Wir danken allen die diese "ReiseUnseresLebes" möglich gemacht haben. YEEES für das großzügige Promotionsstipendium, dem Leuphana Gleichstellungsfonds, vor allem Christians u Annas Eltern u allen Freunden die uns ermutigt haben es zu tun! Ihr seid :)
  • Day35

    Heim

    March 30 in Germany ⋅ ☁️ 0 °C

    Der gestrige Tag war nochmal eine kleine Odyssee. Aufstehn um vier, Auto mit Koffern u Kindern beladen und entgegen aller Empfehlungen (aufgrund potentieller Wildunfälle) im Stockdunkeln dem Mietwagenkonvoi deutscher Rückholflügler gen Flughafen folgen. Gespenstische Nacht, kein Gegenverkehr, alles ist abgeriegelt. Von der Botschaft führen wir ein Schreiben mit, welches uns das Passieren von Strassensperren- und Kontrollen ermöglicht. Für uns alles noch recht surreal. Es soll tatsächlich heim gehen... Der Flughafen ist proppenvoll, aber es läuft geordnet, deutsch, ab. Auch die Bortschafterin ist entgegen ihrer Vorankündigung vor Ort, regelt noch letzten Papierkram und Platzänderungen. So auch unsere: Chrischi u Noah hätten Economy, Levi u ich Business fliegen sollen. Da ein Upgrade nicht möglich war, ließen wir uns downgraden. Wir haben das Abenteuer zusammen begonnen, also ist es unabdingbar, es auch gemeinsam zu beenden! Dann gab's erst mal unser Vesper-Frühstückspaketchen von der Lodge, und ab ging es zum Gate (gibt eh nur eins). Selbst die afrikanischen Flughafenmitarbeiter waren überwältigt und machten Handyaufnahmen (dürfen sie das überhaupt?!). Und dann, glaubt es oder nicht, als es endlich um 9:04 Uhr los ging, bestiegen wir Spieglers tatsächlich als aller aller erste die Maschine. Es war ein überwältigender, weil so bedeutender Moment. Wenn ein Journalist dagewesen wäre, hätte er unseren Treppenaufgang mit Sicherheit fotografisch festgehalten. Der erste Namibia-Rückholflug! Nachdem der Kapitän persönlich in jedem Anteil nochmals ein freundliches "Hallo" hineingeworfen hatte, ging es dann auch tatsächlich los. Es war eine nette, aber immer noch angespannte Stimmung an Board. Was erwartet uns zuhause? Der Flug selbst klappte einwandfrei. Noah schaffte 4 Filme und ebenso viele Päckchen Gummibärchen, Levi ließ sich von Papa fleißig durch die Gegend tragen. Außerdem gabs eine große Knabberbox von der Lufthansa, da sie in Windhoek keine Möglichkeit des Caterings hatte. Dafür brachte an Bord natürlich jeder vollstes Verständnis auf. Alle waren so Dankbar: Lufthansa unsere Heldin!! Nach fast pünktlicher Landung, und problemloser Kofferabholung, fielen wir Opa Alfed überglücklich in die Arme. Endlich daheim! In 3,5 Stunden bretterten wir, inkl. eines sich übergebenden Levis, Richtung Süden, und fielen schließlich auch Oma Rieke -nach einer ausgiebigen Dusche- in die Arme. Den anstrengenden Tag ließen wie völlig erschöpft aber auch unendlich erleichtert bei einem wärmenden Allgäuer Gemüsesüppchen um 2 Uhr nachts ausklingen. Nach über 5 Wochen das erste mal kein Fleisch. Zumindest daran werden wir uns schnell wieder gewöhnen können. Die Sonne und die Sonnenuntergänge, die Weite des Landes, die vielen Tiere und supernetten Menschen vermissen wir jetzt schon. Namibia, wir kommen wieder!Read more

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  • Day33

    Namibia so "Tschüss, auf Bald"

    March 28 in Namibia ⋅ ⛅ 28 °C

    Zum Abschied gabs heute nochmals einen ausgiebigen Pooltag - die Lodge verlassen dürfte man dank Lockdown eh nicht. Wir Gestrandete sind inzwischen mit den 3 übrig gebliebenen Personalbediensteten/managern eine kleine eingeschworenen Gemeinschaft geworden. Als würde auch Namibia "Tschüss, bis bald sagen", gab es heute Nachmittag noch ein ordentliches Gewitter, bei dem durchgehend (gleichzeitig zum Gewitter) die Sonne weiter schien. Echt verrückt! Wenn wir etwas in unserer Zeit hier definitiv gelernt haben, dann dass Namibia soviele Gegensätze hat - und diese alle gleichzeitig!

