Ukraine
L’vivs’ka Oblast’

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38 travelers at this place
  • Sep10

    Über Lwiw durch die westliche Ukraine

    September 10 in Ukraine ⋅ ⛅ 21 °C

    Von Krakau sind wir vergangenen Dienstag in den Bus nach Lwiw (Lemberg) in die Ukraine gestiegen.

    Nach zweieinhalb Wochen in Polen haben wir nun die Grenze in ein neues Land überschritten. Dabei stachen uns vor allem zwei Unterschiede ins Auge: die weniger schönen Häuser und die schön glänzenden Zwiebeltürme der orthodoxen Kirchen.
    Nach einer gut 6-stündigen Busfahrt inkl. Grenzkontrolle und Uhrumstellen (+1 Stunde) erreichten wir den Lemberger Bahnhof. Mit einem Uber fuhren wir in die Altstadt zu unserem Appartment für die kommenden zwei Tage.
    Mit Handgesten und Google Translate verständigten wir uns mit unserer Unterkunftgeberin. Ein 40 m² Appartment in der Altstadt kostete uns pro Person und Nacht gerade mal € 12,-. Das Preisniveau mag auch deshalb so niedrig sein, da die Ukraine eines der ärmsten Länder Europas ist. Der wunderschönen historischen Altstadt von Lemberg ist das nicht anzumerken. Die in früheren Zeiten als "Klein-Wien" bezeichnete Stadt zeichnet sich durch viel Charme und Lebendigkeit aus. Es überraschte uns beide nach Krakau noch weiter im Osten so eine kleine Perle zu entdecken. Das vermittelt uns auch wunderbar, Anna, unser Tourguide durch den Stadtkern. Wir lernen eine Kaffeemine kennen 😅, den ehemals jüdischen Stadtteil und das armenische Viertel, wo wir später in einem Restaurant sehr köstlich Mittagessen waren. Und auch das "Russen-Bashing" kommt während der durchwegs humorvollen und von Leichtigkeit geprägten Tour nicht zu kurz, was angesichts der konfliktbehafteten Situation im Osten des Landes auch nicht verwunderlich ist.

    Neben der fremden Sprache führte die ukrainisch-kyrillische Schrift zu einem deutlicheren Gefühl von Fremdsein. Die Orientierung innerhalb der Stadt gestaltete sich somit auch deutlich schwieriger.

    Für die Weiterreise Richtung Rumänien buchten wir uns online ein Busticket. Mangels Alternativen wählten wir einen Nachtbus mit dem wir am Morgen des 10. Septembers in Solotwyno, der ukrainischen Grenzstadt ankommen sollten.
    Am Vorabend wurde ich telefonisch vom Busunternehmen kontaktiert und die Frau am Telefon teilte mir mit einfachen englischen Worten mit, dass unser Bus von Plattform 10 am Busbahnhof wegfahren würde.
    Nach den bislang immer schön großen Bussen stiegen wir dieses Mal um Mitternacht in Lwiw in einen Kleinbus mit etwa zehn MitfahrerInnen.
    Der Fahrer steuerte den Bus rasant durch die ukrainische Nacht. Es war ein wiederkehrender Rhythmus der unsere Fahrt sehr unruhig werden ließ. Holprig kurvten wir über die Straßen - wir schliefen für eine Weile ein, bevor der Beifahrer das Licht im Bus aufdrehte, der Bus zum Halten gebracht wurde und hektisch Menschen ausgestiegen und Gepäck verladen wurde. Kurze Zeit später schloss sich die elektrische Seitentür, das Licht wurde abgedreht und der Bus setzte sich wieder in Bewegung. Dieser Ablauf wiederholte sich einige Male und der Kleinbus leerte sich nach und nach. Bis zu jenem Moment als der Beifahrer mich ansah und etwas auf ukrainisch zu mir sagte. "Solotwyno?", fragte ich. Er nickte. Es war noch stockdunkel draußen. Der Blick auf die Uhr zeigte 5:20 und somit fast einenhalb Stunden früher als erwartet. Nachdem uns auch eine Mitfahrerin verständlich machte, dass wir bereits an unserem Zielort angekommen sind, stiegen wir aus und machten uns zu Fuß auf dem Weg zur ukrainisch-rumänischen Grenze.
    Die Grenzstadt lag dabei noch im Tiefschlaf. Wir spazierten an einigen Ferienhäusern mit Poolanlagen vorbei, sahen sehr alte und ärmliche Wohnhäuser, die neben modernen Tankstellen und Geschäftsfilialen standen. Nachdem Nervenkitzel sorgten schließlich die ersten Sonnenstrahlen für eine sehr schöne Atmosphäre bei der wir zu Fuß den Grenzfluss Theiß nach Rumänien überquerten.
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    Niki HK

