Joined July 2017 Message
  • Day11

    Ende

    Yesterday in Germany ⋅ ☁️ 3 °C

    Nach dem Frühstück war ich mit Kieran aus Calgary verabredet, um Celle zu erkunden. Wir haben Altstadt und Schloss besucht. Das Schloss bietet neben Barockkunst und Geschichte über Königshäuser auch eine sehr moderne Ausstellung über Demokratie. Sehr sehenswert!

    Nun sitze ich im Zug und freue mich auf zuhause. Das war mein allererster Fernwanderweg, den ich komplett und alleine gewandert bin. Sicher nicht der letzte!
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    Mattis Reisen

    ... der AT kann kommen 😅

    Hi Ke

    😱 nur wenn ich da auch jede Nacht im Hotel schlafen kann 😊

     
  • Day10

    Etappe 10: Weesen - Celle

    January 24 in Germany ⋅ ⛅ 4 °C

    Geschafft!

    Ein Stammgast vom Misselhorner Hof hat mich morgens netterweise mit dem Auto zum Etappenanfang gebracht. Und weil die Etappe so lang ist, haben wir auch noch 5 Kilometer dazugeschummelt. Unterwegs hat er mir noch viel über die Geschichte der umliegenden Höfe erzählt, vom großen Waldbrand in den 1980ern und von schön zu wandernden Heideflächen abseits der bekannten Route.

    Der Tag war durchgehend bedeckt, keine Sonne zu sehen, aber immerhin auch kein Regen. Der Weg war auch nicht unbedingt spektakulär, also stapfte ich vor mich hin, das Ziel vor Augen. Gegen halb vier erreichte ich den Endpunkt der Wanderung.

    Celle hat eine wunderschöne Altstadt mit Fachwerkhäusern und kleinen Gassen. Auch mein Hotel ist von außen und innen super schön und gemütlich. Abends bin ich nochmal los und in einen Pub. Es war leer bis auf die vier Männer, die den Pub und das zugehörige Hotel betreiben. Ein Filipino, ein Schotte, ein Engländer, ein Schwabe. Eine sehr witzige Runde. Später kam noch ein Gast aus Kanada dazu. Wir haben die ganze Nacht Bier getrunken und Geschichten erzählt und Lieder angehört von William Prince. Und ich habe mit dem Schotten über Whisky gefachsimpelt. Unser gemeinsamer Favorit: Glendronach 18 years, im Pedro Ximenez Sherry Fass gereift. Sehr sehr fein. Falls ich mal wieder nach Celle komme, werde ich definitiv im „The Village“ absteigen.

    Tageskilometer: 24,7
    Gesamtkilometer: 215 🥳
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    Mattis Reisen

    Applaus! Starke Leistung!

    Hi Ke

    Danke ☺️

     
  • Day9

    Etappe 9: Weesen - Weesen

    January 23 in Germany ⋅ ☁️ 5 °C

    Noch gestern Abend hab ich den Wirt um Rat gebeten. Es gibt tatsächlich keine weiteren Übernachtungsmöglichkeiten auf der letzten Etappe. Also bleibe ich hier und laufe heute einen kleinen Rundweg. Morgen früh wird mich der Vater des Wirts mit dem Auto zum Einstieg der letzten Etappe bringen. Na fügt sich doch alles ganz hervorragend!

    Jetzt sitz ich beim Frühstück und plauder mit dem Nachbartisch. Die nette Frau kommt aus Paderborn und arbeitet für Lindt. Die letzten zwei Jahre waren extrem anstrengend, berichtet sie, weil die Leute in der Pandemie erheblich mehr Schokolade essen. Ich weiß nicht wen sie da meinen könnte 😊

    Es regnet 😔 Gestern hieß es - morgen regnet es nicht. Heute höre ich - morgen regnet es nicht. Das erinnert mich an dieses Schild an der Landstraße in Milmersdorf- „Heute frischer Räucherfisch“. Es stimmt und stimmt nicht, solange man nicht genau hinkuckt. Makroskopische Quantenphysik 😂

    Um 11 hab ich genug vom warten. Ich will raus, bin schließlich zu meinem Vergnügen hier! In der Luft schwebt leichter Niesel. @Sito Brown nennt dieses Wetter „miesig“.

    Die Heide lässt sich von der Nässe nicht ablenken und präsentiert sich schön und abwechslungsreich wie immer. Die breiteren Wege sind teilweise aufgeweicht. Aber ich durfte ja schon 2016 in Norwegen lernen wie man sich am besten durch moorigen Untergrund navigiert - hüpfend von einem Grasbüschel zum nächsten. Überhaupt erinnern insbesondere die Waldstücke hier mich oft an Norwegen. Später sehe ich mich durch eine Schautafel bestätigt.

