Juli 2018 - Eigentlich sollte es die "kleine Ostseerunde" werden. Zeitliche Umstände haben diese Reise nun auf die drei baltischen Staaten zusammengeschrumpft, die wir zu dritt im Juli, während der Fußball WM, bereist haben.
  • Day19

    Geschafft!

    July 23, 2018 in Germany ⋅ ☀️ 24 °C

    Das war heute ein langer Ritt. Ich schwankte den ganzen Tag zwischen durchfahren und einen weiteren Zwischenstopp einlegen. Nachdem ich es gestern so weit geschafft hatte, wurde ich kühn und die knapp 800 km bis zuhause erschienen mir gar nicht mehr so weit. Allerdings warteten einige buckelige Passagen auf polnischen Straßen auf mich. Meine Route war exakt die gleiche wie auf dem Hinweg, was eben bedeutete, dass auch ein paar längere Strecken auf Nebenstraßen dabei sein würden.
    Nach einer erholsamen Nacht machte ich mich früh auf den Weg. Frühstück gab es erst gut zwei Stunden weiter. Erstaunlicherweise fand ich einen ganz passablen Parkplatz am Ufer des Jezioro Wydmińskie in Wydminy. Beim Blick über den See von der "Buckeligen Brücke" aus fiel mir wieder meine Liste der abzuarbeitenden Paddelreviere ein. Richtig, wir sind ja hier in der Masurischen Seenplatte. Bei Malbork machte ich die nächste Pause. Kurz überlegte ich, den dortigen Campingplatz anzusteuern. Den kannte ich ja von der Hinfahrt schon. Heute war es mir allerdings noch deutlich zu früh. Also weiter. Als ich genug hatte, steuerte ich den Campingplatz in Człuchów an, flüchtete aber direkt wieder, weil er an einem anscheinend sehr beliebten Badesee liegt. Es war einfach nur voller Menschen und Autos. Irgendwann zeigte sich, dass sich ein weiterer Stopp zum Übernachten nicht wirklich lohnen würde. So kam ich nach brutto 14,5 Stunden in der Heimat an. Wann saß ich eigentlich das letzte Mal so lange hinterm Steuer? Muss irgendwann in den 80ern auf dem Weg nach Portugal gewesen sein ;-)

    Tageskilometer: 792 km
    Gesamtkilometer: 3699 km
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  • Day18

    Abschied

    July 22, 2018 in Lithuania ⋅ ⛅ 24 °C

    Sonntag ist Ruhe... äh nein... Abreisetag :-( Der Wecker reisst uns früh aus dem Schlaf. Ein schneller Kaffee, Sachen auseinander sortieren, Koffer packen, los. Am Flughafen gibt es einen kurzen Abschied von Hei Ke und Sito Brown, die mit dem Flugzeug zurück fliegen, und ich mache mich mit Matti am Haken auf die lange Heimreise. Bis irgendwo in Litauen möchte ich heute kommen. In Pärnu mache ich einen Zwischenstopp, aber dann geht es fast nonstop immer Richtung Süden. Bald komme ich an die erste Grenze, Lettland ist schnell durchfahren und am frühen Abend erreiche ich Litauen. Die drei Baltischen Staaten sind ja recht klein. Trotzdem scheint es, als gäbe es hier unendlich viel Platz. Das sieht man zum Einen an den oft großzügigen Campingplätzen, aber vor allem in Litauen fallen mir die riesigen Felder auf, die gerade gemäht werden. Ockerfarbene Staubwolken zeugen von der Erntetätigkeit. Zusammen mit der Abendsonne erinnert die an mir vorbeiziehende Landschaft an Szenen aus Papermoon.
    Pünktlich zum Sunset erreiche ich Marijampole. Eigentlich wollte ich schon früher anhalten, aber der Campingplatz, den ich mir ausgesucht hatte, war leider nicht erreichbar. Die Schnellstraße ist gerade im Bau und meine Abfahrt schlicht nicht vorhanden. Also musste ich notgedrungenerweise weiter. Das Kinderparadies mit Hüpfburg, in dem ich nun stehe, wird ja wohl nachts ruhig sein... Ich habe mir jedenfalls nicht die Mühe gemacht abzukoppeln und verschwinde nach der Ankunft ziemlich schnell im Wohnwagen.