    Sehr abenteuerlich 😂

    Bernhard Grießler

    haha ja durchaus 😅

    Georg Braun

    Wie immer sehr interessant 👍🏻

    Bernhard Grießler

    Danke Georg! 🙂

     
  • Day3

    Kirschkernspucken bis zum Himmel

    October 13, 2019 in Ukraine ⋅ ⛅ 20 °C

    ... Wir laufen zum Himmel.
    Noch immer scheint der Altersdurchschnitt unter dem unsren zu liegen. Junge Menschen drängen sich auf den 350 Holzstufen nach oben. Ohne Rücksicht.
    Die Fassaden sprechen was anderes. Alt, verbraucht, vergangen, eng, welk und trotzdem modern.
    Wir sitzen am Tresen, im Zentrum, mitten im ukrainischen Mainstream, genießen die Sommerzeit und den Malz.

    Während auf den Straßen junge Menschen sind. Sitzen die erfahrenen betagten Ukrainer in der Kirche.
    Erstaunlich auffällig dieser "Spalt". Während des Gottesdienst schauen wir in diese betagten Gesichter, umschmeichelt von Hüten und Kopftüchern. Sie sind erfahren, verletzlich, allein, und solidarisch gehen sie miteinander um.

    Mich erinnert es an vor 30 Jahren.
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    AR May

    Ich habe noch keine solche Bauweise gesehen. Die Häuser sehen überwiegend nach Überholen aus. Aber haben auch Reiz.

    10/13/19Reply
    AR May

    Michi genießt!

    10/13/19Reply
    Albiontour

    Prost Thomas

    10/13/19Reply
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  • Day6

    Station #3: Lviv, Ukraine

    March 8, 2020 in Ukraine ⋅ ☁️ 5 °C

    Dobrideny liebe Freunde und Freundinnen! Oder für Kenner: Добридень!
    Während unsere bisherigen Stopps in Polen uns doch teilweise noch sehr an Deutschland erinnerten, waren wir in der Ukraine nun definitiv weit von unserem Heimatland entfernt. Diesen Eindruck vermittelten nicht zuletzt alle Beschriftungen in der Landessprache, die nicht mal mehr unsere Buchstaben verwendet!
    Lviv, zu Deutsch Lemberg. Stadt der Löwen, des Kaffees, Biers und Kirschlikörs. In der abermals wunderschönen Altstadt konnten wir zwei Tage lang genüsslich rumtigern, Borschtsch verspeisen und über die doch eng mit Deutschland verknüpfte Geschichte der Stadt erfahren. Und auch die Weiterreise sollte zum Erlebnis werden: Den Weg nach Rumänien nahmen wir des Nachts im Schlafabteil unseres ukrainischen Hogwarts Expresses.
    Wir hören uns in Rumänien. Buvay!
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    Walter Illing

    Hallo ihr Zwei, herzlichen Dank für die schönen Bilder und die Informationen darüber . Wir wünschen euch weiterhin viel tolle Erlebnisse und viel Spaß und Freude. Bleibt schön GESUND! Liebe grüße von Oma und Opa

    3/11/20Reply

    Übrigens die meisten "russischen Bahnhöfe" waren immer schon, prachtvoll, wie kleine Paläste, sauber und schön.