    Die endgültige Bestätigung für unseren Heimflug lies bis abends halb sieben auf sich warten. Wir wussten kaum damit umzugehen, wurden doch all unsere letzten Flüge immer gecancelt! Letztendlich überzeugte uns das kostenlose upgrade in die Business class, dass wir ruhigen Gewissens morgen die Heimreise antreten können. Um 9 hebt der Flieger ab, 3 Stunden früher da sein, außerdem noch Auto abgeben und, da es ein Rettungsflug ist, viel Papierkram am Airport. Wir planen Abfahrt halb 5. Das wird ein seeehhr langer Tag und eine seeehhr kurze Nacht. Na dann, auf in den Schlaf!...
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  • Day32

    Frohe Botschaft

    March 27 in Namibia ⋅ ⛅ 21 °C

    Entgegen unserer Versprechungen an sämtliche Omas, versuchten wir heute doch nochmal einen Ausflug. Da Noah so verrückt nach Leoparden ist (weil die schnellsten Tiere der Welt), wollten wir zur Farm Düsterbrook (mit älterste Farm Namibias), die täglich eine Leopardenfahrt mit Fütterung anbietet. Allerdings: so ganz einigen, ob wir denn überhaupt die Lodge aufgrund des schon, oder noch nicht, geltenden Lockdowns, verlassen dürfen, waren wir uns nicht. Die Sandstrasse zur Farm lag ca 40 Minuten und einmal durch Windhuk entfernt, und von dort aus nochmal 17,5 km Gravelroad. Direkt an der Außengrenze der Khomasregion, dessen verlassen unbedingt zu vermeiden war, wenn man den Flug die nächsten Tage nicht gefährden wollte. Als wir dann nahe der Gravelroad ein Polizeiauto sahen, war es um uns geschehen, uns wurde vollens unwohl und wir entschlossen umzudrehen. Keiner weiß hier so recht, was dieser Lockdown genau bedeutet und keiner möchte etwas falsch machen. Hier in der Lodge wurde bis aufs Management bereits das ganze Personal in Urlaub und damit zu ihren Familien in den entfernteren Regionen Namibias geschickt. Es ist supernett (und ökonomisch sicherlich auch nochmal lukrativ so kurz vor Schließung) uns Gestrandete noch zu beherbergen. Mit uns sind noch 3 oder 4 ältere Paare, eine Familie und 2 jüngere Paare hier untergekommen. Eins der jüngeren Paare kommt aus der Schweiz. 35 Schweizer sollen sich hier noch aufhalten. Mit Glück können die bei den deutschen Flugzeugen mitfliegen. Die Schweizer holen dafür in einem anderen Land die Deutschen mit ab. Noah ist mit allen inzwischen schon best-friend und saß beim Abendessen schon garnicht mehr bei uns. Schwimmen wurde ihm heute nachmittag auch schon beigebracht. Und er weiß von jedem Namen, Alter, Wohnort und Straße. Endlich haben Christian und ich Urlaub! -zumal wir mit superleckerem Essen verwöhnt werden! Aber eine besondere Stimmung ist das schon, wenn jeder hier in Wartestellung ist. Jeder bringt seine ganz eigene Geschichte eines angebrochenes Namibiaaufenthaltes mit. Die einen waren vor ein paar Wochen ins Sabbatical gestartet und wollten eigentlich als nächstes die USA ansteuern, die anderen den Renteneintritt mit einem langen Urlaub feiern und die Familie mit dem Baby kam gerade aus Swakopmund und berichtete von einem ganzen Schiff mit vielen Deutschen, für die die 4 geplanten Flugzeuge garnicht ausreichen würden. Wir passen also mit der traurigen Geschichte eines abgebrochenen Forschungsaufenthaltes ganz gut hier rein. Nichtzuletzt sind sich alle einig: wir kommen wieder, keine Frage!
    Unterschiedlich Glück scheinen wir allerdings mit dem Rückflug zu haben. Wir Spieglers Junior waren die ersten, die frohe Botschaft von der Botschaft erhielten. Um 18:04 kam die Nachricht: Flug 1 Rückholung, Sonntag, 28.03., Abflug 9:00 Uhr, Ziel Frankfurt. Solange haben wir nun auf diese Nachricht gewartet, und nun klingt es fast zu unwirklich. Wir können heim! Der Urlaub hat doch gerade erst angefangen...
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  • Day31

