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Asien 2026

Una aventura abierta de Sebastian & Melanie Leer más
  • Wat Arun – Scherben im Sonnenlicht 🌅

    27 de enero, Tailandia ⋅ ☀️ 27 °C

    Wat Arun ist das Postkartenmotiv von Bangkok. Der über 60 Meter hohe Turm ist seit jeher vom Fluss aus weithin sichtbar. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wer Bangkok googelt, sieht diesen Tempel.

    Der Tempel existierte schon lange, bevor er seinen heutigen Namen erhielt. Ursprünglich hieß er Wat Makok, benannt nach einer lokalen Frucht. Als König Taksin 1767 nach dem Fall von Ayutthaya den Chao Phraya hinunterfuhr, um einen Ort für seine neue Hauptstadt zu finden, erreichte er den verfallenen Tempel im Morgengrauen. Er benannte ihn in Wat Chaeng um, den Tempel der Dämmerung. Erst später wurde daraus Wat Arun, benannt nach Aruna, einer Figur aus der hinduistischen Mythologie, die das sanfte rötliche Licht vor Sonnenaufgang personifiziert. Seine Aufgabe ist es, die blendenden Strahlen der Sonne zu dämpfen, damit die Welt nicht verbrennt.

    Kurzzeitig war Wat Arun sogar die königliche Kapelle und beherbergte den Smaragd-Buddha, bevor dieser auf das heutige Palastgelände jenseits des Flusses gebracht wurde. Den markanten Turm, den wir heute sehen, gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Er repräsentiert den Berg Meru, das Zentrum des Universums in der buddhistischen Kosmologie. Die steilen Stufen symbolisieren den beschwerlichen Aufstieg zur Erleuchtung. Was ihn so besonders macht, ist seine Oberfläche. Sie besteht aus Tausenden zerbrochener chinesischer Porzellanteller und Tassen. Wie auch bei Wat Pho stammt das Material aus dem Ballast chinesischer Handelsschiffe, die Gewicht für die Rückfahrt brauchten. Daraus entstand eine seltene Porzellanverkleidung.

    Beschwerlich ist es bereits unterhalb der Treppen. Den Turm kann man nur noch bis zur ersten Ebene besteigen, die steilen Stufen nach oben sind aus Sicherheitsgründen gesperrt. Rund um den Turm leihen sich Besucher traditionelle Thai-Kostüme und lassen sich fotografieren. Professionelle Fotografen dirigieren ihre Kunden durch die Menge, bitten Touristen aus dem Bild und schaffen eine Atmosphäre, die sich stellenweise mehr nach kommerziellem Fotoshooting anfühlt als nach Tempelbesuch. Wer Ruhe sucht, findet sie in den Nebengebäuden des Geländes, die kaum jemand beachtet.

    Ironischerweise sieht der Tempel der Morgenröte am schönsten bei Sonnenuntergang aus, wenn das Porzellan im Abendlicht funkelt. Der beste Blick ist dann vom Ostufer aus, wo es verschiedene Restaurants mit Blick auf den Tempel gibt. Für zehn Baht kann man mit der Fähre übersetzen.

    Der Eintritt kostet 200 Baht und ist nur bar zu zahlen. Dafür gibt es eine kleine Flasche Tempelwasser. Der stärkste Eindruck bleibt für uns dennoch der Blick über den Fluss – bei unserem Frühstück auf der anderen Seite.
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  • Chang Chui – Bangkoks Flugzeug-Markt ✈️

    24 de enero, Tailandia ⋅ 🌙 28 °C

    Chang Chui gehört zu Bangkoks Nachtmärkten und versteht sich als urbaner Kreativort. Zwischen Ständen und Bars steht hier ganz selbstverständlich ein echtes Passagierflugzeug – eine Lockheed L-1011 TriStar, die bis Mitte der 2000er tatsächlich im asiatischen Linienverkehr im Einsatz war.