    Tageskilometer: 670 km
    Gesamtkilometer: 2907 km
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  • Day17

    Tolles Tallinn

    July 21, 2018 in Estonia ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach einem schnellen Kaffee ging es heute früh mit dem Zug in die Stadt. Unser Weg führte uns zunächst links vom Bahnhof in das spannende Szeneviertel Telliskivi, wo Kunst, Kultur und alternatives Leben aufeinandertreffen. Danach schlenderten wir rüber in die Altstadt und erstmal rauf auf den Berg. Alles ganz entspannt und sich treiben lassend. Weil wir dann noch Luft hatten, ging's auch noch runter zum Hafen und wieder hoch. Abendessen gab es in einem tollen verwinkelten Weinkeller. Als Abschiedsessen gerade angemessen für uns. Für die Heimfahrt spendierten wir uns ein Taxi. Ein sehr gelungener Sightseeingtag in einer spannenden Stadt, die ganz klar das Highlight unserer Reise ins Baltikum war.Read more

  • Day16

    Tallinn

    July 20, 2018 in Estonia ⋅ 🌧 22 °C

    Für heute hatten wir uns den Wecker gestellt, um vor der Mittagshitze loszukommen. Hat super geklappt, um 13 Uhr waren wir abfahrbereit *augenrollen* Wir verließen die schöne Insel Saaremaa, um weiter nach Tallinn zu fahren, unserem letzten Ziel auf dieser Reise. Wir haben uns einen großzügigen Campingplatz etwas außerhalb der Hauptstadt ausgesucht. Mit dem Zug kommt man aber sehr gut in einer halben Stunde ins Zentrum. Nachdem wir unser Camp aufgebaut hatten (kleines Setup ohne Bei- und Vorzelt), nahmen wir diesen Service auch gerne in Anspruch. Der Bahnhof ist gleich am Rande der Altstadt. Man ist also direkt mittendrin. Schnell fanden wir ein Restaurant, das uns zusagte. Ein uriges Kellergewölbe, wie es hier wohl unzählige gibt. Nach dem Essen schlenderten wir nur noch kurz umher. Es war schon spät und wir haben ja morgen noch den ganzen Tag für Sightseeing. Im Camp befreiten wir dann noch den armen Matti von einigen blinden Passagieren, die es von Saaremaa bis hierher geschafft hatten: Ohrenkneifer!

    Tageskilometer: 237 km
    Gesamtkilometer: 2237 km
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  • Day15

    Auf dem Suurlaht

    July 19, 2018 in Estonia ⋅ ☁️ 26 °C

    So leicht geben wir uns nicht geschlagen. Irgendeinen Angelerfolg wollten wir noch haben. Da wir uns schlecht an einen norwegischen Fjord beamen konnten, gingen wir heute auf einen See. DAS zumindest hatte noch immer funktioniert. Heute morgen kamen wir erst spät aus dem Bett und da wegen der anhaltenden Hitze sowieso alles langsamer geht, schafften wir es auch erst auf 14 Uhr zum Bootsanleger. Der Suurlaht ist, wie wir feststellen konnten, sehr flach. Wikipedia spricht von 2,1 m maximale Wassertiefe. Hätten wir das vorher gewusst, dann hätten wir die Idee vielleicht wieder verworfen. Aber nun waren wir auf dem Wasser und es war sogar ein weiteres Angelboot zu sehen. Soo schlecht sollte es hier also nicht sein. Und tatsächlich zappelte nach kurzer Zeit ein Barsch an einer unserer Angeln. Eine halbe Stunde später ein zweiter. Na, geht doch! Mehr sollte es aber an diesem Tag für uns nicht geben. Gut, dass wir noch die Notwürste im Kühlschrank haben.
    Einigermaßen zufrieden mit dem Erfolg ging es zurück ins Camp, wo sich inzwischen ein norwegisches Wohnmobil mit Katzenbaby zu uns gesellt hatte. Das haben wir jetzt schon öfter erlebt, dass Leute mit Katzen oder sogar Kaninchen reisen. Ansonsten ist der Platz hier weiterhin wenig besucht. Gut für uns und die Illusion, uns hier weit weit weg von der Zivilisation zu befinden. Saaremaa wirkt wie das Portugal der 80er Jahre, ein romantisch-verschlafenes Land am Rande Europas, Lichtjahre entfernt von professioneller touristischer Erschließung.
    Der selbstgefangene Barsch hat natürlich viel besser geschmeckt als alle anderen Fische, die auf dieser Reise auf unserer Muurikka landeten.
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  • Day14

    Die Ostsee und wir...

