• Simone Mätzler
  • Pirmin Roos
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Zentralamerika

Coddiwomple (Englisch, Verb): “Absichtlich zu einem unbekannten Ziel reisen” oder wie Büne Huber sagt: “Wenni weiss, wo d’Reis ändet, de gani ned” Leia mais
  • Hierve el Agua

    24 de maio de 2022, México ☀️ 25 °C

    Der „Hierve el Agua“ ist quasi ein Must-Do, wenn man ein paar Tage in Oaxaca verbringt. Hier entspringen stark mineralhaltige Quellen, es bildeten sich versteinerte Wasserfälle und das Wasser sammelt sich in natürlichen Pools. Anstelle einer Tour, die nur kurz am Wasserfall Stopp macht, entscheiden wir uns für einen Ausflug auf eigene Faust und übernachten in einer einfachen Cabaña vor Ort.

    Die Neuseeländerin Ursula, die Engländerin Sophie und ihr mexikanischer Amigo Daniel begleiten uns. Wir fahren mit dem Shared-Taxi bis Mitla und steigen dort in ein Camioneta um. Dieses fährt aber erst, wenn es voll ist. Das bedeutet erstmal Warten. Nach über einer Stunde sind wir immer noch erst fünf anstatt zwölf Personen. Und da es schon späterer Nachmittag ist, beschliessen wir nach kurzen Verhandlungen mit dem Fahrer, die Differenz zu bezahlen, damit es endlich los gehen kann. Das Camioneta bringt uns während einer einstündigen Fahrt über Schotterpisten in die Berge.

    Am Hierve el Agua (übersetzt “kochendes Wasser”) angekommen, schnappen wir uns ein paar Bierchen und machen uns auf zu den Wasserpools, um den Sonnenuntergang zu geniessen. Ausser einem Möchtegern-Influencer-Paar und einer Thailänderin mit zwei verstörten Katzen an der Leine sind wie die Einzigen hier. Die Aussicht und die Stimmung könnte nicht besser sein. Wir können uns an den verschiedenen Farben und Ebenen der Berge kaum satt sehen.

    Für den nächsten Morgen stellen wir den Wecker auf 6.00 Uhr. Und wir werden belohnt für die paar Stunden weniger Schlaf. Der Sonnenaufang ist noch viel spektakulärer. Bilder sagen mehr als Worte…

    Nach einer einstündigen Wanderung um den versteinerten Wasserfall herum sind wir hungrig. Wir finden ein kleines Restaurant im angrenzenden Dörfchen. Señora Alicia bereitet uns das grossartigste Frühstück auf dem Feuer zu. Rührei, Tlajudas, Bohnen, frische Tortillas. Sie bringt immer noch mehr Essen; frisch zubereitete Salsa, Avocado, Brot, Kaffee... Draussen reitet ein Cowboy auf seinem Esel zur Arbeit. Was für ein Erlebnis! Vielleicht sogar die zwei eindrücklichsten Tage unserer bisherigen Reise.
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  • Oaxaca Filmcrew

    26 de maio de 2022, México ⛅ 26 °C

    Wir haben die Kamera, unser allerbestes Spanisch und eine Portion Mut mit auf den “Mercado de 20 Noviembre” in Oaxaca genommen.

    Die Grillmeisterin Fanny hat sich von uns filmen lassen und gleichzeitig ein paar Fragen beantwortet. Daraus ist ein kurzes Video entstanden 👏🏻.Leia mais

  • Puebla

    29 de maio de 2022, México ⛅ 23 °C

    Wir sind ein bisschen im Verzug. Dieses Reisen ist halt auch anstrengend :)
    Deshalb Puebla im Schnelldurchlauf:

    365 Kirchen mit viel Gold, farbige Gebäude, die älteste Bibliothek Amerikas, drei Vulkane, berühmte Keramik, viel Essen und viele VW-Käfer, weil hier seit den 60er-Jahren ein grosses VW-Werk steht. Plus 1 x Magenverderben für je 35 Pesos (1.70 Fr.)

    Jetzt auf nach Mexico-City!
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  • Ciudad de Mexico

    6 de junho de 2022, México ⛅ 23 °C

    Oder CDMX in der Abkürzung. Ansonsten gibts hier nichts in kurz. Eine Stadt voller Superlative. Wir sind erstmal überwältigt (und bisschen überfordert…)

    Jedes Viertel ist eine Stadt für sich. Wir entscheiden uns, die ersten Nächte in einem AirBnB in Roma Norte zu verbringen. Unser Gastgeber Javier ist zwar nicht der Sauberste, dafür kennt er jede Ecke, weiss über jeden Taco-Stand und Event Bescheid.

    Da sich unsere Mägen von unserem Missgeschick in Puebla (no streetfood anymore) nur langsam erholen, gehen wir es gemütlich an. Wir verbringen die erste Woche damit, unser Viertel und die in der näheren Umgebung zu erkunden.

    Roma Norte ist ein super hippes Viertel, voller internationaler Restaurants, Cafés, Bars und Vintage Stores. Gleich daneben befindet sich Condesa, eine grüne Oase im Herzen der Mega-Metropole. Ins Viertel Polanco nehmen wir die Metro. Eine Frau bemerkt unsere Überforderung am Ticketautomaten, sie drückt uns kurzerhand eine ihrer Metrokarten in die Hand und sagt „Bienvenidos a Ciudad de México“ - ach wir lieben die Mexxen ❤️. Polanco ist kurz zusammengefasst eine Bubble der superreichen Mexikaner - oder „Whitexicans“, wie sie auch genannt werden.

