann Ende des 17. Jahrhunderts unter Moulay Ismail (1672–1727), einem der mächtigsten Sultane Marokkos. Er machte Meknès zu seiner Hauptstadt und ließ massive Stadtmauern, prächtige Paläste und gewaltige Speicher errichten. Wegen der monumentalen Architektur wird Meknès oft als das „Versailles von Marokko“ bezeichnet.

    Die Sehenswürdigkeiten von Meknès

    1. Bab Mansour – Das beeindruckendste Stadttor Marokkos

    Das Bab Mansour ist eines der prächtigsten Stadttore Nordafrikas. Mit seinen grünen und weißen Mosaiken, massiven Holztüren und kunstvollen arabischen Inschriften ist es ein Meisterwerk der maurischen Architektur. Das Tor diente als Haupteingang zur königlichen Stadt und sollte die Macht Moulay Ismails demonstrieren.

    2. Die Medina von Meknès

    Die Medina von Meknès gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und bietet ein authentisches marokkanisches Erlebnis. Enge Gassen, traditionelle Märkte (Souks) und historische Moscheen prägen das Stadtbild. Besonders sehenswert ist die Große Moschee von Meknès, die aus dem 12. Jahrhundert stammt.

    3. Der Königspalast (Dar El Makhzen) und die königlichen Ställe

    Der Palast von Moulay Ismail ist heute nicht öffentlich zugänglich, doch seine riesigen königlichen Ställe (Heri es-Souani) sind eine beeindruckende Sehenswürdigkeit. Diese ehemaligen Kornspeicher und Pferdeställe konnten bis zu 12.000 Pferde beherbergen und sind ein Meisterwerk der damaligen Baukunst.

    4. Mausoleum von Moulay Ismail

    Moulay Ismail ließ sich in einem prachtvollen Mausoleum beisetzen, das auch für Nicht-Muslime zugänglich ist. Das Mausoleum besticht durch kunstvolle Kalligrafien, prächtige Fliesenarbeiten und eine ruhige, spirituelle Atmosphäre.

    Fazit

    Meknès ist eine Stadt voller Geschichte, Kultur und beeindruckender Architektur. Trotz ihrer Bedeutung als Königsstadt bleibt sie oft von Touristen übersehen – ein echter Geheimtipp für Reisende, die das authentische Marokko erleben wollen. Wer Marrakesch und Fès besucht, sollte Meknès nicht verpassen!
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  • Römische Ruinen @ Moulay Idris

    February 12 in Morocco ⋅ ⛅ 12 °C

    Die Römischen Ruinen von Moulay Idris: Ein Fenster in die Antike

    Marokko ist reich an historischen Schätzen, und eines der faszinierendsten Relikte der römischen Vergangenheit des Landes findet sich in der Nähe der heiligen Stadt Moulay Idris: die antiken Ruinen von Volubilis. Diese beeindruckende archäologische Stätte bietet einen einzigartigen Einblick in die römische Präsenz in Nordafrika und zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Geschichte von Volubilis

    Volubilis wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Berbern gegründet, bevor es unter Karthago und später unter römischer Herrschaft florierte. Während der römischen Besatzung, die im 1. Jahrhundert n. Chr. begann, entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Verwaltungszentrum der Provinz Mauretania Tingitana. Sie profitierte von ihrer strategischen Lage und der fruchtbaren Umgebung, die den Anbau von Getreide, Oliven und Wein ermöglichte – wichtige Exportgüter für das Römische Reich.

    Im 3. Jahrhundert n. Chr. zog sich Rom schrittweise aus der Region zurück, und Volubilis wurde schließlich von lokalen Berberdynastien übernommen. Dennoch blieben die römischen Bauten erhalten und wurden über Jahrhunderte hinweg weitergenutzt.

    Architektonische Höhepunkte

    Die Ruinen von Volubilis sind bemerkenswert gut erhalten und geben einen faszinierenden Einblick in das Leben einer römischen Provinzstadt. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören:
    • Das Kapitol: Dieser monumentale Tempel war Jupiter, Juno und Minerva gewidmet – den Hauptgöttern des römischen Pantheons.
    • Das Forum: Das politische und wirtschaftliche Zentrum der Stadt, umgeben von den Überresten wichtiger Verwaltungsgebäude.
    • Der Triumphbogen des Caracalla: Ein imposantes Bauwerk, das zu Ehren des römischen Kaisers Caracalla errichtet wurde, der den Bewohnern von Volubilis das römische Bürgerrecht verlieh.
    • Prächtige Villen mit Mosaiken: Einige der Häuser wohlhabender Bürger enthalten noch heute gut erhaltene Bodenmosaike, die Szenen aus der römischen Mythologie darstellen.

    Moulay Idris und die islamische Ära

    Nach dem Niedergang von Volubilis gewann die nahegelegene Stadt Moulay Idris an Bedeutung. Sie wurde im 8. Jahrhundert vom arabischen Herrscher Idris I. gegründet, dem Begründer der ersten islamischen Dynastie Marokkos. Während Volubilis als Steinbruch für Moulay Idris diente, blieben viele der römischen Bauwerke weitgehend intakt.

