Der Plan: (Fast) alle Zelte abbrechen, um abends ein kleines irgendwo aufzustellen. Radfahren. Niederrhein - Odessa - Asien, schön mäandernd und mit Druck nur auf den Reifen... Ein bisschen die Welt anschauen, die Menschen, mich selbst.
  • May12

    Los geht's

    May 12, 2019 in Germany ⋅ ⛅ 14 °C

    Und dann ging es endlich los... heute früh um neun war die Zeit des Abschiednehmens vorbei, und die Reise begann... Und ich bin glücklich: Es ist da, das lang vermisste Reisefieber! Bei wunderbarem Wetter, erst mal durch vertraute Gefilde, und eine nette Eskorte hatte ich zwischendurch. Habe nach siebzig ersten Kilometern aus Rücksicht auf meinen Hintern schon Schicht gemacht, bin aus nostalgischen Gründen doch auf dem Campingplatz der Stadt Köln eingekehrt, statt mich irgendwo am Rheinufer in die Büsche zu schlagen, und hab noch etwas auf die Silhouette der Domstadt geschaut, die ja lang mein zuhause war. Die Sieg und die Eder geht‘s die nächsten Tage lang, dann Richtung Harz und in die Hauptstadt... Und hin und wieder lass ich hier von mir hören.Read more

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  • May18

    An der Werra

    May 18, 2019 in Germany ⋅ ⛅ 10 °C

    Mein Warmshowers-Gastgeber von heute Nacht ist gestern ein Brevet von 400 km gefahren - dagegen sind meine 590 der ersten acht Tage natürlich läppsch, aber er ging heute früh auch deutlich krummer als ich, obwohl ca. 15 Jahre jünger. Ich durfte in Kassel im Garten einer netten Radfahrerfamilie übernachten, wunderbar unkompliziert.

    Eine Woche... und schon ist das Zeitgefühl beinahe weg. Es fühlt sich anders an als Urlaub. Ich hab das Gefühl die Menschen begegnen mir anders, vielleicht sende ich auch anders aus... Ich werde so viel angestrahlt, ob’s am beladenen Rad liegt, den blauen Augen (das wär ja schön ;-)), oder doch daran, dass ich bei ordentlich Fahrtwind vermutlich aussehe wie Pumuckel, der in ne Steckdose gepackt hat.

    Viele Lebensgeschichten. Viele Menschen im Umbruch und voller Sehnsüchte...

    Ich hab an nem verschwiegenen Siegufer campiert, bei Radlerin Rena im Arbeitszimmer, die schon quer durch Canada und die Westküste der USA runtergefahren ist, eine beeindruckende Kochbuchsammlung hat und mich mit Spargel verwöhnte, auf nem Zeltplatz voller Angler, was vom Aufmerksamkeitsgrad ein bisschen so war wie als Frau Maschinenbau zu studieren... dort hab ich vor lauter Besuch am Zelt das Essenkochen irgendwann aufgegeben. Immerhin bekam ich Bier spendiert.

    Gastfreundschaft in Deutschland ist ein interessantes Thema. Es gibt so viel Offenheit und Hilfsbereitschaft, gestern hat mich ein Rennradfahrer ne halbe Stunde quer durch Kassel gelotst. Nun trag ich aber auch weder Vollbart noch Kopftuch...

    Habe heute halblang gemacht (Knie und Hintern sagen danke), bin an der Werra hinter Hann. Münden und will gleich entscheiden, wie es denn weiter geht. Die Option ‚Scheiss doch auf Berlin‘, anders als die ursprünglich geplante Route, steht im Raum, ich habe ein nettes Angebot in Tschechien, ein paar Tage für eine Frau ein Häuschen in den Bergen und zwei Katzen zu hüten, und eventuell eines in Polen, fast da wo mein Opa aufgewachsen ist - eine polnische junge Familie, die einen Selbstversorgerhof aufbaut, ich könnte mit der Tochter Englisch üben und zugleich ein paar Brocken Polnisch lernen, wenn ich da ne Woche bleibe. Ist mir beides eher zugeflogen, Internet vernetzt halt.

    Denke deshalb aktuell darüber nach, den geplanten Schlenker über Berlin bleiben zu lassen und ab morgen direkter östlich zu fahren... Erfurt, Leipzig vielleicht... kenne so wenig im Osten, muss es mir später noch auf der Karte anschauen.

    Auch wenn’s nicht schlecht war/ist, erstmal hier durchs eigene Land zu radeln, und deutsche Flussauen echt schön sind, ist die Neugier auf Unvertrauteres schon da.