    Der Markt liegt westlich des Chao-Phraya-Flusses auf einem offenen Gelände, auf dem sich Gastronomie, Kunst und Musik mischen. Das Flugzeug ist kunstvoll beleuchtet und wirkt in seiner Umgebung leicht surreal.

    Hinter Chang Chui steht der Designer Somchai Songwattana, in Thailand vor allem als Gründer des Modelabels FlyNow bekannt, das in den 1990er-Jahren sogar auf der London Fashion Week Aufmerksamkeit erregte. 2017 eröffnete er diesen Ort als Raum für kreative Experimente. Der Name „Chang Chui" lässt sich sinngemäß als „schlampiger Handwerker" übersetzen. Gemeint ist kein Mangel an Können, sondern eine bewusst rohe, improvisierte Ästhetik, die mit Unperfektion, Fundstücken und Recyclingmaterialien arbeitet.

    Ob Chang Chui heute noch so belebt ist wie kurz nach der Eröffnung, lässt sich schwer beurteilen. Bei unserem Besuch war es eher ruhig, aber das passte gut. Kein Gedränge, entspannte Stimmung. Aus den Boxen lief aktuelle Musik, weit entfernt vom typischen Thailand-Soundtrack.

    Die Restaurantauswahl ist international. Neben thailändischem Essen und etwas Street Food finden sich auch unerwartete Angebote, darunter sogar ein deutscher Stand mit Currywurst. Chang Chui fühlt sich dadurch weniger wie ein klassischer Markt an und mehr wie ein Treffpunkt für Kreative und junge Bangkoker.

    Wir haben hier unsere erste Pizza in Asien gegessen – sie kam brennend an den Tisch. Später Cocktails bei Live-Musik, mit Blick aufs beleuchtete Flugzeug. Ein Ort, an dem man nicht von Stand zu Stand hetzt, sondern einfach bleibt.
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  • MOCA Bangkok – Moderne trifft Mythologie

    24 de enero, Tailandia ⋅ ⛅ 31 °C

    Das MOCA im Norden Bangkoks ist eines der größten Museen für zeitgenössische Kunst in Asien und gleichzeitig kein reines Kunstmuseum. Die Privatsammlung eines Telekommunikations-Milliardärs mischt moderne Gemälde mit traditionellen Masken, Schattenspiel-Figuren und Alltagsgegenständen. Auf fünf Etagen verschwimmen die Grenzen zwischen zeitgenössischer Kunst und Volkskundemuseum.

    Der Großteil der Gemälde hat einen religiösen Bezug. Buddhistische und hinduistische Szenen dominieren, oft in beeindruckenden Formaten, die ganze Wände füllen. Himmel und Hölle, Dämonen und Erleuchtung. Die thailändische Mythologie liefert reichlich Material. Dazwischen immer wieder Albtraumhaftes, groteske Kreaturen und düstere Visionen. Das scheint hier zur Tradition zu gehören, religiöse Kunst, die nicht besänftigt, sondern aufrüttelt.

    Schon das Gebäude selbst ist überwältigend. Gewidmet ist das Museum einem italienischen Bildhauer aus Florenz, der 1923 nach Thailand kam und dort als Vater der modernen thailändischen Kunst gilt.
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  • Jim Thompson – Vom Spion zum Seidenkönig

    24 de enero, Tailandia ⋅ ☀️ 31 °C

    Jim Thompson war Architekt, Olympia-Segler, Geheimagent und Seidenhändler – und verschwand eines Tages spurlos im malaysischen Dschungel. Sein Haus in Bangkok, heute ein Museum, erzählt die Geschichte dieses ungewöhnlichen Amerikaners und nebenbei auch die der thailändischen Seide.