    3/11/20Reply
    Jürgen Voigt

    Hallo ihr Weltenbummler, das ist doch Lemberg, oder? Die Bilder sind sehr schön und wirken schon sehr osteuropäische. LGJ

    3/11/20Reply
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  • Day15

    Emotions Starting To Get To Us

    August 11, 2019 in Ukraine ⋅ ⛅ 21 °C

    This morning we slept in til just after 8 AM. The schedule for the day involves a parade and then we will be bussed off to our second performance of the festival, so it was good to get some extra sleep. We had breakfast downstairs in the hotel with Emma and then back up to get ready. Again had to be dressed in full costume for this parade, so we were geared up in Hopak along with bringing everything else we needed for the day (separate costume and change of clothes). Luckily we could load up the bus with our extra stuff and then it was a short walk to the start of the parade.

    We congregated in front of the Opera House and then proceeded to wait, in the hot sun....in full costume. It is definitely an international dance festival because they have the hurry-up-and-wait part figured out. After about 20 minutes, they lined us into position and then the parade started shortly after. The parade was from the Lviv Opera House to the Taras Shevchenko monument which wasn't really that far, probably less than a km. Once there, all the groups lined up, there was a flower laying ceremony, and some sort of speech. We took a group picture at the end and it looked like it turned out well. Immediately after we loaded up onto the bus to head to Shevchenkivskyi Hai where we would be performing next.

    Shevchenkivskyi Hai is an outdoor old-style Ukrainian village type attraction. Think like the Ukrainian Village east of Edmonton. It is very spread out and rolling walking paths. What that meant is the bus could only go so far and then we had to schlep our costumes all the way in. Plus keep in mind we are still in Hopak costume with boots on. Plus plus - it rained overnight last night and the path in was still wet soil in spots. Wish we had known the length of the walk so we could change our footwear on the bus.

    We get to the stage and change area. The stage is covered and the audience seating is built in and permanent into the hill. Sort of like a mini-Dauphin stage. The change tents were right behind the stage and were a built up wooden floor. This was lucky because all around our tent was grass, which was also wet from the rain and muddy/squishy in some spots. Exactly what you want for dance costumes and boots.

    We changed out of costume and into street clothes so we could go eat lunch. Walked over to the outdoor area where we were going to eat and had to wait another 20 to 30 minutes for everything to get set up. Lots of people were starting to get to the point of crankiness, Brooke especially who was getting hangry about getting her boots a bit wet. Nathan and I being the positive people we tried to cheer everyone up with a song......I don't think it worked, mainly due to the fact that we got told to shut up for being too load.

    We had lunch in a fenced off part of the village. The food was a stew, cabbage salad, bread with salo, and fresh fruit. There was also limited space to eat as there were 4 cocktail tables in a small grassy area and some bench seating on the side. Nathan and I sat in a makeshift yurt (bench under a covered area). I actually really enjoyed lunch, it was quite tasty and the fresh apricots were a welcome addition.

    After lunch we changed back into Hopak, not to perform yet, but to walk further and do a photoshoot. This time we had the good sense to walk in our sandals and change footwear later. We initially lined up for one of the festival photographers who set us up in a very weird way. It didn't make sense what he was doing and apparently the pictures didn't work out at all. Immediately after we ditched that guy, stepped into the sunlight in a grassy area, and then we banged out a great photo with our actual photographer. Afterwards we walked even further to find a nice scenery to take a nice vignette photo with a great backdrop.

    It was then time to get prepared for this show. We were performing Hopak, Hutsul, and one Junior dance. I was legit concerned about having enough space to warm up due to the wet grassy area around us. Luckily the festival laid down some tarps so we could have access to the stage and then we realized that stage right had an actual full stone path. Perfect! Was able to properly warm up as best as can be expected.

    This performance is actually an "adjudicated" show to determine what gets into the gala performance tomorrow at the opera house. I'm not sure if it actually means that some groups won't get in, or more so it determines how many and which dances we perform. I made the joke of whether or not they would have a bell to ding before we go on. Our actual performance went very well, the energy on stage was really strong, and the reaction from the crowd was great. In true fashion, I was last out of the change room again and was just dripping with sweat.