    Bedeutung und Erhalt

    Volubilis ist heute eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Marokkos. Seit 1997 steht sie unter dem Schutz der UNESCO. Archäologen haben große Teile der Stadt ausgegraben und restauriert, doch viele Geheimnisse bleiben noch verborgen.

    Für Besucher ist Volubilis eine eindrucksvolle Zeitreise in die Vergangenheit, die sowohl die römische als auch die marokkanische Geschichte widerspiegelt. Wer Moulay Idris besucht, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese antiken Ruinen zu erkunden und die atemberaubende Landschaft zu genießen, in der sie liegen.
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  • Irgendwo @ Marokko

    February 12 in Morocco ⋅ ⛅ 17 °C

    Eine Reise durch das überraschend grüne Nordmarokko

    Auf dem Weg von Moulay Idris nach Chefchaouen legen wir eine Pause für ein Mittagessen ein. Der Weg selbst scheint zunächst wenig spektakulär, doch jedes Mal überrascht er mich aufs Neue.

    Während die Straße sich durch die Hügel schlängelt, wechseln sich weite Felder mit kleinen Dörfern ab. Ich sehe Bauern, die mit Pferden ihre Äcker bestellen, und Menschen, die Waren mit Eseln transportieren – ein Bild, das eine fast zeitlose Atmosphäre ausstrahlt. Es ist eine Szenerie, die in Europa längst verschwunden ist, hier aber noch Teil des Alltags ist.

    Was mich jedoch am meisten beeindruckt, ist die Landschaft selbst. Entgegen der weit verbreiteten Vorstellung, dass Marokko vor allem aus Wüste und kargen Gegenden besteht, erstrecken sich hier saftige grüne Hügel. Die üppige Vegetation, das sanfte Auf und Ab der Felder und die verstreuten Bauernhöfe erinnern mich entfernt an das Allgäu.

    Es ist diese Mischung aus Vertrautem und Fremdem, aus traditionellem Leben und beeindruckender Natur, die diesen Weg für mich jedes Mal zu etwas Besonderem macht. In einer ruhigen Ecke setzen wir uns schließlich für ein einfaches, aber köstliches Mittagessen hin – ein Moment der Ruhe, bevor wir unsere Reise nach Chefchaouen fortsetzen.
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  • Chefchaouen @ Marokko

    February 12 in Morocco ⋅ ☀️ 13 °C

    Chefchaouen – Die Blaue Perle Marokkos

    Chefchaouen, oft als die “Blaue Perle” Marokkos bezeichnet, ist eine malerische Stadt im Norden des Landes, eingebettet in die Ausläufer des Rif-Gebirges. Bekannt für ihre charakteristischen blau getünchten Häuser, zieht die Stadt jährlich Tausende von Besuchern an. Doch hinter der beeindruckenden Kulisse steckt eine faszinierende Geschichte, die Chefchaouen zu einem einzigartigen kulturellen und historischen Reiseziel macht.

    Gründung und frühe Geschichte

    Chefchaouen wurde im Jahr 1471 von Moulay Ali Ben Rachid gegründet, einem marokkanischen Herrscher, der die Stadt als Festung gegen portugiesische Invasoren errichten ließ. Aufgrund ihrer strategischen Lage diente Chefchaouen als Verteidigungsstützpunkt gegen europäische Eindringlinge und spielte eine wichtige Rolle im Widerstand gegen die christlichen Königreiche der Iberischen Halbinsel.

    Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadt zu einem Zufluchtsort für muslimische und jüdische Flüchtlinge, insbesondere nach der Reconquista Spaniens im 15. und 16. Jahrhundert. Diese andalusischen Einwanderer brachten ihre Architektur, Kultur und Handwerkskunst mit, die Chefchaouen bis heute prägen.

    Die Bedeutung der blauen Farbe

    Eine der faszinierendsten Fragen rund um Chefchaouen ist die Bedeutung der blauen Farbe, die sich in der gesamten Medina findet. Es gibt verschiedene Theorien darüber, warum die Häuser blau gestrichen wurden. Einige glauben, dass die Farbe ursprünglich von jüdischen Flüchtlingen eingeführt wurde, um an den Himmel und das Göttliche zu erinnern. Andere vermuten, dass das Blau Mücken fernhält oder die Häuser in der Sommerhitze kühler erscheinen lässt.

    Unabhängig von ihrer Herkunft hat die blaue Farbgebung Chefchaouen zu einer der fotogensten Städte Marokkos gemacht und ihre Bekanntheit in den letzten Jahrzehnten stark erhöht.

    Moderne Entwicklung und Tourismus

    Heute hat sich Chefchaouen von einer abgelegenen Bergstadt zu einem der beliebtesten Reiseziele Marokkos entwickelt. Die Stadt zieht sowohl Kulturreisende als auch Naturfreunde an, die das umliegende Rif-Gebirge erkunden möchten.

    Der Tourismus ist inzwischen eine der wichtigsten wirtschaftlichen Säulen Chefchaouens. Hotels, Restaurants und Souvenirläden profitieren von den zahlreichen Besuchern, die durch die engen Gassen schlendern, traditionelle Märkte besuchen oder die Aussicht von der Kasbah genießen. Besonders beliebt sind handgefertigte Teppiche, Töpferwaren und Gewürze, die von lokalen Händlern verkauft werden.