    Am Sonntag nimmt uns Javier mit zu einem riesigen Flohmarkt (inklusive Michelada-Party). Simi ist im 7. Himmel… wenn doch nur mehr Platz im Rucksack wäre. Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher in eine Cantina. Dort verbringen die Locals den Sonntagnachmittag - essen, betrinken sich und lassen sich von den Mariachi unterhalten.

    Heute packen wir unseren Rucksack, um ein paar Nächte in Coyoacan zu verbringen, dem südlichen Teil von CDMX und Geburtsort von Frida Kahlo. Bevor wie dann zu guter Letzt ins Centro gehen.
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  • Frida Kahlo Superstar

    8 de junho de 2022, México ⛅ 22 °C

    Sie ist omnipräsent in Mexiko. Und eine der berühmtesten lateinamerikanischen Frauen der Geschichte. Frida Kahlo ist im Künstlerviertel Coyoacán zur Welt gekommen, hat hier ihr wildes Leben geführt und ist mit nur 47 Jahren an ihren Leiden gestorben.
     
    Das Casa Azul, ihr Geburts- und Wohnhaus, ist heute ein Museum. Unter anderem ist dort eines ihrer letzten Werke ausgestellt (siehe Bild 2). Es zeigt Frida, wie sie sich von ihren Krücken und Schmerzen befreit – mithilfe ihrer politischen Überzeugung, dem Marxismus.
     
    Es ist eindrücklich, einen Blick in ihr Atelier, ihre Skizzen und ihren Garten zu werfen. Eine inspirierende und eigenwillige Persönlichkeit, die sich nie von ihrer Gesundheit unterkriegen liess und stolz das bunte, lebensfrohe Mexiko repräsentiert hat.
     
    Sonst geht es in Coyoacán sehr gemächlich zu und her. Schwer vorstellbar, dass man sich hier noch immer in Mexico-City befindet. Tatsächlich war Coyoacán mal ein eigenes Städtchen und wurde dann von der wachsenden Hauptstadt verschlungen.
     
    Nach zwei Tagen haben wir’s hier gesehen. Zeit ins historische Zentrum der Stadt vorzurücken...
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  • 25‘000 Schritte

    12 de junho de 2022, México 🌧 16 °C

    “Bist du am trainieren?“, fragt Simi’s Apple Watch nach 10 Minuten Laufen. Ja, wir laufen uns seit 2 Wochen die Füsse wund. Hast du dumme Uhr das noch immer nicht gecheckt?!

    Seid zwei Wochen bewegt sich unser Schrittzähler zwischen 15‘000 - 25‘000 Schritte pro Tag. Kein Wunder, allein der Fussmarsch zur nächsten Metro-Station dauert 15 Minuten.

    Trotz straffem Sightseeing-Programm haben wir noch immer das Gefühl, dass wir nur einen Bruchteil dieser Stadt gesehen haben. CDMX hat so viel zu bieten: Ruinen und Tempel, über 150 Museen, Parks so gross wie die Stadt Aarau, koloniale und top-moderne Architektur, Mariachis, alles was das Herz an mexikanischem Essen begehrt, Märkte und natürlich Shopping.

    Mittlerweile stellt die Apple Watch keine blöden Fragen mehr - der Akku ist leer. Auch wir haben heute genügend Zeit um unsere Batterien wieder aufzuladen. Auf uns wartet eine 16-stündige Busfahrt zurück nach San Cristobal. Wish us luck 😅
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  • Grenzerfahrung

    17 de junho de 2022, Guatemala ⛅ 24 °C

    Wir sind fast bisschen traurig. Nach drei Monaten verlassen wir Mexico bonito. Wir werden das abwechslungsreiche, farbenfrohe Land und die herzlichen Mexxen vermissen.

    Jetzt ist’s aber Zeit weiterzuziehen. Nach einem dreitägigen Zwischenstopp in San Cris machen wir uns auf nach Guatemala. Um 7 Uhr früh besteigen wir mit acht anderen Backpackern das Colectivo.

    Vorbei an sattgrüner Natur und Cowboys, die ihre Vacas durch die Strassen jagen, sind wir nach fünf Stunden endlich an der Grenze. Zuerst heisst es Anstehen auf mexikanischer Seite. Glück gehabt, niemand aus unserer Gruppe wird festgehalten, weil er / sie länger als die erlaubten 180 Tage im Land war (kann tatsächlich passieren…)

    Wir fahren weiter zu einem Parkplatz, von wo aus wir zu Fuss über die guatemaltekische Grenze laufen müssen. Dann wieder Anstehen vor einem provisorischen Kuhstall, wo Impf-Zertifikat und Temperatur kontrolliert werden. Lustig, wir haben alle die exakt gleiche Temperatur…😊 Derweil hat sich unser Chauffeur aus dem Staub gemacht und wir gammeln eine Stunde am Zoll rum. Bis schlussendlich ein anderer Fahrer auftaucht, der kurzerhand unsere Rucksäcke auf das Dach eines neuen Colectivos schmeisst.. und weiter geht’s.

    Der Zustand der Strassen in Guatemala ist wesentlich schlechter. Grosse Löcher zwingen den Fahrer zu einer kurvenreichen Fahrt. Nach insgesamt 11 Stunden kommen wir endlich an unserem Ziel an: Quetzaltenango. Erschöpft schleppen wir uns an die Hostelbar. Selten hat ein Feierabendbier so gut geschmeckt…
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  • Aprendemos español

    21 de junho de 2022, Guatemala 🌧 13 °C

    Quetzaltenango hat uns so herzlich willkommen geheissen, dass wir kurzerhand entschieden haben, hier endlich ernsthaft Spanisch zu lernen.