    We then hauled everything back up the path to the bus. Some of the girls used up some coupons for carrying their stuff or a free ice cream, I think Jordan got the worst of it. Once we got on the bus Shane grabbed our attention and let us know that the feedback was very positive and they were very impressed with our performance and our technical skill. Shane then let us know that one Junior dance, Hutsul, and Hopak will be performed in the gala show tomorrow! We get to dance in the Lviv Opera House!

    Once we got back to the hotel we had to fully unload the bus as this was the last time we would see it. Bye bus, we had some good times! Next it was time to do an initial pack of all the costumes we didn't need anymore. We all met up on the 5th floor elevator lobby and then started sorting, rolling, and packing. It didn't take too long and then it was time for a quick shower before dinner.

    We headed out for dinner with Nathan, Audrey, Jordan, Christine, and Joren. My random suggestion was to go to a restaurant where I saw pumpjacks on the outside. Christine started polling the group for what they were hungry for and looked at Google Maps. She found a restaurant that one of guides had suggested and also had sizzling pans of meat. Turns out it was the pumpjack restaurant that I wanted to go to, so bonus!

    The restaurant was called Gas Lamp and has a science / historic oil theme to it. There were hundreds and hundreds of gas lamps as decorations inside and the restaurant had 5 levels with a very narrow staircase throughout. There was even a red light green light system to direct traffic up and down.

    The drink menu had a section called Chemical Experiements, basically their selection of different cocktails. We interpreted that you could actually sample each one and the drinks came in a rack of test tubes! It was fun to try them and not know what to expect for flavor. Some were really good, some we didn't finish. For an appetizer Brooke shared a pickle tray with Audrey that had red cabbage and pickled vegetables and I had spicy meatballs. Dinner I had a spiced pork sausage and Brooke had a braised beef with legit horseradish ice cream.

    After dinner we wandered over to П'яна Вишна (drunk cherry) to have a famous cherry wine. Bought a bottle to share amongst the 7 of us and stood outside on the street and drank it in the provided glass tumblers. Brooke really wanted to bring a bottle home so she purchased one in a decorative hard tube. Packing is going to be fun tomorrow.....

    We then walked back to Rynok Square. A couple of the guys decided to go for a beer at Pravda, local craft beer. The rest of us went shopping to souvenir stores around the square. At one point we got separated and it was Nathan, Brooke, and myself as a small group. We went back into Kryvika (Ukrainian bunker restaurant) to go to the souvenir shop but diverted downstairs to walk it through again. Realized there was a separate section outside where you could climb 5 flights of stairs to the roof where there was an anti-aircraft cannon that you could sit in and fully rotate. Super cool!

    Shortly after, we headed back to the hotel as it was time for bed and we have our last performance tomorrow.

    Tyler
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    Steve James

    Congratulations on achieving the opportunity to dance at the Lviv Opera House! So proud of you! ❤️

    8/13/19Reply
    Brett Bernakevitch

    Awesome!

    8/13/19Reply
    Rae Bernakevitch

    That is awesome to hear about the Opera House!!! 👏🏼

    8/13/19Reply
    Rae Bernakevitch

    Cool!!

    8/13/19Reply
     
  • Day5

    Rückkehr in die EU

    July 7 in Ukraine ⋅ ⛅ 27 °C

    Knapp 80 km sind es von Lviv zurück bis zur polnischen Grenze.
    Den Weg nutzen wir für einen kleinen Drohnenflug in einem der Orte durch die wir über die buckligen Straßen trödeln.

    Ein kleiner Snack wird noch auf ukrainischer Seite eingenommen, ehe die Grenze kommt…4 Std später dürfen wir dann auch nach Polen zurück kehren.
    Man hört und liest, dass auch 8-9 Std nicht ungewöhnlich gewesen wären.

    Also Glück gehabt?!

    Die Ukraine hat sich wieder von einer sehr sehr spannenden Seite gezeigt. Die Innenstadt versprüht eine unfassbare Stimmung.
    Der Wandel zum westlichen Standard ist sichtbar, die Vergangenheit allerdings auch allgegenwärtig.
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    Globolist

    Großartiger Ausflug!

