Eigentlich wollten wir von Porto zuerst den Küstenweg nehmen, dann ins Landesinnere weiter nach Santiago gehen. Leider zwingt und die Reisewarnung für Spanien zu einer Änderung der Route und auch der gesamten Reise.
  • Day19

    Rückflug nach (Mecker-) Deutschland

    September 6, 2020 in Germany ⋅ ☀️ 17 °C

    Den Schlüssel zum Zimmer ließen wir auf einer Kommode im Flur liegen. So hat der „Nerd“ es uns gestern gesagt. Alternativ hätten wir ihn auch in der Zimmertür stecken lassen können. Ein Schritt vor dem Stadthotel „Almeda“ sagte uns, es wird heute sehr warm in Porto. Bereits 09:30 Uhr waren es schon 24 Grad im Schatten und den brauchte man bereits schon. Denn die Sonne brannte heftig.

    Wir suchten uns eine Möglichkeit, wo wir frühstücken konnten und nahmen auch gleich die erstbeste an einer schrägen Straße. Etwas vorsichtig musste man dabei schon sein. Denn wenn man sich streckte konnte es sein, dass durch die Schräge der Stuhl nach hinten kippte. Irgendwie merkwürdig so zu sitzen und seinen „schrägen“ Kaffee zu trinken.

    Danach gingen wir nochmals zur Brücke „Ponte Dom Luís I“ und sahen uns noch einmal die Altstadt an. Wie ein Schwamm versuchten wir dabei die (letzten) Eindrücke vor dem Abflug aufzusaugen. Natürlich wurden wir unterwegs einige Male gefragt, ob wir zum Frühstück Marihuana haben wollen. Wir lehnten dankend ab.

    Olaf holte sich die leckeren „Pastel de Nata“ und wir setzten in den Schatten einiger Bäume beim Rathaus. Dort nahm er das Blätterteiggebäck zu sich und gingen danach zur Metro. Wir hatten zwar schon einen wiederaufladbaren Fahrschein gehabt, aber das System diesen entsprechend aufzuladen eröffnete Sichtung nicht ganz. So nahmen wir dann neue Fahrscheine. Die kostete zwar 0,60€ mehr, insgesamt jedoch war die Fahrt aber günstiger als in Berlin. In Porto kostete die Fahr (mit Gebühr für das Wiederaufladbare Ticket) 2,60€ und in Berlin kostet er 2,90€.

    Wir fuhren ca. 26 Minuten zum Flughafen, tranken unser restliches Wasser aus und gingen durch die Sicherheitskontrolle. Der Flughafen wirkt auf mich immer noch sehr modern und gestylt. Durch die elektronischen Boardkarten war das alles viel einfacher geworden. Nach der Sicherheitskontrolle warteten wir auf unseren Abflug.

    Pünktliche Ankunft in Berlin. Zuerst drei deutsche Frauen im Flugzeug keinen Mund-Nasen-Schutz. Wir wiesen sie freundlich darauf und und dann zeigen sie ihn - ab und zu. In Portugal oder besser außerhalb von Deutschland scheinen die Menschen entspannter mit dem Thema umzugehen. In Deutschland muss man über alles meckern und meckern und meckern. Fast hätte man den Eindruck, als wären die Menschen in Deutschland unzufrieden mit ihrem Wohlstand. Über den Tellerrand schauen kann da sehr gut helfen, eine andere Sichtweise auf das eigenen Dasein zu bekommen.
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  • Day18

    Die letzte Etappe

    September 5, 2020 in Portugal ⋅ ☀️ 23 °C

    Es war oder ist ein wunderbares Hotel, in welchem wir die vergangenen zwei Tagen verbringen konnten. Das „Venceslau Wine Boutique Hotel“ hatte modernen Komfort und eine gute Lage. Insgesamt haben ihr auf unserer Reise 3 Tage hier verbracht. Jedes der 8 Zimmer war mit einem Motiv von „Vila do Conde“ gestaltet und alle Motive haben wir auch besucht. Im Zimmer gab es Kaffee und so frühstückten wir dort. Wir hatten noch Obst, Kekse, Saft und Schokolade. Das wollten wir nicht mit nach Deutschland nehmen.

    Wieder einmal war es in der Stadt sehr neblig und wir denken, dass es sogar nebliger als gestern war. Zuerst gingen wir am Aquädukt und der „Igreja Santa Clara“ vorbei. Dann ein wenig am Fluss „Rio Ave“ entlang, um dann gänzlich ins Landesinnere einzubiegen. Es ging durch Siedlungen auf gepflasterten Straßen. Anfänglich hatten wir eine Jacke an, aber mit der Zeit wurde uns doch sehr warm, denn der Nebel löste sich auf und es wurde wieder sehr sonnig.

    Wir überquerten die Autobahn, gingen durch Wälder mit Eukalyptusbäumen, kamen an Kirchen und kleinen Kapellen vorbei - die mehr oder weniger schön waren. Dann sahen wir die Brücke „Ponte do Ave“. Malerisch lag sie in einem kleinen Tal. Die Brücke wurde 1182 erbaut und an seinen Ufern waren Wassermühlen gewesen. Leider sind diese in einem schlechten Zustand. In einer Wassermühlenruine waren wir, damit wir einen besonders schönen Blick auf die Brücke bekommen.

    Auf dem weiteren Weg begegnete uns ein großes Steintor - unklar warum es da steht. Es war leider auch nicht heraus zu finden. Sowohl die Brücke, als auch dieses Steintor kannte ich schon von meiner ersten Wanderung. Später kamen wir zum Kloster „Mosteiro de Vairão“ - was gleichzeitig eine Pilgerherberge und -Museum ist. Das kannte ich ebenfalls von 2015 und hatte dort genächtigt.

    Weiter ging es über Siedlungen, die, je näher wir „Porto“ kamen, an dichte Zunahmen. In „Gião“ bewunderten wir die Kirche und deren äußere Fliesen. Dann gingen wir kleine und größere Straßen entlang. Zunehmen wurde es wärmer und wir wollten dann am Bahnhof von „Modivas Sul“ in die Metro einsteigen und nach „Porto“. Wir lösten je ein Ticket und schon einen Moment später kam die Metro. Sie war mäßig voll und jeder hat einen Mund-Nasen-Schutz getragen. An der Station „Trindade“ stiegen wir dann aus und gingen zu unserer Unterkunft. Zuerst waren wir in einem anderen Haus und die Dame schaute in ihren Unterlagen nach, aber wir hatten keine Buchung bei ihr. Wie zeigten ihr die Buchung von Booking.com und sie winkte ab. Es war das Gebäude nebenan und ebenfalls ein altes Stadthaus, was offensichtlich von einer älteren Dame und deren Sohn geführt wurde. Auf uns wirkte er etwas nerdig, so als hätten wir ihn gerade von seinem Computerspiel weg geholt. Er zeigte uns das Zimmer und kassierte in Bar - was ein wenig ungewöhnlich war.