    Als Offizier des OSS, dem Vorläufer der CIA, kam Thompson 1945 nach Thailand. Nach dem Krieg blieb er im Land und entdeckte im Weberviertel Ban Krua, direkt gegenüber seines späteren Grundstücks, einen schimmernden Stoff, der ihn faszinierte: handgewebte Thai-Seide. Die Webtradition war damals fast verschwunden. Im 19. Jahrhundert noch international geschätzt, hatte sie der Konkurrenz durch maschinell gefertigte Stoffe und synthetische Fasern wenig entgegenzusetzen. Hinzu kam ein Wandel in der thailändischen Mode: Die traditionelle Wickelkleidung, für die man Seide brauchte, war aus der Zeit gefallen. Ende der vierziger Jahre webten nur noch wenige Familien für den Eigenbedarf, etwa für Zeremonien.

    Aus dieser Begeisterung heraus gründete Thompson 1948 die Thai Silk Company und schickte Stoffproben nach New York. Der Durchbruch kam 1951, als seine Seide für die Kostüme der Broadway-Premiere von „The King and I“ verwendet wurde. Plötzlich wollten Modehäuser in Paris und Mailand thailändische Seide – wobei die leuchtenden Juwelenfarben, die man heute mit dem Stoff verbindet, erst durch Thompsons eigene Experimente entstanden, als er Schweizer Anilinfarben einführte. Das Produkt, das er vermarktete, hatte mit der ursprünglichen Thai-Seide nur noch bedingt zu tun. Auch blieb der lokale Markt lange skeptisch: In den fünfziger Jahren kauften vor allem amerikanische Touristen, während wohlhabende Thais den Stoff für unpraktisch im heißen Klima hielten. Erst als Königin Sirikit bei ihrer Amerikareise 1960 Thai-Seide trug, änderte sich das.

    Die Geschichte vom Retter einer sterbenden Industrie greift allerdings zu kurz. Thompsons Vermächtnis ist komplizierter, als die gängige Heldenerzählung suggeriert. Und 2023 kam ein weiterer Schatten hinzu: Thailändische Behörden stellten fest, dass Thompson in den sechziger Jahren Antiquitäten aus dem Si Thep Historical Park geschmuggelt und ins Ausland verkauft hatte. Schon 1962 war er beschuldigt worden, gestohlene Buddha-Köpfe zu besitzen. Der leidenschaftliche Sammler war offenbar nicht immer wählerisch, woher seine Stücke stammten.

    Ende der fünfziger Jahre begann auf seinem Grundstück am Khlong Saen Saep ein ungewöhnliches Bauprojekt. Sechs traditionelle Häuser aus verschiedenen Regionen Thailands ließ Thompson abbauen und per Lastkahn nach Bangkok bringen. Die meisten stammten aus Ayutthaya, der alten Königsstadt. In nur sieben Monaten setzte er sie wieder zusammen – allerdings nicht originalgetreu: Manche Wände drehte er um, sodass die normalerweise verborgene Innenseite nach außen zeigt. Die Treppe führt innen statt außen hoch, wie es bei traditionellen Thai-Häusern üblich wäre. Die Gebäude bestehen aus Teakholz, einem tropischen Hartholz aus den Monsunwäldern Südostasiens. Der hohe Öl- und Kautschukgehalt macht es extrem witterungsbeständig und resistent gegen Insekten und Pilze – ideal für das feuchte Klima Bangkoks.

    Im März 1967 endet die Geschichte abrupt. Während eines Ausflugs mit Freunden in die Cameron Highlands in Malaysia ging Thompson an einem Ostersonntag nachmittags spazieren und kehrte nie zurück. Trotz der größten Landsuche in der Geschichte Südostasiens fand man keine Spur. Über die Ursache seines Verschwindens gibt es bis heute zahlreiche Theorien – von einem Unfall bis zu politischen Motiven im Zusammenhang mit seiner Geheimdienstvergangenheit. Belege dafür existieren keine. Wenige Monate später wurde seine Schwester in Pennsylvania ermordet, ebenfalls ein nie aufgeklärtes Verbrechen.