    Die Stadt ist berühmt für ihre Sprachschulen. Oberspontan haben wir am Montagmorgen solch eine Schule besucht. Bereits am Nachmittag konnte es losgehen mit den ersten Spanisch-Lektionen. Nach fünf Stunden Verben eintrichtern mit unserer Privatlehrerin Kimberly, sind unsere Köpfe jeweils ordentlich am dampfen. Aber wir haben in nur drei Tagen schon viel gelernt und bilden uns ein, dass wir mit der Verkäuferin um die Ecke einen oberflächlichen Schwatz abhalten können.

    Gleichzeitig sind wir umgezogen in einen Homestay. Marta, heisst unsere liebe “Guate-Mama”. Ihre Kinder sind längst ausgeflogen, deshalb beherbergt sie Spanischstudenten aus aller Welt. Sie bekocht uns 3-mal täglich mit köstlichem Essen und ist besorgt, dass es uns an nichts fehlt.

    Kaum zu glauben: Für fünf Tage Spanischunterricht mit sieben Tagen Homestay (inkl. Essen) bezahlen wir je 140.- Franken. Da nehmen wir auch in Kauf, dass während des Unterrichts ab und zu der Strom ausfällt.

    Quetzaltenango ist eine gemütliche, authentische Stadt ohne grossen Touristenrummel. Die Stadt ist umgeben von Hügeln und Vulkanen. Hier kommen endlich unsere Wanderschuhe und Regenjacken (ja es schifft mind. 1 x am Tag) zum Einsatz, die wir seit Monaten mit uns herumtragen.

    Das Wort Quetzaltenango ist übrigens sogar den Einheimischen zu umständlich. Deshalb wird hier die Stadt einfach “Xela” (Sche-la) genannt. ¡Nos gusta Xela!
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  • Xela daily

    2 de julho de 2022, Guatemala 🌧 15 °C

    Was für zwei intensive Wochen…! Wir wissen gar nicht, wo uns der Kopf steht vor lauter Español. Wir haben noch eine zweite Woche Spanisch-Unterricht gebucht, diesmal bei zwei separaten Lehrerinnen. Im Innenhof der Schule haben wir fleissig Presente, Preterito, Imperfecto und mucho mas gelernt. Am Nachmittag haben wir ab und zu Ausflüge mit unseren Schul-Gspönli gemacht.

    Beim Feierabendbier letzten Mittwoch sind wir mit einer guatemaltekischen Frau ins Gespräch gekommen. Sie hat sich so gefreut Schweizer kennenzulernen, dass sie uns prompt zum Mittagessen eingeladen hat. Ohne zu zögern haben wir die Einladung angenommen. Zwei Tage später haben uns Jessi und ihre beiden Kinder herzlich willkommen geheissen. Jessi hat uns „Pepian“ - ein typisches guatemaltekisches Gericht - gekocht. Wir haben den ganzen Nachmittag über Gott und die Welt gesprochen und uns gegenseitig Fotos gezeigt. Mit vollen Bäuchen und glücklich über die unfassbare Gastfreundschaft der „Guaten“ sind wir am späten Nachmittag nach Hause gelaufen.

    Vor lauter Schule und sonstigen Abenteuern sind wir noch gar nicht dazu gekommen, die umliegenden Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Ein Must-do haben wir am Samstagmorgen bestiegen: El Volcan de Chikabal. Der inaktive Vulkan liegt bisschen ausserhalb von Xela. Eine steile, einstündige Wanderung führt zum Aussichtspunkt, von welchem man eine traumhafte Sicht auf den Kratersee hat. Weitere 600 Treppen führen hinab zum See, an welchem die Mam-Mayas ihre Rituale durchführen und Blumen als Opfergabe hinlegen. Der See ist im Glauben der Mayas heilig - darin zu baden ist strengstens verboten. Ab 10 Uhr ziehen Wolken über die Hügel des Vulkans und es ensteht eine mystische Stimmung. Keuchend kämpfen wir uns anschliessend die 600 Treppenstufen wieder hoch - aus dem Krater raus.

    Übrigens: Xela kann auch schön. Seit einer Woche hat es kaum geregnet und es ist aussergewöhlich heiss. Die Locals schwitzen und wir geniessen’s.
    Apropos geniessen… der Speiseplan unserer Guate-Mama ist eher einfach und besteht hauptsächlich aus Bohnen, Eier, Reis (in allen Variationen). Häufig gibt es zum Zmittag und Znacht dasselbe. Nach zwei Wochen steht uns deshalb der Speiseplan bis zum Hals.

    Heute verlassen wir unseren Homestay und zügeln wir für ein paar Nächte in ein AirBnB, damit wir den Rest von und um Xela noch entdecken und uns mit Spaghetti vollstopfen können, welche wir in einem grossen Supermarkt gefunden haben. Ach, irgendwie schön, wenn man sich so sehr über ein Pack Spaghetti freuen kann…
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  • Staunen & Bergsteigen

    5 de julho de 2022, Guatemala 🌧 17 °C

    Anfangs Woche sind wir mit dem Chicken Bus nach Zunil gefahren. Ein kleines Maya-Städtchen, in dem die indigene Sprache “Quiché” gesprochen wird. Wir sind planlos durch das steile Dörfchen geschlendert, hinauf zum Friedhof, bis zu den Blumenfeldern der einheimischen Bauern. Zurück durchs Herzstück des Dörfchens - dem farbigen, chaotischen Markt. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben uns mit einem Lächeln willkommen geheissen - wir sind fasziniert von der gelebten Kultur.