    Und ich merke jeden Tag, wie stark dieser Drang doch noch ist, Dinge zu entscheiden, statt erst mal fliessen zu lassen, immer vorauszuplanen, Sicherheiten zu schaffen, den Deckel drauf zu machen... mal sehen, wann das nachlässt...

    Ansonsten ist das gefährlichste auf Reise gerade mein Hang zu ‚Pasta Wegesrand’ trotz spärlicher Botanikkenntnisse, wobei Bärlauch und Taubnessel wohl safe sind.

    Spannendere Reiseberichte als ‚ich bin an nem Pausentag auch ein Stück Rothaarsteig gegangen‘ demnächst.

    Ich danke der kalten Sophie, die mich ein paar Nächte in Armen hielt, dass sie jetzt in Sommerschlaf gegangen ist!

    Ich entschuldige mich beim Siegerland, ein ganzes Studium lang hab ich ignoriert, wie schön die Natur rundherum war/ist!

    Die ersten fast lauen fast Sommernächte machen Lust auf mehr!

    Kuckuck früh um fünf ist romantisch... noch schöner, wenn er dann halbsechs endlich fertig ist mit kuckkucken!

    Take care, Anna
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  • May21

    Voll mein Tag heute...

    May 21, 2019 in Germany ⋅ 🌧 16 °C

    ... nee, war trotzdem gut. Und nicht so nass wie gestern 🤪 Grüße aus Erfurt, schön dass Ihr mich begleitet!

  • May22

    Ich lieg nur so rum...

    May 22, 2019 in Germany ⋅ ⛅ 13 °C

    Ich lieg nur so rum im Gras vorm Zelt und tu nix und die Sonne scheint, in Jena.
    Ich lieg rum und warte, bis die Ameisen ihre Strasse quer über mich drüber gebaut haben, weil diese doofe Riesenfrau blöd im Weg liegt und nicht aufsteht und zu schwer ist zum Abtransport.
    Der Spähertrupp kitzelt auf dem Oberarm.
    Ich verscheuch ihn nicht und warte und lieg nur so rum und hör den Vögeln zu.
    Ich denk nicht nach.
    Nicht über Buchenwald, oder den Schilderwald zur Europawahl.
    Nicht ob die Werra immer noch Grenzfluss ist.
    Über das ‚ihr und wir‘, das ich doch gar nicht denken möchte. Die mit NPD Plakaten zugepflasterten Vororte von Eisenach bis Gotha, durch die ich gefahren bin. Wo einem diese ‚Wir bauen uns ein neues Europa‘-Sandkastenkampagne irgendwie albern vorkommt. Bienenköniginnen und Schwesterlichkeit vs. Schutzzonen und Migration tötet...
    Ich lieg nur so rum und schau in den Europablauen Himmel. Seit Erfurt frisch getüncht und wieder im grünen Bereich. Ich glaub Jena ist ne coole Stadt.

    Morgen dann doch Kultur und das neue Bauhaus-Museum, dann der Saale-Radweg, nur für sportlich ambitionierte Radfahrer sagt das Fremdenverkehrsamt Thüringen.

    Vielleicht sollte ich noch ein bisschen nur so rumliegen vorher. Dabei denk ich grad schon drüber nach, ob ich was mir durch den Kopf weht nicht mal eben aufschreibe... Nur so rumliegen muss ich wohl nochmal üben...
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  • May29

    Rapsodie in Gelb

    May 29, 2019 in Czech Republic ⋅ ⛅ 7 °C

    dobrý večer! Bin heute nachmittag in Tschechien eingerollt, einfach so über eine kleine Holzbrücke, ohne irgendwelche Beweise wie Schilder, Säulen oder Steine am Strassenrand. Und immer wieder ist mir völlig unverständlich, wie Menschen dieses Glück und Gut der offenen Grenzen, diese Freiheit, ihren Ängsten zum Fraß vorwerfen würden.

    Noch ein paar Sprenkel zum Weg bislang:

    Duft der Reise war bisher eindeutig Rapsblüte, blühender Biodiesel. Falls es ausser mir noch jemanden interessiert: ungefähr sechseinhalb Quadratmeter für einen Liter.

    Warmshowers ist für mich eine Wundertüte an Begegnungen. Irgendwie öffnen Menschen mit der Tür zu ihrem Badezimmer wohl auch ihr Herz - nicht nur warme Duschen, auch Gespräche weit über das ‚woher, wohin‘ hinaus wurden mir jetzt schon mehrfach geschenkt. Dankeschön allen Gastgebern!

    Ein Tipp für die Packliste (f): Wenn es gen Osten geht, greift zum High-Impact-Sport-BH, und lasst das zarte Yoga-Bustier daheim. Ich sag nur Kopfsteinpflaster...