    Heute ist das Jim Thompson House eine der bestorganisierten Museumserfahrungen der Stadt. Man betritt das Gelände durch einen tropischen Garten mit Koi-Teichen – eine grüne Oase, die Thompson bewusst dschungelartig anlegen ließ, heute umgeben von Hochhäusern. Die Teakholzhäuser können nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Guides sprechen mehrere Sprachen und erklären Thompsons Biografie sowie die Besonderheiten traditioneller thailändischer Architektur – die Schattenseiten seiner Sammelleidenschaft bleiben allerdings unerwähnt. Im Inneren sieht man Thompsons Kunstsammlung: Buddha-Statuen aus verschiedenen Epochen, Gemälde, chinesisches Porzellan.

    Auf dem Gelände gibt es mehrere Restaurants und Cafés, in denen man sehr gut essen kann. Wer möchte, kann im angeschlossenen Shop Seidenprodukte der Marke Jim Thompson kaufen – von Schals über Krawatten bis zu Heimtextilien. Die Anlage ist gepflegt, das Personal freundlich, die Toiletten sauber. Ein kostenloser Shuttle bringt Besucher zur nächsten BTS-Station.
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  • Wat Pho – 46 Meter ins Nirvana 🛕

    22 de enero, Tailandia ⋅ ⛅ 28 °C

    Wat Pho liegt direkt neben dem Großen Palast, fühlt sich aber völlig anders an. Während sich nebenan die Touristengruppen durch die Prunkbauten schieben, herrscht hier eine angenehme Ruhe. Zwischen den Gebäuden liegen kleine Gärten mit Steinfiguren. Im 19. Jahrhundert exportierte Thailand Reis nach China, und die Schiffe brauchten auf dem Rückweg Gewicht für die Stabilität. Statt einfacher Steine brachten sie kunstvolle Figuren mit: Krieger, Philosophen, Mönche, sogar Löwinnen mit Jungen. Was als Ballast begann, bewacht heute die Tempeltore.

    Wat Pho existierte schon, bevor Bangkok 1782 zur Hauptstadt wurde. Als König Rama I. die Stadt gründete, fand er einen verfallenen Tempel vor und machte ihn zu seinem Hauptprojekt. Nach der Zerstörung der alten Hauptstadt Ayutthaya im 18. Jahrhundert waren im ganzen Land Buddha-Statuen ohne Schutz. Rama I. ließ sie nach Wat Pho bringen – über tausend Stück, mehr als in jedem anderen Tempel Thailands. Manche stehen einzeln in kleinen Pavillons, andere reihen sich zu Hunderten in langen Galerien. Wir haben nirgendwo sonst eine solche Vielfalt an Buddha-Darstellungen gesehen.

    Die Hauptattraktion ist der liegende Buddha, 46 Meter lang und 15 Meter hoch. Er zeigt den Moment des Eintritts ins Nirvana, also Buddhas Tod. Die Figur ist so groß, dass das Gebäude wie nachträglich darum gebaut wirkt. Das eigentliche Detail sind die Fußsohlen: Sie sind mit Perlmutt verziert – dem schimmernden Material aus Muschelschalen – und zeigen 108 Glückssymbole: Elefanten, Tiger, Tänzerinnen, Lotusblumen. Schon am Eingang hört man ein metallisches Klimpern, dessen Ursprung sich erst später erschließt: Entlang der Statue stehen 108 Bronzeschalen, in die Besucher Münzen werfen können. Allerdings stehen auch etwa alle zwei Meter Spendenboxen – das Geben gehört hier zum Glauben, wirkte auf uns aber etwas aufdringlich.

    Wat Pho war nicht nur Tempel, sondern auch Thailands erste öffentliche Bildungseinrichtung. König Rama III. ließ im 19. Jahrhundert über 1.400 Steinplatten mit gesammeltem Wissen anbringen: Medizin, Massage-Techniken, Astrologie, Literatur. Die Inschriften gehören heute zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Aus dieser Tradition entstand auch die Thai-Massage-Schule, die noch immer auf dem Gelände betrieben wird – Wat Pho gilt als Geburtsort der traditionellen Thai-Massage.