    Ein weiterer Tourismusfaktor ist das entspannte Flair der Stadt, das sie von hektischeren Orten wie Marrakesch oder Fès unterscheidet. Viele Reisende schätzen Chefchaouen als Rückzugsort, um die Ruhe und Schönheit der Umgebung zu genießen.

    Herausforderungen und Zukunftsaussichten

    Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs bringt der Massentourismus auch Herausforderungen mit sich. Die steigenden Besucherzahlen führen zu einem wachsenden Bedarf an Infrastruktur und nachhaltigen Tourismuskonzepten, um die Authentizität der Stadt zu bewahren. Einige Einheimische befürchten, dass Chefchaouen seine traditionelle Identität verlieren könnte, wenn der Tourismus unkontrolliert weiterwächst.

    Dennoch bleibt die Stadt ein einzigartiges Ziel für Reisende, die sich von der Schönheit und Geschichte dieses außergewöhnlichen Ortes verzaubern lassen möchten. Chefchaouen ist und bleibt ein Symbol für die kulturelle Vielfalt und die faszinierende Vergangenheit Marokkos.
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  • Marokkanischer Abend @ Chefchaouen

    February 12 in Morocco ⋅ 🌙 10 °C

    Traditionelle marokkanische Musik mit Kastagnetten und das berühmte Gericht Tagine

    Marokko ist ein Land voller kultureller Vielfalt, geprägt von arabischen, berberischen und andalusischen Einflüssen. Besonders in der Musik und in der Küche spiegeln sich diese Traditionen wider. Ein faszinierendes Element der marokkanischen Musik ist die Verwendung von Kastagnetten, während das berühmte Gericht Tagine ein kulinarisches Symbol des Landes ist.

    Die traditionelle marokkanische Musik mit Kastagnetten

    In der marokkanischen Musik spielen Kastagnetten eine bedeutende Rolle, insbesondere in der traditionellen Musik der Gnawa-Kultur. Die Krakebs (auch “Qraqeb” genannt) sind große Metallkastagnetten, die von Gnawa-Musikern verwendet werden, um rhythmische Klänge zu erzeugen.

    Die Bedeutung der Gnawa-Musik

    Die Gnawa-Musik stammt ursprünglich von westafrikanischen Sklaven, die nach Marokko gebracht wurden. Sie verbindet spirituelle Gesänge mit hypnotischen Rhythmen und wird oft in Lilas (nächtlichen Zeremonien) gespielt, die der Heilung und Trance dienen. Dabei wird das rhythmische Klappern der Krakebs von der Guembri (einer dreisaitigen Basslaute) begleitet, während Sänger religiöse und mystische Texte vortragen.

    Weitere Musikrichtungen mit Kastagnetten

    Neben den Gnawa-Rhythmen kommen Kastagnetten auch in anderen marokkanischen Musikstilen zum Einsatz, etwa in der Berber-Musik aus dem Atlasgebirge oder in festlichen Chaabi-Musikensembles. Bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten begleiten Krakebs oft Trommeln und Saiteninstrumente und sorgen für eine mitreißende Atmosphäre.

    Tagine – das Herz der marokkanischen Küche

    Kein Besuch in Marokko ist komplett, ohne eine Tagine zu probieren. Dieses traditionelle Schmorgericht wird in einem speziellen Tongefäß mit kegelförmigem Deckel zubereitet, das ebenfalls Tagine genannt wird.

    Die Zubereitung und Variationen der Tagine

    Die Zubereitung einer Tagine ist ein langsamer Prozess, bei dem Fleisch, Fisch oder Gemüse zusammen mit Gewürzen, Olivenöl und oft auch getrockneten Früchten über Stunden hinweg geschmort werden.

    Einige der beliebtesten Tagine-Varianten sind:
    • Tagine mit Lamm und Pflaumen – eine süß-herzhafte Kombination mit Zimt, Mandeln und Honig.
    • Tagine mit Hühnchen und Zitronen – gewürzt mit eingelegten Zitronen und grünen Oliven.
    • Vegetarische Tagine – mit Kichererbsen, Karotten, Zucchini und Tomaten.

    Die lange Garzeit sorgt dafür, dass die Aromen sich intensiv entfalten und das Fleisch besonders zart wird. Traditionell wird Tagine mit Brot serviert, das als Löffelersatz dient.

    Musik und Essen – ein kulturelles Erlebnis

    In Marokko sind Musik und Essen untrennbar miteinander verbunden. Ob auf einem traditionellen Markt, in einem Riad oder bei einem festlichen Anlass – während der Duft von Gewürzen durch die Luft zieht, begleiten die rhythmischen Klänge der Kastagnetten oft die kulinarischen Genüsse.