    Gestern haben wir zudem einen weiteren Vulkan bestiegen - den Cerro Quemado. Wir haben uns auf eine kleine Wanderung eingestellt - tatsächlich sind wir ein bisschen an unser Limit gestossen. Wanderwege und Wegweiser sind hier wohl für Anfänger… Für den letzten Teil hätten wir fast eine Hochtourenausrüstung gebraucht. Wir wurden dann aber mit einer grandiosen Aussicht auf Xela belohnt.

    Nach fast drei Wochen ist es nun leider Zeit uns von Xela zu verabschieden. Próxima parada: Lago Atitlan.
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  • Lago Atitlan

    12 de julho de 2022, Guatemala 🌧 19 °C

    In Guatemala funktioniert das Transportsystem etwas anders als in Mexiko. Hier muss man sich zwischen Chicken-Bus (alte Schulbusse aus den USA) und Shuttle (Mini-Van) entscheiden. Das Shuttle bucht man im Hostel - es chauffiert dich von Hosteltür zu Hosteltür. Ein solches Shuttle hat uns letzte Woche von Xela nach Panajachel (kurz “Pana”) am Lago Atitlan gebracht.

    Die Entscheidung in welchem Dorf man am See übernachtet, ist gar nicht so einfach. Jedes Dorf hat seine Besonder- und Eigenheiten. Unsere Wahl fällt erstmal auf Pana, da es von dort aus einiges zu entdecken gibt. Zudem hat man von Pana die beste Sicht auf die drei Vulkane, die den See so besonders machen.

    Am Rande des Städtchens hat es ein wunderschönes Natur-Reservat. Zwischen Hängebrücken, Wasserfällen und Mini-Nasenbären fühlt man sich wie im Dschungel. Das Nachbarsdorf Santa Catarina Palopó ist ebenfalls ein Fussmarsch wert. Vor einigen Jahren haben die Einwohner - die Kaqchikel Maya - über 850 Häuser in bunten Farben und Maya-Motiven bemahlt, um den Tourismus anzukurbeln. Dennoch trifft man dort nur wenige Touristen an…

    Pana ist auch der ideale Ausgangspunkt um nach Chichicastenango (“Chichi”) zu gelangen - einer der grössten Outdoor-Märkte Lateinamerikas.
    Hierfür nehmen wir den Chicken-Bus. Eingequetscht zwischen Locals müssen wir zweimal umsteigen. Das klappt dank den aufmerksamen Bus-Chauffeuren bestens. An einer Station angekommen, muss man im Gewimmel nur den richtigen Zurufen folgen.

    Der Markt in Chichi ist ebenfalls ein einziges Gewusel. Er ist unterteilt in verschiedene Sektoren. Von Maya-Kleidung, über Früchte, bis hin zu lebendigen Tieren bekommt man hier alles. Auch wir scheinen eine Attraktion zu sein. Von allen Seiten werden wir von grossen Kinderaugen angestarrt. Nach wenigen Stunden im Getümmel ist es auch uns Mercado-Fanatikern zu viel. Nach einem typischen Pollo frito machen wir uns auf den Heimweg - natürlich per Chicken-Bus.
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  • Time-out in Santa Cruz

    17 de julho de 2022, Guatemala ☁️ 22 °C

    Ihr glaubt es uns vielleicht nicht, aber Reisen ist auch anstrengend ☺️ Recherchieren, buchen, packen, informieren, herumirren, orientieren, schleppen, gleichzeitig Spanisch-Englisch-Deutsch sprechen… und alles wieder von vorne.

    Deshalb haben wir uns mal eine Woche Auszeit am Lago Atitlan gegönnt. In Santa Cruz haben wir ein gemütliches Hostel entdeckt - die Zimmer liegen mitten im Dschungel, der Sitzplatz direkt am See. Unser Programm hier: Aussicht geniessen, relaxen, sönnele und jeden Abend um 19 Uhr treffen sich alle Travelers zum gemeinsamen Family-Dinner.

    Nach einer Woche Nichts-tun wird es Zeit die Trainingsschuhe zu montieren. Schliesslich wollen wir schon bald den berühmtesten Vulkan Guatemalas besteigen… 🌋🥾
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  • Fuego 🌋

    24 de julho de 2022, Guatemala 🌧 18 °C

    Wir haben geschwitzt, gelitten, gefroren. Und das war es absolut wert. Die Wanderung auf den aktiven Vulkan Fuego ist eine der eindrücklichsten Erfahrungen, die wir je gemacht haben.

    Vor ein paar Tagen sind wir im hübschen Kolonialstädtchen Antigua angekommen - umrahmt von den massiven Vulkanen Agua, Acatenango und Fuego. Letztere sind Zwillingsvulkane. Acatenango schläft tief, Fuego ist daueraktiv. Und genau diese beiden wollen wir besteigen.

    Mit 30 anderen Abenteuern geht es am Sonntagmorgen früh los. Vorfreudig, leicht angespannt nehmen wir die 1400 Höhenmeter auf den Acatenango in Angriff. Wir kämpfen uns durch Maisfelder, tropische und hochalpine Wälder und schlussendlich durch vulkanisches Gebiet oberhalb der Baumgrenze. Nach fünf schweisstreibenden Stunden bergauf kommen wir im Acatenango-Basecamp auf 3600 Metern an - mit Blick auf den fauchenden Fuego, nur drei Kilometer Luftlinie entfernt. Hier werden wir übernachten.

    Der “Volcán de Fuego” ist der aktivste Vulkan Guatemalas. Alle 20 Minuten können wir eine Eruption beobachten. Surreal, eindrücklich. Und da wir Sauglück mit dem Wetter haben, entscheiden unsere Guides am späten Nachmittag: “Let’s go to Fuego!”. Hochmotiviert schliessen wir uns der Wandergruppe an. Weitere vier Stunden durch steiles Gebiet stehen vor uns. Drei ortsansässige Guides, die den Vulkan in und auswändig kennen, begleiten uns auf Schritt und Tritt.