    Im Großen Palast, den wir zuvor besucht hatten, herrscht reines Gedränge, von Tempelatmosphäre keine Spur. Wat Pho dagegen fühlte sich tatsächlich wie ein spiritueller Ort an – ein Ort, an dem man zwischen den Chedis, den spitzen Reliquientürmen, und Gärten zur Ruhe kommt. Eintritt 300 Baht, nur in bar.
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  • Grand Palace: Die recycelte Hauptstadt

    20 de enero, Tailandia ⋅ ☀️ 29 °C

    Der Grand Palace, Bangkoks königlicher Palast, gilt als Pflichtprogramm in Bangkok. Noch heute ist er offizieller Sitz der Monarchie, auch wenn der König längst woanders wohnt. Begonnen hat alles deutlich bescheidener.

    Als König Rama I. im Jahr 1782 die Macht übernahm, brauchte er einen Palast, aber die Kassen waren leer. Die erste Version war eine einfache Holzkonstruktion, umgeben von einer Absperrung aus Holzpfählen, innerhalb eines Monats zusammengezimmert. Eine provisorische Krönung hielt er sofort ab, die offizielle Zeremonie folgte erst drei Jahre später, als der Palast fertig war.

    Um mit Stein zu bauen, schickte Rama I. seine Leute flussaufwärts nach Ayutthaya, der alten Hauptstadt, die wenige Jahre zuvor im Krieg zerstört worden war. Sie demontierten Festungsmauern und Paläste, die Tempel blieben unberührt. Die Ziegel transportierten sie per Lastkahn nach Bangkok. Die Mauern des Grand Palace bestehen also wortwörtlich aus den Überresten der Vorgängerhauptstadt. Für den Bauplatz musste eine chinesische Gemeinde weichen, Rama I. siedelte sie südlich vor die Stadtmauern um. Dort entstand Yaowarat, das heutige Chinatown, eines der größten der Welt.

    Im Zentrum der Anlage liegt Wat Phra Kaeo, der wichtigste Tempel Thailands. Dort befindet sich der sogenannte Smaragd-Buddha, der allerdings nicht aus Smaragd besteht, sondern aus grünem Jadeit. Die kleine Statue war Jahrhunderte lang in Laos, bis thailändische Truppen sie 1779 zurückholten. Rama I. ließ den gesamten Tempel um diese eine Figur herum bauen. Sie gilt als Schutzsymbol des Landes, und nur der König darf ihr dreimal jährlich, zu jeder Jahreszeit, die Kleidung wechseln.

    Der Palast wird noch heute für Staatszeremonien genutzt, auf dem Gelände befinden sich mehrere Museen, darunter eines über königliche Textilien. Im Eintritt ist außerdem eine klassische Tanzaufführung enthalten, die viele Besucher gar nicht wahrnehmen, weil das Theater etwas entfernt vom eigentlichen Palastgelände liegt. Aufgeführt wird Khon, ein traditioneller Maskentanz, der früher nur am Königshof gezeigt werden durfte und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Tänzer tragen prächtige Kostüme und erzählen Szenen aus dem Ramakien, der thailändischen Version des indischen Ramayana.

    All das gehört heute zu einem Besuch des Palasts. Trotzdem war die Erfahrung für uns insgesamt eher anstrengend als beeindruckend. Zwischen Gedränge, fehlender Ruhe und den stark inszenierten Abläufen fühlte es sich stellenweise wie in einem überlaufenen Themenpark an. Auch der Audioguide half uns nicht weiter. Er wirkte langatmig und trug eher zur Reizüberflutung bei als zu einem besseren Verständnis.
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  • Über Mumbai Richtung Bangkok

    14 de enero, Tailandia ⋅ ☀️ 30 °C

    Unsere Reise führte uns von Amsterdam nach Bangkok mit einem Zwischenstopp in Mumbai. Schon beim Einsteigen in den ersten Flug wurden wir mit Musik, einem angenehmen Duft und einer Flasche Wasser empfangen. Das Flugzeug war sehr groß, wir hatten eine komplette Reihe für uns und deutlich mehr Platz, als wir es von Kurzstreckenflügen kennen.