    Diese einzigartigen Traditionen machen Marokko zu einem faszinierenden Land, in dem Klänge und Geschmäcker die Sinne gleichermaßen verzaubern.
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  • 2. Rundgang @ Chefchaouen

    February 13 in Morocco ⋅ ☀️ 10 °C

    Die Bedeutung der blauen Farbe in Chefchaouen, Marokko

    Chefchaouen, auch bekannt als die „Blaue Perle Marokkos“, ist eine der faszinierendsten Städte Nordafrikas. Besonders markant ist die durchgängige blaue Farbgebung der Häuser, Gassen und Innenhöfe. Die Ursprünge dieser Tradition sind nicht eindeutig geklärt, doch es gibt mehrere Theorien darüber, warum Blau zur dominierenden Farbe der Stadt wurde. Eine der häufigsten Erklärungen besagt, dass jüdische Flüchtlinge, die im 15. Jahrhundert vor der spanischen Inquisition nach Chefchaouen flohen, die blaue Farbe als Symbol für den Himmel und die göttliche Präsenz einführten. Eine weitere Theorie besagt, dass die blaue Farbe ursprünglich zur Abwehr von Insekten und zur Kühlung der Gebäude in den heißen Sommermonaten genutzt wurde. Heute ist die blaue Farbgebung vor allem ein ästhetisches Markenzeichen der Stadt und eine der Hauptattraktionen für Touristen aus aller Welt.

    Die Kasbah – Die Burg im Zentrum von Chefchaouen

    Im Herzen der Medina von Chefchaouen befindet sich die historische Kasbah, eine beeindruckende Festung, die im 15. Jahrhundert von Moulay Ali Ben Rachid erbaut wurde. Die Kasbah diente ursprünglich als Verteidigungsanlage gegen portugiesische Invasoren und später als Verwaltungszentrum. Sie zeichnet sich durch hohe Lehmmauern, Türme und einen großen Innenhof mit üppigen Gärten aus. Innerhalb der Kasbah befindet sich heute ein kleines ethnografisches Museum, das die Geschichte Chefchaouens und die kulturelle Vielfalt der Region dokumentiert. Von den Türmen der Kasbah aus bietet sich zudem ein spektakulärer Blick über die blaue Stadt und das umliegende Rif-Gebirge. Die Kasbah bildet damit nicht nur ein historisches Zentrum, sondern auch einen wichtigen kulturellen Ankerpunkt für Chefchaouen.
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  • Chicken Pie @ Fés

    February 13 in Morocco ⋅ 🌙 16 °C

    Pastilla – Die süß-herzhafte Spezialität aus Fès

    Fès ist nicht nur für seine beeindruckende Medina bekannt, sondern auch für seine außergewöhnliche Küche. Eines der berühmtesten Gerichte, das in dieser Stadt seinen Ursprung hat, ist Pastilla – eine Blätterteigpastete, die als „Chicken Pie“ Fès’ bekannt ist. Dieses Gericht vereint auf einzigartige Weise süße und herzhafte Aromen, was typisch für die marokkanische Küche ist.

    Die Geschichte von Pastilla

    Pastilla hat ihre Wurzeln in der andalusischen Küche und wurde vermutlich von muslimischen Flüchtlingen nach Marokko gebracht. Besonders in Fès hat sich dieses Gericht zu einer echten Delikatesse entwickelt. Traditionell wurde Pastilla mit Taubenfleisch zubereitet, doch heute wird meist Huhn verwendet, da es leichter verfügbar ist.

    Zubereitung und Zutaten

    Pastilla besteht aus mehreren hauchdünnen Teigschichten, die mit einer würzigen Fleischfüllung gefüllt sind. Die Hauptzutaten sind:
    • Hühnerfleisch (langsam gegart mit Safran, Ingwer, Kurkuma und anderen Gewürzen)
    • Zwiebeln und frische Kräuter (Koriander und Petersilie)
    • Eier, die in die Sauce eingerührt werden, um sie einzudicken
    • Geröstete Mandeln, die mit Zucker und Zimt gemahlen werden
    • Warqa-Teig
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  • Fés @ Marokko

    February 14 in Morocco ⋅ ☀️ 9 °C

    Der Königspalast von Fès, das jüdische Viertel und die Festungsanlagen – Ein Blick auf die Geschichte und Architektur von Fès

    Fès, eine der ältesten und kulturell reichsten Städte Marokkos, beeindruckt nicht nur mit ihrer verwinkelten Medina, sondern auch mit prächtigen Palästen, historischen Stadtvierteln und mächtigen Festungsanlagen. Drei besondere Orte erzählen die Geschichte dieser faszinierenden Stadt: der Königspalast von Fès (Dar el-Makhzen), das jüdische Viertel (Mellah) und die Burganlagen, die majestätisch über der Stadt thronen.

    Der Königspalast von Fès (Dar el-Makhzen)

    Der Dar el-Makhzen, der Königspalast von Fès, ist eine der imposantesten und prächtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Obwohl der Palast selbst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, zieht allein sein monumentales Eingangsportal Besucher in den Bann.

    Architektur und Bedeutung

    Das Highlight des Königspalastes sind die sieben vergoldeten Bronzetore, die mit filigranen Mustern und Mosaiken verziert sind. Diese Tore symbolisieren die sieben Tore des Paradieses im Islam und führen in eine weitläufige Palastanlage, die Gärten, Innenhöfe und prunkvolle Empfangssäle umfasst. Der Palast dient noch heute als offizielle Residenz des marokkanischen Königs, wenn er Fès besucht
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  • Mosaik @ Fés

    February 14 in Morocco ⋅ ☀️ 12 °C

    Die Kunst der Mosaike und Töpferwaren in Fès – Traditionelles Handwerk aus Marokko

    Fès ist nicht nur das kulturelle Herz Marokkos, sondern auch ein Zentrum für traditionelles Kunsthandwerk. Besonders berühmt ist die Stadt für ihre filigranen Zellij-Mosaike und ihre meisterhaft gefertigten Töpferwaren. Beide Handwerke haben eine jahrhundertealte Tradition und werden noch heute in kleinen Werkstätten mit viel Geduld und handwerklichem Geschick hergestellt.