    7/7/21Reply
    Globolistin

    Mega die Aufnahmen mit der Drohne

    7/8/21Reply
    Oliver Diener

    😉👍

    7/8/21Reply
     
  • Day3

    Mit Speck fängt man Mäuse :)

    October 13, 2019 in Ukraine ⋅ ⛅ 20 °C

    ...
    Lemberg.
    UNESCO Weltkulturerbe. Trotzdem keine Puppenstube. Der Prozess der Disneyfizierung, wie er in New York, Dresden, beispielsweise erfolgt, bleibt hier noch aus.
    Lemberg eine Stadt mit Erinnerung und ja hoher Verletzlichkeit.
    Es zerfällt. Die Innenstadt mit wenigTouristen. Die Geschichte intensiv und nachhaltig. Immerhin traf es 160.000 Juden... Und eine Masse an Zwangsumsiedlung.

    Das Leben ist jung und doch verhalten.

    Wir sitzen auf Treppen, genießen den Wein, den Kaffee, die Demut und Resilienz. Wissen um die Erinnerung. Und genießen den Speck vom Markt.

    PS: Was auf Kishi nicht klappt, klappt hier.
    PPS: Sauerkirschen eingelegt. Das gab es schon vor 30Jahren.
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  • Aug2

    Yes! Women are strong!

    August 2, 2019 in Ukraine ⋅ ⛅ 22 °C

    Seitdem ich in der Ukraine bin, ist da noch viel mehr das Gefühl, dass mein Inneres sich ein wenig reckt und streckt, um über meine Mäuerchen drüberzugucken. Einfach mal machen, nicht so viel mit mir rumdiskutieren. Fühlt sich gut und frei an.

    Es ginge auch nicht anders, man ist hier nicht gerade auf ausgetretenen Pfaden des internationalen Tourismus unterwegs. Auch Polen oder Slowaken zieht’s kaum über die Grenze.

    Ausgenommen Lviv, wo ich noch übers Wochenende bleibe - die Stadt verdient ihren eigenen kleinen Beitrag, möchte nur meine Reise bis hierher und den Sonntag in der Ukraine nicht unterschlagen...

    Die langgezogenen Straßendörfer mit bröckelnden Fassaden und frischgeputzten Fenstern, die unzähligen Kirchen mit den Golddächern, die aussehen wie aus einer anderen Welt dort abgestellt. Die braunen Sonntagsanzüge und die Spitzenkopftücher, die am Glockenseil baumelnden Messdiener, die schnapsseeligen Männerversammlungen vor jedem ‚Magazin‘, das volle Programm eben, inklusive Hühnern, Ziegen und Pferdekutschen (selten, aber doch). Die Hunde waren bei der Hitze zu träge für Verfolgungsjagden.

    Die erstmal oft skeptischen Gesichter der Frauen auf den Bänken vor den Zäunen vor den Häusern. Ich glaube, hier wird es den Menschen langsam befremdlicher, dass ich allein unterwegs bin. Und überhaupt, ich auf meinem Rad, das mehr gekostet hat als ein ukrainisches Durchschnittsjahreseinkommen...

    Tipp zur Erheiterung des Auditoriums: Einfach mal so tun, als sei man getroffen und kippe vom Rad, wenn ein kleiner Plastikgewehr-Heckenschütze einen anvisiert. Da schmunzelt zumindest auch Opa auf der Bank. Erziehung zum Pazifismus steht in einem Land, das sich im Krieg befindet, wohl nicht zwangsläufig hoch im Kurs. Hier und da sind an den Ortseingängen große Banner mit Fotos der getöteten Soldaten aufgestellt. Keine verwitterten Tafeln mit den Namen von Weltkriegstoten, sondern die Pass- oder Armeefotos von Männern, die zum Teil noch in den Windeln lagen, als ich gerade Abi gemacht habe.

    Fast gegenüber jeder Bushaltestelle steht eine kleine Kapelle - und wenn man sich die Busse so anschaut, kann man auch das verstehen. Und die Straßen... bis ganz unvermutet, nach einer weiteren inländischen Passkontrolle (auf dem Pass, wie passend), wie von einer guten Fahrradfee hingezaubert eine aalglatte nagelneue Asphaltbahn begann, sich durch die Hügel Richtung Lviv zu schlängeln. Yeah!