    Nach dem Duschen eine kleine Pause und dann gingen wir in die Stadt Souvenirs kaufen und sich etwas treiben lassen. Letzteres war etwas schwierig, weil sehr viele Menschen in Porto-Stadt unterwegs waren. Zusätzlich kam hinzu, dass wir häufig gefragt wurden, ob wir Marihuana, Speed oder Koks kaufen wollen. Am Hafen, mit Blick auf die Brücke „ Ponte Dom Luís I“, haben wir etwas gegessen. Gingen dann zur Kathedrale um den Blick über das abendliche Porto zu bewundern. Da es bereits dunkelte, gingen wir erneut oberhalb über die Stahlbrücke und genossen den Anblick von Porto-Altstadt. Dann gingen wir zurück ins Hotel. Die Straßen waren gefüllt mit Menschen, die sich einen schönen Abend in einem Club machen wollen.
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    Doris Budnick

    Ein wunderbarer Abschluss eurer schönen Reise. Sicher fällt der Weg nach Hause nicht so leicht. Gute Heimreise

    9/5/20Reply
    Guido Meyer

    Vielen dank Doris 😘

    9/6/20Reply
     
  • Day17

    Die Stadt im Nebel

    September 4, 2020 in Portugal ⋅ ☀️ 22 °C

    Ein Blick aus dem Fenster bzw. vom Balkon verriet uns, dass es vom Wetter her ein interessanter Tag werden würde. Denn irgendwie war es warm, leicht sonnig und auch neblig. Da wir heute nichts besonderes geplant hatten, gingen wir erst einmal zum Frühstück in ein Café. Wir wählten wieder das „O Fornihno“ aus, wo wir vor zwei Wochen schon gefrühstückt hatten und es uns dort auch gut gefallen hat.

    Man muss schon sagen, der Kaffee in Spanien oder hier in Portugal schmeckt immer mega lecker. Während wir so frühstückten, machten wir Vorschläge für den Tag. Das Aquädukt von „Vila do Conde“ stand hoch im Kurs, dann die „Igreja Santa Clara“ und das Flussufer mit dem rekonstruierten Schiff, einer Kuppelkapelle und natürlich zu Lidl.

    Das „Aqueduto de Santa Clara“ ist ein Aquädukt in Portugal. Es bringt Wasser aus einer Quelle in „Terroso“ (Póvoa de Varzim) über vier Kilometer zum Karmelitinnenkloster „Santa Clara in Vila do Conde“. Mit der Errichtung wurde unter der Äbtissin „Donna Maria de Menezes“ begonnen, die das Land um die Quelle zum Bau des Aquäduktes erwarb. Als unter der Äbtissin „D. Catarina Lima“ die falsche Berechnung des Gefälles bemerkt wurde, stellte man 1636 die Arbeiten wieder ein. Erst 1705 wurde der Bau unter der Äbtissin „D. Bárbara Micaela de Ataíde“ wieder aufgenommen und schließlich 1714 abgeschlossen. Das Aquädukt bestand ursprünglich aus 999 Bögen, die heute nicht mehr vollständig erhalten sind. Mit Erlass vom 16. Juni 1910 wurde das Bauwerk als Monumento Nacional klassifiziert.

    Wir gingen etwas am Aquädukt entlang und bestaunten seine mächtige Bauweise. Es war schon sehr beeindruckend an diesem Mauerwerk entlang zu gehen. Auch nachts konnten wir es schon bewundern, wobei es dann noch imposanter erscheint. Ursprünglich war das Aquädukt 7km lang und ein Großteil ist davon auch noch erhalten. Wir wollten jedoch nur einen Teil abgehen, zumal in dessem Verlauf ständig Straßen zu queren sind. So machten wir bei ungefähr der Hälfte kehrt und gingen zur Kirche „Santa Clara“.

    Die „Igreja de Santa Clara, liegt oberhalb von „Vila do Conde“ und wegen dem Nebel, konnte man zwar nicht weit blicken, tauchte jedoch die Umgebung in ein stimmungsvollen Anblick. Ich habe gelesen, dass dieses wunderschöne beeindruckende Gebäude, Kloster Santa Clara, in „Vila do Conde“, Portugal eines der größten und reichsten Frauenklöster in Portugal war, gegründet 1318 von Afonso Sanches und seiner Frau, Teresa Martins Telo. Es befindet sich auf einem Hügel. Dieser große historische Komplex umfasst die gotische Kirche Santa Clara, geschützt durch eine Mauer und das Santa Clara Aquädukt, das zweitgrößte Aquädukt in Portugal.

    Danach gingen wir unterhalb des Klosters unter der Brücke zum Flussufer und sahen uns aus der Nähe das restaurierte Schiff an. Man kann es kostenlos besichtigen. Aber wir hatten kein Interesse daran und gingen weiter zur „Capela do Socorro“. Sie ist auch das Symbol unserer Zimmertür bei unserer Unterkunft hier in „Vila do Conde“. Leider war die kleine Kapelle geschlossen.

    Danach unsere Lieblingsbesichtigung bei Lidl. Wir kauften Saft, Obst, etwas Schokolade und Wasser. Dann gingen wir in unsere Unterkunft zurück und ruhten etwas aus.

    Nach einer Weile hatten wir dann doch wieder Lust etwas in die Stadt und sogar zum Strand zu gehen. Der Nebel hatte sich komplett verzogen und es war herrliches Licht am Nachmittag und später am Abend. Die Stimmung am Strand war entspannt und chillig. Wir sahen uns von außen die Zitadelle an, denn sie war geschlossen und die kleine Kapelle an der Mole. Dann saßen wir auf einer Mauer an der Promenade und lauschten der schönen Musik der nahen Strandbar bis zum Sonnenuntergang. Dann gingen wir zur Unterkunft und zogen uns etwas um. Denn als sei Sonne weg war, wurde es recht kühl. Dann gingen wir wieder essen zu V-SnaQ - da waren wir dann insgesamt 3x. Dort gibt es leckeres komplett veganes Essen. Und die zwei Frauen, die das betreiben, sind super nett. Ein schöner ruhiger Tag ging mit einem tolles Essen zu Ende. Morgen gehen wir nach Porto und fliegen am nächsten Tag nach Berlin zurück.
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    Doris Budnick

    Beeindruckend der a

    9/5/20Reply
    Guido Meyer

    Ja beeindruckend 😊

    9/5/20Reply
    Doris Budnick

    Aquädukt, zumal unter den damaligen Gegebenheiten erbaut. Und so schöne Bilder vom sonnenuntergang, danke an Olaf.