    Crossing River Lodge

    March 26 in Namibia ⋅ ⛅ 20 °C

    Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir heute Otjiwarongo und damit Lilian und Jaque verlassen. Mit einem weinenden, weil wir diesem Paradies auf Erden für eine lange Zeit Adieu sagen müssen, was uns wahrlich schwer viel. Wer immer mal beschließt, eine Reise nach Namibia zu tun, sollte in jedem Fall auch die Villa Cacao miteinplanen. Its a heaven on earth that for ever will have a little place in our hearts!

    Mit einem lachenden gingen wir, da wir gleich heute Morgen von der Botschafterin Nachricht erhielten: am Samstag gehen die Rückholflüge los und unsere Dringlichkeit wurde an die Zuständigen weitergeleitet. Zudem hatten wir es tatsächlich geschafft, uns noch eine nette Unterkunft in Flughafennähe zu organisieren. Das war aber wohlgemerkt fast ebenso kompliziert wie die Sache mit den KLM-Flügen: 80% hatten bereits zu, 10% vor, am nächsten Tag zu schließen, und 10% musste man erst einmal ausfindig machen. Wir machten also die Crossing River Lodge (CRL) ausfindig, buchten 2 Nächte und erhielten prompt einen Anruf, der uns wissen ließ, dass die Lodge doch zu Kategorie 1 gehört. Wir also noch eine andere Unterkunft gesucht, kontaktiert, für die 2. Nacht gebucht. Dann Mail der CRL, sie würden extra für uns einen Tag länger auflassen. Also der anderen Gästefarm abgesagt, die 1-Nacht-Buchung bei der CRL wieder gecancelt und die 2-Nacht-Buchung reaktiviert. Ach, Buchungen können doch eine so herrliche ABM sein!!
    Hier angekommen, stellten wir fest, dass wir gerade von einem Paradies ins nächste stolpern. Mit herrlichem Blick über Windhuk, und die malerischen Khomasberge, sowie einem atemberaubenden Sonnenuntergang zu einem perfekten Kudu-Steak, unterstrichen durch einen exzellenten Etoshawein, kann man eine solche Reise nicht besser beenden. Das i-Tüpfelchen: Am Nachbartisch, die einzigen weiteren Gäste, saßen vier Einheimische und plötzlich kamen noch sechs weitere hinzu und einer viel auf die Knie. Das war tasächlich ein Antrag - vor dieser malerisch schönen Kulisse. Gerade in Zeiten von Corona, von Angst und Panikmache, von Isolation und Absperrungen ist das ein schöner Lichtblick. Man mag den Menschen verbieten können, sich zu treffen, aber man kann nicht verbieten sich zu lieben. - Gell Chrischi?!♥️
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  • Day30

    Ausgangssperre auf Afrikanisch

    March 25 in Namibia ⋅ 🌙 18 °C

    YEEES gab heute nochmal alles, uns in eines der letzten begehrten Flugzeuge zu bekommen: KLM hätte uns tasächlich noch irgendwie untergebracht - aber in zwei getrennten Flügen an verschiedenen Tagen. Das war natürlich absolut keine Option. Am Ende sitz ich hier mit klein-Levi allein in Afrika fest und komm nicht heim und Christian mit Noah im großen fremdsprachigen Amsterdam und kommt auch nicht heim. Nein, nein das wird zusammen durchgestanden! Letztendlich wurden diese Flüge dann aber auch noch gecancelt. Mittags erhielten wir eine Antwort von der Deutschen Botschaft auf unsere Mail von Gestern, die uns sehr aus den Socken warf: Ausgangssperre wird hier mit Abriegelung gleichgesetzt. Wir sollen uns unverzüglich in die Khomasregion (Raum Windhuk) begeben, sonst kämen wir Freitag nicht mehr rein. Sämtlicher Personenverkehr rein u raus wird untersagt und strengstens kontrolliert werden. Und schon sind unsere aufmunternden Gedanken von zwei Wochen Sonne in unserem kleinen Paradies hier dahin. Auch ein Telefongespräch mit der Botschaft konnte an der Situation nicht viel ändern: wir müssen Koffer packen - und zwar schon morgen. 😪
    Allerdings wurde uns von der Botschaft auch bestätigt, dass bereits am Wochende die ersten Rettungsflugzeuge starten würden und wir mit zwei kleinen Kindern und meiner Erkrankung in einem der ersten Flugzeuge sitzen werden. Tatsächlich ist Namibia seit einer knappen Stunde im Rückholprogramm gelistet. Das beruhigt doch sehr! -Paradies hin oder her. Nun sind wir also auf Unterkunftssuche in Flughafenumgebung. Und das ist garnicht so einfach. Ein Großteil der Unterkünfte hat bereits geschlossen oder wird es innerhalb der nächsten Tage tun. Backpackers haben noch Plätze frei, sind uns in dieser Lage aber zu riskant. Wir haben etliche anderen angeschieben. Bislang kein Erfolg. Hoffentlich wissen wir morgen mehr!
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  • Day29