    July 18, 2018 in Estonia ⋅ ☀️ 28 °C

    ...das wird wohl keine Erfolgsgeschichte mehr. Vor Jahren versuchten wir es auf dem Stralsunder Bodden - ohne Erfolg, vorgestern in der Pärnu Bucht - das Ergebnis ist bekannt, heute sollte es das Meer vor Salme sein. Nach einigen Irrfahrten auf der Insel zu Adressen, hinter denen sich alles, nur kein Fischereibusiness, verbarg, fanden wir in Salme endlich einen Bootsverleih und stachen nachmittags in See. Die erste Schwierigkeit war, dass das Wasser hier sehr flach ist und eine Fahrrinne aus dem kleinen Hafen, wenn es denn eine gibt, nicht markiert ist. So tuckerten wir langsam auf Sicht an den Sandbänken vorbei auf der Suche nach einem Durchgang zu tieferen Gewässern. Und nach einer halben Stunde streikte der Motor. Man kann nun eigentlich von Glück sprechen, dass wir noch nicht weit gekommen waren, denn nun mussten wir den ganzen Weg zurück rudern. Ohne eine einzige Angel ins Wasser gehalten zu haben, kehrten wir nach 1,5 Stunden entnervt zurück, nur um uns vom Verleiher dann ganz demonstrativ die einwandfreie Funktion des Motors zeigen zu lassen *grrrr* Ob wir nun nochmal raus wollten? Nee, Danke! Nur um dann mit warmgelaufenem Motor wieder da draußen zu hängen?
    Frustriert fuhren wir zum Rimi in Kuressaare, um uns dort frische Forellen zu kaufen. Diese wurden am Abend in altbekannter Manier auf der Muurikka zubereitet. Der Sunset dazu war wieder sehr stimmungsvoll. Jeder Sunset ist halt anders ;-)
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  • Day13

    Saaremaa

    July 17, 2018 in Estonia ⋅ ⛅ 29 °C

    Heute war es wieder Zeit, die Zelte abzubrechen und weiterzuziehen. Ursprünglich dachten wir, die Insel Saaremaa mitzunehmen auf unserer Reise, sei vielleicht zu viel Herumgefahre. Allerdings zog es uns wegen der anhaltend hohen Temperaturen zum Meer. Die Fahrt kam uns auch gar nicht so lang vor. Die Straßen waren gut zu fahren und die Reise wurde unterbrochen von einer Fährüberfahrt und einem Einkaufsstopp. Als wir ankamen an unserem heutigen Etappenziel ganz im Westen der Insel, waren wir überraschenderweise die ersten an diesem Tag. Wir hatten also freie Auswahl. Später kamen nur noch zwei Autos mit Zelt an.
    Der Platz ist sehr idyllisch gelegen, klein, aber fein, und, wie auf der Homepage angepriesen, fast ohne Mücken. Wenn da nur nicht diese fiesen Bremsen wären. Die hatten uns schon beim letzten Camp genervt ohne Ende. Hier scheint es nicht anders. Wir sind zwar zum Glück gut ausgestattet mit diversem Antiinsektenzeug. Aber einen 100%igen Schutz gibt es leider nicht.
    Nach dem Aufbau unseres Camps erkundeten wir den Strand. Der ist nur ca. 200 Meter entfernt. Leider sehr flach und voll mit angespültem stinkenden Seetang, der wiederum voll war mit fliegendem und kriechendem Getier. Wir fanden trotzdem eine Stelle, wo man für eine Erfrischung im knietiefen Wasser kurz rein konnte. Das Sunsetbier geriet aber zu einer "schnellen Nummer", entspannter war es da schon am Lagerfeuer mit Mückenspiralaroma.

    Tageskilometer: 177 km
    Gesamtkilometer: 2000 km
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  • Day12

    Angeln in der Pärnu Bucht

    July 16, 2018 ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Sonne war gerade dabei aufzugehen, als wir am Bootsanleger ankamen. Unser Skipper Jacob war auch schon da und nachdem wir alles verstaut hatten, legten wir um halb sechs ab. Es war wieder ein herrlich sonniger und fast windstiller Tag. Beste Bedingungen also. Wir zogen unsere Schleppangeln eine Weile lang durchs Wasser der Bucht in freudiger Erwartung der Fänge, die wir ohne Zweifel machen würden. Aber dem Zander hatte wohl niemand Bescheid gegeben, dass seine Schonzeit vorbei ist. Jacob war in ständigem telefonischen Kontakt mit seinen Kollegen, die auch alle auf dem Wasser waren, aber niemand konnte einen Fang vermelden. Also fuhr er mit uns in tiefere Gewässer und wir versuchten verschiedene Wobbler aus. Endlich gab es einen Biss! Eine kleine Schwarzmundgrundel hatte sich in unserem Köder verfangen. Eine aus dem Schwarzmeer stammende invasive Art, die sich in der Ostsee immer mehr ausbreitet. Nach dem "unsere-erste-Schwarzmundgrundel-Foto" überließen wir sie ihrem Schicksal und versuchten weiter unser Glück. Gegen 10 Uhr brachen wir die Aktion enttäuscht ab und fuhren zurück. An Land wartete immerhin ein Lachsfrühstück auf uns und auch wenn wir kein Angelglück hatten, war die Fahrt mit der Johanna eine sehr schöne Aktion.