    9/5/20Reply
     
  • Day16

    Walking on Sunshine

    September 3, 2020 in Portugal ⋅ ☀️ 24 °C

    Das Abschiednehmen fiel uns von „Esposende“ nicht so schwer. Wir haben uns wohl gefühlt und es war okay hier zweit Tage zu bleiben. Sollten wir nochmals hier her kommen, dann würden wir eine Unterkunft auf der Lagune suchen.

    Nach dem Frühstück kurz auf das Zimmer und los ging es. Das Wetter war sonnig und keine Wolke am Himmel zu sehen. Im laufe des Tages sollte sich das auch nicht ändern. Wir gingen aus „Esposende“ über die lange Brücke „Ponte de Fão“ über den Fluss. Meist gingen wir an der Straße entlang. Wir sahen uns eine Kirche an. Jedoch mit der Zeit sehen sie alle gleich aus. Bei „Apúlia“ bogen wir eine kurze Zeit in einen Eukalyptus-Wald. Leider war das nur sehr kurz und wir gingen wieder in der prallen Sonne an einer Straße entlang. Auf Dauer war das nicht nur langweilig, sondern auch sehr erschöpfend. Dann bogen wir endlich zur Küste und von der Straße weg. Jedoch auch hier kein Schatten. Interessant war, es kamen uns sehr viele Pilger entgegen. Und wir meinen, dass die meisten aus Deutschland kamen.

    An der Küste gingen wir auf den bekannten Holzplanken entlang. Das schütz die Dünen und man kommt gut voran. Nach 15km mussten wir erst einmal eine Pause machen. Einen schattigen Platz zu finden war gar nicht so einfach. In einer Seitenstraße setzten wir uns auf die Bordsteine im Schatten und machten eine Pause. Es sollte die einzigste sein.

    Weiter auf den Holzplanken an der Küste entlang. Die Sandstrände waren herrlich lang und kaum Menschen zu sehen. Von denen die man sah, war niemand im Wasser. Es wird wohl immer noch so kalt sein. Die Siedlungen an der Küste nahmen zu. Mittlerweile gingen wir nicht mehr auf den Holzplanken, sondern einer Promenade. Der Anblick der hässlichen Siedlung passte gar nicht zu der schönen Küste. Es war ein reiner Badeorte ohne Charme und Atmosphäre. Wir wollten es nur hinter uns bringen. Zur Abwechslung und wegen der Sonne, gönnte sich jeder von uns 2x ein Eis.

    Wir erreichten „Vila do Conde“, den Ort, wo wir vor über einer Woche schon einmal übernachtet haben. Und es sollte auch wieder die selbe Unterkunft sein. Denn die fanden wir richtig gut und haben uns da auch sehr wohl gefühlt.

    Wir checkten ein und duschten. Dann mussten wir noch eine unserer anderen Reisen umplanen. Da gestern für die Kanaren eine Reisewarnung ausgesprochen wurden, können wir leider unsere andere Wanderung auf Gran Canaria nicht fortsetzen und auch den anschliessenden Urlaub dort mit meiner Schwester und ihrer Tochter und zwei Freunden müssen wir absagen. Aber zumindest mit meiner Familie wollten wir unbedingt eine Woche irgendwo verbringen. Es sollte etwas warm und durch das Fliegen auch ein Abenteuer sein. Erst dachten wir an Kreta. Aber die Umbuchungen kosteten zu viel Geld. Dann kamen wir auf Korfu. Dort waren wir alle noch nicht und siehe da, die Umbuchungen waren kostenlos. Schnell noch alles mit meiner Familie abgesprochen und gebucht. Die Flüge stehen und nun suchen wir noch eine gemeinsame Unterkunft heraus. Was sich allerdings wegen den verschiedenen Bedürfnissen als nicht so ganz einfache herausstellte. Wir reservierten erst einmal eine Unterkunft und wollen dann alles in Ruhe in Berlin besprechen. Am Abend waren wir noch sehr lecker in einem kleinen und veganen Restaurant essen.
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    Doris Budnick

    Da ward ihr ja ganz schön auf dem Holzweg 😂😂😂

    9/3/20Reply
    Guido Meyer

    Haha. Aber sowas von 😋

    9/3/20Reply
     
  • Day15

    Rundwege

    September 2, 2020 in Portugal ⋅ ☀️ 24 °C

    Zuerst ein Erlebnis vom gestrigen Abend. Wir suchten uns Möglichkeiten, wo wir etwas essen können. Jedoch schienen viele geschlossen zu haben. Letztendlich waren in einem kleinen Restaurant essen. Da es am Abend etwas frisch war, hatten wir unsere Jacken an und einen kleinen Rucksack, wo meine Sonnenbrille und die Geldbörse drinnen waren. Nach dem Essen gingen wir zu später Stunde noch etwas an der Promenade entlang. Kurz vor unserem Hotel fiel mir auf, dass ich beim Restaurant den kleinen Rucksack auf dem Stuhl vergessen hatte. Voller Schreck liefen wir zurück. Ich versuchte das Restaurant anzurufen. Jemand nahm ab, sprach allerdings nur portugiesisch. In meinem Kopf ratterte es. Meine Geldbörse, wenn die weg ist. Nicht wegen dem zuvor abgehobenen Geld. Eher wegen dem Personalausweis, Führerschein, Krankenkassenkarte und Geldkarten. Wie soll ich denn nach Hause fliegen ohne Personalausweis? Ich ging in das Restaurant und sprach mit unserer Bedienung. Er hatte die Tasche gefunden und alles war noch drin. Was für ein Schreck. Ich gab ihm Trinkgeld und wir, aber besonders ich, gingen erleichtert zum Hotel.

    Obwohl das Hotel an einer Straße lag, war es doch erträglich in der Nacht. Anfänglich war es, so wie immer, ziemlich warm, aber im Verlauf wurde es kühler und ich benötigte gegen Morgen eine zusätzliche Decke.

    Wir gingen in diesem Hotel das erste Mal zum Frühstück und uns viel auf, wie viel Charme aus vergangenen Tagen das Hotel hatte. Irgendwie schien es in der Zeit stehen geblieben zu sein. Es war alt und das waren auch die dort beschäftigten. Große Räume die festlich hergerichtet waren, zeugten von opulenten Möglichkeiten von riesigen Veranstaltungen.