    Während des Flugs gab es indisches Essen, teils mild, teils scharf, serviert wie ein kleines Menü, später noch einen Snack und immer wieder Getränke. Wir wissen bis heute nicht genau, was wir gegessen haben, aber es war richtig gut. An jedem Platz gab es Bildschirme mit Serien und Filmen, von aktuellen Titeln bis zu Klassikern wie Der Herr der Ringe, was wir auch ausgiebig genutzt haben. Noise-Cancelling-Kopfhörer haben den langen Flug deutlich angenehmer gemacht.

    Der Umstieg in Mumbai war deutlich hektischer. Das Personal war höflich, allerdings wurden wir getrennt. Als Frau wurde ich separat kontrolliert und mein Gepäck überprüft, ohne dass ich dabei sein konnte, was sich nicht gut anfühlte. Danach ging es noch etwa drei Stunden in einem eher klassischen Flugzeug weiter nach Bangkok.

    In Bangkok angekommen waren wir müde und etwas orientierungslos, fanden aber schließlich den Grab-Stand (ähnlich wie Bolt oder Uber) und fuhren rund eine Stunde zu unserem Airbnb. Schon während der Fahrt waren wir beeindruckt von der Stadt mit ihren vielen Hochhäusern und den unzähligen Rollern auf den Straßen. Vor allem die warme Luft fühlte sich nach der langen Reise sofort gut an. Wir blieben bis zum frühen Abend wach, um uns möglichst schnell an die neue Zeit zu gewöhnen, da Bangkok sechs Stunden vor der deutschen Zeit liegt. Das war nach über 13 Stunden Anreise die richtige, aber auch eine schwere Entscheidung.
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  • Erster Stopp: Amsterdam Light Festival

    12 de enero, Países Bajos ⋅ ☁️ 6 °C

    Unser erster Stopp war Amsterdam. Von hier aus gab es für uns das beste Flugangebot. Als wir gesehen haben, dass dort jedes Jahr das Amsterdam Light Festival stattfindet, haben wir uns entschieden, dieses noch mitzunehmen, bevor es weiter nach Bangkok ging.

    Das Amsterdam Light Festival findet jedes Jahr zwischen Ende November und Mitte Januar statt. In diesem Jahr steht es unter dem Thema „Legacy“ (Vermächtnis). Dabei geht es um das, was wir hinterlassen, persönliche Geschichten, Traditionen und Erinnerungen, aber auch historische oder ökologische Spuren. Die 14. Ausgabe zeigt 20 Lichtkunstwerke internationaler Künstler, die entlang der Grachten in der Stadt verteilt sind und sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder vom Boot aus entdecken lassen.

    Hier der Link zur offiziellen Seite:
    https://amsterdamlightfestival.com/en

    Wir hatten uns insgesamt etwas mehr Lichter vorgestellt, also eine durchgehende, stimmungsvolle Beleuchtung entlang der gesamten Strecke und nicht nur einzelne Installationen. Das ist etwas, das man wissen sollte, wenn man sich vorab genauer informiert. Laut Webseite sollte das Boot beheizt sein, was bei uns allerdings nicht der Fall war. Da wir nur dünn angezogen waren, wurde es schnell ziemlich kalt und erst mit Glühwein oder Tee gut auszuhalten.

    An Bord gab es einen Art Audioguide, und der Kapitän hat immer wieder etwas zur Stadt und zu den Lichtobjekten erzählt. Man konnte ihn jederzeit ansprechen und Fragen stellen.

    Ein kleiner Tipp von unserem Kapitän: Im Dezember ist es sehr voll, Boot an Boot, während es im Januar deutlich ruhiger ist. Wir hatten das Boot zu zweit ganz für uns allein, was perfekt war, um in Ruhe Fotos und Videos zu machen.

    Abseits des Festivals sind wir noch ein wenig durch die Stadt gegangen, haben dort aber wegen des Wetters und unserer begrenzten Zeit sonst nicht wirklich viel gemacht.
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    11 de enero de 2026