    Die Kunst der Zellij-Mosaike – Wie entstehen sie?

    Zellij-Mosaike sind eines der beeindruckendsten Merkmale marokkanischer Architektur. Man findet sie in Palästen, Moscheen, Springbrunnen und Riads. Die Herstellung dieser kunstvollen Muster erfordert viel Präzision und wird von Hand ausgeführt.

    Schritt 1: Herstellung der Tonfliesen

    Zunächst wird Ton aus den umliegenden Regionen von Fès gewonnen, mit Wasser vermischt und in Formen gepresst. Nach dem Trocknen werden die Fliesen in traditionellen Öfen gebrannt.

    Schritt 2: Glasieren und Bemalen

    Nach dem Brennen werden die Fliesen mit einer speziellen Glasur überzogen und in kräftigen Farben wie Blau, Grün, Gelb oder Weiß bemalt. Diese Farben haben symbolische Bedeutungen: Blau steht für den Himmel und das Wasser, Grün für den Islam, Gelb für Reichtum und Weiß für Reinheit.

    **Schritt 3: Zuschneiden
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  • Medina @ Fés

    February 14 in Morocco ⋅ ☀️ 16 °C

    Die Medina von Fès – Ein Labyrinth voller Geheimnisse und Handwerkskunst

    Fès, eine der ältesten Städte Marokkos, ist bekannt für ihre beeindruckende Medina, die als eine der größten und am besten erhaltenen Altstädte der arabischen Welt gilt. Ein Spaziergang durch die engen, verwinkelten Gassen ist wie eine Reise in die Vergangenheit – voller faszinierender Entdeckungen, intensiver Gerüche und beeindruckender Handwerkskunst.

    Ein Labyrinth aus Gassen und Eindrücken

    Schon nach wenigen Schritten in der Medina wird klar: Dies ist kein gewöhnlicher Stadtrundgang. Die Gassen sind extrem schmal, teils nur so breit wie meine Schultern. Manche Passagen sind dunkel und abschreckend, andere öffnen sich plötzlich zu kleinen Plätzen voller Leben. Wer nicht aufmerksam seiner Gruppe folgt, kann sich leicht verirren – die Medina ist ein echtes Labyrinth, in dem Orientierung schwerfällt.

    Doch trotz der Enge herrscht eine angenehme Kühle in den Straßen, die von den hohen Lehmmauern verstärkt wird. Die Luft ist erfüllt von einer Mischung aus Gewürzen, Leder, frischem Brot – und manchmal auch weniger angenehmen Gerüchen.

    Verborgene Schätze hinter unscheinbaren Türen

    Eines der faszinierendsten Dinge an der Medina ist, dass ihr wahres Gesicht oft hinter den Türen verborgen liegt. Von außen wirken die meisten Gebäude schlicht, fast abweisend. Doch sobald sich eine Tür öffnet, offenbart sich eine Welt voller Kunst und Geschichte: prächtige Innenhöfe, geschmückt mit kunstvollen Mosaiken, versteckte Moscheen und traditionelle Wohnhäuser mit aufwendig verzierten Holzdecken.

    Der Grund dafür liegt in der marokkanischen Bauweise, die auf Bescheidenheit nach außen und Pracht nach innen setzt. Niemand soll von außen erkennen können, ob sich hinter einer Tür Reichtum oder Einfachheit verbirgt. Auch die traditionellen Türen haben eine besondere Bedeutung: Viele besitzen zwei Eingänge – eine kleinere Tür für den persönlichen Gebrauch und eine größere, die für Gäste oder früher sogar für Pferde genutzt wurde.

    Handwerkskunst hautnah erleben

    Ein wichtiger Teil der Medina sind die zahlreichen Handwerksbetriebe, die bis heute mit traditionellen Techniken arbeiten. Auf unserem Weg durch die Altstadt besuchten wir zwei der wichtigsten Produktionsstätten:

    1. Die Gerbereien – Traditionelle Lederherstellung

    Fès ist weltberühmt für sein Lederhandwerk. In den traditionellen Gerbereien wird Leder auf eine jahrhundertealte Weise verarbeitet – mit natürlichen Zutaten wie Taubenkot, Kalk und pflanzlichen Farbstoffen. Der Geruch in den Gerbereien ist intensiv, fast überwältigend, aber das Handwerk dahinter ist beeindruckend. Die Lederhäute werden in großen Becken gefärbt und anschließend zu Taschen, Schuhen oder Jacken verarbeitet.

    2. Die Weberei – Kunstvolle Teppiche und Schals

    In einer der lokalen Webereien bekamen wir einen Einblick in die Herstellung traditioneller marokkanischer Teppiche und Seidenschals. An großen Webstühlen entstehen mit präziser Handarbeit kunstvolle Muster, oft in leuchtenden Farben. Die feinen Schals werden aus Kaktusseide gefertigt, einer speziellen Faser aus den Blättern der Agavenpflanze.