    Während wir frühstückten, besprachen wir unseren Tagesablauf. Wir wollten uns am Vormittag auf einem Berg eine Ausgrabungsstätte ansehen und gegen Mittag zu dem bei „Esposende“ vorgelagerte „Lagunenstrand“ gehen.

    Zuerst der Berg. Wir gingen an der Straßen entlang, um zunächst aus der Siedlung zu kommen. Es war schon ziemlich warm und die Sonne brannte etwas. Umso erleichtert waren wir, als wir endlich von der Straße weg und in einen Wald kamen. Laut Komoot-Planung sei hier ein (kleiner) Weg direkt zu der Ausgrabungsstätte mit der kleinen Kirche. Aber leider stellte sich heraus, dass dieser kleine Pfad durch Dornengestrüpp ging und später sogar noch zu einem kleinen Rinnsal wurde. Wir drehten um und gingen zurück zur Straße. Kurz vor der Straße sahen wir erneut einen kleine Pfad nach oben gehen und wir entschieden uns diesen zu folgen. Puh - wir kamen aber durch den recht steilen und etwas rutschigen Aufstieg ganz schön in schwitzen.

    Oben angekommen, kamen wir direkt an der kleinen Kapelle heraus. Schöne Lage und eine gute Aussicht entschädigte uns für den anstrengenden Aufstieg. Es gab auch nich eine Siedlung in der Zeit zwischen dem 6. Jh. vor und 1. Jh. nach Christus anzusehen (Castro de São Lourenço). Manche Rundbauten wurden komplett restauriert, so dass man eine Vorstellung bekam, wie es wohl damals hier ausgesehen haben musste.

    Zurück wollten wir nicht den beschwerlichen Abstieg nehmen und gingen die Straße entlang. Aus meiner Sicht war das nicht ganz ungefährlich, da es für Fußgänger auf der engen und kurvigen Straße faktisch keinen sicheren Seitensstreifen gab. Nach 30 Minuten bogen wir in einen Nebenweg ein und waren erleichtert.

    Zuerst gingen wir noch zu einem kleinen Leuchtturm, an dessen Seite ein riesiger Schriftzug mit „ESPOSENDE“ stand. Nach einer kleinen Mahlzeit, die wir uns zuvor in einem kleinen Supermarkt gekauft hatten, knipsten wir ein paar Fotos. Dann ging es zurück zum Hotel.

    Nach eine kleinen Pause, packten wir Badessachen ein machten uns auf den Weg zu diesem „Lagunenstrand - Praia de Ofir“. Was soll ich sagen, es ging ausschließlich an der Straße entlang und gefühlt zog sich der Weg endlos in die Länge. Es war schon „witzig“, denn per Luftlinie war dieser Strand ca. 1km entfernt. Aber da der „Rio Cávado“ dazwischenlag, mussten wir über die entfernt liegende Brücke gehen. Insgesamt gingen wir 90 Minuten zum Strand und es war herrlich. Ein starkes Lüftchen wehte und brachte kräftige Wellen mit, die sich über den fast weißen feinen Sandstrand ergossen. Es was fast menschenleer und wenn das Wasser nicht so kalt gewesen wäre, hätten wir viel Spaß in Wasser gehabt. Aber so blieben nur die Füße, die ins Wasser konnten und auch das nur wegen der Kälte für wenige Augenblicke. Wir blieben dort eine Weile, umrundeten am Strand die Südspitze der Lagune und gleichzeitig die Flussmündung in den Atlantik und gingen dann auf einem anderen Pfad auf der Flusseite entlang zurück zu dieser Brücke. Unterwegs gingen wir über Holzwege durch eine Biotopen-Landschaft. Der Rückweg fiel uns gefühlt irgendwie leichter und so kamen wir mit guter Laune im Hotel an.

    Wir duschten und gingen dann in das selbes Restaurant von gestern Abend - allerdings ohne den kleinen Rucksack. Den ließen wir im Hotel.
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  • Day14

    Die zerbrochene Brücke

    September 1, 2020 in Portugal ⋅ ☀️ 22 °C

    Der Morgen fing gut an. Das Wetter war sonnig und angenehm. Einige Menschen waren um 09:30 Uhr in der Stadt unterwegs, als wir nach dem Frühstück uns zum Etappenziel nach „Esposende“ aufmachten.

    Wir gingen über den schönen Platz „Praça Da República“ und an der Kathedrale vorbei. Sie war geöffnet und so konnte auch Olaf seinen Blick hinein werfen. „Viana do Castelo“, verließen wir dann über die Brücke „Ponte Eiffel“. Die Eiffelbrücke ist eine der historischen alten genieteten Eisenbrücken in Portugal. Kurz vor der Mündung des „Rio Lima“ in den atlatischen Ozean überbrückt die historische Eiffelbrücke den „Rio Lima“ bei „Viana do Castelo“. Sie wurde am 30.Juni 1878 in Betrieb genommen. Die Eiffelbrücke ersetzte eine Vorgängerbrücke aus Holz. Die Brücke ist eine genietete Fachwerkbrücke mit parallelen Gurten. Die kombinierte Bahn/ Straßenbrücke ist 462m lang und verbindet „Viana do Castelo“ mit der „Cidade Nova“ am südlichen Lima Ufer. Der Fußweg war sehr schmal und einseitig. Folglich es gab auch Gegenverkehr, den man vorsichtig ausweichen musste. Denn schließlich fuhren nebenan die Autos. Nicht ganz ungefährlich das Ganze. Am anderen Ende erreichten wir den Ort „Cidade Nova“ - hässlich.

    Weiter an der Straße entlang und leicht bergauf zum Ort „Vila Nova de Anha“ - auch hässlich. Unterwegs sahen wir immer wieder in offen stehende Kirchen und Kapellen. Eine war besonders schön. Die „Igreja Matriz Da Paróquia De São Tiago De Vila Nova De Anha“. Irgendwie waren dann die Siedlungen nicht mehr abgrenzbar und gingen in einander über. Wir kamen durch einen relativ dichten Eukalyptuswald mit seinen herrlich duftenden Bäumen. Immer mal wieder kamen uns andere Pilger entgegen, die in Richtung „Santiago de Compostela“ gingen.

    Wir machten einen kleine Pause an einer Kirche. Da war auch ein Spanier mit einem Fahrrad und einen Anhänger unterwegs. Außerdem hatte er seinen Hund, einen Jack Russell Terrier, mit dabei. Ich habe ihn gestern Abend am Hafen von „Viana do Castelo“ schon gesehen. Wie unterhielten uns kurz. Der Jakobsweg nach Fatima führte uns dann durch die Siedlungen. Mal konnten wir schöne Häuser sehen, was leider in der Minderzahl war und mal gingen wir wieder durch einen Eukalyptuswald.