    Dinosaurier Tracking

    March 24 in Namibia ⋅ 🌙 18 °C

    Die Ereignisse überschlagen sich. Es wurde der 4. Coronafall offiziell gemeldet. Ein 19-jähriger Namibia, der am 18.03. von London über Amsterdam mit KLM nach Hause reiste. Nicht gut für uns. Die Regierung hat eine Ausgangssperre für die Region um Windhuk und die Küstenregion ab 27.03. verhängt. Noch weniger gut für uns. (Wobei die Ausgangssperre (noch) nicht für unsere Region gilt.) Gleichzeitig wurde ein 30-tägiges Reiseverbot verhängt. Gar überhaupt nicht gut für uns! Die Flüge für den 31.03. wurden direkt wieder gestrichen. Nichts geht mehr. Angeblich startet zeitig das Rückholprogramm für Namibia. Bislang steht Namibia nicht auf der Liste der Rückholflüge. Wir haben nochmal die Botschafterin in Windhuk auf unsere Situation aufmerksam gemacht. Mit Kindern sitzt man vermutlich in einem der ersten Flugzeuge - wenn es denn welche gibt.
    Nichtsdestotrotz ist unsere Situation hier mehr als komfortabel: wir dürfen kostenlos in unserer wirklich traumhaften Lodge wohnen bleiben, solange wir möchten, bzw bis wir einen Rückflug haben. Unsere Gastgeber sind ein älteres Ehepaar, dass vor 30 Jahren aus Frankreich eingewandert ist. Sie hatten eine große Rinderfarm früher, ob sie damit zu Geld gekommen sind oder durch andere Dinge, wissen wir nicht. Aber was wir wissen ist, dass beide herzensgut und zuckersüß sind! :)
    Da wir zukünftig unsere Kontakte aufs minimalste beschränken möchten, um unsere Rückholung nicht zu gefährden, geht es zum einen Morgen nochmal zum Großeinkauf, und zum anderen berichten wir euch nun von unserem wahrscheinlich vorerst letzten Ausflug.
    Wir waren heute nämlich auf den Spuren der Dinosaurier und das war einfach unglaublich!! Ganz hier in der Nähe, gute Stunde Fahrzeit, auf dem Gebiet der Farm Otjihaenamaparero befinden sich über 200 Millionen Jahre alte Dinosaurierfußspuren. Sie zählen zu den besterhaltensten Dinosaurierfußspuren der fleischfressenden Therapoda. Ausmaße u Tiefe der Abdrücke weißen auf eine beträchtliche Größe der Tiere hin. Neuste Erkenntnisse sagen, es handle sich um die Fußspuren des Ceratosauria und des Syntarsus, die sich an einer Stelle kreuzen (siehe Video). Man geht davon aus, dass die Dinosaurier kurze Zeit nach diesen Fußabdrücken ausstarben. Es war unglaublich, auf diesen Felsformationen mitten im Nirgendwo zu stehen und -Achtung Kopfkino- sich auszumalen, wie diese rießigen Getiere vor abermillionen Jahren hier durch die Landschaft stampfen und sich bekämpfen. Unfassbar und so beeindruckend.
    Zu allem Überfluss hatte uns der (wiedermal deutsche, genauer: muhaglige schwäbische) Farmbesitzer vor unserer Entdeckungstour mit auf den Weg gegeben, wir sollen bitte nicht zum Damm weitergehen oder die Kinder dort ins hohe Gras hüpfen lassen. Es gäbe Kobras - und eine 4,5 Meter lange Königspython, die Kinder und sogar ganzen Frauen mit links verschlingt. Wir marschierten also mit einem ziemlich mulmigen Gefühl durch das verlassene Areal, was den Nervenkitzel und die Aufregung unserer Forschungsexpedition "Dinosaurier" nur umso mehr unterstrich. Liebe Mamas/Omas Aligse und Allgäu: ihr könnt beruhigt sein, demnächst habt ihr solche Ausflüge nicht mehr zu befürchten 😜
    Mal sehn, was wir die nächsten Tage dafür noch von der Flugsituation hier zu befürchten haben!
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  • Day27