    Natürlich folgte in beiden Manufakturen eine Verkaufsveranstaltung, bei der die handgefertigten Produkte angepriesen wurden. Auch wenn man nicht unbedingt etwas kaufen möchte, gehört dieses Erlebnis einfach dazu – schließlich ist Handel das Herz der Medina.

    Fazit

    Ein Spaziergang durch die Medina von Fès ist ein intensives Erlebnis. Die engen Gassen, die verborgenen Schätze hinter den Türen und das traditionsreiche Handwerk machen sie zu einem der faszinierendsten Orte Marokkos. Hier fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt – in eine Welt, in der Geschichte, Kultur und Handwerkskunst noch heute lebendig sind.
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  • Ifran @ Marokko

    February 15 in Morocco ⋅ ☁️ 12 °C

    Ifrane – Die saubere Oase Marokkos

    Unsere Reise nach Ifrane in Marokko fühlt sich an wie ein kleiner Kulturschock – allerdings in eine unerwartete Richtung. Während man in vielen marokkanischen Städten auf lebendiges Chaos, enge Gassen und geschäftige Märkte trifft, erwartet uns hier das völlige Gegenteil: breite Straßen, gepflegte Gehwege, Radwege und eine makellose Parkanlage.

    Oft wird Ifrane als das „Schweiz Marokkos“ bezeichnet, aber dieser Vergleich fühlt sich für mich nicht ganz passend an. Stattdessen erinnert mich das Stadtbild eher an eine ordentliche deutsche Kleinstadt. Die Architektur ist geprägt von Häusern mit spitzen Dächern, was in einem Land mit überwiegend flachen Dachstrukturen auffällt. Alles wirkt geplant, strukturiert und vor allem extrem sauber – kein Müll weit und breit.

    Ifrane wirkt fast surreal – als wäre man für einen Moment aus Marokko herausgetreten und in eine andere Welt eing
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  • On the way @ Marokko

    February 15 in Morocco ⋅ ☁️ 12 °C

    Durch den Mittleren Atlas – Schnee, Schlitten und wilde Affen

    Unsere Reise durch den Mittleren Atlas führte uns auf eine kurvenreiche Straße, die sich durch dichte Zedernwälder schlängelte. Die Luft wurde kühler, und plötzlich sahen wir am Straßenrand eine Vielzahl von Reisebussen, aus denen Scharen von Menschen ausstiegen. Sie alle hatten ein gemeinsames Ziel: ein winziges Stück Schnee, das sich auf einer Anhöhe gehalten hatte.

    Die Begeisterung war riesig. Kinder und Erwachsene rutschten auf allem, was irgendwie als Schlitten taugte – Plastiktüten, Kartonreste oder improvisierte Holzgestelle. Das Schneefeld war klein, doch die Freude darüber umso größer. Immer wieder rannten die Kinder den Hang hinauf, um sich erneut in die Tiefe zu stürzen. Für viele von ihnen war es vermutlich die einzige Gelegenheit im Jahr, Schnee zu erleben.

    Während wir dieses bunte Treiben beobachteten, bemerkten wir eine Gruppe Berberaffen in den Bäumen und am Straßenrand. Die Makaken, die hier im Mittleren Atlas heimisch sind, schienen sich längst an die Menschen gewöhnt zu haben. Doch anstatt sich aus sicherer Distanz zu beobachten, wagten sich viele Tiere immer näher heran – angelockt von den Leckereien, die ihnen angeboten wurden. Touristen und Einheimische reichten ihnen Nüsse, Obst und sogar Brot. Einige Affen streckten fast fordernd die Hände aus, andere kletterten auf Autodächer in der Hoffnung, noch mehr Futter zu ergattern. Was einst scheue Waldbewohner waren, wurde durch die ständige Fütterung immer zutraulicher – eine faszinierende, aber auch bedenkliche Entwicklung.

    So setzten wir unsere Fahrt fort, mit dem Eindruck eines unerwarteten Winterspektakels und einer Begegnung mit Tieren, die auf ihre ganz eigene Weise Teil dieser Szenerie geworden waren. Der Mittlere Atlas hatte uns einmal mehr gezeigt, wie überraschend und vielfältig Marokko sein kann.
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  • Kleines Dorf @ Marokko

    February 15 in Morocco ⋅ ☁️ 13 °C

    Ein Besuch im ursprünglichen Marokko

    Heute führte uns unsere Reise in ein kleines, ursprüngliches Dorf im Mittleren Atlas. Schon von weitem sahen wir die einfachen, aber charmanten Häuser, die auf einer Steinmauer errichtet und mit einem Strohlehmgemisch nach oben gezogen waren. Die meisten Gebäude waren zweigeschossig mit Flachdächern – eine Bauweise, die sich über Jahrhunderte bewährt hat. Uns wurde erklärt, dass im Winter das untere Stockwerk als Stall dient, während die Familie im oberen Geschoss lebt, um die Wärme der Tiere zu nutzen.

    Während wir durch das Dorf schlenderten, begegneten uns neugierige Blicke. Es war schnell klar, dass hier nicht oft Reisende vorbeikamen. Doch anstatt uns fremd zu fühlen, wurden wir herzlich empfangen. Eine Familie lud uns ein, ihr Haus von innen zu besichtigen. Im schlichten Gastraum gab es kaum Möbel – nur ein paar Sitzgelegenheiten entlang der Wände. Doch es war gemütlich, und bald wurde uns süßer Minztee und kleine Gebäckstücke serviert.