    Wir kamen zum Fluss „Rio Neiva“. Vor 4 Jahren hatte ich den über eine einfache Steinbrücke überquert und da es am Vortag geregnet hatte, führte der Fluss damals viel Wasser. In der damaligen Situation war es schon eine kleines Abenteuer gewesen, diese Brücke zu benutzen. Ich war gespannt was mich jetzt erwartet. In der Planung der Strecke haben wir uns gewundert, warum unsere Wanderapp „Komoot“ nicht über diesen Fluss planen will. Und dann sahen wir es. Die alte Steinbrücke war zerstört.

    Ich blickte teils fasziniert und teils erschrocken auf die Szenerie. Wie kamen wir denn jetzt da rüber und warum ist die Steinbrücke kaputt? Beim betrachten der im Wasser liegenden Steinplatten hatten wir den Eindruck, als wenn es möglich ist über diese den Fluss zu überqueren. Hurra - ein Abenteuer auf der bisher eher bescheidenen Etappe. Ich ging vor und Olaf filmte mich dabei. Vorsichtig und mit Neugier setzte ich ein Fuß nach dem anderen. Während ich einen Fuß aufsetzte, schaute ich schon nach einer weiteren sicheren Möglichkeit. Nach und nach ging ich so über die im Wasser liegende und zerbrochene Steinbrücke auf die andere Seite und kletterte am Rest der Brücke nach oben. Nun war Olaf dran und diesmal filmte ich ihn - hehe. Auch ihm gelang es sicher auf die andere Seite zu kommen. Das hat Spaß gemacht. Wieder zurück, um ein Foto in der Mitte des Flusses auf den Steinen zu machen. Dann ging es weiter.

    Ein kleiner Wasserfall lag etwas abseits des Weges und ich stattete ihm einen Besuch ab. Nach einer Weile kamen wir dann aus dem Wald. Das war schade, denn ab jetzt ging es eigentlich nur noch durch Siedlungsgebiete. Und das war mega langweilig und zum Teil hässlich. Eine kleine Pause und weiter. Wir folgten nach einiger Zeit nicht mehr dem Jakobsweg. Denn er schien eine neue Wegführung zu haben, welche von unserer Karte abwich. Wir gingen dann einfach zur Küste, um auch mal wieder ein anderes Bild zu haben. An der Küste gingen wir dann bis nach“Esposende“ entlang. Dann einmal quer in die Stadt rein und standen vor unserem Hotel. Es war wirklich keine Schönheit. Aber wir wollten es von innen sehen und dann entscheiden, ob wir uns womöglich einen andere Unterkunft suchen müssen.

    Aber es war okay. Ja es bräuchte mal eine Modernisierung. Jedoch hatte es dadurch auch viel Charme und wir waren zufrieden. Eine Dusche und eine Pause brachten Erholung, bevor wir uns eine Möglichkeit für das Abendessen suchten.
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  • Day13

    St. Luzia und das geheimnisvolle Kloster

    August 31, 2020 in Portugal ⋅ ☁️ 21 °C

    Als Seitenschläfer kann man Glück haben. So sieht man im Liegen vom Bett aus nach links blickend auf dem Berg die beleuchtete Wallfahrtskirche „Santa Luzia“.

    Meine bisher schlechteste Nacht. Es lag nicht am Zimmer oder irgendwelcher Laute von draußen. Ich konnte einfach nicht mehr einschlafen. Aber der Morgen kommt bestimmt und somit auch dieser. Olaf hat ganz gut geschlafen und nach dem „frisch machen“, gingen wir zum Frühstück. Es war ganz gut. Wie bekamen frisches Obst und wunderbaren leckeren Kaffee, Brötchen und Marmelade. Nach dem Frühstück begannen wir unsere Sightseeingtour.

    Wir gingen Richtung Bahnhof. Von dort gab es zwei Möglichkeiten zur Wallfahrtskirche „Santa Luzia“ zu kommen. Treppen oder Zugseilbahn - die längste in Portugal. Kein Artikel über Viana do Castelo in dem nicht auch von der Santa-Luzia-Basilika die Rede ist. Diese prächtige Kirche steht auf dem Monte de Santa Luzia und ist von jedem Punkt der Stadt aus zu sehen. Die im neo-byzantinischen Stil erbaute Kirche ist viel jünger als es scheint: der Bau, der erst 1904 begann, wurde, nach vielen Verzögerungen, erst im Jahr 1959 abgeschlossen. Der Aussichtspunkt des Monte de Santa Luzia bietet einen großartigen Panoramablick über die Region und Touristen (ohne Klaustrophobie oder Höhenangst), die gut in Form sind, können sogar zur Spitze der Kirchenkuppel klettern, um eine noch bessere Aussicht zu genießen. Die Erkundung des gesamten Santa-Luzia-Bergs nimmt etwa einen halben Tag in Anspruch, und beinhaltet eine Fahrt mit der Seilbahn, die Citânia de Santa Luzia (vorrömische Ruinen), von Bäumen gesäumte Wege und großartige Ausblicke.

    Wir nahmen die Zugseilbahn und waren die einzigsten die nach oben fuhren. Unterwegs hatten wir gute Ausblicke auf den Fußweg nach oben, der uns nun erspart blieb. Oben angekommen, betraten wir das Plateau auf welchem die Kirche stand. Es war schon ein sehr imposanter Anblick der uns da geboten wurde. An der rechten Seite war dann auch der Aufgang nach oben in die Kuppel mit insgesamt 125 Stufen. Es wurde nur eine bestimmte Anzahl an Personen hinaufgelassen und auch erst dann wieder, wenn welche hinab gekommen sind. Der Eintritt kostete 2€ pro Person.

    Wir waren dran und ab ging es die Treppen hoch. Zuerst über ganz normale Treppen nach oben. Dann mussten wir an einer Stelle warten, weil eine Ampel Rot leuchtend uns mitteilte, dass wir jetzt nicht weitergehen können. Nach einer Weile wurde sie Grün und wir gingen weiter eine extrem enge Wendeltreppe hinauf zu einem größeren Raum mit einer weiteren „Haltestelle“. Sehr große oder auch beleibte Menschen, haben hier unter Garantie Schwierigkeiten. An der „Haltestelle“ war wieder eine enge Wendeltreppe, aber diesmal schraubte sich diese in die Decke empor. Es gab keine Ampel und Gegenverkehr bringt gnadenlos ungewollten Körperkontakt. Da half nur ein gutes Gehör ob jemand kommt oder rufen ob da jemand ist.