    Nach gut zwei Stunden bin ich wieder zurück und faulenze bis zum Abendessen.

    Auf den Ohrn: diesmal Musik. Album ‚Man Made‘ von Greentea Peng. Hatte ich letztes Jahr entdeckt und fast wieder vergessen.

    Tageskilometer: 9,9
    Gesamtkilometer: 190,3
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    Mattis Reisen

    Im Sinne von LNT müsstest du aber mitten durch die Pfützen 🤠

    Hi Ke

    Ach was, der ständige Regen drückt die Gräser garantiert doller. Die richten sich hinter mir gleich wieder auf, bestimmt 😊

     
  • Day8

    Etappe 8: Müden - Weesen

    January 22 in Germany ⋅ ☁️ 5 °C

    Eigentlich müsste im Titel stehen „Müden - Faßberg - Oberoher Heide - Weesen“. Da in der Gegend leider kaum Übernachtungen zu finden sind entlang der Strecke (zu dieser Jahreszeit), musste ich etwas improvisieren. Heraus kam eine Kombination aus drei Etappen und damit auch die längste Tagesdistanz auf dieser Tour. Dass heute wieder ein Regentag war, war da natürlich keine Hilfe.

    Pladdernass und verfroren und erschöpft kam ich nach 30 km und im letzten Dämmerlicht an. In der Unterkunft wurde ich mit großer Begeisterung empfangen und am Abend im Restaurant mehrfach laut durch den Raum gelobt für mein Durchhaltevermögen. Zum Glück hat niemand versucht, mir auf die Schulter zu klopfen. Hab ich vor kurzem noch erfreut von intensivierter Wahrnehmung berichtet? Heute würde ich meinen Körper gerne etwas weniger spüren!
    Das Essen im Restaurant war exzellent und der Koch, Teil meines spontanen Fanclubs, spendierte mir auch noch ein Dessert (hausgemachtes Mokkaparfait).

    Im Moment weiß ich noch gar nicht, wie es morgen weitergeht. In Celle, am Zielpunkt des Wanderweges, komme ich erst übermorgen an, aber es gibt nur eine einzige Herberge dazwischen. Welche mir seit Tagen nicht antwortet. Eigentlich müsste mich das beunruhigen. Aber das kann es auch noch morgen…

    Tageskilometer: 30,9
    Gesamtkilometer: 180,4
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  • Day7

    Etappe 7: Wietzendorf - Müden

    January 21 in Germany ⋅ ⛅ 1 °C

    Meine gestrige Gastgeberin ist gleichzeitig Masseurin, was mir gestern Abend unverhofft noch zu einer exzellenten Massage für Füße und Waden verhalf. Ausnahmsweise war ich froh über die Maske, weil ich bestimmt noch Döner-Knoblauchsauce-Odor abgab. Die nette Frau beschied meinen Füßen und insbesondere meiner Wadenmuskulatur einen sehr guten Zustand nach über 100 km Wanderdistanz. Da waren meine oft unfalllangzeitfolgengeplagten Füßchen und ich natürlich sehr stolz 😊

    Heute morgen zeigte sich direkt die Sonne, das Dorf war mit einer dünnen Schneeschicht gepuderzuckert. Ab 13 Uhr war Regen angekündigt, also machte ich mich schnell auf. Es stand eine kurze Etappe nach Müden an. Die Sonne, der weiße Boden und endlich auch wieder die typische Heidelandschaft (die an den letzten zwei Tagen vermisst habe) und natürlich auch meine hervorragendst präparierten Füße beflügelten meine Schritte und ich kam schon vor 13 Uhr in Müden an. Jetzt sitze ich in einem Café und ess lecker Kuchen und der Himmel ist immer noch komplett blau. Von Regen keine Spur.

    Tageskilometer: 14,3
    Gesamtkilometer: 149,5
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  • Day6

    Etappe 6: Soltau - Wietzendorf

    January 20 in Germany ⋅ ❄️ 1 °C

    Gestern war Halbzeit, da hätte ich positive Gefühle erwartet. Stattdessen war ich abends eher an einem Tiefpunkt, erschöpft und müde und ohne Vorfreude auf die nächsten Tage. Aber heute wachte ich mit guter Laune auf und der Tatendrang war zurück.

    Highlight heute war definitiv der Schneeschauer. Morgens hatte mich meine Wetter App schon auf Kälte und ‚light snow flurries‘ vorbereitet. Also zog ich alle meinen warmen Sachen an und setzte statt Basecap die Pudelmütze auf.