    Waterberg Plateau

    March 22 in Namibia ⋅ ☀️ 18 °C

    Gestern gings zum Waterberg Plateau. Der ist nicht nur wunderschön, sondern auch supergeschichtsträchtig. Am 11. August 1904 ereignete sich hier die brutale Schlacht am Waterberg bei der 60.000 Herero -und ihre Kühe, von deutschen Schutztruppen, unter der Leitung Generalleutnants Lothar von Trotha, eingekesselt wurden. Durch einen taktischen Fehler Trothas gelang es Ihnen, in die Wüste zu fliehen, wo sie schließlich durch Trotha von jeglicher Trinkwasserversorgung abgeschnitten wurden und jämmerlich verdursteten. 80 % der Hererovolker mussten ihr Leben lassen. Damit gilt die Schlacht wissenschaftlich gesehen als Völkermord. Über die fehlende Entschuldigung hatte ich ja bereits berichtet. Heute ist auf dem Plateau, das 45.000 ha misst, und drum herum, ein Nationalpark. Im unteren Bereich gibt es ein paar schöne Touren, von denen wir uns an einer versuchten. Allerdings verliefen wir uns mal wieder und probierten den Rundweg daher einmal von links und einmal von rechts. Wir schafften ihn demnach doppelt, nur in unkonventioneller Reihenfolge ;)
    Nachmittags ließen wir uns von einem Guide mit aufs Plateau nehmen. Mit eigenem Auto ist das nicht möglich. Neben dem Regierungsbeamten, der gerade die Wasserstände der vier Trinklöcher kontrollierte, waren wir die allereinzigen auf dem ganzem Plateau. Neben diversen Böcken, Giraffen Büffeln, Nashörnern und nicht zu vergessen Cheetas. Von denen wir leider, nach einem kleinen Nickerchen des ein oder anderen bei der 17 km langen Auffahrt, nur die 3 erstgenannten zu Gesicht bekamen. Außerdem begrüssten uns am Gate freche Äffchen u dicke Warzenschweine und unser Guide will sogar eine Kobra auf dem Heimweg gesehen haben. Aber da diskutierten wir bereits über das fehlende Abendbrot und hatten damit wichtigeres zu besprechen, als schnöde Giftschlangen ;)
    Neben unserer kurzweiligen Freizeitgestaltung interessiert aber natürlich auch immer, wie es mit uns denn nun weitergeht, bzw -fliegt.
    Holt Heiko uns persönlich? Lässt er holen? Oder müssen wir am Ende gar schwimmen? Wir wissen es nicht.
    KLM hat zumindest wieder Flüge im Programm. Bis Amsterdam. Und nachdem wir hier die Buchung geschafft hatten - mit Daddys Hilfe (DANKE! Internet funktioniert hier nämlich nur wenn die Sonne scheint, heute wars eher bewölkt.) Also nachdem die Buchung durch war, gab es auch die lange Strecke durch nach München wieder. Also buchte ich etwas später, als die Wolken verschwunden waren, um, auf die lange Strecke. Schien alles zu klappen, bis auf dass wir durch das ganze umbuchen viel Geld bei KLM gelassen hatten. Und wohlgemerkt hätte KLM uns vor dem 21.03. auf unser Nachfragen hin über den Umstand informieren müssen, dass wir mitfliegen dürfen obwohl wir Deutsche sind, weil wir nämlich bereits länger als 2 Wochen in Afrika verweilten. Somit erwarten wir sämtliche Kosten erstattet. Wir hoffen KLM schludert nicht bei jedem Kunden, der Heim möchte, so wie bei uns!
    Just in diesem Moment erhielten wir übrigens eine Bestätigung über die Annulierung unseres Fluges von Amsterdam nach München. Hä? Wir wollen doch bitte eben gerade mit nach München. Wir verstehn die Welt nicht mehr. Aber das verstehn glaub ich zur Zeit sehr sehr viele nicht mehr...
    To be continued....