    Aber oben angekommen ein wirklich grandioser Blick über die Landschaft. Man konnte die Weite der Flussmündung in den Atlantik sehen und die gewaltige Breite vom „Rio Lima“. Auch der Blick über die Stadt war beeindruckend. Das Wetter war herrlich und es wehte nur ein laues Lüftchen. So konnte ich meine Höhenangst gut im Zaum halten. Der Abstieg war genauso, wenn nicht gar etwas schwieriger. Für uns stand fest, das hat sich gelohnt. Wieder unten angekommen, besichtigten wir noch das beeindruckende Innere der Basilika. Auf dem Vorplatz im Schatten besprachen wir, was wir dann uns jetzt noch ansehen wollen. In ca. 40 Minuten durch den Wald gab es eine Klosterruine und die wollten wir uns ansehen.

    Der Weg durch den Wald war schattig und meist von Eukalyptusbäumen geprägt. Die Klosterruine lag mitten im Wald - ohne in unserer Wander-App erkennbaren Zugang. So mussten wir erneut so weit wie möglich heran gehen und vor Ort einen Zugang finden. Das klappte auch nur bedingt. Denn die Ruine war so eingewachsen, dass man kaum Wege erkennen konnte. Später stellten wir anhand unserer Aufzeichnung der Route fest, dass wir die Ruine fast komplett umrundet hatten um den Eingang zu finden. Aber da war er nun und war versperrt. Ein Metallgitter am Tor war nicht zu überwinden und die starken Mauern zu hoch. Aber da gab es einen Bruch in der Mauer und schwubs waren wir drin. Die Klosterruine wirkte schon sehr geheimnisvoll, zumal man ein Steinkreuz mit abgebrochenem Kopf von Jesus sah und das auf dem Sockel ein Totenkopf gemeißelt war. Auch eine Statue auf dem Eingangstor trug einen Totenkopf in der Hand. Über das Kloster oder Convent war leider nichts heraus zu bekommen. Sein Name „Convento S. Francisco do Monte“. Wir besichtigten neugierig jeden Winkel und waren dabei sehr vorsichtig. Denn die Ruine war sehr baufällig.

    Nach dieser Besichtigung, gingen wir zurück zu unserer Unterkunft und kauften unterwegs noch etwas Wasser und Kekse. Olaf ging danach zum Baden an einen 60 Minuten entfernten Strand. Ich blieb zunächst im Zimmer und sah mir einen Film an. Dann ging ich in die Kathedrale „Cathedral of St. Mary the Great“ und danach durch die Gassen schlendernd zur Kirche „Igreja de São Domingos“ in der wir gestern waren. Dort blieb ich ca. eine Stunde und ging danach zum Hafen. Ich dachte mir, dass Olaf zu 18:05 Uhr die Fähre über den „Rio Lima“ von der anderen Seite nimmt. Und so war es dann auch. Gemeinsam gingen wir zum Hotel zurück und aßen dort dann auch in dem Restaurant zu Abend. Sehr stilvoll mit gutem Wein und sehr leckerem Essen. Danach machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt.
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    Doris Budnick

    Ich freue mich, dass ihr so gutes Wetter bislang habt und alles wunderbar verläuft. Stelle mir Olaf in der alten Ruine vor und ahne, dass in seinem Kopf das Gruselkabinett lief

    9/1/20Reply
    Guido Meyer

    Hehe. So war es auch Doris 😆

    9/1/20Reply
    Olaf Brandenburg

    😂Da hast du recht Doris 👻

    9/1/20Reply
    3 more comments
     
  • Day12

    KüWäDö

    August 30, 2020 in Portugal ⋅ ☀️ 21 °C

    Herrlich so am Strand mit Meeresrauschen im Hintergrund aufzuwachen. Es ist Sonntag und auch hier deutlich weniger Verkehr. Somit zumindest morgens etwas ruhiger auf der Straße. Nach dem Packen unserer Rucksäcke gingen wir zum Restaurant nebenan und haben gefrühstückt. Diesmal gesellte sich „Abibi“ zu uns, der kleine Hund der Besitzerin. Er ließ sich kraueln und streicheln, was er scheinbar auch sehr genoss. Später wartete er auf eine Belohnung von unserem Frühstück, aber solche Blicke kennen wir und können sie gut ignorieren.

    Nach dem Bezahlen eben noch die Rucksäcke aus dem Hostal holen und ab auf den Weg. Am Abend zuvor haben wir die Route besprochen und wollten sie so gehen, wie wir sie ursprünglich geplant hatten. Aber dann hatte Olaf einen Wunsch. Vor ein paar Tagen fiel sein Handschmeichler aus Feuerachat herunter und ist dabei zerbrochen. Das war sehr traurig und wir kamen auf die Idee, diesen Stein dort abzulegen, wo andere ebenfalls ihre Steinchen ablegen. Und nichts war dafür geeigneter als die Grotten-Kapelle von gestern. Also änderten wir unsere Route und gingen noch einmal dorthin und Olaf legte dort allein in der Kapelle bei der „Heiligen von Lourdes“ seinen Stein mit vielen Wünschen ab.

    Danach gingen wir zurück zu unserer eigentlichen Routenplanung und diese folgte erst einem Holzweg an der Küste, dann sollte sie dem Jakobsweg folgen und dann wieder zur Küste schwenken. Vom Holzweg aus entlang an der Küste hatten wir wunderbare Ausblicke auf den herrlichen Strand von gestern und den Atlantik, während „Vila Praia de Âncora“ hinter uns mehr und mehr kleiner wurde. An der kleinen Zitadelle „Forte do Cão“ - wo wir auch gestern waren, bogen wir ins Landesinnere auf den den Jakobsweg ab.

    Wir gingen durch einen herrlichen Wald aus Eukalyptusbäumen und Kiefern. Der Duft beider Bäume vereint, war ein wahrer Genuss beim Wandern. So gingen wir eine ganze Weile durch die Wälder. Mal wurden sie etwas lichter und dann wieder üppig grün und dicht. Ab und an kamen und Pilger entgegen- oder waren es Sonntagsausflügler?

    Wir überquerten alte Brücken und gingen in Dörfern zwischen alten Mauern entlang. Manche Hunde begrüßten uns freudig, andere hatten ihren Spaß uns zu erschrecken. Es gab wirklich viele frei laufende Hunde und KEINER von ihnen war auch nur im Ansatz aggressiv. Eher das Format „Nimm mich mit“.