    Das Gefühl auf einem aktiven Vulkan zu stehen, ist unbeschreiblich. Nur wenige hundert Meter vom Krater entfernt. Der Wind bläst heftig, die Erde bebt, Fuego spuckt Lava, Geröll und Rauch aus. Wir schauen aus sicherer Distanz zu - staunend und ehrfürchtig.

    Uns ist bewusst: So wunderschön der Vulkan ist, so gefährlich kann er auch sein. Vor vier Jahren kam es letztmals zu einem grossen Ausbruch. Obwohl der Vulkan permanent überwacht wird, wurden die Bewohner einiger Dörfer überrascht. Eine riesige Glutwolke wälzte sich den Hang hinab. 12’000 Menschen mussten fliehen, über 100 Menschen starben.

    Zurück zur Gegenwart: Jetzt wird es richtig hart. Mit Stirnlampe bewaffnet müssen wir im Dunkeln zurück ins Basecamp wandern. Nun machen uns die zurückgelegten Kilometer und die dünne Höhenluft richtig zu schaffen. Völlig ausgepowert kommen wir nach 21 Uhr im Basecamp an. Mittlerweile ist es hier oben gegen 0 Grad. Wir ziehen all unsere Kleidungsschichten an und legen uns nach einer heissen Schokolade und einem feinen Znacht in unser Privat-Kabäuschen.

    Einen Wecker müssen wir am nächsten Morgen nicht stellen. Fuego sorgt mit lauten Eruptionen dafür, dass wir nur wenig Schlaf bekommen und jeder um 5 Uhr auf den Beinen ist. Was für ein Spektakel. Der kitschige Sonnenaufgang auf der einen Seite konkurrenziert mit dem spuckenden Fuego auf der anderen Seite.

    Nach einem Frühstücks-Burrito geht’s zufrieden bergabwärts. Wir sind überglücklich - über das Wetterglück, über unsere Leistung und darüber, dass wir nochmals drei Nächte in Antigua gebucht haben. Weil jetzt wollen wir nur noch schlafen und den Muskelkater auskurieren.

    Dieses einzigartige Naturschauspiel war eines der beeindruckendsten Dinge, die wir auf unserer Reise gesehen haben.
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  • El Paredón

    1 de agosto de 2022, Guatemala ☀️ 32 °C

    Einen zweistündigen Abstecher von Antigua entfernt gibt es ein kleines, verschlafenes Fischerdorf - el Pareódn.

    Hier gibt’s eine geteerte Hauptstrasse (die in einer Sackgasse an einem Fluss endet), 2 sandige Querstrassen und ein Dutzend Nebenstrassen die zum Strand führen, 4 Tiendas entlang der Hauptstrasse, 4 Hostels, 3 Local-Restaurants (Yoli’s, Sandra’s und Dina’s) und 2 Pollo Frito Stände. Eso es todo.

    Ein paar Surfer surfen in den kitschigen Sonnenuntergang und wir sitzen im schwarzen Sand und bewegen uns höchstens in Zeitlupe.
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  • Hummus im Dschungel

    6 de agosto de 2022, Guatemala 🌧 25 °C

    Je kleiner das Land, desto länger die Busfahrten. So scheint es jedenfalls in Guate. Nach einer Überbrückungs-Nacht in Antigua sind wir mit einem Shuttle-Bus 8 Stunden über 7 Berge und Brücken gefahren – bis nach Lanquin. Weitere 45 Minuten mit dem Pick-up über Stock und Stein bringen uns an unser Ziel – das Naturschutzgebiet Semuc Champey.
     
    Unser Hostel liegt inmitten eines dichten tropischen Dschungels – das einzige Hostel und Restaurant weit und breit. Weil es hier keine Küche zum selber kochen gibt, kommt unser Portmonnaie hart ans Limit. Der Inhaber des Hostels ist ein Israeli - so gibt es täglich leckeres Hummus, Shakshuka und Falafel im Nirgendwo. (Sonst steuern die Horden an israelischen Reisenden eher einen bitteren Beigeschmack bei…🙊 mehr dazu vielkeicht ein andermal.)
     
    Zurück zu Semuc Champey – auf Deutsch „wo sich der Fluss unter den Steinen versteckt“. Ein wahrhaftiges Naturwunder. Auf einer ca. 300 Meter langen Kalksteinbrücke, durch die der Fluss „Cahabón“ fließt, haben sich eine Vielzahl türkisblauer Naturpools gebildet, in denen man sich wunderbar erfrischen kann. Und weil es hier unverschämt schön ist, geben wir uns ausnahmsweise das volle Touristenprogramm. Wir besuchen mit nur einer Kerze bewaffnet die naheliegenden Tropfsteinhöhlen und beenden unsere Tour mit einem eiskalten Cerveza beim Tuben flussabwärts. Zum Znacht gibt’s ein wohlverdientes... wer hats erraten? Hummus mit Shakshuka.
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  • Tikal

    9 de agosto de 2022, Guatemala 🌧 28 °C

    Der Wecker läutet um 4.00 Uhr. Heute reisen wir quasi in der Zeit zurück. Wir besuchen die weltberühmte Maya-Stadt Tikal. Im Morgengrauen. Damit wir die Ruinen ganz für uns alleine haben.

    Ok, so alleine sind wir dann doch nicht… Zusammen mit 20 anderen Backpackern fahren wir 1,5 Stunden mit dem Bus von der Stadt Flores zu den Ruinen. Mitten im dichtesten Dschungel, der langsam erwacht.