    Und wer glaubt, der Saale-Radweg sei ein Flussradweg, nur weil die Saale ein Fluss ist: im Sinne von ‚wir rollen schön gemächlich am Ufer daher‘ hat man sich da geschnitten, wer hier trainiert, kann sich beim nächsten Alpencross nebenher locker die Fingernägel lackieren...

    Nach Rhein, Sieg, Eder, Fulda, Werra und Saar begleitet mich jetzt die Eger, und dann (vermutlich) die Elbe Richtung Riesengebirge.

    Nachdem ich in Tschechien mit meinem 40kg Trecker als allererstes auf so ner Art Singletrail in so ner Art Urwald gelandet bin, bin ich selbst gespannt, ob das denn so gemächlich wird, wie es erstmal klingt...

    Gutnacht aus Cheb!
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  • Jun5

    Flaschenpost von der Elbe

    June 5, 2019 in Czech Republic ⋅ ☀️ 28 °C

    Ahoj aus Leitmeritz, aus dem Kloster, wo ich offenbar hingehör... Echte Mönche hab ich hier keine mehr gesehen, aber Bier wird gebraut. Also auch ein Kulturkloster, Braukultur!

    Neben nemluvím česky, was heisst ‚ich spreche kein Tschechisch‘, und was ich inzwischen gut genug sage, um danach auf tschechisch zugetextet zu werden, konnte ich - natürlich - als erstes in der Landessprache ein Bier bestellen. Kommt nur mir das so vor, oder lernt man das immer gleich am Anfang? Ich kann jedenfalls in mehr Sprachen sagen ‚ein Bier bitte!‘ als z.B. ‚ich liebe Dich!‘. Wir sollten unsere Prioritäten überdenken!

    Ich durfte mein Rad hier im Kloster zwei Tage parken und konnte so entspannt ohne Ballast Prag besuchen. Danke an die Menschen, die ein gutes Wort für die Stadt eingelegt hatten - ich wäre glatt drumrumgefahren. Wir waren vor Jahren schon mal da, mit dem Rad auf Durchreise, und ich habe irgendwie nur die Menschenmassen wahrgenommen. Wo hatte ich nur meine Sinne? Ich muss irgendwann nochmal länger hin, bin sehr angetan. Vielleicht in irgendeinem melancholischen Herbst, steht der Stadt sicher gut, jetzt war es hot, hot, hot...

    Zum Glück taut auch mein aktives Englisch mehr und mehr auf - ich habe in Prag nette neugierige amerikanische Ehepaare und eine Augenärztin aus Peking kennengelernt, die mir erklärt hat, wie Chinesisch auf dem Handy funktioniert.

    Mit Tschechen habe ich hingegen (leider) eigentlich noch nicht gesprochen, bis auf meine beiden Stadtführer, die mir vieles viel näher gebracht haben, und die ich glücklicher- und zufälligerweise mit nur wenigen anderen Touris teilen musste.

    Auf dem Land dann verwegenere Einheimische, die die Bärte, die auch bei uns die Jungs jetzt so gern tragen, wirklich leben, und wo man sein Wechselgeld hier und da besser kontrollieren sollte (musste ich feststellen). ‚Wer nicht stiehlt, bestiehlt seine Familie‘ hat Stadtführerin Jelena eine tschechische Redensart aus den langen kommunistischen Jahren übersetzt, und ihrem Volk immer noch einen Hang zum Korrupten attestiert.

    Wenn man sich die Bilder von gestern Abend anschaut, scheint vielmehr der Wille zum friedlichen Protest gegen einen Korrupten in den Tschechen zu sein. Hoffe sie sägen ihren torkelnden Trump-Verschnitt bald ab.

    Ich bin hier fünf km von Theresienstadt entfernt und da immer sehr angekratzt... Habe es mir nicht (nochmal) angesehen, fahre aber an Auschwitz vorbei und werde die Gedenkstätte sicher besuchen - sollte da gut für mich sorgen, dass ich auch jemanden zum Reden habe, vielleicht über Warmshowers...

    Der Plan für heute: Die Elbe runter in die Böhmische Schweiz. Mal schaun bis wo, ein Platz am See wär toll!

    Hier noch ein paar Fotos aus der Serie ‚Prag - blöd im Bild‘, das Suchbild ‚Finde die fünf Unterschiede‘ von einer Litfasssäule in Karlsbad, und der Beweis, dass ich auch ganz normale Urlaubsphotos machen kann - u.a. die Eger bei Kadań. Und Vorsicht - der Feind hört mit 🙃

    Einen sonnigen Tag allseits!