    Die ersten zwei Stunden brachten Sonnenschein, ich stolperte mehr als dass ich lief, weil ich die ganze Zeit noch oben kuckte, für maximale Vitamin D Ausbeute. Ich musste mehrmals laut auflachen. Keine Ahnung, woher die Euphorie kam, vermutlich war es die Gesamtsituation ;)

    Dann setzte der Schnee ein, es war herrlich! Das heftige Schneetreiben dauerte leider nur ein paar Minuten. Der Rest des Tages war dann eher ungemütliches Hinundherwetter. Weil weder Wetter noch Strecke attraktiv waren, kürzte ich etwas ab und nahm den Radweg entlang der Straße. 2 km gespart. Gut so.

    Abends musste ich nochmal raus, um was zu essen zu finden. Außer dem Imbiss ist alles geschlossen. Also wieder Dönerteller. Die Straßen sind inzwischen völlig überfroren, es ist empfindlich kalt. Es ist jetzt halb sieben und ich muss nochmal einen knappen Kilometer zurück zum Gasthaus laufen. Ich glaub dann geh ich direkt schlafen.

    Tageskilometer: 17,8
    Gesamtkilometer: 135,2
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  • Day5

    Etappe 5: Bispingen - Soltau

    January 19 in Germany ⋅ ☁️ 2 °C

    Heute war das Ziel das Ziel. Nieselig, windig und kalt, war ich weitgehend vorm Wetter geschützt in die Kapuze getaucht und hab nicht viel auf meine Umgebung geachtet. Die Strecke war auch eher mittelprächtig, mit vielen Schotter- und Asphaltpassagen.

    Bester POI heute: die „Grundlose Kuhle“. Klingt wie ein Romantitel. Oder irgendwas auf dem Hogwarts Campus. Oder ein Bauprojekt (hhk comes to mind 😂). Zitat von komoot:
    „Die unscheinbare Grundlose Kuhle ist ein kreisförmiges Erdloch mit einem kleinen Teich in seiner Mitte. Im Gegensatz zur umgebenden Heidelandschaft handelt es sich bei der Kuhle nicht um eine eiszeitliche geologische Formation. Vielmehr wurden hier verschiedene Sedimente durch saures Niederschlagswasser ausgewaschen. Interessanterweise hält der Teich seinen Wasserstand, obwohl er weder über Zu- noch Abflüsse verfügt. Tatsächlich ist die Kuhle nicht grundlos, aber immerhin ganze fünf Meter tief.“

    Aufm Ohr: audiobook ‚The House in the Cerulean Sea‘ von TJ Klune

    Tageskilometer: 24,6
    Gesamtkilometer: 117,4
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    Mattis Reisen

    Grundlose Kuhle = Fass ohne Boden?

    Hi Ke

    Ja genau 😵‍💫

     
  • Day4

    Etappe 4: Niederhaverbeck - Bispingen

    January 18 in Germany ⋅ ⛅ 5 °C

    Heute war nachgerade schönes Wetter. Also schon bedeckt, aber ohne Regen.

    Beim Frühstück - ich war mal wieder einziger Gast - habe ich nett mit der Wirtin geplaudert. Offenbar ist es in der Saison fast unmöglich, nur für eine Nacht unterzukommen, da die meisten Hotels und Gasthäuser durchgehend mehrtägig ausgebucht sind. Also hab ich möglicherweise doch die beste Wanderzeit erwischt 😉

    Auf dem Plan war heute nur eine kurze Etappe, leichtes Auslaufen sozusagen. Ich hab etwas getrödelt und kam erst halb 10 weg, war aber trotzdem schon halb 3 am Ziel. Das liegt natürlich auch daran, dass ich bei diesem Wetter praktisch keine Pausen mache. Draußen ist es zu nass zum hinsetzen und außerdem würde ich auskühlen. Und zum Einkehren gibt es kaum Gelegenheit unterwegs. Es ist fast alles geschlossen und außerdem hab ich eh nur effektiv 7 Stunden Tageslicht und komm lieber schneller an.

    Die Heide hat sich wieder prächtig gezeigt, in all ihrer Vielfalt. Lang ausgedehnte Flächen mit Heidekraut, Wacholderbüschen und Birken, dann hügelige Abschnitte mit noch mehr Buschwerk, dann wieder Wald. Der Weg wechselt entsprechend zwischen Sand und mit Laub bedecktem Boden. Das rostrote Eichen- und Buchenlaub ist wiederum hübsch gespiegelt in den Häusern aus Fachwerk und roten Ziegeln in den kleinen Dörfern und Höfen auf der Strecke.