    Während wir saßen und unser Guide uns von den Gepflogenheiten des Dorfes erzählte, hörten wir draußen Kinderstimmen. Neugierig warfen wir einen Blick nach draußen – eine Gruppe Kinder hatte sich versammelt und beobachtete uns mit scheuem Lächeln. Schnell wurde klar, dass wir für sie eine kleine Attraktion waren. Als wir uns wieder auf den Weg machten, begleiteten sie uns fröhlich durch die Gassen

    Es war ein kurzer, aber intensiver Einblick in das ländliche Leben Marokkos. Die Einfachheit, mit der die Menschen hier lebten, beeindruckte mich ebenso wie ihre Gastfreundschaft. Als wir das Dorf verließen, fühlte ich mich bereichert – nicht durch materielle Dinge, sondern durch die Begegnungen, die diesen Tag so besonders gemacht hatten.
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  • Riad @ Marokko

    February 16 in Morocco ⋅ ☁️ 3 °C

    Überraschungen im Schnee – Ein Morgen in Marokko

    Die Nacht verbrachten wir in einem wunderschönen Riad, einem dieser traditionellen marokkanischen Häuser mit Innenhof, kunstvollen Fliesen und warmem Licht. Nach einem langen Reisetag war es der perfekte Ort zum Entspannen.

    Am Morgen erwartete uns jedoch eine Überraschung: Schnee. Ich traute meinen Augen kaum, als ich aus dem Fenster blickte. Dicke Flocken wirbelten durch die Luft, tanzten um die Palmen im Innenhof und verwandelten die sonst so warmen Erdtöne des Riad in ein flüchtiges Winterbild. Es war ein stattliches Schneetreiben, das alles in einen frostigen Schleier hüllte – doch liegen blieb der Schnee nicht. Kaum berührten die Flocken den Boden, verwandelten sie sich in Wasser und hinterließen nichts als Nässe und Kälte.

    Wir staunten über dieses seltene Schauspiel, ahnten aber nicht, dass es erst der Anfang war. Während wir noch im Schutz des Riads standen und das Schauspiel beobachteten, konnten wir nicht wissen, dass der Tag uns noch viel extremere Wetterbedingungen bringen würde. Doch diese Erkenntnis sollte erst später kommen…
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  • Pass @ Marokko

    February 16 in Morocco ⋅ 🌫 3 °C

    Ein Abenteuer im Schnee – Die Überquerung des Passes

    Unsere Reise durch Marokko führte uns heute über einen Pass im Mittleren Atlas. Mit 1.907 Metern Höhe ist er an sich kein gewaltiges Hindernis – doch was wir nicht erwartet hatten, war der plötzliche und heftige Schneefall. Während wir anfangs noch fasziniert die dicken Flocken beobachteten, wurde uns mit jedem Kilometer klarer, dass dieser Tag eine Herausforderung werden würde.

    Die Straße wurde zunehmend schneebedeckter, die Fahrbahn rutschiger. Einige Kilometer vor dem höchsten Punkt des Passes begann der Verkehr zu stocken. Autos blieben liegen, einige Fahrer kämpften bereits mit der glatten Fahrbahn. Unser Fahrer jedoch bewies wagemutige Entschlossenheit – er überholte zahlreiche stehende Fahrzeuge auf der rechten Spur, während wir angespannt die Szenerie beobachteten.

    Doch dann passierte es: Unser Wagen begann zu rutschen, das Heck brach aus, und schließlich mussten auch wir anhalten. Beim Aussteigen wurde mir erst richtig bewusst, wie knapp das Ganze war – die Hinterreifen standen nur wenige Zentimeter von der Böschung entfernt. Glücklicherweise war es die Bergseite und nicht der Abhang, aber eine Havarie auf der Straße hätte fatale Folgen haben können.

    Für eine Weile ging gar nichts mehr. Weder vorwärts noch zurück. Doch wir waren nicht allein – einige Busfahrer und Mitreisende aus anderen Fahrzeugen kamen uns zu Hilfe. Mit vereinten Kräften schoben und manövrierten wir das Auto wieder in eine fahrbare Position. Gerade als wir aufatmeten, hörten wir das gleichmäßige Brummen eines Schneepflugs. Innerhalb von 20 Minuten wurde die Straße geräumt, und wir konnten langsam weiterfahren.

    Auf der anderen Seite des Passes angekommen, erfuhren wir, dass er mittlerweile gesperrt worden war. Ein seltsames Gefühl – einerseits Erleichterung, dass wir es noch rechtzeitig geschafft hatten, andererseits die Erkenntnis, wie knapp dieses Abenteuer war. Zwar abenteuerlich, aber am Ende erfolgreich – wir hatten den Pass gemeistert!
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  • Oase @ Marokko

    February 16 in Morocco ⋅ ☁️ 12 °C

    Durch die Oase zur Wüste

    Unsere Reise durch Marokko führte uns heute zu einer der größten Oasen des Landes. Als wir nach einer kurvenreichen Strecke endlich den Aussichtspunkt erreichten, bot sich uns ein atemberaubender Anblick: Ein grünes Band aus unzähligen Palmen zog sich durch das Tal, eingebettet zwischen trockenen, rötlich schimmernden Berghängen. Es wirkte fast surreal – eine lebendige, fruchtbare Welt mitten in der kargen Landschaft.