    Tikal war über Jahrhunderte eine der führenden Städte im Maya-Königreich. Über 100’000 Menschen lebten hier. Doch ca. 900 n.Chr. wurde die Stadt plötzlich verlassen. Warum kann man bis heute nicht genau sagen. Der Dschungel eroberte sich seinen Platz zurück. Viele Pyramiden und Tempel sind heute noch komplett mit tropischen Pflanzen überwuchert.

    Das Gelände ist riesig und unübersichtlich. Immer wieder verirren sich hier Touristen, die Tikal auf eigene Faust entdecken wollen. Wir schliessen uns einem lokalen Guide an, der zwar unglaublich viel weiss, sich aber schnell in Details verliert - und sich nervt, wenn man ihm zu viele Fragen stellt…

    Egal, wir konzentrieren uns auf die mystische Stimmung im Dschungel, hören den Brüllaffen zu und suchen die besten Winkel für ein paar Schnappschüsse. Leider ist es ziemlich bewölkt und wir werden nicht mit einem kitschigen Sonnenaufgang belohnt. Ein Erlebnis ist es trotzdem.

    Im Vergleich zu Chichen Itza in Mexiko, das eher einem Disneyland gleicht, ist Tikal wohltuend authentisch, ohne nervige Souvenir-Verkäufer und die Besucher verteilen sich besser auf dem grossen Gelände. Gegen Mittag wird es aber auch hier unaushaltbar heiss.

    Nach fünf Stunden im Dschungel rumlaufen, ist vor allen Simi (nicht der grösste Ruinen-Fan) froh, dass unser Bus zurück nach Flores fährt. Zurück in die Zivilisation. Zurück in die Gegenwart.
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  • Über Visas

    14 de agosto de 2022, Belize ⛅ 32 °C

    Andere Länder, andere Sitten - oder Visabestimmungen. In Mexiko erhält man in der Regel ein 180 Tage-Visa. Doch dies hängt sehr vom jeweiligen Zöllner ab. In letzter Zeit ist es extrem zufällig geworden, wie viele Aufenthalts-Tage man tatsächlich erhält. Die einen kriegen 180 Tage, andere nur 10 Tage. Je nachdem, ob der Zöllner mit dem linken oder rechten Fuss aufgestanden ist. Unser Zöllner war uns damals gut gesinnt. Wir haben 110 Tage erhalten.

    In anderen Ländern herrscht weniger Willkür. Bei der Einreise nach Guatemala erhält man ein sogenanntes C4-Visum. 90 Tage für die vier zentralamerikanischen Länder Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua.

    Will man dieses Visum verlängern, wählt man entweder den umständlichen Weg und geht aufs Migrationsamt in der Hauptstadt. Oder man reist für ein paar Tage über die Grenze nach Mexiko oder Belize und bekommt dann bei der Rückkehr neue 90 Tage Reisezeit.

    Da wir im Schneckentempo unterwegs sind, haben wir bereits 60 der 90 Tage aufgebraucht. Und wir wollen auch noch die anderen C4-Länder besuchen. Und da Flores quasi an der belizischen Grenze liegt, haben wir entschieden, einen kleinen Abstecher nach Belize zu machen.

    Wir quartieren uns für ein paar Nächte unweit der Grenze im übersichtlichen, ruhigen Städtchen San Ignacio ein. Die Leute auf dem Markt lachen uns an und wollen mit uns smalltalken. Der Polizist, der den Verkehr an der Kreuzung regelt, trägt eine gebügelte Uniform, einen Fischerhut und Sonnenbrille. Er winkt uns schon von weitem zu, ruft „wanna cross the street?“, hält die Autos an und sagt: “Welcome to Belize, enjoy my beautiful country.“ (P.s. Belize war eine britische Kolonie, deshalb wird hier englisch gesprochen)

    Zudem übernachten wir in einem der gemütlichsten Hostels seit langem. Das beste daran: Hinter dem Haus stehen zwei riesige Avocado-Bäume. Frische Avos sind im Preis inklusive, deshalb gibt’s jeden Tag Guacamole - ohne schlechtes Gewissen.

    Belize scheint eine ausgezeichnete, ungeplante Wahl.
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  • Hopkins

    16 de agosto de 2022, Belize ⛅ 30 °C

    Auf dem Weg zurück nach Guatemala, stoppen wir an der karibischen Küste von Belize - und landen im verschlafenen Hopkins. Ein kleines Städtchen, in dem sich die Bewohner mit Bier in der Hand dem Schatten entlang bewegen. Es ist unerträglich tüppig. “Go slow” - das Motto von Belize - wird hier besonders gelebt. So in etwa stellen wir uns Jamaica vor. Relaxed Vibes, Raggae, Weed und Dreadlocks (ohne kulturelle Aneignung ;))

    Die Locals gehören den Garifuna an. Eine Volksgruppe mit afrikanischen und karibischen Wurzeln. Ihr Markenzeichen: die Garifuna-Trommeln. Bereits die Kleinsten haben den Rhythmus im Blut und lernen das typische Trommelspiel.

    Der Trommel-Abend am Strand mit Bier und Piña Colada war denn auch das Highlight von Hopkins. Der Strand ist leider voller Braunalgen und angeschwemmtem Müll, das Wasser ist ebenfalls braun - und die Schnorchel-Touren zu den Reefs sind überrissen teuer (mehr als 100 Dollar pro Person). Dieses Erlebnis sparen wir uns für später auf.
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  • Utila

    24 de agosto de 2022, Honduras ⛅ 30 °C

    Sorry, wir sind ein paar Tage abgetaucht… und zwar in Utila. Eine Karibikinsel vor dem honduranischen Festland. Ein Taucherparadies. Hier schwimmen massenhaft bunte Fische, Delphine, Rochen und manchmal sogar Walhaie herum.