    Zwischendurch legten wir kleine Pausen ein und aßen endlich mal unsere Kekse, welche wir schon seit Beginn unserer Reise mit uns herum tragen. Es waren wirklich schöne Momente heute voller wunderbarer Natur und Begegnungen. Alle Menschen waren sehr freundlich und haben uns manchmal Hilfe angeboten und uns die Richtung gewiesen. Niemals hatten wir den Eindruck, nicht Willkommen zu sein.

    Wir entschieden uns dann auf dem Jakobsweg zu bleiben und nicht zur Küste zu gehen. Es war ganz angenehm durch die zunehmenden Ortschaften zu gehen und sich alte und auch sehr neue und moderne Häuser anzusehen.

    Dann kamen wir zum Abzweig nach „Poço negro“. Einer kleiner Auflugsort zwischen Felsen und alten Gebäuden. Dort gab es auch die Möglichkeit, in dem kleinen Bach in den Felsen zu baden. Ein sehr schöner Ort. Leider war dort ein Pärchen. Sie saß oberhalb auf einer kleinen Brücke und filmte ihren Freund, wie er ins Wasser sprang. Wir gingen zurück und bei einem Abzweig in ein kleines Tal. Mit etwas klettern über die Felsen, erreichten wir einen kleinen Wasserfall.

    Dieser Abstecher hatte sich wirklich gelohnt und wir setzten unseren Weg auf dem Jakobsweg fort. Die Ortschaften nahmen an dichte und moderne zu, je näher wir unserem Ziel „Viana de Castelo“ kamen. Zwei mal unterquerten wir die Straße und an einem kleinen grünen Park gingen wir links in eine Fußgängerzone. An einen hübschen Platz war eine große Kirche und wir gingen hinein. Von der Pracht waren wir schon ein wenig erschlagen und auch beeindruckt. Weiter durch die Fußgängerzone zu unserer Unterkunft. Diese kam mir sehr bekannt vor und tatsächlich war es die selbe und später auch das gleiche Zimmer, wo ich März 2016 mit meiner Pilgerfreundin Edith übernachtet habe - was für ein grandioser Zufall.

    Nach dem duschen und Wäsche waschen, gingen wir etwas in die Stadt.

    Auflösung „KüWäDö“:
    Kü=Küste
    Wä=Wälder
    Dö=Dörfer
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    Yvo Lei

    Bei den Bildern bekommt man wirklich Lust auf Urlaub🤩

    8/30/20Reply
    Olaf Brandenburg

    Es ist wirklich super schön. Tolle Wege, sehr schöne Städte und Orte und mega Strände. Alles klappt bisher super und keine Probleme 🤗

    8/31/20Reply
     
  • Day11

    Chilliger Pausentag

    August 29, 2020 in Portugal ⋅ ☀️ 19 °C

    Nun ja, ich empfand die Straße vor unserem Hostel als viel befahren und Olaf habe sehr gut geschlafen und kaum etwa davon mitbekommen. Womöglich habe ich das alles nur geträumt und es war ganz still draußen. Zumindest hörte ich das Meeresrauschen und war mir sicher nicht geträumt zu haben.

    Gleich nebenan war das kleine beliebte Restaurant und dort frühstückten wir dann auch. Danach begannen wir unsere kleine Rundwanderung und gingen zuerst zur „Capela de Nossa Senhora da Bonança“, einer Kapelle an kleinen Platz. Wir folgten der Straße und überquerten die Schnellstraße. Einen kleinen Berg hinauf und wir standen vor 135 Stufen mit je 12 Absätzen. Auf jedem dieser Absätze stand ein Kreuz und am Sockel eine Tafel. Darauf standen die 12 Etappen Jesu mit seinem Kreuz. Oben angekommen war die „Capela do Calvário“. Ebenfalls eine hübsche kleine Kapelle. Wir gingen rechts an dieser kleinen Kapelle vorbei und weiter 45 Stufen auf einer weiter Anhöhe mit einem kleinen runden Platz und davon mit weiteren 24 Stufen hinauf einen weitere kleine Kapelle - aber eher einer kleinen Grotte nachgebaut. Es handelte sich um die „Gruta de Nossa Senhora de Lourdes“. Wir haben im Internet nichts finden können, warum sich hier eine „Grotte Unserer Lieben Frau von Lourdes“ befindet.

    Sowohl auf dem kleinen runden Platz, als auch auf der Treppe zur und in der Grotte waren viele ältere Menschen. Offensichtlich eine Reisegruppe. Es war schon lustig denen zuzusehen, wie sie offensichtlich ein „Programm“ abarbeiten, sich und die Umgebung fotografieren, in dem kleinen Wäldchen ein „kleines Geschäft“ machten und dann laut riefen, dass sie jetzt einen „Café“ wollen.

    Wir warteten geduldig und waren dankbar, dass wir das miterleben durften. Nachdem sie dann zu ihrem Bus gegangen sind, stiegen wir die Treppe zur Grotte empor. Innen war es wie eine kleine Grotte aufgebaut. Zur linken ein paar Grünpflanzen (alle echt) in die Nischen und Mauern gepflanzt. Sogar ein kleiner Wasserlauf war eingearbeitet und tröpfelte vor sich hin. Rechts der kleine Altar - oder sowas ähnliches. Man konnte hinter dem Altar die Figur der Heiligen in einer kleinen Nische sehen. Wir spendeten Geld und jeder steckte mit seinen eigenen Wünschen einer echte Kerze an. Danach verließen wir ehrfürchtig die kleine „Grotte Unserer Lieben Frau von Lourdes“.

    Weiter gingen wir durch die Straßen. Kamen an einer Kirche vorbei (schon erstaunlich wie viele Kapellen und Kirchen es in einem Ort geben kann) und dann zu einer weiteren Sehenswürdigkeit. Ein paar vor langer Zeit aufeinander gestapelte Steine - ähm... Monolithe. Auch hier war im Internet nichts darüber zu finden. Das wissen dann wohl nur die Einheimischen. Jetzt aber ab zur vorletzten Sehenswürdigkeit- einer kleinen Zitadelle am Meer. Dazu mussten wir die Schnellstraße und Bahnstrecke überqueren und durch einen kleinen Wald hinter den Dünen entlang gehen.