    Wir hielten kurz an, um den Ausblick zu genießen. Die Oase erstreckte sich weit unter uns, durchzogen von kleinen Wasserkanälen, die das Leben hier überhaupt erst möglich machten. Zwischen den Palmen blitzten vereinzelt Lehmhäuser hervor, und in der Ferne konnte man die Umrisse eines kleinen Dorfes erkennen.

    Doch unser Tag war noch nicht zu Ende – unser eigentliches Ziel lag weiter südlich. Nach einem letzten Blick ins Tal setzten wir unsere Fahrt fort. Je weiter wir fuhren, desto spärlicher wurde die Vegetation. Die grünen Palmen blieben zurück, und vor uns erstreckte sich die endlose Weite der Wüste. Unser Wüstencamp wartete bereits – eine ganz andere Welt, aber mindestens genauso faszinierend.
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  • Sahara Camp @ Marokko

    February 16 in Morocco ⋅ ☁️ 14 °C

    Magie der Sahara – Eine Nacht in der Wüste

    Am frühen Abend erreichen wir unser Wüstencamp in der Sahara. Die untergehende Sonne taucht die Sanddünen bereits in ein warmes, goldenes Licht, und eine friedliche Stille liegt über der endlosen Weite. Kaum angekommen, werden wir mit einer traditionellen marokkanischen Begrüßung empfangen – süßer Minztee, dampfend und aromatisch, wird uns in kleinen Gläsern serviert. Ich nehme einen Schluck und spüre, wie die Wärme durch meinen Körper fließt.

    Doch meine Vorfreude gilt vor allem dem, was jetzt kommt: ein Kamelritt durch die riesigen Sanddünen der Sahara. Die Tiere liegen bereits bereit, mit ruhigem Blick und leicht schaukelnden Köpfen. Wir klettern auf die „Wüstenschiffe“, und kaum setzt sich mein Kamel in Bewegung, spüre ich sofort, woher dieser Name stammt. Das sanfte, aber doch schwankende Schaukeln erinnert tatsächlich an einen Wellengang – es braucht ein wenig Zeit, bis ich mich daran gewöhne.

    Langsam reiten wir tiefer in die Wüste hinein. Die Stille ist beeindruckend, nur das gelegentliche Schnauben der Kamele und das leise Knirschen des Sandes unter ihren breiten Hufen sind zu hören. Nach einiger Zeit erreichen wir unser Ziel: eine der höchsten Dünen in der Umgebung. Ich steige ab und merke sofort, dass der Aufstieg eine Herausforderung wird. Der Sand gibt nach, bei jedem Schritt rutsche ich ein Stück zurück. Doch schließlich erreiche ich den Kamm der Düne – und der Blick ist atemberaubend.

    Die Sonne steht tief am Horizont, taucht die Wüste in Rot- und Orangetöne und wirft lange Schatten über die sanften Dünen. Ich setze mich hin, genieße den Moment und lasse die Ruhe auf mich wirken. Als die Sonne schließlich verschwindet, entscheide ich mich für den schnelleren Weg nach unten: Ich lasse mich einfach den Hang hinunterlaufen, spüre den feinen Sand unter meinen Füßen und lache vor Freude über dieses unbeschwerte Gefühl.

    Zurück im Camp wartet bereits ein typisch marokkanisches Abendessen auf uns – Chicken Tajine, langsam geschmort mit Gewürzen, Oliven und Zitronen. Unter dem klaren Sternenhimmel, inmitten der Wüste, schmeckt es noch besser. Es ist ein perfekter Abschluss für einen unvergesslichen Abend in der Sahara.
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  • Todra-Schlucht @ Marokko

    February 17 in Morocco ⋅ ☀️ 11 °C

    Die Todra-Schlucht, lokal bekannt als Gorges du Todra, befindet sich in der Nähe der Stadt Tinerhir im östlichen Teil des Hohen Atlas-Gebirges in Marokko. Diese beeindruckende Schlucht wurde durch die Erosionskraft des Todra-Flusses geformt und zeichnet sich durch bis zu 400 Meter hohe Kalksteinwände aus, die an ihrer engsten Stelle nur etwa 10 Meter voneinander entfernt sind. 

    In der Region um die Todra-Schlucht leben seit Jahrhunderten Berber-Nomaden, die ihre traditionellen Lebensweisen bewahren. Einige dieser Nomaden haben in den umliegenden Bergen Höhlen als temporäre oder dauerhafte Behausungen genutzt. Diese Höhlen boten Schutz vor den extremen Wetterbedingungen der Region und dienten als sichere Unterkünfte für Familien und ihr Vieh.

    Heutzutage sind viele dieser Höhlen verlassen, da moderne Entwicklungen und der Zugang zu verbesserten Wohnmöglichkeiten die Notwendigkeit des Höhlenlebens reduziert haben. Dennoch zeugen sie von der reichen kulturellen Geschichte und den Anpassungsfähigkeiten der Berber-Nomaden in dieser rauen Umgebung. Einige der Höhlen können bei geführten Touren besichtigt werden, wobei lokale Guides Einblicke in die traditionelle Lebensweise und die Geschichte der Region vermitteln.
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