    PS: Habe jetzt 20 km lang meine spärlichen Sprachkenntnisse reflektiert und festgestellt, dass das Pendel vor allem hier im Osten Richtung Alkohol ordern ausschlägt. Den meisten feurigen Südländern hingegen könnte ich auch in der jeweiligen Landessprache meine Zuneigung erklären. Vielleicht weil das Bier hier so billig ist? Oder weil Albano und Romina Power im Gegensatz zu Karel Gott nicht alles auf Deutsch gesungen haben?

    (Wenn man sich im Grenzort Cheb so umgeschaut hat, scheint zumindest für manche deutschen Herren auch die Liebe hier billiger zu sein als zuhause... sah zumindest billig aus. Wobei man sich bei dieser Art Grenzverkehr wohl nicht mit Vokabeln lernen aufhält...)
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  • Jun12

    No risk, no fun

    June 12, 2019 in Czech Republic ⋅ ⛅ 28 °C

    Wer hat das nochmal gesungen, hurra, wir leben noch?

    Heute gab es zu Abendessen meine ersten selbstgesammelten Pilze. Austernseitling und Marone*. Soo lecker!

    Der Zufall (bzw. die Facebookgruppe einer Freundin) hat es mir in den Weg geweht, dass ich aktuell nicht weiter Richtung Odessa radle, sondern für eine Woche ein Häuschen auf dem Dorf hoch über Tanvald und zwei tolle Katzen hüte. OK, Katzen hütet man natürlich nicht, aber sie haben sich auf die WG gnädigst eingelassen.

    Hier tue ich nun so grandiose Dinge wie Wäsche waschen, kochen, Brot backen. Lesen! (nach nem Fahrradtag bin ich oft schrecklich faul). Vielleicht morgen zur Elbquelle wandern. Kräuter sammeln, Tannenspitzensirup kochen. Das mit den Maronen* hat meinen Jagdinstinkt extrem angefixt, und so bin ich für Anfang der Woche mit Pawel aus dem Dorf (und mit dem Google-Translator) verabredet, um nochmal in die Pilze zu gehen. Mittwoch kommt die Hausbesitzerin zurück (btw., danke Dir für Dein Vertrauen!), Donnerstag geht es dann weiter für mich.

    Vielleicht mit noch mehr Schlenkern als geplant - mir schwant, ich hab doch massig Puffer, um bis Mitte September in Odessa zu sein. Eventuell schwenke ich ab Brünn erstmal Richtung Donau, Bratislava und Budapest, um dann wieder Richtung Krakau zu steuern... Die Slowakei und Ungarn wären beides neue Fähnchen auf meiner Weltkarte, und schöne Hügel gäbe es zwischendrinn auch.

    Sollte es mir hier auf‘m Lalalaland einsam werden, ist die Dorfkneipe nur 30 Höhenmeter entfernt. Leider bergab, so dass man zwar über die Wiese hinwälzen, aber nicht ins Bettchen zurückkugeln kann.

    Als ich die letzte Etappe hierhin fuhr (Killer übrigens, 80 km aber fast 1500 hm z.T. unbefestigt, ich bin echt ein Tier ;-)) dachte ich och, eigentlich wärste doch gern gleich weiter weiter unterwegs... aber ich revidiere, es ist genau gut so! Mal innehalten. Kann ich nur empfehlen 😘

    * wurde von deutschmuttersprachlichen Pilzkennern korrigiert: Rotstieliger Hexenstielröhrling. Keine Marone. Klingt auch viel besser.
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  • Jun21

    In Wolke 7

    June 21, 2019 in Czech Republic ⋅ 🌧 17 °C

    Kaum wieder unterwegs, schon lege ich einen Wandertag ein. Denn drei Dinge waren es, die mich am Riesengebirge gereizt haben: Heimat meines Opas besuchen: Check. Zur Elbquelle: Check (von Tanvald aus erwandert). Fehlte noch: Einmal auf die Schneeeekoppe. Warum auch immer die auf meiner To Do Liste stand. Vielleicht habe ich als Kind einfach zu viel Werbung geguckt.

    So logiere ich für zwei Tage dekadent in der Villa Stella (zwischen Haus Karin und Pension Marlene) für umgerechnet knapp 20 Euro die Nacht. Mit Sofa, Badewanne, Küchenzeile - und Frühstücksbuffet im Hotel nebenan. Letzteres, weil ich der einzige Gast hier im Haus bin, so unter der Woche. Ist halt nicht gerade Skisaison, und in Spindlermühle gibt es Hotels einmal quer durchs Lexikon deutscher Vornamen. Ich könnte nebenan im leeren Frühstücksraum mit den hochgestellten Stühlen ungestört Parties feiern, würde ich hier wen kennen.