    Bekannt ist die Insel für die zahlreichen Tauchschulen und die unschlagbar günstigen Preise. 330 Dollar für einen viertägigen Tauchkurs - inklusive Übernachtung - ist mehr als fair. Simi konnte es kaum erwarten und hat sofort die Weiterbildung zur Rettungstaucherin in Angriff genommen. Auch Pirmin hat sich überwunden und gehört nun zu den zertifizierten PADI-Tauchern.

    Der Rest des Tages besteht aus: Herumschlendern im Städtchen, Bier auf dem Pier mit Sonnenuntergang und unseren Tauch-Buddys - und Essen von frischem Fisch.

    Auf dem Weg hierhin sind wir rund sechs Stunden mit einem Shuttle-Bus durch Honduras gefahren. Wir waren überrascht, wie “modern” gewisse Städte aussahen, die wir passierten. Das ist wohl leider nur Fassade. Laut Schätzungen leben rund 70 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Und es gebe kaum Arbeit im Land. Arbeitslosigkeit, Korruption und Gewalt zwischen rivalisierenden Banden treiben Hunderttausende Honduraner in die Flucht, vor allem in die USA.

    Honduras hat definitiv ein Imageproblem und gilt als Badboy Zentralamerikas. Bis vor einigen Jahren galt die zweitgrösste Stadt des Landes (San Pedro Sula) gar als gefährlichste Stadt der Welt.

    Wir haben uns vor Einreise intensiv mit diesem Land auseinandergesetzt. Honduras kämpft beharrlich gegen den Ruf, gefährlich zu sein. Und tatsächlich zieht der Tourismus im Land an und es gibt mehrere Orte, die man bedenkenlos bereisen kann. Dazu gehört Utila. Die grossen, “gefährlichen” Städte kann man getrost skippen, weil es da ohnehin nichts zu sehen gibt.

    Wir stossen an, auf die Entscheidung in dieses schöne Land gereist zu sein und freuen uns auf die nächsten Wochen!
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  • Leben in Utila

    4 de setembro de 2022, Honduras ⛅ 29 °C

    Wir haben jetzt eine eigene Wohnung in Utila! Jedenfalls für einen Monat. Simi erfüllt sich nämlich einen Traum und macht hier die Ausbildung zum Divemaster. (Ein Divemaster darf Taucher durch die Unterwasserwelt führen und bei Tauchkursen assistieren.)

    Die Ausbildung dauert mindestens 3-4 Wochen. Weil wir nicht so lange in unserem kleinen Zimmer direkt neben der Tauchschule bleiben wollen, haben wir etwas eigenes gesucht. Via Tauch-Kollegen und Facebook-Gruppen sind wir schnell an verschiedene Kontakte gelangt. Schlussendlich haben wir uns für das Schmuckstück auf den Fotos entschieden. Purer Backpacker-Luxus - für nur 430 Dollar pro Monat.

    Mittlerweile leben wir seit sechs Tagen in unserem kleinen Reich. Und haben uns an das Leben hier gewöhnt. Zum Beispiel: Strom ist Prepaid. Man muss ihn in einem kleinen Büro kaufen gehen, wo man einen Code erhält. Den muss man dann rechtzeitig zuhause in den Stromzähler eintippen. Auch Stromausfälle gehören zur Tagesordnung, aber das stresst hier niemanden und auch uns schon lange nicht mehr.

    Simi ist hier in ihrem Element und täglich unter Wasser. Das neue Leben als DMT (Dive Master in Training) hat’s aber in sich. Der Tag beginnt früh - jeden Morgen um 7.00 Uhr geht das Boot raus ins Meer für zwei Tauchgänge. Am Nachmittag ist DMT Simi entweder mit Rettungs-Workshops, Theorie Büffeln oder Schmwimmtests beschäftigt.

    Pirmin geniesst derweil den Insel-Vibe, macht ab und zu einen Fun Dive, hat mal wieder Zeit zu lesen und lernt bisschen zu programmieren. Und vielleicht ergibt sich noch einen Bar-Job irgendwo…
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  • Qualle & Co

    21 de setembro de 2022, Honduras ⛅ 27 °C

    Give it up for Divemaster Simone!

    Okay, okay, okay… um ganz ehrlich zu sein, hat Simi noch nicht ganz alle Tests abgeschlossen für ihr Divemaster-Zertifikat. Weil aber sechs andere DMTs letzte Woche ihr Training beendet haben, hat sich Simi diesen für die Abschlussfeier angeschlossen. Sie hat keine Kosten und Mühen gescheut, um sich adäquat für die Mottoparty zu verkleiden. Mit ihrem Quallen-Kostüm hätte sie locker den Hauptpreis gewonnen - wenns dafür einen gegeben hätte.

    Es gab jedoch diverse andere kuriose Spiele und Preise, die alle eines gemeinsam hatten: viel Alkohol. Nach der finalen Krönung - dem sogenannten Masken-Test, bei welchem das Ziel ist, ein Bier durch die Nase zu „trinken“ - war dann auch der Hinterletzte in Partylaune. Und so haben wir verschwommene Erinnerungen an eine feuchtfröhliche Nacht. Die Qualle hat’s leider nicht bis nach Hause geschafft, jedoch hat Simi einen andern Käfer aufgelesen und liegt jetzt für ein paar Tage flach 🦠.