    Übrigens, Lüneburger aufgepasst: Heute und morgen wird in den Zeitungen von uns berichtet :)
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  • Day26

    Etosha

    March 21 in Namibia ⋅ ⛅ 29 °C

    So, nun nach unzähligen Nachfragen (ganz lieben Dank!!) zu unserer Situation. Die Gesamtlage hat sich zugespitzt. Waren wir vor eingen Tagen noch sehr zuversichtlich und fühlten uns hier sicher, sehen wir das zunehmend kritischer. Als vor drei Tagen dann hier der Ausnahmezustand durch Staatspräsident Hage Geingob ausgerufen wurde, beschlossen wir uns doch, auf Christians Wunsch hin und ganz schweren Herzens, um Rückflüge zu kümmern. Flugeinschränkungen und -streichungen gab es schon seit Längerem, doch eher aufgrund von Restriktionen anderer Länder. Und nun gab es auch von Seiten Namibias diverse Restriktionen. Wir ergatterten tatsächlich noch die letzten verfügbaren Restplätze im letzten bestätigten Flug unserer Fluggesellschaft KLM. Abflug heute abend 17:30 über Johannisburg und Amsterdam nach München. Papa holt ab. Wir unternahmen gestern, einen Tag vor Abflug, also noch, damit wir zumindest ein bisschen Touriprogramm abarbeiten, bevor es nach Hause geht, einen Tagesausflug zum 1,5 Std entfernten Etosha Nationalpark. Nach vielfachen Empfehlungen durch Gastgeber, Freunde und nicht zuletzt Reiseführer erwarteten wir Horden von unterschiedlichsten Tieren, die einem das Durchkommen auf den Straßen durch eine malerische Landschaft kaum ermöglichen. Das Gegenteil war der Fall: Wir fuhren schlaglochdurchsähte, pfützengeprägte, manchmal Elefantenkacka gesäumte Straßen durch furchtbar einödige Landschaft entlag und begegneten außer einer Impallaherde keinen nennenwert großartigen Tieren. Nach mal wieder einer falschen Abbiegung durch die unfassbar unzureichende Beschilderung, kamen wir viel zu früh wieder am Gate heraus und verließen den Park superenttäuscht nach unschlagbaren 3 Stunden Safari wieder. Das hätten wir damit abgehakt! Dafür machten wir am Abend einen umso netteren Braai (so wird Grillen hier genannt) bei mal wieder wunderschönem Sonnenuntergang am Pool. Zur gleichen Zeit gabs neue News: der Transitbereich in Johannisburg wurde für Länder mit hohem Infektionsaufkommen komplett gesperrt. Das hieß keine Ausreise aus Namibia für Deutsche, Schweizer und Österreicher. Für uns ergo: Der Flug blieb weiter bestehen. Verließ das Land aber vor einer guten Stunde ohne uns. Es wurde ein neuer Flug von KLM am 26.03. nach Amsterdam aufgesetzt. Weiterreise völlig unklar. Wir stehen nun auf der Liste des Rückholprogramms sowie der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes und rechnen mit einer Rückholung in zwei Wochen. Zuerst sind die kritischeren Länder dran in denen es viele Coronafälle gibt oder in denen in absehbarer Zeit nicht mehr zurückgeholt werden kann, da eine Luftraumsperrung ansteht. Marrokko ist zb so ein Land, oder auch Spanien mit Mallorca. Namibia verzeichnete bislang 3 Fälle und nach einer Luftraumsperrung sieht es (zumindest bislang) nicht aus. Wir haben uns gut mit der Situation abgefunden, fühlen uns im Land selbst nachwievor sicher und genießen nun die Zeit hier. Schließlich sitzen wir in Quarantäne im absoluten Paradies. Könnte uns schlimmer treffen...!