    Party gibt es allerdings im Ort selbst schon genug, es wirkt alles leicht überdimensioniert für die paar Vorsaison-Wandergäste. Skiorte zeigen im Sommer ihre Fratze. Pizzeria an Bierbude an Sportgeschäft und wieder von vorn. Wär‘s nicht um die Koppe, ich wär nicht hier, wo man nirgends als auf dem zu teuren Autocamp zelten kann. Naturschutzgebiet 1. Kategorie. Ausser wo gerade ein Skilift steht.

    So ging‘s heute vollgefrühstückt hoch in die Wolken. Auch wenn die Aussicht so vernebelt nicht die Beste war, die Stimmung beim Aufstieg war schön mystisch dadurch, besonders in den einsameren Passagen. Oben auf der Sněžka dann eher Ameisenstraße....

    Hin über den Ziegenrücken, zurück über den Weg der tschechisch-polnischen oder polnisch-tschechischen Freundschaft. Ein ganz schön steiniger Pfad - weiss nicht, ob das Symbolcharakter haben soll. Vielleicht ist symbolischer, dass - wo immer es der Platz hergab - die Menschen sich kleine Trampelpfade neben dem offiziellen beschwerlichen Weg geschaffen haben, und auf denen läuft es sich wie geschmiert.

    Noch ein paar Erkenntnisse vom Fahrradtag gestern, der mich dank einer (für mich) fast unpassierbaren Waldpassage mit 40 km Tagesstrecke mehr fertig gemacht hat als 120 km Straße. Hab zwei Stunden schieben müssen, bergan wie bergab. Nicht, dass ich noch Arm-Muskulatur aufbaue 😉

    - Auch mit weniger als 4 km/h kippt man als Radfahrerin nicht zwangsweise seitwärts um.
    - Wenn man das vollbeladene Fahrrad bergan schieben muss, ist bremsen das blödeste. Das zweitblödeste sind Bremsen.
    - Fliegen sind auch blöd, aber wenigstens körperlich keine Gefahr.

    Ab morgen dann weiter Richtung Süden. LG Anna
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  • Jun26

    Sbohem & Baba

    June 26, 2019 in Austria ⋅ ⛅ 31 °C

    Jetzt, wo ich zmrzlina so überzeugend aussprechen kann, dass es beim Eiscremekauf nicht mehr zu Nachfragen kommt (btw gibt’s in zmrzlina-Buden eh nur zmrzlina), wurde es Zeit, Tschechien tschüss zu sagen. Ich hab Dich gemocht, Land der Kofola.

    Auf zu neuen Ufern - konkret die der Donau. Noch ein paar mal die Kurbel treten, dann verlasse ich gleich nach dem Mittagspäuschen auch mein Transitland, das bisher exotischste meiner Reise (im Ernst... hier in Niederösterreich ticken die Uhren doch... anders) - und rolle in die Slowakei ein.

    Was gibt‘s so zu berichten:

    Hinter der tschechisch-österreichischen Grenze wurde ich erstmal von der Polizei angehalten. Allerdings nur, weil der beste Freund des Ordnungshüters gerade die Route 66 mit dem Rad fährt, und er neugierig war, wohin ich denn so unterwegs bin. Wenn das mal nicht schwer gegen alle Dienstvorschriften ist, mich dafür rauszuwinken und der ollen Frau nen Schreck einzujagen (irgendwie habe ich zusammen mit meinem Führerschein dereinst auch ein grundlos (!) schlechtes Gewissen bei Polizeikontrollen überreicht bekommen). War ein sehr netter allerdings.

    Seit ich blonder bin erhalte ich mehr Aufmerksamkeit und Applaus bei den zahlreichen Straßenbaustellen, und ab und an wird auch mein Fahrrad ‚ganz locker’ über Absperrungen gehoben.

    Und natürlich schwitze ich mir gerade die Seele aus dem Leib. Um halbsechs Aufstehen und früh losrollen bringt auch nur bis gegen neun was... egal, keine Beschwerde, es ist Sommer, und es gibt Seen...

    Esst Eis, Leute!
    Grüße vom Streifenhörnchen (meine Beine sind von der Aufteilung her schwer Dolomiti, zum Glück aber farblich eher Brauner Bär 🙃)
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  • Jun28

    Jetzt mach ich mich mal nackig...

    June 28, 2019 in Slovakia ⋅ ☀️ 23 °C

    Foto ging nicht, brauchte beide Hände, damit es jugendfrei bleibt ;-)