    Im Hotel in Bispingen bin ich mal wieder einziger Gast, das Restaurant ist geschlossen. Also bewege ich nach Dusche und Nickerchen nochmal die müden Knochen und esse eine Kleinigkeit im türkisch/griechischen Imbiss. Ich bin sicher, ich werde wieder hervorragend schlafen ☺️

    Aufm Ohr: Podcast ‚The Daily‘ von NY Times. Höre ich schon regelmäßig seit über drei Jahren. Viele interessante Geschichten, nicht nur aus USA

    Tageskilometer: 17,7
    Gesamtkilometer: 92,8
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  • Day3

    Etappe 3: Wesel - Niederhaverbeck

    January 17 in Germany ⋅ 🌬 6 °C

    Es ging los mit einem leckeren Frühstück, aber der Blick aus dem Fenster ließ schon nichts Gutes ahnen. Also präparierte ich mich direkt mit sämtlichen Regenklamotten.

    Heute lagen wieder anderthalb Etappen vor mir, insgesamt gut 20km, die eigentlich locker zu schaffen sein sollten. Aber ungünstiges Wetter macht auch kurze Etappen schwierig.
    Die ersten drei Stunden hatte ich starken Regen und auch ordentlichen Wind. So stürmisch, dass ich unter den Bäumen etwas Sorge vor herabfallenden Ästen hatte. Dann ging es wieder durch die Heide, baumsorgenfrei aber eben auch völlig exponiert.

    Meine Ausrüstung funktioniert bestens, ich hab mich diesmal für Regen-Poncho und Gamaschen entschieden, dabei werde ich in Zukunft sicher bleiben.

    Gegen Mittag klarte es kurz auf. Ich begegnete einer Reiterin, die nach oben zeigte und „Sonne!?“ ausrief, irgendwie klang es gleichzeitig euphorisch und skeptisch. Für eine Minute hätte ich die Sonnenbrille aufsetzen können, aber wirklich nur eine Minute. Es blieb ungefähr eine Stunde trocken und teilweise sonnig. Dann setzte wieder der Regen ein für den Rest des Tages.

    Im Gasthaus angekommen, bekomme ich statt des bestellten Einzelzimmers ein ganzes Ferienhäuschen, eins der hübschen kleinen Fachwerkdinger, die auf dem Gelände des Gasthauses stehen. Hier könnte ich auch gut was länger bleiben und Tagesausflüge machen. Im Restaurant bestelle ich „Kipp“ - Grützwurst, die in Boulettenform scharf angebraten wird, mit einem Spiegelei obendrauf und Bratkartoffeln dabei. Unfassbar lecker und genau der richtige Abschluss eines solchen Tages.

    Ich hab das Gefühl dass ich heute, am dritten Tag, mich selbst irgendwie intensiver wahrnehme. Der Kaffee heute morgen war ein Gedicht, ebenso alles was ich heute gegessen hab. Mein Körper schimpft zwar an vielen Stellen, fühlt sich aber beim Aufwachen erholt und stark an. Beim Laufen heute hatte ich zwar wieder oft das Hörbuch über BioNTech an (es ist einfach zu spannend!), dennoch hab ich irgendwie nochmal mehr gesehen und gespürt vom Weg. Vielleicht kann ich es nach den kommenden Etappen noch besser beschreiben…

    Aufm Ohr: Audio book “Projekt Lightspeed” - Porträt von Özlem Türeci und Uğur Şahin (BioNTech)

    Tageskilometer: 21,4
    Gesamt km: 75,1
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  • Day2

    Etappe 2: Buchholz - Wesel

    January 16 in Germany ⋅ ☁️ 1 °C

    Zweiter Tag und wieder eine sportliche Distanz geplant. Die vorgeschlagene Etappe von 17 km erschien mir zu mickrig, weshalb ich mir vor ein paar Tagen schon eine Unterkunft auf der Hälfte von Etappe drei gebucht hatte. Note to future self - nach einem anstrengenden ersten Tag darf es schon eine kürzere Distanz sein ☺️

    Und dann präsentierte sich das Wetter auch noch oszillierend zwischen feucht und nass. Auf dem sowieso gepriesenen Wanderweg ist diese zweite Etappe nochmal extraspektakulär, angeblich. Kann ich so nicht bestätigen leider. Aber mein Kopf steckte auch die meiste Zeit in einer großen Kapuze und die Augen waren auf den glitschigen Boden fokussiert. Hat trotzdem Spaß gemacht. Nur die letzten Kilometer waren hart, aber das sag ich glaub ich immer bei Etappen länger als 20 km 🙄

    Ziel war eine kleine süße Pension in Wesel, die ich auch rechtzeitig gegen 16 Uhr, noch bei Tageslicht, erreichte. Nach heißer Dusche, Powernap und Pizza sind die Akkus fast wieder voll.

    Aufm Ohr: Audio book “Projekt Lightspeed” - Porträt von Özlem Türeci und Uğur Şahin (BioNTech) - Sehr zu empfehlen!!!

    Tageskilometer: 25,2
    Gesamt: 53,7
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