    Zum guten Glück ist wenigstens jemand von uns beiden seriös geblieben. Pirmin hat sich im Nu einen Job an der Bar von Underwater Vision beschafft. Dort mixt er an zwei Abenden pro Woche Drinks. Dabei versucht er sich mit der honduranischen Gelassenheit und bisschen “anderen Arbeitsmoral” zurechtzufinden. Bar-Lektion Nummer 1: Bewege dich keinesfalls zu schnell! Für 5 Stunden Arbeit gibt‘s 300 Lempiras (CHF 12.-) auf die Hand.

    Zudem darf er als Volunteer (ehrenamtliche Arbeit) für die Umweltschutzorganisation BICA arbeiten. Seit ein paar Tagen begleitet er die Projektleiterin zum Schildkröten-Strand und versucht mit der Kamera einzufangen, wie die Baby-Schildkröten in einem geschützten Bereich schlüpfen und sich dann ins Meer kämpfen.

    Ihr seht, wir haben es uns hier gut eingerichtet und geniessen die Insel-Idylle. Wir können nachvollziehen, weshalb so viele Reisende in Utila stranden. Man lebt in einer gemütlichen Bubble mitten in der Karibik. Wir aber möchten hier nicht versumpfen, es gibt noch so vieles zu sehen und zu entdecken. Anfangs Oktober werden wir unser kleines Heim verlassen und zurück aufs Festland reisen.
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  • To be continued

    7 de outubro de 2022, Costa Rica 🌧 21 °C

    Hätte uns vor einem halben Jahr jemand gesagt, dass wir mal an der honduranischen Grenze auf einer Holzbank übernachten - wir hätten sie/ihn für verrückt erklärt.

    Nun sitzen wir am Flughafen in Costa Rica und warten auf unseren Edelweiss-Flug nach Zürich. Der Grund ist leider ein trauriger. Simi’s Vater geht es gesundheitlich nicht gut, weshalb wir uns entschieden haben, unsere Reise zu unterbrechen. Die Geschichte, wie wir es rechtzeitig hierher geschafft haben, werden wir jedoch noch unseren Ur-Nichten erzählen.

    Im Herzen Honduras, am Lago Yojoa, haben wir einen Tag damit verbracht, einen schnellen und einigermassen bezahlbaren Weg nach Zürich ausfindig zu machen. Der Plan war perfekt: 11 Stunden mit dem Shuttle nach Léon (Nicaragua) - 1 Übernachtung - 2 Stunden Taxifahrt nach Managua (Nicaragua) - 10 Stunden Busfahrt nach San José (Costa Rica) - 1 Übernachtung - Direktflug nach Zürich am Freitagabend…

    Dumm nur, haben wir den Plan ohne die nicaraguanischen Grenzbehörden gemacht. Am Mittwochabend am Zoll von Nicaragua angekommen, wird Pirmin plötzlich in ein Hinterzimmer gebeten. Fünf Beamte warteten auf ihn. Die erste Frage lautete: „Arbeiten Sie für SRF?” - ohne dass Pirmin diese Tätigkeit irgendwo erwähnt oder angegeben hatte. Offensichtlich führt Nicaragua eine internationale Journalisten-Datenbank. Oder sie haben eine Online-Recherche angestellt. Es folgen weitere Fragen über seine frühere Tätigkeit und was er in Zentralamerika mache. Total surreal und bisschen beängstigend.

    Nicaragua verkommt immer mehr zu einer Diktatur. Die Meinungsfreiheit wird unterdrückt. Menschenrechtsverteidiger, Akademiker und politische Gegner werden verhaftet. Ausländische Journalisten sind im Land nicht gerne gesehen. Auch wenn diese gar nicht mehr aktiv, pensioniert - oder auf Reisen sind.

    Uns war bewusst, dass vielleicht kritische Fragen gestellt werden. Aber dass wir rund zwei Stunden später von den Grenzwächtern zurück an die honduranische Grenze begleitet werden, haben wir nicht erwartet. No puedes entrar. Dass wir nur auf Durchreise im Land sind, hat die Beamten so wenig gekratzt, wie der Umstand, dass wir wegen eines Notfalls auf dem Heimweg sind. Sogar Simi wurde die Einreise verweigert. Eine Begründung gab es zu keiner Zeit - reine Schikane.

    Und so sassen wir kurz vor Mitternacht auf einer Holzbank im honduranischen Zollhaus. Tränen sind einem ungläubigen Lachen gewichen. So absurd war das Ganze. Die Leute am Zoll von Honduras waren das Gegenteil der Kollegen in Nicaragua: die freundlichsten Menschen. Abwechselnd versuchten wir bisschen zu schlafen - und einen neuen Plan auszuhecken, wie wir bis Freitag doch noch nach San José kommen.

    Und manchmal hat man Glück im Unglück. Am nächsten Morgen kehrte nämlich unser Shuttle-Fahrer vom Vortag zurück zum Zoll. Er sei auf dem Weg in die andere Richtung nach El Salvador und er hatte genau noch zwei freie Plätze im Bus. Also ab nach San Salvador, weitere 9 Stunden Busfahrt. Und von dort aus hatten wir am nächsten Morgen tatsächlich einen Flug nach Costa Rica. Wir winkten den nicaraguanischen Grenzwächtern aus der Luft und schafften es rechtzeitig auf unseren Rückflug nach Zürich.

    Hier hat der erste Teil unserer Reise leider ein vorzeitiges, abruptes Ende. Die Reise wird weitergehen, vielleicht noch dieses Jahr, vielleicht nächstes Jahr. Es gibt noch so viele Länder, die uns gerne willkommen heissen… :)
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    Final da viagem
    8 de outubro de 2022