    Nach einer ausgedehnten Siesta im Camp fuhren wir nach Downtown Pärnu, um den Tag dort ausklingen zu lassen. Pärnu wirkt sehr relaxed, dafür dass es die estnische Sommerhauptstadt ist. Wären die großen schattigen Eichen in den Parks große schattige Platanen, könnte man sich auch in Spanien wähnen. Das Wetter passt jedenfalls schon.
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  • Day11

    Pärnu

    July 15, 2018 in Estonia ⋅ ⛅ 25 °C

    Sonntag ist Ruhetag. Dementsprechend machten wir erstmal nüscht. Also fast nüscht. Heute war ein sonniger Sommertag bei 28 Grad. Nach einem chilligen Vormittag im Camp schmissen wir nachmittags die Angeln ins Auto und suchten eine geeignete Angelstelle an einem Fließgewässer. In Estland darf man nämlich an öffentlichen Gewässern ohne Angelschein angeln. Wegen der Hitze war der Versuch aber eher so halbherzig. Aber immerhin schafften wir es, beim Fishing Village vorbei zu schauen. Da kamen wir gestern schon vorbei auf der Suche nach einem Campingplatz. Vielleicht würde unser heutiges Anliegen ja eher auf Kompetenzen treffen...? Ein Mitarbeiter dort kam dann auch irgendwann auf uns zu und machte uns ein Angebot, morgen früh auf der Johanna mit uns auf die Pärnu Bucht hinauszufahren, um auf Zander zu angeln. Zufällig soll morgen die Schonzeit vorbei sein und die Wetterbedingungen ideal. Nun sind wir also um 5 Uhr mit ihm verabredet. Früh, wohlbemerkt! So kam es, dass wir uns gleich nach dem Endspiel in die Kojen begaben.Read more

  • Day10

    Hallo Estland

    July 14, 2018 in Estonia ⋅ 🌧 23 °C

    Wir hatten das Gefühl, genug von Lettland gesehen zu haben, zumindest für den Moment, und machten uns wieder auf den Weg nach Norden. Pärnu in Estland hatten wir uns als Tagesziel auserkoren. Der Weg dahin war unspektakulär und meist gut zu fahren. An die obligatorischen Holperstrecken zwischendrin haben wir uns schon gewöhnt. Kurz vor unserem Ziel wurden wir von den Briten, die wir von unserem letzten Camp in Riga in eher schlechter Erinnerung hatten, überholt. Die werden doch nicht...? Doch, sie taten. Als wir ankamen, standen sie schon alle vier da auf dem Platz, den wir uns ausgesucht hatten. Die Waschmaschine war schon wieder ausgepackt und in Betrieb und es schallte laute Musik von dem schönen Unterstand am Wasser. Nee, das wollen wir uns nicht nochmal antun, zumal wir den Plan hatten, drei Nächte in dieser Gegend zu bleiben. Also schnell Google befragt und nach kurzer Zeit landeten wir auf dem schönen Solar Caravan Park. Der Name klingt eher abschreckend, weshalb wir den Platz vorher nicht in Betracht gezogen hatten. Völlig zu Unrecht, wie wir jetzt wissen, denn was wir hier vorfanden, war sehr entzückend. Ein flammneuer Campingplatz mit großzügigen Wiesenstellplätzen, neuen Sanitäranlagen und einer charmanten Platzwartin, die fast in Jubel ausgebrochen war, als wir ihr sagten, dass wir drei Nächte bleiben wollten. Freudig präsentierte sie uns unsere Kundennummer: 250.
    Das Wetter hat sich nun auch wieder zum besseren gewendet. Mal sehen, was uns die nächsten Tage bringen werden.

    Tageskilometer: 247 km
    Gesamtkilometer: 1823 km
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