    Bei all den Eindrücken wird mir klar, wie wenig ich bislang in meinem Leben gesehen habe von der Welt. Und man kann sich gar nicht davor verschließen, wie gut es uns geht.

    Die Szene des Tages am Sonntag jedoch war, als ich den Uschok-Pass angegangen bin, und mir entgegen kam ein junges Paar in einem schicken westlichen Kleinwagen (sonst waren noch viele alte Ladas in allen Farben des Tuschkastens unterwegs). Er, am Steuer, schüttelte ein wenig schmunzelnd den Kopf, von wegen wie verrückt muss man sein, um hier bei über 30 Grad im Schatten mit dem Rad hochzukurbeln. Da reckte sie die geballte Faust aus dem Beifahrerinnenfenster und rief mir zu ‚Yes! Women are strong!‘. Stimmt.
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    Birgit Lepperhoff

    Schon riesig groß,allein dieses Europa,von dem Du uns(zumindest mir)ziemlich unbekannte Stücke näherbringst,wunderschön,spannend,aufregend!!😘

    8/1/19Reply
    Ulrike Brieske

    Yes, we are - und Du bist wunderbar, den Anschauungsunterricht zum Pazifismus hätte ich gerne gesehen, genieß Lemberg und bis bald:)

    8/1/19Reply
    Dahlinke

    Wie recht sie hat. Ich kann nur hoffen, dass wir bald viel mehr Frauen als Staatsoberhaupt haben. Also, von Trixie und Alice natürlich abgesehen.

    8/1/19Reply
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  • Day4

    Widersprüche in Galizien

    October 14, 2019 in Ukraine ⋅ ⛅ 18 °C

    Pünktlich 9 Uhr satteln wir den Bus, schärfen den Zoom der Karte und fahren nach Drohobych.
    Das Ländle von Bruno Schulz.

    Hier stehen jung und alt vor der Kirche, weil keiner mehr rein passt.
    Ist das Zentrum fad und die Hokzkirche zeigt keinen Millimeter unbemalt. Hier sind Nebenstraßen geteert und Hauptstraßen geschottert.
    Hier endet sogar die Kartenlesekompetenz von Geographen.
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    AR May

    Das ist ja lustig. Gänse auf der Straße und Autos auf dem Feldweg. Unser Leben! Trotzdem sind die Menschen zufrieden.

    10/15/19Reply
     
  • Day4

    Industriegelb in Boryslav

    October 14, 2019 in Ukraine ⋅ ☁️ 22 °C

    Berthold Beitz heißt der Retter hunderter Juden und Deportierten indem sie in Boryslav Erdöl förderten. Auf dessen Spuren fuhren wir auf Nebenstraßen, beobachteten die Menschen die den Feiertag "Verteidigung des Vaterlandes" gemeinsam auf den Straßen verbrachten.
    Kirchbesuche. Hollywoodschaukel. Picknick.
    Wir blieben auf den Nebenstraßen, immerhin brauchte man auch hier für 48km, 1Stunde Fahrzeit.
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  • Day4

    Lviv II

    July 6 in Ukraine ⋅ ⛅ 26 °C

    Bevor die Hitze die Stadt einnimmt, latschen wir für Frühstück und Kaffee in Richtung Old Town. Für die nötige Bewegung sorgt der Aufstieg zur Aussichtsplattform des Rathauses.

    Über Airbnb haben wir extra eine Wohnung mit Dachterrasse ausgewählt. Und so verbringen wir die Zeit von Mittag bis Abend bei BBQ und sonnenbaden, ehe es abends für eine Abschlussrunde zurück in die Altstadt geht.

    Bereits in 2019 war ich begeistert von der Stadt. Jetzt, im Hochsommer, ist sie lebendiger denn je. Durch eine unfassbar entspannte Stimmung und tolles Flair verdient sich Lviv sicherlich einen Platz auf der Liste der Geheimfavoriten Europas.
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You might also know this place by the following names:

L’vivs’ka Oblast’, L'vivs'ka Oblast', Oblast de Lviv, Львовская область, Львівська Область