    Nachtrag auf Nachfrage einer einzelnen Dame (Mama): Der 21.03. ist der Unabhängigkeitstag Namibias, an dem dem Befreiuungskampf und schließlich der Unabhängigkeit Namibias von Südafrika ab dem 21.03.1990 gedacht wird. Er war das Ende von 100 Jahre Fremdbestimmung und der Beginn Namibias als unabhängiger, demokratischer Staat. - was immer man am Ende darunter versteht...
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  • Day24

    Bob the Builder

    March 19 in Namibia ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute hatte ich mein erstes und einziges Interview in Otjiwarongo. Mein Interviewpartner, fiktiver und passender Name Bob, stieg vor über 20 Jahren, als Ingenieur und erfahrener Entwicklungshelfer, bei einer einheimischen NGO mit Spezialisierung auf Häuserbau ein. Bis dato wurde in jeder Region Namibias sehr unterschiedlich mit dem Häuslebau umgegangen. Man nutze immer, was die Natur gerade hergab. Im Norden nutzten die Einheimischen zb vor allem die Materialien des Kovangoflusses, sprich vor allem Schilf. Im Süden mischte man vornehmlich Sand und Wasser. Und hier in Otjiwarongo wurde Gras mit nasser Erde zusammengepanscht, was nicht lange hielt und alle paar Jahre neu aufgebaut werden musste. Diese NGO also, mit Bob an der Spitze, entwickelte eine neue Art nachhaltige Häuser haltbar aus Lehm zu bauen. Dazu gehörte aber auch, sich dem Problem der fehlenden Kanalisation zu stellen. Es wurde eine besonder Art der Trockentoilette entwickelt, die sowohl Pipi von Kacka, als auch die nassen und trockenen Bestandteile der Kacka selbst durch eine rafinierte Drehung in der Schüssel, trennen konnte. Bob hatte mir eine solche Toilette gezeigt: es stank überhaupt nicht, bedingt durch diese Trennung. Ich lernte: Kacka stinkt nur, weil die feuchten Bestansteile zu Bakterien und Fäulnisprozessen führen. Aha, gut zu Wissen! Beim nächsten Kneipenabend geb ich das zum Besten ;) Am Anfang, als das Projekt noch internationale Geldgeber hatte, war die Regierung Feuer und Flamme. Aber als die Gelder vor einigen Jahren aufgrund allgemeiner Rezession wegbrachen, wollte auch die Regierung nicht mehr investieren. "Das brauchts nicht" Weggeschwiegen wurde, dass in Gegenden ohne Kanalisation, die es hier immer noch zu Hauf gibt, jeder in seiner 1-Zimmer-Hütte auch seinen Kackeimer (sorry für die Ausdrucksweise, aber so isses nunmal) stehn hat, den die ganze Familie nutzt und nachts klammheimlich hinters eigene Haus kippt. Darüber wird kaum gesprochen, weil sich verständlichweise jeder für diese Art des Geschäfts schämt. Und was nicht thematisiert und gesehen wird, so Bob, das gibt es nicht. Also kein Geld mehr von der Regierung. Nun ist es aber auch so, dass nicht nur viele Menschen keine richtige Toilette haben, sondern viele Kinder auch keinen richtigen Spielplatz. Also adressierte Bob zusätzlich auch diese Notwendigkeit und baute Spielplatzspielgeräte. Bis auch hier kaum noch Aufträge kamen. Letztendlich musste er vor Kurzem dann entgültig mit einem großen Berg Schulden Insolvenz anmelden und aufgeben. Ich traf ihn verständlicherweise niedergeschlagen und auch ein wenig verbittert an. Er sei gekommen, um Namibia zu helfen, nun muss Namibia ihm helfen. Damit könne er nicht weiter hier leben. Er hatte Pläne gefasst, zurück nach Deutschland Offenbach zu gehen, seine afrikanische Frau und die Kinder hier zu lassen. Das sei in Afrika ja eh oft so die Regel. Der Mann geht weit weg um Geld zu verdienen. Aber das ist Aufgrund Corona nun erstmal aufgeschoben. Eine sehr traurige Geschichte wie ich finde, aber auch wieder eine so typische.Read more