    Die Zitadelle war recht klein und leider auch verschlossen. Wir umquerten sie einmal und blieben dann auf den großen Steinen sitzen und sahen auf das Meer. Das Wasser spritzte beim aufschlagen auf die Steine und die Möwen schrieen. So als würden sie uns vertreiben wollen. Dann gingen wir etwas am Strand entlang und legten uns schließlich auf den herrlichen feinen weißen Sand. Dort lauschten wir den Wellen und sahen deren Spiel zu. Der Strand war recht leer. Das mag eventuell daran gelegen haben, dass es sehr windig war und dazu noch recht kühler Wind. Dort blieben wir ein paar Stunden. Dann ging ich zurück zum Hostel und Olaf blieb noch eine Weile.

    Als er zurück kam, aßen wir unser Essen was wir noch von gestern übrig hatten und tranken eine Flasche Wein dazu. Danach gingen wir zur Mole, um den Sonnenuntergang zu sehen.
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    Doris Budnick

    Lieber Guido, das Steingebilde wäre in unseren Breitengraden ein Hünengrab, allerdings für Portugal eher ungewöhnlich.

    8/30/20Reply
    Guido Meyer

    Ja da hast du Recht 😊

    8/30/20Reply
    Doris Budnick

    Sehr schöne Bilder.... Weiter so

    8/30/20Reply
     
  • Day10

    Caminho Rio Minho

    August 28, 2020 in Portugal ⋅ ☀️ 20 °C

    Unser Quartier die Jugendherberge von „Vila Nova de Cerveira“ ist sehr schön, modern und gut ausgestattet. Leider heizt sich das Gebäude tagsüber stark auf, so dass es nachts im Zimmer sehr warm ist. Öffnet man das Fenster, so kommt einem der Lärm der vorbeifahrenden Autos entgegen. Entweder ersticken oder schlecht schlafen. Wir entschieden uns für das letztere.

    Das Frühstück war inklusive und der Zutritt zum Essensbereich wurde uns pünktlich um 08:30 Uhr gewährt. Ein Mann öffnete die Tür zum Raum und eine Frau stand hinter dem Tresen. Er sprach etwas Englisch und übersetzte unsere Wünsche. Dabei sprach sie die Worte nach und lernte so nebenbei eine andere Sprache. Wir waren darüber etwas belustigt und als sie es merkten, lachten beide.

    Danach gingen wir zurück in die Altstadt zu einem kleinen Supermarkt und kauften dort ein paar Brötchen, Wasser und ein paar Schokoriegel - darauf hatte ich heute Appetit. Wir füllten das Wasser wieder in unsere Trinkflaschen und verstauten den Rest in unsere Rucksäcke. Dann gingen wir quer durch die Altstadt und zum „Rio Minho“ hinunter, dem großen Grenzfluß zwischen Portugal und Spanien. Das gesamte Ufer bis zur nächsten Stadt „Caminha“, wurde komplett als Erholungsweg ausgebaut und nannte sich „Ecopista“. Und darauf war man offensichtlich sehr stolz. Denn die Dame an der Rezeption wies uns mehrfach darauf hin, unbedingt den Weg „at the River“ zu nehmen.

    Wir wurden nicht enttäuscht. Das Wetter war herrlich und die Temperatur angenehm. Es wehte ein leichter Wind vom Fluss herüber. Der Weg an sich war rot betoniert. Rechts und links vom Weg waren Gras- und Uferlandschaften angelegt. Hin und wieder kam ein Radfahrer entspannt daher gefahren und einige Jogger waren auch unterwegs.

    Immer wieder genossen wir den Moment und die wunderbaren Ausblicke. Wir gingen über einen kleine Brücke auf ein kleine Insel, gingen auf einem Steg etwas in den Fluss hinein und machten Pause mit mit Blick auf den „Rio Minho“.

    So gingen wir bis „São Sebastião“. Dort wurde der Weg wohl erst gebaut und wir mussten ein kleines Stück durch die Ortschaften gehen. Später jedoch, ging erneut der Weg am Ufer weiter. Da fehlte wohl noch ein Teilstück von diesem wunderbaren Weg.

    Über eine lange Steinbrücke erreichten wir dann „Caminha“. Eine ebenfalls schöne Stadt mit einem sehenswerten alten Stadtkern. Wir schauten uns einige alte Gebäude an und setzten unseren Weg dann direkt an der Küste weiter fort. In der Ferne sah man schon die Flussmündung in den Atlantik. Links war Portugal und rechts Spanien.

    Ein Blick auf den Strand und Olaf kam ins Schwärmen. Wunderbarer weißer feiner Sand, dazu das blaue Meer und im Hintergrund auf einer kleinen Insel, war eine alte Festung (Forte da Ínsua Forte de São João da Ínsua) zu sehen. Was für ein herrliches Postkartenmotiv. Wir gingen aber nicht am Strand weiter, was zwar schön aber auch sehr beschwerlich gewesen wäre. Hinter den Dünen verlief im schattigen duftenden Kiefernwald ein schöner Weg.

    Wir gingen durch den Wald und kamen nach „Moldeo“. Eine kleine Ortschaft die von der Lage an dem wunderbaren Strand profitierte. Jeder freie Parkplatz war mit Autos zugestellt und da es sich recht windig war, waren viele mit ihren Surfbrettern da.

    Leider gab es jetzt keinen Schatten mehr und es wurde etwas warm. Der Weg war immer noch sehr gut zu gehen. Ab und an kamen uns ein paar Pilger entgegen. Die Küste wurde immer felsiger und ein Baden zwischen den Felsen war schlichtweg Lebensgefährlich. Aber das Schauspiel wenn die Wellen sich an den Felsen brechen war herrlich.

    An der kleinen Kapelle „Capela Santo Isidoro“ hatte man mit viel Phantasie den Eindruck, als stünde man an einer schottischen oder irischen Küste.

    Wir näherten uns unserem Zielort „Vila Praia de Âncora“ und auch hier gab es einen herrlichen Strand. Aber auch viele Menschen. Bald kamen wir zu unserem Hostel, das direkt am Strand lag. Nur einmal kurz über die Straße und schon war man am Atlantik. Olaf nutze auch gleich die Gelegenheit für ein erstes Bad im schönen aber doch recht kühlen Atlantik.

    Da unser Hostel eine Küche hatte, haben wir uns etwas zum Essen gekocht und es dann bei einer Flasche Wein auf dem Balkon eingenommen. Leider war unser Zimmer im Erdgeschoss. Aber es war auch lustig die vorbeigehenden Menschen zu beobachten. Das mit der Straße am Hostel ist so eine Sache und wir hoffen, dass es nachts ruhig sein wird.

    Am Abend machten wir noch eine. Spaziergang am Strand in der Abendsonne und kauften ein paar "Churros" die wir genüsslich auf unserem kleinen Balkon mit Meerblick aßen.
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