  • Day23

    Otjiwarongo

    March 18 in Namibia ⋅ 🌙 19 °C

    Inzwischen sind wir in Otjiwarongo in der paradiesischen Villa Cacao angekommen und hatten hier bereits 3 wunderschöne Tage. Am ersten Tag waren wir platt von der Anfahrt durch wasserfallartigen Starkregen und sind nach auspacken und einräumen tatsächlich um acht ins Bett- alle!. Am nächsten Tag in die "Stadt" zum shopping. Erstaunlich wie anders, wieviel afrikanischer, es hier zugeht als in Windhoek. Überall stehen Menschen, versuchen irgendwas zu handeln, zu verkaufen oder auch nur den lieben langen Tag zu beobachten. Die Straßen sind staubig von tiefen Kratern durchsäht, ein Großteil der Häuser heruntergekommen. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, begegteten wir hier bisher nur unfassbar freundlichen Menschen. Eine davon war Monique, eine Französin, 30 Jahre in Namibia, die mich am Nachmittag besuchte. Sie eröffnete in Otjiwarongos Township eine Vorschule bzw vielmehr Kindergarten sowie eine Bibliothek für benachteiligte, im Sinne vernachlässigter, Kinder und ganz neu auch einen Schreibservice zusammen mit einem Kongojaner (oder wie nennt man jemandem aus dem Kongo?). Sie unterstützen bei der Korrespondenz und Abwicklung mit der Staatsbürokratie. Sie hatte eine ganz andere Sicht als John, der Namibia sich Zimbabwe annähern sieht. Sie sieht, dass sich auf eine afrikanische Art soviel bewegt, die Regierung ihr Bestes, wenn auch nicht möglichstest, tut um das Land voranzubringen- auf eben ihre afrikanische Art, das ist ganz wichtig als Europäer zu verstehen. Die Uhren drehen sich hier anders und auch die Gemüter gehen ihren eigenen, uneuropäischen Weg. Und gerade in Namibia ist das Thema Unternehmensgründung nachwievor stark von der Hautfarbe abhängig. Und das liegt nicht unbedingt an jahrzehntelanger Unterdrückung und Benachteiligung, sondern vor allem am Habitus der unterschiedlichen Stämme. Es werden nicht zuletzt schon seit vielen Jahrhunderten andere Werte als wichtig empfunden. Insbesondere social entrepreneurship aber auch Unternehmensgründung im allgemeinen, so Monique, widersprächen diesen althergebrachten Werten u Handlungsweisen.
    So, genug von meinem Projekt, denn heute waren wir- fast ebenso spannend- auf der Krokodilfarm in Otjiwarongo. Genau, ganz richtig, mitten im Stadtzentrum, eine Strasse vom Superspar (deutscher, etwas teurer Supermarkt hier) entfernt, ist eine Farm mit rund 6000 (!!) Krokodilen, einem Anschauungsgehege für Führungen und einem chilligen Draußenrestaurant mit Spielplatz, vielen Fischen und Kaninchen. Levi u Noah dürften sowohl die einen als auch die anderen füttern sowie Babyschildkröten und -krokodile halten u streicheln. Zum Essen gabs Krokodilburger. Da lacht das Kinderherz. Weniger zum lachen war, was uns die (wieder weiße, weil deutsche) Besitzerin erzählte (auch mit ihr hatten wir wieder ein sehr langes u interessantes Gespräch, aber das sprengt hier den Rahmen): sie kämpft mit der Farm eh schon ums Überleben, und nun die Corona-krise... Namibia wird Jahre brauchen um sich, wenn überhaupt, davon zu erholen! Das leitet uns nun über zu unseren eigenen Situation. Die Lage in Namibia hat sich nicht verändert. Es gibt 2 bestätigte Fälle seit Samstag. Vorgestern kamen 3 Verdachtsfälle hinzu, dessen Ausgang noch nicht klar ist. Otjiwarongo ist erstmal ab vom Schuss, also minimalste Ansteckungsgefahr, und bisher ist unser Flug über Amsterdam noch nicht gestrichen worden. Der Flughafen ist nachwievor auf u darf von Namibia aus angeflogen werden. Es fragt sich nur, wielang noch. Wir stehen auf der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes. Das heisst, wenn die plötzlich entscheiden, dass sie jetzt alle Deutschen aus Namibia zurück holen möchten, werden wir uns wohl oder übel anschließen (müssen). Bis dahin versuchen wir, unser Program wie geplant durchzuziehen. Leider nun natürlich immer mit dem bitteren Beigeschmack, dass es schon am nächsten Tag vorbei sein kann. Nicht gerade erholsam, das immer im Kopf zu haben... Wir hoffen, euch geht es allen gut und ihr nutzt die Zeit zuhause um euch wieder auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben: Familie!
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